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Aus Aktuellem Anlass : MMR als Model für die Kluge- Köpfe- Kampagne



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Oh FAZ- Kampagne , oh Schutz vor ihr !

FAZ Kluge Köpfe Kampagne November 2008 meta

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FAZ Kluge Köpfe Kampagne November 2008 meta meta

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Für Studierende der Publizistik : eine kleine Stilübung in Lokaljournalismus . Speziell am flotten Einstieg , am hohen Redundanzgrad der Information sowie am beliebten Kaninchen- Motiv zu erkennen .

Hier dürfte sich Marcel Reich-Ranicki so richtig wohl
fühlen - für die aktuelle Kluge-Köpfe-Kampagne hat die F.A.Z. ihren ehemaligen Chef des Literaturteils an einen Ort gebracht, an dem ihn kein schlechtes Fernsehprogramm stört: auf einen Frankfurter Recyclinghof. Umgeben von ausrangierten Fernsehern kann sich der 88-jährige Literaturpapst ungestört der F.A.Z.-Lektüre widmen. Wenige Wochen zuvor hatte er das deutsche TV-Programm als ‘Blödsinn’ abgestempelt und den Deutschen Fernsehpreis für sein Lebenswerk abgelehnt.

Eine der wenigen interessanten Sendungen, die es überhaupt noch gebe, sei die Tagesschau, so der renommierte Kritiker am Rande des Foto-Shootings für die vielfach ausgezeichnete Bilderserie. Jungen klugen Köpfen möchte Reich-Ranicki daher auf den Weg geben, anstatt Wertloses im Fernsehen anzuschauen, lieber ‘vernünftige, intelligente Bücher und Zeitungen’ zu lesen. ‘Da gibt es nicht viele, aber es gibt schon solche’, sagte Reich-Ranicki, der von 1973 bis 1988 den Literaturteil der F.A.Z. leitete. In dem Anzeigenmotiv zeigt der Literaturpapst, hinter welche Qualitätszeitung er seinen Kopf steckt.

Die Kampagne greift - wie schon öfter in der Vergangenheit - eine aktuelle gesellschaftliche Debatte auf und deutet sie auf ironisch-witzige Weise um. Zuletzt war unter anderem Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen inmitten von unzähligen Statisten zu sehen, die bekanntermaßen tatkräftig für Nachwuchs sorgen: Kaninchen. ( … )

Die Anzeige mit Marcel Reich-Ranicki ist seit dem 8. November in zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften, im Internet und natürlich in der F.A.Z. selbst zu sehen.

FAZ Kluge Köpfe Kampagne November 2008

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Ende gut , alles gut ? - “Ha Ha Said The Clown” -

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donaueschinger musiktage 2008 | track three : SWR- Hörfunkdirektor Bernhard Hermann zur multimedialen Zukunft öffentlich- rechtlicher Contents



||| DIE SITUATION | DAS WORTUNGEHEUER | DIE KAMPAGNEN | DAS STATEMENT DES SWR- INTENDANTEN | LINKS | RELATED | KLANGAPPARAT

DIE SITUATION

picto_internet_copyright_zintzen_orgOnline ist kostbar . So kostbar , dass sich seit Monaten ein Grabenkampf vollzieht : Hier die öffentlich- rechtlichen Sendeanstalten mit ihren Bestrebungen , Service- und Informationsangebote auch online anzubieten . Dort die privaten Sender- und Verleger- Verbände ( VPRT | VDZ ) , denen in ihren Stammformaten Publikum und Anzeigenkunden schwinden . Spät und widerstrebend begab man sich ( oft trotz rhetorischer Beibehaltung kulturpessimistischer Anti- Internet- Thesen ) ins Netz und fand - oh Schreck ! - , dass - quel horreur ! - dort bereits gebührengestützte Konkurrenten Raum und Reklame ( -Gelder ) einnahmen . J’ accuse !

Die Debatte um eine unterstellt ungebührliche “Online- Expansion” der gebührenpflichtigen Öffentlich- Rechtlichen geht nun über Jahr und Tag , insoferne auch die EU Bedenken wegen möglicher Wettbewerbsverzerrung anmeldete .

Kurz : Bevor es wieder einmal so weit ist und die Ministerpräsidenten der Länder im Zuge ihrer Dresdener Sitzung vom 22. bis 24. Oktober erneut versuchen werden , einen Beschluss zum 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag zu finden , nutzte SWR- Hörfunkintendant Bernhard Hermann den Anlass der Rede zur Verleihung des Karl- Sczuka- Preises 2008 für einen Appell gegen das Errichten kontraproduktiver Fronten .

Ein ( mit einer entsprechenden Resolution des SWR- Rundfunkrates akkordierter ) Ruf zur Vernunft gegen die hysterisch geschürten Ängste um den Werbekuchen und eine Erinnerung daran , dass auch öffentlich- rechtliche Qualitätsangebote mit der Zeit und dem Medienwandel zu gehen haben , um nicht an realexistierenden Gebührenzahlern und zukünftigen Hörer- Generationen “vorbei” zu produzieren .

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DAS WORTUNGEHEUER

picto_radio_terrestrisch_copyright_zintzen_orgWer wissen will , was sich hinter dem Wortungeheuer dieses Rundfunkänderungsstaatvertrages No. 12 - recte : “Arbeitsentwurf zur Umsetzung der Zusagen gegenüber der EU- Kommission im Rahmen des EU- Beihilfeverfahrens ARD | ZDF ( Stand: 12. Juni 2008 )” - verbirgt , mag dies im betreffenden PDF- File nachlesen . Kurz gesagt , geht es darum , wie die Öffentlich- Rechtlichen ihrem definierten Auftrag gemäss netzwerken dürfen sollen und wo die Grenzen dieses Auftrages enden . Wo also , banal gesagt , einfach Geld gemacht wird . Hier sollen künftig per externer Kontrolle eventuelle Wucherungen gekappt werden .

Im Gegensatz zum VPRT sehen die Grünen in dem Staatsvertrag eine zu weitgehende Einengung der öffentlich-rechtlichen Sender. Mehrere Abgeordnete des Bundestags, des Europaparlaments sowie mehrerer Landtage forderten die Ministerpräsidenten auf, aus diesem Grund den Vertrag nicht zu beschließen. Insbesondere wenden sich die Medienpolitiker dagegen, dass ARD und ZDF bestimmte Inhalte nur sieben Tage lang ins Netz stellen dürfen. Gerade dieses unterstützt ausdrücklich der VPRT, nach dessen Vorstellungen eine Verlängerung der Sieben-Tage-Frist “grundsätzlich nicht oder allenfalls in begründeten Einzelfällen möglich sein” soll. ( dpa , 21. 10. 2008 )

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DIE KAMPAGNEN

picto_internet_copyright_zintzen_orgAls treibende Kraft der Frontenbildung hat sich in den vergangenen Monaten die FAZ hervorgetan : Wenig wählerisch , was die Mittel der publizistischen Kampagnenführung betrifft , kam jeder Anlass zupass , auf “Regulierung” , “Kontrolle” und “Limitierung” zu pochen . Erst gestern bot das Feuilleton eine redaktionsexterne Fachkraft auf , um die Dringlichkeit einer “Wettbewerbskontrolle” zu akzentuieren :

ARD und ZDF sollten auch außerhalb dieses Grundversorgungskerns machen können, was sie für richtig halten, allerdings unter den Bedingungen von Markt und Wettbewerb. Alle Angebote, die aus dieser eng gefassten Kernkompetenz herausfallen, dürfen nicht durch Gebühren finanziert werden. Dazu können die Anstalten kommerziell aktiv werden und auch Kooperationen mit privatwirtschaftlichen Medienunternehmen eingehen, wie WDR und WAZ das schon tun. Wichtige Voraussetzung: Diese Aktivitäten müssen geprüft und kontrolliert werden, etwa durch die Landesrechnungshöfe, um sicherzustellen, dass keine Gebührengelder verwendet werden.

Von Polemiken à la “Schafft die Gebühren ab !” über einen “Brandbrief” des Verlegerverbandes bis hin zu Vorwürfen der “Propaganda“, respektive des konzertierten “Kleinredens” öffentlich- rechtlicher Net- Aktivitäten . Die Öffentlich- Rechtlichen kontern : Die Privaten betrieben “Lobbyismus mit groben Mitteln” . Tertium non datur .

Die Tatsache , dass der deutscher Pressemarkt im dritten Quartal 2008 an Auflage verloren hat - Tageszeitungen , incl. Sonntagsausgaben & Sonntagszeitungen : minus 380.000 Stück verkaufter Auflage im Vergleich zu Quartal 2 | 2008 , minus 650.000 im Vergleich zum Quartal 3 | 2007 - , wird das Klima nicht eben sanieren .

Edit : Im Laufe des Tages legt - im pochend publizistischem Countdown zur Dresdener Konferenz - die FAZ noch zwei Scheiter “Brandrede” nach . Michael Hanfeld , unermüdlich wetternder Retter der medialen Fairness im Lande ( unser einschlägiges Artikel- Archiv reicht weit in den April ) , bespielt die Register von ganz unten - den ( wie wir aus schmerzlicher Selbsterfahrung wissen ) gekappten Rechten der für die ÖRs schöpfenden Autoren - bis ganz oben : den universalen Medien- und Datenkraken wie Google und Yahoo .

Die “freie Presse” werde von Global Playern und nationalen Subventionsselbstversorgern im “Zangengriff” bedroht : Der alarmistische Tonfall spielt dabei einer gleitenden Semantik in die Hand , welche bestrebt ist , die Begriffe von “freiem Unternehmertum” und publizistischer “freier Meinung” zu vermischen . Dass Superkonzerne wie Springer oder Burda mit am Strick der Verleger- Initiative gegen die Öffentlich- Rechtlichen ziehen ( “Münchner Erklärung” ) , wird man aus Robin- Hood- Artikeln dieser Manier sicherlich nicht erfahren .

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DAS STATEMENT DES SWR- INTENDANTEN

picto_radio_terrestrisch_copyright_zintzen_orgSWR- Hörfunkdirektor Bernhard Hermann : Rede zur Verleihung des Karl- Sczuka- Preises 2008 an Thomas Meinecke und David Moufang und des Karl- Sczuka- Förderpreises 2008 an Anja Utler
Donaueschinger Musiktage , 18. Oktober 2008 ( Druckfassung , Auszug )

Wenn wir nämlich die Jungen und Jüngsten nicht mehr erreichen mit unseren Programmen – und es muss ja nicht gleich das Sczuka- Preiswerk zum Einstieg sein – dann steht es schlecht um unsere Zukunft. Aber wo und wie können wir sie überhaupt erreichen ?

Wenn Sie selbst Kinder haben ( … ) dann können Sie beobachten, welche Medien diese Generation heute nutzt: Die meisten haben natürlich ein Handy und einen Computer. Nachmittags, nach der Schule, skypen die Kids mit ihren Klassenkameraden, dabei laden sie sich am PC die neuesten Songs oder Podcasts auf ihren iPod runter, stellen bei Facebook oder SchülerVZ die Fotos der letzten Klassenfahrt ein und checken nebenbei, ob bei YouTube das neue Bushido-Video schon drinsteht.

Wenn Sie das jetzt nicht alles genau mitbekommen haben, ist das nicht schlimm und sogar verständlich – denn die meisten von Ihnen sind wie ich mit den klassischen Medien – Radio, Fernsehen und Zeitung – aufgewachsen. Und diese drei spielen bei den nachwachsenden Generationen eine immer geringere Rolle. Leider gilt das für die öffentlich-rechtlichen Angebote ganz besonders. Beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen ist der Generationenabriss schon passiert, beim Radio arbeiten wir mit allen Mittel dagegen an – und sehen noch Chancen.

Denn: Wenn wir als öffentlich-rechtliche Inhalte-Anbieter bei Jugendlichen noch eine Rolle spielen wollen, dann müssen wir das geschickt anstellen und mit attraktiven Angeboten in deren junger Medienwelt dabei sein. Darum bieten unsere jungen Programme SWR3 und DASDING eigene Communities an, darum bieten wir von unseren wichtigsten Sendungen – auch von SWR2 – Podcasts an, die man zeitsouverän anhören kann – und darum erforschen wir in einem Pilotprojekt das ‘Radio der Zukunft‘, um herauszufinden, welche Inhalte und Angebote und Formate junge Menschen von uns erwarten. ( … )

Arthur Sulzberger, der Herausgeber der New York Times hat bereits vor Jahren erkannt, was die mediale Umbruchsituation für seine Zeitung bedeutet – und dies trifft auf die anderen ‘klassischen’ Medien in gleicher Weise zu: Wir folgen unseren Lesern wohin sie uns führen. Wenn sie uns gedruckt wollen, werden wir gedruckt da sein. Wenn sie uns im Netz wollen, werden wir im Netz sein. Wenn sie uns auf Handys oder zum Runterladen wollen, damit sie uns hören können, dann müssen wir auch dort sein.

Vor einem Jahr habe ich an dieser Stelle davon gesprochen, wie erfreulich es ist, dass das Bundesverfassungsgericht dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in seinem Urteil vom September 2007 eine Entwicklungsgarantie auch in der digitalen Welt gegeben hat. Jetzt, ein Jahr später, beobachten wir mit Sorge, wie diese Garantie durch einen neuen Rundfunkänderungsstaatsvertrag schon wieder infrage gestellt, eingeschränkt und bedroht wird. Wo wollen wir hin im Netz und wo dürfen wir hin ?

Internetangebote sind für uns kein Selbstzweck und wir betreiben auch keine ‘Online-Expansion‘ – wie uns mancherorts vorgeworfen wurde und wird – wir folgen nur ganz selbstverständlich den Wünschen unserer Zielgruppen. Wir wollen im Internet keine Geschäfte machen, keine Werbung und kein Online-Business, aber wenn uns die publizistische Präsenz im Netz verwehrt oder derart eingeschränkt wird, dass sie für Nutzer nicht mehr attraktiv ist, dann würde das dem Tenor des Karlsruher Urteils wider-sprechen. Mit manchen Beschränkungen werden wir leben müssen, mit allen aber nicht. Wir werden uns überall dort zur Wehr setzen, wo unter dem Deckmantel verlegerischer Existenzsicherung im Internet letztlich ein Jahrzehnte alter Krieg wieder neu aufgelegt werden soll: der Kampf gegen das duale System im Allgemeinen – und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Besonderen.

Auch scheint mir, dass die Verleger, die unsere Internetaktivitäten einschränken wollen, ihre wahren Gegner noch gar nicht identifiziert haben: Google und Yahoo drängen immer stärker auch in den europäischen Markt ein und unterliegen keinerlei staatsvertraglicher Regulierung. In der schönen neuen Welt der Flut von ungefilterten Angeboten sind es doch vor allem die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und die Zeitungsverlage, die – bei allem verständlichen Bemühen auch um Auflage und Quote – nach wie vor Qualitätsjournalismus gegen die niveaulose Beliebigkeit stellen. Insofern müssten wir eigentlich Seite an Seite stehen und einander nicht bekriegen.

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Aber trotz aller Interneteuphorie werden die linearen, analogen Programme nach wie vor im Mittelpunkt stehen – denn mit unseren Hörfunkprogrammen erreichen wir nach wie vor täglich fast 50 Prozent der Menschen in unserem Sendegebiet. Selbstverständlich übertragen wir auch kulturelle Höhepunkte wie die Donaueschinger Musiktage live im Radio, wir produzieren nach wie vor aufwändige Hörspiele, laden Anfang November wieder zu den ARD-Hörspieltagen ins ZKM nach Karlsruhe ein und loben Preise für Hörspielkunst aus, wie den Karl- Sczuka- Preis.

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LINKS

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RELATED

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KLANGAPPARAT

Für stetige Qualität steht das Leib- und Magen- Netlabel broque , welches sich nach südwärts bestrebter geographischer Veränderung gleich mit einer czz-hoerempfehlung“echten” LP von Max Cavalerra sowie einer neuen Net- Release in den Senderaum zurückmeldet . Was per Podcast ( > brotcast ) längst eingetroffen ist , harrt allerdings noch der Handhabbarkeit auf der im herbstlichen Transformationsprozess befindlichen Webseite.

Während wir für die in|ad|ae|qu|ate Verströmung gerne noch auf die entsprechende Ausreifung der fruchtigen Spätlese von “Terra Australis” zuwarten , vertreiben wir Misstöne , Sturmböen und Oktoberöde mit einem akustischen Blick zurück in Sanftheit : Das “broque.de- Set” , welches vor zwei Jahren bei deepindub erschien , erweist einen nach- hall- tig feinherbperlenden Abgang - zweiundneunzig Minuten lang . CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM ( WMP ).

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Gütiger Grimme 08 : Die Nominierungen



||| LOOK BACK IN ANGER - RESET | MENÜ 1 : INFORMATION | MENÜ 2 : WISSEN UND BILDUNG | MENÜ 3 : KULTUR UND UNTERHALTUNG | MENÜ 4 : SPEZIAL | KOCHREZEPT : STATEMENT DER NOMINIERUNGSKOMMISSION | FAZIT | KLANGAPPARAT

LOOK BACK IN ANGER - RESET

grimme online award nominiert 2008Goldes Wert wieder einmal die Grimme- Online- Award- Nominierungen : Nach einigem Ingrimm im Vorjahr über Inzüchteleien zwischen Juroren und Bewerbern an der Heimfront sowie über brutales Buhlen einzelner Content- Anbieter um die Publikumspreisgunst durfte man anno 2008 mit einem förmlichen Reset rechnen .

Manches mag allerdings eher darauf hindeuten , dass die Nominées schön gleichmässig nach Opportunitäten ausgewählt wurden : jeder Ziel- Rand- und Mittelgruppe ihr Töpfchen unters Deckelchen . Die “Best of the Blogs” sind in noch frischer Erinnerung ….

Was die Nominierungskommission heroisch aus “fast 1.900 Vorschlägen von Anbietern und Internetnutzern … ausgewählt” hat , auf dass das p. t. Publikum “bei unserem Medienpartner TV Spielfilm aus den nominierten Websites Ihren Favoriten für den Publikumspreis … auswähle” , ist grösstenteils nicht eben von schlechten medialen und finaziell unterbutternden Eltern .

Nun kann der Run auf das , was schon gestalterisch gut und teuer ist bzw. mit ideellem oder humanitärem Mehrwert ( de facto : ehrbar , aber chancenlos ) glänzt , losgehen . “Vox populi vox Mitmach” mag sich bis 8. 6. , 24.00 Uhr melden . |||

MENÜ 1 : INFORMATION

grimme online award nominiert 2008

MENÜ 2 : WISSEN UND BILDUNG

grimme online award nominiert 2008

  • einestages ( direkt ) - Mitmach- Geschichte von SPIEGEL ONLINE : Oral History im Zeitalter der elektronischen Diffundierung . Und Der Spiegel grinst
  • kids-hotline ( direkt ) - Jugend Counceling online : Man kennt ja die Probleme …
  • Kinder-Reiseführer ( direkt ) - bestens alimentiert vom SWR Kindernetz . Keine Kunst : Kinder ( und Tiere ) wirken im Journalismus immer .
  • neuneinhalb ( direkt ) - diesmal ein WDR- Angebot , Stichwort “Medienkompetenz” für Kinder und Jugendliche , Webseite zur gleichnamigen FS- Sendung . ÖR- Anbieter Numero Zwei unter insgesamt Vier : Teil eines insgesamt massiven medienpolitischen Statements im Hinblick auf die hysterische Debatte um öffentlich- rechtliche Expansionen im Netz .
  • Weltreligionen ( direkt ) - wieder WDR , ÖR- Anbieter Numero Drei , Thema von hoher symbolischer Dignität .
  • zeitzeugengeschichte.de ( direkt ) - politische Pädagigik , Numero Zwo : Jugendliche in Oral History ( auch Numero Zwo )- Interviews mit NS- Zeitzeugen . Symbolisch wertvoll , praktisch chancenlos . |||

MENÜ 3 : KULTUR UND UNTERHALTUNG

grimme online award nominiert 2008

MENÜ 4 : SPEZIAL

grimme online award nominiert 2008

Hobnox.com ( direkt ) - A/V- Portal mit Angebot von xtra Tools : Kategorie “Praktikables Angebot eines Community- Building” oder “Beware of Freeconomics” ?

  • Sandra Schadek – ALS ( direkt ) - Aus dem Leben mit der degenerativen Krankheit ALS : Statt es selber schreiben zu müssen , borgen wir uns Kollegenworte :”Wenn eine schwer erkrankte Person über ihre Krankheit im Internet schreibt, ist jeder Kritiker auf verlorenem Posten.”
  • ZDFmediathek ( direkt ) - Öffentlich- Rechtliches Numero Vier von Vier : Im Sinne des Namenspatrons des Preises ein dezidiertes medienpolitisches Statement , gerufen ins Schlachtfeld um derzeitige und zukünftige Netzräume . |||

KOCHREZEPT : AUS DEM STATEMENT DER NOMINIERUNGSKOMMISSION

grimme online award nominiert 2008

Im achten Jahr des Grimme Online Award, nach dem Sichten hunderter Online-Angebote in Text, Bild und Ton, kann die Nominierungskommission vermelden: Das Entdecken qualitativ hochwertiger, innovativer Angebote im Web ist nicht leichter geworden.

Wie schwer das Finden ist , erweisen die geradezu exotischen Nominierungen ( FAZ , ZDF , Spiegel , Geo … ) .

Zudem neigt man in der Epoche der Grossen Koalitionen zu Paar- Bildungen ( der Grimme- Nominierungsliste als Online- Arche Noah ) :

Im Bereich Zeitgeschichte zeigen große Onlinemedien ( “einestages” ) wie kleinere Projekte ( “zeitzeugengeschichte.de” ) , wie sehr sich das Internet auch als Medium der Erinnerung eignet, zum Festhalten von Biografien, zum Sammeln von Dokumenten der kleinen und großen Geschichte und zum Austausch darüber.

… beziehungsweise die ex aequo- Nominierung je eines öffentlich- rechtlichen und privaten Online- Video- bzw. On Demand- Formats : “ZDFmediathek” versus “Hobnox.com” ; … beziehungsweise die ex aequo- Nominierung von zwei politischen Blogs , je einer gegen Druck von rechtsunten ( “Störungsmelder” ) bzw. von rechtsoben ( “netzpolitik.org” ) . Aber so funktionieren Jurien eben .

Medien- material- ästhetisch verbrämt ( “spannende Entwicklungen gab es dabei vor allem auf zwei Gebieten … : Online-Video und Nutzerbeteiligung”) wird des Users Voice auf den Sockel gehoben , soferne diese in einem volkserzieherischen oder pädagogischen Framework paternalistisch eingebettet erklingt :

Jugendmedienprojekte schaffen eine Plattform für selbstgedrehte Videos von Jugendlichen und vernetzen sich europaweit ( “ROOTS&ROUTES TV” ); Kindernachrichten-Programme geben ihre Zuschauern Tipps für eigene Beiträge ( “neuneinhalb” ); Schulklassen stellen ihren Heimatort im Netz vor (”Kinder-Reiseführer”). So sind wir auch für die kommenden Jahre gespannt auf weitere Angebote, bei denen die Nutzer nicht bloß Publikum bleiben.

Last but not least ein gegen jeden Einwand gefeites Plädoyer für das Individuum und den “menschlichen Faktor” :

Sandra Schadek schreibt über ihr Leben mit einer fortschreitenden Krankheit des motorischen Nervensystems - konkret: Amyotrophe Lateralsklerose. Sie gewährt einen reflektierten Einblick, ohne journalistische Mittler, dafür mit Rückkanal; das Ergebnis ist exemplarisch. |||

FAZIT

grimme online award nominiert 2008Symbolisch “wasserdicht” in alle Richtungen des Wahren Schönen Guten , liegt das Urteil der Jury klar auf Seiten der Big Player : Auch hier schön paritätisch auf öffentlich- rechtliche und privatwirtschaftliche Konzerne aufgeteilt . Kurz : Das Publikum hat die Wahl , keine Wahl zu haben . |||

KLANGAPPARAT

Talking about Freeconomics : Nach dem coup de génie der instrumentalen czz hörempfehlungGhosts I-IV ( Februar ) rücken NIN exakt drei Monate später mit einer weiteren Versuchung der freien Lizenz zum Nehmen / Geben heraus : “The Slip” ist am 5. 5. online erschienen , zwei Monate vor dem Vertrieb der gewerblich erwerbbaren Hartkopie : “as a thank you to our fans for your continued support, we are giving away the new nine inch nails album one hundred percent free” , lässt Trent Reznor die hörenden Völker wissen . Here we go und dies mit griffig- grimmiger Energie - CLICK HERE TO LISTEN STREAM . |||

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ARD- ON : Wedelt , ihr Wachhunde !



||| WEHRET DEN WUCHERUNGEN | MELDUNG UND MEINUNG | LOOK BACK | KUCK SELBER | WATCH- DOGS , WEDELT DOCH ! | LINKS

WEHRET DEN WUCHERUNGEN

copyright_inadaequat_pikto_internetIn schönster komplementärmedizinischer Ganzheitlichkeit sprach Frau Mediendoktorin Merkel ein Machtwort und trat eventuell malignen Online - Wucherungen der öffentlich- rechtlichen Anstalten beherzt entgegen . Da passte gut , dass die KEF ( die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten ) kam , sah , und diagnostizierte , dass ARD , ZDF und Deutschlandradio ihre Selbstbindungserklärungen zur Begrenzung der Ausgaben im Online- Bereich auf 0,75 Prozent des Etats nicht einhalten . |||

MELDUNG UND MEINUNG

copyright_inadaequat_pikto_internetWas die FR - einen Bericht des Branchendienstes Funkkorrespondenz referierend - am 17. 11. meldete , findet in den - anzunehmend rein neutral ohne jedes Eigeninteresse am Online- Werbekuchen berichtenden - Medienverlagen nun nachgerade barocken Widerhall . FAZ- NET springt am 21. 11. zur Untermauerung der am vorangegenagenen Freitag prominent aufgemachten Jubelmeldung auf . Dass “Meinung” hier nicht mehr von “Meldung” getrennt ist , erweist die suggestive Phrasierung “sich aus der Sache herauswinden” , die der Zusammenfassung eines Gesprächs mit ARD- Chef Fritz Raff vorangestellt wird . FAZ NET - ohne Autorenennung - deckt schonungslos auf ! |||

LOOK BACK

copyright_inadaequat_pikto_internetAuch heise ( ! ) und Die Welt schnappen den bereit liegenden Knochen erst am Mittwoch , den 21. 11. auf , bleibt in der Sprachgebung indes nachgerade keusch zurückhaltend : “Laut Berichten sollen ARD, ZDF und Deutschlandradio zuviel Geld für ihre Online-Aktivitäten ausgegeben haben” . In beiden Fällen beruft man sich auf DIE ZEIT , die in der Berichterstattung über die ( Selbst- ) Alimentierung der ARD- Anstalten eine stattliche Agenda aufzuweisen hat . |||

KUCK SELBER

copyright_inadaequat_pikto_internetKlar , es ist Winter und die Immunabwehr vieler Medienkonsumenten ist geschwächt . Da fängt man sich schnell einen dieser Meinungsmacher- Viren ein . Ist ja hübsch , sich in kalten Tagen ein wenig zu erhitzen .

Wie wäre es aber , man sähe sich mal selber an , was die derart inkriminierten öffentlich- rechtlichen Sender online zu bieten haben : Hier ist das Audio- und Videoportal aka ARD Mediathek zum Selber- Sehen .

in|ad|ae|qu|at steht - nota bene - jeder Apologie der Selbstherrlichkeit der öffentlich rechtlichen Anstalten fern . Aber wäre mit der online- Abbildung der per definitionem FLÜCHTIGEN flüchtigen Audio- und TV- Inhalte nicht auch deren BESSERE ÜBERPRÜFBARKEIT durch den Medien- Konsumenten gegeben ? - Im Netz hinterlassen Fehler dokumentierbare Spuren , wo sie ON AIR schnell verwehen . |||

WATCH- DOGS , WEDELT DOCH !

copyright_inadaequat_pikto_internetVielleicht erinnert sich Manch Einer ja noch an ddie Idee des Internet als Medium einer aktiven Demokratie . Dazu zählt auch die Kontrolle , Dokumentation und Diskussion dessen , was als “Meldung” , “Bericht und “Nachricht” so ausgegeben wird .

Medien- Wachhunde sollten die online prachtvoll daliegende Beute doch eigentlich aus vollstem Herzen begrüssen ? |||

KLANGAPPARAT

Nachgerade sentimental könnte man werden , wenn Release Numero 36 des russischen Netlabels electrosound anhebt : Keyboarder / Elektroakustiker moroza_knozova ( aka ) georgiy stefanov ist nicht nur bewährter Hausfreund dieses Labels , sondern bespielt auch die - hier czz hörempfehlungbereits ausgiebig ausgestellte - Agenda des noblen japanischen bumpfoot . In seinem Sound ist dieser bekennde Autechre- und Aphex- Twin- Adept seinen Vorbildern auf stupende Weise treu , ohne es an widerborstigen Eigenarten vermissen zu lassen . Wie oben schon argumentiert : Zurückblicken , um nach Vorne auszuschreiten ! - CLICK STREAM TO LISTEN : 01. fish [4:59] | 02. fila [6:24] | 03. smplhrmns [4:24] | 04. lightnight [4:51] | 05. smplhrmns (framewatcher remix) [7:08] | 06. Vragi (moroza_knozova remix for 2H Company) [4:51] |||

LINKS