Tag Archive for 'sprachbeschau'

MICRO | -NOTE | -QUOTE : taz tippt auf “Physiognomik”



czz-micro-note-quote-sourcne-aiga-airport-pictos-copyright-free-Dass wir uns alle mal in den Fallen der Fremdwörter verfangen : Selbstredend verständlich und verzeihlich .

Wie aber die taz gestern dem armen Michael Phelps “Große Hände und Füße” in die “Physiognomie” operierte , blieb nicht ohne surrealistischen Reiz .

taz phelps 2008 08 14 zitat

Johann Caspar Lavater , der grosse Propagandist der Physiognomik im 18. Jahrhundert , hätte sich über die schliessliche Ausweitung seiner Partikular’wissenschaft’ auf die physiologische | konstitutionelle Morphologie sehr gefreut .

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Jelinek Online : “NEID” am dicken Ende der Blogwurst



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TAGBLATT UND “BLOGWURST”

pac_manDa nicht nur die Bock- sondern auch die “Blogwurst” derer Enden zwei hat, meldet sich das Feuilleton - nach anfänglichem Anbrat- Interesse vorigen Mai - nun pünktlich prêt à rapporter zum Finale des paradoxen Online- ist- gleich- “Privat”- Romans Elfriede Jelineks .

Von “A” ( dem akkurat akut anverwandelten “Dungeon Man” [ NYT ] von Amstetten ) über “B” ( dem buchfrei verbleibenden Verleger , als sei der Berlin- Verlag mit dem Totschläger Littells nicht börsenreif beschäftigt ) bis “Z” ( dem berühmten “Zitierverbot” ) : Die Presse ist prompt zur Stelle , wenn’s auch mal auf den Kulturseiten ein “Fait divers” zu vermelden gibt .

Die NZZ am 8. 5. , die SZ am 9. und die FAZ am 13. 5. Dass es seit Publikationsbeginn des Romans ein material- und reflexionsreiches Online- Forum ( JeliNetz ) gibt , bleibt in den Meldungen freilich konsequent aussen vor . “Internet” heisst demnach nicht nur der Wechselbalg einer irgendwie exhibitionistischen “Privatsache” , sondern auch der Ort privatim getätigter Lektüren .

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VERZEHRENDER NETZ- TEXT

pac_manIn der Verweigerung der Anerkennung eines medien- adaequaten Austauschs von An- und Einsichten rücken die ( durchwegs männlichen ) Referenten und Rezensenten die Online- Existenz eines literarischen Werks in den Bereich der Pornographie : Was nicht “über die Budel” ver- und handelbar ist , wird Objekt eines mit dem Ruch des Illegitimen behafteten Online- Voyeurismus . Wo die Text grenzenlos verfügbar sind , untersteht auch deren Lektüre keinem hergebrachten Komment und Reglement : Schon dieses Moment des Ausufernden und Unkontrollierbaren macht den Bild- Schirm- Text verdächtig .

Dem Philologen und Kritiker , gewohnt an den gedruckt unverrückbaren Text- Korpus , muss die diskrete Wandelbarkeit eines E- Textes geradezu frivol anmuten . Der proteische und tendenziell unendlich veränderbare Charakter eines solchen Werks lehrt den Publizisten buchstäblich das Fürchten : Nicht nur , weil rund 1.000 Seiten Fliesstext ein schwer übersehbares Gelände | Gewirk darstellen , sondern weil dessen Wandelbarkeit dem Kritiker grundsätzlich die Gnade des Letzten Wortes entzieht . So ein dämlich änderlicher Text kann nämlich seinerseits und postwendend buchstäblich zurückschlagen , indem er mehr oder weniger offensichtlich , auf die im Print festgestellten Anmutungen reagiert .

Um solche Rück- Schläge festzustellen , müsste man freilich den integralen Text unter ständiger Beobachtung halten wie ein “Alien” oder ein “gefährliches Tier” wird : Wer weiss , ob dieses Monstrum sich den Publizisten und seine tagesjournalistisch getrimmten Worte nicht eines Tages einverleibt und verschlingt ?

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ABWEHRZAUBER UND WIEDERGUTMACHUNG

pac_manMit Nennung der dem Werk einverleibten Kritik vollzieht Paul Jandl in der NZZ gleichsam einen Abwehrzauber :

Was Elfriede Jelinek den Lesern als “E. J.” sagen will, scheint klar. Die zarte Camouflage ist Kriegsbemalung, denn in “Neid” wird zwar einmal mehr mit Österreich abgerechnet, vor allem aber mit sich selbst. Die Schreibstube am Wiener Jupiterweg wird zum Echoraum all dessen, was die Kritiker der Schriftstellerin vorwerfen, während diese sagt: Geschenkt! Dass es im Werk der Jelinek wenig Handlung gebe, dass es ihm an erfahrbarer Wirklichkeit mangle, dass es sich wiederhole und verzettle, tausendmal: Geschenkt! – In die Familiengeschichte steigt der Roman herab und spart auch dabei nicht mit Selbstvorwürfen. Die beinahe pornografische Entblössung des eigenen Ich treibt ein Buch voran, das den “Neid” des Titels pro domo nimmt. Der Lebenssünde, “Ich” zu sagen, hat Elfriede Jelinek ihr Todsünden-Projekt gegenübergestellt. Neben den Romanen “Lust” und “Gier” ist der Neid eine Verirrung von offenkundiger Virulenz. Das Leben da draussen, das Leben, dem sich die Schriftstellerin entzieht, wird zum Gegenstand der Sehnsucht wie der Verachtung. Ganz privat, nur im Internet, rechnet Elfriede Jelinek mit ihrer Rolle als öffentliche Frau ab.

Burkhard Müller scheint mit seiner jüngsten Reaktion in der SZ förmlich um Wiedergutmachung seiner ersten Ausfälle vor einem Jahr bemüht : Sie mög sich hüten , die Autorin , hatte es damals geheissen , den Unlustfaktor ihrer Texte nicht auch noch durch eine unhandliche Publikationsform zu verstärken . Jetzt dahingegen begrüsst derselbe Redakteur Jelineks rasches Reagieren auf “Amstetten” ( “Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek ist die Feuerwehr, wenn alle anderen noch die Hände über dem Kopf zusammenschlagen” ) , ihre Tuchfühlung “Im Verlassenen ” auf Leib und Seele “Österreichs” sowie deren Ästhetisierung :

Elfriede Jelinek verliert keine Zeit damit, Töne des Entsetzens auszustoßen. Das haben inzwischen schon andere hinlänglich getan. Sie beginnt ihren Text “Im Verlassenen”, abrufbar auf ihrer Homepage, damit, dass sie das Besondere und das Allgemeine des Falls ins rechte Verhältnis bringt. Österreich ist eine kleine Welt, in der die große ihre Probe hält.” Das ist zwar als Prosa gesetzt, tänzelt aber wie von ungefähr in Richtung des gereimten Epigramms. ( SZ )

Hat man voreilig geurteilt ? Verkannte man das Visionäre in Jelineks Kassandra- Reden ? - Ein Journalist leistet , an der Monstrosität der Echtwelt gereift , förmlich Abbitte :

Jelinek hat viele, die sie in den letzten Jahren hörten oder lasen, durch die Gleichform ihrer Beschwerde ermüdet. Das mag zum Teil ungerecht gewesen sein, denn wenn das Übel sich nicht ändert, warum sollte es die Beschwerde tun? Es war Jelineks Art, der Welt, ihrer Welt, die Treue zu halten. Und doch liegt im Ermüdenden ein literarisches Problem.

Nun aber ergibt sich am zwar typischen, aber doch herausragenden Anlass die Gelegenheit zu zeigen, dass der fehlende Biss ihrer Texte, den man konstatiert hat, am Brei lag, mit dem sie es zu tun hatte, und nicht an ihren Zähnen. Jetzt hat sie ihren Brocken; und da erweisen sich ihre Zähne auf einmal als scharf. ( SZ )

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KALAUER MIT “AUFGABE”

pac_manAuch die formalen und textgenerativen Mittel wie der früher als “ermüdend” eingestufte Kalauer wird via München unter Umständen einer “echten Aufgabe” plötzlich rehabilitiert :

Also beschränkte sich Jelinek darauf, den Affekt, ganz sparsam, in den Doppelsinn eines einzigen Wortes zu verlegen, um unvermutet B hervorspringen zu lassen, wenn gerade noch A das Thema war. Aber nachdem man dieser Weiche eine Zeitlang beim Schalten zugesehen hat, wandelt sich das Unvermutete in das Erwartbare, und der Trick zieht nicht mehr. Hier aber zieht er plötzlich wieder, und zwar weil er eine echte Aufgabe bekommen hat. Das Bestürzende an den Entdeckungen von Amstetten lag darin, dass sich alles über so furchtbar lange Zeiträume erstreckt hat. ( … )

Darum ist die Rede vom “Ruf” Österreichs, wenn es um Dinge wie Amstetten geht, eine solche Perfidie. Es ist dieselbe Art von Rede, die das Verbrennen toter Babies als “Entsorgen” benennt und sich damit den logistischen Gesichtspunkt, die Sorge des Täters, zu eigen macht. Ein Ruf ist etwas, das aus der Kehle dringt, aber eben auch der gute oder schlechte, den man hat. Plötzlich kommen sich die beiden Bedeutungen, der Schrei und die Reputation, ganz nahe. Auf den Ruf bedacht sein, heißt den Schrei ignorieren. Darin eben liegt die allgemeine Tendenz, die der krasse Einzelfall offenbart. ( SZ )

Als Erste Hilfe und ultima ratio gegen die Sprachlosigkeit des Entsetzens - sowie der journalistischen Ratlosigkeit , wie das Unsägliche überhaupt ( noch ) zu covern sei - wird Elfriede Jelinek plötzlich wieder der Rede wert :

Was kann, was soll man zu Amstetten sagen? Man braucht schon einen Ton, der trägt. Den hat Elfriede Jelinek. Er ist, wie eine Berufsfeuerwehr, wohlgeübt, und wenn plötzlich die Katastrophe ausbricht, weiß die Feuerwehr im Unterschied zu den übrigen Passanten, die bloß die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, genau, was sie zu tun hat. ( SZ )

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WO BLEIBT DER “KLASSISCHE WERKBEGRIFF” ?

pac_manSolche thematischen Schnittstellen an | mit der ausserliterarischen ( Skandal- ) Realität , wertet Hubert Spiegel lediglich als Ephemera und Fortsetzung des Immergleichen unter Berücksichtigung frischer Datenlagen . Was den FAZ- Redakteur weitaus mehr irritiert , ist die “Aushöhlung des klassischen Werkbegriffs” durch stete Veränderlichkeit im Netz :

Offenbar hat Elfriede Jelinek im Internet die Arbeitsbedingungen gefunden, die ihr am ehesten gemäß sind: Frei von jeglichen Verwertungszwängen herrschen hier autonome Innerlichkeit und Privatheit in ihrer denkbar öffentlichsten Form. So ist ein Werk entstanden, das die Mittel des Blogs benutzt, um nahezu sämtliche Fesseln des Romans abzustreifen. ( … ) Denn Änderungen sind jederzeit möglich. Damit tritt ein, was Autoren Traum und Albtraum zugleich ist: Kein Text ist jemals fertig. Alles bleibt vorläufig, fließend, in potentiell jederzeit zu beschleunigender Bewegung. ( … ) So wird die Aushöhlung des klassischen Werkbegriffs, die in Elfriede Jelineks Schaffen immer schon angelegt war, im Netz auf die Spitze getrieben. ( FAZ)

Die - für jeden Jelinek Kenner selbstverständlich nur cum grano salis zu lesende - Nachbemerkung “Unvollständige oder fehlerhafte Sätze bitte (jeder für sich selbst) ergänzen bzw. korrigieren” wird von Hubert Spiegel beim Wort genommen und als Zeichen dafür , dass das “Lektorat … an die Leserschaft übergegangen” sei . Mit dem “klassischen Werkbegriff” geht somit auch die “auctoritas” | Autorität des Autors den Bach der Blogrolle hinunter und reisst die ( “klassische” ) “Sinnstiftung” gleich mit :

Wo die Sinnstiftung an sich schon als Machtausübung verstanden wird, wo jede Organisation des Textes unter dem Verdacht der hierarchischen Handlung steht, wird Flüchtigkeit als Freiheitsgewinn verbucht: “Mir gefällt der Gedanke, dass jeder, der will, sich etwas von mir herunterladen kann, es irgendwo zerstreut, ein paar Seiten, auch auf dem Handy konsumiert, und dann verschwindet es wieder im Netz. Es ist da, für jeden”, sagt Elfriede Jelinek über ihr Projekt, “und gleichzeitig weg, das gefällt mir”. Dass der Roman sich nicht zwischen zwei Buchdeckeln materialisieren darf, könnte man fast als Sühne dafür nehmen, dass auch dieser Text seine Existenz einem Schöpfungsakt verdankt. ( FAZ )

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SÜHNE | SÜNDE : SCHÖPFUNGSAKT | KINDSWEGLEGUNG

pac_manDas Motiv der “Sühne” wurde bereits von Paul Jandl in der NZZ angesprochen . Dort war es allerdings auf Jelineks “Rolle als öffentliche Frau” gemünzt . Elfriede Jelinek hat sich über die Jahre hinreichend und ausführlich über die problematische Rolle der “öffentlichen Frau” geäussert . Aus der praktischen Erfahrung , dass diese von einer Öffentlichkeit , in welcher ( wie in den zitierten Artikeln ) “der Mann” das Sagen hat , als unangemessene Ermächtigung wahrgenommen wird, hat Jelinek ihr mediales , diskursives und literarisches “Fort | Da”- Spiel entwickelt . Es muss da nun doppelt paradox anmuten , wenn jetzt von Seiten des FAZ- Autors der Vorwurf ertönt , die Frau als Schriftstellerin negiere ihren “Schöpfungsakt” .

Da dieser “Schöpfungsakt” spätestens seit der Genesis dem Gott , dem Mann , dem Autor vorbehalten ist , muss es sich wohl um im eigentlichen Sinne um die weibliche Sünde der “Kindsweglegung” handeln …

“geschlechterdings” ( Gerhard Rühm ) gerät selbst im Zeitalter der Männerforschung noch so Manches in auf- reizender Fehlleistung durcheinander .

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KLANGAPPARAT

Wir haben ihn vermisst . Nun aber ist er wieder da : DJ Tom Larson ( @ MySpace ) mit einem seiner die Grenzen von Raum und Zeit korrodierenden czz hörempfehlungMixes . Diesmal mit “Elektronischen Schallwellen” @ Loopzilla . Womöglich nicht ganz frisch , aber nahezu klassisch . Go with the flow , knappe sechsundsiebzig Minuten und wieder … und wieder … CLICK LINK TO LISTEN STREAM . |||

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LINKS

RELATED

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EDIT 20. 5. :

  • Eine Immission obiger Auslassungen wurden im “Blogblick” der Netzeitung gesichtet . Gewissermassen das “dicke Ende” im Anhang .

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“Die FAZ- Gesinnten” im READING ROOM



||| AVANT PROPOS | MANN DER MACHT | READING ROOM : RR ZUR SS | KEIN AUSBLICK | ANMERKUNGEN | BLOG REACTIONS | KLANGAPPARAT

FAZ READING ROOM 000 Header

AVANT PROPOS & DISCLAIMER

Von Literatur im engeren Sinn , von deren Poetik oder gar Qualität ist im Folgenden dezidiert NICHT die Rede . |||

MANN DER MACHT

FAZ READING ROOM detailEin Mann , ein Macher . Wie er in der Zeitung steht . Wie er Zeitung macht . Wie er ein gediegen vielfältig komponiertes Feuilleton zur Speerspitze eines - bis dahin nur in den Tiefebenen von BILD betriebenen - Kampagnenjournalismus verwandelt . Von der radikalen Umschaltung des “Kultur” auf die sogenannten “Lebenswissenschaften” , dem Coup des Abdrucks eines Teils der Genomsequenz am 27. Juni 2000 ( 1 ) bis hin zum journalistischen Grosseinsatz gegen Web 2.0 , Blogger und - ceterum censeo - die Öffentlich- Rechtlichen . ( 2 )

Mittels Kehren , Drehungen und Wendungen lässt der Herr DAS SEINE zum Erreichen der Meinungsführerschaft geschehen . Zur Usurpation der Themen um eine erneute Revision der NS- Zeit sowie des konservativen Widerstandes kann es schnell mal geschehen , dass heute recht ist , was noch gestern wortreich verworfen .

  • WER meldete die Skepsis an , als es hiess , für den Film VALKYRIE solle Tom Cruise in der Rolle Stauffenbergs an der historischen Walstatt des Bendlerblocks drehen ? ( 3 )
  • WER verwarf diese Skepsis zwei Monate später angesichts der historischen Chance , der Existenz des ( konservativen ) Widerstandes via Hollywood “weltweit” Publizität zu verschaffen ? ( 4 )
  • WER hielt , zwei weitere Monate waren ins Land gezogen , die Courage- Bambi- Laudatio auf Neo- Stauffenberg und Alt- Scientologen Cruise ? ( 5 )
  • WER verteufelte in seiner Rede bei der Entgegennahme des Jacob- Grimm- Preises für Deutsche Sprache 2007 die Wirkung des Internets auf Jugendliche nachgerade als “Körperverletzung” ? ( 2 ) |||

READING ROOM : RR ZUR SS

FAZ READING ROOM detailWER richtet jetzt just einen online only READING ROOM ein , um Text ( 6 ) und Thema des umstrittenen Romans LES BIENVEILLANTS | DIE WOHLGESINNTEN noch vor Erscheinen des Buches am 23. Feburar für die Bilanzen der FAZ zu kapern ?

Es lohnt sich , kurz in die Zürcher Chronik eines angekündigten Bestellers zu blicken .

Das multimediale Online- Design des FAZ- RR vor dunkelm Hintergrund und unter allgeorisch zitierendem Header ist der Spezialseite , welche der Berlin- Verlag unter der Adresse www.diewohlgesinnten.de für Jonathan Littell eingerichtet hat , nicht eben unähnlich :

WIE der Zeitungsmacher das Interesse an den WOHLGESINNTEN legitimiert , liest man seit 2. 2. im RR der FAZ ( 7 ) :

FAZ READING ROOM detailSeid ihr überhaupt sicher“, heißt es am Beginn des Buches, das mit Anspielungen auf Ernst Jüngers “MARMORKLIPPEN” einsetzt, “dass der Krieg vorbei ist? In gewisser Weise ist der Krieg nie vorbei, oder er ist erst vorbei, wenn das letzte Kind, das am letzten Tag des Krieges geboren wurde, wohlbehalten begraben ist, und auch danach lebt er in dessen Kindern und in deren Kindern fort, bis sich das Erbe allmählich verflüchtigt“. ( … )
Was ist das für ein Buch? Es ist zunächst, und dafür spricht fast alles, ein Buch von einer unerhörten Präzision. Littell hat die Quellen in einer bislang beispiellosen Weise in sein Werk integriert: von Goldhagen (den er ablehnt) bis zu Christopher R. Browning, von Albert Speer bis zu Ernst Nolte, von Joachim Fest bis Ian Kershaw. Es ist enorm. Doch man kann vorhersagen, dass sich die Rezeption in Deutschland von der französischen schon allein deshalb unterscheidet, weil das gebildete deutsche Lese-Publikum viele dieser Fakten kennt, insgesamt über genauere Kenntnisse der historischen Vorgänge verfügt. ( … ) Deutsche Leser werden beeindruckt sein von der Bändigung der Fakten in den kunstvoll übereinanderliegenden Schichten des Romans; aber sie werden nachdrücklicher die Frage nach der Hauptfigur stellen. Ist das der Täter? (…)
Dieses Werk stiftet Streit. Ihn wollen wir führen. Eben deshalb, weil uns das letzte Wort nicht einfällt. Den Vorabdruck in der Zeitung werden wir im Internet erstmals mit dem “F.A.Z. Reading Room” begleiten. Der Reading Room ist ein Diskussionsforum, das nicht nur die tägliche Folge des Fortsetzungsromans im Internet präsentiert, sondern den Text auch als Audiodatei und als Video Stream verfügbar macht, gelesen von dem Schauspieler Christian Berkel. Es ist ein Forum für unsere Leser, der Ort, an dem sie über das Buch diskutieren und miteinander ins Gespräch kommen können. ( … )

Wir sind berührt und entfremdet von dem Werk, das mit den Namen weniger das Schicksal vieler wieder aufruft. Es sollen viele sein, die darüber diskutieren.

WIE der Meinungsmacher die plötzliche Wendung zum permeablen Netz via READING ROOM argumentierte , liest man in dessen Entrée seit 3. 2. ( 8 ) :

FAZ READING ROOM detailDer F.A.Z. Reading Room ist das multimediale Diskussionsforum zum exklusiv vorabgedruckten Fortsetzungsroman der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. In seiner diskursiven Vielfalt, seiner Textnähe und Aktualität ist der Reading Room eine ideale Diskussionsplattform für alle Literaturinteressierten, die sich am Gespräch über die wichtigen Bücher unserer Zeit beteiligen wollen.

Dabei steht der Reading Room auf zwei Säulen: Er ist zunächst ein Forum für Leser, der Ort, an dem Sie über unseren Fortsetzungsroman diskutieren und miteinander ins Gespräch kommen. Neben dem Leserforum haben wir ein Expertenforum eingerichtet, ein Podium, auf dem Historiker wie Götz Aly und Ulrich Herbert mit Literaturwissenschaftlern, bekannten Publizisten und Redakteuren der F.A.Z. über den Roman sprechen und streiten wollen. Ihre Beiträge können von allen Nutzern kommentiert werden. |||

KEIN AUSBLICK

In 18 Folgen soll es so nun also via Text , Audio , Video , Expertenmeldungen und Leserfragen gesittet im READING ROOM zugehen : Dezidiert tritt in|ad|ae|qu|at vom aufgelegten Beobachterposten beiseite . Mögen nervenstärkere Kräfte den READING ROOM- Watch besorgen . Umblaetterer , bitte übernehmen ?! - |||

FAZ READING ROOM 01

ANMERKUNGEN

1 ) Mike S. Schäfer : Aktuelle Humangenomforschung in der Mediendebatte ( Gen-ethischer Informationsdienst , Jg. 20 )

2 ) Frank Schirrmacher : Wir brauchen eine Debatte [ Rede zur Verleihung des Jacob- Grimm- Preis für Deutsche Sprache 2007 ] ( SZ , 29. 10. 2007 sowie u. d. Titel Wie das Internet den Menschen verändert , FAZ , 30. 10. 2007 )

Das Netz ist auch ein Medium, das in steigendem Maße Nicht- oder Fastnichtmehrlesen ermöglicht, und wer das nicht glaubt, schaue sich die Verfilmung von Archiven bis zu Gebrauchsanweisungen auf Youtube an. Jetzt aber verändern sich die Gehirne. In welchem Ausmaß das geschieht, ist selbst der Forschung noch nicht klar: Fest steht, dass der ikonographische Extremismus, dem die Jungen und Jüngsten im Internet ausgesetzt sind, wie eine Körperverletzung wirkt. ( … ) Die Sprache dieser ersten Internetgeneration ist beängstigend roh, sie kommt aus den Bildern und handelt von den Praktiken, die diese Protagonisten in irgendwelchen Nischen gesehen haben. ( … ) Dies ist kein Kulturpessimismus. Gerade diese Beispiele zeigen, warum die Zeitungen gebraucht werden und was geschieht, wenn man die vermittelnden Instanzen der großen Zeitungen ignoriert.

  • dazu Christian Stöcker : Das Internet ist an allem schuld ( SpOn , 29. 10. 2007 )
  • dazu Replik Frank Schirrmacher : Heisere Stimmen aus der journalistischen Sahelzone ( SpOn , 31. 10. 2007 )
  • Dass aus alldem von SPIEGEL ONLINE reaktionäres Bewusstsein konstruiert wird, ist letztlich egal. Dass nur die “Druckerpressen das Abendland retten” können oder das “Internet an allem schuld sei”, steht nicht nur nicht in meiner Rede - ich wüsste keinen Menschen auf der Welt, der diesen Quatsch glauben sollte. Das ist Polemik, aber besonders gut finde ich sie nicht. Das ist ein Kampf gegen Vogelscheuchen, der Leserkommentare erzeugt, aber nichts mehr mit den Tatsachen zu tun hat.
    Was also wurde in der Rede kritisiert? Die pornografischen und kriminellen Bild- und Filminhalte, die Nachrichtenenten, die Boulevardisierung der “News” und deren prägende Wirkung auf Kinder und Jugendliche. Außerdem: der Aufkauf von Zeitungen nach den Maßgaben der Rendite. Starke Qualitätszeitungen sind ein Gegenmittel gegen die absolute Welt des Internet.

    3 ) Frank Schirrmacher : Cruise als Graf von Stauffenberg : Die unmögliche Mission ( FAZ , 9. 7. 2007 )

    Zwischen Ron Hubbard und Stefan George liegen - um jedes Missverständnis auszuschließen - Lichtjahre. Der George-Kreis war keine Hunderte-Millionen-Dollar-Industrie und auch kein Instrument finanzieller Bereicherung. Und dennoch wäre er heute im Überwachungsbereich des Sektenbeauftragten und - denkt man an die von George 1933 zugestandene „Ahnherrschaft“ der „neuen nationalen Bewegung“ - auch des Verfassungsschutzes.

    4 ) Frank Schirrmacher : Stauffenberg-Film - Tom Cruise im Bendlerblock ( FAZ , 15. 9. 2007 )

    Denn dass der Film von Bryan Singer und Tom Cruise ein globales Publikum erreichen wird, daran kann kein Zweifel bestehen. Hunderte Millionen Menschen werden zum ersten Mal in ihrem Leben erfahren, dass es Widerstand gegen Hitler gab. Wie die Dinge stehen, werden sie es dank der Techniken Hollywoods auch nicht mehr vergessen – der Film wird nicht nur ein Film über Stauffenberg, er wird ein Film über den deutschen Widerstand, seine Gewissensnöte, seine Tragik und auch, in wenigen Sequenzen nur, ein Film über die Verlassenheit der Nina von Stauffenberg. ( ..) Der Film zielt auf Deutschland selbst: Uns Deutschen mangelt es vielleicht nicht am Wissen über den 20. Juli, womöglich aber an der Emotion, ja dem Mitgefühl mit den damals handelnden Personen. Gelingt der Film, wird der Bendlerblock in Berlin von einem Ort des staatlichen Gedenkens zu einem der meistbesuchten Mahnmale des Landes, zu einem Ort jedes Einzelnen werden können.

    5 ) Frank Schirrmacher : Ein Mann der Courage . Laudatio auf Tom Cruise ( FAZ , 30. 11. 2007 )

    Tom Cruise nahm sich nämlich eines Themas an, das mir sehr am Herzen liegt, nicht zuletzt, weil sich mein Vorgänger als Herausgeber der F.A.Z., Joachim Fest, viele Jahre sehr intensiv damit beschäftigte: Ich spreche vom deutschen Widerstand gegen Hitler. Es hat mich immer bedrückt, dass es beinahe unmöglich war, das Ausland darauf aufmerksam zu machen, dass es auch innerhalb Deutschlands Menschen gab, die ihr Leben riskierten, um sich den Nazis zu widersetzen.

    6 ) Genauer : Die ersten 120 Seiten von insgesamt 1381 in der Übersetzung von Hainer Kober .
    7 ) Seid ihr überhaupt sicher , dass der Krieg vorbei ist ? - Eine Werkeinführung von Frank Schirrmacher
    8 ) “Was ist der Reading Room ?FAZ READING ROOM 02

    BLOG REACTIONS
    Pourquoi je ne ferai pas de chronique sur Les bienveillantes ( Chroniques du jour d’après via Olivier ) , Goncourt : Littell aurait préféré ne pas ( La République des Livres ) , FAZ- Schirrmacher , das Internet, das Abendland und der Untergang ( Kulturwissenschaftliche Technikforschung ) , Der “FAZ”-Herausgeber und der Scientologe ( Indiskretion Ehrensache | Rivva ) , Getrennt marschieren , vereint schlagen - Die FAZ leistet der Süddeutschen Zeitung Schützenhilfe bei der Web 2.0- Polemik ( Wissenswerkstatt ) , Ob Frank Schirrmacher gerade Selbstzweifel bekommt ? ( Indikretion Ehrensache ) , Frank Schirrmacher und der Rassismus der Minderheit ( A. Posener , WELT ) , Die Doppelzüngigkeit der FAZ ( FXMBR ) |||

    KLANGAPPARAT

    TAKE SOME TRAX OF TECHNO TO KLEAN YOUR BRAIN : So etwas lässt sich freilich viel poetischer formulieren . Vor allem , wenn man als Produzent solcher kathartischen Kräfte figuriert . H. P. Lovecraft , Salvador Dali und die Strugatski- Brüder stehen für surreal abjekte Hirnbilder , wie sie der Russe HUGOBOY ( vulgo Eugene Chebykin , MySpace ) mit seinen Klängen assoziiert . In der Eigenwerbung klingt dies dann wie folgt : “Streams of czz hörempfehlungsounds carry you away to a fairy tale in which millions ends , and you are simultaneously both the protagonist and the author of this fairy tale.” - Interessante Position für einen Techno- DJ aus Kurgan / Sibirien , der einsam an seinen Reglern dreht … würde der Spruch doch viel eher auf das neue Mitmach- Märchen des FAZ- READING ROOM passen ?! - Anyway . Bereits die Techno- Doppelhaushälfte des japanaischen Labels BUMP | FOOT bürgt für Qualität , welche allerdings im Genre des Techno nicht notwendig in den Körnungen muikalischer Differenziertheit besteht . Schon eher in klaren taktischen Profilen mit originell eingelagerten Spielen . Und das vermag die EP 8TH FLOOR ( bump 055 ) zweifelsfrei zu bieten . Und noch ein Plus : Vorliegende Tunes sind als hurtige Schulung in Sachen Sturheit beim täglichen Menschärgeredichnicht ziemlich dienlich ! - CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. 8th Floor (6:10) | 02. Flea’s Adventure (5:49) | 03. The Way Home (6:12) | 04. Olympiade 80 (4:57) | 05. Tinto Brass (6:54) | 06. Ketaminimal (6:15) | TT 36:17 |||

Salon Littéraire | Liesl Ujvary : POETRY PLANTS



Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text

Salon Littéraire | Liesl Ujvary :

LIESL UJVARY | MARTIN BREINDL : POETRY PLANTS ( 7:17 )


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POETRY PLANTS
Video, 7.17 min., 2006, produziert von Liesl Ujvary und Martin Breindl.

Poetry Plants, Poetische Plantagen, organische Anlagen, Denkfabriken, in denen Kunst produziert wird, Literatur, Musik, Bilder. Ein Streifzug durch das Blattwerk des botanischen Gartens in Wien. Text aus “Alphaversionen“, erschienen Anfang 2007. Musik aus Sinustönen vom Theremin, der Urversion eines Synthezisers, expressiv und fundamental. Bilder, Transformationen eines Passbilds, entstanden 1995/96, als Photoshop noch ganz neu war. Sinustöne, Alphaversionen, Fragen, Blätterrauschen.

Ein Kunstvideo über die Arbeit von Liesl Ujvary. Kamera - Magdalena Vetter. Das Theremin spielen Ann Cotten und Hanno Millesi. Verwendet wurde Material des Porträts IMA fiction #01 - Liesl Ujvary, 2006. Dank an die Freunde Martin Breindl, Magdalena Vetter, Ann Cotten und Hanno Millesi. Dank an Elisabeth Schimana, die das IMA-Porträt ermöglichte.

Quellen :

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Liesl Ujvary

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For the record | LINGO 07 / IV : Words of the Year | Newspeak : Neologs im Abo | Frischwortfeeds



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VOR- & TROTZWORT

lingo orange copyright zintzenNur weil sich einer der Form der Liste bedient , möchten wir in Abwandlung eines Aphorismus von Karl Kraus hier mal klipp und klar stellen , ist man noch lange kein Junkie der Traffic- Optimiererung . Es will , allem Anschein nach , manchen werten Blogger- Kollegen einfach nicht in den Sinn , dass in|ad|ae|qu|at seinen Namen nicht zufällig gewählt hat , um ein unanheischiges Zeilenschinden als solches zu markieren . [ Ende der Motz- und Trotzreaktion aka Nonfollow- Disclaimer . ] |||

SCHREIB’ DAS AUF , KISCH !

lingo orange copyright zintzenDie Kollektion der von Hit- und Klicklisten , Zeitgeistern , Sprechwächtern und anderen Best- und Böse- Bureaukraten indizierten Wort- Monstren dient lediglich dem Sprachspiel der schieren Verzeichnung , allenfalls auktorial angereichert um historische oder symbolische Indizes . “Shift happens” , borgen wir uns hier mal kurz von den “Do- you- Know ?” - Videomachern als Parole . Der daraus folgende Imperativ lautet klassisch : Schreib’ das auf , Kisch … in|ad|ae|qu|at !

LINGO- BLOGS

lingo orange copyright zintzenDiesem klassischen journalistischen Trieb folgen natürlich auch jene Lingo- Blogs , die manch interessante lexikalisches Insekt aus dem online babylonischen Sprachgewirr spiessen . Den Klassiker sine paribus im deutschen Sprachraum dürfte da wohl Detlef Gürtlers WORTISTK abgeben . Die Betonung liegt hier eindeutig auf dem WORT im Sinne eines Objet Trouvé . Bastian Sicks grammatikalisch- idiomatische Hüllenfäller und Hallenfüller spielen genremässig in der anderen Liga von SpOn- Glossen mit Buch- , Marketing- und Merchandizing- Hintergrund .

Zurück aber zum schlichten Notat- Charakter ( mark the difference zur durchgestalteten Glosse ) von WORTISTIK und anderen Wort- Chroniken . Idealerweise als Rss - Feed abonniert , ergeben diese einen vielseitig tag- und nachaktiven Haus- und Hof- Lieferdienst .

Der “Wortwart” seinerseits darf bei der lexikalischen Wahl auf ein Korpus Quelle Zwiebelfischen 07 12 19von Publikumszusendungen vertrauen : Die verlangt eingesandten Schnappschüsse kennen und nennen wir allerdings nicht selten oft als das Erfreulichste @ Zwiebelfischchen ( hier vom 19. 12. 07 ) .

Folgen also nun je eine Handvoll Erlesungen der letzten Monate zur gefälligen Wort- Ausstellung . |||

WORTISTIK

lingo orange copyright zintzen

Wahrheitskrümmung

Lektürefolter

Gustotainment

ankrypten

suhrkampen |||

WORD OF THE DAY

lingo orange copyright zintzenDie Lieferungen aus dem URBAN DICTIONARY sind ihrerseits Ergebnis des Crowdsourcing . Zweinuller bitte melden : “Define your world !” - Selbstredend wird hier viel E- Lingo verbraten , man kennt ja auch die bestehenden Wiki- Listen . Da Wörter oft Praktiken bezeichnen , mögen manche ( wie das Erstgenannte ) durchaus dazu angetan sein , als erwägenswerte Handlungsanweisungen aufgefasst zu werden .

  • reverse telecommuting - Bringing personal work to the office: paying bills, playing games and reading online newspapers on company time ( OCT ) .
  • blacking out - To turn off any device that people can reach you with (cell phone, two-way, computer, home phone, morse code, etc.) in order to avoid someone .
  • nekkid - Nekkid is not simply being without clothing . It means you are gettin’ nekkid for mischevious purposes. Naked is natural; nekkid is naughty .
  • holidaze ( selbsterklärend !)
  • mental constipation ( selbsterklärend !)

Bemerkenswert ist die jetzt zuletzt zu nennende Wendung und das von ihr bezeichnete ( anti- ) soziale Handlungsspiel :

  • fake take - Pretending to enter and store someone’s phone number into your mobile phone after they generously offer up their phone number and say “Take my number and give me a call sometime” . |||

ENZYGLOBE

lingo orange copyright zintzenin|a|ae|qu|ats very darling ist das “word in progress”- Inventarium des “phrasardeurs” : Als online- Fortschrift des 2001 im Buch erschienenen ENZYKLOP , kreiert und sammelt der Schweizer Künstler René Gisler unerschrocken polylinguale Neologe . Entsprechende Eingaben werden zu Zeiten des Parteienverkehrs offensichtlich wohlwollend bearbeitet .

Dabei sind die nominierten Kategorien ( Interpainrent , Kreografie , Marterie , Musickness ) aus dem selben Stoffe wie die in ihnen servierten Inhalte .

Als notwendige Melancholiker plädieren wir selbstredend für Wort und Sache des Inworstment ( “eine der schlechtesten Geldanklagen” ) . |||

BEGRIFFSSTUDIO MONIKA RINCK

lingo orange copyright zintzenKennt der in|ad|ae|qu|at- Lesende selbstverständlich längst . Immerhin hat Monika Rinck ihr BEGRIFFSSTUDIO am 7. 12. um eine Lieferung erweitert , folgen nun also Extrakte aus den Inventional- Nummern 2.333 bis 2.369 :

  • der penultimative drallheimer
  • bissige verzögerung (retard mordant)
  • heinz körper, der wärmende charakter aus dem zweiten stock
  • sonarer übergang ins bäuerliche
  • einen blumenstreich überrauscht
  • ein unterversorgtes sonett
  • in sturheit vermummt
  • messianische marzipankartoffeln
  • heroische geschichte der löschung

Die “restchancen des lesers” bestehen in einem Begriffs- Newsletter- Abonnement , dessen Bedingungen höflich unserer Autorinnenseite zu entnehmen sind . |||

KLANGAPPARAT

Dem hochspezifiziert wimmelnd linguistischen Spielen sei jetzt ein beruhigendes Klangpflaster nachgereicht : Die um diskret- zärtliche Taktungen sich spärlich ringelnden Loops von BASICNOISE [ Aka Peter Fanai , Wiesbaden ] bullern als wärmendes Feuerchen im Ofen . AGRAVIC , so der Titel der Release 006 des in|ad|ae|qu|at im sukzessiven Portrait bereits vorgestellten Netlabels [ schall ] , mag übersetzt so viel bedeuten czz hörempfehlungwie “schwerelos” und entsprechend schwebend muten die sechs Tracks dieser EP an . Selten aber doch übt in|ad|ae|qu|at im Zuge seiner Track- Präsentation für EINMAL eine Art von ( horribilie dictu ) “Zensur” . Wir übergehen nämlich hier und mit voller Absicht den ursprünglich als Nummer drei aufgesetzten “lovetrack” : Ein weiteres Beispiel für die Auffettung an und für sich adretter Tracks durch Female Voice- Samples aus der Dose müssen wir hier nicht mehr bringen . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. agravic part I | 02. x2197 | 03. agravic part III | 04. kolberg | 05. agravic part VI|||

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