Tag Archive for 'rundfunkstaatsvertrag'

Aus Aktuellem Anlass : MMR als Model für die Kluge- Köpfe- Kampagne



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Oh FAZ- Kampagne , oh Schutz vor ihr !

FAZ Kluge Köpfe Kampagne November 2008 meta

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FAZ Kluge Köpfe Kampagne November 2008 meta meta

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Für Studierende der Publizistik : eine kleine Stilübung in Lokaljournalismus . Speziell am flotten Einstieg , am hohen Redundanzgrad der Information sowie am beliebten Kaninchen- Motiv zu erkennen .

Hier dürfte sich Marcel Reich-Ranicki so richtig wohl
fühlen - für die aktuelle Kluge-Köpfe-Kampagne hat die F.A.Z. ihren ehemaligen Chef des Literaturteils an einen Ort gebracht, an dem ihn kein schlechtes Fernsehprogramm stört: auf einen Frankfurter Recyclinghof. Umgeben von ausrangierten Fernsehern kann sich der 88-jährige Literaturpapst ungestört der F.A.Z.-Lektüre widmen. Wenige Wochen zuvor hatte er das deutsche TV-Programm als ‘Blödsinn’ abgestempelt und den Deutschen Fernsehpreis für sein Lebenswerk abgelehnt.

Eine der wenigen interessanten Sendungen, die es überhaupt noch gebe, sei die Tagesschau, so der renommierte Kritiker am Rande des Foto-Shootings für die vielfach ausgezeichnete Bilderserie. Jungen klugen Köpfen möchte Reich-Ranicki daher auf den Weg geben, anstatt Wertloses im Fernsehen anzuschauen, lieber ‘vernünftige, intelligente Bücher und Zeitungen’ zu lesen. ‘Da gibt es nicht viele, aber es gibt schon solche’, sagte Reich-Ranicki, der von 1973 bis 1988 den Literaturteil der F.A.Z. leitete. In dem Anzeigenmotiv zeigt der Literaturpapst, hinter welche Qualitätszeitung er seinen Kopf steckt.

Die Kampagne greift - wie schon öfter in der Vergangenheit - eine aktuelle gesellschaftliche Debatte auf und deutet sie auf ironisch-witzige Weise um. Zuletzt war unter anderem Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen inmitten von unzähligen Statisten zu sehen, die bekanntermaßen tatkräftig für Nachwuchs sorgen: Kaninchen. ( … )

Die Anzeige mit Marcel Reich-Ranicki ist seit dem 8. November in zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften, im Internet und natürlich in der F.A.Z. selbst zu sehen.

FAZ Kluge Köpfe Kampagne November 2008

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Ende gut , alles gut ? - “Ha Ha Said The Clown” -

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donaueschinger musiktage 2008 | track three : SWR- Hörfunkdirektor Bernhard Hermann zur multimedialen Zukunft öffentlich- rechtlicher Contents



||| DIE SITUATION | DAS WORTUNGEHEUER | DIE KAMPAGNEN | DAS STATEMENT DES SWR- INTENDANTEN | LINKS | RELATED | KLANGAPPARAT

DIE SITUATION

picto_internet_copyright_zintzen_orgOnline ist kostbar . So kostbar , dass sich seit Monaten ein Grabenkampf vollzieht : Hier die öffentlich- rechtlichen Sendeanstalten mit ihren Bestrebungen , Service- und Informationsangebote auch online anzubieten . Dort die privaten Sender- und Verleger- Verbände ( VPRT | VDZ ) , denen in ihren Stammformaten Publikum und Anzeigenkunden schwinden . Spät und widerstrebend begab man sich ( oft trotz rhetorischer Beibehaltung kulturpessimistischer Anti- Internet- Thesen ) ins Netz und fand - oh Schreck ! - , dass - quel horreur ! - dort bereits gebührengestützte Konkurrenten Raum und Reklame ( -Gelder ) einnahmen . J’ accuse !

Die Debatte um eine unterstellt ungebührliche “Online- Expansion” der gebührenpflichtigen Öffentlich- Rechtlichen geht nun über Jahr und Tag , insoferne auch die EU Bedenken wegen möglicher Wettbewerbsverzerrung anmeldete .

Kurz : Bevor es wieder einmal so weit ist und die Ministerpräsidenten der Länder im Zuge ihrer Dresdener Sitzung vom 22. bis 24. Oktober erneut versuchen werden , einen Beschluss zum 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag zu finden , nutzte SWR- Hörfunkintendant Bernhard Hermann den Anlass der Rede zur Verleihung des Karl- Sczuka- Preises 2008 für einen Appell gegen das Errichten kontraproduktiver Fronten .

Ein ( mit einer entsprechenden Resolution des SWR- Rundfunkrates akkordierter ) Ruf zur Vernunft gegen die hysterisch geschürten Ängste um den Werbekuchen und eine Erinnerung daran , dass auch öffentlich- rechtliche Qualitätsangebote mit der Zeit und dem Medienwandel zu gehen haben , um nicht an realexistierenden Gebührenzahlern und zukünftigen Hörer- Generationen “vorbei” zu produzieren .

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DAS WORTUNGEHEUER

picto_radio_terrestrisch_copyright_zintzen_orgWer wissen will , was sich hinter dem Wortungeheuer dieses Rundfunkänderungsstaatvertrages No. 12 - recte : “Arbeitsentwurf zur Umsetzung der Zusagen gegenüber der EU- Kommission im Rahmen des EU- Beihilfeverfahrens ARD | ZDF ( Stand: 12. Juni 2008 )” - verbirgt , mag dies im betreffenden PDF- File nachlesen . Kurz gesagt , geht es darum , wie die Öffentlich- Rechtlichen ihrem definierten Auftrag gemäss netzwerken dürfen sollen und wo die Grenzen dieses Auftrages enden . Wo also , banal gesagt , einfach Geld gemacht wird . Hier sollen künftig per externer Kontrolle eventuelle Wucherungen gekappt werden .

Im Gegensatz zum VPRT sehen die Grünen in dem Staatsvertrag eine zu weitgehende Einengung der öffentlich-rechtlichen Sender. Mehrere Abgeordnete des Bundestags, des Europaparlaments sowie mehrerer Landtage forderten die Ministerpräsidenten auf, aus diesem Grund den Vertrag nicht zu beschließen. Insbesondere wenden sich die Medienpolitiker dagegen, dass ARD und ZDF bestimmte Inhalte nur sieben Tage lang ins Netz stellen dürfen. Gerade dieses unterstützt ausdrücklich der VPRT, nach dessen Vorstellungen eine Verlängerung der Sieben-Tage-Frist “grundsätzlich nicht oder allenfalls in begründeten Einzelfällen möglich sein” soll. ( dpa , 21. 10. 2008 )

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DIE KAMPAGNEN

picto_internet_copyright_zintzen_orgAls treibende Kraft der Frontenbildung hat sich in den vergangenen Monaten die FAZ hervorgetan : Wenig wählerisch , was die Mittel der publizistischen Kampagnenführung betrifft , kam jeder Anlass zupass , auf “Regulierung” , “Kontrolle” und “Limitierung” zu pochen . Erst gestern bot das Feuilleton eine redaktionsexterne Fachkraft auf , um die Dringlichkeit einer “Wettbewerbskontrolle” zu akzentuieren :

ARD und ZDF sollten auch außerhalb dieses Grundversorgungskerns machen können, was sie für richtig halten, allerdings unter den Bedingungen von Markt und Wettbewerb. Alle Angebote, die aus dieser eng gefassten Kernkompetenz herausfallen, dürfen nicht durch Gebühren finanziert werden. Dazu können die Anstalten kommerziell aktiv werden und auch Kooperationen mit privatwirtschaftlichen Medienunternehmen eingehen, wie WDR und WAZ das schon tun. Wichtige Voraussetzung: Diese Aktivitäten müssen geprüft und kontrolliert werden, etwa durch die Landesrechnungshöfe, um sicherzustellen, dass keine Gebührengelder verwendet werden.

Von Polemiken à la “Schafft die Gebühren ab !” über einen “Brandbrief” des Verlegerverbandes bis hin zu Vorwürfen der “Propaganda“, respektive des konzertierten “Kleinredens” öffentlich- rechtlicher Net- Aktivitäten . Die Öffentlich- Rechtlichen kontern : Die Privaten betrieben “Lobbyismus mit groben Mitteln” . Tertium non datur .

Die Tatsache , dass der deutscher Pressemarkt im dritten Quartal 2008 an Auflage verloren hat - Tageszeitungen , incl. Sonntagsausgaben & Sonntagszeitungen : minus 380.000 Stück verkaufter Auflage im Vergleich zu Quartal 2 | 2008 , minus 650.000 im Vergleich zum Quartal 3 | 2007 - , wird das Klima nicht eben sanieren .

Edit : Im Laufe des Tages legt - im pochend publizistischem Countdown zur Dresdener Konferenz - die FAZ noch zwei Scheiter “Brandrede” nach . Michael Hanfeld , unermüdlich wetternder Retter der medialen Fairness im Lande ( unser einschlägiges Artikel- Archiv reicht weit in den April ) , bespielt die Register von ganz unten - den ( wie wir aus schmerzlicher Selbsterfahrung wissen ) gekappten Rechten der für die ÖRs schöpfenden Autoren - bis ganz oben : den universalen Medien- und Datenkraken wie Google und Yahoo .

Die “freie Presse” werde von Global Playern und nationalen Subventionsselbstversorgern im “Zangengriff” bedroht : Der alarmistische Tonfall spielt dabei einer gleitenden Semantik in die Hand , welche bestrebt ist , die Begriffe von “freiem Unternehmertum” und publizistischer “freier Meinung” zu vermischen . Dass Superkonzerne wie Springer oder Burda mit am Strick der Verleger- Initiative gegen die Öffentlich- Rechtlichen ziehen ( “Münchner Erklärung” ) , wird man aus Robin- Hood- Artikeln dieser Manier sicherlich nicht erfahren .

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DAS STATEMENT DES SWR- INTENDANTEN

picto_radio_terrestrisch_copyright_zintzen_orgSWR- Hörfunkdirektor Bernhard Hermann : Rede zur Verleihung des Karl- Sczuka- Preises 2008 an Thomas Meinecke und David Moufang und des Karl- Sczuka- Förderpreises 2008 an Anja Utler
Donaueschinger Musiktage , 18. Oktober 2008 ( Druckfassung , Auszug )

Wenn wir nämlich die Jungen und Jüngsten nicht mehr erreichen mit unseren Programmen – und es muss ja nicht gleich das Sczuka- Preiswerk zum Einstieg sein – dann steht es schlecht um unsere Zukunft. Aber wo und wie können wir sie überhaupt erreichen ?

Wenn Sie selbst Kinder haben ( … ) dann können Sie beobachten, welche Medien diese Generation heute nutzt: Die meisten haben natürlich ein Handy und einen Computer. Nachmittags, nach der Schule, skypen die Kids mit ihren Klassenkameraden, dabei laden sie sich am PC die neuesten Songs oder Podcasts auf ihren iPod runter, stellen bei Facebook oder SchülerVZ die Fotos der letzten Klassenfahrt ein und checken nebenbei, ob bei YouTube das neue Bushido-Video schon drinsteht.

Wenn Sie das jetzt nicht alles genau mitbekommen haben, ist das nicht schlimm und sogar verständlich – denn die meisten von Ihnen sind wie ich mit den klassischen Medien – Radio, Fernsehen und Zeitung – aufgewachsen. Und diese drei spielen bei den nachwachsenden Generationen eine immer geringere Rolle. Leider gilt das für die öffentlich-rechtlichen Angebote ganz besonders. Beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen ist der Generationenabriss schon passiert, beim Radio arbeiten wir mit allen Mittel dagegen an – und sehen noch Chancen.

Denn: Wenn wir als öffentlich-rechtliche Inhalte-Anbieter bei Jugendlichen noch eine Rolle spielen wollen, dann müssen wir das geschickt anstellen und mit attraktiven Angeboten in deren junger Medienwelt dabei sein. Darum bieten unsere jungen Programme SWR3 und DASDING eigene Communities an, darum bieten wir von unseren wichtigsten Sendungen – auch von SWR2 – Podcasts an, die man zeitsouverän anhören kann – und darum erforschen wir in einem Pilotprojekt das ‘Radio der Zukunft‘, um herauszufinden, welche Inhalte und Angebote und Formate junge Menschen von uns erwarten. ( … )

Arthur Sulzberger, der Herausgeber der New York Times hat bereits vor Jahren erkannt, was die mediale Umbruchsituation für seine Zeitung bedeutet – und dies trifft auf die anderen ‘klassischen’ Medien in gleicher Weise zu: Wir folgen unseren Lesern wohin sie uns führen. Wenn sie uns gedruckt wollen, werden wir gedruckt da sein. Wenn sie uns im Netz wollen, werden wir im Netz sein. Wenn sie uns auf Handys oder zum Runterladen wollen, damit sie uns hören können, dann müssen wir auch dort sein.

Vor einem Jahr habe ich an dieser Stelle davon gesprochen, wie erfreulich es ist, dass das Bundesverfassungsgericht dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in seinem Urteil vom September 2007 eine Entwicklungsgarantie auch in der digitalen Welt gegeben hat. Jetzt, ein Jahr später, beobachten wir mit Sorge, wie diese Garantie durch einen neuen Rundfunkänderungsstaatsvertrag schon wieder infrage gestellt, eingeschränkt und bedroht wird. Wo wollen wir hin im Netz und wo dürfen wir hin ?

Internetangebote sind für uns kein Selbstzweck und wir betreiben auch keine ‘Online-Expansion‘ – wie uns mancherorts vorgeworfen wurde und wird – wir folgen nur ganz selbstverständlich den Wünschen unserer Zielgruppen. Wir wollen im Internet keine Geschäfte machen, keine Werbung und kein Online-Business, aber wenn uns die publizistische Präsenz im Netz verwehrt oder derart eingeschränkt wird, dass sie für Nutzer nicht mehr attraktiv ist, dann würde das dem Tenor des Karlsruher Urteils wider-sprechen. Mit manchen Beschränkungen werden wir leben müssen, mit allen aber nicht. Wir werden uns überall dort zur Wehr setzen, wo unter dem Deckmantel verlegerischer Existenzsicherung im Internet letztlich ein Jahrzehnte alter Krieg wieder neu aufgelegt werden soll: der Kampf gegen das duale System im Allgemeinen – und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Besonderen.

Auch scheint mir, dass die Verleger, die unsere Internetaktivitäten einschränken wollen, ihre wahren Gegner noch gar nicht identifiziert haben: Google und Yahoo drängen immer stärker auch in den europäischen Markt ein und unterliegen keinerlei staatsvertraglicher Regulierung. In der schönen neuen Welt der Flut von ungefilterten Angeboten sind es doch vor allem die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und die Zeitungsverlage, die – bei allem verständlichen Bemühen auch um Auflage und Quote – nach wie vor Qualitätsjournalismus gegen die niveaulose Beliebigkeit stellen. Insofern müssten wir eigentlich Seite an Seite stehen und einander nicht bekriegen.

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Aber trotz aller Interneteuphorie werden die linearen, analogen Programme nach wie vor im Mittelpunkt stehen – denn mit unseren Hörfunkprogrammen erreichen wir nach wie vor täglich fast 50 Prozent der Menschen in unserem Sendegebiet. Selbstverständlich übertragen wir auch kulturelle Höhepunkte wie die Donaueschinger Musiktage live im Radio, wir produzieren nach wie vor aufwändige Hörspiele, laden Anfang November wieder zu den ARD-Hörspieltagen ins ZKM nach Karlsruhe ein und loben Preise für Hörspielkunst aus, wie den Karl- Sczuka- Preis.

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LINKS

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RELATED

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KLANGAPPARAT

Für stetige Qualität steht das Leib- und Magen- Netlabel broque , welches sich nach südwärts bestrebter geographischer Veränderung gleich mit einer czz-hoerempfehlung“echten” LP von Max Cavalerra sowie einer neuen Net- Release in den Senderaum zurückmeldet . Was per Podcast ( > brotcast ) längst eingetroffen ist , harrt allerdings noch der Handhabbarkeit auf der im herbstlichen Transformationsprozess befindlichen Webseite.

Während wir für die in|ad|ae|qu|ate Verströmung gerne noch auf die entsprechende Ausreifung der fruchtigen Spätlese von “Terra Australis” zuwarten , vertreiben wir Misstöne , Sturmböen und Oktoberöde mit einem akustischen Blick zurück in Sanftheit : Das “broque.de- Set” , welches vor zwei Jahren bei deepindub erschien , erweist einen nach- hall- tig feinherbperlenden Abgang - zweiundneunzig Minuten lang . CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM ( WMP ).

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10 Jahre Freies ‘Radio Orange’ und andere Funk- Geschichten



| WIENER DIVERSITÄT | CHARTA FREIE RADIOS | ROCK THE FREE NET | BRECHT- RADIO VS. RUNDFUNKTSTAATSVERTRAG | HÖRHINWEIS NPR RADIO- LAB : EMERGENCE | LOLLAPALOOZA | KLANGAPPARAT | LINKS

WIENER DIVERSITÄT

radio rougeMorgen , 2. August , feiert ORANGE 94.02 , das Freie Radio in Wien seinen honorigen 10. Geburtstag : standortgemäss im Fluc am Praterstern am 21.00 Uhr ! - Anlass , ein paar kleine Radiogeschichten auf in|ad|ae|qu|ate Sendung zu bringen .

ORANGE 94.0 ist Wiens erstes und einziges Freies Radio . Seit 17. August 1998 : Werbefrei , vielfältig und mitunter etwas schräg - was eben entsteht , wenn rund 500 ehrenamtliche MitarbeiterInnen Radio machen . Rund um die Uhr , in Wort und Musik . Auf UKW und via Net- Live- Stream .

Freies Radio ist in Europa an der Tagesordnung , in Österreich noch recht rar . Das Prinzip : Eine vielfältige Medienlandschaft ist dreisäulig . Neben dem öffentlich- rechtlichen und dem privat- kommerziellen Rundfunk trägt Freies Radio als dritte Sparte zu Medienvielfalt in einer Gesellschaft bei . Themen und ( gesellschaftliche ) Gruppen , die in den beiden erstgenannten Radioarten nicht oder kaum vorkommen , haben bei ORANGE 94.0 Zugang zu medialer Öffentlichkeit . So werden Menschen und Meingungen jenseits des Mainstreams und seiner werberelevanten “Zielgruppen” hörbar . Ermöglicht wird die dafür nötige Nichtkommerzialität durch Unterstützung , Förderung und Sponsoring , welches von der EU abseits bis zu lokalen Lokalen reicht .

Was das Wiener Stadtradio unter “Vielfalt” versteht , zeigt ein Blick ins heutige Programm : Von “PolySunrise” ( Produktionen des polycollege stöbergasse ) über die interkulturellen Magazine “Radio Afrika Afrika” , “Der arabische Morgen” , “The African Voice in Europe” und einem China- “Sound of Hope” bis hin zu verschiedenen Frauen- , Best- Age- und Tierrechts- Sendungen . Netz- und mediendemokratiepolitische Themen bringt der “Netwatcher” , von “unten” blickt “Radio Augustin” , Sendung der gleichnamigen Strassenzeitung , auf das Leben der Stadt . Dazu Hörspiele und Radiokunst im Austausch mit internationalen Partnern .

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CHARTA FREIE RADIOS

radio rougeWolfgang Hirner hat die Vor- Geschichte der Freien Radios - von der “Piratenphase” über die Legalisierung bis zur Expansion - konzise zusammengestellt . Heute ist man im “Verband Freier Radios Österreich” ( VfRÖ ) organisiert . Gemeinsam wurde eine Charta erarbeitet , welche sich - beruhend auf den Grundsätzen der Selbstbestimmung , Solidarität und Emanzipation - an folgenden Kriterien orientiert : Offenheit | Public Access , Gemeinnützigkeit | Nichtkommerzialität , Transparenz in der Organisation sowie Lokalbezug . Quer durch die Sender fördert die Plattform “Radiodialoge” interkulturelle Agenden in deutscher , englischer , bosnisch | kroatischer | serbischer , slovenischer und türkischer Sprache . Das Netzwerk :

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ROCK THE FREE NET

radio rougeDem umkämpften Thema der Netzneutralität - dass im Netz Daten jedweder Art unbehindert und unabhängig von deren Herkunft frei fluktuieren dürfen , also auch Filesharing und BitTorrents nicht von Providern gedrosselt werden - hat sich die “Future of Music Coalition” ( Blog ) verschrieben : Ein Manifest deklariert die Forderung des freien Vertriebs ( musikalischer ) Inhalte zugunsten freier Produzierender und gegen die Interessen von Musikindustrie und Technologiekonzernen . Mit einer “Rock the Net“- Initiative und gleichnamiger Compilation- CD will man nun “Awareness” auch bei einem breiteren Publikum stiften . Die CD st seit 29. Juli auf dem Markt und versammelt Tracks von Wilco , Bright Eyes , They Might Be Giants , DJ Spooky , Portastatic, The Wrens , Palomar , Free Form Funky Freqs ( Vernon Reid ) und anderen . “If you support net neutrality or the general concept behind it” , schreibt WIRED , “this is one release you may want to actually spend money on” .

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BRECHT- RADIO VS. RUNDFUNKTSTAATSVERTRAG

radio rougeIn einer Glosse ( “Medienbote” , 17. 7. ) hat sich der einstige Direktor von Radio Luxembourg , Gründer des Radiosenders 104.6 RTL in Berlin und heute selbständige Medienberater Bernt von zur Mühlen gegen die Totregulierung freier Netzradios durch die heiss umstrittene Novellierung des Rundfunkstaatsvertrags gewandt . Brechts Radiotheorie laufe Gefahr , dabei endgültig “unter die Räder” zu geraten :

Als Bertolt Brecht basisdemokratisch guter Laune war und davon sprach, dass jeder gleichzeitig Sender und Empfänger sein könne, konnte er nicht wissen, dass es für jede gute Idee in unserem Lande eine Aufsichtsbehörde gibt. Im Geflecht des Entwurfs für den 12. Rundfunkstaatsvertrag findet sich nämlich die einschüchternde Regelung, dass Streaming-Angebote im Internet, die mehr als 500 Nutzer gleichzeitig erreichen können, Rundfunk und damit genehmigungspflichtig sind. Wenn also eine Universität eine interessante Vorlesung ins Netz stellt und tatsächlich mehr als 500 Menschenkinder – was dem Sinn der Vorlesung gut tun würde – sich zeitgleich das anschauen, hat sich die löbliche Initiative der akademischen Welt in Rundfunk verwandelt. Auch der herrliche Vorstoß der Wagner-Enkel, ab diesem Sommer weltweit per Internet die Opern des Meisters zu übertragen, wird dann wohl Rundfunk sein und bei einer der 14 Landesmedienanstalten angemeldet werden müssen. Brecht als Augsburger und Bayer wäre im Wirkungsbereich der bayerischen Medienanstalt, die als erstes die Web-TV-Shows im Internet mit einer Regelungsdrohung verschreckt hat. Kaum hat man sich gefreut, dass steigende Serverkapazitäten die Web-2.0-Welt wachsen lassen, kommt nun diese Regulierungslust. Liebe Medienanstalten, vielleicht hat ein unwissender Rechtsreferendar dieses Ei in den 12. Rundfunkstaatsvertrag gelegt. Lasst doch die Internetgemeinde in Ruhe. Kontrolliert Medienfirmen, aber nicht gescheite Brecht-Adepten.

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HÖRHINWEIS NPR RADIO- LAB : EMERGENCE

radio rougeDie hin- und mitreissende Wissenschaftssendung des National Public Radio ( NPR ) hat sich vor kurzem dem Thema der Emergenz gewidmet und sich dabei nicht unwesentlich von Steven Johnsons anregendem , indes leicht wirren Buch “Emergence - The connected lives of ants , brains , cities and software” inspirieren lassen . Im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen adaptive selbstorganiserende Systeme und damit die Regel- und Musterbildungen innerhalb von “bottom- up”-Prozessen ohne von oben | ausserhalb aufgeprägten Regeln . “What happens” fragt das Radio- Lab , “when there is no leader ?”

Starlings, bees, and ants manage just fine. In fact, they form staggeringly complicated societies, all without a Toscanini to conduct them into harmony. How? That’s our question this hour. We gaze down at the bottom-up logic of cities, Google, even our very own brains. Featured: author Steven Johnson, fire-flyologists John and Elizabeth Buck, biologist E.O. Wilson, Ant expert Debra Gordon, mathematician Steve Strogatz, economist James Surowiecki, and neurologists Oliver Sacks and Christof Koch.

Das angewandte Kunststück eines witzigen , pointierten und polylogen Wissenschafts- Journalismus ist als MP3 nachzuhören .

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LOLLAPALOOZA

radio rougeUnd nicht zuletzt : Das legendäre Lollapalooza- Festival geht von heute bis Sonntag im Grant Park zu Chicago über diverse Bühnen . Das Line- up ‘08 ist atemberaubend : Von Amadou & Miriam über Gnarls Barkley , Jamie Lidell , Nine Inch Nails , Radiohead , Rage Against The Machine , The Kills , The Raconteurs bis zu den ja auch auf der obgenannten “Rock the Net”- CD vertretenen Wilco . Online werden allmählich die Setlists sämtlicher Bands eingespeist , das Festival- TV ist diesjahr erstmals interaktiv , d. h. auf einem zweiten Kanal können auch Fans Videos liefern . Darüber hinaus bringt der AT&T Blue Room Video- Live- Streams .

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LINKS

EDIT

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KLANGAPPARAT

Lust auf heftige Feiermusik bekommen ? - czz-hoerempfehlung

Alles da :

Der französische Meister seines Faches , DJ l’Embrouille , hat für Loopzilla zwei volle Stunden heftige Härten für engagierte Eintänzer vorgelegt . Schonungslos schweisstreibend . Gnadenlos grandios ! - CLICK LINK TO SEE PLAYLIST AND LISTEN . |||

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ARD- ON : Wedelt , ihr Wachhunde !



||| WEHRET DEN WUCHERUNGEN | MELDUNG UND MEINUNG | LOOK BACK | KUCK SELBER | WATCH- DOGS , WEDELT DOCH ! | LINKS

WEHRET DEN WUCHERUNGEN

copyright_inadaequat_pikto_internetIn schönster komplementärmedizinischer Ganzheitlichkeit sprach Frau Mediendoktorin Merkel ein Machtwort und trat eventuell malignen Online - Wucherungen der öffentlich- rechtlichen Anstalten beherzt entgegen . Da passte gut , dass die KEF ( die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten ) kam , sah , und diagnostizierte , dass ARD , ZDF und Deutschlandradio ihre Selbstbindungserklärungen zur Begrenzung der Ausgaben im Online- Bereich auf 0,75 Prozent des Etats nicht einhalten . |||

MELDUNG UND MEINUNG

copyright_inadaequat_pikto_internetWas die FR - einen Bericht des Branchendienstes Funkkorrespondenz referierend - am 17. 11. meldete , findet in den - anzunehmend rein neutral ohne jedes Eigeninteresse am Online- Werbekuchen berichtenden - Medienverlagen nun nachgerade barocken Widerhall . FAZ- NET springt am 21. 11. zur Untermauerung der am vorangegenagenen Freitag prominent aufgemachten Jubelmeldung auf . Dass “Meinung” hier nicht mehr von “Meldung” getrennt ist , erweist die suggestive Phrasierung “sich aus der Sache herauswinden” , die der Zusammenfassung eines Gesprächs mit ARD- Chef Fritz Raff vorangestellt wird . FAZ NET - ohne Autorenennung - deckt schonungslos auf ! |||

LOOK BACK

copyright_inadaequat_pikto_internetAuch heise ( ! ) und Die Welt schnappen den bereit liegenden Knochen erst am Mittwoch , den 21. 11. auf , bleibt in der Sprachgebung indes nachgerade keusch zurückhaltend : “Laut Berichten sollen ARD, ZDF und Deutschlandradio zuviel Geld für ihre Online-Aktivitäten ausgegeben haben” . In beiden Fällen beruft man sich auf DIE ZEIT , die in der Berichterstattung über die ( Selbst- ) Alimentierung der ARD- Anstalten eine stattliche Agenda aufzuweisen hat . |||

KUCK SELBER

copyright_inadaequat_pikto_internetKlar , es ist Winter und die Immunabwehr vieler Medienkonsumenten ist geschwächt . Da fängt man sich schnell einen dieser Meinungsmacher- Viren ein . Ist ja hübsch , sich in kalten Tagen ein wenig zu erhitzen .

Wie wäre es aber , man sähe sich mal selber an , was die derart inkriminierten öffentlich- rechtlichen Sender online zu bieten haben : Hier ist das Audio- und Videoportal aka ARD Mediathek zum Selber- Sehen .

in|ad|ae|qu|at steht - nota bene - jeder Apologie der Selbstherrlichkeit der öffentlich rechtlichen Anstalten fern . Aber wäre mit der online- Abbildung der per definitionem FLÜCHTIGEN flüchtigen Audio- und TV- Inhalte nicht auch deren BESSERE ÜBERPRÜFBARKEIT durch den Medien- Konsumenten gegeben ? - Im Netz hinterlassen Fehler dokumentierbare Spuren , wo sie ON AIR schnell verwehen . |||

WATCH- DOGS , WEDELT DOCH !

copyright_inadaequat_pikto_internetVielleicht erinnert sich Manch Einer ja noch an ddie Idee des Internet als Medium einer aktiven Demokratie . Dazu zählt auch die Kontrolle , Dokumentation und Diskussion dessen , was als “Meldung” , “Bericht und “Nachricht” so ausgegeben wird .

Medien- Wachhunde sollten die online prachtvoll daliegende Beute doch eigentlich aus vollstem Herzen begrüssen ? |||

KLANGAPPARAT

Nachgerade sentimental könnte man werden , wenn Release Numero 36 des russischen Netlabels electrosound anhebt : Keyboarder / Elektroakustiker moroza_knozova ( aka ) georgiy stefanov ist nicht nur bewährter Hausfreund dieses Labels , sondern bespielt auch die - hier czz hörempfehlungbereits ausgiebig ausgestellte - Agenda des noblen japanischen bumpfoot . In seinem Sound ist dieser bekennde Autechre- und Aphex- Twin- Adept seinen Vorbildern auf stupende Weise treu , ohne es an widerborstigen Eigenarten vermissen zu lassen . Wie oben schon argumentiert : Zurückblicken , um nach Vorne auszuschreiten ! - CLICK STREAM TO LISTEN : 01. fish [4:59] | 02. fila [6:24] | 03. smplhrmns [4:24] | 04. lightnight [4:51] | 05. smplhrmns (framewatcher remix) [7:08] | 06. Vragi (moroza_knozova remix for 2H Company) [4:51] |||

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