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BLOG 4 BURMA : “Info War” - Konzentrieren und Kontrollieren



||| I. MAUE MEDIEN | II. RAMBOs NACHHALL | III. PRESSE UNDER PRESSURE | IV. ZOO UND RADIO : NAPYIDAW ALS ARCHE NOAH ? | V. REPORTERS WITHOUT BORDERS : ONLINE DEMO 12. 3. | VI. BLOG 4 BURMA INTERN | LINKS

I. MAUE MEDIEN

Burma in den Mainstream- Medien ?! - Ausser Spesen für dürre Agenturmeldungen ist ( zumal im deutschsprachigen Raum ) wenig gewesen . Das Mai- Referendum wurde karg und knapp vermeldet und von Ibrahim Gambaris aktueller - der dritten seit dem September- “Crackdown” - Mission verspricht sich ohnehin kaum jemand etwas . B4B- Kollege Breaking News gibt einen konzisen Überblick zum “Was- bisher- geschah” .

Immerhin soll der UN Emissionär heute mit Vertretern der National League for Democracy ( NLD ) zusammentreffen , darunter womöglich sogar der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ( The Irrawaddy ) . Burmensische Blogger unken bereits von einem cul- de- sac , während Sprecher der NLD zumindest rhetorisch noch auf das “Prinzip Hoffnung” pochen ( Democratic Voice of Burma ) . Sicherheitshalber hatte man in Rangoon schon vor der Ankunft Gambaris aufgerüstet ( “beefing up” , The Irrawaddy ) ; nicht zuletzt könnte in der Ex- Kapitale ja auch am “Armed Forces Day” - dem militärischen Selbstfeiertag am 27. 3. - ja ungünstiges Raunen laut werden . |||

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II. RAMBOs NACHHALL

Der rechtlose Rechte- Retter Rambo hatte zuletzt für ein Rauschen in auch deutschen Blätterwäldern gesorgt - dies allerdings unter weit gehender Aussparung eines eventuell näheren Blicks auf Burma oder die im Film dargestellte Volksgruppe der Karen ( vgl. unser voriges Posting ) . Film und DVD sind in Burma ja ebenso verboten wie Interet- Downloads und die Behörden lassen sich offenbar auch weiterhin nicht lumpen , wenn es um die Durchsuchung von Videotheken und Computershops geht .

International haben sich Exilburmesen und FREE BURMA- Aktivisten zu Betrachtungen des “folk hero” ( AP ) zusammengefunden . Zuletzt in London , wie ein YouTube- Video zeigt , das , neben Fotos , auf etlichen Blogs kursiert ( hier ko htike ) . Das Wall Street Journal zitiert Stallone mit der Behauptung , inzwischen seien Familienangehörige von burmesischen Darstellern inhaftiert worden :

A few days after the film was released world-wide last month, Mr. Stallone reported that family members of two Burmese actors in the film had been arrested. The movie is banned from Burmese theaters and shopkeepers can be jailed for up to seven years for selling a copy of the DVD. Though this means there’s no legal way to watch “Rambo” in Burma, last week the generals ordered all local media to run negative reviews of the movie.

Der “Spiegel” meldete zwar ebenfalls die Auftragsverrisse , beliess es allerdings bei der blanken Abschrift einer AP- Meldung . eine weitere Bestätigung , wie wenig den deutschen MSM auch nur ein Quäntchen Recherche zum Thema wert ist . |||

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III. PRESSE UNDER PRESSURE

Währenddessen setzen die Behörden ihre Repressalien auf das Pressewesen fort . So etwa durfte über die ( als Raubüberfall getarnte ) spektakuläre Hinrichtung einer Familie ( AP ) ganz in der Nähe des Hauses der Aung San Suu Kyi dezidiert nicht berichtet werden ( Mizzima ) . Es kursieren Gerüchte , die Seriennummern der Patronenhülsen seien abgeschliffen worden , um jeden Hinweis auf die ( militärischen ) Täter zu tilgen .

In Thingangyun wurde der Prozess gegen Chefredakteur und Herausgeber der Zeitung “Myanmar Nation” nach einer ersten Anhörung vertagt : Mitte Februar war die Redaktion durchsucht , die Journalisten wegen des Besitzes von “footage” zum Crackdown sowie des November- Gambari- Berichts verhaftet worden ( Democratic Voice of Burma ) . Sie landeten - wie der nun bereits seit einem Monat verhaftete Blogger Nay Phone Latt - im Insein - Gefängnis . Erst nach Wiederaufnahme der Erscheinens erfuhr man von dem Deal dahinter :

According to a source close the Myanmar Nation, the government’s press scrutiny board director, Maj Tint Shwe, has been putting pressure on the Myanmar Nation’s publisher to restart operations by acting as a mouthpiece for the military regime and confronting exiled media groups which continuously expose the junta’s wrongdoings. ( The Irrawaddy )

Über das weitere Schicksal der Festgenommenen ist bislang nichts bekannt .

Ähnliche Verwirrung herrscht um das von der “Myanmar Consolidated Media Company” herausgegebene Wochenblatt “Myanmar Times” , welches , einem Bericht der Democratic Voice of Burma zufolge , ab Mai ( Referendum ! ) täglich erscheinen solle . Druckerei und Personal befänden sich in Vorbereitung . Die “Myanmar Times” wäre seit Ne Win’s Militärputsch 1962 die erste und einzige private Tageszeitung … , bliebe jedoch wohl genauso wie ihre wöchentliche Schwester am Gängel- und Zensurband der Diktatur .

Diese Meldung wurde allerdings postwendend in einem Leserbrief von Ross Dunkley , dem CEO und Chefredakteur der “Myanmar Consolidated Media” an “Mizzima News” dementiert :

Concerning a recent news reports on international websites that The Myanmar Times will move to a daily format in May 2008, I would like to debunk these reports as mischievous and erroneous. While it is no secret that The Myanmar Times has always had a vision of publishing on a daily cycle, right now the company is not in formal discussion with the government to do so.

Dieser Widerspruch ist auch watchingthemedia aufgefallen . All dies zeugt von einer hochgradig nervösen , wenn nicht gar neurotischen Stimmung ( nicht nur ) in medialen Belangen . Larry Jagans ausgezeichnete Analyse der zunehmenden Führungskrise um den absolut autokratisch handelnden Generalissimus Than Shwe zitiert einen Regierungsmitarbeiter : Die Regierung stünde praktisch still , es herrsche “total inertia” in Naypyidaw -

No one dares make a decision, even in regard to the smallest matters without approval from the top, which is rarely forthcoming ( Asia Times ) . |||

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IV. ZOO UND RADIO : NAPYIDAW ALS ARCHE NOAH ?

Kaum hatte B4B- Kollege adaequat sein Survey zu Medien und Meinungsfreiheit online , rückte die Front des INFO WAR ( wie hier , hier und hier in|ad|ae|qu|at berichtet ) weiter vor : Im Shan- Staat schwärmten Funktionäre aus , um die Gebühren für TV , Videorecorder und Satellitenempfänger ( man erinnere sich an die exorbitante Erhöhung der Taxen ! ) einzutreiben .

Inzwischen ist die Militärführung weiter damit beschäftigt , die funktionale ( = mediale ) sowie repräsentative Infrastruktur aus Rangoon in die 400 Kilometer entfernte Retorten- und Regierungsstadt Naypyidaw zu transferieren . Auf den Zoo ( Mitte Februar ) folgten Anfang März TV und Radio .

Kommentarlos wurde die Hälfte des Grosstierbestandes ( Elefanten , Nashörner, Affen , Tiger ) fortgekarrt , Herdenverbände zerrissen . Um hier angesichts der täglichen Menschenrechtsverletzungen , ja Morde , keine falsche Sentimentalität aufkommen zu lassen , sei der trockene Hinweis des BBC- Reporters auf diese Hauptstadt- Groteske zitiert :

In recent years, Burma’s entire government has been moved from Rangoon to shiny new buildings in Naypyidaw. The city has been built in the middle of an area of tropical scrubland, away from the main centres of population. But the military leadership appears to have felt that something was missing. After all, what capital city would be complete without a zoo ?

Grimmiger tönt da freilich noch des Volkes Stimme ( The Irrawaddy ) :

It wouldn’t surprise me. I heard a new zoo is being built in Hell too - for those sub- humans who kill monks !

Mitte März soll dann - wie oben angedeutet - der Umzug von Radio und Fernsehen ( MRTV ) in die neue Regierungs- Nekropole- Metropole abgeschlossen sein . Allerdings lässt man die Mitarbeiter bislang nicht nur über ihren konkreten Umzugstermin im Duneln , sondern auch im Hinblick auf die neuen Lebensumstände . Es wurde , so Mizzima , nicht nur bei der Einrichtung angeblich moderner technischer Facilitäten an alles gedacht , sondern auch im Hinblick auf die geschlossene Kasernierung der Staff in einer “isolated location” :

Government controlled MRTV has been moving piece by piece to its new headquarters, built on a barren plain with scrub vegetation, since September 2007. Engineers were first to arrive. The military government surprised people with the announced move of MRTV to Naypyitaw, saying the new location is a hub for the country and provides the foundation for a modern and developed country. But critics say it is far removed from the people. The current building on Pyay Road is to be handed over to a section of MRTV4 which is partially privately operated but editorially controlled by the government. ( Mizzima)

Zoo und Medien also in Naypyidaw , der Geisterstadt : Hier scheint Than Shwes Motto für einmal nicht “Teile und Herrsche” zu lauten wie in anderen Belangen , sondern : “Konzentriere und Kontrolliere” . Da sage noch mal einer , so ein INFO WAR sei rein immateriell ! |||czz blog4burma inadaequat

V. REPORTERS WITHOUT BORDERS : ONLINE DEMO 12. 3.

Vielleicht reisst ja der Online Free Expression Day von Reporters Without Borders unter Patronanz der UNESCO am 12. 3. ja auch die mauen Medien aus ihrer bequemen Lähmung . Wir rücken den Aufruf hier im Original ein .

Reporter without border online demo 2008 03 12

Reporters Without Borders : First International Online Free Expression Day under UNESCO’s patronage , 24- hour online demo against Internet censorship , Wednesday , 12. 3. 2008

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VI. BLOG 4 BURMA INTERN

Das internationale Netzwerk BLOG 4 BURMA ( subsribe to feed ) darf mit Birmania Libre ein ungewöhnlich aktives Blog aus Spanien begrüssen . Die bisherige Crew aus Deutschland ( NewsHQ , Daburna , Birma News United , Blogger for Freedom , Khaipi ) , Frankreich ( Bloguer ou ne pas bloguer ) , Andorra ( Adicie ) und Österreich ( Adaequat ) freut sich über diese aktive West- und Perspektiven- Erweiterung . Welcome on board , Luna and Juan Antonino ! |||

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LINKS

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BLOG 4 BURMA : “We need more Rambo” - Von Fakes und Fakten



||| I. RAMBO : LUSTVOLLE VERRISSE | II. RAMBO : RHETORISCHE WINDUNGEN | III. RAMBOS NEBENDARSTELLER : DIE KAREN | IV. NO RAMBO IN BURMA | V. WE NEED MORE RAMBO | VI. BLOG 4 BURMA | LINKS

I. RAMBO : LUSTVOLLE VERRISSE

Was das Thema “Burma” am Beispiel der Dschungelumtriebe John Rambos in der Boulevardpresse anrichtet , stellt Birma News Birma united eben im Medium von deren beschwörend- barocker Sprachpracht dar . Wir blättern in|ad|ae|qu|at in den “Qualitätsmedien” … und finden merkwürdige Ambivalenzen .

Der Verriss der testosterontobenden Wiederauferstehung des Vietnam- Veteranen im Kampf gegen den Rest der Welt schien eine aufgelegt Sache : “Tragikomisch” bzw. “pathologisch” nennt Der Standard den abgehalfterten Helden mit Kampfmaschinen- Accessoires am alternden Körper . Seine “durchschlagende” Weltverbesserung folge letztlich den ultrarechten Interessen einer dem liberalen Gequatsche abholden one- man- Volksarmee .

Auch als eine Gruppe amerikanischer Gutmenschen auftaucht, Ärzte und humanitäre Helfer, die ihn für eine Bootsfahrt ins Krisengebiet anheuern wollen, macht er nicht viele Worte: “Fuck the World”, fährt er die blonde Sarah (Julie Benz) an, als sie ihm ins Gewissen redet, man müsse doch versuchen, die grausame Welt zu ändern und das Töten beenden. “Go home” sagt er zu der frommen Gruppe, “ihr könnt nichts ändern.” Am Ende fährt er sie natürlich doch noch mitten hinein ins Herz der Finsternis - und der Schlamassel nimmt seinen Lauf. ( Spiegel )

Als einzige weibliche Rezensentin wäre Doris Kuhn in der SZ mit dem “Actionfilm von altmodischem Flair” , der dazu gehörigen Species von Männern mit Stirnbändern und Gewehren sowie der Kriegsbericht- Wackelkamera schnell fertig, wäre da nicht die “Agenda Burma” , welche zur - immerhin ironischen - Teilabsolution führt .

Wohl wissend um Rambos ikonenhaften Status bringt er ihn nun wieder auf die Leinwand ( … ) und führt ihn gegen einen Feind, mit dem wohl jede Menschenrechtsbewegung einverstanden ist: Stallone lässt Rambo noch einmal aufräumen für die Gerechtigkeit, und er hat sich diesmal besonders gut präpariert, hat offenbar beim Söldnermagazin Soldier of Fortune angerufen, um sich sagen zu lassen, “wo die Menschenrechte am schlimmsten mit Füßen getreten werden”.

Birma war die Antwort, und in Birma schlägt Rambo also zu, um den Unterdrückten gegen das Militär dort zu helfen. Deckungsgleich erscheint hier die Empörung von Rambo und seinem Regisseur, gemeinsam bemühen sie sich um Hilfe für die Schwachen - was dem einen die Pumpgun, ist dem anderen die öffentliche Aufmerksamkeit, die durch seinen Film auf die birmanische Situation gelenkt wird. ( SZ)

Die eben abgelaufene Berlinale bot nicht eben den idealen Rezeptionshintergrund für einen old school- Hau- Drauf wie John Rambo : “Große Aufwallungen von Sinnlosigkeit” , resümiert Claus Pilipp im Standard :

Diesmal Birma, wieder Dschungel, wieder will Rambo anfangs nicht, dann muss er aber leider, und dann halt: nahkämpfen, Muskeln zeigen, gewalttätig werden, dass buchstäblich Blut und Beuschel durch die Luft fliegen. Gigantisch doofer Mummenschanz, unfreiwillige Selbstparodie. |||

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II. RAMBO : RHETORISCHE WINDUNGEN

Dass die Sache ganz so einfach nicht ist , erweisen die lavierenden und gewundenen Darlegungen in Telepolis und Spiegel : Rambo 4 wird in beiden Medien insofern für die wirklich Gute Sache gerettet , als der Spielort “Burma” lautet und der akut- fiktive Dschungelkampf an die real- akuten Grabenkriege der Junta gegen Oppositionelle und ethnische Minderheiten erinnert .

Nach einer recht redundanten Darstellung des “Mythos Rambo” ( “die primitive, rabiate Dschungel-Kampfmaschine” als “Waschanlage und Kriegsschmiede für das wütende Unterbewusstsein nicht nur der Zukurzgekommenen unter den US-Bürgern, sondern der Vernachlässigten und Im-Stich-Gelassenen aller Regionen, Nationen und Länder” ) findet es Peter V. Brinkemper in Telepolis “überraschend” , wie Stallone “sich kundig gemacht” hat , um “seinem erneuten Kriegsabenteuer authentisches, aber bisher beim breiten Publikum unbekanntes Unterfutter zu geben” . In seiner “aktuellen straffen Verbindung von Engagement, Dokumentation und Fiktion” lässt sich der Film gar für ein volkspädogisches Projekt der Aufklärung reklamieren . Noch die längst abgehandelten , vom Guardian eben wider aufgewärmten Morddrohungen während der Dreharbeiten des Filmes werden zur Stärkung von dessen credibility ins Treffen geführt .

Die FAZ schweigt sich aus und lässt lieber - wie übrigens auch SZ und SpOn - Bilder sprechen sowie mokant beimoderieren .

Egal , ob kulinarisch instrumentierter Verrisss oder mäandernde Ehrenrettung des Junk- Helden wider Willen an der thailändisch- burmesischen Grenze : “von einem Flop” , resümiert der Spiegel keine drei Wochen nach dem amerikanischen Kinostart , könne “angesichts eines Umsatzes von knapp 40 Millionen Dollar seit dem 25. Januar auch keine Rede sein” . |||

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III. RAMBOS NEBENDARSTELLER : DIE KAREN

Dass in der Rambo- Story ausgerechnet die christliche Volksgruppe der Karen in Stellvertretung des gesamten Volkes figuriert , muss die aggressive Abwehr des Films durch die Junta zwangsläufig verschärfen . Die Karen , mit ca. fünf Millionen Menschen mit einem Anteil von 6,2 % immerhin die zweitgrösste Volksgruppe des Landes . Als solche agitiert die Ethnie - politisch vertreten durch die Karen National Union ( KNU ) - seit 1948 für einen eigenen , unabhängigen Staat . Entsprechend sind die Karen seit jeher besonderen Schikanen seitens der Militärdiktatur ausgesetzt : “Massenmord” bzw. “ethnische Säuberung” , Zwangsräumung von Dörfern , Zwangsarbeit , Vergewaltigungen .

Zirka 150.000 Karen leben in Flüchtlingslagern in Thailand, primär in der thailändischen Provinz Tak, und die KNU versucht diese über verschiedene Unterorganisationen zu betreuen. Es gibt insgesamt zirka sechs bis sieben Millionen Karen, primär in Myanmar, aber auch in Thailand. Der Karen-Konflikt ist der am längsten anhaltende Bürgerkrieg in der heutigen Zeit. ( Wiki )

Nicht ohne Wut auf den “Gebrauch” der Karen als “Nebendarsteller” und Rettungsobjekte eines fiktiven ( kolonialen ? ) Helden macht ein Weblog mit schockierenden Photos auf den unansehnlichen Unterschied zwischen Hollywood- Fiktion und lokalen Fakten aufmerksam : These photos tell the real story of Karens in Burma . Compare with Rambo Movie ! - Sehen Sie selber . Mehr ist dazu nicht zu sagen . Der Umstand , dass dieser m | w Blogger den Film sah und sein | ihr Bedauern für das militärische “Menschenmaterial” ausdrückt , weist auf eine Exilposition hin .

Noch am 14. Februar - just am Tage des “Rambo”- Starts in Deutschland - wurde der im thailändischen Exil lebende prominente KNU- Aktivist Mahn Sha von zwei “Gunmen” in seinem Haus niedergestreckt ( Reuters , Irrawaddy ) . Kurz zuvor hatte Mahn Sha in einem Interview mit der Zeitung The Irrawaddy Befürchtungen die ethnische “Teile- und Herrsche”- Politik des “chauvinstischen” Regimes angeprangert :

The country has disintegrated because of the ethnic chauvinism of the military dictatorship. If there were no military dictatorship and no ethnic chauvinism, and the country adopted democracy and a federal system, it would be peaceful, united and developed like other countries. I can say that for sure. ( … )

They create disunity so they can continue to rule the country by force. They think that if the country is peaceful and stable, there will lose their rationale for holding onto power. ( Irrawaddy)

Das der Mord der burmesischen Junta anzulasten sei , steht für die KNU ausser Frage . Womöglich wurde die Tat allerdings von Mittelsmännern der konkurrierenden buddhistischen Karen Spilttergruppe DKBA ( Democratic Karen Buddhist Army ) ausgeführt ( Reuters , Irrawaddy ) . Hunderte Karen sind zum Begräbnis in der Grenzstadt Mae Sot gepilgert , mittlerweile ist auch eine “Abschussliste” mit zwei Namen von zwei weiteren KNU- Aktivisten aufgetaucht , auch ist von einer 22- köpfigen Task Force der DKBA die Rede ( Irrawaddy ) . Blogger wie Sitmone formulieren Schock , Trauer und Betroffenheit . |||

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IV. NO RAMBO IN BURMA

Dass in einem solchen Klima der ethnischen Unterdrückung , des Terrors , Gegen- und Gegen- Gegen- Terrors ein Film , welcher westliche Gewalt- und Befreiungsphantasien quer über die komplizierten Verhältnisse giesst , gemischte Erwartungen weckt , ist klar . Das Regime reagiert mit Verboten : Kinofilm und DVD sind gleicherweise verbannt .

Mizzima bezeugt den regen Untergrundhandel mit Downloads , allerdings auch die Verwirrung im Publikum , ob der Film nun reine Fiktion sei oder doch eventuell Fakten darstelle . Kein Wunder : Beginnt der Film doch mit einer Sequenz von Newsreel- Schnipseln :

Some of the video rental shops have put up a sign that reads “WE DON’T HAVE A COPY OF RAMBO 4 RELEASED IN USA ON JANUARY 25″ as many people continue to ask for it , the resident told Mizzima. However , he said that the movie was downloaded from the Internet and burned onto a CD by activist youth and is being circulated among friends and trusted people as it could land possessors of the CD in jail. ( …. )
While Burmese political activists both inside and outside cheered the movie as revealing the brutality of the junta in remote areas of the country, viewers in Rangoon are confused as to whether or not the movie contains any real storyline, the local resident said.

Die Democratic Voice of Burma berichtet von den hoch emotionalen Reaktionen der 600 Exilburmesen , die den Film im Zuge einer eigens veranstalteten Vorführung in Singapur sahen : “The scene where Rambo killed the Burmese army captain satisfied the whole audience .”

Also wird die verbliebene und durchwegs zensurpflichtige Presse zum “Rambo- Bashing” instrumentalisiert - ein weiteres Indiz für den in allen Kategorien geführten Info- War . Ein auch unter Bloggern weit herum gereichter AP- Artikel zitiert die Moquerien der regierungsfreundlichen VOICE :

But an article in The Voice, a Myanmar-language magazine, decried Rambo’s bloodletting and said he “looks funny fighting a war even though he’s so fat with sagging breasts. Stallone’s unsmiling and serious-looking style makes him look like a lunatic,” it added. The magazine’s critique is actually a loosely translated version of a column criticizing the movie published in the Jan. 28 edition of Singapore’s The Straits Times newspaper. Its reference to Myanmar’s “dictators” did not make it into The Voice’s story. ( AP)

Auch Irrawaddy bezieht sich auf dieses Stück Propaganda , illustriert aber , wie die Bevölkerung mittlerweile längst gelernt hat , zwischen den offiziösen Zeilen zu lesen :

We sometime read the government propaganda with the purpose of understanding the background history to the country’s politics , said a former agriculture student from Yezin University. We get to know about Burmese politics and the exiled Burmese politicians and their activities through government propaganda. ( Irrawaddy ) |||

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V. WE NEED MORE RAMBO

Wie man es bei ähnlichen Inversionen aus anderen totaliräen Regimen kennt , bewirkt das Totalverbot des “Rambo” dessen Aufstieg zum subversiven Code . So etwa sind in der Nähe von Nyaung Oo ( Ostburma ) in der Nacht vom 10. Februar Sgraffiti aufgetaucht , welche folgende Parolen ex aequo setzten :

  • DOWN WITH THE MILITARY JUNTA

  • DON’T CHEAT PEOPLE’S VOTE

  • FREE BURMA und

  • WE NEED MORE RAMBO .

Gelber Spraylack , Riesenlettern , in burmesischer Schrift als auch auf English und das alles mitten auf der Strasse . Die am nächsten Morgen stracks angerückte Polizei hatte es sehr eilig , so Mizzima , das Schlamassel mit teuren Benzin ( statt dem üblicherweise verwendeten Sand ) zu tilgen .

Wut und Hilflosigkeit sprechen auch aus den Zeilen des Blogs Bangkok Parlour . Der Blogger weist auf ein Feature der Bangkok Post hin , wo das ganze Stallone- Unternehmen seine Ambivalenz zu erkennen gibt . Einerseits wurden Catchphrases wie “Live for nothing, die for something” oder “Burma’s a warzone” rasch populär .

Anderseits stellt sich der Regisseur und Hauptdarsteller mit Quatschphrasen , wie “he’d love to go to Rangoon and confront the junta face to face” selber bloss . Die Tatsache , dass einige der “Sager” des Films als Volksparolen aufgenommen worden seien , erfülle ihn mit - dem üblichen Hollywood- STOLZ:

These incredibly brave people have found, kind of a voice, in a very odd way, in American cinema … They’ve actually used some of the film’s quotes as rallying points ( …. ) . That, to me, is the one of the proudest moments I’ve ever had in film … ( Reuters via Bangkok Post)

Jetzt dürfte allerdings langsam der Zeitpunkt gekommen sein , wo der p. t. Leser dieses Postings defintiv kein MORE RAMBO mehr verträgt . Daher zum Abschluss noch ein treffendes Zitat aus dem Independent über des Helden Maulwerk :

The smouldering gaze, the Neanderthal hang of the lower lip, the grunted dialogue, it could only be John Rambo, that Tarzan with a machine-gun who laid waste to Eighties action cinema. |||

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VI. BLOG 4 BURMA

Dass es auch andere Filme gibt , erweist ein Blick auf das Feed des Netzwerks BLOG 4 BURMA : Khaipi erzählt von Giuseppe Tornatores geplanten Biopic über Aung San Suu Kyi , Daburna hat vor seiner Blogpause noch einige YouTube- Videos online gestellt . AFi @ Birma News United freut sich über den ersten Tausender und bereitet umso motivierter neue Rambonalien vor . News HQ reflektiert über eine mögliche Verfassung und von Olivier erhalten wir einen bemerkenswerten Lektürehinweis : Die “Chroniques birmanes” des Zeichners Guy Delisle berichten in einem Bande Dessinée hautnah aus dem burmsischen Alltag , den er als Begleiter seiner für die Médecins sans frontières arbeitenden Lebensgefährtin ein Jahr lang als Hüter seines Kleinkindes verbrachte :

entre les problèmes pratiques (les coupures d’électricité constantes, les produits qui ne sont pas acheminés…), les constatations politiques (la censure des journaux littéralement caviardés, les messages bloqués sur Internet…), …. sanitaires (l’omniprésence du Sida à cause de l’exploitation des pierres précieuses, payée en héroïne, l’afflux de prostituées, etc) |||

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