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BLOG 4 BURMA : Body Count im Countdown zum “Referendum”



||| MEDIEN INTERESSE : NIE VS. IMMER | FAKTEN , PHRASEN , FRAGEN | BLOG 4 BURMA

MEDIEN INTERESSE : NIE VS. IMMER

Noch eine knappe Woche vor dem unter politisch katastrophalen Bedingungen inszenierten “Referendum” über den Entwurf einer “Verfassung” , welche die bestehenden Militär- Machtverhältnisse auch noch rechtlich betoniert hätte , waren Land und Thema kaum einem deutschsprachigen Medium auch nur eine Zeile wert . Ein Gleiches galt für die sich so selbstbestimmt dünkende Szene der Blogger . Da braucht es schon eine Naturkatastrophe , um wieder mal richtig für Wirbel zu sorgen . Sonderbarer Weise sind es nun die sogenannten “Netzaktivisten” , denen der Zyklon “Nargis” und dessen apokalyptische Aspekte kein Sterbenswörtlein entlockt . |||

FAKTEN , PHRASEN , FRAGEN

Cyclone NARGIS over Burma

  • An die 22.500 Tote , 41.000 Vermisste ( offizielle Angaben , Stand 6. 5. Abend , NYT / Reuters / BBC Burmese )
  • Nach Angaben des “World Food Program” könnten die Folgen des Zyklons - Mangel von Wasser , Lebensmitteln und medizinischer Versorgung - noch weitaus schlimmere Verheerungen anrichten ( Malaria ) . Das staatliche TV zeigt Bilder von Lastwagen , von denen aus Wasser an die Bevölkerung Rangoons verteilt wird : Solche Szenen können von Augenzeugen vor Ort nicht bestätigt werden . ( Stand , Stand 6. 5. Abend , NYT / AP )
  • Selbe Quelle , selbe Sprecherin . Die von DVB ( Burma Digest sowie dem B4B- Blog Burma Berichterstattung ) rapportierte Erschiessung von 36 Häftlingen ( 70 Verwundete ) des vom Sturm verwüsteten Insein- Gefängnisses durch Militärs wird wie folgt kommentiert : “She said she could not comment on allegations that soldiers killed 36 political prisoners following the cyclone, saying that the United Nations had no firsthand information on that.”

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  • Die Regierungsseite “Welcome to The golden Land - The ultimate guide to Mynmar” wurde mit Datum 2. 5. eingefroren und feiert weiterhin den ausgezeichneten Verlauf des kollegialen Staatsbesuchs bei Samak Sundaravej , dem Premier von Thailand ( remember : eben jener , der im Wahlkampf versprochen hatte , sich im Falle seines Erfolges der menschen ( un ) rechtlichen Situation Burmas anzunehmen - ) .
  • Die erste , am Montag über das regierungsnahe Blatt “New Light of Myanmar” verbreitete Verlautbarung der Regierung liess an Zynismus nichts zu wünschen übrig : saying the referendum is going to take place in a few days time, and the entire people of the country are eagerly looking forward to that” ( Irrawaddy , 7. 5. )

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  • Kritik an der höchst selektiven Annahme internationaler Hilfsangebote : Die Junta lasse nur Massnahmen zu , welche sie selber kontrollieren könne ( NZZ online / AP , 6. 5. Abend ) . - “UN and charity staff are still waiting for visas to enter Burma. Foreign journalists are barred from openly operating and the thinness of press and television coverage makes it all the harder for charities to raise money.” ( The Times , 7. 5. )
  • Die UN moniert die mangelnde Bereitschaft der Junta , Visa für internationale Hilfskräfte auszustellen ( BBC Burmese , 7. 5. ) . “Reporter ohne Grenzen” fordert Visa für Journalisten und Bewegungsfreiheit im Lande . ( ROG , 6. 5. ) - Völlige Fehlreaktion der Regierung : Inkompetenz , Verzögerungstaktik , Warnungen womöglich zu spät an die Bevölkerung ausgegeben . ( Asian Tribune , 6. 5. sowie ORF ON )

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  • Das Wochen vor dem Referendum omnipräsente Militär versagt jetzt völlig an den Herausforderungen ziviler Hilfsdienste : “Myanmar’s security forces are quick on the scene and ruthlessly efficient when it comes to suppressing protests such as last year’s monk-led demonstrations. But their weak response so far demonstrates their inadequacy at organising rescue operations, just when the people might actually welcome their presence.” ( The Economist , 6. 5. )
  • Die Regierung lenkt per Staatsradio ein , in 40 der 45 Bezirke Rangoons ( plus sieben weiteren im Irrawaddy- Delta ) das “Voting” auf 24. Mai zu verschieben . ( Stand , gestern Abend , NYT / AP )
  • Entgegen einem ausdrücklichen Befehl , am Posten zu bleiben , verlassen sowohl Zivilbeamte als auch auch Militärs die Regierungsstadt Naypyidaw , um nach vermissten Verwandten zu suchen . ( Irrawaddy , 7. 5. )

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  • Die Naturkatastrophe als plötzlich aufgestossenes “Fenster zur Welt” - könnte auch dem petrifizierten Regierungs- Koloss einen tödlichen Stoss versetzen : “the cyclone may have a more immediate impact on Burma’s frozen political landscape, in that the government’s inadequate response might encourage even more people to vote against the draft constitution in the 10 May referendum - despite the climate of fear and intimidation created by the junta’s “vote yes” campaign.” ( open democracy , 5. 6. )
  • Der Zyklon als “Divine Intervention ?”

Hammered by Cyclone Nargis, many superstitious Burmese cannot help but believe that nature has finally intervened and punished Burma. But it’s is not fair, they say. The cyclone didn’t hit Naypyidaw where all the top brass live. Traditionally, Buddhist Burmese consider that if the country is ruled by a bad king, it is doomed to face natural disasters—floods, storms and fire. It’s a sign that the tyrant or inept ruler needs to be removed.

And there is reason to believe. The regime unleashed its wrath through brute force on peaceful gatherings of Buddhist monks and their supporters in September, killing dozens of innocent people. Killing monks is an unthinkable crime in a predominantly Buddhist country. Since then, many Burmese people have been warning that bad karma was coming and the generals would be punished. ( The Irrawaddy , 6. 5. ) |||

BLOG 4 BURMA

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Die internationalen Mitglieder des Netzwerks BLOG 4 BURMA berichten nicht nur seit September 2007 kontinuierlich , sondern haben auch den Zykon “Nargis” und seine bislang bekannten Auswirkungen in einer dichten Abfolge von Postings verfolgt . News Headquarter mutmasste bereits beim frühen Nachrichtenstand von Hunderten Toten das “Referendum in Gefahr” , blieb als Chronist den laufend steigenden Opferzahlen auf der Spur , zeigt schliesslich die beeindruckenden Luftaufnahmen der NASA : Burma vor und im Zustand der Überflutung . Birmania libre resümiert in spanischer Sprache , Kathy erkundet in einem langen Survey , in welchem Ausmass “la Junte a une grande part de responsabilité dans le nombre élevé de morts après le passage du cyclone” , Daburna bringt ( Stand : Montag ) ein Al Jazeera- Video , ein AP- Bericht über das meteorolgische Ereigniss ( Stand : Sonntag ) ist in englischer Sprache bei Birmania libre zu sehen . Olivier liefert tägliche Zusammenfassungen in französischer Sprache . - Diese dichten Nachrichten von Europas freiem Netzwerk der unabhängigen Burma- Beobachtung erhalten Sie per RSS- Feed . |||

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BLOG 4 BURMA : Selbstverbrennung als Ultima Ratio ?



||| TURN OF THE SCREW | WAS TUN ? | SYMBOLISCHES BRIMBORIUM | WAS TUN ?

TURN OF THE SCREW

Es bedurfte keiner besonderen Phantasie , um vorauszusehen , dass sich die Lage in Burma auch auf Seiten der Protestanten zuspitzen würde : Nach der kontinierlichen Armierung möglicher Versammlungsorte in Rangoon - angefangen mit der Ankunft Ibrahim Gambaris bis zum voraussichtlichen militärischem Maximalaufgebot am 27. März , dem “Armed Forces Day” . Nach der in allen Punkten enttäuschenden , mittlerweile vierten Visite des UN- Emissärs . Nach den bislang ergebnislosen Demarchen von Bürgern und Aktivisten , endlich Einsicht in den mysteriösen Verfassungsentwurf der Regierung zu erlangen . Nach der täglich an mehreren Orten sowie an den verschiedenen Minoritäten vollzogenen Vergewaltigung basaler Menschenrechte . |||

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WAS TUN ?

Die Aufmerksamkeit der Gutmenschen hat sich Tibet ( hm , oder war’s doch etwa Nepal … ) zugewandt , was den “Inneren Angelegenheiten” Burmas nur allzu willkommen sein kann . Grosse Worte und verschmerzbare Sanktionen des Westens fruchten wenig . Der Umwege für Handel und Wandel sind da viele .

Jedes kritische Wort im Lande wird mit Festnahme sanktioniert . Ethnisch- religiöse Splittergruppen delegiert die Junta als Killer- Kommandos dorthin , wo man sich Hände und Ruf nicht beschmutzen mag .

Wenn das Beispiel des jungen Mannes , der sich Sonntag vor der goldenen Shwedagon- Pagode ( man erinnere sich an die Saatchi & Saatchi- Illustration ! ) selbst anzündete , Schule macht , brauchen sich der Generalissimus und dessen Entourage um mediale Aufmerksamkeit nicht weiter zu sorgen . Überlebt der angeblich von rein ökonomischem Druck zur Tat Getriebene , droht Strafe . Zwei Tage zuvor hatte ein Thai vor dem Parlament in Bangkok ein ähnliches Selbstattentat verübt .

Thich Quang Duc_1963

Erinnerungen an die buddhistische Mönche unter dem Ngo Dinh Diem- Regime in Süd- Vietnam kommen da ebenso auf ( Foto : Thich Quang Duc , Saigon , 11. 6. 1963 ) wie an Jan Palach und Jan Zajíc nach Ende des “Prager Frühlings” …. Und das Thema “Burma” | “Myanmar” hätte alle Chancen , auch auf frei flottierende Blogger wieder hinreichend attraktiv zu wirken …  |||

SYMBOLISCHES BRIMBORIUM

Das symbolische Brimborium wie die peinlich zur Farce geratenen Online- Demonstration von “Reportern ohne Grenzen” , welche das journalistische Ethos zugunsten des Werbeeffekts über Bord warfen , wird seltsamerweise kaum referiert . Ach ja : Tibet stand ja nicht auf der Liste … Im Rahmen der eben ausgepreisten YouTube- Video- Awards gewann in der Kategorie “EYE WITNESS” das Feature eines Kampfes zwischen Gnus , Löwen und einem Krokodil ( Kruger Nationalpark ) , während die Footage zu friedlichen Protesten und schiessenden Soldaten in Rangoon ( 27. 9. 2007 ) im Kreise der ehrenvoll Nominierten blieb . |||

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WAS TUN ?

Man kann es freilich auch mit Burma so halten wie es der Gawker von Wendi Murdochs Ansichten über Tibet rapportiert :

“I don’t think anyone got killed there !” Wendi Murdoch ( née Deng ) told the Observer when asked about the Chinese government’s abuses in Tibet. Boy, being married to Rupert Murdoch sure helps keep one abreast of the news.

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Oder man kann mit dem Netzwerk BLOG 4 BURMA die Augen offen halten , dessen Feed lesen und auf Deutsch , Französisch und Spanisch auf dem laufenden bleiben . Beispielsweise bei News Headquarter über Burmas kalte Schulter gegenüber Gambari ( pessimistisch auch der Exilburmese khaipi ) . Olivier hat einige Vergleichslektüren zu Burma bzw. Tibet zusammengetragen und Kathy weiss von einen möglichen Streik Ende März . Birma news united berichtet vom Internatinalen Doku- Film- Festival in Prag , wo ein Streifen über eine Gaspipeline zu sehen war ( und via YouTube auch einsehbar bleibt ) , adaequat bringt etliche O- Töne aus den in Burma empfangbaren Radiosendern DVB , Radio Free Asia , BBC Burmese Service sowie der Voice of America zu Ohren . |||

LINKS

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Internationaler Tag für freie Meinungsäusserung im Internet | Finis Austriae



||| 70 JAHRE “ANSCHLUSS ÖSTERREICHS” - GLEICHSCHALTUNG DER PRESSE | INTERNATIONALER TAG FÜR FREIE MEINUNGSÄUSSERUNG IM INTERNET | VERHAFTET | HANDBUCH FÜR BLOGGER UND INTERNET- DISSIDENTEN | CUM GRANO SALIS | KLANGAPPARAT | LINKS

70 JAHRE “ANSCHLUSS ÖSTERREICHS” - GLEICHSCHALTUNG DER PRESSE

Propagandapostkarte Parlamentsgebäude Wien copyright Österreichische Gesellschaft für Zeitgeschichte Bildarchiv

( Propagandapostkarte Parlamentsgebäude Wien * )

Ab 12. März 1938 - dem Einmarsch nationalsozialistischer Truppen in Österreich - war es hierzulande mit der freien Meinungsäusserung vorbei . Die “Gleichschaltung” bzw. Zensur der lokalen Medien erfolgte augenblicklich nach dem sogenannten “Anschluss” . Dass die Expansion des deutschen Willens zur Macht in Österreich nicht etwa nur “Opfer” produzierte , sondern willige Vollstrecker , hat sich mittlerweile herumgesprochen . Dass dem nicht immer so war , fasst das Résumée , welches die Historikerin und Spezialistin für Erinnerungskultur , Heidemarie Uhl , zu Konjunktur und Korrosion der “Opferthese” gibt , äusserst lesenswert zusammen . In der NZZ ein beeindruckender Augenzeugenbericht des Schweizer Kartographen und damals für einen Vortrag nach Wien gereisten Professors , Eduard Imhof .

Anstatt auf die staatstragenden Erklärungen des offiziellen Österreich zu warten , verknüpfen wir - selbstredend in|ad|ae|qu|at - die Erinnerung an Österreichs Öffnung in Richtung Führer , Diktatur , Völkermord und Zensur mit dem ebenfalls auf den heutigen Tag terminierten Aktionstag der “Reporter ohne Grenzen” . |||

INTERNATIONALER TAG FÜR FREIE MEINUNGSÄUSSERUNG IM INTERNET

reporters without borders 24 hours online deminstrationAm 12. März findet der erste “Internationale Tag für freie Meinungsäusserung im Internet” statt . Reporter ohne Grenzen ( ROG ) hat diesen Tag unter der Schirmherrschaft der UNESCO initiiert und ruft für den 12. März zu einer Online- Demonstration gegen Internetzensur auf . Unter www.rsf.org kann jeder 24 Stunden lang etwa auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking oder auf dem kubanischen Platz der Revolution gegen Zensur des World Wide Web protestieren .

[ czz : Diese Karte ist derzeit - 2:21 Uhr - noch nicht online : offenbar wird selbige tatsächlich erst um 11:00 "eröffnet" und man mag dort seinen Avatar plazieren . ]

Die 24 Stunden beginnen um 11 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Interessierte können auf www.rsf.org, der internationalen Seite von Reporter ohne Grenzen, eine eigene virtuelle Figur erstellen und an einer der neun Online-Demonstrationen teilnehmen. Diese finden außer in China und Kuba in Ägypten , Burma , Eritrea , Nordkorea , Tunesien , Turkmenistan und Vietnam statt . In diesen Ländern ist die Meinungsfreiheit im Internet bzw. der Zugang zum Internet massiv eingeschränkt .

Im Herbst 2006 rief ROG erstmals zu der Protestaktion “24 Stunden gegen Internetzensur” auf . Damals klickten 40.000 Internetnutzer auf eine interaktive Weltkarte und konnten so die “Schwarzen Löcher des Internets” stopfen . ROG geht für dieses Jahr von einer noch größeren Resonanz aus . So soll möglichst grosser Druck auf die Regierungen ausgeübt werden , die eine freie Meinungsäusserung im Internet unterbinden . |||

VERHAFTET

63 Internet-Dissidenten sitzen derzeit weltweit hinter Gittern , die meisten in China ( 49 ) . Ihr Vergehen : Sie haben von Ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht . Damit ist China das weltweit grösste Gefängnis für Online-Journalisten und Blogger . Hier die Liste aller derzeit inhaftierten Internetdissidenten .

Wie der Ende Jänner wegen eines simplen Gedichts auf seinem Blog Ende Januar verhaftete Dichter Saw Wei sitzt der burmesische Blogger Nay Phone Latt noch immer im Insein- Gefängnis . |||

THE INTERNETs BLACK HOLES

( click pic to enlarge )

HANDBUCH FÜR BLOGGER UND INTERNET- DISSIDENTEN

Außerdem veröffentlicht Reporter ohne Grenzen am 12. März die aktuelle Liste der “Feinde des Internets” sowie eine neue Ausgabe des Handbuchs für Blogger und Internet-Dissidenten ( pdf ) . Topics , u. a : Bloggers , the new Heralds of Free Expression | The Language of Blogging | What Ethics should Bloggers have ? | How to Blog Anonymously | Technical Ways to get round Censorship | Internet- Censor World Championship . |||

CUM GRANO SALIS

Wer wären wir in|ad|ae|qu|at , uns solchen humanitär- symbolischen Aktionen etwa nicht anschliessen zu können / wollen / mögen ?! - Ob damit allerdings realiter ein “möglichst grosser Druck auf die Regierungen ausgeübt werden” kann , darf bezweifelt werden . Wenn damit der PR für die Agenden der Organisation “Reporter ohne Grenzen” gedient ist : Soll uns auch recht sein .

Unverständlich ist die , sagen wir mal , “widerständige” Usability der zur Verfügung gestellten Materialien . Die Banner - allesamt Flash- Animationen - werden nicht selten von der Blogsoftware zurückgewiesen ( vgl. AFis Stoss- Seufzer @ Birma News United ) . Die “Black- Holes”- Weltkarte gibt es nur in absurder pdf- Form : Besser man geht im Web auf Bildersuche , um die Grafik zu kapern .

Eine Französische Fassung des Aufrufs findet sich bei Kathy , unserer neuen Kollegin im Netzwerk BLOG 4 BURMA , @ Birmanie , mon coeur saigne . |||

KLANGAPPARAT

Ohne im heutigen Klangapparat allzu tosende Fröhlichkeit vorschützen zu wollen , lässt es sich in|ad|ae|qu|at allerdings nicht nehmen , mit Digital Dementia czz hörempfehlungeinen zumindest themenassoziativen Release- Titel anzubieten . Die sanft technoiden , allerdings hinreichend spacig wehenden Klänge des Wiener Electronikers Klabusta : An Komplexität übertreffen seine rhythmischen Konstrukte das Meiste , was auf dem 4/4- Markt so Gang & Gäbe ist . Man beachte beiläufig die auf Etliches Rezentes anspielenden Tracktitel . - CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. still thirsty | 02. we’re rollin they’re hatin | 03. me vs me | 04. identity crash | 05. herdpraemie ( ! ) | 06. don’t tase me bro | 07. kollektiver freizeitspass |||

LINKS

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BLOG 4 BURMA : Two Months after FREE BURMA.



||| OFFIZIELL : BURMA BLEIBT WATERPROOF | PINHEIROS ZIFFERN : AUSSENSICHTEN | APPPB & AAPP : INNER VIEWS | HUMAN RIGHTS WATCH : DER BERICHT | HRW : CALL FOR ACTION | NYT : DISKURSIVE SKEPSIS AN HEHREN VERLAUTBARUNGEN | MIKROMEDIA , KLEINE HOFFNUNGEN , PREISE | BURMESE SMILES | GRAZER GRANT | KLANGAPPARAT

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OFFIZIELL : BURMA BLEIBT WATERPROOF

Zwei Monate nach der blutigen Niederschlagung der Bürgerproteste ( und der Aufsehen erregenden Märsche der buddhistischen Mönche ) gegen die Militärjunta in Burma sitzt diese weiterhin stocksteif im Sattel , lässt ab und zu die Knute niedersausen und gibt sich wasserdicht gegenüber jedweden Appellen , Demarchen , Boykottdrohungen und Dialogangeboten seitens “des Westens” ( = UN , Menschenrechtsorganisationen , Regierungssprecher etc. ) .

Nun ist aber die Aufmerksamkeit der sich selbst als moralischen Massstab setzenden “West- | Welt- | Öffentlichkeit” kurz vor der weihnachtlichen “Sendepause” auf die Gipfel zu Lissabonn ( EU - Afrika ) , auf Bali ( Klima ) und Lissabon / Brüssel ( EU ) gerichtet sind , bleibt die Berichterstattung über Burma einigermassen aussen vor .

Da muss es schon als besonderer Twist of Things gelten , dass - Daburna hat’s entdeckt - die Junta ausgerechnet via Al Jazeera dieser “West- | Welt- | Öffentlichkeit” ausrichten lässt , sie halte die Empörung für “trivial” . Man sehe sich dazu das am selben Tag gepostete polemische Foto auf dem Blog des in London lebenden Exil- Burmesen Ko Htike an ! |||

PINHEIROS ZIFFERN : AUSSENSICHTEN

Eine der wichtigsten Nachrichten dieser Tage betrifft den Rapport des Menschenrechts- Emissärs Paulo Sergio Pinheiro vor dem Uno- Menschenrechtsrat : taz und NZZ berichten - FAZ , Welt , Spiegel schweigen sich aus . Man erinnere sich : Nach vier Jahren Einreiseverbot hatte sich Pinheiro im Auftrag des Rats vom 11. bis 15. 11. zum Lokalaugenschein in Burma aufgehalten . Direkt aus Genf der Korrespondentenbericht vom 11. 12. der NZZ : Menschen ohne Rechte in Burma und Darfur :

Bei der Niederschlagung der friedlichen Proteste gegen die Militärregierung in Burma im vergangenen September haben die Sicherheitskräfte exzessive Gewalt angewendet und mindestens 31 Personen getötet. Zu diesem Schluss kommt der Berichterstatter der Uno über die Menschenrechtslage in Burma, Paulo Sergio Pinheiro, im Bericht, den er am Dienstag in Genf dem Menschenrechtsrat vorlegte. Das Regime hatte den Tod von 15 Personen eingeräumt, darunter eines japanischen Journalisten. Pinheiro bezweifelt, dass unter den Toten keine Mönche seien, wie die Regierung behauptete. Besorgt erklärte sich Pinheiro darüber, dass in Rangun zwischen dem 27. und dem 30. September während der Nacht eine grosse Zahl von Leichen kremiert wurden, offenbar um ein Bekanntwerden der Opferzahlen zu verhindern.

Pinheiro hat der burmesischen Regierung eine Liste mit Namen von 16 Toten, die von der Regierung nicht gezählt wurden, sowie von 653 Häftlingen und 74 Vermissten übergeben. Pinheiro schreibt, im September und Oktober seien laut Schätzungen 3000 bis 4000 Personen verhaftet worden, von denen 500 bis 1000 bei der Niederschrift seines Berichts noch in Haft waren. Unter ihnen seien 6 Nonnen sowie 100 weitere Frauen. Bei den nächtlichen Razzien seien auch Angehörige von Gesuchten festgenommen worden, die als Geiseln benützt würden. 1150 schon vor den Demonstrationen inhaftierte politische Gefangene waren ebenfalls noch in Gefangenschaft. Die Regierung hatte ihrerseits angegeben, 2927 Personen festgenommen und bis auf 91 alle wieder freigelassen zu haben.

Pinheiro erklärte sich besorgt über das Bestehen geheimer Haftorte, im Besonderen über eine “Militärische Hundezelle” genannte Abteilung im berüchtigten Insein-Gefängnis in Rangun. Dabei handle es sich um neun winzige Isolationszellen, die weder Ventilation noch Toiletten hätten und von 30 Hunden bewacht würden.

Den Bericht im Wortlaut ( pdf ) mag man via APPPB- Blog ( 14. 12. ) einsehen . |||

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APPPB | AAPP : INNER VIEWS

Die taz erweitert diese Angaben um die - hier bereits öfter zitierten - Informationen der Asia- Pacific Peoples Partnership on Burma” ( APPPB ) :

Für zahlreiche Beobachter dürften auch die UN-Angaben noch zu niedrig sein. Die genauen Zahlen sind nicht bekannt. Dissidenten hatten während der vergangenen Monaten stets von mindestens 200 Toten und 6.000 Verhafteten gesprochen. ( …. ) Indessen gehen Verhaftungen von Regimegegnern und Einschüchterungen des Mönchsstand weiter. Exilgruppen im benachbarten Thailand wie die “Asia-Pacific Peoples Partnership on Burma” ( APPPB ) erklärten, etliche Klöster in Städten wie Rangun und Mandalay stünden leer.

Die Assistance Association for Political Prisoners ( AAPP ) datiert die Liste der seit dem 19. August Inhaftierten laufend auf , derzeit kennt und nennt man 625 politische Häftlinge namentlich . Detailliert sind Karte und Verzeichnis politischer Detentionsanstalten einzusehen , weiters Dossiers zu Folter und Arbeitslagern . |||

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HUMAN RIGHTS WATCH : DER BERICHT

Den Dissidenten- Nachrichten schliesst ein heute in der New York Times erschienene Bericht fugenlos an : Myanmar Deaths Higher Than U.N. Estimate : Activists ( NYT , 14. 12 . ) , angeregt von einer vorangegangenen Reuters- Meldung über mögliche Demarchen Australiens . In Tat und Wahrheit referriert die NYT allerdings Daten , Beobachtungen und Zeugenberichte aus dem am 7. Dezember lancierten Portofolio von Human Rights Watch : Mit dem 140- seitigen Report Crackdown : Repression of the 2007 Popular Protests in Burma ( 7. 12. ) dürfte die derzeit aktuellste und umfassendste Darstellung des “Systems Burma” , der September- Proteste sowie der nachherigen und bis heute stillschweigenden Fortsetzung der Repressionen vorliegen .

In geraffter Fassung :

The ruling State and Peace Development Council (SPDC) claims that overall 2,927 people, including 596 monks, were “interrogated,”and almost all have been released. It says that nine people have been sentenced to prison terms, while 59 lay people and 21 monks remain in detention.

Human Rights Watch said that hundreds of protesters, including monks and members of the ’88 Generation students, who led protests until being arrested in late August, remain unaccounted for. Human Rights Watch noted that before the protests there were more than 1,200 political prisoners languishing in Burma’s prisons and labor camps.

“The generals unleashed their civilian thugs, soldiers and police against monks and other peaceful protesters,” said Adams. “Now they should account for those killed and shed light on the fate of the missing.”

Von einer “Amnestie” für “8.500 prisoners” ( wie von USA Today am 4. 12 . berichtet ) wird - Khaipi zweifelt zu Recht - bona fide kaum die Rede sein dürfen . |||

HRW : CALL FOR ACTION

In einer Analyse bringt die New York Times die Resultate des HRW- Reports auf den knochentrockenen Punkt : Months After Protests , Myanmar Junta in Control . Entsprechend lanciert HRW einen - den wie vielten schon ? - Call for Action :

Human Rights Watch criticized the lack of action by countries with good relations and influence on Burma, such as China, India, Russia, Thailand, and other Association of Southeast Asian Nations members. China has made it clear that it will not allow the UN Security Council to take up Burma in any meaningful way. Despite the killing of a Japanese journalist by Burmese security forces, Japan has reacted timidly.

“It’s time for the world to impose a UN arms embargo and financial sanctions, to hurt Burma’s leaders until they make real changes,” said Adams. “Countries like China, India and Thailand have the responsibility to take action to help hold the generals accountable and to end this long nightmare of military repression.” |||

NYT : DISKURSIVE SKEPSIS AN HEHREN VERLAUTBARUNGEN

Solchen Big Expectations setzt - wieder die NYT - ein desillusionierendes Zitat des ASEAN- Generalsekretärs , Ong Ken Yong , entgegen :

As if nothing had happened in Myanmar in recent months, Asean’s secretary general, Ong Keng Yong, said, “We don’t want to come across as being too confrontational in a situation like this.”

Womit auch die neuerlichen Sanktionsdrohungen Washingtons ebenso in ein relativierendes Licht gerückt werden wie die in den Thesenpapieren für den gestrigen EU- Gipfel in Brüssel formulierte einschlägige Absicht :

“the EU leaders were set to say they were ready to tighten sanctions on Myanmar if the country’s military rulers do not ease repression” .

Le Monde schreibt treffend von einem “Nervenkrieg” :

“La guerre des nerfs entre la junte birmane et les capitales occidentales soucieuses d’améliorer la situation politique dans ce pays” .

Man wird sehen , ob die ( vom Burma Digest am 13. 12. referierte ) zehn Tage vor den tahiländischen Wahlen von PPP- Politiker Samak Sundaravej in Aussicht gestellte internationale Burma- Konferenz reine Wahlkampofrhetorik gewesen sein wird : Sei er erst zum Premier gewählt , werde sich Sundaravej für die menschenrechtlichen Belange stark machen . |||

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MIKROMEDIA , KLEINE HOFFNUNGEN , PREISE

Das waren die sozusagen “grossen Nachrichten” . Auf der Kleinseite der NGOs und Blogs gibt es feinteiligere Beobachtungen - und dort auch den einen oder anderen Anlass , Engagement , Interesse und die Hoffnung - seien diese auch noch so gering - nicht leichtfertig fahren zu lassen .

Birma News United berichtet am 6. 12. von der Auszeichnung der in Oslo situierten Radiostation Democratic Voice of Burma ( vgl. Wiki ) mit einem der Menschenrechtspreise 2007 von Reporter ohne Grenzen .

Und noch eine Ehrung : Laut Mizzima News wurde am 13. 12. die Ärztin Dr. Cynthia Maung in Taipei mit dem von der Taiwan Foundation for Democracy gesponserten “Asia Democracy and Human Rights Award 2007” ausgezeichnet . Als Gründerin der Mae Tao- Klinik nahe der thailändisch- burmesischen Grenze habe sie dort seit Ende der 80er Jahre wertvolle medizinische und aufklärerische Arbeit geleistet . Aus dem Häuflein entschlossener Volunteers ist mittlerweile eine stattliche Klinik mit 200 Helfern sowie ein Zentrum für Menschenrechte , Demokratie und Konfliktforschung erwachsen . |||

BURMESE SMILES

Jotman , der - man erinnerere sich - kürzlich mit dem BEST WEBLOG AWARD der REPORTER OHNE GRENZEN ausgezeichnete Blogger von der Thai- Burma- Grenze , setzt inzwischen nicht nur seine Interviews mit Dissidenten fort , sondern legt parallell auch eine Serie fotografischer Portraits an . Der Titel : Burmese Smiles . Vier dieser Lächeln sind bereits online : A humble reminder that we are talking about REAL PEOPLE here , and not merely about politicians’ empty phrases and highbrow humanitarian concepts . Thank you , Jotman ! |||

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GRAZER GRANT

Selbstverständlich ist jene Front keineswegs beruhigt , deren Protagonisten hinsichtlich des vermeintlich mangelnden Wissens Engagements für Burma vor einem Tsunami der Blogosphäre warnen :

Heute, zwei Monate nach den Protesten ist nicht viel geblieben. Inzwischen haben die Posts das Niveau vor den Protesten wieder erreicht, wenn nicht sogar unterschritten .

An Blog 4 Burma wird sich diese Behauptung jedenfalls nicht bewahrheiten . Remember ? - You may subscribe our Common RSS- Feed - |||

KLANGAPPARAT

Teil Zwei des Netlabel- Portrait von [ schall ] , den Electronica- Äquilibristen zwischen Deep Downs und Fine Floats . Die vorletzte Release [schall_003] ist mit der EP Depart auch eher in bester rezenter Erinnerung . Bitte dringend die Heimseite aufrufen und das entzückende Cover betrachten . Etherlink aka Tuomo Korhonen weist leider derart czz hörempfehlungmannigfaltige Namensvettern in finnischen Netzen auf , dass man sich dort dem “Hobbymusiker” nicht wirklich zu nähern vermag : Hier läge ( pardon ! ) noch eine kleine Bringschuld seitens des sympathischen Labels … However : Auch ohne dem guten Mann ins Gesicht und rofil zu blicken , geben Cover und Musikalien doch hinreichend Visitkarten für zarte Gespinste - ätherisch und sozusagen “between Dusk and Dawn” . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. depart | 02. overdrive deck | 03. canvas | 04. floating bodies ( outro ) |||

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