Tag Archive for 'netradio'

Neues von Freunden



Ist es eine Komödie ? Ist eine Tragödie ? - Einmal wieder ging ein Abend “echtleben” den Gulli des notwendigen Nerdings hinunter . Herumkorrigieren an Codes , Styles und pampigen Programmen . Die Laune vom drögen iGoogle verderben lassen : Lastendes Schlachtschiff , pompöses Portal , das sich um- ständ- lich und un- glaub- lich lang- sam aufbaut . Die Add- On- Funktionen ? - Vergiss es ! - Nichts , was du nicht anderswo quicker kriegst . Das gehypte Google Trends ? - Funktioniert nur mit Cookies ! - Nein , werte would- be Masters of the Universe : So nicht .

AIGA aerport mail noir noirToR gab sich derweil verstockt und blockte jeden Versuch , das mysteriöse Passwort ( obligat zum Start der Update- Ausgabe ) zu eruieren . Riss uns in Deinstallierungs- / Installations- Zirkel , dass ein Heulen und Zähneklappern war . Und nicht das Klackern Klappern Schlackern der Vierteltrompete des famosen FRANZ HAUTZINGER , dessen Anhörung im echoraum eigentlich geplant .

Erste Eindrücke dieser melodiefreien Blasinstrument- Manipulation zuletzt ( und zufällig ) zu Genf gewonnen : wanna more . Gibt glücklich wirklich . Zunächst in der Konfiguration “6 Trompeten + 2 Tubas” als FRANZ HAUTZINGER TRUMPETORCHESTRA beim Kontraste- Festival zu Krems ( Thema : Seltsame Musik ) . Und dann im All- Star- Ensemble des REGENORCHESTERs , welches am 18 . 10. in der Szene Wien aufspielt . Lineup : Fennesz ( electr.) , Luc Ex ( bs. ) , Tony Buck ( dr. ) und der versatile Meister himself , für den es zwischen Elliot Sharp , John Cale , zeitkratzer und rechenzentrum kein Halten gibt .

AIGA aerport mail noir noirDas Musikprotokoll des steirischen herbstes ( wie stets auf kuratorische Rechnung von Christian Scheib , supported by Susanna Niedermayr ) ist nun Vierzig jahre alt und zielt diesmal NAHE GENUG auf allerlei Performanzen . Wir würden es “ambients , sounds & objects” nennen . Da darf das Institut für transakustische Forschung selbstredend nicht fehlen . Titel : Asymptotische Versuchsanordnungen . Termin : 4 . 10 . Schöne Töne wörtlich bei der Definition von “Transakustik” . QUOTE : Transacoustics is at the same time the cause and effect, the path and the destination, the great unknown that constantly keeps the process of creation going. UNQUOTE .

Wo solche Transitorik weilt , ist das GEMÜSEORCHESTER ( VIENNA VEGETABLE ORCHESTRA ) nicht weit : Am 6. 10. servieren die - in|ad|ae|qu|at bereits einmal prachtvoll präsentierten - Karottenflöter und Sellerieschinder die jüngste Release AUTOMATE . Gart auf hoher Flamme in Graz .

AIGA aerport mail noir noirDen Absturz des Servers um punkt 5:51 Uhr zum unauffälligen Themenwechsel hernehmend , erinnern wir an die heute startende ( tja , die gestrige Vernissage aus angegebenen Un- Umständen auch verpasst ) Ausstellung von Collagen , Assemblagen der eminenten Anna Oppermann . ENSEMBLES . Auf in die Generali- Foundation , so lange sie noch steht Und noch nicht dem bereits wörtlich monströsen Konstrukt namens FOUNDATION(s)QUARTIER gewichen ist . Stichwort “Synergie” . Ganz gewiss und sicherlich .

Da spaziert man doch lieber zu der Old School der künstlerischen und galeristischen Sturköpfe wie etwa welche Silvia Grossmann mit ihrer dicht und synästhetisch bespielten Galerie ATRIUM ED ARTE . Eben zurück aus ziemlich viel China , legt die Swiss High Energy- Lady als Galeristin sofort mit der Installation RED FLOATING ( ONA B. ) los , als Künstlerin zeigt sie “Chinese Windows”- Fotografien in der Kremser Galerie Pendel . Passt doch zu einem nachsommerlich- beschaulichen Landaufenthalt .

AIGA aerport mail noir noirLetzte Gelegenheit , sich einer Kunst mit Frischluftzufuhr zu unterwinden , besteht im Weichbilde Wiens mit dem Trip zum Rendezvous- Berg ( 29. + 30. 9. ) . Anne Mertin , Fred Büchel , Susanne Hahnl und Markus Redl alias PROJEKT FRITZPUNKT geben den Cicerone und legen - seit 2002 mit stählerner Konsequenz - einen weiteren thread durch die unüberblickbaren Textgelände der Schriftstellerin Marianne Fritz . Diesmal : DER UNTERSCHIED WIRD NICHT VERSCHIEDEN ( EINE HALTLOSIGKEIT ) . Zur Erinnerung : Ein Stück aus der Backlist dieser sprachlichen , intellektuellen und szenischen Exkursionen @ LITERATUR ALS RADIOKUNST ( Aber die Schuldfrage lasen wir heute beiseite , ja ? | Eine Belangsendung ) .

Heftig wird sich auch das - ebenfalls hoffentlich plein air und eine Woche en retard endlich zu feiernde - Herbstfest AKTFEST des fea ( forum experimentelle architektur ) am Sonntag im MuQua geben . Attraktionen sonder Zahl . Von Rimbauds BATEAU IVRE , über “Scham oder Revolution : Schnitzlers Fräulein Else und die sexuelle Revolution der 68er ( Ottwald John ) , “Akte im sozialistischen Realismus” ( Lukas Pusch ) , “Hildegard Knef als Aktmodell” ( Gernot Heiss ) bis hin zur “nackten Wahrheit des white cube” ( Rainer Fuchs ) , eventuell sogar “Burka versus Prada” ( Christian Ortner ) . Auch ohne Regen ( in diesem Falle : Spielort LUX ) wird solch allseitiger AKTionismus fraglos keine trockene Sache .

AIGA aerport mail noir noirWenig arid auch das literarische Leben . Im Literarischen Quartier Alte Schmiede mag man innerhalb weniger Tage drei eminente Neuerscheinungen avanciert- origineller Spracharbeit betrachten . Dringend notieren : Am 4. 10. droschlt es in bester Manier mit Sissi Tax ( UND SO FORT ) und Dominik Steiger ( MON DIEU ES GEISTERT ) . Spricht mit Irrwitz hinreichend für sich . Desgleichen Ferdinand Schmatz’ “wilder Roman aus Danja und Franz” ( DURCHLEUCHTUNG , Haymon ) im cross reading mit Maestro Wendelin Schmidt- Dengler am 8. 10. Beide Termine selbstredend im Literarischen Quartier Alte Schmiede .

( Dass Haymon das rätselhafte Portrait des Mannes mit der Tierpranke von Lorenzo Lotto zitatweise aufs Cover gebracht , lässt uns in|ad|ae|qu|at nicht ganz kalt : Hatten wir doch einen ausschliesslich exklusiven Fotografier- Termin an einem Schliesstag des KHM zum ausführlichen Tête à Tête und sehen den Inhalt dieser schönen Bildbeute nun als Schutzumschlag in Aller Hände . )

AIGA aerport mail noir noirDie erwähnte ( längst legendäre ) Alte Schmiede führt übrigens seit einem Jahr eine virtuelle Parallelexistenz in Form der von Liesl Ujvary ausgesuchten und luzide kommentierten TEXTE DES MONATS : Unorthodoxe Lektüren im ungefügen Switching zwischen Klassikern der Avantgarde und allerjüngsten Blüten . Der eben im Netz prangende TDM ist frisch , umwerfend illustriert , und hat bereits jetzt - in Textproben aus dem Entstehenden - das Zeug zum Klassiker . Brigitta Falkner : POPULÄRE PANORAMEN . Fantastisch vertrackt , pochend komisch und die tiefen Verstrickungen des Reflexiven geniessend . Auf die TDM kommen wir in|ad|ae|qu|at an anderer Stelle zurück .

Den Pflichttermin für die vazierend polymorphe wissenschaftliche Intelligenz gibt die Welcome Reception am IFK ( Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften , 1. 10. ) , wo nicht nur die frischen Research Fellows bestaunt werden dürfen , sondern auch ein neuer Direktor . Man hört’s, staunt , und vernimmt’s mit Gewinn : Kein Geringerer als Helmut Lethen . Remember ? - Im Vorjahr die best practice Benn- Biographie ( DER SOUND DER VÄTER ) und das paradigmatische Werk zur ideologisch- literatischen Verfasstheit der Weimarer Republik , VERHALTENSLEHREN DER KÄLTE ( es 1994 ) . In neokonservativen Zeiten erst recht wieder zu lesen ! |||

Ein bisschen Wärme in eiserner Zeit pumpen die rot- schwarzen Herzen der re- launchten WE LOVE MINIMAL- Site : Remember ? - Wir proudly präsentierten . Der Hamburger Halunke Scott Douglas aka element of einzahlpflege krempelt eben Label und Leben um und feiert dies HEUTE czz hörempfehlungum 18:00 Uhr mit einer Appearance in der BEAT-Boutique | Section mth.electro . Vier Stunden Stream ! - Den Hörgenuss wird die Verzögerung nicht stören , ganz im Gegenteil . Zeit also , die vielen Links hier auf ihre 404s abzusuchen , in|ad|ae|qu|ate Mängel zu gängeln und die frisch aus Brazil importierte Release 008 von L_cio : próximo zu geniessen . Click Tracks To Listen . 01. Perguntar ( 11.34 ) | 02. Time ( 9.44 ) | 03: Estudar ( 10.29 ) | Die telltale- Titel versprechen nicht zuviel . minimal maximal basal . |||

Links :

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radio | on air on line on site



||| Time for some Sunday Late Night Art Radio Show Propaganda ::: LITERATUR ALS RADIOKUNST / Summer Edition , ORF_1_ Kunstradio, Sonntag, 24. 6. 2007 , 11.05pm - 11.45pm [ via UKW , via live- stream Oe1 , webcast KUNSTRADIO , Dolby Digital Surround (5.1.) OE1DD ]

radio brunMit Ann Cotten und Anja Utler präsentiert die Reihe LITERATUR ALS RADIOKUNST im KUNSTRADIO zwei kompromisslose junge Temperamente der zeitgenössischen Literatur : Die für ihre fundamentale Materialpoesie ausgezeichnete Dichterin ANJA UTLER schwingt sprachlich den Radiowellen nach . In “suchrufen, taub” erkundet und wendet sie die blind aus den Lautsprechern dringenden Brechungen der Beschallung .

Was indes geschieht, wenn sich das Ich aus dem Bild - folglich Sender und Weltempfänger - verliert , demonstrieren die Sprach-Schreck-Momente von ANN COTTEN : Das minimalistisch- metaphysische Spiel auf der “parkbank” nimmt den Dreh zwischen Schmerz und Scherz .

radio brunZum Making of siehe fest wochen , werk wärts und radius radio . ||| Zum Sofort- , Vor- und Nachhören ||| Anja Utler : “suchrufen, taub” (11:43) > play stream [ Text + Stimme : Anja Utler , Ton : Anna Kuncio ] ||| Ann Cotten : “parkbank” (16:00) > play stream [ Text + Stimme : Ann Cotten , Ton: Martin Leitner ] |||

Stay tuned - switch to the German netradio Netz Klang , das sich seinerseits aus freien Produktionen der netlabels united peist . Die Bravo czz hörempfehlung Bravado mixes @ Tobi Tobsucht pushen wir sofort on the blogroll . go for the issue 24/07 ::: Die Playlist beschert uns manche c/o in|ad|ae|qu|at Genannte wie taron trekka - oktober (intoxik 026) oder intelec - antártida (miga 019) . Sogar die prononcierten Lieblinge à la broque ( phonout - woza (broque 033) hallen im Netz Klang wieder . - - - Thanks to Christian K. für das CARE- Paket mit frischem wie gut abgelegenem oderaufbrot , wir zitieren aus den “gesammelten werken” , oderaufbrot # 39: “Warum willst du Regenmusik hören, wenn es doch endlich Frühstück geworden ist ? ” - “Bei uns im Ort gibt es 5 katholische Tabellen . ” - Gruss an das Exelhemd . Jetzt aber zum Anregen des Appetits die jüngste Netz Klang- playlist : markojux - babelfiche - eric brandy remix (pinksilver 007b) - strumplästen - laban (mmmph 019) - taron trekka - oktober (intoxik 026) - u. v. a. m. So much for the show . Dig in . Enjoy . |||

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Fragen eines lesenden Arbeiters



Update , 15. 6. ad taz- Relaunch : - Det war nüscht meint onlinejournalist Thomas Mrazek mit Verweis auf die weitenteils unheiteren Lesermeinungen . “Atemberaubend schülerzeitungsmäßig” sieht die medienlese schwarz wie die taz , auch für Timo Heuer hat es sich ausgetazt . Zweite Etage referiert neutral , fapeg dankt dem Design- Himmel für die Erhaltung der alten Permalinks , ihm ( uns uns ) fehlen allerdings praktikable RSS- Feeds . ( Zu ) Viel Werbung ( ausgerechnet ? ) in der Links- Postille findet metablocker . Ruhig aber “arg altbacken” toastet Zweitens . Vielleicht ist die Sache ja seit dem Vorabdruck des gestrigen Editorials im DWDL vom 29. 5. unter den Klimabedingungen von Sommerloch und Hitzeschock einfach von selbst ausgetrocknet ?

Fragen eines lesenden Arbeiters

… stellen sich allzumal beim feuilleter der Feuilletons . Am Steinbruch des Buchstaben bzw. im Weinberg der Wahrheit wirft sich Frage über Frage über den belesenen Weg -

czz presseschau presse amtsgericht stade ? Warum Alan Posener nach Allerlei Verzichtlichem über die Neue Paul McCartney oder Karibikpiraten sich erst am heutigen Tage der Begegnung bzw. den Gesprächen mit Richard Rorty erinnern mag ( ein gemeinsames Übersetzungsprojekt , wohl 1987 ) ? Und warum “für mich als gewendeten Marxisten” einer derartige rhetorische Drehbewegung nötig ist , sich als Parasit der Philossophiegeschichte zu profilieren ? Bitte stillhalten und goutieren ! QUOTE ::: Dass unsere kurze gemeinsame Arbeit 20 Jahre zurückliegt, hat mich schockiert. Er hatte mich zum Schluss eingeladen, ihn in Virginia zu besuchen, wo er mich durch Thomas Jeffersons Monticello führen wollte. Ich hatte mir immer gesagt, das machst du mal. Nun wird nichts daraus. UNQUOTE .

czz presseschau presse amtsgericht stade ? Fragen über Fragen gibt auch die FAZ dem arbeitsam Lesenden auf , wenn sie - im gestrigen , staatstragend mit römisch Ziffern I bis X versehenen Grossessay von Thomas Wagner die Neuwörter der diesjährigen Documenta ebenso kritiklos übernimmt wie in der heutigen Enthüllung der teilnehmenden Künstler , pardon , der deutschsprachigen künstlerischen Teilnehmer ::: Harun Farocki - D , Peter Friedl - Ö , Andrea Geyer - D / USA , Olga Neuwirth - Ö , Florian Pumhösl - Ö , Gerwald Rockenschaub - Ö / D . - Valie Export ( die nach eigener Angabe ja auf der d12 vertreten ist ) scheint in dieser Liste indes nicht auf .

czz presseschau presse amtsgericht stade ? Ein wenig Konfusion herrscht über eine Imperfekt- Stelle im heute - Donnerstag - publizierten Artikel : “Erstmals gab es am Donnerstag den 415 Seiten starken Katalog zu kaufen.” - Wir glauben … lieben … hoffen gerne , dass die FAZ mit ihrem grossen Horizont das Heute als “schon gegessen” erachten mag .

? Fragen der historischen Anbindung geben die Neusprech- Wendungen - - - “Schicksal” bzw. “Migration der Form” der publizierenden Öffentlichkeit offensichtlich nicht zu denken . In interessanter Ahistorizität scheinen die Archäologien des Wissens mit und nach Foucault vergessen . Sind die schönen Feuilleton- Möbel , tz tz tz , also frisch tapeziertes Treib- und Diebsgut ?

czz presseschau presse amtsgericht stadeHier das dazugehörige Zitat aus Thomas Wagners FAZ- Prachtfregatte Angriff auf die Zeit . QUOTE ::: Die Frage, ob die Moderne unsere Antike sei, ist keineswegs akademisch. Sie betrifft das Fundament unserer Gegenwart und ist ein Angriff auf die Zeit. Was bedeutet „Gegenwart“ unter den Konditionen einer globalen Ökonomie? Wo lassen sich Gemeinsamkeiten der Kulturen ausmachen? Was kann die Kunst dazu beitragen? Tatsache ist: wir blicken heute anders auf uns selbst und die Welt als in jener Zeit, die wir gewöhnlich als die Moderne bezeichnen. Betrachten wir unsere Gegenwart gar mit den Augen von Archäologen, so erscheint, was vertraut und sicher schien, plötzlich fremd. Menschen, Dinge, Ereignisse, alles wird mit einem Mal wahrgenommen, als ob es aus der Vergangenheit stamme und wir es nun zum ersten Mal sähen. So, als hätte sich im Herzen unserer Gegenwart eine Zone gebildet, die angefüllt ist mit Unerledigtem – mit lauter Dingen, von denen wir nicht mehr wissen, wohin sie gehören und was sie bedeuten. UNQUOTE

Alle Künstler mag man auf der Site der Documenta selbst betrachten sowie das den ungefilterten Quelltext die Documenta- Poetik , ganz ohne jegliche Filterung durch news- viewspapers ( Tony Blair ) . Time for some mute musings .

czz presseschau presse amtsgericht stade ? Wie viele Fragen aber wird der taz- Relaunch in die lesende Welt geworfen haben ? Dass die Kategorie “Leben” nun die ehemalige “Kultur” + “tazzwei” ersetzt ? - -Mit dem Relaunch , so Matthias Urbach im Editorial ,haben wir taz.de zugleich beschleunigt und entschleunigt. QUOTE ::: Die Artikel der Autorinnen und Autoren der tageszeitung werden nun in der Regel schon online gestellt, sobald sie geschrieben sind - und nicht wie bislang erst spät abends, wenn die Zeitung in den Druck geht. ( … ) Aber Schnelligkeit ist kein Wert an sich: Gerade bei den großen Fragen unserer Zeit gilt es, sich nicht von der ständig wechselnden Nachrichtenlage verwirren zu lassen. Wir bilden die zentralen Debatten der vergangene Monate in der taz ab: Dafür haben wir ein neues Ressort Große Fragen eingerichtet. Aber auch so nützliche Texte wie Filmkritiken, Buchbesprechungen oder Verbrauchertipps haben wir in unseren entschleunigten” Ressorts Konsum, Film, Musik, Buch und Künste über längere Zeit für Sie zusammengestellt. UNQUOTE .

czz presseschau presse amtsgericht stade Habt also Acht auf ein “entschleunigtes” Feuilleton- Leben ::: In der Tat bleibt also während des jeweils langen Ladevorgangs hinreichend Zeit für ein Vaterunser , ein Mantra oder einen Waschvorgang . Dass ist , werter Peter Turi , in Tat , Wahrheit und “gut Pfad !” Jeden Tag eine gute Taz . Berlin wird die Restwelt zu derem Besten every day daran gemahnen .

Nun aber ::: Time to Groove, Dudes . Digital Jockey L’embrouille aus Brest ( F) betreibt nicht nur sein eigenes Melenick Session- DJ- Set- Netlabel , czz hörempfehlungbespielt Mittwochs das Livesets.com- Netzradio , sondern schüttelt für Mixotic jetzt auch noch eine Acid Session im besten Sinne aus dem Ärmel . Endlich mal einer , beim dem drin ist , was drauf steht , genau 80 Minuten ( minus Einer Schicklichen Sekunde ) lang . “25 toxic pearls” ?! - Right on ! Sie werden nicht vor die - jetzt fröhlichen ! - Säue geworfen sein .

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Arsenferratin - objet trouvé



Da der Blogorrhoe ein gewisser Hang zur Logorrhoe nicht abzusprechen ist , sei dem mit via Implantierung von Fundsachen aller Art entgegengewirkt .Heute ein Werbezettel ARSENFERRATIN , welcher mir bei der systematischen Durchsicht der PSYCHIATRISCH-NEUROLOGISCHEN WOCHENSCHRIFT der Jahre 1899 bis 1939 in die Hände fiel . So wüst und an allerlei Criminal erinnernd der Name klingt , so praktikalbel dürfte das Präparat als Aufbaumittel und zur Nervenstärkung gewsen sein . Immerhin war es mit dem berühmten SALVARSAN auch eine Arsenverbindung , mit welcher die - heute in Osteuropa wieder im Ansteigen begriffene - Syphilis erstmal wirksam zu behandeln , wenn nicht gar zu heilen war . Paradoxerweise ( - ist’s Ironie , ist’s Homöopathie ) reiht der Sexualforschungs-Pionier Magnus Hirschfeld das Arsen unter die Aphrodisiaka ein .

Doch zurück zu unserem Fundstück , dessen Werbetext wie folgt lautet . QUOTE ::: Arsenferratin süss ermöglicht die bequemste und erfolgreichste Durchführung einer Arsen-Eisenbehandlung bei den in Betracht kommenden Indikationen, wie Neurasthenie, Hysterie, Epilepsie, Chorea und anderen Nervenkrankheit, Blutarmut, Bleichsucht, hartnäckigen Hautkrankheiten, Rekonvaleszenz nach überstandenen Infektionskrankheiten, Unterernährung usw. UNQUOTE -

arsenferratin

Dass Robert Koch das Zeug - nebst weitaus Bedenklicherem - nach weiland Deutsch-Ostafrika und Britisch-Uganda mitnahm , um die afrikanische Schlafkrankheit ( Trypanosomiasis ) und mögliche Heilmittel am menschlichen Kolonialmaterial zu untersuchen steht auf einem anderen Blatt . So weit kann einen ein Objet trouvé führen !

In der per Netz fassbaren Literatur finden sich sont nur karge Hinweise auf das Präparat . Neben einem Erfahrungsbericht des Frankfurter Nervenarztes Dr. L. Laquer (in : Die Therapie der Gegenwart, 1905 ) stossen wir auf die Ausgabe des “Journal of Molecular Medicine” vom 1. Mai 1922 . Was wiederum zum heutigen Datum passt . Obacht jetzt auf den - im Original deutschsprachigen - Titel ::: “Neue Spezialitäten (einschl. Nährpräparate und Geheimmittel)” .

Also auch für Blogger eine interessante Anwendung : Remedium gegen die Web 2.0-Hysterie sowie gegen machen Nervenzusammenbruch am PC , wäre in seiner Eigenschaft als Kräftigungsmittel freilich gleichzeitig dazu angetan , umso energetischer in die Tasten zu hacken und die arme Welt mit weiteren Absonderungen zu belästigen .

Die Musikempfehlung zum 1. Mai erhellt Arbeitslust und-Geist qua Strom czz hörempfehlungvon schlanken Electronica ::: SYSTRUM SISTRUM mit vorwiegend deutsch-italienischen Basen und Netlabel-Quellen . Bereits beim Öffnen des minimalistisch gestalteten Interface kömmt höchste Freude auf ::: Duett des jüngst für sein Xerrox hochgelobten Alva Noto mit Ryuichi Sakamoto . Letzterer goes without any comment . Lasset deren Strukturen inspirativ in eure Hirne sintern . Dann braucht’s kein Arsenferratin .

P.s. Auf den Begriff der Blogorrhoe mag sich inadäquat so lange ein Copyright zugute halten , als nicht die mindest tausendfache Parallel-er-Findung ruchbar wird . Von wegen Creative Commons !

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FE / MALE



pictro man woman benefactum , maledictu oder umgekehrt ::: Im Tristram Shandy stehen beide Geschlechter sozusagen abwechselnd auf der Schippe , und das einigermassen prä-freudianisch . Das beginnt bekanntlich in der Stunde der Zeugung des ich-Erzählers Tristram , welche durch die versehentliche Zeitverschiebug des väterlichen Sonntagsrituals hervorgerufen . Als Beispiel für die unique Pünktlichkeit des Vaters führt der Erzähler die legendäre Uhren-Episode an, Quote ( übersetzt von Michael Walter ) ::::

“Um nur ein Pröbchen seiner ungemeinen Pünktlichkeit zu geben , deren Sklave er in Wahrheit war , - so hatte er’s sich sich seit vielen Lebensjahren zur Regel gemacht, - am ersten Sonntagabend eines jeden Monats im Jahr, - so gewiss wie dieser Sonntagabend kam, - mit eigener Hand eine grosse Hausuhr aufzuziehen, die wir auf dem oberen Absatz der Hinterstiege stehen hatten: - Und da er zu der Zeit, von der ich gesprochen habe, von den Fünfzig auf die Sechzig zusteuerte, - hatte er gewisse andere Familienobliegenheiten gleichfalls auf diesen Termin geschoben, um sie, wie er meinem Onkel Toby oft zu sagen pflog, alle auf einen Streich vom Hals zu haben und den Rest des Monats über nicht weiter damit geplagt und geplackt zu sein.” UNQUOTE. - - -

Original siehe - wie gestern - im Anhang . - Weitere Schlüpfrigkeiten gruppieren sich zuhauf um den biderben Veteranen Onkle Toby, seinen - nicht ohne erotische Konnotationen ins Werk gesetzten - Kriegsspielen , der nie näher explizierten Kriegsverletzung an der Schamleiste sowie seine tiefe Unschuld hinsichtlich, was “das gute” und was “das schlechte Ende einer Frau” sei . Von des Vaters Nasenforschung wollen wir hier schweigen , Meister Gogol & Professor Freud erledigen das schon selbst .

Immerhin fühlt sich der Vater wiederholt bemüssigt, seinen Bruder Toby in die fundamentalen facts of life einzuweihen, was - infolge unzähliger Digressionen, Abschweifungen und -lenkungen - de facto selbstredend nie gelingt ::: “Mich dünkte, erweiderte mein Vater, du solltest zuminfest dich das richtige Ende einer Frau vom falschen unterscheiden können.” - (Bd. II, Kap. VII.) - “Methinks, brother, replied my father, you might, at least, know so much as the right end of a woman from the wrong.”

picto-girl

Da inadäquat angesichts der gelegentlichen Lexik-Exotismen der deutschen Übertragung ohnehin auf Bobo Mrozeks Lexikon der bedrohten Wörter hinweisen wollte , springt uns der Autor heute höchstselbst mit einer entsprechenden SPIEGEL-Glosse entgegen : zu unserer kleinen Abhandlung über Mannsbilder sowie die richtigen und falschen weiblichen Interfaces gesellt sich der “bedrohte” - lediglich durch Götz Georges Bildschirmauferstehung - neu belebte Begriff des MACHO hinzu . Der Vorspann lässt gleich die ganze Phalanx neuerer Männerwörter aufmarschieren ::: “Frauenversteher, Warmduscher, Abspüler, Leihvater: Die Wirklichkeit des deutschen Mannes kennt viele Wörter. Was ist nur aus dem Macho geworden? Bodo Mrozek geht auf die Suche nach dem Wort wahrer Männlichkeit” . - Dig in ! -

picto-boy

Wo das Wort verloren geht , droht womöglich auch der Untergang der bezeichneten Sache , wie etwa Claus Peymann im FR-Interview freimütig eingesteht , dass seinem Theater (= dem BE) die “großen älteren Männerspieler” fehlen : Das sei “ein Riesenproblem” und “eine unserer Schwachstellen” . Zur Erinnerung an die bedrohte Spezies führt die SZ unter dem Titel DAS SIND MÄNNER eine zehnteilige Bildstrecke ins Treffen . Wenn MANN schon nicht - so wie die Abkonterfeiten - sein Ross satteln und einsam gen Westen reisen kann , bleibt immerhin noch das SL als Alternative mit absoluter Safer-Sex-Garantie , QUOTE ::: “Was für ein Glück also ,” notiert Ritchie Pettauer über Rotlicht in Second Life , “dass sich die Lust an der medialen Auslagerung der Sexualität, ihre Delegation an steril-geruchlose Sex-Telefonate, Pornofilme und Chats wie ein roter Impetus durch die Mediengeschichte zieht. In der Tat waren Pornoseiten die ersten Genre-Portale, die ausgiebig Gebrauch von Streaming Video und Audio machten. Und so locken die beiden zugkräftigsten Meta-Erzählungen immer mehr User ins virtuelle Zuhause: zügellose Schweinigeleien mit Gleichgesinnten im Schutz technisch zweifelhafter Anonymität und die Versprechung virtuellen Reichtums reichen durchwegs aus, um täglich Hunderte zur Installation der Clientsoftware zu motivieren.” UNQUOTE - - - Mehr ins richtige Leben führen die vielen bunten Männerbücher heran , welche die Zeitschrift LITERATUREN in einem aufdatierten Roundabout des Geschlechterkampfes vorstellt . Metrosexuelle, Dandies, Hausmann , bitte nicht kirre machen lassen , empfiehlt Jan Engelmann , QUOTE ::: “Von diesem immergleichen Drehmoment der Geschlechterdebatte – Frauen analysieren Männer, Männer tun derweil lustigere Dinge – einmal wegzukommen, hat sich die Anleitung zum Männlichsein der Brüder Andreas und Stephan Lebert zum Ziel gesetzt. Auch sie stellen einen Identitätsverlust fest. Allerdings möchten sie die Konsequenzen lieber untereinander verhandeln, ohne anbiedernden Rekurs auf eine Frauenstimme. Und siehe da: dieser inszenierte Ausschluss führt zumindest dazu, dass einmal Klartext gesprochen wird. Ein gewisser Männerguppen-Effekt tritt ein, nur ohne Batik-Tücher und verdruckste Ein-Stück-weit-Rhetorik.” UNQUOTE - - - Die “Ein-Stück-weit-Rhetorik” gehört prämiert , 1 Wortprägung hier als Preisstier.

picto handwash grossWas uns in der Blogosphäre mitunter bei Anonymae + Anonymi unter den Autoren interessiert , wäre deren echtes geschlechterdings (G. Rühm) . Janet D. Stemwedel bietet ein Tool zu solchem Doktorspiel an : Do I blog like a girl ? - Lass’ (d)einen Text durch den Algorithmus laufen, und ich sage Dir , wer Du bist . Nice call - - - aber leider nur zu anglo-amerikanischer Anwendung .

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lautsprecher und ohr>>> zu hören :::