Tag Archive for 'rokko-anal'

NEUES VON FREUNDEN



||| ARS ACUSTICA - RADIOKUNST ON AIR 1 | ARS ACUSTICA - RADIOKUNST ON AIR 2 | ARS ACUSTICA - AUSSTELLUNG - HISTORISCHE UTOPIE | ARS ACUSTICA - ON STAGE - TRAUTONIUM JETZTZEIT | ART MIX - LUNCH PAKET - WORTWERFT | ARS ACUSTICA - JELINEK AUDIO - VISUELL | KLANGAPPARAT

trautonium

( illustration via david szondy )

Von allerlei Fremd- und Eigenklang geht diese Woche die Rede . Und vom radiophon vertonten Wort . Radiokunst , Sound- Art , Textperformance und mediale Übertragung , was übrigens durchaus mit aparten psychoanalytischen Valenzen zu lesen wäre … Aber - um es wieder etwas bodenständiger zu sagen - : Wofür gilt Letzteres eigentlich nicht ?

|||

ARS ACUSTICA | RADIOKUNST ON AIR 1

czz-neuesvonfreundenWie jeden ersten Dienstag im Monat , widmet der Sender SWR 2 eine Stunde der Dokumentation zeitgenössischer Ars Acustica : In seiner Reihe “Neue Radiokunst International” ist Andreas Hagelüken mittlerweile bei Numero 19 angelangt und präsentiert in anthologischer Manier dem Portal rAdioCUSTICA aus Prag ( ein Sendungsarchiv findet sich übrigens hier) .

In den letzten Jahrzehnten hat sich im Zeichen der “ars acustica” eine international weit verzweigte Szene entwickelt. Sie bewegt sich zwischen den traditionellen Kunstgenres und bedient sich der Formen des Hörspiels wie der akustischen Ökologie, der improvisierten und der elektroakustischen Musik. Aufführungsort ist zumeist das Radio, aber auch Klang- bzw. Lautsprecherinstallationen sind möglich, der Club, die Lounge und das Internet. Die 1988 in Florenz gegründete “ars acustica group” - dem beispielsweise auch das ORF- “Kunstradio” angehört - der europäischen Rundfunkunion ( EBU ) widmet sich dieser relativ jungen Audiokunst und tauscht untereinander Produktionen zur Ermittlung des “state of the art” aus.

Mit der Osterweiterung der EU konnte sich die Expertengruppe nach Osten hin öffnen, wo in sehr lebendigen Initiativen eine junge akustische Kunst entsteht, die sich einer Festlegung auf Pop, Unterhaltung oder Ernst zu entziehen sucht. Einen besonders produktiven Standort hat sie in Prag, wo der Redakteur Michal Rataj junge Komponisten, DJs und Laptop-Aktivisten gleichermaßen für die akustische Kunst zu interessieren weiss .

|||

ARS ACUSTICA | RADIOKUNST ON AIR 2

czz-neuesvonfreundenIn eigener Sache : Alle Jahre wieder rückt mit Anfang Dezember die zweite Folge der Reihe “Literatur als Radiokunst” im ORF- “Kunstradio ” heran . Wie beiläufig angedeutet , bündelt die aktuelle Sendung zwei sehr diverse Ansätze zur Reflexion der Entstehungs- und Existenzbedingungen von Literatur .

Mag das rührselige Lied der Bohème längst verklungen sein , bleibt die Existenz des Künstlers weiterhin prekär . Ebenso wirkungsvolle wie konträre Formen, dies unsentimental zur Sprache zu bringen, stellen zwei neue Arbeiten im Rahmen der Reihe “Literatur als Radiokunst” vor. Die KünstlerInnen sind aus dem in|ad|ae|qu|aten “Salon Littéraire ” wohlweislich bekannt .

Ilse Kilic und Fritz Widhalm , die seit zwei Jahrzehnten ein Lebens-, Kunst- und Verlagsprojekt ( “Das fröhliche Wohnzimmer” ) erproben , nehmen den Begriff des “Schriftstellers” beim Wort und empfehlen diesen als Stell-Objekt fürs kultivierte Interieur : “Ergänzen Sie die Einrichtung Ihrer Wohnung mit einem Schriftsteller oder einer Schriftstellerin ! ” hebt das polyphon satirische Beratungsgespräch im “Schöner Wohnen”-Stil an .

Der universal schöpferische Tiroler Forscher Bernard Kathan zieht dahingegen das messerscharfe montierte Zitat heran zur Instrumentierung des Elends der “Hungerkünstler” . In diesem Fall ist es der für seine aberwitzige “Fälle und Fallen” postum zur Kultfigur avancierte Russe Daniil Charms ( 1905-1942 ) , aus dessen Tagebüchern die Not in den verschiedensten Stimm ( ungs ) lagen spricht. ( czz )

Die Zwischenmusik- Miniaturen stammen übrigens von der universalen Gundi Feyrer … Wir kommen in|ad|ae|qu|at noch einmal darauf zurück -

|||

ARS ACUSTICA | AUSSTELLUNG | HISTORISCHE UTOPIE

czz-neuesvonfreundenRadio- und Soundkunst bergen in sich per definitionem ein je definitertes utopisches Potential . Wer die Utopien von gestern , oder “vergessene Zukunft” ( -smusiken ) näher in Augenschein und zu Angehör nehmen will , sollte sich ins niederösterreichische Hainburg begeben : Das dort situierte “Institut für Medienarchäologie” ( IMA ) zeigt dort nämlich bis Mitte April 2009 die in allen Kategorien staunenswerte Ausstellung “Zauberhafte Klangmaschinen” | “MAGICAL SOUND MACHINES ” .

Man könnte ganze Bücher über all diese Wunderapparate wie Akaphon ,
Ariston , Grammophon , Magneton , Mellotron , Minifon , Minimoog , Ondes Martenot , Optigan , Polyvox , Rhythmikon , Singing Arc , Superpiano , Terpsiton , Theremin , Ultraphon , etc. schreiben , gäbe es glücklicherweise nicht einen profunden Katalog ( Schott 2008 ) und die hier vielzitierte Homepage , “ein El Dorado der Informationen für alle Nerds der Musiktechnik” ( Spex ) .

Nun wäre ein derartiger Maschinenpark allerdings einigermassen witzlos , liesse man ihn der Historizität seiner Utopien alleine . Damit wäre die Kollektion lediglich ein Kabinett der traurigen , da überholten , Kuriositäten .

Das IMA geht da andere Wege , indem es einerseits in Workshops die Erkundung der einzelnen Instrumente ermöglicht , anderseits in der Reihe DA CAPO zeitgenössische Musiker und Künstlerinnen zu einer geistesgegenwärtigen Auseinandersetzung mit den Historischen Zukunftsklängen lädt .

|||

ARS ACUSTICA | ON STAGE | TRAUTONIUM JETZTZEIT

czz-neuesvonfreundenSo konfrontieren beispielsweise die Sound- , Text- und Videokünstlerin Liesl Ujvary und der Musiker Oliver Stummer ( aka tomoroh hidari ) elektronisch generierte Sounds mit dem Originalklang eines Instruments , dessen mitunter unheimlich ( Freud ! ) vibrierende Töne in zahlreichen Filmmusiken , aber auch in der klassischen Moderne ( Paul Hindemith ) zu hören sind : Das Trautonium ( siehe auch hier und hier , wie wenig das tatsächliche Instrument mit der Zeitschriftenzeichnung unseres heutigen Titelbilds zu schaffen hat ) .

Ujvarys und Stummers Konfrontationskurs auf den Wellen von synthetischem und realem Klang titelt trefflich “TRAUTONIUM JETZTZEIT ” :

das trautonium, erstmals 1930 als elektronischer synthesizer gebaut, bietet immense möglichkeiten der klanggestaltung. es wurde es wurde ebenso in kompositionen von hindemith und genzmer eingesetzt, wie für extreme soundtracks in filmen – der ton von hitchcocks ‘die vögel’ , vogelstimmen, flügelschlagen, entstammt einzig dem trautonium, nicht etwa der natur. da im trautonium der elektronische anteil von einer komplexen mechanik gesteuert wird, ist auch die haptik von bedeutung und das geschick des spielers gefragt.

wir wollen die klanglichen möglichkeiten der aktuellen elektronik und ihr instrumentarium dem klassischen trautonium gegenüberstellen. drei ebenen werden hörbar: das trautonium im originalton, das trautonium mit einem toolsatz verflochten und verändert, ein elektronisches trautonium-modul wird mit dem original konfrontiert. zum abschluss verbinden sich alle klangerzeuger zu einer coda.

|||

ART MIX | LUNCH PAKET | WORTWERFT

czz-neuesvonfreundenWie zuvor schon gibt sich die Autorin Maria Seisenbacher ( > “Salon Littéraire” ) samt ihren Texten in der multimedialen Gruppierung WORTWERFT die Ehre eines kompletten Menüs :

Text, Visuals ( GOTO ) und Klang ( Rokko Anal ) werden an diesem Abend in sich verschränkt und gegeneinander ausgespielt. Visuals in Assoziation zu den Textkörpern geben ihnen eine fassbare Ebene. Sounds wiederum übersetzten Sprache und Bild in freie Assoziationsfelder, in denen man die eigene Position neu bewerten kann. Dem geforderten Publikum wird ( gegen freie Spende ) eine Wegzehrung ( LUNCH PAKET ) angeboten.
Inhalt: Text, Bild, Klang und Missklang und auch die altbewährte Wurst- oder Käsesemmel.

Ergo : Garantiert keine Langeweile. Garantiert kein Hunger.

|||

ARS ACUSTICA | JELINEK AUDIO | VISUELL

Beispiele Für-Hörer xsSchliesslich gestatten wir uns in|ad|ae|qu|at noch einen weiteren Hinweis in eigener Sache : Klischees , Posen und Rollenspiele prägen die 40 Jahre währende “Beziehung” zwischen der Autorin und dem Medium “Radio” : Das A / V - Feature “EINATMEN - AUSATMEN: ELFRIEDE JELINEK IN FIGUREN DER RADIOPHONIE” ( 40 Min. ) erkundet Literatur im stillschweigend- beredten Kontrakt mit dem Medium “Radio” und dessen Gestaltern : In Interviews und Portraits , in Attributen , Rollen und Posen entsteht eine mediale Fiktion - abseits der realen Autorin . Wie das Video entstanden ist , haben wir - samt einem YouTube Exzerpt - auf dieser Seite dokumentiert . Ein Gleiches gilt für das dreiminütige Satyrspiel “RADIO | JELINEK | REMIX” , welches kap und czz justament auf die Ästhetik des Netzfilmchen- Senders zugeschnitten haben .

  • Elfriede Jelinek in Figuren der Radiophonie - 2 Videos und 1 Gespräch mit der Musikwissenschafterin und Radiomacherin Irene Suchy am Mittwoch , 3. 3. 2008 , Literaturhaus , 19 H
    • Further Reading : Auf der Jagd nach Jelinek - Mit ihrem Online-Roman “Neid” hat Elfriede Jelinek die Literaturwissenschaftler ins Netz getrieben . Interview mit Christoph Kepplinger vom Projekt JeliNetz über die Herausforderungen , die Netz und E- Book- Systeme für Leser und Wissenschaftler darstellen - ORF futurezone , 22. 11. 2008

Beispiele Ich-möchte-seicht

|||

KLANGAPPARAT

Wer jetzt noch keinen Klangüberdruss verspürt , der möge es sich @ czz-hoerempfehlungMixotik gemütlich machen : “We Love Netlabelism” ( Vol. 1 ) bringt einen feinen Reim aparter Zartheit ins Chaos der Netzmusik- Neuigkeiten . Seidige Texturen und ein leiser Hang zum kleinen Gamelan : Das lassen wir uns doch bitte sehr gerne zu Gefallen sein und zu Gemüte gehen . Den wunderweichen Flow gezaubert hat übrigens ein Bremener Herr namens Stig Inge . - CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM ( 66:16 )

|||

Send post as PDF to PDF | PDF Creator | PDF Converter

Salon Littéraire | Maria Seisenbacher : Lokalisation



Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text

 

Salon Littéraire | Maria Seisenbacher :

Lokalisation

 

lokalisation_copyright_Maria_Seisenbacher

 

“Rindszunge beißen!”, dachte ich und legte mich noch für eine Sekunde über den Tisch, um den letzten Moment noch ins blinde Loch zu starren. Ihre Füße schlichen über den Parkettboden, vor dem Fenster fuhren die Autos viel zu laut und ich musste mich wieder als großes Ohr erweisen, dass ihre Geschichten über den Fluss setzte. Sie habe ja dieses und jenes zu tun und dann noch … und sie mache einfach keinen Hehl daraus, dass …
ihr Gesicht: neben jeder Geburt eine Falte und was dahinter stecken könnte zementiert mit Werbeprodukten.

Fäulnispilze über den Augen und die Wimpern ließen sich nicht mehr entwirren, schwarzes Brett vor der Linse, wie weißlicher Belag auf der Zunge und ich dachte: ” … ja doch, nur mehr dieses eine Mal, nicht wahr? es geht doch immer ums miteinander.” und dieses gedachte und nie ins Wort genommene, wie auch nicht über die Zunge genommene lähmt die Aktionen jedes Schrittes, die endophytisch und zum scheitern nach außen verurteilt sind. ich bleibe auf der Strecke, hechle der Zeit nach, um nicht an den Rändern aus zu rutschen - Zunge neben dem Grat und dann wieder:

“Rindszunge beißen!”, dachte ich und vergrub mich in den Innereien - zart und mild. kurz legte ich Hand an und entzog ihr den erdachten Irrwitz, damit zumindest sie den bitteren Geschmack aus dem Hintergrund kratzen konnte. irgendwie versuchte ich mich unter dem Tisch zu verstecken, um den Frontalangriff der Wurzel zu entgehen. die Schuld bleibt doch immer zwischen den Stühlen und wird klebrig weiter gereicht. ein Kreuz damit, woher es kommt … ihr Lachen und der plötzliche Energieaufwand ihrerseits verbinden Hand und Fuß - ich stand nur mehr am Rumpf mit starrem Blick.

dann kommen Nachrichten mit Schriftzeichen, die eines um das andere besagen, dass sie sich verteidigen muss und sich nicht eingestehen kann, dass sie ihre Lymphbahnen schon nicht mehr verbergen kann. eine Tollwut überkommt mich, angestauter Ekel vor überquellenden gebrühten Fleischsatz, da einem die anderen ja alles zum Letzten reichen können. es gibt immer welche, die den Dreck der anderen vom Boden schlecken und der Tatverdacht macht sich breit, dass man selbst zu denjenigen gehören könnte, wenn man nicht endlich … Saurer Geschmack auf der Zunge, obwohl so schön mündig und voll zwischen den einzelnen Bissen. das Gefühl nackt zu sein …

Weißt du, sie kratzen sie sorgfältig ab, waschen sie und überbrühen sie mit heißem Wasser. ” ein schier verzweifelter Blick aus der anderen Richtung und eine Genugtuung ihr den letzten Rest auch nicht erklärt zu haben. ich erkenne die Notwendigkeit nicht mehr, da sich alles nur mehr in den roten Phasen bewegt und meine Zunge verschlingt die Rindszunge mit wutentbranntem Genuss. “gib mir mehr und lass mir die Singvögel auch noch kommen.” Der Krieg hat irgendwo begonnen und die Hand war mir gebunden im Sturzflug gegen den Widerstand. ich habe Blut geschmeckt.

“Rindszungen beißen!”, dachte ich und sprang in den Kreis, direkt in die Machtfuge neben dem Verlust. Es zischte und kochte, als ich den Rand überging und ihr direkt in den Mund das Wort legte, ihr auch noch die Nasenflügel zudrückte, damit der Schluckreflex einsetzte. Ich versuchte meine Zunge im Zaum zu halten: Durchfallquote massiv. Ein glucksen und köcheln ihrerseits auf meine Blindheit, die alle Vorbehalte zum Gegenstand der Züngelei machte. ich würde sagen es wuchs sich zum Karzinom aus, legte sich über Muskelkörper hinweg und erschien in gelben Augen.

Und dann, ja dann wird sie gepökelt oder geräuchert. Aber zuvor, also ganz am Beginn, muss man das Zungenbändchen durchtrennen - zack! ” ich wollte lachen, ich wollte schreien, wollte mich auf den Bauch legen und mir diesen halten, wie ein altes Schwein - die Stille hielt mich ab. sie kratzte noch die Reste vom weißen Tablett und zerging in diesen. eine Kopfbewegung in meine entgegengesetzte Richtung, die Füße aus meiner Reichweite, die Hand schnell auf einer anderen, um den Stolz nicht zu verlieren. Sie zog die andere Bühne auf, das Licht fiel genau auf sie zu. Meine Vorstellung fiel mit dem Verdacht der unerreichbaren Veränderung von fremd Vertrautem. man stellt sich ja alles so rau vor, aber im Querschnitt rutscht man plötzlich aus, bleibt gerade noch auf den Beinen - stromdurchflutet mit schwerem Klopfen im Ohr.

“Rindszunge beißen!”, dachte ich und zog mich am Faden zurück zum Eingang des schwerelosen Steins auf Gelenk und an den Füßen - meine Geschmacksnerven waren umzogen von weißen Bläschen, die ich zwischen meine Zähne nahm. Beim Beißen ronn salzsüßliches Mundwasser auf meine Lippen - ich schloss die Partie mit Magenkrampf und Blähung. ihre wiederkehrende Freundlichkeit erleichterte die Beendigung, ich besänftigte mich, schwor mir, mich nicht auskochen zu lassen. gar und saftig sollte ich dem entsteigen, was ich losgetretten hatte. im Blickfeld ihr Kopf: jede Strähne ein Leben der Verborgenheit und kaschiert mit einem Lächeln, das zur falschen Seite fiel. ich hielt meinen Körper gerade noch zurück um nicht über die Grenze zu fallen: “Mäßige dich!”

Und nach dem Zungenbändchen, wird sie zwei, drei Stunden in einer Wurzelbrühe gekocht und anschließend die hintere Schlundpartie entfernt.” meine Finger waren angesengt, ich zog sie zurück, legte sie auf meinen Oberschenkel fühlte das Pochen das noch vom Adrenalin zurückgegeben wurde. irgendwann ist ausgespielt, irgendwann muss man seine Grenzen wieder einziehen, irgendwann sollte man seine Beine wieder bewegen können und den Mund nicht mehr voll haben müssen. irgendwann … und gerade dann beginnt es einen Bruch zu bekommen, schlägt sich in die Zahnzwischenräume und hinterlässt süßlichen Stärkegeschmack. der Kopf hebt sich einen Himmel weiter in die andere Richtung, die Augen legen sich den Schleier der Genugtuung an und man hat das Gefühl keinen Meter gegangen zu sein, dass man stehen geblieben -, dass man ergriffen wurde. die Haut wurde rutschig, die Augen weiß, die Zunge hielt sich am Gaumen fest und rutschte mit den Resten der Rindszunge in den Rachenraum. voller Fettgehalt, vortreffliche Geschmacksverbreitung und eine ungesunde Ausgewogenheit legte sich dazwischen. ich sagte: “Endstand!”, und meinte Ausgleich. Für ein Ganzes sind Zungen viel zu lang.

|||

Maria Seisenbacher

geboren 1978 in Wien , Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft und Kulturwissenschaft in Wien , Mitglied der intermedialen Literaturgruppe “Wortwerft” , Mitarbeiterin im “Ingeborg Bachmann Verein” , Mitherausgeberin und Redaktionsmitglied der Zeitschrift “Keine Delikatessen ” .

|||

Lesungen | Performances

|||

Kooperationen

|||

Ausstellung

|||

Anthologien | Zeitschriften

|||

Referenzen

|||

Texte im Netz

|||

Links

|||

Send post as PDF to PDF | PDF Creator | PDF Converter

NEUES VON FREUNDEN



||| TRARA UND FEIERSTUNDE | UNTER HAUT STADT | KOSMÖSCHEN STEIGER | VON DENEN TRÄUMERN UND DEREN GEBILDEN | MUSIK : -MANN & -MANN | URBANES KULTURWISSEN | KLANGAPPARAT

TRARA UND FEIERSTUNDE

czz neues von freundenBevor wir überhaupt anheben , holen wir erstmal tief Luft & Lust für ein fröhliches “Trara” : Am heutigen Tage werden Die “Förderpreise für Literatur 2007″ …. wie man so sagt …. “verliehen” : Und zwar an den Prosaisten pointilistischer Wahrnehmung , WOLFGANG HERMANN sowie an die listige Sprach- und Bild- Maschinistin BRIGITTA FALKNER . Verleihungsfeier und Zeremonie inklusive . Da möchten wir à propos das längst zum Klassiker avancierte Palindrom der legendären Lakonikerin in schönster Bildlichkeit gratulierend zitieren .

SEI FIES copyright Brigitta Falkner

( Brigitta Falkner ) |||

UNTER HAUT STADT

czz neues von freundenWas einem unter urbanen Umständen so unter die Haut gehen kann : Bizarre Burlesken und obskure Dramen , wie sie die “interdisziplinäre” Literaturgruppe WORTWERFT sieht … und sinnenfreudig transmedial heute Abend darbietet : UNTER HAUT STADT . Am Wort : Maria Seisenbacher ( “Keine Delikatessen” ) , Hermann Niklas , Roland Steiner , Clemens Marschall und Daniel Krcal ( musikalisch aka Hano Aaruk ) | An der Bontempi : Rokko Anal | Am Bild : GOTO und Daniel Krcal . Aber eigentlich heisst das ja heutzutage “Vizuals” . Und die hat GOTO schon bei Shows von ambient animal oder mord gezaubert . Schau , schau und hör genau : Im Denkraum , 1050 Wien , Bacherplatz 11 / 2 , 20 Uhr . |||

KOSMÖSCHEN STEIGER - AUSSTELLUNG + LITERATURSYMPOSIUM

czz neues von freundenDitto am Freitag anhebend , sich allerdings standesgemäss in ein wunderliches April- Weekend weitend : Eine von kundigen Stimmen instrumentierte Exploration des welteinmaligen künstlerischen Kosmos DOMINIK STEIGERS - umstellt von dessen bildnerischen Arbeiten in der Galerie Hohenlohe . Wo sich schon jedes simple Attribut für diesen Eigenweltkünstler anbietet , werden uns kluge Interpreten mit Worten versehen . Die klingenden Namen der Er- Steiger bizarrer Emergenzen auf den Time- Table gebreitet :

  • Freitag , 11. April , 10.30 –13.00 Uhr
    • Jörg Drews : Der Kalauer ist der Witz des Plastik-Zeitalters - Zur Ästhetik der schiefen oder ausbleibenden Pointe
    • Mechthild Rausch : Small is beautiful - Zur Poetik des Kleinen in Dominik Steigers frühen Texten
  • 15.00 –17.30 Uhr
    • Gisela Steinlechner : ziertischlerarbeit mit bettler als statist - Dominik Steigers Kulturcollagen
    • Cathrin Pichler : Zum bildkünstlerischen Werk von Dominik Steiger
    • Filme und Lieder von Dominik Steiger
  • Samstag , 12. April , 10.30 –13.00 Uhr
    • Thomas Eder : Sich in die Dinge denken - Der Poet als Gedankenleser am Unbelebten
  • 15.00 –17.30 Uhr

VON DENEN TRÄUMERN UND DEREN GEBILDEN

czz neues von freundenMontag und Mittwoch bieten sich als lohnenswerte Close- Ups literarisch avancierter Vermessungen von Traumwelten an . Montag liest FRIEDERIKE MAYRÖCKER liest aus ihrer neu erschienenen Prosaarbeit “Paloma” ( Suhrkamp 2008 ) , einer - so Otto A. Böhmer kürzlich in der “Zeit” - träumerischen “Drangsalseligkeit” .

Mittwoch geht es am gleichen Realort - dem Literarischen Quartier Alte Schmiede - dann adaequat weiter mit der Präsentation der frischen Lieferung der Zeitschrift FREIBORD ( 143 / 144 ) zum Thema : LITERATURTRÄUME – TRAUMLITERATUR , herausgegeben von GERHARD JASCHKE und ELFRIEDE GERSTL . Texte und Beiträge zum Träumern liefern die Herausgeber sowie ( u. a. ) Friedrich Achleitner , Richard Anders , Lucas Cejpek , Antonio Fian , Anselm Glück , Christine Huber , Elfriede Jelinek , Angelika Kaufmann , Ilse Kilic , Margret Kreidl , Friederike Mayröcker , Andreas Okopenko , Peter Rosei , Gerhard Rühm , Julian Schutting , Fritz Widhalm , herbert j. wimmer … Welcher der Genannten am 16. 4. ab 19 Uhr nun tatsächlich in corpore anwesend sein wird und liest … Der Programmtext verhält sich in dieser Hinsicht träumerisch kryprisch : “mit Lesungen der Mehrzahl der Autorinnen und Autoren” . |||

MUSIK : -MANN & -MANN

czz neues von freundenMit Bonus- Konzerten für die Nickelsdorfer Jazzgalerie gehen deren hochnoble “Konfrontationen” auf Reisen und gastieren zwei 1A- Formationen am Sonntagabend im Ragnarhof ( 1160 , Gundsteingasse 12 , 20:00 ) : Das erste Set gibt das Duo CHRISTOF KURZMANN ( loop , voice ) & BERNHARD FLEISCHMANN ( drums , electronics ) . Noch Fragen ?! - Der zweite Streich erreicht uns aus der Free- Ecke mit dem langjährige Cecil Taylor- Partner MARCO ENEIDI ( sax ) , Philipp Quehenberger ( keyb ) , DD Kern ( drums ) aka LIPCODIE ENQUKE , feat. BULBUL . “Hochexplosiv” , notiert - höchst nachvollziehbar ! - die weiterführende Prosa . |||

URBANES KULTURWISSEN

czz neues von freunden“Städte” , so der Kulturwissenschafter HELMUTH BERKING , “lassen sich an ihrem Gang erkennen wie Menschen” . Einige Antworten zu der ( warum eigentlich ? ) “unverschämte Frage : Was ist die Stadt ?” sind am Montag , 14. April im IFK ( Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften ) zu vernehmen . Unverschämt fragen dürfen dann aber auch die p. t. Zuhörerinnen und Stadtbenutzer . 1010 Wien , Reichsratsstrasse 17 , 18:00 Uhr . - Lektüre im Kontext : Die Macht des Lokalen in einer Welt ohne Grenzen ( Campus 2006 ) . |||

KLANGAPPARAT

Ultimativ urban , gleichwohl nach atmosphärischen Weiten greifend : In unserem Portrait de Netlabels l a r i d a e klettern wir nun die release- Liste retour und land bei den Schwebungen von ambic2 aka Guy Andrews : Elf czz hörempfehlung titel müsst ihr sein , um Londons Nebel in “As The Snow Fell” zu übersetzen . Man möchte aber nur den Fehler begehen , die flächigen Gespinste als gar zu abgehoben zu präjudizieren : Zwischen den Nebelfetzen schimmern hinreichend feines melodisches Fleisch ( Track 9 ! ) und bassline- Sehnen hervor . Müssen wir jetzt die Metapher wirklich total ausschlachten und auch noch das Knochengerüst insistierender Beats herbei zitieren ?! - Wir denken : Nein . CLICK TRACKSTO LISTEN : 01. Storm’s Theme | 02. To Wake, To See | 03. Night-13 | 04. Close Of Day | 05. When Father Cries | 06. This Day Goes Nowhere | 07. December’s Shadows | 08. Sleep Cycle | 09. Beside You | 10. Dust Below The Ground | 11. It Snowed The Day We Died | P. s. For further listening sei auf die Anfang 2007 herausgekommene Release des Künstlers verwiesen : “under these stars , we´ll sleep again” ( laridae 031 ) |||

Send post as PDF to PDF | PDF Creator | PDF Converter