Tag Archive for 'netzpolitik'

ARD- ON : Wedelt , ihr Wachhunde !



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WEHRET DEN WUCHERUNGEN

copyright_inadaequat_pikto_internetIn schönster komplementärmedizinischer Ganzheitlichkeit sprach Frau Mediendoktorin Merkel ein Machtwort und trat eventuell malignen Online - Wucherungen der öffentlich- rechtlichen Anstalten beherzt entgegen . Da passte gut , dass die KEF ( die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten ) kam , sah , und diagnostizierte , dass ARD , ZDF und Deutschlandradio ihre Selbstbindungserklärungen zur Begrenzung der Ausgaben im Online- Bereich auf 0,75 Prozent des Etats nicht einhalten . |||

MELDUNG UND MEINUNG

copyright_inadaequat_pikto_internetWas die FR - einen Bericht des Branchendienstes Funkkorrespondenz referierend - am 17. 11. meldete , findet in den - anzunehmend rein neutral ohne jedes Eigeninteresse am Online- Werbekuchen berichtenden - Medienverlagen nun nachgerade barocken Widerhall . FAZ- NET springt am 21. 11. zur Untermauerung der am vorangegenagenen Freitag prominent aufgemachten Jubelmeldung auf . Dass “Meinung” hier nicht mehr von “Meldung” getrennt ist , erweist die suggestive Phrasierung “sich aus der Sache herauswinden” , die der Zusammenfassung eines Gesprächs mit ARD- Chef Fritz Raff vorangestellt wird . FAZ NET - ohne Autorenennung - deckt schonungslos auf ! |||

LOOK BACK

copyright_inadaequat_pikto_internetAuch heise ( ! ) und Die Welt schnappen den bereit liegenden Knochen erst am Mittwoch , den 21. 11. auf , bleibt in der Sprachgebung indes nachgerade keusch zurückhaltend : “Laut Berichten sollen ARD, ZDF und Deutschlandradio zuviel Geld für ihre Online-Aktivitäten ausgegeben haben” . In beiden Fällen beruft man sich auf DIE ZEIT , die in der Berichterstattung über die ( Selbst- ) Alimentierung der ARD- Anstalten eine stattliche Agenda aufzuweisen hat . |||

KUCK SELBER

copyright_inadaequat_pikto_internetKlar , es ist Winter und die Immunabwehr vieler Medienkonsumenten ist geschwächt . Da fängt man sich schnell einen dieser Meinungsmacher- Viren ein . Ist ja hübsch , sich in kalten Tagen ein wenig zu erhitzen .

Wie wäre es aber , man sähe sich mal selber an , was die derart inkriminierten öffentlich- rechtlichen Sender online zu bieten haben : Hier ist das Audio- und Videoportal aka ARD Mediathek zum Selber- Sehen .

in|ad|ae|qu|at steht - nota bene - jeder Apologie der Selbstherrlichkeit der öffentlich rechtlichen Anstalten fern . Aber wäre mit der online- Abbildung der per definitionem FLÜCHTIGEN flüchtigen Audio- und TV- Inhalte nicht auch deren BESSERE ÜBERPRÜFBARKEIT durch den Medien- Konsumenten gegeben ? - Im Netz hinterlassen Fehler dokumentierbare Spuren , wo sie ON AIR schnell verwehen . |||

WATCH- DOGS , WEDELT DOCH !

copyright_inadaequat_pikto_internetVielleicht erinnert sich Manch Einer ja noch an ddie Idee des Internet als Medium einer aktiven Demokratie . Dazu zählt auch die Kontrolle , Dokumentation und Diskussion dessen , was als “Meldung” , “Bericht und “Nachricht” so ausgegeben wird .

Medien- Wachhunde sollten die online prachtvoll daliegende Beute doch eigentlich aus vollstem Herzen begrüssen ? |||

KLANGAPPARAT

Nachgerade sentimental könnte man werden , wenn Release Numero 36 des russischen Netlabels electrosound anhebt : Keyboarder / Elektroakustiker moroza_knozova ( aka ) georgiy stefanov ist nicht nur bewährter Hausfreund dieses Labels , sondern bespielt auch die - hier czz hörempfehlungbereits ausgiebig ausgestellte - Agenda des noblen japanischen bumpfoot . In seinem Sound ist dieser bekennde Autechre- und Aphex- Twin- Adept seinen Vorbildern auf stupende Weise treu , ohne es an widerborstigen Eigenarten vermissen zu lassen . Wie oben schon argumentiert : Zurückblicken , um nach Vorne auszuschreiten ! - CLICK STREAM TO LISTEN : 01. fish [4:59] | 02. fila [6:24] | 03. smplhrmns [4:24] | 04. lightnight [4:51] | 05. smplhrmns (framewatcher remix) [7:08] | 06. Vragi (moroza_knozova remix for 2H Company) [4:51] |||

LINKS

IN GUTER VERFASSUNG ? | Wenn - Dann



||| GUTER VERFASSUNG ? | WENN ( 1 ) | WENN ( 2 ) | WENN ( 3 ) |WENN ( 4 ) |WENN ( 5 ) | WENN ( 6 ) |WENN ( 7 ) | WENN ( 8 ) | DANN ( 1 ) | WENN ( 9 ) | DANN ( 2 ) | LINKS : VERFASSUNGSKLAGE | “GRUNDRECHT AUF INFORMATIONSFREIHEIT” | MERKEL GRENZT | FAZ- KAMPAGNEN | ÖR RUNDFUNKSTAATSVERTRAG | WIE IMMER : PRINT VS BLOG |||

GUTER VERFASSUNG ?

Ob wir in guter Verfassung sind ? - Danke der Nachfrage . Man hat da so seine Zweifel . - Während ( bislang ) 13.000 deutsche Bürger vor dem Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz zur Vorrats - Verrats- Daten- Speicherung einkommen , fordert die stimm freudige SPD nun plötzlich volltönend die verfassungsmässige Festschreibung des Grundrechts auf Information. |||

picto TV pubWENN ( 1 )

Wenn die Öffentlich- rechtlichen Sender sich nur daran halten wollten , die Grundversorgung der Bevölkerung mit Informationen zu garantieren . Dann wird das grundsätzlich akzeptiert . Sollen halt Qualität machen , die dort , und Quote obendrein . So lange sie freilich hübsch fein aus dem Radioapparat schallen oder den neu angeschafften Flatscreen bespielen . Wie kakophonisch erhoben sich Zeter und Mordio , als die ÖR ankündigten , ihre Programme ( “Angebote” ) fortan ins Netz auszuweiten . Sämtliche Blätter rauschten Sturm : Der vom Steuern- und Gebührenzahler ( überteuert ) alimentierte “Staatsfunk” könnte doch den Knabenmorgen der Zeitungszukunft im Netz verderben . |||

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Wenn man angesichts der weit verbreiteten politischen Interventionitis auch allzu leicht vergisst , dass die ÖR- Medienanstalten kein “Staatsfunk” sind , möchte man sich doch noch einmal kurz zurück an jene Zeit erinnern , da “Radio” synonym mit “Volksempfänger” war . - Wird man nun , da die Bundeskanzlerin höchstselbst ARD und ZDF in ihre ( Online- ) Schranken verwies , wieder vom “Staatsfunk” zu reden haben ? |||

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Wenn dieser Reglementierung statt gegeben wird , wird einmal wieder jener Kampagnenjournalismus gesiegt haben , den speziell die FAZ seit Monaten betreibt . Getarnt zunächst unter der “bürgernahen” Agenda , die unzarten Methoden der GEZ- Eintreiber aufzuzeigen , polemisiert das Blatt seither in stetig steigender Frequenz gegen die Online- Pläne der Sender . Den Vogel schoss freilich Michael Hanfeld am Freitag voriger Woche ab , als seine Vermeldung des Merkel’schen Machtworts - in blauem Kasten - den triumphierenden FAZ NET- Aufmacher gab . Eben noch rechtzeitig , den Update des Online- Designs ( sprich : “Relaunch” ) des Blattes vorzubereiten . |||

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Wenn bei den Online- Offerten der ÖR- Anstalten die rechte Hand oft nicht weiss , was die linke unterlässt , liegt dies - wie wird anhand ORF- ON mehrmals dokumentierten - an einer eigentümlich eingeschränkten Kommunikationskompetenz im Internen . Auch gilt die Arroganz dieser Elefanten als legendär . Hier gäbe es dezidiert Kritik- und Handlungsbedarf . Nicht minder liegt hinsichtlich der Verseuchung von Form und Content mit Werbung liegt Etliches im Argen . Wer aber , liebes Print mit deinen “Redaktionellen Beilagen” , deinem versteckten und offenen PAID CONNTENT , werfe da den ersten Stein ? |||

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Wenn als gesichtert und common sense gilt , dass die Zukunft journalistischer Printprodukte im Bi- , Tri- bis x- Medialen liegt ( Print , Audio , Video , *Bildstrecken* ) : Wer würde mit Gewissheit sagen , dass Netzangebote öffentlich- rechtlicher Medien notwendig den Print- Konkurrenten das Wasser abgraben ? - Oder geht es im Grunde doch nur um das Eine : Den Online- Werbemarkt ? - In der Tat : Der Netspace ist ( fast ) unbegrenzt , das Reservoir der Werbebudgets um so limitierter . Zitat : “Bedroht sind auch die Portale der Tageszeitungen.” ( SZ ) |||

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Wenn man mir das Recht auf Information schon unbedingt zu Füssen meiner Staats- Bürgerschaft legen will - Right On : Dann wären Nichtbesitz eines TV- Geräts oder ein empfangsschwacher Radioapparat kein Hindernis mehr , an öffentlich- rechtliche Informationen ( für welche ich indirekt und direkt ja doch bezahle ) zu gelangen . |||

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Wenn es so ist , dass Kontrolle der Inhalte und Formatierungen öffentlich- rechtlichen Medien bei den demokratischen Instanzen des “mündigen Bürgers” ( in Bürgerjournalismus , Leserbriefen , Blogs ) liegt , bei eigens eingerichteten Kontrollorganen und nicht zuletzt bei der “freien” Presse : Wer kontrolliert und korrigiert dann : Jene Presse , die als “Erkenntnis” ausgibt , was de facto Eigeninteresse ist . Wer kontrolliert und korrigiert dann : Den Kampagnenjournalismus ? |||

picto TV pubWENN ( 8 ) | DANN ( 1 )

Wenn dem so ist : DANN haben wir Blogger auch keine Chance . Teils , weil deren Gutteil selber hinter den Werbebatzen her ist und sich auch dem Feuilleton als schmiegsam erweist : “Düpiere keinen potentiellen Abnehmer deines Mediendienstes” ( T 2 ) . Teils , weil es just sogenannt freie Blogger sind , die auf der Jagd nach Links und Hits die immer gleichen Meldungen reproduzieren , insoferne sie nicht überhaupt ihre “heise- oder sonstwas“- Feeds automatisch in ihre Blogzonen katapultieren : Ein bemerkenswerter Hang zur Selbstgleichschaltung . |||

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Wenn letztlich die Fronten zwischen den sogenannten Profis in den Print- Online- Redaktionen und den “User-” aka “Loser- generated Content” ( Stern ) -Generatoren auf derartig absurde Weise zementiert sind bzw. die Argumente der Blogger entweder stillschweigend übernommen oder bewusst marginalisiert werden :

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Dann rede man uns nicht von schönen Idealen der Freiheit des Ausdruckes , der Information und der Kommunikation . Makulatur produzieren können wir - wie Beispiel zeigt - selber . |||

LINKS

VERFASSUNGSKLAGE

“GRUNDRECHT AUF INFORMATIONSFREIHEIT”

MERKEL GRENZT

FAZ- KAMPAGNEN

ÖR RUNDFUNKSTAATSVERTRAG

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat das Gebot der Staatsferne und der Unabhängigkeit. Deshalb werden – bis auf die als Staatssender ebenfalls öffentlich-rechtlich organisierte Deutsche Welle – die Sender nicht durch Steuern finanziert wie bei einem echten staatlichen Rundfunk. Öffentlich-rechtliche Sender und die Landesmedienanstalten, die den privaten Rundfunk kontrollieren, finanzieren sich durch Rundfunkgebühren, die jeder Bürger, der ein Empfangsgerät bereit hält (Fernseher, Radio und neuartige Rundfunkempfangsgeräte), monatlich über die GEZ entrichten muss. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern hat Deutschland die sechsthöchsten Fernsehgebühren in Europa.

Darüber hinaus hat er zur weiteren Finanzierung die Möglichkeit, in seinen Hauptprogrammen bis 20.00 Uhr einen Anteil an Werbung auszustrahlen. Außerhalb dieser Zeit ist jedoch Sponsoring möglich. ( … ) Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat den so genannten öffentlich-rechtlichen Auftrag zu erfüllen, der in dem jeweiligen Landesrundfunkgesetz verankert ist. Danach müssen die Programme den Zuschauern umfassend und ausgewogen Information, Bildung, Kultur und Unterhaltung anbieten. Dabei sind auch bestimmte journalistische und ethische Prinzipien einzuhalten. ( 1 )

BAU : PRINT VS BLOG

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VERRATS DATEN SPEICHERUNG



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AVANT - PROPOS

Dieser Beitrag wurde am 11. 11. , 00:00 Uhr bis 06:00 vorbereitet und erstellt . 06:12 begann die Erstellung der obligatorischen Linkliste . Ein falscher Tastendruck und : Das Opucsulum ist futsch . |||

vorratsdatenspeicherung.de_RIP

RESTART

Der Deutsche Bundestag hat am 9. November - hinsichtlich der Jahrestage des Falls der Berliner Mauer sowie der so genannten “Reichsprogromnacht” ( engl. : “Kristallnacht” ! ) nicht irgendein Datum - für die Ausweitung der sogenannten Vorratsdatenspeicherung ( VDS ) gestimmt .

Gesamt : 524
Ja : 366
Nein : 156
Enthaltungen : 2 ( via netzpolitik)

So viel zur parlamentarischen Risiko- Abwägung zwischen “Terrorismusbekämpfung” und “Verrat” . Das Blog abgeordnetenwatch beleuchtet die Hintergründe , der Arbeitskreis Vorratsdatnspeicherung listet die Positionen der einzelnen Bundestagsabgeordneten auf . Interessant , direkt an die Quelle zu gehen , nämlich zum offiziellen Protokoll des Plenargeschens ( pdf ) :

124. Sitzung des Deutschen Bundestages am Freitag , den 9. November 2007 , Namentliche Abstimmung Nr. 1 zum Thema Gesetzes entwurf der Bundesregierung über den entwurf eines Gesetzes der Telekommunikationsüberwachung und anderer verdeckter Ermittlungsmassnahmen sowie zur Umsetzung der Richtlinie 2006/24/EG ; Drs. 16/5846 und 16/6979
Beginn : 14:02 , Ende : 14:05

Der Abstimmung über das Ausmass des künftigen Verrats hat also GANZE DREI MINUTEN in Anspruch genommen .

Den besten Überblick gewährt dieser Tage ( neben hoch aktiven Quellen wie netzpolitik oder heise ) der News Aggregator Rivva : Hier ist - unseren nicht bloggenden Lesern sei’s geflüstert - das Verhältnis von Einzelmeldung und Blog- Reactions am eindrücklichsten dargestellt . Besser als jede Ranking- Liste zeigt sich hier auf einen Blick die Vielfalt der Kanäle und Stimmen .

Freilich rücken ( mit zeitlicher Entfernung der unmittelbaren Meldungen ) die “Themenknoten” samt Kommentarschwärmen zusehends aus dem Blick . Also bitte nachsehen , bevor diese Namen und Nachrichten buchstäblich AUS DEN AUGEN , AUS DEM SINN geraten .

So verzichten wir auf die Rekonstruktion der etwa 56 verlorenen Meldungen und Links und setzen an diese Stelle nur die vom Arbeitskreis Vorrratsdatenspeicherung lancierte Traueranzeige .

vorratsdatenspeicherung.de_RIP

In Umwandung des berühmten Final- Satzes aus Ingeborg Bachmanns MALINA liesse sich sagen : ES WAR VERRAT . |||

Aus aktuellem Anlass : czz no music

KEIN KLANGAPPARAT |||

 TRAUERKONDUKT : LINKS

Als Trauerkondukt folgen einige aufschlussreiche Links

FINALE : DAS MOERSER MANIFEST ( click to enlarge )

ravenhorst vorratsdaten 01

Quelle : Gegen Vorratsdatenspeicherung & ausufernde Telekommunikationsüberwachung ( Ravenhorst , 9. 11. ) |||

BIT- vs. BEER- Torrent II : Nach - Spiele



Die Demo gegen Online- Durchsuchung , Bundestrojaner und Einschränkung der Bürgerrechte am Samstag in Berlin dürfte doch nicht so wonniglich verlaufen sein , wie es Veranstalter und Akteure - beseelt von der Hitze vieler Gleichgesinnter - kundtaten . Was heute in der Berliner Zeitung ( und bislang NUR dort : FAZ , SZ etc. schwiegen bei Durchsicht um 5:30 Uhr noch vernehmlich ) zu lesen stand , widerspricht diametral den am Samstag und frühen Sonntag geposteten Nachrichten der Teilnehmen .

isotype Neurath gewerke udssrDeshalb ziehe ich diese Temoinages noch einmal heran , um den Kontrast zu illustrieren .

Stand Sonntag , 23. 9., 8:00

Abends freut sich Markus Beckdahl über die “grösste Demonstration für mehr Datenschutz und Freiheit seit mehr als 20 Jahren statt” und schätzt die Zahl der Teilnehmenden auf 15.000 Menschen + ( zum Vergleich 2006 : 200 ) . Gehirnstürm weist auf die Youtube- Fassung des abendlichen TV- Fensehberichts hin , Spreeblick serviert Stand- und Bewegtbilder , sunny5 fand die “Stimmung ( … ) leicht und fluffig aber angemessen ernst und die Polizei nahm später bei der Abschlusskundgebung sogar aus Hitzegründen ihre Helme ab. Während der Demonstration habe ich tatsächlich keinen einzigen Polizisten gesehen.”

Allenthalben konnten die Teilnehmer von einer gut durchmischten Crowd aus Nerds und Familien , Punks und Bürgerrechtlern berichten ( hauptsadtblog , Legatus ) , beriefen sich dabei aber allesamt auf den Bodycount der Veranstalter von 15.000 Teilnehmern . Heise weist auf die ( wie üblich deutlich geringere ) Zählung seitens der Behörden hin , welche sich allerdings als einigermassen flexibel erwiesen :

Die Polizei schätzte die Zahl der Mitlaufenden bei dem Demonstrationszug, der sich bei strahlendem Sonnenschein rund einen Kilometer lang erstreckte, anfangs auf etwa 8.000 Personen, korrigierte die Angabe aber später ebenfalls deutlich nach oben.

Stand Montag , 24. 9., 8:00

Ein diametral anderes Szenario vermittelt dahingegen der heute im Berlin- Ressort der BZ veröffentlichte Artikel Reizgaseinsatz bei Demonstration beschäftigt Parlament:

Der Polizeieinsatz während der Großdemonstration gegen zunehmende elektronische Überwachung durch den Staat am Sonnabend in Mitte wird heute Thema im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses sein. “Wir werden das Vorgehen der Polizei zur Sprache bringen. Der Innensenator muss erklären, was vorgefallen ist und wie es dazu kam”, sagte gestern die innenpolitische Sprecherin der Linkspartei im Abgeordnetenhaus, Marion Seelig.

( …)

Zu Beginn des Aufzugs, der vom Brandenburger Tor über die Straße Unter den Linden zurück zum Pariser Platz führen sollte, war es zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und 400 Teilnehmern gekommen. Sie wollten sich den Kontrollen widersetzen, so ein Polizeisprecher. Dabei wurden Stühle und Tische am Hotel Adlon beschädigt.

Nach Informationen des Veranstalters wurden 32 Teilnehmer verletzt. Die Polizei sprach von 13 verletzten Beamten. Nach Polizeiangaben seien zehn Teilnehmer festgenommen worden. Ihnen werde Landfriedensbruch und Verstöße gegen das Versammlungsgesetz vorgeworfen, so gestern die Behörde. Zusammen mit den Veranstaltern konnte die Polizei die Lage am Adlon beruhigen. Sie eskalierte noch einmal an der Neuen Wache, als Polizisten Teilnehmer aufforderten, einzelne Transparente einzurollen, weil diese nicht den Demonstrationsauflagen von zulässigen 1,50 Metern entsprächen. An der Friedrichstrasse endete der Aufzug gegen 21 Uhr vorzeitig. (BLZ)

isotype Neurath gewerke udssr

Sollte es sich bei diesen Scharmützeln tatsächlich um jenen ( rechts-? ) radikalen Schwarzen Block gehandelt haben , welcher durch einige Zeugenberichte ( Marcel’s Meinung , Commonspage ) geistert ? Welches Interesse hat die Linkspartei an einer Skandalierung des Vorfalls ?

Auch das ZDF zieht ( via Malte ) schwarze Wolken über den Plan , die Aufzählung diverser Parteienvertreter unter den Demonstrierenden könnte die Demarchen von Linkspartei eventuell erklären . Nun aber : Linke sollen ja auch partizipiert haben . Und der Count hinsichtlich Arrestierungen und blessierten Polizeibeamten weicht beträchtlich von demjenigen der BZ ab .

Unfriedlich ist ein Protestumzug am Samstag in Berlin gegen eine Verschärfung von Sicherheitsgesetzen zu Ende gegangen. Acht Festnahmen wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und ein verletzter Polizist waren die vorläufige Bilanz der Ordnungshüter. Die Veranstalter, die der Polizei Übergriffe vorwarfen, brachen die am Brandenburger Tor gestartete Demonstration auf Höhe der Friedrichstrasse ab.
Der Demonstrationszug, der von 50 unterschiedlichen Gruppen unterstützt wurde, stand unter dem Motto “Freiheit statt Angst: Stoppt den Überwachungswahn”. Nach unterschiedlichen Angaben nahmen zwischen 2.000 und 8.000 Menschen teil, darunter auch Vertreter des Grünen-Bundesvorstands, der Berliner FDP-Fraktion und der Berliner Linken.

Auf den Bodycount von maximal 8.000 dürfte man sich - siehe auch Tagespiegel - mittlerweile offiziellerseits geeinigt haben . Jeder unter Uns Zeitgenossen , der je an einer Demonstration teilnahm , nennt und kennt die geläufige Halbierungs- Arithmetik . Da der Tagesspiegel als Quelle die dpa angibt , fühlen wir uns einmal wieder an die unseligen dpa- Unfälle anlässlich der G8- Ereignisse erinnert . - Remember ? Wie “der Krieg in die Kundgebungen hingetragen” wurde ( Niggemeier : Chonologie III ) . In diesem Sinne stellt Farliblog - Stichwort “Stern” - die Zuverlässigkeits- Frage , Mein Parteibuch listet Falschmeldungen ( ZDF , Stern ) .

Die Veranstalter geben sich indes ( noch ? ) ungerührt und beharren auf “ihren 15.000″ . Auf Netzpolitik herrscht derweil Schweigen . Interessant : Das Startup- Wochenende zu HH generiert - blickt man durch die Communities und Linksammlungen - mehr Meldungen als die Demonstration . Der Befund zeigt sich selbst . Ganz freiwillig . |||

||| [ Illustration : Isotype , Otto Neurath ] |||

Links :

BIT- vs. BEER- Torrent | Berlin vs. Munich



Oder : LAUFEN , SAUFEN , VERKAUFEN . Die Gleichzeitigkeit weitwirkender Ereignisse stand am gestrigen Tage in einer geradezu zeichenhaften Konstellation .

  • In Berlin der Bit- und People- Torrent auf der Demonstration Freiheit statt Angst | Gegen Vorratsdatenspeicherung .
  • Im südlichen München der Beer- Torrent des Oktoberfestes .

picto isotype otto neurath

Wer wollte der strukturalistischen Versuchung entsagen und die Bürgerfreiheits- Demo nicht in der Relation des Gegensatzes sehen zu dem tobenden Torrent des Oktoberfestes und den dort tobenden Bürgern ? -

  • München vs. Berlin
  • Stoiber vs. CC- Boyz and Girlz
  • Rausch vs. Ratio
  • Hendl vs. Festplatte , usf .

Für beide Paradigmata gilt gleicherweise : “UN- MASS FÜR UN- MASS” und “Zu welchem Preis ?” .

EIGENTUM wird Diebsgut :

  • Zu München physisch und in Berlin zumindest psycho- somatisch . Wer € 7.90.- für eine Mass zahlt und einen massvollen Sitzplatz zu ergattern strebt , wird - “Skandal ! Skandal !” ruft die FAZ - um die Reservierungs- Pflicht nicht herum kommen .
  • In Berlin geht es dahingegen just um die Registrierungs- Pflicht bisher freier Gedanken . Online- Durchsuchung frei Haus , den Bundestrojaner sollen wir gastfrei halten .

picto isotype otto neurathMit harter Währung erwirbt man zu München einige Stunden dionysischen Kontrollverlustes ; noch härter wird uns allerdings jenes Lehrgeld schmecken , welches wir mit dem Verlust der Verfügungsfreiheit über unsere Rechner bezahlen . Und der Kater wird - so viel ist mit innerer Sicherheit zu prognostizieren - sehr lange anhalten . CASUS BELLI : Von der Münchner Wies’n zu den Pflastersteinen von Berlin .

Für alle Nicht- Berliner bot Herr Exit übrigens seine Person als Stellvetreter bei der Demo an . Gratis . - Welcher Oktoberfestler würde ein solches Substitut- Service anbieten ? - Ersatz- Rausch auf eigene Gefahr und aus eigener Tasche ? -

Indes versieht Der Stern die Worshipers of Beer mit den “Elf goldenen Verhaltensregeln” des Münchener Tourismusamtes : Einigermassen preussisch wird da der Aufenthalt auf der “Wies’n” zwischen 1:30 und 6:00 untersagt , Waffen jeder Art sowie Tiere und Skateboards müssen ebenso draussen bleiben wie Kinderwagen ab 18:00 . Keine privaten Darbietungen . Notdurft in die dafür vorgesehen Einrichtungen . Basta . Wo die Warnung vor Taschendieben , Stänkerern aller Art sowie vor dem generell abgründigen Preis- Leistungs- Verhältnis fehlt , bleibt die vorgebliche Volksnähe der Volksfest- Veranstalter ohnehin aussen vor . Die SZ legt flugs einige statischische Goodies nach :

2007 : 77 Gastronomiebetriebe und 14 Großzelte , Sitzplätze (gesamt): 100.000 , Größte Festhalle ( incl. Garten ) : Hofbräu ( 10.000 Sitzplätze ) , Personal : 8.000 Festangestellte und 4.000 wechselnde Arbeitskräfte , Bierpreis : 7,30 € - 7,90 € , Toilettenanlagen : ca. 964 „Sitzplätze” , 878 Meter „Stehplätze“ , 17 behindertengerechte Toiletten .

2005 : Besucher : 6,1 Millionen , Bierausschank : 6,9 Millionen Mass , Brathendlverzehr : 494.135 Stück , Schweinshax’n : 43.492 Stück , Ochsen : 102 Stück , Stromverbrauch : 2,9 Mio Kilowatt , Erdgasverbrauch : 198.489 Kubikmeter , Wasserverbrauch : 107.641 Kubikmeter , Abfall : 720 Tonnen Restmüll , 38 Tonnen Altpapier , 243 Tonnen Speisereste / Knochen .

WIR SCHALTEN NUN UM NACH BERLIN .

picto isotype otto neurath

Markus Beckdahl hat seine Demo- Rede gleich vorab auf seine Seite netzpolitik gestellt , Kategorie : Anmerkungen , Wünsche , Kommentare . Und siehe da : Kamen auch prompt einige konstruktive Corrigenda herein . Weiterers bemerkenswert : Für einmal erhielt ein posting fast durchwegs vernünftige Kommentare sieht man von Schwundstufen wie *applaudier* einmal ab .

Interessant an dieser Rede sind - neben den demokratiepolitischen Überlegungen und Fragen von Bürgerrecht und Freiheit - der Hinweis auf die differenten Lebens- , ergo auch Wissensformen derjenigen , welche die Getzte machen einerseits . Anderseits derjenigen , welche diese Gesetze betrifft und womöglich in ihrer Handlungsfreiheit einschränken werden . Und dies sind - anders als es die Regierenden unterstellen - beileibe nicht nur Schläfer , Zellen und Superoxyd- Pantscher .

Das läuft nach den Vorstellungen des Bundesinnenministerium dann so ab, dass man wahlweise gefälschte Behördenmails mit Trojanern verschickt oder Sicherheitslücken auf den Rechnern von Verdächtigen ausnutzt. Der Bundestrojaner soll dabei so intelligent sein, dass er Tagebücher und auch andere private Sachen, also den von der Verfassung absolut geschützten Kernbereich privater Lebensgestaltung, nicht durchsucht. Jeder mit etwas mehr IT-Kenntnissen weiß: Das ist Science Fiction ! [ bzw. Pulp Fiction , czz ]

Auf so eine Idee kommen auch nur Menschen, die das Internet und Computer noch nicht so in ihr Leben integriert haben. Für uns sind die Daten auf unseren Rechnern privater und schützenswerter als die Schlafzimmer und Tagebücher unserer Eltern-Generation zusammen.

Wissen das unsere Politiker ? Innenminister Schäuble weiss mittlerweile, dass das Internet keine Telefonanlage ist. Justizministerin Zypries fragt sich vielleicht immer noch, was ein Browser ist. Wirtschaftsminister Glos lässt sich das Internet ausdrucken, weil das mit dem Handy schon so schwer ist. Wir werden von Politikern regiert, die noch nicht im Netz angekommen sind. Die mehr Angst vor dem Unbekannten haben, anstatt die Chancen und Freiheiten zu sehen. Wir brauchen mehr Medienkompetenz bei Politikern ! Und wir brauchen mehr komptetente Leute in allen Parteien. Dann gibt es vielleicht auch bessere Gesetze für den digitalen Raum.

Für uns sind das Netz und unsere Computer ein soziale Raum, in dem wir uns aufhalten. In dem wir leben, kommunizieren, uns austauschen, dem wir unsere privaten Gedanken anvertrauen: Der Staat und seine Sicherheitsbehörden haben in unserem Privatleben - nichts - zu - suchen. ( Beckdahl)

picto isotype otto neurathATEOTD : Abends freut sich Markus Beckdahl über die “grösste Demonstration für mehr Datenschutz und Freiheit seit mehr als 20 Jahren statt” und schätzt die Zahl der Teilnehmenden auf 15.000 Menschen + ( zum Vergleich 2006 : 200 ) . Gehirnstürm weist auf die Youtube- Fassung des abendlichen TV- Fensehberichts hin , Spreeblick serviert Stand- und Bewegtbilder , sunny5 fand die “Stimmung ( … ) leicht und fluffig aber angemessen ernst und die Polizei nahm später bei der Abschlusskundgebung sogar aus Hitzegründen ihre Helme ab. Während der Demonstration habe ich tatsächlich keinen einzigen Polizisten gesehen.”

Allenthalben konnten die Teilnehmer von einer gut durchmischten Crowd aus Nerds und Familien , Punks und Bürgerrechtlern berichten ( hauptsadtblog , Legatus ) , beriefen sich dabei aber allesamt auf den Bodycount der Veranstalter von 15.000 Teilnehmern . Heise weist auf die ( wie üblich deutlich geringere ) Zählung seitens der Behörden hin , welche sich allerdings als einigermassen flexibel erwiesen :

Die Polizei schätzte die Zahl der Mitlaufenden bei dem Demonstrationszug, der sich bei strahlendem Sonnenschein rund einen Kilometer lang erstreckte, anfangs auf etwa 8.000 Personen, korrigierte die Angabe aber später ebenfalls deutlich nach oben.

Endgültige Bodycounts und Kommentare ( speziell seitens der MSM ) tragen wir Montag nach : Und dies sowohl im Hinblick auf Bayern wie auf Berlin .

Als besondere Pointe ist letztlich anzumerken , dass - während die kritische und bürgerrechtlich orientierte Blog- Nation samstags über Berlins Strassen wandelte , die Blase der Business- Blogger zu gleicher Zeit beim StartupWeekend Hamburg an geschäftsträchtigen Networks wob. LAUFEN , SAUFEN , VERKAUFEN : Chac’un à son gôut !

Links Berlin Demostration :

Related :

Links Oktoberfest :

||| [ Illustration : Isotype , Otto Neurath ] |||

Allen Aufregungen ahold continuieren hier hiermit unser ( die Release- Liste rückspulendes ) Portrait- Profil des Händlers der Vier Subtil- Zeiten , Thinner / Autoplate . Sensual Physics ( aka Joerg Schuster aka czz hörempfehlungDigitalverein aka Lufth - guter Überblick bei Discogs ) gibt in Musik und Begriff wohl das absolute Antidot zu münchnerischen Bier- Paradiesen . Der in vielerlei Projekten amtierende Joerg Schuster ist als Graphiker etwa Schöpfer eines Mags “for contemporary music and art” namens Wundertunes . Was der gute Mann über seine musikalischen Apparaturen verrät , bleibt mit “ableton live, propellerhead reason, sony soundforge, steinberg wavelab” einigermassen allgemein . Etwa so , als erkläre der Graphiker , er arbeite mit Stift und Papier . Egal : The Thin Girl ( thn093 ) ist jede Angst vor Klang- Klichés fremd . Die 28 Minuten dieser EP führen im Gegenteil vor , wie dröge Billig- Presets zu heiteren Quicksteps zu verzaubern sind . Wenn also schon Lounge , padon : “Warm Hypnotic Dub Movers” , dann diesen hier . Click Link to Tracks To Listen to Stream : 01. Instable State ( 6:23 ) | 02. Out Of Sense ( 7:24 ) | 03. Garden Of Apples ( 6:50 ) | 04. Close To You ( 7:36 ) . |||