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Bachmannpreis 2009 - Nachand 1 Nachschrift



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NACHAND NOCH EINMAL : SO SEHEN SIEGER AUS

Nachdem wir die Preisträger des Ingeborg- Bachmann- Wettbwerbs bereits gestern der in|ad|ae|qu|aten MITSCHRIFT angefügt haben , kann deren Wiederholung nun auch im Nachhinein nicht schaden . Lange hat es gedauert , bis für die diversen Preise absolunte Stimmenmehrheiten erzielt werden konnten , aber nachand - ein Austriazismus für nachher , schliesslich - hatte man eine gediegene Truppe an Preistragenden beisammen .

Und damit einen Cluster eher mänllicher , eher realistischer Erzähformen , deren mehr oder weniger offen liegender Erzählmotor betrieben wird mit dem Sprit von Krisen , sämtlich ins Private gekrempelt . Auffallend und für die betroffene Gebietskörperschaft höchst frustrierend : kein noch so klitzekleines österreiches Prosastückerl hat es aufs Podest geschaft -

Ingeborg- Bachmann- Preis 2009 an Jens PetersensBis dass der Tod” - Jury im 2. Durchgang 5 : 2

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NACHAND NOCH EINMAL : PRESSE ORTET EINE REVANCHE FÜR CÓRDOBA ‘78

Dass der gastgebende Literaturweltmeister ( Selbsteinschätzung ) keinen Preis erringen konnte , wird selbstredend von den österreichischen Medien als schmerzlich vermerkt . Indes sparen auch deutsche und schweizerische Kommentare nicht mit der Registierung lokaler , regionaler bzw. nationaler Auszeichnung . So vermerkt der für Spiegel Online adaptierte Agenturbericht , dass lediglich mit dem Sieger Jens Petersen aus Pinneberg / Hamburg ein “Restdeutscher” geehrt wurde :

Die anderen Preise, die am Sonntag im Rahmen der Bachmann-Lesungen verliehen wurden, gingen allesamt nach Berlin. ( SpOn )

Ein klein wenig anders rahmt die aus derselben Agenturmeldung gespeiste Darstellung der WELT das Siegerbild :

Alle fünf im Rahmen der 33. Klagenfurter Tage der deutschsprachigen Literatur vergebenen Preise gingen in diesem Jahr an Deutsche. ( DIE WELT )

Dass mit dem Ausstechen der traditionell am Sprachspiel oientierten österreichischen Vorzeigetexte durch “deutsche Realisten” ein heikles Thema der bilateralen literarischen Beziehungen auf dem Spiele steht , beweist die wiederholt Berufung auf den berühmten Fussball- WM- Sieg Östereichs gegen Deutschland 1978 in Córdoba :

Läuft das hier auf ein neues Córdoba hinaus ? ( WELT )

fragt Elmar Krekeler im Zuge seiner Live- Notizen in der WELT rhetorisch , wohingegen Sandra Kegel im zusammenfassenden FAZ- Artikel bereits ex post deklarieren kann :

Die Revanche für Córdoba . ( FAZ )

Ins Ästhetische übersetzt heisst dies innerhalb des genannten Artikels nichts weniger als Folgendes :

Längst hat der Realismus die einst in Klagenfurt tonangebende Experimentalliteratur verdrängt. ( FAZ )

Nicht unredlich wird das Tertium Comparationis von Sandra Kegel referiert :

Ästhetische Ideologiekämpfe werden nicht mehr ausgetragen, aber die literarischen Vorlieben der Juroren weichen zum Glück noch immer erheblich voneinander ab. In diesem Jahr tat sich in der Jury eine weitere, länderspezifische, nämlich deutsch-österreichische Front auf, dass schon das Wort von Córdoba die Runde machte. Während die Österreicher bei der WM 1978 gegen die Deutschen gewannen, waren sie nun die Verlierer. Die Autoren der Wiener Juroren Karin Fleischanderl und Paul Jandl gingen durchweg leer aus. ( FAZ )

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“BLANKES ENTSETZEN” Vs. “LIEBLICHKEIT : ZWEIFEL AN DER KOMPETENZ DER JURY

Im konkreten Fall

brach die seit Beginn schwelende Realismus-Debatte dann über Andrea Winkler herein, die in einem überorchestrierten Textklotz ein skrupulöses Ich sprechen lässt, das es kaum wagt, den Fuß ins Gras zu setzen. Wohl weil der erratische Wortfluss - etwas für hartgesottene Poststrukturalisten, wie Ijoma Mangold seufzte - sich jeglicher Kritik entzog, schoss die Jury sich auf Formfragen ein. In ganz andere Richtung experimentierte Caterina Satanik, die eine unerhört harmlose Rollenprosa einer Frau vorlegte, die ihrem Liebsten samt Hund nachweint. ( FAZ )

Dass Winkler mit dem - selbst für ihre ( sonst legitimen ) Begriffe - solipsistisch und sprachphilosophisch abstrus aufgeblasenen Mantra auf wenig Gegenliebe stiess , haben wir in der in|ad|ae|ae|qu|aten MITSCHRIFT ( Teil 3 ) ebenso angemerkt wie enorme Befremdung angesichts der arg “lieblichen” Aufnahme des als Schlusstext präsentierten Débuts der Wienerin Caterina Satanik . Entsprechend erleichtert konnten wir heute ähnliche “????”- Reflexe bei anderen Beobachtern regiatrieren :

Gerrit Bartels , welcher den deutsch- österreichischen Grabenkampf um eine mögliche zeitgenössische Erzähl- Ästhetik durchaus vermerkt , vermochte im Tagesspiegel die einhellige Schlussbegeisteung der Jury noch auf deren “Erschöpfung” zu schieben :

Was auffiel, waren die deutsch- österreichischen Streitereien, verkörpert durch Fessmann und Ijoma Mangold auf der einen und Jandl und Fleischanderl auf der anderen Seite. Die Deutschen, zuweilen assistiert vom Schweizer Alain Claude Sulzer, redeten dem Realismus das Wort, ohne gleich Forderungen nach Alltagsabbildung stellen zu wollen. Die Österreicher brachten dagegen die Moderne in Stellung: Sprach-Experimente wie den verunglückten Wir-Text von Stift und den noch verunglückteren Ich-Text von Andrea Winkler, bei dem man sich nach wenigen Zeilen fragte: Was erzählt die denn da?

Dass die Jury den läppischen Text von Caterina Satanik ungeschoren ließ, mochte an deren Status als Debütantin liegen, die noch nie etwas veröffentlicht hat, vielleicht auch an der Erschöpfung der Jury: Satanik war die letzte Vorleserin dieses Jahrgangs. ( Tagesspiegel )

Das “blanke Entsetzen” angehörs des hochgelobten literarischen Débuts gibt Harald Klauhs in der Presse Grund genug , fundamentale Zweifel an der Kompetenz der Jury anzumelden :

Vom Versagen der Bachmannpreis-Jury sprach das Fachpublikum nach der letzten Lesung von Caterina Satanik. Blankes Entsetzen breitete sich nach dem Lob der Jury für Sataniks Text … aus. Literatur auch, wollte man der 1976 geborenen Wienerin bereits nach dem ersten Satz zurufen: Ich streichle noch immer über das fell vom hund, hieß es da und täuschte mit Kleinschreibung eine Avantgarde vor, die der Text des Weiteren in keiner Weise einlöste. ( Die Presse )

Der deutsch- österreichischen Dauerkonfrontation zum Trotz konnte diemsal die Schweiz quasi einen Einwanderer- Sieg für sich verbuchen :

Ein Deutscher beschert der Schweiz literarische Lorbeeren ( NZZ )

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STATE OF THE ART

Mit Andreas Breitensteins Résumée des Wettbewerbas- Jahrgangs 2009 sei die Runde der traditionellen Klagen über den dortigen “state of the art” eröffnet : “Ein biederer Jahrgang” wird konstatiert :

Kein Autor war angetreten, dem Bürger das Handy aus der Hand zu fegen oder die Decke des ORF-Theaters zu sprengen, keiner liess die Lehrer um die Moral ihrer Schulklasse im Saal bangen, die ‘Krise‘ blieb unbehelligt, der Terror pausierte, und der Klimawandel war anderswo (die politische Invektive übernahm Josef Winkler in seiner Eröffnungsrede gegen Kärntner Kulturbanausentum, Politfilz und Abzockerei). Keiner schrie, keine weinte, nur einer ass Papier. Es gab einen auf die Situation gezirkelten Klagenfurt-Text, und nur einmal wurde es ärgerlich. Realistisches Erzählen aus der leicht verunsicherten Mitte des Alltags dominierte. Surreales war ebenso rar wie Historisches und Experimentelles. Fehlervermeidung war fast schon alles. Ein Plan mittlerer Schwierigkeit sollgemäss erfüllt, und schon gehörte man zu den Besten. ( NZZ )

Wibeke Porombka deklariert in der taz weitgehend “handzahme Texte” - jedenfalls im Vergleich zu Joesef Winklers Eröffnungsrede - , reflektiert allerdings auch eine systembedingte Uneinlösbarkeit von Erwartungen hinsichtlich des prominentesten aller Literatur- Wettbewerbe :

Wie ändert sich der Anspruch an Texte, wenn man sie beim Bachmann-Wettbewerb hört ? Auf der einen Seite wartet man auf etwas Besonderes, etwas Extremes womöglich, weil durch diesen Preis ja eben auch eine Messlatte für das gelegt wird, was man ganz grundsätzlich an zeitgenössische Literatur heranträgt. Es sind also immer auch symbolische und programmatische Entscheidungen, die hier getroffen werden. ( taz )

Allerdings waren auch manche der Voten von Juymitgliedern dazu angetan , als unfreiwillige “Selbstauskünfte” zu fingieren :

Jurorin Meike Feßmann etwa konnte sich deshalb nicht recht für den den Text “Bis dass der Tod” von Jens Petersen erwärmen, weil er ihr zu beklemmend und klaustrophobisch war. Das ist schon ein etwas eigenartiges Argument, zieht es doch den Umkehrschluss nach sich, dass gute Literatur sich dadurch auszeichne, angenehme Atmosphäre zu evozieren. In solchen Momenten war man dann fast am Niveau des Eröffnungsabends angelangt, auf dem der stellvertretende Bürgermeister von Klagenfurt sein Herz für die Literatur damit begründet hatte, dass man sich durch sie so schön von dem ganzen Stress des Alltags erholen könne. ( taz )

Ostentativ abgeklärt charakterisiert David Hugendick in der ZEIT das alljährliche Klagenfurter Klage- Ritual :

Jedes Jahr das Gleiche. Sobald der Sieger des Bachmann-Preises feststeht und sich der dreitägige Literaturbetriebsauflauf wieder verflüchtigt hat, wird man über Sinn und Unsinn des Wettbewerbs diskutieren. Gar, was er über den Zustand der deutschen Literatur verrät – besonders dann, wenn eine Vielzahl der Texte in Klagenfurt blass sind. So wie diesmal.

Glücklicherweise: Über den Zustand der deutschen Literatur sagt der Bachmann-Wettbewerb wenig aus. In Klagenfurt blickt man nur durch ein kleines Fenster auf die laufende Produktion. In diesem Jahr erwischte man die Luke zur Rumpelkammer, in der es selten schmuckvoll glänzte. Das kann uns ärgern. Aber es muss uns keine Sorgen bereiten. ( DIE ZEIT )

Stefan Gmünder weist im Standard notwendig auf die - von vielen Artikeln unkritisch nachgeplapperten - dümmlichen Eröffnungs- Worte des ORF- Programmdirektors Wolfgang Lorenz hin , die “Tage der deutschsprachigen Literatur” seien “die am längsten sich behauptende Castingshow ( ! ) des deutschen Sprachraums” . Freundlich fasst er die alljährlich kurzfristig aufgebauschte Sinnkrise des Wettbewerbs in das Bild einer quasi naturgesetzlich reiterierten Mischung aus Anziehung | Neugier und Abstossung | Verwerfung :

Realismusdebatten wurden in diesen drei Tagen viele geführt, Sprachdiskussionen wenige. Bleiben wird vom 33. Bachmann-Preis Josef Winklers Eröffnungsrede, der angenehme Umstand, dass sich in Klagenfurt trotz allem alles um Literatur dreht - und ein ‘Was machen wir eigentlich alle hier ?‘ - Gefühl. ( Der Standard )

Weitere Wiederholungen , Variationen und “Etüden” ( Burkhard Spinnen ) dann im nächsten Jahr -

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KLANGAPPARAT

Natürlich hängt uns nach drei kondensierten Tagen Klagenfurt plus kollateraler Textproduktion und -Rezeption die Sprache einigermassen beim Halse heraus . czz-hoerempfehlungZwar kommen auch des Walisen Tom Ellis‘ ( MySpace ) gelassen instrumentirte Minimal- Tech- Tracks nicht immer ohne Sprach- Samples aus , doch bleiben deren Amplitude & Aussagekraft erträglich minimal .

Sonst bietet die bei trimsound erschienene “In Circles“- LP eine feine Dosis Langstreckensound aus diskret ineinanderfliessenden Strömen von Nu Jazz und Breakbeat , Dub- Anmutungen und geschmeidiger Elektronik .

CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM ( WMP ) .

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RELATED

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Bachmannpreis 2009 - Mithin 1 Mitschrift



||| DIE MITSCHRIFT | SPEKULATIONEN & BEFUNDE | UDPDATE 28. 6. , 11:30 H : DIE GEWINNER | PRESSEKOMMENTARE WÄHREND DES BEWERBS | RELATED

DIE MITSCHRIFT

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Ein bisschen geht nicht . Wenn man das Spiel mitspielt , dann bitte konsequent und bis zum Schluss . Das Spielmodell hiess früher “Ingeborg- Bachmann- Wettbewerb” und figuriert heute unter dem hässlichen Akronym TDDL ( “Tage der deutschsprachigen Literatur” ) ebenso schwer verbalisierbar .

In|ad|ae|qu|at beugt sich erneut über Texte & Tasten und notiert Gelesenes , wie Debattiertes plus einige Krumen visueller Information einfach mit .

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Autor Text Attribute | JurySchulnoteFavoritenbonus
Lorenz Langenegger (CH, Alain Claude Sulzer)

Der Mann mit der Uhr

Viktor , der Müsliesser in hypertropher Selbstbeobachtung : Zentral- Topos : Benützung einer Sitzbank zwischen Kindergarten und Friedhof . Dort Begegnung mit der titelgebenden Figur und deren Logorrhoe von Betrachtungen, beruflichen und privaten Sorgen ( Beckett ! ). Die gefühlte "Verbindung" bricht mit positver Nachricht am Mobiltelefon auseiandner: Viktor bleibt alleine. - Feßmann: "altmodischer Text" eines jungen Autors, expressionistisches Moment - Jandl : Überinstrumentierter Jean- Paul'scher Hang zum Sonderling, welchem in der Grossstadt nur die Wahl bleibt zwischen Sitzbank vor Kindergarten oder jener beim Friedhof - Mangold: Begegnung von Vertretern zweier Klassen, zu vordergründig in Dunkel- / Hell- Metaphorik. Aber "Respekt" - Keller: Depression in Subtilität und Hyperpräzision lokalkoloristisch typisch für die Schweiz - Sulzer empfindet eher "Bochum" - czz: Ungenannt bleibt Widersinnigkeit des Namens "Viktor" - Dafür sieht Mangold das Wort "Bank" in dessen Doppelbedeutung als Sitzmöbel und Ort der Geldwechsler. Ort, wo Kapital lagert (Geld arbeitet in der Zeit) bereits im Titel - Spinnen: Etüde , kein Werk. gut - befriedigend | 2 - 3+ 2 für die Rolle des Eisbrechers & Erst- Vortragenden
Philipp Weiss

(A, Karin Fleischanderl)

Blätterliebe

Schilderung des Kontrollverlustes über Schreib- und Werkhände : Texte entstehen und werden von anderer Hand durchgestrichen . Schreiben ist demnach "Körpertheater" , es bleibt nur stehen , was die Streichhand , ermüdet , nicht tilgt . In einem solchen gegenläufigen Moment des Schichtwechsels von Nachtschicht- und Tagschicht- Ärzten . Die richtige Zeit für Krämpfe und Übelkeiten und "die allgemeine Undurchschaubarkeit" . Spiegelungen , Gegenläufigkeiten und "die allgemeine Undurchschaubarkeit" . Arzt vs. Patrient ( parallel zum Verhältnis "Ich" und Simone , Zwillingskindergärtnerin , in beiden Fällen Wiederholungen , Echos , Spiegelungen : "Und wir beide nickten" , "und wir beide schwiegen" ) sowie "die allgemeine Undurchschaubarkeit". "Spieglein , Spieglein" : Endoskopie . "Mein Innerstes sollte beleuchtet werden." - Sulzer: Text tritt sehr lustvoll auf der Stelle - Mangold : Fleisch- vs. Papiermensch durch medizinische Untersuchung Letzteres bestätigt ; Mangold genervt von der Fingerfertigkeit im humoristischen Behandeln einer literarichen Schaffenskrise - Keller : hinterhältiges Paraphrase auf den 33. Bachmannpreis, wo ja eine reale Skopie stattfinde, dort das literarische "Körpertheater", hier das Geschehen im sog. "ORF- Theater". Verweist auf ( biblische ) Motiv- Tradition der verspeisten Schrift ( Johannes ) - Jandl leidet an der für ihn nicht nachvollziehbaren Humoristik des Textes - Feßmann: Allegorie des künstlerischen Schaffensprozesses "sehr nett", damit ein echter Klagenfurt- Text - Mangold bestätigt, es sei in der Tat ein typischer TDDL- Text - allerdings einer der 90er Jahre: Kategorie "Metaliteratur" , selbbstreferentielles Schreiben , allerdings ohne dem Genre etwas hinzuzufügen - Spinnen : Etüde oder Variation auf Muster Schreib- vs. Liebesaktes. Text keine Kopf- , sondern eine Abdominalgeburt. befriedigend | 3+ | - 1 :doch nichtpostmodern , sondern realer Aktionismus beim Verspeisen eines Blattes Esspapiers : Damit habe Weiss Bachmannpreis- Geschichte geschrieben

Karsten Krampitz

(D, Hildegard Elisabeth Keller)

Heimgehen . Eine Novelle

"Ein angeblicher Spitzel der sich auf das Beichtgeheimnis beruft" - 78jähriger Pastor im (imaginären) Interview bzw. inneren Monolog mit einem westdeutschem Reporter. Thema: der von ihm observierte Freikirchen- Pastor Benno Wuttke ("im Berufsverkehr ein fahrender Gottesbeweis"). Deutliche Sympathie für unothodoxen Ex- Säufer und Tippelbruder, nach dessen Selbstverbrennung die Legendenbildung lebendig blieb (Vorbild: Oskar Brüsewitz +1976). Ein Dahergelaufener, ein Hoffender, ein Erzähender, ein Phantast: ein Prophet wie Jesu. - Sulzer: Vortrag des Textes erinnert daran, wie ein guter Regisseur aus einem mittelmässigen Drehbuch einen guten Film machen kann - Feßmann: Wandel der Erzählperspektive, vom Argwohn gegenüber dem Bespitzelten zu dessen fast glorifizierenden Darstellung - Jandl bemängelt das Fehlen des (Unheimlichen &) Politischen - Fleischanderl : Deutsche Biederkeit - Spinnen: Problem von Textauszügen per se: Sprecher erfüllt 3 Funktionen: Er muss die Story erzählen, er muss die Historie anspielen & schliesslich sich selbst - den heimlichen Verräter - salvieren ("nichts unterschrieben") . Im Vortrag Stimme eines Beklagten, im Text fehlen Konturen - "Patronin" Keller: Moment der Nähe eines Erzählens bewusster Oralität (kein stream of conscoiusness). Entsprechend erweist die Lese- Performance die Komposition des Textes aus divers temperierten Wässerchen - Mangold plädiert für Legitimität der sprachlichen, soziolektalen, kolloquialen Mittel just in der Konfrontation mit einem Wessi- Journalisten - Das Beste komme noch: Frage der Konspiration, Ausblick auf den Tod eines Märtyrers. - Replik Autor: Mein Erzähler war kein Sptzel . - Mangold: Wir Wessis glauben der "Gegendarstellung" kein Wort. Man dürfte beim Wettbewerb nicht das Erwartete, sondern müsse das Vorliegende bewerten - Feßmann & Jandl : Dann fehlt Doppelbödigkeit (Jandl) , dann zu harmlos (Feßmann). Fluchtpunkt liegt ausserhalb dieser Veranstaltung - Buch erscheint in ein paar Wochen.Oskar Brüsewitzgut bis befriedigend | 2- 3+ + 1 - Bonus für charmanten Vortrag, triggert mit eigenen Komentaren veritable Saaldebatte

Bruno Preisendörfer

(D, Ijoma Mangold)

Fifty Blues

Mitte des Lebens eines Psychoanalytikers - Spinnen et al.: "schon oft gelesen": Perspektivwechsel Gott - Clown - Ego, diverse Echos der Zahl "50" (... Minuten einer psychotherapeut. Sitzung) - Keller : Gott amerikanisiert als "couch potatoe" - Jandl: Theodizeefrage vs. aufgesetzt naive Adressierung als "lieber Gott" - letztlich Komödie : Erhabenes und Komisches - Text polarisiert - Befriedigend bis genügend | 3 - 4 + 2 - Text polarisiert

Christiane Neudecker

(D, Meike Feßmann)

Wo viel Licht ist

Debatte beginnt bei Horrortradition um im angstfreien Virtuellen zu enden - Schattendiebstahl : Schlemihl- Motiv, Handlungsort: lichtverschmutztes Hongkong , virtuelle Welten der Ortlosigkeit, Raumlosigkeit, Schattenlosigkeit - Spinnen : gelangweilt von der 1001. "Ich- Verlust"- Story - czz: erinnert stark an frühe Romane & Stories von Siri Hustvedt - Mangold beklagt "Bedeutungsaufpumpungen" - Entente hinsichtlich "Künstlichkeit" & Konstruiertheit" des Textes - aber, so Feßmann, ein Satz wie "das kann nicht gesund sein" zeichnet den Text als eindeutig weiblichen aus -( Sehr ) bis Gut | 1 - 2+ 2 - zeitgemässe Virtualität , Geschlechterkampf quasi im Nachhall Baudrillards

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Autor TextAttribute | JurySchulnoteFavoritenbonus

Linda Stift (A , Karin Fleischanderl)

Die Welt der schönen DingeJury fast einhellig in Ablehnung eines in einer diffusen "wir"- Instanz erzählten Flüchtlingsschicksals (Schlepperwesen) - Spinnen frei nach dem Song der "Doors": "universal refugee" - Kritik an Plausibilität von Perspektive und Sprache - Absurde Wendungen aus Hang zur Konkretion.Nicht genügend | 5-

Ralf Bönt (D, Meike Feßmann)

Der Fotoeffekt

Parallelschaltung zweier Momente im Leben bedeutender Naturwissenschafter - Michael Faraday und Heinrich Hertz bei dessen Geburt - Gottlob keine Kelhlmann'sche Parallelbiographie, indes beschäftigt die Jury hauptsächlich die Frage "Wer spricht ?" - Antwort Keller: Ein Photon bzw. Phonon, also ein "Kamikaze- Erzählen" - Jandl fühlt "Drehschwindel" angesichts inkohärenter Bilder & kurioser Formulierungen -Fleischanderl: "leere Behauptungen" - Spinnen: Bereits der erzählerische Konnex der beiden Bios stellt eine "Behauptung" auf, deren Charakter unklar sei - Allgemeines Interesse am Motiv des "faustischen" Quecksilbers: Faradays Teufelspakt mit einem Element, welches, die Wissenschaft zunächst erhellend, Körper und Geist des Physikers allmählich zerstört - czz: Todesvorahnung Faradays // Zur Welt- Kommen Heinrich Hertz' ... wird nicht ausgeführt.

gut | 2+ 1/2 für Spartenwechsel

Karl-Gustav Ruch (CH, Paul Jandl)

Hinter der Wand -

Leben im (spanischen) Mietshaus mit all seinen Geräuschen, ständige Gegenwart unsichtbarer Nachbarn: Jury hat auch dieses Setting um die "hundert Mal" bereits gelesen: Feßmann (Motiv der Termiten) ernnert an Eichs "Träume", Keller an die soziale Stapelung in Joseph Roths "Hotel Savoy" - Komplex von Einsamkeit und Voyeurismus birgt gehörig viele Spitzweg- Anteile ( Spinnen ) - Figuren schematisch & "Abziehbilder" ( Jandl ) - folkloristisch im Versuch eine "dämonische Symphonie" zu erschaffen bzw. ein panoramatisches Gesellschaftsbild; Verdacht des Trivialen - Trotz aller Kritik gibt es ein Wohlfühlen im vorausschaubaren Text - vielleicht birgt die geschilderte Wohnsituation ja doch das Potenzial zur platonischen Höhle ? (Jandl)gut bis befiredigend | 2 bis 3+ 1 für Polyglossie

Jens Petersen (CH, Burkhard Spinnen)

Bis dass der Tod

Jandl: Text überdeterminiert per Ingredienzien des Todes - erster Text im Präsens - Sulzer betroffen von Präsenz, restlos begeistert - Fleischanderl: Text kommt zwischen Skylla der Euthanasie & Charybdis des Selbstmords mit Anstand durch - Mangold ortet Zwischentöne, ist fasziniert von postapokalyptischer Stimmung m Landschaft im Zwischendrin (non lieu) - Spinnen: klass. novellist. Moment im Doppel- Selbstmord, Liebestod - Jandl & Keller: kitschverdacht (Jandl wird diesen nimmt Kitschverdacht am folgenden Tag zurücknehmen: sei ein sehr guter Text)( Sehr ) gut | 1 - 2 + 1 für das treatment der Letzten Dinge ohne Pathos

Andreas Schäfer (D, Alain Claude Sulzer)

Auszeit

Abstand, Distanz des Piloten - Handlungsabläufe - professionelle Zurückhaltung - Beileid & Beerdigung werden erwähnt, langsam taucht der Tod des Sohnes aus dem Schatten der Andeutungen - plötzlich fällt das Wort vom "Mörder seines Sohnes" - Wiederaufnahme des Flugbetriebs, doch Trauma isoliert ihn von Crew und deren üblichen Ritualen, Trunk, Rausch, Chaos bleiben zunächst diskret ... - Keller positiv: Unerhörtes vs. technische Routinen, Motiv von Verlust bzw. der Beibehaltung von Kontrolle - allg. wird Parallele zu der von Petersen gschilderten Grenzsituation bestätigt - Fleischanderl: sprachlicht nicht unerhört, sondern platt - Feßmann: Tod praktisch Nebenrolle, während Petersens Text "mit dem Tod erpresst" - Mangold: individuelle Tragödie vs. sonderbare Unberührbarkeit, Doppelbödigkeit - Spinnen: Notwendigkeit, Formulierung einer SPEZIELLEN Distanziertheit zu finden gut | 2 - 1 Malus für grässliches Video, Autor vor Latte Macchiato

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AutorTextAttribute | JurySchulnoteFavoritenbonus

Gregor Sander (D, Hildegard Elisabeth Keller)

Winterfisch

Ruhiger Text der Trennungen: Freundin / Frau des Ich- Erzählers, Vater- Liebhaber der Mutter - Text der Krise: schöner, stimmungsvoller Text, der sich sehr viel Ruhe gönnt (Jandl) - Feßmann: sprachliche und narrative Ungeschicklichkeit, funktioniert dennoch beim Vorlesen, da filmische Mittel - Fleischanderl kontert: handwerklich sehr gut gemacht, filmische Dramaturgie, Motive gut entwickelt, evtl: handwerkliche Tugend womöglich ein Einwand - Mangold: Stoffseite interessanter als Formseite: Politische Geschichte im Spiegel des Privaten - Keller : Einbettung in Landschaft (läuft in Hafen ein), freundliche Berührung der Dinge, Objekte, Tiere - Spinnen: punktgenau auf 1989- Jubiläum hin geschrieben; Zweifel: Ruhe im Sturm der Historie - eine Hebel'sche Kalendergeschichte ? - Zu determiniert: Keine offenen Stellen.gut bis bfriedigend | 2 - 3+ 1 für unspektakulären Habitus

Andrea Winkler (A, Paul Jandl)

Aus dem Gras

czz: Hand, Gras, Zaun, Haus, Wort: Karrussell der Metonymien, Kryptozitate Konrad Bayer, Ludwig Wittgenstein. "Ich vermag nicht mehr der Schaukel zu springen": Weglaufen / Zurückkommen. Zug, Schiff: Flucht, Ankunft, Erwartung. Ein Haus in die Luft zeichnen: Bachmann- Celan-Hommmage hinsichtlich poetischer Indirektheit und parabolischen Sprechens. czz: Zu gewollt, abstrakt poetisch, zu gesucht x- , y und, z- bezüglich. - - Fleischanderl: Winklers Text dampft Literatur auf ihr Wesentliches ein. Selbstversicherung des Ich via Sprache radikaler Subjektivität. Literatur schafft Welt, bildet sie nicht ab. - Mangold signalisiert Unverständnis, zu grosse Worte - Keller: Text ohne Referenz, Sprache selbst ihr Thema, Text schafft sich seinen eigenen Raum; thematish evtl. Liebesverletzung, verärgert durch die Nötigung durch solche Texte - Fleischanderl erinnert an musikalischen Charakter von Literatur, welcher bislang noch nicht beim Wettbewerb thematisiert worden sei - Spinnen bestätigt, dass musikalische Wahrnehmung ausserwörtlich verstehbar sei, billigt deren subjektive Usurpation allerdings nicht - Jandl : Text der Selbstvergessenheit, eingebettet in sprachlich evozierte Bilder, Klänge , besonders allerdings ihre eigene Wirklichkeit - Keller: mönchische Meditations- Praxis der "rumniatio" - Sulzer sujektiv: "Schlaflied". Zu hoher Ton. Geklöppelt - Mangold fühlt sich in Überbau- Debatte gedrängt - Jandl zitiert abschliessend aus Text: "Es wäre schade , wenn sich die versammelte Runde der Befugten über alles blitzschnell einig wird."befriedigend | 3 ( als Gerade- Noch- Tribut an formal ambitionierte, sprachthematische Literatur )- 1 Malus für Video: Theatermotiv, Kaffeehaus, sinnendes Blicken = Kitsch | + 1 Bonus für weit beachteten Droschl- Bände

Katharina Born (D , Ijoma Mangold)

Fifty Fifty

Sulzer: Gechichte um Vaterliebe und Verlassen der Eltern, fordert Bemessung der Stilistik an hohem Anspruch des Textes - Jandl : saubere und aseptische Atmosphäre; wie kann, den Schluss- Satz zitierend, hier überhaupt jemand schwanger werden ? - Feßmann: positiv, dass es um menschliche Beziehungen und deren Schwierigkeiten, 68er- Erzählung, der Tochter wiederfährt Selbes wie einst der Mutter. Erotische Komponente wie bisher in keinem der Texte - Keller: Spannung durch Andeutung und Andeutung, Anregung, über die angedeuteten "verfehlten Leben" nachzudenken, vielleicht bezieht sich Titel "Fifty Fity" auf das von Mutter und Tochter geteiltes Schicksal - Spinnen: Text wie ein Film- Treatment lesbar, man füllt Leerstellen selbst mit "68"- Klischees aus: sei dies ein Trick oder eine genuin literarische Leistung ? - Fleischanderl sieht mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet - Mangold vs. Jandl: Text durchgehend von Macht- = Gewaltstrukturen (& Sexualität) strukturiert - Spinnen: WIE erscheint das Angesprochene (Allgemeine) in der Konkretion des Textes ? - Mangold: bewegliche Erzählerin hält Spannungsfeld zwischen Figuren permanent aufrecht - Keller: deutsche Historie bei Schäfer und bei Born dezent im Hintergrund aufgespannnt - Spinnen: Dezenz als Frage der Inneneinrichtung - Sulzer: weibliche Perspektive auf 68: "durfte nicht zugegeben werden, dass es sich um ein Spiel handelt". Nach gebührlichem Lektorat hätte der Text Chancen - Mangold: "68" und "verfehlte Leben", trotz gesellschaftsverändernden Ansprüchen - Jandl: "68"er- Spiessertum auch sprachlich.befriedirgend - genügend | 3 - 4 + 1 für Status als Tochter Nikolaus Borns | - 1 für brutal weichgezeichnetes Kitschvideo

Caterina Satanik ( A , Burkhard Spinnen )

leben ist anders

La Naive mystique ? - Numerologische Beratung nach Trennung ("Lebensbaum"). Mann und sein Hund als Exponenten der Konkretion ( im Jargon dieses Textes wohl "Erdung"). Wie wird sich die Jury aus DIESER Affäre ziehen ?! - Feßmann mit Mut zum Positiven: Verlassene Frau spielt Freud'sches "Fort-Da"- Spiel, "ulkige Art, Lebenshilfe- Bücher in den Text zu integrieren", angeblich ironisch - Mangld: lobt Leichtigkeit und kolloquiale "Liebenswürdigkeit" des Textes, gewisse Umständlichkeit, Spiel mit trivialem Genre der Ratgeberliteratur - Jandl: Text nährt Verdacht, männliche heimwerkerei sei fehlgeleitete Zärtlichkeit, dahingegen naive Verschlagenheit der Frau, beachtlich als Début - Spinnen: Rollenprosa löst das in der bisherigen Debatte Vermisste ein - Keller wiederholt das Wort der "Liebenswürdigkeit", Mut zur Dümmlichkeit beachtlich, es bräuchte da eventuell eine komplexere, relativierende Figur - Fleischanderl: keine "putzigen" Austriazismen, sondern ungeschickte Umgangssprache, bezweifelt Absicht der sprachlichen Naivetät - Spinnen: Rekurriert auf vrangegangene "Moderne-vs.-Realismus"- Debatte, sieht hier einen dritten, anderen Weg ( "Ich möchte einfach sein"). Quasi ein Ringen um Naivetät, persönlich "in den Text verknallt", wandelt gleichwohl auf dünnem Eis - Manold vs. Spinnen: Leichtigkeit bitte nicht mit Letzten Dingen aufpumpen - Sulzer: Erinnerungen, aber kein einziger expliziter Vorwurf gegen diesen Mann - Jandl: implizit wohl, "schon die Beschreibung genügt" - nicht genügend | 5 + 1 Bonus Début | Malus erneut : grässliches Video, welches nämlich die von der Jury behauptete absichtliche Naivetät, Mystik und "Erdung" Lügen straft

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SPEKULATIONEN& BEFUNDE

Was würden wir auf welche Gewinner setzen ? - An den Damen Christiane Neudecker und Andrea Winkler geht’s wohl kaum vorbei . Irritierend die ( erschöpfte ? ) Zuneigung der Jury zu Caterina Sataniks angeblicher “Lieblichkeit” .

Innerhalb der Herrenriege lägen wären uns subjektiv in|ad|ae|qu|at die Todes- Texte von Jens Petersen und Andreas Schäfer am nächsten , wobei Sympathiepunkte an die Paperasserie des Philipp Weiss gehen . Karl-Gustav Ruchs Mietshaus will uns doch gar arg etwa an Anja Hillings akustisches Mietshausdrama “Mein junges idiotisches Herz” oder an Günter Eichs “Träume” etc. gemahnen .

Auffallend diesjahr das weitgehende Fehlen der Spass- Fraktion sowohl hinsichtlich der Texte als auch innerhalb der Jury : Wobei - nota bene : ohne deshalb eine Spur an “Lockerheit” zu verlieren - die Absenz des schnellen Kalauers der Konzentration und Diffenziertheit der Diskussion durchaus zugute kam . Wenn Künstlern und ihen Werken solcherart mit wachem Interesse und engagierter Offenheit begenet wurde , implziert dieser wiedergekehrte Faktor des “Respekts” noch lange keinen niedirigeren Pegel an medialer | literarischer “Unterhaltung” .

Als wiederkehrende Schlagworte in den Jury- Debatten schlug die Wendung “das habe ich schon hundertmal gelesen” Attribute wie “putzig” weit ab . Auch die Formel von “handwerklich ( zu ) gut gemacht” wurde zwar einige Male touchiert , hielt sich diesjahr allerdings in Grenzen . Dafür ist die Spinnen’sche “Etüde” nahe an die Schmerzgrenze gerückt .

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UDPDATE 28. 6. , 11:30 H : DIE GEWINNER

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Der Hauptpreisträger stand im zweiten Abstimmungsdurchgang fest , später gab es herbere Stechen ( im Plural , nota bene ) :

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PRESSEKOMMENTARE WÄHREND DES BEWERBS

Dem Standard schienen die Bewerbungstexte bis Samstag Mittag zu wenig existenziell , wozu nicht zuletzt das ausnahmsweise schlechte Wetter zur Illustration einer gewissen Kühle diente . Mit der einschätzung , den Siegertext habe man “vermutlich noch nicht gehört” lag der Autor - mit Ausnahme des Publikumssiegers Karsten Krampitz - zu jenem Zeitpunkt allerdings im Recht :

Literatur sei die Vereinigung von Genauigkeit und Seele, zitierte Juror Spinnen Robert Musil. An Seele hat es bisher gefehlt, und auch ein wenig mehr existenzielle Wucht hätte man sich gewünscht. “Warum brennt ihr so wenig, warum seid ihr so kalt?” , fragte Karsten Krampitz nach seiner Lesung. Er hat recht, eher kühl ist es in Klagenfurt bisher gewesen und das Wetter mäßig. Den Siegertext hat man vermutlich noch nicht gehört. ( Stefan Gmünder , Der Standard , 26. 6. 09 )

Die “Presse” verliess sich bei zwei Berichten auf die Zulieferungen der APA , Redakteur Harald Klauhs wollte als dringlichste Favoritin zunächst die Moderatorin Clarissa Stadler genannt haben . Verteidigt against all odds Linda Stifts “Welt der schönen Dinge” als einen der brisanteren Texte und mochte sich - wie im Vorjahr - wenig mit dem Thema einer genuin gelsenen , ergo auditiven , Literatur efreunden. ( Harald Klauhs . Die Presse , 26. 6. 2ßß9 )

In der ZEIT mokiert sich David Hugendick eher lustlos über das alljährlich stereotype Rital der Auf- und Abtritte ( sic ) von Autoren , misst Philipp Weiss’ Verspeisung von Oblatenpapier am Massstab des Goetz’schen “Subito”- Radierklingenschniitts , konstatiert allerdings zu Recht die Leitmotivik der Jurorenformel “Das habe ich alles schon hundert Mal gehört” . ( David Hugendick , DIE ZEIT , 25. 6. 2009 )

Für die WELT hat Elmar Krekeler eine Ticker- Mitschrift in zwei Teilen erstellt , deren aufgesetzte Flapsigkeit ( “Fleischanderl grantelt”, “habe Brüllhunger” , die Würsteloption indes leider “verquatscht” ) wohl zum ( um in Jargon zu bleiben ) eher “aufgebezelten” Teil der Textproduktion in , um und über K’furt gehört . Erkennt immerhin in Jens Petersen bereits während dessen Lesung das Gewinner- Potenzial . Trotzdem hätte sich der Kritiker seine persönlichen Animositäten gegen die Kollegin Fleischanderl sparen können … ( Elmar Krekeler , DIE WELT , 25. 6. 2009 - ders. , ebda , 26. 6. 2009 )

In der FAZ berichtet Sandra Kegel zunächst vom eindrücklichen Nachhall von Josef Winklers Eröffnungsrede , der gegenüber nun manches neue Textlein ziemlich alt aussieht . Angesichts der Nichteinlösung hoher ( - was bigott ist - ) Erwartungen lässt sich leicht ein lebensfernes Ideal formulieren :

Aber wo, wenn nicht in Klagenfurt ist der Ort, an dem Literaten den Mut aufbringen sollten, etwas zu riskieren, mit Worten, Stimmungen, Situationen zu zaubern, zu verblüffen, mithin ein literarisches Wagnis einzugehen.

Auch hier retten die Lesungen des zweiten Tages die bislang trübe Stimmung und mit Jens Petersen wird sogleich ein starkes Stück erkannt . Wie in der WELT gibt es auch hier Tadel für die allzu nassforsche Moderatorin Clarissa Stadler , welche mehrmals von Jurysprecher “in ihre Schranken” gewiesen werden muss .

( Sandra Kegel , FAZ , 26. 6. 2009 - dies. , ebda , 27. 6. 2009 )

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Play it again : FÜR den Bachmannpreis und WIDER die Literaturschulen - Eine Übertragung



||| IM FEUILLETON : FUSSBALL UND FISCHGERICHTE | IM FEUILLETON : FLUCH DER FERNSEH- FORMATIERUNG | “EVENT” ALS ENDE DES EXKLUSIVEN | DEALS DER JURIEN | FERN- SICHT VIA INTERNET : SELBSTTEST IN ECHTZEIT | AUFERSTEHUNG DES HÖRSPIELS VIA BILDSTREAM | ZUM GEZETER ÜBER DAS “PROFESSIONELLE” : EIN CETERUM CENSEO | LINKS | RELATED | KLANGAPPARAT

IM FEUILLETON : FUSSBALL UND FISCHGERICHTE

TDDL 2008 banner 300pxMusste man über Jahre hinweg lesen die stereotypen Stoss- Seufzer über den Bachmannpreis am ( Vorsicht : Wortspiel ! ) Wörther See und wie man sich abends bei Maria Loretto im berühmten Fischrestaurant unter den gruselig präparierten Fischköpfen an den Wänden ( Vorsicht : Bildwitz ! ) beim Gastmahle traf und wie dort oder auf den literaturjournalistischen Amateur- Fussballfeldern der Ehre es die Outsider den Insidern gaben

Musste man alljährlich lesen dieselben Protokolle von Outfits und Aussagen ( halbprivat ) , dasselbe Raunen über die echten , aus dem Genusse geistiger Getränke ergossenen Literaturbetriebswahrheiten …., so rächt sich das Feuilleton in diesem Jahr unisono mit Groll und Hohn für die Verknappung seiner Sport- und Spielwiese von zwei auf vier Tageslängen .

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IM FEUILLETON : FLUCH DER FERNSEH- FORMATIERUNG

picto TVIn chorisch harmonierenden Einzelstimmen wendet man sich gegen die Layoutierung der Show zu Zwecken und zu Gunsten der 3- sat- TV- Übertragung . Im fernsehgerechten Format , so der beleidigte Tenor ( Die Presse , taz ) , verwandle sich Literatur eben in jenes Ärgernis einer “prime time”- ( Der Standard ) , “Mittelstands-” ( DIE WELT ) , “Vita contemplativa”- ( FAZ ) und “Langweile”- ( NZZ ) Veran- oder -unstaltung , als welche sie sich anno 2008 den vor Ort Wesenden präsentierte .

Keiner mochte da einlenken , dass es eben die Fernsehübertragung sei , welcher die Juroren ihre Prominenz ( und guten Gagen ) danken , die im Besonderen allerdings dafür garantiert , dass Literatur im Feuilleton weiterhin für “der Rede wert” befunden wird . Anderseits gestattet just die Fernseh- Übertragung eine Teilhabe Vieler an einem lokalen “Event” : eine Zeugenschaft , welche die Lesungen selbst - allerdings auch die Leistungen der Jury , nicht zuletzt aber auch die Beurteilungen durch das Feuilleton - ÜBERPRÜFBAR macht .

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“EVENT” ALS ENDE DES EXKLUSIVEN

picto TVSomit gerät die Oberhoheit der Kanzelrede und der exklusive Deutungsmacht des Feuilletons ins Wanken : Prompt reagiert das Feuilleton auf die solcherart “globalisierte” Information , indem es die Stadt Klagenfurt ebenso kleinredet und zur kleingeistig- protofaschistischen Provinz ( DIE WELT ) erklärt wie überhaupt den ganzen Bewerb inklusive der Juroren samt der von ihnen “vorgeschlagenen” und diskutierten Text- und Autoren- Funktionen .

Denn aber , hallo und sorry , möchten wir bescheiden daran erinnern , dass Klagenfurt noch immer ein Erbmöbelstück der “Gruppe 47″ ist und von deren berüchtigten Meetings , deren Lesungen und deren , jedem Widerspruch abgeneigten Ab- Urteilungen derer , die da lasen . Die , die da lasen , waren ( siehe : das Prinzip der “Einladung” bzw. der Juroren- Vorschläge ) selbstverständlich nur ein Teil “sie selber” . Der Löwenanteil war und bleibt allerdings das , womit sich ein Juror zu profilieren gedenkt , WEN er ins Rennen schickt und WAS er der Arena des Sammelkampfes vorwirft … zur Augenweide oder zum Frasse .

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DEALS DER JURIEN

TDDL 2008 banner 300pxWas das Juryprinzip ist in vielen verschwiegenen Versammlungszimmern , an Tagungstafeln und bei Konferenztisch- Kaffee aus Thermoskannen vollzieht , liegt in Klagenfurt vor Aller Augen . Deals , Kontrakte , Freundlichkeiten im Austausch gegen Imagepunkte , oder - bei Schlagseite des eigenen Kandidaten : der schnelle Seitenwechsel und Überlauf , der mit rhetorischer Verve überbrüht werden muss , damit der Sieger als selbstgekochtes Süppchen verkauft und vertreten werden kann .

Ja mei : All das ist hinlänglich bekannt . Was aber nun , wenn wir zugucken dürfen ( live dabei sein ! ) in der durch die Fernsehkameras und die hitzige Ausleuchtung nachvollziehbar unangenehm schwül- bedrückten Arena ? - Seit zwanzig Jahren weder im Besitze eines TV- Apparates noch des Animo , sich leiblich dem “Betriebsausflug” auszusetzen , hat in|ad|ae|qu|at das sogenannte “Wettlesen” stets via Feuilleton- Rapports und Insider- Witzen rezipiert . Und dabei Hunderte der oben genannten Fischessen , Fussballschweisstreibereien , Beschwipstheiten und Ausflügen ins lokale Puff nachlesen dürfen . Wenn im September dann oder im Oktober der jährliche Band “DIE BESTEN” bei Piper erschien , konnte und wollte sich eh Keiner mehr an das frühsommerliche Klagenfurt erinnern .

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FERN- SICHT VIA INTERNET : SELBSTTEST IN ECHTZEIT

picto TVNun aber hat das Netz auch für fernsehfrei lebende Zeitgenossen die “Zugänglichkeit” zu diesem eminenten Ereignis der Eliten von Feuilleton und Sozial- Performanz ermöglicht . Und solche “Zugänglichkeit” zu höherer - menschlicher , kultureller , emotionaler - Bildung gilt mittlerweile als Menschenrecht . Na gut , machen wir von solcher “Zugänglichkeit” via “Stream on Demand” Gebrauch und vollziehen “Klagenfurt” im totalen Echtzeit- Selbsttest und unter verschärften Bedingungen von sukzessiver Mitschrift und Fortverlinkung mit : Vierzehn Stunden lang an Bildschirm und Tasten , plus Mittagspausen usf.

Hier das Testergebnis : Auch unter den eingeschränkten Erwartungen , was ein Stream- Bild an Qualität vermitteln kann , ist der visuelle Faktor erbarmungslos kläglich . Im Chiaroscuro eines nur spotmässig ausgeleuchteten Studios verhindern abstruse Kamera- Totalen eine Konzentration auf den logisch zu fokussierenden Sprecher . Tritt selbiger allerdings - egal , ob gebeugter Autor , gestikulierender Juror oder bräselnder Moderator - ins Bild des Nah- Objektivs , erstarren die Talking Heads hinter der dick aufgetragenen und unvorteilhaft angestrahlten Maske . Da man Menschen , welche man schätzt und kennt , nur ungern in solcher Ensor’schen Masken- Übermalung betrachtet , verlegt man sich bald aufs Abblenden . Und siehe : Man beginnt zu HÖREN . ZUZUHÖREN sogar .

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AUFERSTEHUNG DES HÖRSPIELS VIA BILDSTREAM

TDDL 2008 banner 300pxUnd statt des blauen Studios erleben wir das blaue Wunder der Verwandlung eines “Literaturwettbewerbs” in ein HÖRSPIEL in Echtzeit : Mit den klassischen Chargen , Beschleunigungen und Retardierungen , Strophe und Refrain , Solo und Chor sowie viel lokal gefärbter Sprachmusik . Da treten die ausgestellten ( literarischen ) TEXTE als ebenso subjektive STIMMEN und CHARAKTERE auf wie das Geplänkel der Juroren , deren ebenso ausgestellten Bekenntnis- TEXTE und kulturtheoretische ROLLENPROSA . Solcherart sind wir - auch über manche Mühen der Textebenen ( aller Fraktionen ) hinweg - in den Genuss eines selten so unterhaltsam vernommenen HÖRSPIELS gekommen .

Fazit : Wenn schon das Radio sein Selbstbewusstsein als AKUSTISCHES Medium hinter Internetbildchen , LOGO- Optik und visuellen User- Interfaces am Handy verleugnet , wird man fortan das live übertragene , respektiv netz- gestreamte oder ON DEMAND abgespielte TV- BILD als neues Radio gebrauchen . BILD AB , TON AUF : Lass es jazzen , Mann , horch hin und maule nicht .

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ZUM GEZETER ÜBER DAS “PROFESSIONELLE” : EIN CETERUM CENSEO

picto TVUnd WENN man sich zu Klagenfurt bzw. in den Redaktionsstuben postum seit Jahren über die ( Vorsicht ! ) “gut gemachten , aber …“-Schreibstücke beklagt , dies Jahr erstmals auch über die ( Vorsicht ! ) “gut vorgelesenen , aber …“-Texte , dann schliesse man doch bitte endlich und einfach die VEBs der Literaturschulen und entlasse deren renommierte Lehrer , welche eben die SERIENTEXTE und -BEFINDLICHKEITEN mitproduzieren , über die sie und ihre Kollegen dann öffentlich mäkeln . Sorry : Bei diesem Betriebsspiel werden Menschen verbraucht … Der Rest der Argumentation ist unter der Kategorie “Germany’s Next Topmodel” bzw. “Deutschland sucht den Superstar” ( DSDS ) nachzulesen . Oder hiesse es doch nicht noch besser : “Dschungel-Camp - Ich bin ein Star – holt mich hier raus” ?!

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LINKS

  • Tilman Rammstedt erhält Bachmann-Preis - Der deutsche Autor Tilman Rammstedt hat den renommierten Ingeborg-Bachmann- Preis gewonnen . Der 33-jährige Schriftsteller wurde im österreichischen Klagenfurt für seinen Roman “Der Kaiser von China” ausgezeichnet . Rammstedt wagte etwas , das in Klagenfurt selten goutiert wird : Humor ( Elmar Krekeler , DIE WELT , 30. 6. 2008 )
  • Bachmann-Preis 2008 : Darauf haben wir gewartet ( Oliver Jungen , FAZ , 29. 6. 2008 )
  • Vom Dienstbotenelend der Literatur - Der 32. Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb - Mit einer Grossvater- Geschichte holt sich der Berliner Tilman Rammstedt den Ingeborg- Bachmann- Preis 2008 . Seine Erzählung ist komisch , wo die Qualität der sonst noch vorgetragenen Texte fast tragisch ist . Selten zuvor war die Literatur in Klagenfurt so durchschnittlich wie diesmal ( Paul Jandl , NZZ , 30. 6. 2008 )
  • Neuigkeiten aus Klagenfurt - Öl im Getriebe - Beim diesjährigen Ingeborg- Bachmann- Wettbewerb haben sich die Schriftsteller , die Jury und das Publikum auf die Bedingungen des Fernsehens eingelassen ( Dirk Knipphals , taz , 30. 6. 2008 )
  • Das Jahr der Freundlichkeit - Der 32. Bachmann- Preis ging an den in Berlin lebenden Tilmann Rammstedt - Markus Orths und Patrick Findeis hatten Chancen . Eine Entscheidung , unentschieden ( Cornelia Niedermeier , Der Standard , 30. 6. 2008 )
  • Bachmann-Preis : Ein Tyrann als komischer Held - Tilman Rammstedt gewinnt mit seinem schwarzhumorigen “Der Kaiser von China“ in Klagenfurt . Er setzte sich bei Jury und Publikum durch ( Harald Klauhs , Die Presse , 30. 6. 2008 )
  • Literatur , im Wörther See versenkt - Beim Wettlesen zum Bachmann-Preis wird alles den Erfordernissen des TV , der Marke untergeordnet . Ein Text ist aber kein Waschmittel ( Harald Klauhs , Die Presse , 30. 6. 2008 )

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RELATED

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KLANGAPPARAT

Ein Eintauchen in buchstäbliche Liquid Levels gestattet das herrlich verhaltene LOOPZILLA- MIX Numero 60 . Fern von jeder hochsommerlichen czz-hoerempfehlungBeach- Life oder Sonstwie- Fröhlichkeits- Frenesie , bleibt das “Sofa Mix” cool abgedimmt im gangbaren Takt , ohne ins loungig- Beliebige abzudriften : Daniel P. aka “Project Swirl” bedient sich mit seiner exquisiten Mischung aus Releases von Netlabels wie yukiyaki , Thinner , unfoundsound oder clear-cut allerdings nur beim Feinsten . - CLICK LINK TO SEE PLAYLIST AND LISTEN . |||

BACHMANNPREIS 08 : Listen - Lesen - Lasten



||| NA JA : DANN MAL LOS | STUNDENPLAN - DARBIETUNGEN - DEBATTEN | RÉSUMÉES ( ORF ) | AUTOMATISCHE LITERATURKRITIK - PREIS DER RIESENMASCHINE | PRESSE | KLANGAPPARAT

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Das Blockseminar “Bachmannpreis 2008” aka “Tage der deutschsprachigen Literatur” kann losgehen . Laut Veranstalter gestrafft , verjüngt und in neuem Outfit , multimedial und -lingual . - Zur Gegenlektüre : Siehe Doris Mosers ( “Der Ingeborg-Bachmann-Preis - Börse , Show , Event” ) : Frequently Asked Questions .

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STUNDENPLAN - DARBIETUNGEN - DEBATTEN

Im Netz via ORF-TV on demand | per Media- Player

Freitag , 27. Juni , Vormittag

9 - 10 : Thorsten Palzhoff , D ( home , Videoportrait | Vorschlag Ijoma Mangold ) : “Livia” | Lesung ( video on demand ) | Debatte ( video )
10 - 11 : Alina Bronsky , D ( Videoportrait | Vorschlag Ijoma Mangold ) : “Scherbenpark” | Lesung ( video ) | Debatte ( video )
11 - 12 : Clemens J. Setz , A ( Videoportrait | Vorschlag Daniela Strigl ) : “DIE WAAGE” | Lesung ( video ) | Debatte ( video )
12 - 13 : Angelika Reitzer , A ( Videoportrait | Vorschlag André Vladimir Heiz ) : “Super-8” | Lesung ( video ) | Debatte ( video)

Freitag , 27. Juni , Nachmittag

15 - 16 : Martin von Arndt , D ( home , Videoportrait | Vorschlag Alain Claude Sulzer ) : “Der Tod ist ein Postmann mit Hut” | Lesung ( video ) | Debatte ( vod )
16 - 17 : Patrick Findeis , D ( Videoportrait | Vorschlag Burkhard Spinnen ) : “Kein schöner Land” | Lesung ( video ) | Debatte ( video )
17 - 18 : Markus Orths , D ( KEIN Videoportrait | Vorschlag Daniela Strigl ) : “Das Zimmermädchen” | Lesung ( video ) | Debatte ( video )

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Samstag , 28. Juni , Vormittag

9 - 10 : Heike Geißler , D ( Videoportrait | Vorschlag Ursula März ) : “Das luftige Leben“| Lesung ( video ) | Debatte ( video )
10 - 11 : Sudabeh Mohafez , D ( home , Blog “zehn zeilen” , Videoportrait | Vorschlag Klaus Nüchtern ) : “Im roten Meer” | Lesung ( video ) | Debatte ( video )
11 - 12 : Dagrun Hintze , D ( Videoportrait | Vorschlag Burkhard Spinnen ) : “Flugangst” | Lesung ( video ) | Debatte ( video )
12 - 13 : Pedro Lenz , CH ( home , Videoportrait | Vorschlag André Vladimir Heiz ) : “Inland” | Lesung ( video ) | Debatte ( video )

Samstag , 28. Juni , Nachmittag

15 - 16 : Ulf Erdmann Ziegler , D ( Videoportrait | Vorschlag Alain Claude Sulzer ) : “Pomona” | Lesung ( video ) | Debatte ( video )
16 - 17 : Tilmann Rammstedt , D ( Videoportrait | Vorschlag Ursula März ) : “Der Kaiser von China” | Lesung ( video ) | Debatte ( video )
17 - 18 : Anette Selg , D ( Videoportrait | Vorschlag Klaus Nüchtern ) : “Muttervaterkind” | Lesung ( video ) | Debatte ( video )

Samstag , 28. Juni , Abend

20.15 : Preisvergabe ( erstmals im Hauptabendprogramm von 3sat live )

Tilman Rammstedt gewinnt den Bachmann-Preis 2008 | Patrick Findeis erhält den 3sat-Preis

Der in Berlin lebende Autor Tilmann Rammstedt ist der große Gewinner des 32. Ingeborg-Bachmann-Preises 2008. Er beeindruckte mit seiner Lesung aus seiner Familiengeschichte “Der Kaiser von China” nicht nur die Jury, auch das Publikum stimmte für den Nachwuchsautor. Rammstedt, 1975 in Bielefeld geboren, beschreibt in seinem Werk eine problematische Beziehung zu seinem Großvater. Die Jury lobte den bisher unveröffentlichten Text als hochkomisch und brillant. Der Hauptpreis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Der 3sat-Preis geht dieses Jahr an Patrick Findeis, der in Berlin lebt und arbeitet. Ebenfalls erfolgreich im Wettbewerb ist auch der 1969 in Viersen geborene, heute in Karlsruhe lebende Autor Markus Orths, der vor allem Erzählungen, Romane und Essays schreibt. Er erhält den Telekom Austria Preis.

Der Ernst- Willner-Preis ging nach Österreich

Der Ernst Willner-Preis ging schließlich an den zweiten von Daniela Strigl nominierten Autor: Clemens J. Setz. Sie meinte, damit eine “höchst hintersinnige Geschichte über das Wägen und Abwägen” gewählt zu haben, die zeige, “was übermäßiger Fleischgenuss aus Männern machen” könne.

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RÉSUMÉES ( ORF )

Disclaimer : In|ad|ae|qu|at übergehen wir die verzichtbaren Subjektkommentare des “Satirikers” Egyd Gstättner .

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AUTOMATISCHE LITERATURKRITIK - PREIS DER RIESENMASCHINE

An Stelle des vorjährigen Klagenfurt-Totalisators lädt die ZIA 2008 zur Teilnahme an der Automatischen Literaturkritik ( Kriterienkatalog ) . in|ad|ae|qu|at hält eine Kommentierung der Kommenierung für verzichtbar , sondern sich schlicht ans Dokumentieren .

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PRESSE - TAG 1

  • Tagesspiegel” und ZEIT hatten Freitag gerade mal selbige , bis 11 Uhr die ersten beiden Lesungen ( Thorsten Palzhoff , Alina Bronsky ) ohne Zugabe eigener Gedanken zu beobachten . Der Rest des Freitag , 16:46 Uhr ex aequo online gestellten Textes reproduziert ein paar Fakten aus den Presseunterlagen . Gezeichnet “jg/dpa” .
  • Elmar Krekeler , ein ehrerenwerter Herr , ergeht sich in der WELT in einer Art von Live- Blogging , wobei besonders Moderator Dieter Moor Bohlen ( aka “der Geck” ) solchen Unmut erregt , dass auch ORF-Landesdirektor Willy Haslitzer einer Umbenennung in “Haslitza” anheim fällt . Immerhin bleibt der Chronist ( mit update ) bis Freitag , 17.32 Uhr auf dem Beobachterposten , referiert vornehmlich die männlichen Statements der Debatten : “Herr Mangold orgelt” , “Herr Heiz ist hingerissen … er bricht ins Schweizerische aus vor Begeisterung” , “Herr Heiz wechselt ins Französische. Herrn Spinnen geht das alles zu gut auf. Herr Mangold redet die Sprache des Textes klein” , Clemens J. Setz bietet “Angestelltenirrsinnsprosa” , Angelika Reitzers Text verursacht “Erste Klagenfurter Fluchtgedanken” : “Die Frau fährt auf einem Hometrainer zu ihrer glücklichen Tante. I wär narrisch.” ( Sic , czz )
  • Auch Cornelia Niedermeier ( Der Standard ) beginnt schon angehörs des Moor’schen Jargons “eine Abwesende, Unbekannte bei dieser Veranstaltung” zu vermissen : es sei “die Sprache – und die Liebe zu ihr” . Literarische Stereotypie des ersten Tages : “Klassische Bachmann-Texte , also für den Wettbewerb verfasste Beiträge, die artig dekodierbare Motive entwickeln, doch sprachlich wenig wagen.”
  • Harald Klauhs springt in seinem Bericht für “Die Presse” furchtlos medias in res : “Wie nervend darf ein Text sein ? An dieser Frage entzündete sich die erste heftige Diskussion unter den Juroren des diesjährigen Bachmann-Preises. Und zwar am Text Super-8 von Angelika Reitzer, die der Schweizer Juror Andr Vladimir Heiz nach Klagenfurt eingeladen hat.” - Hinsichtlich der von Clemens J. Setz surreal inszenierten Waage, “schlug” - so der Kommentator treffend - “der Zeiger … weit aus. Ich habe beim Lesen vor Lachen geprustet, kommentierte Ursula März diese hochkomische Horrorgeschichte über Biedermänner und Dinosaurier. Eine Fantasie über das Nichts, nämlich nichts Bedeutendes, nannte dagegen Neo-Juror Alain Claude Sulzer Setz’ Text … Schon an dieser Stelle spaltete sich also die Jury an der Frage, wie viel Mysteriöses ein literarischer Text haben darf oder soll.”

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KLANGAPPARAT

Nach so viel Gerede haben wir uns ein paar musikalisch aufmöbelnde “Zeichen” redlich verdient . Das junge Netlabel “Tonkultur-Berlin” ( TKBNET ) czz-hoerempfehlungschickt Steven Reitz ( pdf ) aka Freakster & Steven Schwarz ( pdf ) aka SCHWARZarbeit los , uns ein paar blutdrucksteigernde Mini ( mal ) ( beat ) - Pillen zu verabreichen : Dies Dosis ist höchst vernehmlich und bekömmlich . Besonders aber : Hochgradig wortlos ! - CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. Freakster : Zeichen | 02. Freakster : Red Lights | 03. Freakster : Aetsche Beatsche | 04. SCHWARZarbeit : Zero-Point-Nine |||

Blog 4 Burma : Zeit zu Schweigen - No Blogger’s Block



||| EMBLEMATISCHES “STENCIL” | KASKADEN VON NACHRICHTEN | PATHOSFORMELN | RHETORIK DER SUPERLATIVE | NO BLOGGER’S BLOCK | BLOG 4 BURMA

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Nach acht Monaten einer in 35 materialreichen Beiträgen dokumentierten Beobachtung , Beleuchtung und Bedenken der politischen , kulturellen und humanitären Situation in Burma -
Nach acht Tagen Hochdruck- Bloggens über die weitreichenden Folgen des Zyklons “Nargis” -
Nach achtundzwanzig Wochen der vorbereitenden und begleitenden Berichte zum zynischen “Referendum” -

- haben wir nun vierzehn Tage lang konsequent zum Thema geschwiegen . Und dies nicht ohne Grund . |||

EMBLEMATISCHES “STENCIL”

Ein von einem Tag auf den andern an einer Wiener Hauswand aufgetauchtes Stencil hat uns durch die Diskretion seiner semiotischen Signatur für’s Erste zum Innehalten unserer atemlosen Assemblagen von Namen und Daten und Nöten und Getöteten gebracht : In seiner fragmentarisch emblematischen Struktur der pictura ( = die plan geschwärzte Repräsentation der Landkarte ) so wie der appellativen inscriptio ( “Geteiltes Leid … ” ) blieb dieses Zeichen wohlweislich die moralisierend- erläuternde subscriptio schuldig . Man könnte auch sagen : Das unvollständige Emblem delegiert die conclusio an den Betrachter .

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KASKADEN VON NACHRICHTEN

Unsere in|ad|ae|qu|ate Konklusion bestand für’s Erste in der Einsicht , in unseren Nachtschichten keinesfalls dem internationalen Katastrophenjournalismus hinterherhecheln weder zu wollen noch zu sollen . Das Räderwerk der Agenturmeldungen , deren Presse- Ab- und Umschriften , der Betroffenen- und Korrespondentenberichte lief und läuft heute wie geschmiert : Nach Monaten des nahezu absoluten Nicht- Berichtens flatterten mit einem Mal die Meldungen , Meinungen und multimedialen Features auf wie eine schwarze Wolke aufgestörter Saatkrähen .

Bewegte und bewegende Bilder gehen , wie es heisst , um die Welt , je krasser , je besser . Unsere erste Konsequenz bestand folglich darin , die in der Hitze des Gefechts herangezogenen Fotografien von Verstorbenen nachträglich aus den Postings herauszunehmen . Vielleicht wäre es besser gewesen - überlegen wir jetzt - diese nicht kommentarlos zu eliminieren , sondern mit Hinweis auf … ( wir sparen die Worte “Pietät” und “Würde” hier absichtlich aus ) zu schwärzen ? - Allerdings wäre auch diese demonstrative “Durchstreichung” wiederum eine pathetische Geste gewesen . Weshalb wir sie hier lieber knapp und sprachlich anzeigen . |||

PATHOSFORMELN

Da wir hier keine dpa , AFP oder APA- Meldungen verfassen oder ( wie in der journalistischen Tellerwäscherzeit ) diese im Zeichen von Schlichtheit und Neutralität für die Zeitung umformulieren müssen , kommt das dem Medium des Blogs ( ebenso wie dem Genre der Glosse ) angemessene Moment des “Gefühls” ins Spiel und damit die Frage , wie dieses via Fakten- Dramaturgie und rhetorischer Inszenierung zu formulieren wäre , um beim Leser den gewünschten Effekt zu erzielen .

Jetzt tun Sie bitte mal nicht so , als wollten Sie Ihre Leser nicht - auf welche Weise immer - von den Gründen Ihrer Empörung überzeugen . Dazu benötigt auch die kühlste Argumentation eine triftige Linie . Beziehungsweise eine “Pointe” . Welche im vorliegenden Fall selbstredend eine makabere wäre .

Beliebt ist in diesem Kontext auch der rhetorische Trick des Vergleichs : Das Wort , “Nargis” sei quasi die biblisch strafende “Sintflut” für die Verbrechen Generäle , wurde oft beschworen , doch von der Wahrheit der rechtzeitig ins aridere Landesinnere ( Naypidaw ) übersiedelten Regierung fürchterlich Lügen gestraft . Nur wenige Kommentatoren haben dieses falsche , die Tatsachen auf den Kopf stellende Bild später selbst widerrufen . Auch Qualitätsfeuilletons schreiben für den Tag . Und spekulieren auf die gnädige Macht des Vergessens . |||

czz blog4burma inadaequat

RHETORIK DER SUPERLATIVE

Schliesslich wurden im Diskurs der Superlative angesichts der weiter steigenden Opferzahlen und hinsichtlich der Granit- Politik der lediglich an der Erledigung des “Referendums” interessierten Regierung die MÖGLICHEN WORTE rar . Viele hatten ihr lexikalisches Kapital bereits am “Fall F.” aufgebraucht ( in der metonymischen Verkürzung auf “Amstetten” - seit Cannes kennt man ja neuerdings wieder den Begriff der “Synekdoché ” - ) .

Auch wir geben in|ad|ae| qu|at unverholen zu , dass es uns à la longue an Worten gebrach . Allerdings erhoben und erheben wir in keiner Weise den “Anspruch” , Katastrophen besonders orginell darzustellen . Dies war aber nur der eine Grund für die Einbeziehung ausführlicher Zitate aus Korrespondentenberichten , regierungskritischen Exil- Zeitungen wie “Mizzima” und “The Irrawaddy” sowie aus Blogs . Der zweite Grund bestand in der Einsicht , dass es auf unsere Ansicht nicht ankam . Sondern auf die Derjenigen , die es besser wissen . |||

NO BLOGGER’S BLOCK

Späestens aber , als die FAZ den abenteuerlichen Bericht des CNN- Reporters Dan Rivers über seine veritable Verfolgung durch die Behörden ohne explizite Quellenangabe übersetzte und damit bei vielen Lesern den Eindruck hervorrief , Rivers habe exklusiv für das Frankfurter Blatt geschrieben , ist uns für’s Erste die Lust am Zitieren vergangen . Also haben wir uns jetzt mal still gestellt . Was keinem ( einer Schreibblockade | Writer’s Block analogen ) “Blogger’s Block” gleichkommt .

Es ist ja nicht so , dass innerhalb des Netzwerks “Blog 4 Burma” nicht schon handfeste Sinnkrisen hinsichtlich eines “Weiterschreibens trotz Meldungssteppe” zu diskutieren waren . Oder höchst kontroverse Auffassungen der Form des Bloggens bzw. der “Inszenierung” . Also bedeutet eine zeitweilige Stille an dieser Stelle weder eine Minderung unseres Interesses an Burma , noch eine Schwäche des Netzwerk- Projekts . Speziell unsere französischen und spanischen Kollegen haben unermüdlich weiter berichtet , sodass der Feed seit Anfang Mai über 100 - zum Teil ausgreifende - Beiträge lieferte .

“Lotta continua” hiesse demnach : Den Kampf wieder und weiter und wieder zu führen - gegen das träge , uninspirierte und desorganisierte Selbst . Auch wenn “wahrscheinlich wieder kein Schwein” hinsieht ( F. K. Waechter ) . |||

czz blog4burma inadaequat

BLOG 4 BURMA

Seit Oktober 2007 berichten wir in|ad|ae|qu|at über Burma . Ende Oktober | Anfang November hat sich ein von Anfang an internationales Netzwerk “Blog 4 Burma” konstituiert . Mittlerweile berichten Blogger aus Deutschland , Frankreich , Spanien , Andorra , Österreich , ein Schweizer Reisender und ein in Deutschland lebender Exilburmese . Sämtliche Postings fliessen in einem gemeinsamen RSS- Feed zusammen .

Dessen jüngste Nachricht stammt von Kathy , die den gestern referierten Artikel des Politikwissenschafters Rony Brauman heute Nacht noch einmal ge- updatet hat, geupdatet hat und am Samstag das gesamte Land zur “Death Row” erklärte : “Birmanie, un pays carcéral avec peine de mort collective” . An selber Quelle sind auch umfasende Überlegungen darüber zu lesen , ob sich die Junta des “Verbrechens gegen die Menschlichkeit” schuldig ( ge ) macht ( habe ) , während adaequat seinerseits die Gretchenfage stellt : “Unpolitische Hilfe oder Humanitäre Intervention ?” -

Jonas Lanter berichtet von den potemkinschen Dörfern , in die man den UN- Generalsekretär führte . Birma News United hat die Chronik des Zyklons “Nargis” endgültig rekapituliert , womit auch die absichtliche Desinformation der Bevölkerung seitens der Behörden zur Sprache kommt . Birmania libre liefert ein Video zur zweiten , in den schlimmst betroffenen Zonen um zwei Wochen gestundeten , Tranche des “Referendums” . Letzteres hat freilich wenig an News Headquarters Befund geändert : “92% Zustimmung für Verfassung nach Referendum im DDR-Style” . Grundsätzliches hat khaipi , selbst Angehöriger der Volksgruppe der Chin , zum Text des “Referendums” zu bemerken . Unser Video- Spezialist Daburna kompiliert eine förmliche “Nachrichtensendung” aus verschiedenen Quellen ( u. a. dem Myanmar’schen Staats- TV ) . Und Olivier bringt täglich praktikable Linklisten .

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