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NEUES VON FREUNDEN



||| ARS ACUSTICA - RADIOKUNST ON AIR 1 | ARS ACUSTICA - RADIOKUNST ON AIR 2 | ARS ACUSTICA - AUSSTELLUNG - HISTORISCHE UTOPIE | ARS ACUSTICA - ON STAGE - TRAUTONIUM JETZTZEIT | ART MIX - LUNCH PAKET - WORTWERFT | ARS ACUSTICA - JELINEK AUDIO - VISUELL | KLANGAPPARAT

trautonium

( illustration via david szondy )

Von allerlei Fremd- und Eigenklang geht diese Woche die Rede . Und vom radiophon vertonten Wort . Radiokunst , Sound- Art , Textperformance und mediale Übertragung , was übrigens durchaus mit aparten psychoanalytischen Valenzen zu lesen wäre … Aber - um es wieder etwas bodenständiger zu sagen - : Wofür gilt Letzteres eigentlich nicht ?

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ARS ACUSTICA | RADIOKUNST ON AIR 1

czz-neuesvonfreundenWie jeden ersten Dienstag im Monat , widmet der Sender SWR 2 eine Stunde der Dokumentation zeitgenössischer Ars Acustica : In seiner Reihe “Neue Radiokunst International” ist Andreas Hagelüken mittlerweile bei Numero 19 angelangt und präsentiert in anthologischer Manier dem Portal rAdioCUSTICA aus Prag ( ein Sendungsarchiv findet sich übrigens hier) .

In den letzten Jahrzehnten hat sich im Zeichen der “ars acustica” eine international weit verzweigte Szene entwickelt. Sie bewegt sich zwischen den traditionellen Kunstgenres und bedient sich der Formen des Hörspiels wie der akustischen Ökologie, der improvisierten und der elektroakustischen Musik. Aufführungsort ist zumeist das Radio, aber auch Klang- bzw. Lautsprecherinstallationen sind möglich, der Club, die Lounge und das Internet. Die 1988 in Florenz gegründete “ars acustica group” - dem beispielsweise auch das ORF- “Kunstradio” angehört - der europäischen Rundfunkunion ( EBU ) widmet sich dieser relativ jungen Audiokunst und tauscht untereinander Produktionen zur Ermittlung des “state of the art” aus.

Mit der Osterweiterung der EU konnte sich die Expertengruppe nach Osten hin öffnen, wo in sehr lebendigen Initiativen eine junge akustische Kunst entsteht, die sich einer Festlegung auf Pop, Unterhaltung oder Ernst zu entziehen sucht. Einen besonders produktiven Standort hat sie in Prag, wo der Redakteur Michal Rataj junge Komponisten, DJs und Laptop-Aktivisten gleichermaßen für die akustische Kunst zu interessieren weiss .

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ARS ACUSTICA | RADIOKUNST ON AIR 2

czz-neuesvonfreundenIn eigener Sache : Alle Jahre wieder rückt mit Anfang Dezember die zweite Folge der Reihe “Literatur als Radiokunst” im ORF- “Kunstradio ” heran . Wie beiläufig angedeutet , bündelt die aktuelle Sendung zwei sehr diverse Ansätze zur Reflexion der Entstehungs- und Existenzbedingungen von Literatur .

Mag das rührselige Lied der Bohème längst verklungen sein , bleibt die Existenz des Künstlers weiterhin prekär . Ebenso wirkungsvolle wie konträre Formen, dies unsentimental zur Sprache zu bringen, stellen zwei neue Arbeiten im Rahmen der Reihe “Literatur als Radiokunst” vor. Die KünstlerInnen sind aus dem in|ad|ae|qu|aten “Salon Littéraire ” wohlweislich bekannt .

Ilse Kilic und Fritz Widhalm , die seit zwei Jahrzehnten ein Lebens-, Kunst- und Verlagsprojekt ( “Das fröhliche Wohnzimmer” ) erproben , nehmen den Begriff des “Schriftstellers” beim Wort und empfehlen diesen als Stell-Objekt fürs kultivierte Interieur : “Ergänzen Sie die Einrichtung Ihrer Wohnung mit einem Schriftsteller oder einer Schriftstellerin ! ” hebt das polyphon satirische Beratungsgespräch im “Schöner Wohnen”-Stil an .

Der universal schöpferische Tiroler Forscher Bernard Kathan zieht dahingegen das messerscharfe montierte Zitat heran zur Instrumentierung des Elends der “Hungerkünstler” . In diesem Fall ist es der für seine aberwitzige “Fälle und Fallen” postum zur Kultfigur avancierte Russe Daniil Charms ( 1905-1942 ) , aus dessen Tagebüchern die Not in den verschiedensten Stimm ( ungs ) lagen spricht. ( czz )

Die Zwischenmusik- Miniaturen stammen übrigens von der universalen Gundi Feyrer … Wir kommen in|ad|ae|qu|at noch einmal darauf zurück -

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ARS ACUSTICA | AUSSTELLUNG | HISTORISCHE UTOPIE

czz-neuesvonfreundenRadio- und Soundkunst bergen in sich per definitionem ein je definitertes utopisches Potential . Wer die Utopien von gestern , oder “vergessene Zukunft” ( -smusiken ) näher in Augenschein und zu Angehör nehmen will , sollte sich ins niederösterreichische Hainburg begeben : Das dort situierte “Institut für Medienarchäologie” ( IMA ) zeigt dort nämlich bis Mitte April 2009 die in allen Kategorien staunenswerte Ausstellung “Zauberhafte Klangmaschinen” | “MAGICAL SOUND MACHINES ” .

Man könnte ganze Bücher über all diese Wunderapparate wie Akaphon ,
Ariston , Grammophon , Magneton , Mellotron , Minifon , Minimoog , Ondes Martenot , Optigan , Polyvox , Rhythmikon , Singing Arc , Superpiano , Terpsiton , Theremin , Ultraphon , etc. schreiben , gäbe es glücklicherweise nicht einen profunden Katalog ( Schott 2008 ) und die hier vielzitierte Homepage , “ein El Dorado der Informationen für alle Nerds der Musiktechnik” ( Spex ) .

Nun wäre ein derartiger Maschinenpark allerdings einigermassen witzlos , liesse man ihn der Historizität seiner Utopien alleine . Damit wäre die Kollektion lediglich ein Kabinett der traurigen , da überholten , Kuriositäten .

Das IMA geht da andere Wege , indem es einerseits in Workshops die Erkundung der einzelnen Instrumente ermöglicht , anderseits in der Reihe DA CAPO zeitgenössische Musiker und Künstlerinnen zu einer geistesgegenwärtigen Auseinandersetzung mit den Historischen Zukunftsklängen lädt .

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ARS ACUSTICA | ON STAGE | TRAUTONIUM JETZTZEIT

czz-neuesvonfreundenSo konfrontieren beispielsweise die Sound- , Text- und Videokünstlerin Liesl Ujvary und der Musiker Oliver Stummer ( aka tomoroh hidari ) elektronisch generierte Sounds mit dem Originalklang eines Instruments , dessen mitunter unheimlich ( Freud ! ) vibrierende Töne in zahlreichen Filmmusiken , aber auch in der klassischen Moderne ( Paul Hindemith ) zu hören sind : Das Trautonium ( siehe auch hier und hier , wie wenig das tatsächliche Instrument mit der Zeitschriftenzeichnung unseres heutigen Titelbilds zu schaffen hat ) .

Ujvarys und Stummers Konfrontationskurs auf den Wellen von synthetischem und realem Klang titelt trefflich “TRAUTONIUM JETZTZEIT ” :

das trautonium, erstmals 1930 als elektronischer synthesizer gebaut, bietet immense möglichkeiten der klanggestaltung. es wurde es wurde ebenso in kompositionen von hindemith und genzmer eingesetzt, wie für extreme soundtracks in filmen – der ton von hitchcocks ‘die vögel’ , vogelstimmen, flügelschlagen, entstammt einzig dem trautonium, nicht etwa der natur. da im trautonium der elektronische anteil von einer komplexen mechanik gesteuert wird, ist auch die haptik von bedeutung und das geschick des spielers gefragt.

wir wollen die klanglichen möglichkeiten der aktuellen elektronik und ihr instrumentarium dem klassischen trautonium gegenüberstellen. drei ebenen werden hörbar: das trautonium im originalton, das trautonium mit einem toolsatz verflochten und verändert, ein elektronisches trautonium-modul wird mit dem original konfrontiert. zum abschluss verbinden sich alle klangerzeuger zu einer coda.

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ART MIX | LUNCH PAKET | WORTWERFT

czz-neuesvonfreundenWie zuvor schon gibt sich die Autorin Maria Seisenbacher ( > “Salon Littéraire” ) samt ihren Texten in der multimedialen Gruppierung WORTWERFT die Ehre eines kompletten Menüs :

Text, Visuals ( GOTO ) und Klang ( Rokko Anal ) werden an diesem Abend in sich verschränkt und gegeneinander ausgespielt. Visuals in Assoziation zu den Textkörpern geben ihnen eine fassbare Ebene. Sounds wiederum übersetzten Sprache und Bild in freie Assoziationsfelder, in denen man die eigene Position neu bewerten kann. Dem geforderten Publikum wird ( gegen freie Spende ) eine Wegzehrung ( LUNCH PAKET ) angeboten.
Inhalt: Text, Bild, Klang und Missklang und auch die altbewährte Wurst- oder Käsesemmel.

Ergo : Garantiert keine Langeweile. Garantiert kein Hunger.

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ARS ACUSTICA | JELINEK AUDIO | VISUELL

Beispiele Für-Hörer xsSchliesslich gestatten wir uns in|ad|ae|qu|at noch einen weiteren Hinweis in eigener Sache : Klischees , Posen und Rollenspiele prägen die 40 Jahre währende “Beziehung” zwischen der Autorin und dem Medium “Radio” : Das A / V - Feature “EINATMEN - AUSATMEN: ELFRIEDE JELINEK IN FIGUREN DER RADIOPHONIE” ( 40 Min. ) erkundet Literatur im stillschweigend- beredten Kontrakt mit dem Medium “Radio” und dessen Gestaltern : In Interviews und Portraits , in Attributen , Rollen und Posen entsteht eine mediale Fiktion - abseits der realen Autorin . Wie das Video entstanden ist , haben wir - samt einem YouTube Exzerpt - auf dieser Seite dokumentiert . Ein Gleiches gilt für das dreiminütige Satyrspiel “RADIO | JELINEK | REMIX” , welches kap und czz justament auf die Ästhetik des Netzfilmchen- Senders zugeschnitten haben .

  • Elfriede Jelinek in Figuren der Radiophonie - 2 Videos und 1 Gespräch mit der Musikwissenschafterin und Radiomacherin Irene Suchy am Mittwoch , 3. 3. 2008 , Literaturhaus , 19 H
    • Further Reading : Auf der Jagd nach Jelinek - Mit ihrem Online-Roman “Neid” hat Elfriede Jelinek die Literaturwissenschaftler ins Netz getrieben . Interview mit Christoph Kepplinger vom Projekt JeliNetz über die Herausforderungen , die Netz und E- Book- Systeme für Leser und Wissenschaftler darstellen - ORF futurezone , 22. 11. 2008

Beispiele Ich-möchte-seicht

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KLANGAPPARAT

Wer jetzt noch keinen Klangüberdruss verspürt , der möge es sich @ czz-hoerempfehlungMixotik gemütlich machen : “We Love Netlabelism” ( Vol. 1 ) bringt einen feinen Reim aparter Zartheit ins Chaos der Netzmusik- Neuigkeiten . Seidige Texturen und ein leiser Hang zum kleinen Gamelan : Das lassen wir uns doch bitte sehr gerne zu Gefallen sein und zu Gemüte gehen . Den wunderweichen Flow gezaubert hat übrigens ein Bremener Herr namens Stig Inge . - CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM ( 66:16 )

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NEUES VON FREUNDEN



||| KATEGORIE EINER VERSUCHTEN KONTINUITÄT | SIMULTAN 1 : PRIVATSACHEN - LESUNG | TEXT DES MONATS : DIETER SPERL | ÜBERSETZT : DICHTEN # 10 @ BURNING DECK | GEDICHTE , GEWORFEN | DER NACHZÜGLER | SIMULTAN 2 : KLANGTHEATER RADIO - UND EIN FEATURESIEG | KLANGAPPARAT

Hanno_Millesi_Der_Nachzuegler_2008

( Titelmotiv Hanno Millesi : Der Nachzügler )

“NEUES VON FREUNDEN” : KATEGORIE EINER VERSUCHTEN KONTINUITÄT

czz-neuesvonfreundenTrivialerweise stellt sich das “Echtleben” als permanente Ambivalenz ziwschen dem Sollen | Wollen und dem Können | Vermögen dar : Konkret meinen wir in|ad|ae|qu|at die Unmöglichkeit , das Werk der Menschen , die wir schätzen , durch die Anwesenheit bei deren Veranstaltungen hinreichend zu manifestieren . Das beginnt bei der realen Nichtrealisierbarkeit des bilokalen Besuchs simultan stattfindender Präsentationen ( wie heute , am 24. 11. ) . Das schliesst aber auch die ewige Abwägung ziwschen notwendiger Heimarbeit und externern Präsenzen mit ein .

Die Rubrik NEUES VON FREUNDEN ist nicht zuletzt ein Versuch , das Fortwirken und -Werken der zB im “Salon Littéraire” vorgestellten Personen zu dokumentieren . Ein Gleiches gilt für die in anderen Postings einmal angefangenen Threads : Ein in|ad|ae|qu|ates Unterfangen , der Volatilität von Nachrichten und Namen so etwas wie “Kontinuität” entgegen zu stellen .

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SIMULTAN 1 : PRIVATSACHEN - LESUNG

czz-neuesvonfreundenIm Rahmen eine “Salon Littéraire” wurde auf Liesl Ujvarys Ausstellung fotografischer Aufnahmen der Lebens- und Arbeitsumgebungen von Text- und Klangschaffenden hingewiesen : Diese diskret rekognoszierten “privatsachen” sind noch bis 19. 12. 2008 im Wiener Literaturhaus zu sehen .

Heute gibt es ebendort einen Lesungsabend solcherart “indirekt” porträtierter Autorinnen und Autoren .

Mit Margret Kreidl , Monika Rinck , Dieter Sperl und herbert j. wimmer sind zugleich werte Gäste des “Salon Littéraire” zu hören und - sehr echtweltlich - zu sehen .

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TEXT DES MONATS : DIETER SPERL

À propos Dieter Sperl ist zu bemerken , das sein Text “diamanten und schund” eben als von Liesl Ujvary kommentierter “Text des Monats” auf der Webseite des Literarischen Quartiers Alte Schmiede nachzulesen ist : Teil 26 einer seit Oktober 2006 monatlich kontinuierlich fortgesetzten Reihe .

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ÜBERSETZT : DICHTEN # 10 @ BURNING DECK

DICHTEN_10_16_new_German_poets_Burning_Deck_2008Mit einer schönen Anthologie meldet sich der engagierte Verlag Burning Deck aus Providence , Rhode Island zu Wort : Übersetzungen der Poesie von Franz Josef Czernin , Michael Donhauser , Ute Eisinger , Daniel Falb , Hendrik Jackson , Bert Papaenfuss , Steffen Popp , Farhad Showgi , Hans Thill , Raphael Urweider , Anja Utler , Ron Winkler und Uljana Wolf präsentierten einen passablen “State of the Art” zeitgenössischen  deutschsprachigen Dichtens . Darüber hinaus werden drei der in|ad|ae|qu|at notorischen Autorinnen ausführlich vorgestellt :

The poets in this magazine issue, mostly in their thirties and forties, show great formal diversity. The works range from the sound explorations of Anja Utler to the camp sonnets of Ann Cotten; from Czernin’s puns and permutations to Rinck’s and Falb’s deceptively simple parlando; from Donhauser’s grammatical disruptions to Papenfuss’s baroque lists and sassy East tone. But they all share a concern with form and with language as material. The poets have also all received at least one prize.

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GEDICHTE , GEWORFEN

czz-neuesvonfreundenIn einer - an den legendären “Wunfsendungen” des Deutschlandradio inspirierten - Reihe “Wurfgedichte” werden derzeit poetische Piècen in einer bimedialen Kooperations- Aktion der Tageszeitung Der Standard und Radio Österreich 1 “in lockerer Form” ( wie man so sagt ) “unter die Leute” gebracht .

Darunter in|ad|ae|qu|at exemplarisch :

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DER NACHZÜGLER

Die Frage , ob ein deklarierter “Nachzügler” je zu seiner ( r ) echten Zeit kommen kann , mag man dahingestellt sein lassen . Besser noch : man lasse sich das Phänomen im Spiegel der listigen Prosa von Hanno Millesi vor Augen führen . Ein Kondensat war ja bereits im “Salon Litteraire | DER NACHZÜGLER - Ich bin ein Freund der Realität” vorab zu lesen .

Nun , da das Buch im Literaturverlag Luftschacht real vorliegt , wird es der Autor am Mittwoch echtweltlich lesend präsentieren .

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SIMULTAN 2 : KLANGTHEATER RADIO - UND EIN FEATURESIEG

czz-neuesvonfreundenDer zweite , am heutigen Montag lockende Termin beträfe die feine Reihe öffentlicher Voraufführungen ausgesuchter Hörspiel- und Feature- Produktionen , welche unter dem ( historisch gewachsenen ) Titel “Im Zauberberg | KlangTheater” figuriert . Diesmal haben sich der exzellente Feature- Spezialist Peter Waldenberger und die aufgeweckte Architekturbeobachterin Ute Woltron der stadtplanerischen und sozialen Extremwerte der künstlichen Paradiese Dubais angenommen .

Das Feature “Fronarbeit im Paradies - Von moderner Leibeigenschaft im Emirat Dubai” blickt , respektive : horcht hinter die Hochglanz- Kulissen der spektakulären Superlative ( siehe NZZ Folio 7 | 08 - Dubai ) und bietet anschliessend die Möglichkeit , mit den Autoren , dem iranischen Architekten Jaafar Chalabi sowie der Stadtgeografin Nadine Scharfenort zu diskutieren .

Wann , bitte schön , darf man als Zuhörer mit “dem Radio” in einen Dialog treten , wenn nicht hier ? - Auf Sendung geht die Reportage jedenfalls am Samstag , 29. 11. 2008 , 9:05 H in der Reihe Hörbilder , Radio Österreich 1 .

Nicht unerwähnt bleibe freilich , dass mit Eva Roither ( die das Echtwelt- Gespräch im Radiokulturhaus moderiert ) die Siegerin des “featurepreis ‘08” ( Stiftung Radio Basel ) anzutreffen ist : Ausgezeichnet wurde die 2002 produzierte auditive Annäherung an den “Fall Halsman” : “Mord im Zillertal - der rätselhafte Absturz des Morduch Max Halsmann” .

Im September 1928 stirbt im Tiroler Zillertal der jüdische Zahnarzt Halsmann. Sein Sohn gerät unter Verdacht, es kommt zum Prozess, der europaweites Aufsehen erregt. Ausgehend vom Bergunfall versteht es die Feature-Autorin Eva Roither (Ö1) in ihrer kriminalistischen Rekonstruktion ‘Mord im Zillertal’ Themen wie Antisemitismus, Alpenfaschismus oder die Anfänge der Gerichtspsychologie aufzugreifen. Besonders überzeugt hat die ‘featurepreis’-Jury unter der Leitung von Martin Plattner (Stiftung Radio Basel), dass sie dabei alle dem Radio-Feature zur Verfügung stehenden Mittel einsetzt: Geräusche, Klänge, Stimmen, Dokumente und Musikfetzen. ‘Mord im Zillertal - der rätselhafte Absturz des Morduch Max Halsmann’ wird im Rahmen des ‘featurepreis ’08′ mit dem ersten Preis in Höhe von 10.000 Franken ausgezeichnet. ( OTS , featurepreis SRG Pressemitteilung pdf )

Während man in Basel am 28. 11. die Preisverleihung feiert , bleibt eine Wiener Wiederaufführung ( noch ) zu wünschen übrig .

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KLANGAPPARAT

Keine lange Rede jetzt mehr zu den sechsundvierzig Minuten eines ruhig und rund bullernden Klangapparats . czz-hoerempfehlung

DJ Foton hat für Deep in Dub ein Gespinst aus seidigen Netzmusik- Fäden ersonnen , für dessen Charakterisierung wir uns - für einmal - die englischen Worte borgen : “a fine selection of sensual smooth dub techno tunes” . - Wer sagt’s denn ?! - CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM ( WMP ) .

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NEUES VON FREUNDEN



||| MONAT DER FOTOGRAFIE : TELLTALE TAUTOLOGY | MONAT DER FOTOGRAFIE : PRIVATSACHEN | MONAT DER FOTOGRAFIE : TRACES | TRACES : SILVIA M. GROSSMANN | PERSONALEN : LESSUNG , SATTMANN | MONAT DER FOTOGRAFIE : ELFRIEDE MEJCHAR | DOUBLE FEATURE MICHAEL HAMMERSCHMID | FORT ZUR FLORIANA | KLANGAPPARAT

MONAT DER FOTOGRAFIE : TELLTALE TAUTOLOGY

WESTWAERTS_copyright_Silvia_Maria_Grossmann

westwärts ( 2006 ) © Silvia Maria Grossmann
s/w – Fotografie auf Baryt - Bild 32,5 x 48,5 cm - Auflage 7 + 1 EA

ZWEI_WIRKLICHKEITEN_copyright_Silvia_Maria_Grossmann

Zwei Wirklichkeiten ( 2006 ) © Silvia Maria Grossmann
s/w – Fotografie auf Baryt - Bild 32,5 x 48,5 cm - Auflage 7 + 1 EA

Zwangsläufig ladet man in der Tautologie : Sei’s , man sagt , der “Monat der Fotografie” werfe seine Schlagschatten über das Stadtleben Wiens , sei’s man neigt der Formulierung zu , die täglich neu eröffneten Schauen und Ausstellungen lieferten dem Echtleben Lichtbilder aus dem Reich des Projizierten und Imaginären .

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MONAT DER FOTOGRAFIE : PRIVATSACHEN

czz-neuesvonfreundenIm Hinblick auf das “Realismusproblem” wäre angesichts der gestern eröffneten , vorgestern im “Salon Littéraire” vorgestellten “privatsachenLiesl Ujvarys einiges zu debattieren gewesen : Ujvarys extrem selektive Details aus real existierenden künstlerischen Arbeitsumgebungen haben ebenso viel mit teilnehmender Beobachtung zu tun wie mit dem “Image” der privatsachlich vorgestellten Kunstschaffenden und deren Stilisierung .

Die synoptische Schau der in ihrer “Blickhaftigkeit” ( “die Kamera schaut auf etwas” vs. “es ist” ) akzentuierten Bilder impliziert eine diskrete Reflexion darüber , was man in den wiederkehrenden marxistischen Termini ruhig die “materiellen und situativen Produktionsbedingungen” von Sound- Art und | oder Literatur nennen könnte .

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MONAT DER FOTOGRAFIE : TRACES - ERINNERUNGEN IN FOTOGRAFIEN

Der Titel der heute abend im Künstlerhaus eröffneten Sammelschau “traces - Erinnerungen in Fotografien” spricht die unweigerliche Tatsache , dass die Camera Obscura seit je Spuren und damit ‘Erinnerung’ aufzeichnet . Die ans Tautologische grenzende Formulierung des Titels ist freilich dazu angetan , den teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern grösstmögliche Freiheit in der Werkwahl zu gewähren .

Die Gruppenausstellung traces – Erinnerung in Fotografien widmet sich der Fotografie als Anknüpfungspunkt persönlicher Erinnerung. Unsere Verwendung des fotografischen Mediums für die Tradierung und Vermittlung von Erfahrungen wirft grundlegende Fragen zum Wesen der Fotografie und ihrer Verortung zwischen Erinnerung und Gedächtnis auf. Die Ausstellung kann für diese Fragen ensibilisieren, gerade weil sich die Künstlerinnen und Künstler in der Auseinandersetzung mit dem Erinnern und der Erinnerung in Fotografien ihrerseits im Medium der Fotografie artikulieren.

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TRACES : SILVIA M. GROSSMANN

czz-neuesvonfreundenUnter diesen - vom Almblitz- Kollektiv über Linda Christanell , das Kommunikations- Kunst- Phänomen eSeL bis hin zu Willy Puchner und Kurt Straznicky - möchten wir in|ad|ae|qu|at besonders die Arbeiten Silvia M. Grossmanns hervorheben .

Von der in Wien lebenden Schweizerin , Künstlerin und Galeristin stammen auch die beiden Titelbilder on top of this page . Dass sie gleichzeitig in der eigenen Galerie “Atrium ed ArteChristof Aigners fotografische Reflexionen zu | von “Wasserformen und Pflanzenwelten” zeigt , zeugt vom pragmatischen Multitasking der nimmermüden Generalistin ( 12. 11. bis 20. 12. 2008 ) .

Die von Frachtschifffahrten und einem längeren China- Aufenthalt mitgebrachten Erinnerungen entraten allem subjektiv- Impressionistischen und schaffen einen Mehrwert , welcher die Spuren des Faktischen um eine eigenständige ästhetische Dimension erweitert .

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K / HAUS PERSONALEN : LESSUNG , SATTMANN ALS HORS D’OEUVRE

Zeitgleich eröffnen am selben Ort zwei Peronalen legendärer Fotografen- Persönlichkeiten : Über Erich Lessing und Didi Sattmann brauchen wir an dieser Stelle und unserem sicher besser informierten Leser kaum etwas zu erzählen .

Sämtliche Schauen des Künstlerhauses zum “Europäischen Monat der Fotografie” sind ab heute abend zu betaunen :

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MONAT DER FOTOGRAFIE : ELFRIEDE MEJCHAR - RÄNDER WIENS

czz-neuesvonfreundenWer nicht nachsieht , hat das Nachsehen : Wer sich die in Spuckweite vom Künstlerhaus eingerichtete Ausstellung “Fotografien von den Rändern Wiens” ( Timm Starl , pdf ) der Grossen Alten Dame vorausschauender blickender österreichischer | Wiener Fotografie , Elfriede Mejchar ,
etngehen lässt , verpasst ein historisches Ereignis der Dokumentation einer StadtLandschaft im Wandel :

Die Ausstellung konzentriert sich auf die Stadtfotografin Elfriede Mejchar, mit wichtigen Zyklen von den 1960er-Jahren bis heute. Mejchar (geb. 1924) war Fotografin des Bundesdenkmalamtes, als sie begann, die Simmeringer Heide, das Erdberger Mais oder den Wienerberg zu erkunden – Gegenden, geprägt von Brachen, Gärtnereien, Schlachthäusern, historischen Industriebauten und einfachen Arbeiterwohnhäusern.

Hunderte von Aufnahmen entstanden in dieser Randzone zwischen Stadt und Land, deren unmittelbar bevorstehender Wandel in Autostraßen, Industriezonen, Bürokomplexe und Forschungslabors sich damals bereits abzeichnete und heute längst vollzogen ist.

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IM ZWIEFACH DER KUNST UND LITERATUR - DOUBLE FEATURE MICHAEL HAMMERSCHMID

czz-neuesvonfreundenSchon schlimm , wenn man Monate an diversen Projekten arbeitet und dann werden sie sämtlich an ein und demselben Tag präsentiert : Da auch unser “Salon Littéraire“- und “Literatur als Radiokunst“- Autor Michael Hammerschmid nicht über die Gabe der Bilokation verfügt ( wie es sein Lehrer Wendelin Schmidt-Dengler formuliert hätte ) , muss der Kunstkatalog “Raumzeitpunkte sind Ereignisse” ( mit begleitenden Screenings performativer Arbeiten von Studierenden der Klasse Transmediale Kunst , Brigitte Kowanz ) unter Ausnahme der körperlichen Anwesenheit des essayistischen Co- Autors Hammerschmid präsentiert werden .

Sehr wohl und sehr körperlich vor Ort wird Michael Hammerschmid allerdings heute in der “Alten Schmiede” aus seinen in der neuen Nummer 43 der Literaturzeitschrift “kolik” erschienen Texten lesen . Leider wurde deren Webseite seit Ausgabe 41 nicht mehr ge- updatet . Aber deshalb strebt man ja zu Lesungen , um “ungeschaut” Neues ohne ( trans- ) medialen Zwischenfilter zu erfahren .

Übrigens wurde eben auch die Monatsschrift “Wespennest” Numerio 153 ausgeliefert ( Webseite leider ebenfalls noch nicht aktualisiert ) . Thematisch der lohnenden Reflexion der “Resignation” verpflichtet , bringt der Lyrikteil mit “verstecke - gedichte für kinder und erwachsene” eine der ebenso anrührenden wie heim- tückischen literarischen Facetten des 1972 geborenen Autors :

ich habe mich
in einem wort versteckt.
ich kann’s nicht sagen …

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FORT ZUR FLORIANA

Am Donnerstag geht’s dann in|ad|ae|qu|at beruflich ins landschaftsliebliche Sankt Florian zur “Floriana” , dem biennal ausgetragenen Wettbewerb für | der Literatur . Selbstverständlich geht es nach zweieinhalb Tagen voller Lesungen und Diskussionen letztlich um die nicht eben übel dotierten Preise und wer von den neun eingeladenen Autorinnen und Autoren diese mit nach Hause nehmen wird .

Unselig das double- bind für Juroren , dass jede Auszeichnung notwendig den Ausschluss derselben für andere , vielleicht sogar mehrversprechende Stimmen bedeutet -

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KLANGAPPARAT

Sounds wie differenzierte Kräuselbewegungen auf der Oberfläche eines stetig dahin fliessenden Gewässers : Treibende Takte im Wechsel mit skeptischen Breakbeatz . Klug konturierte Linien im ambient- flächigen Space . Akustisches Instrumentarium im Dialog mit elektroakustischen Klängen und Effekten : Was der Wiener Elektroniker Klabusta mit seiner zweiten Release “You Have Been Plutoed” da vorlegt , lässt sich im besten czz-hoerempfehlungund innigsten Sinne des Wortes mit “IDM” - Intelligent Dance Music - benennen . -

Vielleicht mag sich ja noch jemand an den Erstling , “Digital Dementia” , erinnern , wir hatten ihn vor einigen Monaten dem p. t. publico in|ad|ae|qu|at mit Empfehlung angetragen .

Nun aber retour zu Pluto . 40 Minuten polyrhythmisch hochmusikalische Ermunterung : 01. sweet idleness | 02. german wunderkind | 03. ueber confused | 04. no ecotourist | 05. include me out | 06. musically active | 07. world citizen - CLICK LINKS TO LISTEN AND ENJOY .

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