Tag Archive for 'satire'

Salon Littéraire | Ilse Kilic : DAS WORT ALS SCHÖNE KUNST BETRACHTET



Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text

Salon Littéraire | Ilse Kilic :

DAS WORT ALS SCHÖNE KUNST BETRACHTET -
Exzerpte aus einem polymorphen Forschungsbericht

|||

EXZERPT EINS

Ilse_Kilic_DAS_WORT_ALS_SCHÖNE_KUNST_BETRACHTET_01

Neun von mir als notwendig erachtete Zutaten für das weitere Gelingen meines Textes, den ich Roman [56] zu nennen beabsichtige (auch wenn er möglicherweise nicht alle an einen Roman gestellten Anforderungen erfüllen wird):

  1. eine Männerfigur mit Namen Karl [57],
  2. eine zarte Romanze zwischen dem jugendlichen Mondscheinlein und Karl,
  3. das süße Leben in Tablettenform,
  4. ein im Widerspruch zur gesellschaftlichen Norm stehendes Wesen, durch welches diese kritisiert und infrage gestellt wird,
  5. eine zarte Romanze zwischen dem Holzknecht und Karl, durch die der Roman zeigt, dass für ihn (den Roman) nicht nur die heterosexuelle Romanze zählt,
  6. Outing des Holzknechtes als heimliche Frau, wodurch seine anfängliche Romanze mit Annabell in einem anderen Lichte erscheint und die lesbische Liebe von Anfang an als das erscheint, was sie ist, nämlich ganz normale Liebe [58], die, wie jede ganz normale Liebe, zu Mord und Totschlag führen kann,
  7. Handgreiflichkeiten zwischen Mondscheinlein und Karl, die das Verhängnis, das mit jeder Art von ganz normaler Liebe einhergehen kann und einhergeht, darstellen,
  8. der Hinweis, dass das Geschehen im Roman fiktional ist und keinen Rückschluss auf das wirkliche Leben außerhalb des Romans zulässt, dass aber andererseits solch ein Rückschluss durchaus erlaubt ist, sofern er eine Lektion für das geehrte Publikum darstellt, welches hiebei nicht nur unterhalten [59], sondern zugleich gebessert und belehrt werden soll,
  9. einige Gedichte sowie kurze Prosastücke, die der Holzknecht sowohl als Mann als auch als Frau zu seiner eigenen sowie zur Erbauung des Publikums schreibt. Die Einführung des Holzknechts als Schriftsteller und Schriftstellerin zielt darauf ab, mir als (be)schreibender Person eine (be)schreibende Person an die Seite zu stellen, um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass sich Autorinnen und Autoren ihren Romanfiguren oft unterlegen fühlen, weswegen es von Vorteil sein kann, sich selbst auf diese Art und Weise zu Gesellschaft und Unterstützung zu verhelfen.

[56] - Hartnäckig halten sich Gerüchte, denen zufolge ein Buch, unabhängig vom Inhalt, sich besser verkaufe, wenn das Cover die Gattungsbezeichnung Roman aufwiese. Diesem Gerücht wurde bisher nicht experimentell nachgegangen.
Da der Roman oft eine Kausalität im Leben der Romanfiguren betont, deren Fehlen im Leben der Leser und Leserinnen diese oft schmerzlich beunruhigt, wird der Roman mitunter als Beruhigungsmittel angewendet. Obwohl Beruhigung durchaus zu den Aufgaben der Kunst gehören kann, liegt sie in der Regel nicht in der Absicht der Romanautorin oder des Romanautors. Die ersehnte Kausalität beruht überdies auf einem Missverständnis: Zwar liegen die Komponenten, die zu einem glücklichen oder unglücklichen Schicksal einer Romanfigur führen, dem Leser, der Leserin, dem Autor und der Autorin manchmal deutlich vor Augen, das aber bedeutet nicht, dass eine Romanfigur selbst sich nicht in eine Welt hineingeworfen sieht, in der sie wesentliche Aspekte ihres Schicksals nicht kontrollieren kann.
[57] - Laut Edgar Allan Poe hat noch nie ein Mensch Karl (im englischen Original Charles) geheißen, der nicht ein aufrichtiger, redlicher, gutmütiger und offenherziger Gesell gewesen wäre, “mit einer vollen klaren Stimme, die zu hören einem wohltat, und Augen, die einem stets gerade ins Gesicht blickten, als wollten sie sagen ‘Ich habe ein reines Gewissen, fürchte niemanden und bin gänzlich darüber erhaben, etwas Gemeines zu tun’.” (zitiert aus E.A. Poe, Du bist der Mann, Dritter Band der Gesamtausgabe, Insel Taschenbuch). Was die Wirkung des Namens Karl angeht, so soll auf Folgendes verwiesen werden: Finden sich in den Namen männlicher Personen überwiegend Vorderzungenvokale wie “e” und “i”, so wirken diese besonders attraktiv und sexy. Bei Namen weiblicher Personen bewirken indes Hinterzungenvokale wie “a” und “u”, dass man sich von ihnen besonders angezogen fühlt (vgl.: Ilse Kilic, Vom Umgang mit den Personen. Eine Schöpfungsgeschichte, Ritter Verlag, Klagenfurt-Wien 2005)
[58] - vgl. den Bilderzyklus Maßnahmen bei Liebestollwut von Fritz Widhalm, in dem die Liebe als Vorfall gezeigt wird, der zur Tollwut führen und somit Erste Hilfe erforderlich machen kann.
[59] - Die von Theodor W. Adorno geprägte Formel “Vergnügtsein heißt Einverstandensein” lässt sich auch auf die Romanform übertragen. In diesem Zusammenhang muss sich der Roman fragen lassen, wieviel Vergnügen zu bereiten er auf sich nimmt bei wieviel Bereitschaft, dieses Vergnügen in der Folge zu relativieren und zu zerstören. Auch der einzelne Mensch muss seinem Vergnügtsein gegenüber stets misstrauisch bleiben und Vorsicht walten lassen. Der vergnügte Zustand gilt als angenehm, wie auch die Vorstellung des Einverstandenseins oft als Entlastung von den Mühen des stetigen und konsequenten Widerspruchs imaginiert wird. Ein Unterschied zwischen Einverständnis mit dem Leben und Einverständnis mit der Welt sollte aber, wenn irgend möglich, aufrechterhalten werden.

|||

EXZERPT ZWEI

Ilse_Kilic_DAS_WORT_ALS_SCHÖNE_KUNST_BETRACHTET_05

Die nächsten Tage waren trüb und regnerisch. Auf meinem Schreibtisch hatte Mo die Eisenbahn und den kleinen Bahnhof recht unvermittelt verlassen und sich erstens in die große Stadt, zweitens aber in einen anderen Text begeben, der davon handelte, wie sie ein Leben als Schriftstellerin begann, zugleich aber eine wissenschaftliche Karriere anstrebte, kurz und gut, ich hatte folgendes geschrieben:

Nach vielen Eisenbahnfahrten rund um die Wiese konnte Mo sich für ihr Leben alles und alles mögliche vorstellen. Ihre Vorstellungen waren jedoch allesamt damit verbunden, in der großen Stadt zu leben. Von der großen Stadt nämlich erhoffte Mo, dass es dort jene Möglichkeiten gäbe, für die ihr Leben gar nicht ausreichen würde, sie alle mit Händen zu greifen. Mo schnürte also ein Ränzelein und trat vor ihre Mutter, um Adieu zu sagen.
- Ich gehe in die große Stadt, sagte Mo, um große Taten zu vollbringen.
- Wozu braucht es große Taten, fragte Mos Mutter, wo doch kleine Taten ausreichen, die Welt am Laufen zu halten?
- Große Taten, entgegnete Mo, sollen die Welt nicht am Laufen halten, sondern das, was falsch läuft, zum Besseren wenden.
- Sind es aber nicht gerade die großen Taten, die dazu führen, dass etwas falsch läuft?, fragte Mos Mutter besorgt.
- Manchmal schon, aber es gibt eben solche große Taten und andere große Taten.
- Wäre es nicht besser, es gäbe gar keine großen, sondern nur kleine Taten? Mos Mutter hatte einen warnenden Unterton in der Stimme.
- Nein, entgegnete Mo und hob die Stimme, weil das Thema ihr wirklich wichtig war, es ist zu spät dafür, dass es nur kleine Taten geben kann. Wenn es nämlich nur kleine Taten hätte geben sollen, dann hätte man mit dieser Entscheidung gegen die großen Taten schon früher anfangen müssen, nämlich bevor es die ersten großen Taten gab.
- Hm, hm, heißt das, dass, wenn die Entscheidung zu großen Taten falsch war, man diese Entscheidung gerade deswegen immer wieder aufs neue treffen muss?
- Was ist überhaupt eine große Tat im Verhältnis zu einer kleinen Tat?, gab Mo dem Gespräch eine etwas andere Richtung.
- Eine kleine Tat ist es, wenn du mit dem Fahrrad stehenbleibst, weil eine alte Dame die Straße überqueren will, anwortete Mos Mutter und setzte fort: An einer kleinen Tat kann einfach nie so viel schiefgehen.
- Eine große Tat ist, wenn Du eine Erfindung machst, die bewirkt, dass es vielen Menschen besser geht, sagte Mo.
- Wäre es dann nicht eine große Tat, manche große Tat rückgängig zu machen?, fragte Mos Mutter.
- Ja, natürlich, musste Mo zugeben, natürlich hat es immer wieder Taten gegeben, die als große Taten galten und die besser nicht getan worden wären. Andererseits ist dieses Problem nicht einfach zu lösen, indem es keine großen Taten mehr gibt.
- Die Atombombe wäre jedenfalls nicht erfunden worden.
- Aber das Penicillin auch nicht.
- Wer weiß, fügte Mos Mutter an, schon die Nubier verwendeten ein Bier mit antibakteriellen Wirkstoffen und die Ägypter versorgten Entzündungen mit aus Getreide gebrauten Heiltränken. In der Antike und im Mittelalter bedeckten Chirurgen Wunden mit schimmeligen Lappen, um Infektionen vorzubeugen. Außerdem möchte ich darauf hinweisen, dass das Penicillin erst 50 Jahre nach seiner Entdeckung industriell hergestellt wurde und das vor allem deshalb, um verwundete Soldaten besser versorgen zu können, sodass der Zusammenhang zwischen Penicillin und kriegerischen Handlungen deutlich sichtbar wird.
- Ja, aber nicht alle großen Taten in Medizin und Technik stehen mit kriegerischen Handlungen in Zusammenhang, sagte Mo, und überhaupt ist mir das jetzt zu blöd.
- Ich gebe zu, dass ich einen recht pessimistischen Standpunkt vertrete. Das rührt vielleicht daher, dass ich mich viel mit dem Chagrinismus, der Lehre des Kummers in der Welt, befasst habe, zu dessen Leitsätzen es gehört, nach dem Kleinen zu trachten, weil das Kleine weniger Schaden anrichten könne als das Große.
Mo blieb stumm und sträubte sich sowohl innerlich als auch sichtbar, denn sie hatte so gar keine Lust auf die ebenso instruktiven wie weitschweifigen Erläuterungen ihrer Mutter zum Thema Chagrinismus. Stumm versuchte Mo, sich eine chagrinistische Welt vorzustellen, schüttelte dann den Kopf, kratzte sich am Ohr und sagte ganz leise, sodass es niemand hören konnte: Es gibt auch große Taten, die niemandem geschadet haben, zum Beispiel die Erfindung des Suppenwürfels [109], die Durchschwimmung des Ärmelkanals [110] oder die Übersetzung des Perec’schen lipogrammatischen Buches “La disparition”, das auf deutsch “Anton Voyls Fortgang” [111] heißt und ohne den Vokal E auskommt.

[109] - vgl. den Song von Dr. Hook and the Medicine Show The Wonderful Soup Stone, in dem diese Erfindung besungen wird. (Single B Seite 1973, auf der A Seite befand sich die Nummer Life Ain’t Easy)
[110] - Der Ärmelkanal ist etwa 563 Kilometer lang und an der breitesten Stelle 248 Kilometer breit. In der Straße von Dover, der schmalsten Stelle, sind es nur 34 Kilometer Breite von Dover nach Cap Gris-Nez. Erstmals durchschwommen wurde der Ärmelkanal am 24. und 25. August 1875 von dem Engländer Matthew Webb. Er benötigte für die Strecke von Dover nach Calais 21:45 Stunden und legte 73 Kilometer zurück. Als erste Frau durchschwamm 1926 die US-Amerikanerin Gertrude Ederle den Ärmelkanal.
[111] - Übersetzt von Eugen Helmlé. Eugen Helmlé (1927-2000) war Schriftsteller und literarischer Übersetzer. Ab 1960 erschien sein umfangreiches Werk von Übersetzungen, vorwiegend aus dem Französischen und Spanischen. In Würdigung dieses Werks wurde vom Saarländischen Rundfunk und der Stiftung ME Saar 2004 der “Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis” ins Leben gerufen, der seit 2005 jährlich abwechselnd an einen deutschen und einen französischen Übersetzer verliehen wird.

Ilse_Kilic_DAS_WORT_ALS_SCHÖNE_KUNST_BETRACHTET_07

|||

Ilse Kilic

|||

Hinweise :

Ilse Kilic , DAS WORT ALS SCHÖNE KUNST BETRACHTET ist soeben im Ritter- Verlag , Klagenfurt 2008 , erschienen .

Ilse Kilic’ uns Fritz Widhalms Literatur als Radiokunst- Produktion “Ergänzen Sie die Einrichtung Ihrer Wohnung mit einem Schriftsteller oder einer Schriftstellerin !” ( 12:03 ) wird kommenden Sonntag urgesendet . - ORF Österreich 1 , Kunstradio , 7. 12. 2008 , 23:03 H ( Produktionsnotizen )

|||

Send post as PDF to PDF | PDF Creator | PDF Converter

Salon Littéraire | Ilse Kilic & Fritz Widhalm : Ein Schwein voller Gedanken



Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text

 

Salon Littéraire | Ilse Kilic & Fritz Widhalm :

EIN SCHWEIN VOLLER GEDANKEN -

Kein Wunder , dass es so gross ist und so schwer

 

Ilse Kilic_Fritz Widhalm_Ein Schwein voller Gedanken_copyright_2008

Ilse Kilic_Fritz Widhalm_Ein Schwein voller Gedanken_copyright_2008

|||

|||

Ilse Kilic_Fritz Widhalm_Ein Schwein voller Gedanken_copyright_2008

Send post as PDF to PDF | PDF Creator | PDF Converter

Salon Littéraire | Markus Köhle : Wenn schon im Jänner der Juni nervt …



Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text

 

Salon Littéraire | Markus Köhle :

Wenn schon im Jänner der Juni nervt , dann hat’s weit herunter geschneit

 

kafka als fussballkäfer_copyright christiane zintzen

Ich wachte auf und…
Der Manuskripte Langzeitregent Alfred Kolleritsch hat unlängst in einem Interview durchleuchten lassen, dass Texte die mit “Ich wachte auf und…” begännen, eher weggelegt würden. Ja, was kann denn nach Kafkas Verwandlung schon noch groß passieren nach dem Aufwachen?
Nach dem Aufwachen kann immer viel passieren.
Ich wachte also auf und…
Der Zeit Kolumnist Harald Martenstein ließ es sich nicht nehmen in seinen wöchentlichen Zeit-magazin-Kolumnen mehrmals darauf hinzuweisen, dass er von den GrafikerInnen die Order erhalten hätte, seine Kolumne nicht mit “Ich” zu beginnen, da sich das “I” als Hervorheb-Initiale nicht eigne.

Mittlerweile wurde das Layout des Magazins geändert. Er darf wieder mit “Ich” beginnen. Kolumnen sind ja schließlich Befindlichkeitsmomentaufnahmen eines Individuums. Auch dieser Text soll Einblicke in mich momentan Bestimmendes gewähren, deshalb schreibe ich ohne Skrupel:

Ich wachte auf und hatte rostige Flügel.
Ich lag auf dem Bauch und anstatt einfach nur die Augenlieder aufzuschlagen, schlugen da nun plötzlich Schwingen, die aus meinen Schulterblättern entsprungen sein mussten. Ich flatterte ein wenig, war jedoch nicht in der Lage abzuheben. Die schwere Bettdecke die meinen Hintern und die Beine bedeckte, hinderte mich daran. Meine Arme waren noch da wo sie hin gehören, und so griff ich mir erstmal auf den Kopf. Der wurde von einem dichten Lockenhelm eingenommen.

Langsam kam ich mir spanisch vor und lupfte mit gesteigertem Interesse die wärmende Decke. Aus den Füßen waren mir Stollenschuhe gewachsen. Modell Schoko Schachner. Statt einer Pyjamahose trug ich eine violette Austria-Short. Ich robbte ins Badezimmer, dort begrüßte mich ein Spiegelbild mit Oberlippenschnauzbart.

Und ich war wenig überrascht, als ich die tätowierte Zehn auf meinem Rücken entdeckte. Irgendwas in mir ließ mich die am Boden liegende Shampooflasche Richtung linkes Badezimmerkreuzeck kicken. Ich netzte ein, Hausspinne Thekla ergriff die Flucht.

Obwohl mir recht klar war, was aus mir wurde, machte ich die Probe aufs Exempel, setzte zum finalen Beweis an und versuchte den simplen Satz:
“Schönen guten Morgen, wir begrüßen Sie recht herzlich zur offiziellen Rapidviertelstunde der EURO-Kampagne, live aus dem Horrorstadion.”

Ja leider, es bewahrheitete sich die üble Ahnung. Ich stammelte im Raunzsound, erspart mir die Details. Ich wurde bestraft, Höchststrafe. Ich hatte gesündigt, mir erlaubt, abschätzig über die Österreichische Nationalmannschaft zu reden und die EURO-Aktionen der PolitikerInnen für vermessen zu halten.

Unlängst wurden vom Bundeskanzler und seinem Vize in heiliger großkoalitionärer Eintracht 183 EURO-Bälle von der Reichsbrücke aus in die Donau gekippt und auf Werbereise geschickt.
Bundespräserl Heinzi gab in Schiedsrichtermanier das Trillerpfeifenkommando und eine Ehrensalve des Wapplerheeres setzte den Schlusspunkt der gelungenen Presseaktion.

Ich hatte also gesündigt, die Nationalelf besudelt und darauf steht in Tagen wie diesen eben die Höchststrafe und so auferlegte man mir die “Prohasskranklheit”.

Ich verzog mich augenblicklich wieder ins Bett und hoffte so, dem bösen Traum entkommen zu können, zog mir die Decke über meinen Lockenschädel und kopfnicktepickte ins Kissen, worauf dieses zu singen begann: “Toni lass es polstern!”
Ich heulte auf, wie nach einem vergebenen Elfmeter, packte entschlossen mein mir fremdes Haupt, die Locken erwiesen sich als äußerst griffig, riss mir den hirnlosen, schneckerlveredelten Luftsack ab und warf das Ding aus dem Fenster. Ich hörte den Aufprall meines Kopfballs und gleich darauf das Aufjubeln aus den Nachbarwohnungen.
Der Platzsprecher meinte: “Tor, Tor, i wear narrisch!”
Ich sagte: “Ich bin es!”
Der Kommentator fügte aufklärend hinzu: “1:0 für die allgegenwärtige Fußballgehirnwäsche. Noch 99 Tage.”
Arschkarte, Abpfiff und ab in die Kantine!

Übrigens: Gestern wurde auf dem von Bundesheerrekruten mit Schnee präparierten Fußballheldenplatz ein Langlauffußballmatch abgehalten, im Tor Innenmiststreuer Platter und Sportsaatseuche Lopatka.

Im Julius Meinl am Graben gibt’s heute ein Importmelonenkicken für SeniorInnen ausschließlich mit Hokkaido Melonen bester Güte, freiwillige Spenden für den Meinl-Clan erbeten und für morgen ist eine Benefizfußballgala in der Kapuzinergruft mit Stargast Antoni Panenka angekündigt.

Es ist Winter in Wien und trotzdem freue ich mich nicht auf den Frühling, denn nach dem Frühling kommt dann leider irgendwann der Juni.

Markus Köhle, 24. Februar 2008

|||

Markus Köhle | www.autohr.at

Jahrgang 1975 . Schreibt und liest wann und wo immer er kann , lebt , liebt und arbeitet in Tirol und Wien und fährt gerne Zug . Er studierte in Innsbruck und Rom Germanistik und Romanistik , unterrichtete in Tunis Deutsch als Fremdsprache , ist Moderator und Organisator des Bierstindl Poetry Slams in Innsbruck , Mitbegründer der monatlichen Lesebühne Dogma . Chronik . Arschtritt . im Wiener Schikaneder , war Projektassistent ( Literaturzeitschriften in Österreich 1970-2004 ) an der Uni Innsbruck und schreibt seit geraumer Zeit um sein Leben und an seiner Dissertation . 2002 war er Marktschreiber in St. Jonann ( T ) , 2007 Stadtschreiber in Vöcklabruck ( OÖ ) , 2008 ist er Dorfschreiber in Aich ( Stmk ) . Außerdem : Diverse Stipendien für literarische und wissenschaftliche Arbeiten und regelmäßig Auftritte im In- und Ausland .

Köhle klopft die Sprache auf ihren Rhythmus ab , pflügt Wortfelder und legt sich gerne formal strenge Texterstellungskorsette an . Als Poetry Slam Routinier ist Performance eine wesentliche Komponente im Auftrittskontext . Neben kurzen , spritzigen , gattungskreuzenden Texten ist prosatechnisch momentan die Mittelstrecke seine bevorzugte Distanz , wobei nicht verschwiegen werden sollte , dass das Marathontraining längst begonnen wurde .
Er schreibt , um gehört zu werden .

|||

Einzelpublikationen

|||

Hörspiel

|||

Buchbeiträge ( Auswahl )

|||

Zeitschriftenbeiträge ( Auswahl )

|||

CDs ( Auswahl )

|||

Texte im Netz ( Auswahl )

|||

Links

|||

Send post as PDF to PDF | PDF Creator | PDF Converter

Gemeinplätze , Commonplaces der Blogosphäre 01 : DICHANDS DOUBLE . Ein Witz



||| DER ALTE | ZIELGRUPPEN | BILD- UNG UND UNTERHALTUNG | MEDIAL REPRODUZIERTES RESSENTIMENT | RÜCKBLICK : DIEKRONE VOR GERICHT | GEGENWART : KRONE- BLOG | NUN WIEDER : SATIRE | DICHAND VS “DICHAND” | FIN DE PARTIE | ICH- POLITIK | REALEXISIEREND : DADA | KLANGAPPARAT | LINKS

DER ALTE

personalisiert_copyright_inadaequatWar einmal ein Medienzar . Gab sich als Volkes Stimme . War der Medienzar auch im 87. Jahr seines Erdenlebens ( noch ) nicht müde , mit der Zeit zu gehen . Hans Dichand , Macher und Machtmann der eminent Reichweiten- breit meinungs”bildenden” KRONEN- ZEITUNG ( 43,8 % = 3.031.000 Leser ) ging vor Monatsfrist unter Klarnamen ins Netz : HANS DICHAND BLOGGT setzte zu Recht auf den Namen als Marke für markige Ansagen und leserfreundlich formuliertes Ressentiment . Wir berichteten . |||

ZIELGRUPPEN

personalisiert_copyright_inadaequatWir berichteten , weil wir - ganz den Absichten des Newbie- Bloggers entsprechend - zu jenem Teil des Zielpublikums zählen , das draussen im Offline- ( aka Echtwelt- ) Leben nie eine NEUE KRONEN ZEITUNG anrühren würde . Wozu auch ? - Das decouvrierende Zitieren aus dem Printmedium originär österreichischer Obstipation ist längst zum Genre geworden und findet seine regelmässigen (W) Orte in den Media- Watch- Glossen des Falter ( Armin Turnher ) und Standard ( Günter Traxler ) . |||

BILD-UNG UND UNTERHALTUNG

personalisiert_copyright_inadaequatDer reichweitenstarke Erfolg eines Media- Watchblogs wie des deutschen BILDblogs legt den ketzerischen Gedanken nahe , dass sich die ca. 50.000 Leser pro Tag eventuell nicht nur aus Repräsentanten der ( seit Enzensberger und Wallraff medienskeptischen ) kritischen Intelligenz herzählen , sondern auch aus einem Gutteil neugierig erregungsfreudiger Leute , die den täglichen Wahn- BILD- Sinn als Form von trashiger Unterhaltung goutieren .

Analog dazu zählt das Ausstellen von KRONEN- ZEITUNGs- Zitaten - speziell aus den unter CATO rubrizierten Herausgeberglossen - heute längst zum stehenden Unterhaltungs- Repertoire für ein urbanes , mittelständisches und sich aufgeklärt gebenden Publikum . Zwischen Gänsefüsschen gesetzt , bleibt die Aggressivität des “MIR SAN MIR”- Unterbauch- Patriotismus wie ein Raubtier in einen Käfig gesperrt . Wir gucken hin , ein grausiger Schauder läuft uns den KIESER- trainierten Rücken : “Wie tief und fies man hier doch darauf sinnt , die Restintelligenz unserer lieben Mitmenschen zu manipulieren !” |||

MEDIAL REPRODUZIERTES RESSENTIMENT

personalisiert_copyright_inadaequatDas ist Schöne am medial reproduzierten Ressentiment : Es lässt sich - sei es in der spontanen Zustimmung , sei es als Bestätgung unserer um ein Medien- Ethos besorgten Erwartungen - von beiden Seiten geniessen . Also mag auch die sogenannt kritische Lektüre durchaus davon angetan sein , einige voyeuristische Freuden als Reibbeiwerte mitzunehmen .

Als wäre die KRONE in diesem dialektischen Prozess nicht ohnehin geradezu exhibitionistisch am täglichen Werk permanenter Selbst- Persiflage , reagierte die wahre “krone.at” mit harscher Klage auf Nikolaus Formaleks im Februar 2000 registriertes Online- Mag “diekrone.at” ( “Das satirische Medium für den kleinformatigen Geist” ) . |||

RÜCKBLICK : DIEKRONE VOR GERICHT

personalisiert_copyright_inadaequatAls Namensrechts- und Domainverletzung kriegte man den unliebigen Trittbrettfahrer bald mit Richt- und Schiedsspruch unter ( diekrone.at - OGH, Beschluss vom 22.3.2001, 4 Ob 32/01m ) :

Vergleicht man die Internet-Domains “krone.at” und “diekrone.at”, so könne die Beisetzung des (bestimmten) Artikels keine Unterscheidbarkeit begründen. Wer die Internet-Domain anwählt, erkennt noch nicht, dass es sich um eine Parodie handelt, die unter “diekrone.at” angeboten wird. Selbst bei Kenntnis der unter “diekrone.at” angebotenen Inhalte ist für das Publikum keineswegs klar, dass die “DieKrone.at” in keiner Verbindung mit den Klägerinnen und den von ihnen angebotenen Waren- oder Dienstleistungen steht.

Die inkriminierten Handlungen sind auch nicht durch eine Parodie zu rechtfertigen. Zu Zwecken der Parodie wäre es nicht erforderlich gewesen, die Bezeichnung “Krone“ zu übernehmen und selbst zu verwenden. Für eine Parodie ist es auch nicht erforderlich, eine Internet-Domain, die dem parodierten Zeitungstitel verwechselbar ähnlich ist, zu verwenden. Die Beklagten hätten auf die Parodie auch in anderer Weise hinweisen können. Auch war es nicht notwendig, die Bezeichnung “Krone” in den Titel des Internet-Mediums aufzunehmen. Die Parodie rechtfertigt somit nicht die Übernahme des kennzeichnenden Titels und der Marken der periodischen Druckschrift Neue Kornen Zeitung.

Die Folge : Einrichtung von www.dieklone.at , mittlerweile längst nicht mehr auffindbar . |||

GEGENWART : KRONE- BLOG

personalisiert_copyright_inadaequatSeit 2006 gibt es Erika Gutjahrs regelmäsiges KRONE-BLOG , dessen Setting sehr schön offenliegt : Keine Satire , allerdings auch keine österreichisches Variante des BILDBLOG :

Ist der “Krone-Blog” mit dem “Bildblog” vergleichbar ?

Nein. Im “Bildblog” geht es vor allem um das Aufdecken von journalistischen Ungereimtheiten. Im “Krone-Blog” hingegen um die oft haarsträubenden Meinungen von Krone- Journalisten und Krone- Leserbriefschreibern . Die “Kronen Zeitung” schafft es somit, Vorurteile zu “Wahrheiten” werden zu lassen. Denn immerhin “Man glaubt es, wenn es in der KRONE steht”.

Der O- Ton übertrifft - wie man im folgenden Zitatposting “Dichand , der das Herz am rechten Fleck hat … ” entnimmt , auch die kühnsten Flüge etwa satirischer Phantasie :

Heinz Vielgrader, “Kronen Zeitung” vom 1. 12. 2007 Seite 26 :

“(…) Großes Lob für Dichand Man muss der “Krone” und ihrem Herausgeber, Hans Dichand, ein großes Lob für ihre gerechte und unabhängige Berichterstattung aussprechen. Herr Dichand, der das Ohr am Volk hat und sich die Sorgen der Bürger in “Das freie Wort” anhört, der immer für unsere Heimat und seine Bräuche eintritt, und der sich für den Tierschutz und für arme Menschen einsetzt. Herr Dichand hat das Herz, wie man im Volksmund sagt, auf dem rechten Fleck. Gott sei Dank haben wir eine starke Tageszeitung, die uns auf die Gefahren der “neuen EU-Verfassung” hinweist, wo wir nach Unterzeichnung keine Möglichkeit für ein Veto gegen Gentechnik, gegen Afrikaeinsätze oder gegen den EU-Einheitsbrei (das Austria-Gütezeichen soll durch die EU abgeschafft werden!) haben werden. Liebe “Krone”, werter Herr Dichand, kämpfen Sie weiter für ein freies, neutrales Österreich !” |||

NUN WIEDER : SATIRE

personalisiert_copyright_inadaequatInzwischen ist die Satire - von Beginn an als solche ausgewiesen - dem meinungsbildenden Dampfhammer auf dem Blogfusse gefolgt , um gerade mal 10 Tage nach Start von HANS DICHAND BLOGGT mit einer Parallelaktion AUS ÖSTERREICHISCHER SICHT ( Gedanken zu den Ereignissen in unserem schönen Land ) gleichzuziehen . Dabei bestand der erste Clou in zarter Anwendung des Typosquatting bzw. der Side- Click - Verführung : Firmierte der ECHTE Hans Dichand @ www.krone.at , lief der FALSCHE CATO unter hansdichand.blogspot.com vom Stapel .

Clou zwei bestand in der Taktik , sofort mit einem Alarm hinsichtlich der Existenz einer FÄLSCHUNG loszuschlagen . Beste HALTET- DEN- DIEB- Strategie also , verkreuzt mit der negativen Selbstreferenz von ALLE KRETER LÜGEN :

Mit großer Sorge musste ich beobachten, dass unlängst ein so genanntes “Blog” gestartet wurde, in dem Behauptungen in meinem Namen ausgesprochen werden. Dem treuen Leser meiner bescheidenen Beiträge ist natürlich sofort klar, dass es sich hierbei um eine Fälschung handelt.

Niemals würde ich mir anmaßen, unter dem Titel “Hans Dichand bloggt” Texte zu veröffentlichen. In keinem Fall bin ich an einem Kult um meine Person interessiert. Mein erstes und oberstes Interesse galt und gilt immer meinem geliebten Österreich, und der Bevölkerung dieses herrlichen Landes will ich durch meine Einträge Gehör verschaffen . |||

DICHAND VS “DICHAND”

personalisiert_copyright_inadaequatIn der Folge ging es nun drei schöne Wöchelchen im Reissverschluss- Verfahren hin und her , zwischen ECHT FALSCH und ECHT ECHT , schwacher Studenten- Satire und knappem Knurren des Elder Statesman . “Kaum habe ich als Blogger begonnen” , bekennt der ECHTE ECHTE unter dem Titel Der Fälscher am 1. 12. ,

taucht plötzlich ein Unbekannter auf, der sich auch Hans Dichand nennt und mit einem Foto von mir im Internet erscheint. Ich werde natürlich sofort versuchen, diesen Fälscher zu überführen.

DER FALSCHE repliziert mit einer Paraphrase auf die ehedem berüchtigten Wolf- Martin- Vierzeiler in der KRONE , In das “Web” gereimt ( 2. 12. )

Was soll ich zu dieser Frechheit sagen,
ein solches Falsifikat zu wagen?
Ein Fälscher hinterlässt auch seine Spur
und landet schließlich bei der Müllabfuhr!

Günter Traxler , der das Blog des ECHTEN via Standard ja überhaupt erst einer urban- liberalen Klientel nahe brachte , zittert theatralisch vor dem biblischen Zorn des ECHTEN : Ich bin’s nicht ! ( Der Standard , 4. 12. ) . Letzterer ( ECHT ) gibt am Folgetag ein Statement über Original und Fälschung zu Protokoll :

Wie unsere Leser wissen, schreibe ich als Herausgeber der „Kronen Zeitung“ hier zu Themen, die ich für interessant genug halte, um sie zur Diskussion zu stellen. Nun ist das Seltsame geschehen, nämlich dass Leute aufgetreten sind, die mit Foto und Name so getan haben, als seien sie Hans Dichand. Das ist natürlich nicht erlaubt. So werde ich versuchen, diese Fälscher auszuforschen und zu zwingen, mit dieser – wie ich glaube – einmaligen verbotenen Handlung aufzuhören. Bis dahin meine ich, müsste echt und falsch eigentlich ohnehin zu unterscheiden sein …

Ja , und eigentlich war es das auch schon gewesen . Der FALSCHE Fuffziger kriegt nun doch Bammel vor der anwaltlichen Macht der KRONE , witzelt noch ein bisschen über den neuen Wissenstrieb ( “ausforschen” ) in der KRONE ( 4. 12. ) und gibt nach ein paar leeren Kilometern am 13. 12. via APA den Termin einer ECHT ENTFÄLSCHTEN Pressekonferenz bekannt . [ Click Pic to Read ] |||

APA OTS PK Falscher Hans Dichand 07 12 13

FIN DE PARTIE

Rapportiert wird das zunächst spielerisch intendierte “nur ein Witz”- Projekt des 25- Jährigen :

Wirklich witzig sei es nur ganz am Anfang gewesen, erzählt Philipp Drössler. Um vier Uhr früh scherzen er und ein paar Freunde über Hans Dichands neuen Medienblog. Während die anderen scherzen, setzt sich Drössler zum Computer und beginnt zu schreiben. Zwanzig Minuten später stellen sie den ersten gefälschten Hans-Dichand-Blog online. ( … ) Wozu dann das Ganze ? Dichand vertrete drei Millionen Österreicher täglich, meint Drössler. “Ich wollte ein paar Wochen für die anderen fünf Millionen sprechen.”

Das Resumée ist publiziert , hansdichand.blogspot.com schliesst mit einem peniblen Medien- Coverage- Verzeichnis.

Die Pressekonferenz heute war ein Erfolg, der Gugelhupf wurde genussvoll von den Gästen vertilgt und mit freundlicher Berichterstattung belohnt.

Zum Schluss wird es dann - quasi im Abspann des Abspanns - richtig gemütlich :

Ich möchte noch mal allen Menschen, die mich unterstützt haben danken, speziell meinen Kommentatoren, Korrekturlesern, Beratern und Fanpostschreibern. An die, die sich dem Verdacht erwehren mussten, ich zu sein, und die, die von der Wahrheit gewusst, aber geschwiegen haben, geht ein massives “Respect!”, wie die jungen Leute sagen.

An all die kleinen Neider und Käppler, die sich jetzt in den Foren des weiten Internets überschlagen und ganz klar wissen, dass das ja keine Kunst ist, und das kann ja jeder, und überhaupt: Ihr habt es nicht verstanden. Aber nur zu, macht es besser, ich freu mich :)

Und zum Schluss muss und will ich natürlich auch dem echten Herrn Dichand danken, ohne dessen Hinweise auf meine Existenz in der Kronenzeitung und auf blog.krone.at dieses Projekt natürlich nie funktioniert hätte. Das Angebot auf den Gugelhupf steht ! |||

ICH- POLITIK

personalisiert_copyright_inadaequatEnde gut , alles gut ? - Für in|ad|ae|qu|at insoferne eine schöne Geschichte , als sie die gestern von Herbert und Otto hinterlassenen Kommentare illustriert :

das gieren des individuums strebt damit nicht mehr nach den warhol’schen 15 minuten oder den mtv’schen 15 sekunden n, sondern nach dem kurzen verweilen im ranking der ersten 15 suchergebnisse, dem auffinden der eigen-heit in den ersten 15 toptags auf technorati .

Und genau DAS hat ja der ECHTE FALSCHE bei seiner Pressekonferenz gesagt : “Ich wollte ein paar Wochen für die anderen fünf Millionen sprechen.” |||

REALEXISIEREND : DADA

personalisiert_copyright_inadaequatDer echte HANS DICHAND BLOGGT indes fort , ignoriert erstmal den Zwischenfall und macht sich am heutigen Tage sehr befremdliche Gedanken über Drehtüren , Ungarn , den mitten in Paris betenden Gaddafi und seinen Gastgeber Sarko . Der wahre DADA ist DA . |||

KLANGAPPARAT

Zur Beruhigung und quasi als akustischen Guglhupf gibt’s eine feine Release vom Oktober - von einigen Zeitgenossen unter die besten Netveröffentlichungen des Jahre 07 gereiht . William Fields heisst der guteczz hörempfehlung Mann , der - geboren 1977 - seit Jahr und Tag ostküstenseitig bis mittelwestlich Clubs , Festivals oder auch mal ein MIT- Event beschallt . Dass er stylistically , wie es heisst , über einen broad range in Sachen Elektronica verfügt : Nehmen wir diese Phrase als das , was sie ist - nämlich LEER - und wenden uns Fields’ wesentlich erfreulicheren akustischen Gestaltungen zu . Zuletzt also die 5- track EP The Ruby-Leif beim Netlabel Kikapu : Warme , organische Valenzen , gruppiert um gelassene , indes energetisch gut unterfeuerte Pulse : Eine Musik , die von der Handhabung spricht und vom Körper , durchkomponiert und ohne aufdringlichen Anspruch nach Originalität . Die Klangfarbe könnte mitunter an die Boards of Canada erinnern … Aber man höre doch besser selbst . CLICK TRACKS TO LISTEN . 01. Sunwire | 02. Hakea | 03. Umber | 04. Cairn | 05. The Ruby-Leif |||

LINKS

Neue Kronen Zeitung , Wahrheit und Parodie

Dichand vs “Dichand” - Eine Chronologie