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Salon Littéraire | Benedikt Ledebur : LETZTE LOCKERUNGEN schnellzeichnungen & schnellgedichte 2



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Salon Littéraire | Benedikt Ledebur :

LETZTE LOCKERUNGEN schnellzeichnungen & schnellgedichte 2

Matthias Goldmann ( Translation ) : LAST ROUND OF LOOSENING UP - quick poems 2

schnellzeichnung_copyright_Benedikt_Ledebur

4

ha, ist das eine haltung,

oder doch nur ein hindernis

im, selbst den keinen helfenden

erinnerungen entsprechenden,

im freien geigenden neigungen

eigenen, geschwätz.

das schießt aus allen.

musik ist das

in keinen ohren!

kommt ordnen verordnen gleich?

ohne zwischenstück

tragen es die trägen am revers.

dem träger einen zopf,

weil ihm das fehlt,

was klänge assoziieren lassen.

auch steife krägen

lassen sich umdrehen.

es geht nicht, mehr, nicht ein,

vielleicht zweimal mit den beinen,

verdoppelt mit jeder drehung

das gestolper über die gangart,

die sich vergleichsweise leicht

in die vorhergegangenen reihen

mit unschuldiger miene drängt.

sachliches in die rippen?

was den muskel steuert

über achsen und neigung,

balken und krümmungen

zwischen magen, gaumen,

reihzehen und zahnreihen,

ist viel zu langsam. blei

maul und zunge, mal langsam,

in den himmel ragen die klippen

doch nicht, um zu bringen,

ein großmaul zu öffnen,

das singlahm die untere hälfte

mit müder gebärde besetzt.

klar schießt das ein, was

geschlossen werden musste.

nichts sollte verwirren!

der zwirn folgt wie hirn

dem näheprogramm.

absicht war das nicht,

aber abgeschaut, wie fast alles.

ha, is that a position

or just an obstacle? after all,

in hot air, which is specific even

to small inclinations that tell us

what’s what and correspond to

helpful memories erupting

from one and all out here,

that’s music to

no ears!

is description prescription?

without a middle piece,

the listless pin it to their lapel.

bearing a braid

for want of

an association with sounds.

stiff collars, too,

can be turned around.

it won’t work, not any longer.

once, maybe twice, using your legs,

doubled up at every turn,

tripping over a way of walking,

which is rather easily lined up

with previous occasions of

pushing on with an innocent look.

facts jab your ribs?

controlling muscles

through axis and inclination,

beams and bends

between stomach, palate,

rows of toes and teeth,

that’s much too slow. leaden

mouth and tongue, slowly my dear,

rocks tower into the sky

but not to bring forth,

to open a bigmouth covering

lower reaches with a lame song

and a tired gesture.

that clearly includes things

in need of closure.

nothing’s bound to confuse!

a thread following, much like

a brain, this contact program.

unintentional but learned

by watching, as most everything.

schnellzeichnung_copyright_Benedikt_Ledebur

5

nehmen anschauungen auch

in ihre klemmen, diene

mir keine dazu, deine

vorstellung umzuordnen.

daher gesagt, nicht getan!

natürlich das ende,

bedeutendes winken

mit individuellen grenzpfählen,

hängenden gärten,

die es den trägen angetan.

haben könnte etwas sein,

auch das. keine angst,

die mich bei der stange hält,

verlässt sich. auf tastende

versuche folgen frechere

einheiten: zum beispiel

eine ordentliche ohrfeige

dem skalierten hirn,

dem schnurbärtigen hohlkopf,

glotzenden überdruck,

schwachsinn in maßschuhen!

scham ist nur stilmittel,

eine masche im hinweisen.

fallhöhe, flaches vermögen

drehn am versilberten seil,

bis die eigene schwere

mit verwirkt, unverwertbar ist.

stich in die magengrube,

denn nicht mehr zu mögen

gilt falschen. hoffnungen,

fahren gelassen, einen

die so getäuschten. sinn,

taktisch eingesetzt,

übergibt sich in jede hülse,

er bricht den strahl

allen aufgeblasenen,

sobald er es satt hat

und deutlich sagt.

taking conceptions into

their tight spots, not rewarding

me with new ones that would

rearrange your performance.

said, therefore, not done!

in the end, of course,

signaling, waving

individual boundary posts,

from hanging gardens that the

listless have got under their skin.

having could be something,

too. lacking fear that

would make me stick it out,

to rely on. tentative efforts,

more brazen units

follow: for example

a box round the ears

for a scaled brain,

the mustached numskull,

overinflated gawking,

the feeble-minded sporting

custom shoes, shame being

merely a stylistic device, a ploy to

point out. height of fall, flat assets,

turning on silver-plated rope

until your own weight helps

to forfeit, proving unusable.

stab in pit of stomach,

no longer to want applies

but falls flat. hopes,

letting go of hot air

and the deceived. sense,

employed tactically,

thrown up into every case,

refracts a ray

to all the inflated,

as soon as he’s had enough

and clearly says so.

schnellzeichnung_copyright_Benedikt_Ledebur

6

zahl dich aus, bevor

ein anderer zähne zieht,

zieh dich an, bevor

dir dein loch gestopft,

stopf dich aus, bevor

es dich wild zerlegt,

leg es an, bevor

es dich ganz zerkugelt,

spreiz dich nicht, solange

es dir nicht steht,

lass dich gehen, solange

sie dich noch tragen,

trag sie aus, solange

du sie noch ballen kannst,

würg es raus, solange

es dir noch hochkommt,

stell sie ein, solange

du noch zahlen kennst,

brich sie ab, bevor

sie dir einer rüberzieht,

lass sie hinunter, solange

dir noch ein knopf aufgeht,

haue ab, bevor

sie sich über dich abhauen,

sieh dich vor, aus wahl

folgt geringere möglichkeit.

zwingen über den daumen

hat keine noch flachgelegt

in lesbares erkennen.

weglassen schon eher!

(was den damen genügt,

die zu allem amen sagen.)

try to pay off before

others draw on their teeth,

get dressed before they

plug your opening, stuff

yourself before you

are derailed into the wild,

pitch it wide before

you laugh your head off,

play hard only if it’s

something you can handle,

let yourself go as long

as they will carry you,

carry them to term as long

as you can clench them,

regurgitate as long as you

can bring it up again, carry

them on your payroll as long

as there’s money in the bank,

cut them loose before someone

chases them after you, let them

down as long as it all falls

into place, get lost

before they start laughing

their heads off about you,

watch out for choices

resulting in fewer choices.

forcing a rough guess has not

brought any of them down

into decipherable revelation.

rather leave it out!

(which will suffice for the ladies

who always say amen.)

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Benedikt Ledebur

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Salon Littéraire | Benedikt Ledebur : LETZTE LOCKERUNGEN , schnellzeichnungen & schnellgedichte 1



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Salon Littéraire | Benedikt Ledebur | Matthias Goldmann ( Translation )

LETZTE LOCKERUNGEN schnellzeichnungen & schnellgedichte 1

LAST ROUND OF LOOSING UP - quick poems 1

schnellzeichnung_01_copyright_Benedikt_Ledebur

1

mit einem ruck

springt die rübe an:

los geht´s!

jeder sack kann das übrigens.

einen über die rübe:

gehört das zusammen?

schneide die ringe,

zickzack und zahl,

übe! beuge es.

zieht eine linie

zum gegenüber,

sieht sie.

ein satz über die brüstung,

ohne grund,

was der fall voraussetzt.

ein stück noch,

dann fass das ende,

ausschlag den boden ihm,

auf die maserung achte.

neuen verbindungen

zähne wachsen.

wie weit, als ob netze

diese zentner hielten,

kämme die gletscher fletschten,

damit ausfranst im freien

der aussicht reifen,

drehen im fall,

dass die fahrt endlich anfängt.

gleich den höhen von oben,

stechen messer die skalen,

schwellen dem krähen

erweiterte gefässe,

gestutzte flügel,

statt sturz in den absprung:

zieh leine endlich,

kürzeste linie

im fall, dass es aufprallt,

grundlos fassende

verfaltet im schirm.

a jolt

to the noggin:

let’s go!

besides, any jerk can do that.

a bonk on the noggin:

does that go together?

cut these rings,

zigzag and number,

practice! flex it.

drawing a line

to an opposite,

she sees.

a leap over the window breast,

on no grounds, taken

for granted in this case of

descent. a last stretch left,

then hold on to the end,

kick out his flooring

but mind the grain.

growing the teeth

of new connections.

so far, as if nets were

holding these hundredweights,

glaciers were bearing their combs,

adding fringes to the outdoors,

letting vistas mature,

falling and turning,

finally out on a ride.

like heights from above,

knifes stuck into scales,

puffing out to crow,

vascular widening,

clipped wings,

taking off instead of plunging:

get out of here,

across the shortest line,

in this case, towards an impact,

hold on for no reason,

folded into an umbrella.

schnellzeichnung_02_copyright_Benedikt_Ledebur

2

ein axiom, das leicht

aus der art geschlagen,

ein verfinstertes beispiel

zusätzlicher charade,

sollte das spiel bei chiasmus

und wette nicht genügen

für die weitere deutung.

das ansammeln großer zahlen

gehe nur deutlich zu

auf das allgemeine einerlei

größtmöglicher sicherheit.

das sich gleichbleibende

ist in der ferne egal,

stammeln und spucken

mit kernen aus genossenem

trifft da noch eher

die gesetzte grenze.

gebieten, die mir halt

bieten, entkommen irren

unter durchädertem joch

beinahe selbst, die spinnen

sich netze zu,

ständig in ketten.

nur halb steigt auf

der leiter der abteilungen,

nimmt, was stellt sie darin,

die mangel an sich leiden

können, dar langem grübeln.

das bein nach vor geworfen,

dem nutzen hinten nach,

orten noch die verbindlichsten

unde ihr glück, peilen

gehörnt unter qualen die quellen

an, reißen am schlingernden

weg ein stück,

bis der sich dem suchen löst

in verwertenden aus täuschen,

mit muster erstickender uhr.

phantasmen, die ich-vögel

spreizen, schwingen im warten

am x-fachen abzählreim,

alle ausflüge koordinierend,

bis sich die ypsilonachse biegt,

unter dem unbändigen, das

alles zu fall bringt.

an axiom, a little

wayward at that,

a darkened example,

additional charade,

if a game of chiasmus

and a bet won’t do

to add further interpretation.

piling up large numbers,

clearly walking towards

overall monotony,

maximum certainty.

the self-same, making

no difference far away,

stammering and spitting

leftover seeds and pits,

hitting, rather,

set limits.

my areas of support

escape me, wandering

under a veined yoke,

almost themselves, spinning

nets at each other,

in chains all the time.

promoted halfway,

head of departments, she

takes to her appearance as

it may suffer hardships

despite lengthy brooding.

kicking a leg out

to chase a profit,

the friendliest places

and happiness, aiming,

cuckolded, in great pain,

at sources, ripping at a

stretch of rolling road,

until it gives way to searching

and use that does the trick,

patterns of a stifled clock.

phantasms, these i-birds

spread, soaring while waiting for

umpteenth counting-out rhyme,

coordinating all outings

until the y-axis bends

under unbridled forces that

bring it all to grief.

schnellzeichnung_03_copyright_Benedikt_Ledebur

3

im prinzip weit

ausgeholt, alles in allem

überschlagen, ausgehöhlt,

bis auf neuralgische punkte,

die, zu elementen verbunden,

als mögliche verkettungen

zu beliebten schemen führen.

angezapft also das fass -

ende der vorstellung -

vom überfluss angezipft.

wenn etwas gesicht hat,

steigt chiffriert seichtes,

sei es ich oder nicht,

bis zum zeilenspiegel. weil

ein signal nie lang ist,

versagt der narziss an

der eigenen schreibweisse,

schloss, was verbunden

auftrat umsonst

(gewisser massen),

auf vorhänge. so steht es

eben dort. neben anderen

räten und schlägen,

schliess vor richtungen

nie die augen, oder:

auf die optik!

basically, it goes a long

way back, all in all

i tripped over myself, drained,

stripped, all sore spots,

which, connecting elements

to a possible chain of events,

lead to patterns that are high

in demand, drawn from the cask -

the show is over -

bored stiff by abundance.

when something shows face

encoded shallowness rises

whether it be me or my

word-wrapped character train.

because a signal is never long

narcissus gives way

to his own spelling.

lock what’s connected,

has occurred in vain

(in a way)

onto curtains. that’s

what it reads. aside from

other advice and blows,

never close your eyes when

faced with directions, or:

the book’s telling cover!


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Benedikt Ledebur

geboren 1964 in München , lebt in Wien . Studium der Theologie in Fribourg , Informatik und Philosophie in Wien . Literaturkritik , Aufsätze und Gedichte in diversen Zeitschriften wie Kolik , Zwischen den Zeilen , Schreibheft . Blog : POEMS .

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