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Brodelnde Blog- Bubble : Deutschland , ein Sommermärchen



||| SAME PROCEDURE AS EVERY … | DIE BETA- BLOGGER - EIN HISTORISCHES DRAMA | SYNOPSIS | LETZTE FRAGE - LETZE ANTWORT | KLANGAPPARAT

SAME PROCEDURE AS EVERY …

czz blog bubble Es kam , wie es kommen musste : Der Berg kreisste und gebar eine Laus , designt und designiert dazu , möglichst Vielen über die Leber zu laufen . In schöner Regelmässigkeit sichern sich Mainstream- Medien wie die FAZ , die SZ oder “DER SPIEGEL” Tausende erboste Klicks auf ihre Internet- Seiten , indem sie ein paar Flocken des Zaubermittels “Beleidigung” in den Tümpel der Blogosphäre streuen . Prompt erfolgt unisono der Chor der brüskierten Blogger , dicht gefolgt vom Diskant Derer , die es immer schon gewusst haben wollen .

Da dies ungefähr alle Vierteljahre einmal geschieht , ist der Ablauf solcher “Debatten” hinlänglich bekannt . Gleichwohl werden anhand des allgemeinen Rührens im diesmal vorzüglich dünnen Süppchen des “SPIEGEL” die Mechanismen der Aufmerksamkeitsökonomie selbst sogenannt “etablierter” Medien wünschenswert transparent . Desgleichen erklingt als bedenkenswertes Leitmotiv der Ausdruck eines allgemeiner werdenden Unbehagens an jenen Charts und Rankings an , welche - die Verlinkungsdichte registrierend - die “Alpha-” ( sprich Gross- ) Blogger von den “Beta”- Existenzen scheiden . Einen guten Überblick über die “Deutschen Blogcharts” und Konsorten gibt Oliver Gassner in “Telepolis” : Blogs lesen statt Blogs hauen .

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DIE BETA- BLOGGER - EIN HISTORISCHES DRAMA

czz blog bubbleRegieanweisung : Zitierte Blogs und Namen erscheinen in diesem Kontext als Positionen wurden in keiner Weise dazu aufgeführt , die sich dahinter befindlichen Personen zu desavouieren . Zu lesen und zu betrachten als angewandte Einführung in die Typen und Thesen deutscher Blog- Debatten .

Diesmal war es - und wir behandeln hier mit bewusstem Verzug ein in Wochenfrist bereits historisch gewordenes Drama - “DER SPIEGEL” , welcher den ersten Stein warf . Mitten ins Sommerloch und so begann sofort zu brodeln im Blogger- Biotop . - - - Same procedure as every …

DER SPIEGEL , 20. 7. | SpOn , 21. 7. : Die Beta- Blogger

Deutsche Online-Schreiber haben ein Problem entdeckt: sich selbst. Im Vergleich zu ihren US-Kollegen fehlt es ihnen an Macht und Bedeutung, um die öffentliche Debatte mitzubestimmen. Die meisten sind unpolitisch und rechthaberisch, selbstbezogen und unprofessionell.

( … ) Schätzungsweise 500.000 deutschsprachige Blogs gibt es. Die meisten sind sanft entschlafene Karteileichen. Rund 200.000 sind aktiv. Das klingt nach viel. Doch global gesehen sind die Deutschen Blog-Muffel. Nur etwa jeder fünfte Deutsche liest sie überhaupt jemals. In den USA und Japan ist es jeder Dritte. In Südkorea und den Niederlanden tun es 40 Prozent der Bevölkerung. (… ) Politische Blogs sind in Deutschland so gut wie nicht vorhanden. Als sich der US-Journalist Sean Sinico während des Bundestagswahlkampfes 2005 in der deutschen Blogosphäre umtat, war sein Urteil vernichtend. Was er sah, waren für ihn “baby steps”. An dem Befund hat sich nicht viel geändert - glaubt man in der Szene selbst.

Die Welt ist Scheisse ( Achim Meißner ) , 20. 7. : Blogs funktionieren nicht, weil …

Irgendwie ist mein Interesse für die Frage “Funktioniere ich bzw. als Blogger” nicht wirklich vorhanden. Die Deutsche Blogosphäre ist die Verlinkungsphäre einer Linkliste, die sowas von typisch Deutsch ist, dass man durchaus müde drüber lächeln muss. Die “Deutschen Blogcharts” als Messinstrument der Relevanz von Blogs zu verwenden, ist, ja, hm, schlicht lächerlich. Aus dieser Kleingeisteratmosphäre entwickelte sich dann wohl auch die Aufteilung der Blogs in A, B und C-Blogger. Das ist sowas von Vereinsmeierei, köstlich. Es fehlt nur noch der Deutsche Blograt e.V., dann wäre das groteske Dutzend sicherlich voll.

Warum funktioniert hier in Deutschland dennoch die Blogosphäre nicht? In anderen Ländern gibt es ja auch eine funktionierende, also geldverdienende, Bloglandschaft? Allein schon die Annahme, etwas funktioniert nur dann, wenn Geld verdient wird, lässt tief blicken. Geld, Geld, Geld, ist ja der Gradmesser des Menschsein schlechthin. ( …) Das Geplapper der sog. A-Blogger wird mit 100% Sicherheit garantiert nicht zu so hohen Verlinkungszahlen führen, wie diese Charts es vermuten lassen. Konsequenter Weise kann man sogar davon ausgehen, dass 99% der Listen-A-Blogs mit gefakten Verlinkungen arbeiten. Man hat ja was zu verlieren…tss…

F!XMBR ( Christian Sickendieck ) , 20. 7. : Ich muss mich vielleicht korrigieren - Blogs scheinen doch zu funktionieren

[ Vorspiel mit Blick auf ein unmittelbar vorangegangenes Debattentheater : Warum Blogs in Deutschland nicht funktionieren , 18. 7. - Eine Replik auf des Don Dahlmanns ( seines Zeichens WELT- Blogger , Ex- Edelfeder des eben unsanft in die ewigen Jagdgründe eingegangenen "Literatur"- Design- Magazinchens "mindestenshaltbar" u. v. a. m. ) Klage über die Impotenz deutscher Blogs sowohl hinsichtlich des politischen Impacts als auch der Monetarisierung ]

Der SPIEGEL hat panische Angst, panische Angst vor Bloggern. Und das nicht zu Unrecht. ( … ) Der Artikel der SPIEGEL-Redakteure Markus Brauck, Frank Hornig und Isabell Hülsen zeigt den SPIEGEL der heutigen Zeit. Lächerlich, es wird Meinungsmache betrieben. Journalisten, die zufällig eine Weblogsoftware aufgesetzt haben - Niggemeier und Broder - müssen dafür herhalten, um zu zeigen, was für ein Niveau auf deutschen Blogs herrscht. ( … ) Die sogenannten Journalisten beweisen mit großen Enthusiasmus warum Journalismus in Deutschland nicht mehr funktioniert. ( …. ) Ich stell mir wirklich die Frage, ob Blogs nicht doch funktionieren. Wenn diese panische Artikel im SPIEGEL erscheint, scheinen Blogs doch wahrgenommen zu werden. Der Spiegelfechter wird als große Gefahr angesehen. Und - er zeigt die wahre Qualität des heutigen Journalismus. Erbärmlich.

czz blog bubbleDer Spiegelfechter ( Jens Berger ) , 21. 7. : Beta- Journalisten und Beta- Blogger

Der SPIEGEL hat in seiner jüngsten Print-Ausgabe ein “neues“ Phänomen entdeckt – Deutschlands Politblogger, international nur Zweite Liga und “unpolitsch und rechthaberisch, selbstbezogen und unprofessionell.“ Aber immerhin doch so unwichtig, dass man ihnen drei Seiten widmen muss, denn die gefühlte Bedrohung durch den Bürgerjournalismus ist eine Entwicklung, die den deutschen Beta-Journalisten in seinem Selbstverständnis berührt. ( … )

Die deutsche Politblogszene steckt noch in den Kinderschuhen, aber auch Kinder entwachsen irgendwann ihren Schuhen. Während die „klassischen Medien“ vor zwanzig Jahren noch eine große Glaubwürdigkeit beim Leser genossen, so gehört dies mittlerweile der Geschichte an. Seit seiner neoliberalen Wende ist der SPIEGEL bei wirtschaftspolitischen Themen in etwa so glaubwürdig, wie die Apothekenumschau bei Gesundheitsthemen. Wenn man seine eigenen Fehler sieht, kann man sie abschalten – das Problem an den “Mainstreammedien“ ist allerdings, dass sie ihre eigenen Fehler nicht sehen und Kritik als “Freaktum“ abtun. In einem Gespräch über dieses Thema sagte Michael Rutz – Chefredakteur beim “Rheinischen Merkur“ – dem Autor, sein Blatt kommentiere aktuelle Themen stets objektiv. Im journalistischen Kontext ist ein Kommentar allerdings per Definition “die persönliche Meinung des Autors“ und kann bestenfalls zu einem “objektiven“ Bild beim Leser beitragen, aber nie selbst “objektiv“ sein. Diese “unfreiwillige“ Offenbarung des Selbstbildnisses des deutschen Journalismus, illustriert die Kernaufgabe von Blogs.

Indiskretion Ehrensache ( Thomas Knüwer ) , 22. 7. : Der erschreckende Misserfolg von Spiegel Online

Es wird Zeit für eine Rechnung. 89.1 Millionen Besucher hatte Spiegel Online laut der Messung der IVW im Juni. Damit ist die Seite Marktführer unter den Nachrichten-Angeboten im deutschen Internet. Ein Blick in das Impressum zeigt, wie hoch der personelle Aufwand ist, um diese Position zu erreichen. So ich richtig gezählt habe, schreiben für Spiegel Online 87 feste journalistische Kräfte sowie 28 freie Autoren. Hinzu kommen zehn graphische und technische Kräfte. 125 Spiegelonlineraner, also. Das macht pro Mitarbeiter eine monatliche Besucherzahl von rund 712.800, was pro Tag 23.760 macht. Allerdings: Nicht eingerechnet ist dabei die Print-Redaktion des “Spiegel” als Inhaltelieferant.

Das klingt nach viel, ist aber erschreckend wenig. ( … ) Noch dramatischer fällt der Vergleich mit Jens Matheuszik, dem Pottblogger aus. Mit einer Stunde Arbeit pro Tag bringt er es auf 2000 Besucher. Macht 60.000 Besucher monatlich mit einem Arbeitseinsatz von 30 Stunden. Wäre Matheuszik Spiegel-Online-Mitarbeiter, würde er mehr Leser erreichen als seine Kollegen.

Auch der Blick in die USA macht deutlich, wie wenig Gewicht Spiegel Online hat. Das monothematisch auf Wirtschaft aufgebaute Angebot des “Wall Street Journal” erreichte im Juni doppelt so viele Leser wie Spiegel Online. Und: Die rund drei Millionen Besucher täglich bedeuten, dass nicht einmal vier Prozent der Deutschen die führenden Nachrichten-Seite des Landes täglich nutzen.

medienlese ( Klaus Jarchow ) , 23. 7. : Es ist doch zu albern !

Da verfasst ein missgelauntes Spiegel-Trio ein dreiseitiges Elaborat über die Armutsästhetik in den klapprigen Fischerhütten “deutscher Online-Schreiber”, vergleicht ihr proletarisches Ambiente mit den blankpolierten Glaspalästen deutscher Offline-Schreiber, aber auch mit den inkommensurablen Wolkenkratzern amerikanischer Spitzenblogger. Das Trio der Spiegleins stellt uns dann sogar einige dieser darbenden ‘Blogger’ in persona vor, die natürlich genau das nicht können sollen, was die professionellen Mitglieder der Journalistenzunft täglich so akkurat beherrschen - und am Ende erweist es sich, dass sämtliche Beteiligte in diesem redaktionellen Kasperltheater allesamt auch wiederum nur Journalisten gewesen sind.

Regieanweisung : Während sich die Debatte in Hunderten Kommentaren und Abschriften weiterspinnt , senkt sich langsam der Vorhang .

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SYNOPSIS

czz blog bubbleDass “Blog” nicht gleich “Blog” ist , dürfte gerade auf dieser in|ad|ae|qu|aten “Beta”- Seite hiermit hinreichend demonstriert worden sein . Dessenungeachtet zitierten wir als zusammenfassende Handreichung die kleine Blog- Typologie , die der schon erwähnte Oliver Gassner in “Telepolis” zusammengetragen hat . ( Wobei wir uns die Anmerkung , dass TP nach verschiedenen Erweiterungen des Autorenpools cum grano salis zu geniessen sei , in diesem Fall sparen . - in|ad|ae|qu|at haben wir uns redaktionell gestattet , Schreibfehler stillschweigend zu korrigieren sowie relativierende Links einzufügen . ]

Blogs und Blogs und ihre Unterschiede. Ich sehe mehrere Tendenzen:

  • ‘Klassische’ Medien, die Blogs in ihren Mix integrieren. nennen wir mal Handelsblatt und TAZ als Beispiele.
  • Medien, die neue und eigene Plattformen aufsetzen. Sagen wir: “Der Westen” von der WAZ-Gruppe und Germanblogs von Holtzbrinck (leben die noch? - Disclosure: Ich hab da mal geschrieben.)
  • Blogplattformen, die sich als Verlag strukturieren, was grob heißt, dass es eine thematisch-redaktionelle Steuerung und eine Anzeigenakquise gibt und dass die Blogger aufwandsabhängig bezahlt werden. Beispiele: Der abgebrochene Versuch der Spreeblick KG -was dann in den Anzeigenvermarkter Adical / Adnation mündete -, die Blogwerk AG (D: wo ich auch schreibe) und eine ganze Reihe von US-Vorbildern. voran die Techcrunch-Familie.
  • Einzelblogs als Fulltime-Job in Abhängigkeit von einem oder einer kleinen Zahl von Auftraggebern/Finanziers, Paradigma: “deutsche startups
  • Einzelblogs mit vielen Besuchern, die Anzeigeneinnahmen haben, aber oft nicht Fulltime-Job sind. Also das Spektrum von Basic Thinking (D: mit Robert kooperiere ich geschäftlich) über wirres und andere Blogs aus den deutschen Top 100.
  • Die große und überwiegende Masse an Privatblogs, meist werbefrei und manchmal aus guten Grund ohne Impressum.

(Die Pseudoblogs der SEOs lassen wir hier mal außen vor, das ist der Dschungel.)

Etwa in diesem Spektrum dürfte sich auch verteilen, wie “redaktionell” oder “journalistisch” in dem Blog agiert wird oder wie sehr Rücksichten sowohl auf Publikum (was den Blogger angeht) als auch auf Werbetreibende (was eher den Verlagsaspekt berührt) in die Mitte oder an den Rand rücken.

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LETZTE FRAGE - LETZE ANTWORT

F : “Und was hat in|ad|ae|qu|at als unabhängige Literatur- und Kunstseite mit obgenannten Themen , Typen und Tendenzen zu tun ?”
A : “Field Recording .”

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EDIT

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KLANGAPPARAT

Nervös und schwebend atmosphärisch : Die Vokabeln , welche sich sonst als antipdoische Attribute zur Charakteristik von Sounds anbieten czz-hoerempfehlungwürden , fliessen unter Fusharas ( MySpace ) flinken Fingern zusammen : Als Teil drei unseres Mini- Portraits des bemerkenswer straighten Hamburger Netlabel plainaudio präsentieren wir den jungen Londoner Debütanten mit seiner “Rising“- EP : Nach all den schwierigen Blog- Schlieren ein eminent erhebenendes perkussives Reinigungsrtual ! - CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. Rising | 02. Irrational Act | 03. Symbol Of State |||

Rosen Montag : Sounds like CARNE VALE



POSTUM | ON AIR : CHARTS , HYPES , KARNVEVAL | ON LINE 1 : LEITMEDIEN , I . E. SACHE | ON LINE 2 : ESSAYS ON : VERBOTENE WORTE | ONLINE 3 : RICH.TXT - FIN DE PARTIE + FORTSETZUNG | KLANGAPPARAT

POSTUM

roseVor ziemlich genau einem Jahr ist einer der feinsten DJs und Electronica- Komponisten - Marc-Christian Witt aka AMBITRONIC - verstorben . Keine 32 Jahre alt . Die Berliner Multifunktions- Soundwerker und Netzmusik- Herausgeber von KREISLAUF blieben der Erinnerung an Werk und Wesen dieses eminenten Musikers treu und publizieren nun exzellente Tonspuren aus dem Nachlass . AMBITRONIC und seiner LEGACY sei - im Ursinn des CARNE VALE - der heutige KLANGAPPARAT gewidmet . |||

ON AIR : CHARTS , HYPES , KARNVEVAL

roseEntgeistert reagieren wir zunächst auf den FETTBROT- Brutalo- Brüller BETTINA ( zieh dir bitte etwas an ) : So recht zum karnevalistischen Krawall passend , hält sich diese angebliche Parodie auf “den Modesektor” ( oder so ähnlich ) derzeit auf Rang drei der Charts von FM4 : Sie machen Sich Ihr eigenes Bild via YouTube und sich selbst dann die entsprechenden Gedanken zur Karnevalisierung der Verhältnisse .  [ Nachtrag : Der Tagesspiegel wird die CD "Strom und Drang" im März mit höchst gemischten Gefühlen und spitzen Fingern aufgreifen : clevere Agenten hart am Rande der "Liga der Mitgröl-Rapper". . . ]

Für ähnliche Irritation - obgleich eine differenziertere - sorgt die sozusagen gleichgeschaltete Universalrezension ( * ) des dritten Albums der derzeit als “Konsensband” gehandelten - HOT CHIP : MADE IN THE DARK ist hinsichtlich dess Mastering absichtsvoll unrund und ungesund auf den Antigesang des Vokalisten Alexis Taylor fixiert . Die disjunkte Abfolge diverseter Stile optiert offenbar für Breitenwirkung , auf dass Balladenfreundin , Chiller, Hopser und nerdiges “Exelhemd” ( Zitat oderaufbrot ) je etwas Ziel- Groupie -Gruppiertes abkriegt . Die DEVO , Jad Fair- : kurz Achtziger- Abseitigkeit und holde Verlorenheit , welche THE WARMING ( 2006 ) noch bot , ist dahin . Allerdings erwies bereits ein Live- Mitschnitt vom SONAR- Festival 06 , dass die sympathisch inszenierte Kläglichkeit ausserhalb der Overdub- Zone des Studios der Atmosphären der EchtLÄRMwelt weder klanglich noch musikalisch stand zu halten vermochte . ( * Hier die Universalrezension : FAZ , FR , Spex , Rolling Stone , Standard , taz , ZEIT a , ZEIT b , ect . ) |||

ON LINE 1 : LEITMEDIEN , I . E. SACHE

roseA propos Charts : Eine kleine Bemerkung in eigener Sache : RIVVA ( der für die deutschsprachige Blogosphäre massgebliche Top- Story- Aggregator ) veröffentlicht jetzt regelmässig die Liste der Medien und Blogs , welche über den Zeitraum von 90 Tagen “die meisten Titel- Stories” liefern . “Leitmedien” nennt man das : Anders als bei den Traffic- Best- Ofs der Deutschen Blogcharts , geht es hier um das Einflusspotential gewisser Contents . Im Sample der insgesamt 500 Medien befindet sich der Off Topic- Longtailer in|ad|ae|qu|at derzeit auf Position No. 451 . Negativ formuliert : Natürlich eine quantité négligéable . Positiv gesprochen : Die beliebte Net- Show Ehrensenf kommt auf No. 367 … und selbst DIE ZEIT mit gesamter Masse , Mannschaft und Meinungnsmacht auf lediglich No. 326 . - Eine interessante “Gegenlektüre” bietet die von Benedikt Köhler entwickelte METAROLL auf der Basis von Verlinkungen an : Nach dem Motto “Wer in|ad|ae|qu|at liest , interessiert sich auch für …” ergibt sich DIESES , nicht ganz uninteressante Ergebnis . Welche Schlüsse wir daraus ziehen ? - Selbstredend keine : Wir beharren in|ad|ae|qu|at auf Form und Funktion .

P. S. wären der Vollständigkeit halber die aktuellen Hörbuch- Neuzugänge zu Felix Krull als Vorfahre Andy Warhols sowie ein gedrängtes Portrait des formidablen Zürcher “sprechtheaters” zu vermelden . |||

ON LINE 2 : ESSAYS ON : VERBOTENE WORTE

rose“My blog is my home” , könnte man sagen , wann man mit und in diesem Medium ein Viertel Lebenszeit verbringt . Was als “Heim” noch hingehen mag , wird / wirkt in der Formulierung von “HEIMAT” leicht peinlich . Die Master- Reminder der kulturwissenschaftlichen Plattform KAKANIEN REVISITED stechen da nun mitten hinein , indem namhafte Autorinnen und Autoren zur Reflexion solch VERBOTENER WORTE gebeten wurden . Wie sich’s gehört sind - voll Open Access ! - Essays wie die Folgenden zu lesen :

Weitere solcher höchst lebendig totgesagter , ausgesprochen verleugneter und angewandt verlogener Lexikalien sind unter VERBOTENE WORTE gelistet . |||

ONLINE 3 : RICH.TXT - FIN DE PARTIE + FORTSETZUNG

roseEs ist jedes Mal ein Erschrecken , wenn man auf einer geschätzten Webseite , einer Plattform oder einem Blog landet , um festzustellen , dass dort eben der Zufluss gestoppt wurde , und ein Weiterleben allenfalls als Archiv gewährleistet wird . Im Fall des Forums zur Online- Kunst und -Kuratorenschaft RICH.TXT ist genau dies der Fall : 2006 bis 2008 heisst es in der Unterzeile lakonisch . Meint allerdings keineswegs , dass das bemerkenswerte Archiv mit Texten zu Kunst ( 107 ) , Kultur ( 52 ) , Design ( 28 ) , Sprache ( 58 ) und Theorie ( 71 ) damit getilgt sei . Die Gruppe CONT3XT.NET ( aka Sabine Hochrieser , Michael Kargl , Franz Thalmair ) bleibt glücklich weiter aktiv und führt die theoretische Rede auf PUBLICCURATING fort und erweitert ihre virtuelle Stichwort- | Code- bzw. TAGallery . Was man sich darunter vorstellen kann , zeigt das Beispiel jener Schau- Objekte , welche sich unter dem Schlagwort MYPOCKET zusammen finden . Oder die Idee einer SPAM ARCHITECTURE . Auch einen Electronic_Literature_Sampler gibt es zu entdecken : Was für ein im besten Sinne babylonisches Labyrinth ! - Einen Überblick über sämtliche Tagprojekte und Nach ( t ) gedanken finden Sie HIER . |||

KLANGAPPARAT

Als wir vor einem dreiviertel Jahr per Zufall auf die exquisiten Klangarchitekturen des Berliner Soundkünstlers AMBITRONIC ( aka Marc-Christian Witt ) stiessen , sahen wir uns unversehens mit der katastrophalen Nachricht konfrontiert , der damals 31- Jährige sei Ende Januar 2007 infolge czz hörempfehlungschwerer Krankheit verstorben . Auf unser Posting hin meldeten sich seine Freunde und konnten immerhin von einer feinen Feier beim Klang der eben bei IDEALTECHNO erschienenen Release ENTHEMMTE TOURISTEN berichten . Die Freunde @ KREISLAUF haben inzwischen aus dem Nachlass eine POSTUM- Kollektion filigraner Klangmaterialien ediert . Als bemerkenswert darf wohl auch jene Geste gelten , die namenlos zurückgelassenen Tracks nicht durch fremde Benennungen in ihrer unbetitelten Integrität zu stören . Ein seltenes Werk - im “Was” und im “Wie” . Danke , Kreislauf ! - CLICK TRACKS TO LISTEN . 01. Track-01 | 02. Track-02 | 03. Track-03 | 04. Track-04 | 05. Track-05 | 06. Track-06 | 07. Track-07 | 08. Track-08 | 09. Track-09 |||

in|ad|ae|qu|at intern : 2007 Chronik & Stats



||| ARCHAICUM | PROTEROZOICUM | PHANEROZOIKUM | STATISTICUM | MAXIMUM | CONTINUUM | GEO- GRAPHICUM | BROWSERIUM | SUCH- VOKABULARIUM | POSTSCRIPTUM | ESOTERICUM ? | KLANGAPPARAT

stats google gesamt

ARCHAICUM

czz inadaeqiuat logo quelle AIGA aerport infor noirAls Ursprung von in|ae|qu|at setzen manche Chronisten den 21. Oktober 2006 an : Ein Webhoster bietet .at- UMLAUT- Domänen zum Als Crash- Test- Dummies an . Da vermochte das sprachspielerische Begehren natürlich nicht an sich halten : UMLAUTENDER Wortstamm + Endung “at” : Was trefflicher als die Antonyme “addäqu.at” und “inadäqu.at” ?! Vom Clou , das Domain- Kürzel in den Vollwortnamen zu integrieren , ganz zu schweigen …

Step Two bestand in der exklusiven Auswahl von WordPress als vergleichsweise EZ in Layout und Blogpraxis bedienbar . Step Three , Four , Five : Definition , Design und Datenaufbereitung für den Blog- Start am 1. Januar 2007 unter der Domäne www.inadäqu.at ( = “ä” > officially deceased now ) . |||

PROTEROZOICUM

czz inadaeqiuat logo quelle AIGA aerport infor noirLernen , Lernen , Lernen : Wie implantiert man Bilder derart in den Fliesstext , auf dass diese dessen Lesbarkeit nicht behindern ?! - Absatzlänge ? - Schriftgrösse ? - Linkfarbe ? - Sidebar- Module ? - Wie verhält sich das mit dem Eigen- ( ? ) Leben von Pings & Trackbacks ? - Welche ist die Creative Commons- Lizenz der Wahl und welche möglichst wasserdichten Worte eignen sich zur Angabe von Haftungskriterien ? - Was ist ein Favicon ? - und überhaupt :
What is it all about ? - Wie wäre unter Umständen einer landläufigen “Kultur” (*g*) des Copy- and- Paste bzw. des extrem subjektivistischen Bloggens zu einigermassen originären Themen , Contents und Kategorien durchzudringen ?

In dieser Phase formt sich der visuelle & semantische Stil von in|ad|ae|qu|at . Das Projekt einer stabilen Autorenplattform ( Salon Littéraire ) jenseits der tagesaktuellen Hypes keimt . Formulierung und Reformulierung von Form- Inhalts- Konzepten . Eines wird dabei aber schnell klar : Die UMLAUT-.at- Domäne ist so nicht zu halten : Zu viele präsumtive Leser scheitern am punycode , können im Internet Explorer die Seite nicht aufrufen : Das URL- Monster “www.xn--inadqu-eua.at” schneidet eine abschreckende Grimasse , darüber hinaus kommt es auch im Wordpress- Backend und einigen plugins zu Vertracktheiten , Verwicklungen und Verwirrungen . So nicht ! |||

PHANEROZOICUM

czz inadaeqiuat logo quelle AIGA aerport infor noirDie Neuzeit beginnt im Mai 2007 mit der Domäne www.inadaequat.org , zuzüglich des Abonnements von www.inadaequat.com , www.inadaequat.net und www.inadaequ.at , welche derart verlinkt werden , dass sie sämtlich auf die Hauptdomäne www.zintzen.org rückführen . Webserver of Choice wird nun ein “virtueller privater server” im equinix- Datacenter ( Frankfurt ) .

Mit Mai startet die Zeitrechnung hinsichtlich der Zugriffs- Ziffern : Mehr oder weniger insgeheim mag man ja ahnen , für wen und für wie viele man da so schreibt . Parallel wird das plugin FireStats installiert , Google Analytics angesetzt , auch via WordPress ist ein Statistik- Tool eingebunden . Dazu das UTW-plugin für Technorati- Tags , Spamfresser Akismet und und und …. |||

STATISTICUM

czz inadaeqiuat logo quelle AIGA aerport infor noirNach der ersten Hürde von stabilen 100 Uniquen Besuchern ( = direkte Seitenzugriffe ) pro Tag im Juni war der fortschreitenden analytischen Neugier selbstredend kein Halten mehr : Welches sind die präferierten Suchbegriffe ? - Werden ( und welche ? ) Bilder gesucht ? - Aus welchen Weltgegenden strömen die Besucher , welche Browser nutzen sie , wie lange bleiben die Nutzer auf unseren Seiten , und wie viele Seiten werden durchschnittlich betrachtet ?

Bemerkenswert bei dieser Erbsenzählerei sind die enormen Abweichungen der Données der drei Analysetools : Trotz sorgfältiger Listenwartung , um die eigenen Computer ( es soll ja nicht jeder admin- Aufruf gezählt werden ) , diverse Bots und sonstige Nichtmenschen per IP auszuschließen , zeigt WordPress stets 1/3 mehr unique clients als FireStats , diese wiederum 1/3 höhere Nümmerchen als Google Analytics .

Nach Konsultationen mit Webstatistik- Experten wird uns der Mittelwert aus allen drei Ergebnissen als der Realistischste empfohlen . Da FireStats in der eigenen Datenbank einträgt , und die Aufrufe von WordPress und Google Analytics mitunter den Seitenaufbau wesentlich verlangsamen , präsentieren wir im Folgenden die Ziffern der FireStats- Analyse :

MAXIMUM

stats google gesamt

Der “beste” Tag bisher war der 30. Oktober 2007 :
731 visits und 1.353 page views innert 24 Stunden liessen uns ehrfürchtig auf “refresh” klicken , um auch wirklich sicher zu sein , die korrekten Ziffern vor Augen zu haben . Ausschlaggebend dafür war eine Kombination aus Bildaufrufen aus dem Route 66- Logbuch , eine Erwähnung bei Robert Basic , der lange Artikel zum FAZ- Relaunch , sowie der Start der BLOG 4 BURMA- Aktion .

Zu den angenehmen Dingen zählt auch der konstante Anstieg der Technorati-authority von derzeit 79 ( wie fragwürdig die Technoratiker - analog zu Google - mit ihren Rankings durch Tricklinker und Linkverkäufer mittlerweile geworden sind ) sowie derjenigen Co- Blogger , welche in|ad|ae|qu|at als Favoriten zeichnen ( 9 ) .

stats technorati

CONTINUUM

Womit wir ( Hosen runter ! ) bei der Vorstellung von konkreten Werten aus einem Jahr in|ad|ae|qu|at sowie aus sechs Monaten statistischer Erfassung angelangt wären .

  • 326 posts + 506 Kommentare in einem Jahr
  • 126.099 page views und 56.608 visits in 6 Monaten
  • durchschnittlich 400 visits täglich ( Oktober bis Dezember )
  • das sind rund 12.000 visits je monat ( Oktober bis Dezember )
  • 18.535 spam- Kommentare , vor welchen uns Akismet automatisch geschützt hat ( händisch bleiben da etwa noch zwei Stück täglich zu eliminieren )

Rund 50% des traffic kommen von Suchseiten ( dafür sind sicher die zahlreichen Tags , die Google- XML- Sitemap , die gut lesbaren URL’s und die Kategorien verantwortlich ) :
stats google sources
Der Durchschnittsbesucher liest lediglich knapp zwei Seiten ( = ein Effekt der hohen Trefferanzahl seitens der Suchmaschinen ) , dafür liegt die durchschnittliche Verweildauer des Lesers mit knapp zwei Minuten eher im oberen Bereich : Dies dankt in|ad|ae|qu|at vornehmlich seinen unerschrockenen aka interessierten Leserinnen und Lesern : DANKE !

stats google average
GEO- GRAPHICUM

Bezüglich der Länderverteilung ( = Geographie der User ) liegt Deutschland vor USA vor Österreich , sehr herzlich wollen wir uns auch bei einzelnen treuen , täglichen Lesern in Neu Kaledonien , China und Schweden bedanken - There has’nt been A SINGLE DAY our dear reader @ New Caledonia was not online !!!

stats fire countries

BROWSERRIUM

Die obligate Aufschlüsselung von Betriebssystemen und Browsern unserer Leser gleicht denjenigen Tausender anderer Blogs . Tant pis - Hier trotzdem die Liste ( und , ja , werter Robert Basic , auch wir hatten schon Visits von einer xbox sowie wii’s … )

stats fire osbrowsers

SUCH- VOKABULARIUM

Wie nun aber lauten die Suchbegriffe , um @ in|ad|ae|qu|at zu landen und uns zu finden ? - Faites vôtre choix : FireStats | Google - hits , time , pages -

stats fire searchterms2

[ "Tod" und "Giraffen" : Damit identifizieren wir uns in|ad|ae|qu|at selbstverständlich sehr gerne ! ]

stats google searchterms hi

stats google searchterms pa

stats google searchterms ti

POSTSCRIPTUM

Als “krönender” Abschluss das neueste Experiment aus unserem Nähkästchen . Google Webmasters Tools : Womit vor unsere unbefugten Augen tritt , WIE Google UNS sieht :

  • 2.510 separate Seiten aus zintzen.org finden sich in der Soogle- Suche
  • 9.098 externe Seiten im Web unterhalten einen Link auf eine unserer Seiten : davon 6.322 direkt auf die Frontpage . ( Bei näherer Betrachtung sind darin auch die Archivseiten jener Blogs enthalten , welche einen fixen Link auf uns aufweisen . Entsprechend multipliziert sich ein Hauptlink pro Jahr mal 365 etc. p. p . )
  • Die Ziffer von 21.394 internen Links kreuz und quer in unserem WordPress- CMS könnte … je nach positiver oder ungünstiger Interpretation - einerseits auf die dichten Zusammenhänge unserer Contents , anderseits auf eine absichtsvoll selbst referenzielle Linkmaschine verweisen . Honni soit qui mal y pense !
  • Unter 18 Abfrage- Phrasen liegt “inadaequat” unter den ersten 10 Treffern
  • 514 seiten TÄGLICH ist der suchhungrige Googlebot @ in|ad|ae|qu|at unterwegs

stats google botcrawl

Voilà die Searchterms - getrennt nach Funden und tatsächlichen Klicks :

stats google searchterms

Voilà die Content- keywords , welche Googlebot bei in|ad|ae|qu|at vornehmlich registriert :

stats google botwords

ESOTERICUM ?

czz inadaeqiuat logo quelle AIGA aerport infor noirIn|ad|ae|qu|ats Goggle- Pagerank wird allgemein mit “LOW” ausgewiesen , auch die Suchfrequenz des Googlebot dürfen wir nicht auf “FAST” stellen - - - , was unserem bescheidnen Selbstverständnis als pro- , nichtsdestoweniger non- profit orientiertem Literatur- , Kunst- und Reflexions- Blog mit regelmässiger Netlabel - Leiste kaum entpräche … Und : Für einen sonntäglichen Salon Littéraire wie den vorgestrigen waren 763 page views and 440 visits nicht eben esoterisch ! |||

KLANGAPPARAT

Unauflöslich literarisch durchwoben ist das Projekt des amerikanischen Elektroakustikers Kevin Murphy , der schon sein Alias - The Jack Bohlen Book Club - von Phippp K. Dick entlehnte ( mehr PKD auf des Künstlers mySpace- Seite ! ) . Wer hier allerdings musikalische Stories , taktbare Loops und sonstige Gechlossenheiten erwartet , möge sich lieber den Golden Globe- czz hörempfehlungKandidaten zuwenden . Murphys EP Lion & Lamb beim Netlabel test tube HQ ( mhm , hier hat auch Norman Fairbanks jüngst seine American Case Studies publiziert ! ) besteht im Grunde aus wenig mehr denn 39- Minuten Drone aka Ambient . Elektroakustische Schwingungen. , zu deren Genuss indes mitnichten höhere ZEN- Küste nötig sind . Just go with the flow und bemerke via Diffenzialanalyse , welchen crap man sich sonst so den “lieben” langen Tag reinzieht . CLICK TTRACK TO LISTEN : Lion & Lamb [ 39:07 ] |||

Gemeinplätze , Commonplaces , Idées Recues der Blogosphäre : VORREDE



||| NEUE REIHE | FIGUR DES BLOGGERS : SELBST- UND FREMDBILDER | FREIWILLIGE SELBST- GLEICHSCHALTUNG | KLICKGIER | STATISTIK | AUFMERKSAMKEITSÖKONOMIE | FLAUBERTS “DICTIONNAIRE DES IDÉES RECUES | KLANGAPPARAT

NEUE REIHE

schreiben-laptopVoici das Vorspiel zu einer in loser Folge fortzusetzenden Neuen Reihe @ in|ad|ae|qu|at : “GEMEINPLÄTZE , COMMONPLACES , IDÉES RECUES DER BLOGOSPHÄRE” greift anhand konkreter Fälle einige Klischees der Blog - Welt auf . |||

FIGUR DES BLOGGERS : SELBST- UND FREMDBILDER

schreiben-laptopOb in journalistischen Rapporten und Reflexionen zum Genre des Blog bzw. zum Typus des Bloggers oder in den unter Bloggern weitergereichten Vignettierungen mehr oder weniger idealer Selbstbilder . Noch in den verkrampften Selbst- Distinktionen , zu welchen sich herkömmliche Print- Journalisten in den Online- Ausgaben ihrer Blätter in unschöner Regelmässigkeit veranlasst fühlen , reproduziert sich - wenngleich unter umgekehrten Vorzeichen - das Ego- Ideal des Bloggers als alertem Bürger- Journalisten ( siehe ReadersEdition , D ) und unabhängigem Freidenker : Der Blogger als Last Action Hero von Zivilcourage und kritischem Esprit , Watchdog von Recht und Demokratie . |||

FREIWILLIGE SELBST- GLEICHSCHALTUNG

schreiben-laptopDass dies alles so nicht stimmen kann , erweist ein kurzer Blick in den Aggregator von Blog- Tops- News , Rivva . Ein Suchlauf @ Wikio tut’s allerdings auch : In Hunderten Blogs finden sich Tag für Tag nichts Anderes als stereotype Abschriften von Heise- News , SpOn - Aufregern oder der von A- Bloggern je frisch aufgeworfenen Themen .

Dass diese FREIWILLIGE SELBST- GLEICHSCHALTUNG der ja so eigenwilligen Blogger nicht etwa “nur” das Resultat begrenzter Geistesanstrengung sei , darf man positiv unterstellen . Wer die spezifische Funktionsweise des Medium “Blog” kennt , weiss , wie wichtig es für das Ranking , den Quotation- Index ( = die Technorati- Authority ) , den Traffic ( = Aufrufziffern ) ist , am Puls der jeweils begehrten Themen zu bleiben . Das gibt Pingbacks , Trackbacks und - wenn man Glück hat - sogar einige brave Leutchen , die einen als Quelle zitieren . |||

KLICKGIER

schreiben-laptopDass hohe Aufrufziffern für Diejenigen lebensnotwendig sind , welche ihren Unterhalt mit Inseraten zu bestreiten beabsichtigen , versteht sich . In Tat und Wahrheit sind allerdings auch non- commercial Blogger am symbolischen Kapital hoher Klickraten ( Unique Clients ) interessiert : Wozu sonst … die ganze Liebesmüh’ ? |||

STATISTIK

schreiben-laptopDen Non- Bloggern unter den p. t. in|ad|ae|qu|at- Lesern sei in diesem Zusammenhang noch geflüstert , dass - via Interface- Design - JEDER Blogger Minute um Minute , Stunde um Stunde , Tag für Tag konfrontiert ist mit den Statistiken ( Alexa , Google Analytics , FireStats ) über Anzahl und Tiefe von BesucheRn , deren Verweildauer , “Absprungrate” , Herkunft und thematische Präferenzen .

So ist etwa das bei in|ad|ae|qu|at am häufigsten angewandte Suchwort die kurze , indes effektive Vokabel “TOD” . Da solche thematische Präokkupation durchaus im Sinne und Interesse unseres Unterfangens liegt , gibt uns diese Information ein im Grunde bestärkendes Feeedback . Auf die konkreten Klickziffern und Statistiken kommen wir in anderem Zusammenhang zu sprechen . |||

AUFMERKSAMKEITSÖKONOMIE

schreiben-laptopIm Kontext der Aufmerksamkeitsökonomie springt also mancher Blogger behände auf den eben passierenden Zug auf , referiert oft mehr , als selbständig zu reflektieren . Auf diese Weise werden - siehe Absatz 2 - Selbst- und Fremdbilder unbeschaut reproduziert , wenn nicht gar in Durchsatz ( Qualität ) und Menge ( Quantität ) perpetuiert . |||

FLAUBERTS “DICTIONNAIRE DES IDÉES RECUES”

schreiben-laptopEinige solcher Szenarien anhand konkreter Fallgeschichten werden wir hier in loser Folge darbieten und würden uns - sit venia verbo - gerne verstehen in der Nachfolge von Gustave Flauberts DICTIONNAIRE DES IDÉES RECUES ( A Wiki- Article is available only in ENGLISH language … what a shame ! ) . Gesellschaftlich gängige Phrasen , klischierte Bilder geben den Stoff ab zu diesem LEXIKON DER GEMEINPLÄTZE . Freilich - und hier mögen wir in|ad|ae|qu|at nur unsern Hut ziehen - dürfen wir in keiner Weise beanspruchen , auch nur ein Hundertstel des Flaubert’schen Witzes flottzumachen und auf den Screen zu kriegen .

Dass auch wir Teil dieses Systems sind und uns nicht immer dessen Regeln und Verführungen zu entziehen vermögen , versteht sich - verstehen Sie - selbst . |||

KLANGAPPARAT

Die Letzt wird die Erste gewesen sein : Mit Nummero Vier unseres kleinen Portraits des Netlabels [ schall ] sind wir bei dessen Jungfern- Release angelangt , einer medial pragmatischen Selbsthilfe der Saarbrückener Elektronica- Szene . Fein gestaltet , online schön eingerichtet , zeigteczz hörempfehlung man von Anfang an Klasse und den Hang zum EP- Format . Aller Anfang machte - ja , fast richtig geraten - ein Mann namens Abel , also schon namentlich ( biblisch familiär ) dem Urpapa Adam sehr nah . Ein Pseudonym des Label- Vaters Tino Doll ? - Sicheres gibt es da nicht zu wissen . Gleichwie : THROUGH - so der schlichte Titel von [ schall_001 ] - wartet mit drei runden Nummern auf , rund wie die in sich ruhenden minimalistisch musikalischen Erkundungen . Leise Reverbs der Clicks and Cuts- Ära , Beat mit Stil und Diskretion . CLICK TRACKS TO LISTEN . 01. without | 02. unfresh | 03. down |||

BOBs | Best of The Blogs : Worst Case



||| IRRITIERENDE NOMINIERUNGEN | ÖFFENTLICHES VERSTECKSPIEL ? | IM TOTEN WINKEL | HACK- ATTACK | DAS PUBLIKUM : DR JEKYLL & MR HYDE | DUNKELMÄNNER DER DEMOKRATIE | LINKS

IRRITIERENDE NOMINIERUNGEN

bobFragwürdigkeiten beim Setup der Jury sowie hinsichtlich der Nominierungspraxis beim Wettbewerb BEST OF THE BLOGS ( BOBs ) haben wir in|ad|ae|qu|at am 23. Oktober umfassend dokumentiert . |||

ÖFFENTLICHES VERSTECKSPIEL ?

Ende Oktober formulierte Marc Scheloske @ Wissenswerkstatt das Unbehagen an einem von der Deutschen Welle “öffentlich- rechtlich” gehosteten Concours , dessen Existenz und Methode der Öffentlichkeit weitgehend verborgen blieb . |||

IM TOTEN WINKEL

“Kein Wunder” , wiederholten wir unser Mantra : Angesichts der steinzeitlichen Interfaces der BOB- Webseiten bzw. der bedenklichen Architektur von Jury und Kategorien wäre der Wunsch des Veranstalters nach möglichst ungestörter Abwicklung dieser Angelegenheit leicht nachvollziehbar . |||

HACK- ATTACK

bobJetzt aber ist es um ein “Fort ohne Schaden” und ein Stilles Glück im Winkel endgültig geschehen : Deef ( Die Gefühlskonserve ) und Heribert Schindler ( Rossijskajafederazija ) haben die peinliche Pressemeldung der Veranstalter zuerst gesehen , Letzterer fand die bereits zuvor geäusserten Verdachtsmomente hinsichtlich eines etwas “unrund” laufenden Votings bestätigt .

“Bei den Weblog Awards der Deutschen Welle” , meldet der Veranstalter in Tonfall verhaltener Erschütterung , “haben wir einen Manipulationsversuch der laufenden Abstimmung registriert” . Dieser betrifft - nota bene - das den Jury- Nominierungen nachgängige Publikumsvoting ( 22. 10. bis 15. 11. ) :

Es handelt sich um einen Hackerangriff [ , ] der wahllos die Zahlen von einzelnen Kandidaten in allen Kategorien verfälscht.

Der Angriff ist zeitlich begrenzt und isoliert worden. Es ist also nicht der gesamte Zeitraum der Abstimmung betroffen. Es ist uns aber leider technisch und zeitlich nicht möglich, die manipulierten Stimmabgaben komplett herauszufiltern. Wir haben daher alle Stimmen die in diesem Zeitraum abgegeben wurden, aus der Wertung genommen. Wir versuchen die verloren gegangen gültigen Stimmen so gut wie möglich zu rekonstruieren. |||

DAS PUBLIKUM : DR JEKYLL | MR HYDE

bobDas Böse lauert - so lernen wir - Dort Draussen : Als Claque , Traffic- Generator und “demokratischer” Voter gibt “das Publikum” einen respektablen Dr. Jekyll . Aber ach , wie schnell wendet sich das Blatt und Mr. Hyde zeigt seine Hacker- Fratze -

Jede Ähnlichkeit mit Grimmen Dingen wäre rein zufällig und läge nicht in der Absicht der Darstellung . Die Wahrheit , gibt man sich auf Seiten der Veranstalter überzeugt , wird letztlich obsiegen .

Wir glauben weiterhin fest daran , dass dieser Wettbewerb einen wertvollen Beitrag leisten kann, gute und interessante Weblogs und Podcasts aus anderen Blogosphären als der eigenen kennen und schätzen zu lernen. Weiterhin sind wir davon überzeugt, dass wir mit diesen Awards dazu beitragen können, Blogger zu unterstützen, die in Ländern mit beschränkter [ ! ] Meinungsfreiheit in ihrem Alltag mit Zensur und Repressalien rechnen müssen. |||

DUNKELMÄNNER DER DEMOKRATIE

bob Naturgemäss , würde Thomas Bernhard sagen , sind die demokratischen Ideale der Veranstalter die Allerhöchsten . Allerschlimmst dahingegen die demokratische Praxis . Ist doch praktisch , die Pleite auf anonyme Hacker abzuwälzen .

We realize online voting is not 100-percent secure. However, we still believe that — in addition to the Jury Prize — a fair online voting process is an important aspect of the BOBs, and we plan to continue it in the future.

Gala mit Spreeblick . Alles wird gut . |||

LINKS

IN|AD|AE|QU|AT related

UPDATE , 9. 11. :

Die BOBs scheinen mit ihren “Voting Irregularities” nicht alleine da zu stehen : Read Write Web weist auf die Manipulierbarkeit von Publikums- Voten am Beispiel des des Best Technology Weblog hin . Ähnlich wie bei diesem Best Weblog- Award gab es - wie berichtet - auch beim BLOGGER’s CHOICE AWARDS ein wahres Rattenrennen der Konkurrenten um die Gunst der User hatten wir zuvor schon hingewiesen : Keine ideale demokratische Alternative zu Jury- Preisen , wie man sieht . |||