||| Mittlerweile hat es ja hinlänglich die Runde gemacht , dass sich nun auch die FAZ , nackt , wie die bisherigen Herausgeber Gottheiten sie schuf - vor die Musterungskommission eines vorgeblich zeitnahen Relaunch- Eingreiftruppe gestellt hat . Am HEUTIGEN TAGE wird das Resultat erstmal in die Hände und vor Augen der teilweise vorab verärgerten Stammleser gebracht .
Aus diesem Grunde ein paar Bemerkungen über die landauf , landab weitgehend in mokantem Ton gehaltenen Kommentare und es wird nun wirklich interessant , wie just das auf diverse Untergänge des Abendlandes fokussierte Blatt nun seinerseits zwischen die Argumentation- Stereotypen “JETZT FÄLLT AUCH DIE LETZTE BASTION” ( Kategorie : Kulturpessimismus ) , respektive : “WELCOME TO THE CLUB” der Fortschritts- Optimisten geraten ist .
Lassen wir faierer Weise allerdings zunächst einmal die TANTE herself zu Worte kommen und wie sie den Paradigmenwechsel legitimiert ( Quelle : Dss neue Kleid der F.A.Z. . Einladend, frisch, übersichtlich ) :
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung erneuert ihr Erscheinungsbild und folgt damit dem Votum einer großen Mehrheit ihrer Leser. Von diesem Freitag an wird täglich ein Foto auf der Titelseite erscheinen. Statt der Frakturschrift FETTE GOTISCH wird eine TIMES- Schrift über den Kommentaren stehen. Längeren Artikeln auf den Innenseiten werden kurze Zusammenfassungen vorangestellt. Die bisher auf Mitte gesetzten Überschriften sind künftig linksbündig ausgerichtet. Die Linien zwischen den Spalten entfallen.
Eine ausführliche repräsentative Leserbefragung des Instituts für Demoskopie Allensbach ergab GROSSE ZUSTIMMUNG zu dieser Gestaltungsreform. Mehr als drei Viertel der Leser ziehen das neue Erscheinungsbild dem bisherigen vor. Die Neugestaltung wird in allen Alters- und Lesergruppen begrüßt, von Abonnenten wie von gelegentlichen Lesern. Besonders STARK IST DER ZUSPRUCH BEI FRAUEN UND BEI JÜNGEREN Lesern. |||
Ad FETTE GOTSCH vs TIMES dringend @ Ivos Fontwerk , bzw. Jürgen Siebert Fontblog und dessen TYPOGRAPHISCHE(r) ANALYSE schlau machen ( Ivos Font- werkt hier undercover ) !
Klingt ja nett , dieser Abschied vom GOTISCHEN FETT und der proklamierten Zuwendung zu “FRAUEN und jüngeren Lesern” . Wenn Erstes freilich auf die FORM und mitnichten auf die INHALTE auswirkt , wird man seine Bedenken anmelden dürfen . Gerade mal drei Tage ist es her , dass anlässlich des Deutschen Sieges bei der Frauenfussweltmeisterschaft in einer Feuilleton- Glosse RICHARD KÄMMERLINGS eine misogyn- polemische Darstellung femininer Exzellenz vom Fussball auf die Literatur übertrug . Wir werden dem p. t. Leser ( w / f ) leider den Volltext nicht ersparen können . Der Wortlaut spricht für sich .
Wir sind Fußballweltmeisterin. Das ist ein Anfang - mehr nicht. Was kann man tun, damit diese „schönen Pflänzchen“ (Theo Zwanziger) nicht gleich vom nächsten Windhauch umgeblasen werden ? Etwas mehr “aktiver Mädchenfußball“ (Zwanziger) wird nicht reichen. Bis zur hoffentlich in Deutschland stattfindenden WM 2011 müssen alle Reserven mobilisiert werden, damit die ganze Nation wie ein, ähm, Mann hinter unserer, sorry, Mannschaft steht.
Auch die deutschen Schriftstellerinnen werden sich nicht länger drücken können, sondern dem Vorbild ihrer männlichen Kollegen folgen und ein eigenes Team aufstellen müssen. Jene golden generation, die der SPEGEL 1999 als “Fräuleinwunder“ der deutschen Literatur auf den Schild hob, hat die hohen Erwartungen sportlich ja nie eingelöst.
Elfriede Jelinek, die trotz ihrer österreichischen Herkunft naturgegebene Kandidatin für den Bundestrainerinnenposten, hat diese Misere früh entlarvt: “Einmal habe ich es mitsamt meinem Fleisch, nein, durch mein Fleisch, bis auf ein Titelbild geschafft. Das war mir mehr wert, als WM-Gold es hätte sein können“, lässt die Nobelpreisträgerin eine Figur in ihrem SPORTSTÜCK sagen und mahnt Birgit Prinz und Co. zur Bescheidenheit: “Dieses Land nimmt jede freie Stelle sofort ein, die der Sportler nicht mit sich selbst besetzt hält. So gierig ist es! Zuerst stellen sie den Sportler auf einen Balkon, brüllen wie verrückt, und dann vergessen sie ihn.“
Doch auf wen könnte DIE JELINEK , in ihrer aktiven Zeit selbst eine rasante Flügelspielerin, zurückgreifen ? Gesetzt sein dürften auf jeden Fall Routiniers wie Judith Hermann ( “Sommermärchen, später” ), Karen Duve ( “Regenschlachtroman“) oder Julia Franck ( “Die Mittagsstürmerin“ ). Ebenso ein Publikumsliebling wie Silke Scheuermann ( “Die neunzig Minuten zwischen Hund und Wolf” ). Und an Felicitas Hoppe, die zuletzt einen Roman über die heilige Johanna der Strafräume schrieb, dürfte sich der Gegner ebenso die Zähne ausbeißen wie die Literaturkritik. Wenn aber Andrea Maria Schenkel ( “Tannöd“, “Eiskalt“, “Beinhart“ ) nicht bald wieder in Form kommt, fehlt eine echte Knipserin.
Immerhin, die Defensive steht: An Katharina “Hacker“ [ ? ] in der Innenverteidigung wird man ebenso wenig vorbeikommen wie an Susanne Fröhlich, dem “Pfosten-Ich“. Doch wer wird Kapitän ? Soll man es wagen, eine Juli Zeh zu reaktivieren, die mit Werken wie “Spieltrieb“ und “Alles auf dem Rasen“ männliche Genreklassiker wie Toni Schumachers “Anpfiff“ oder “Halbzeit“ von Uli Stein und Martin Walser glatt in den Schatten stellte ? Oder wird sie wieder den Schiedsrichter in juristische Disputationen über falsche Einwürfe und den Maulkorbzwang für Terrier verwickeln ? Keine Frage, ELFRIEDE JELINEK ein schweres Amt an. [ Literatur und Fußball . Zeit für ein neues Fräuleinwunder ( Richard Kämmerlings | FAZ . 0ct. 02 / 2007 ) ] |||
“LASSET DIE FRAUEN UND KINDER ZU MIR KOMMEN” , tönen also die Re- Designer der FAZ . Wie wenig sich dieses apostolische Wort in den Feuilleton- Stuben reihum gesprochen haben durch , erweist auch der bereits automatisierte Beissreflex gegen die Literatukritikerin SIGRID LÖFFLER sowie deren scharfe Bemerkungen zum unseligen Deutschen Buchpreis ( dbp - auch in|ad|ae|at kritisierte die opaken Verhältnisse bei Jury und Selektion in jenem Sinne ) . Hier der Beleg , erneut in gnadenlos abstrichfreier Abschrfit .
Hat die deutsche Literatur ein Unglück ereilt ? Oder sogar zwei ? Oder drei ? In der jüngsten Ausgabe des Magazins “Literaturen” fragt die Kritikerin SIGRID LÖFFLER , warum Martin Mosebach der Büchner-Preis zugesprochen wurde. Bevor sie eine Antwort gibt, beschreibt sie die Folgen dieser Entscheidung: Seit der Bekanntgabe im Juni (erstes Unglück) herrsche im deutschen Feuilleton die “possierlichste Begriffsverwirrung”. Anders als in manchem Vorjahr hat nämlich die Entscheidung für Mosebach ganz überwiegend Zustimmung hervorgerufen (zweites Unglück). Erst Monate später, so Frau LÖFFLER , seien die “MOSEBACH-MÄKLER” auf den Plan getreten - viel zu spät also und in der Tat “sonderbar kleinlaut und defensiv” (drittes Unglück).
Mit Unbehagen stellt die Kritikerin fest, dass es kaum noch möglich sei, einige der Bezeichnungen, mit denen Mosebach versehen wurde, ins “Diffamierende zurückzudrehen”, und mit Unbehagen liest man, dass SIGRID LÖFFLER beklagt, dass “einstige Verunglimpfungsmarken”, Begriffe also wie Anarch, Reaktionär, Kulturpessimist, Anti-Modernist oder vorkonziliarer Katholik, nicht mehr genügen, um den Stab über jeden zu brechen, dem sie angeheftet werden. Weil sie glaubt, Mosebach erhalte den Preis nicht für das Werk, sondern für seine “Gesinnung”, kritisiert SIGRID LÖFFLER vor allem Mosebachs vermeintliche Gesinnung und kaum sein literarisches Werk, das intelligent, humorvoll, ironisch, glanzvoll verschroben und manches andere mehr ist, aber natürlich auch Schwächen hat.
So dürfte ihr Vorwurf, der Traditionalist Mosebach lasse offen erkennen, dass er sich trotz stets frisch gebügelten Einstecktüchleins im Jackett in seinem Jahrhundert nicht immer ganz wohl fühle, den Schriftsteller vermutlich weit weniger treffen als etwa Tilman Krauses leidenschaftliche Versuche, Mosebach für seinen Berliner Laubenpieper-Klassizismus zu vereinnahmen. Dichter können sich ihre Gegner und Anhänger ebensowenig aussuchen wie ihre Leser und Kritiker. Ein Unglück ist das nicht . [ Glosse Feuilleton : Mosebach-Mäklerin ( igl. aka Hubert Siegel | FAZ , sept 29 , 2007 ) ] |||
“KEIN UNGLÜCK” - Dies wird zu dieskutieren sein , spätesten anhand der akuten Preisverleihungen , deren Vor- und Nachreden . Zu den glüclkichen Sternstunden eines aufgeklärtem Kultur (!)- Journalismus zählt die zitierte Resentiment- Schleuder garantiert nicht .
Zurück aber nun zum - KOSMETISCHEN - Relaunch des alten Tante . Welch’ Schönes Service , uns einen Survey in Schaubildern vor Augen zu führen . Wandel der Zeiten und Design- Zeitgeister in synoptischer Sicht . Das neue Kleid der F.A.Z. - Einladend, frisch, übersichtlich . Zunächst indes der Blick zurück . Diachron . In die Tiefe der Zeit| ung . Voilá .

Zum Vergleich das Resultat der ÜBERHOLUNG :

Die Vorab- Häme ( SPIEGEL … ) , besonders allerdings der SZ erhält doch einen Hauch von Haut Goût , wo das Team München - Frankfurt in Sachen “Prozess gegen vorgebliche Copyright- Verletzungen seitens des PERLENTAUCHER - in seltener Nieder Eintracht auftrat .
So sicher wie die jährlichen Überschwemmungen des Flusses Nil , wird der anschwellende Kommentar- Gesang seitens MSM- Medien sowie der Medien- Watchblogs endenewollend sein . Schliesslich wurde sogar Tobias Trevisans Re- Design der Guten Alten NZZ vom Leserbrief- wetternden Publikum gleichwie seitens konkurrierender Besserwisser relativ rasch vergessen . Allerdings hat er dann - wie ein wenig illumierendes Standard- Interview belegt - flugs die Frankfurter Weiten gesucht . |||
Zum FAZ- Relaunch
- Die F.A.Z. erscheint in neuem Layout ( Video , Herausgeber Werner D’Inka ) ( WATCH OUT : Was hängt da recht im hintergrund an der Wand , ein Törtchen- Kalender ? )
- “FAZ” macht auf Leichtlektüre ( taz (!) | oct, 4 , 2007 )
- Revolution bei der “FAZ” ( SpOn | sept. 24 , 2007 )
- Frankfurter Frakturen - Und sie dreht sich doch . Das Unmögliche wird wahr: Die FAZ wagt ein neues Äußeres ( Hans-Jürgen Jakobs | SZ , sept 24 , 2007 )
- FAZ-Manager Manager Trevisan : “Klar, massive Proteste” . Am Freitag bricht die optisch konservativste deutsche Zeitung mit Tabu : Farbfoto ziert die Bleiwüste auf Seite eins ( Der Standard , oct. 3 , 2007 )
- Zur FEETEN GOTiSCH : fontsuchmaschine , TypoWiki , Gotisch | Textur | Schrift ( Wiki ) |||
Zur Person Tobias Trevisan
Zum Prozess FAZ / SZ vs. PERLENTAUCHER
- Darstellung FAZ : Die Gedanken der anderen ( FAZ | june 28 , 2007 ) , Schauklau ( FAZ | june 14 , 2007 ) , Urheber ohne Rechte ( FAZ | nov 23 , 2006 ) , Ein Satz muß reichen ( FAZ | june 9 , 2006 ) , Eurotaucher ( FAZ | march 2 , 2005 )
- Darstellung Perlentaucher : Die FAZ muss unwahre Tatsachenbehauptungen über den Perlentaucher unterlassen ( perlentaucher | aug. 16 , 2007 ) , Olaf Sundermeyers FAZ-Artikel gegen den Perlentaucher: Einige Richtigstellungen ( Perlentaucher | march 2 , 2005 ) |||
Diskussion
wortfeld 1 , wortfeld 2 , turi , Thomas Knüwer , Dinge und Wesen , Fontblog |||
Aber jetzt genug aus den Blei- , Wort- und Ressentiment- Wüsten. DIE WÜSTE LEBT nämlich auch im Minimalen , die die Release Numero 007 des Netlabesl CLEAR-CUT_RECORDS belegt . Der aus Calgary ( Canada )
stammende Electroniker JEFF WILLETT legt mit der EP CONSCIENCE UTTERANCE ( ccrec007 ) einige Proben seines phänomenal ausgereiften Stilgefühls vor .- Diskrete Dynamiken , Farbsprengsel vor shimmering shades . Kurz , ein fundamentaler Grund , den ( nicht nur oben genannten ) Dingen gelassener in deren Fratzen zu blicken . Rhythmen addieren sich aus getaffelten Layers , changierende Texturen , Lichtpunkte und Schattenrisse . Zweifellos eine der zartesten Versuchungen , seti es Netzmusikalien gibt . Vorhang auf für ein vexirendes Spiel mit hohem Energentisierungsfaktor ! ( Click Tracks to Listen ) : 01. cu | 02. pp | 03. tm | 04. gp15 |||
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