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Salon Littéraire | Liesl Ujvary : unser keller



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Salon Littéraire | Liesl Ujvary : unser keller

ist der keller des hauses johann straussgasse 10-14, wien, 4. bezirk, österreich, stand 24. 05. 2008. der keller ist weiträumig, aufgeräumt, von neonröhren beleuchtet. das haus gehört der genossenschaft familie, es wurde 1959/60 erbaut. seine ästhetik entspricht dem damaligen gemeindebaustil - das stiegenhaus ist in typischen mustern ausgemalt, die etwas über augenhöhe an begrenzungslinien enden. kunstdrucke, von bewohnern angebracht, italienische motive oder tiere aus dem tierschutzkalender, schmücken die stiegenabsätze. die hausverwaltung und viele bewohner sind auf die eine oder andere weise um eine heimelige gestaltung bemüht. ganz anders im keller. hier ist nichts geschönt, keine bildchen, keine verzierungen. obwohl der keller viel benutzt wird, dort befindet sich die waschküche, die abteile dienen als abstellräume für fahrräder, zur aufbewahrung von getränken und anderen sachen, ist er wie selbstverständlich eine fremde welt - roher verputz, grobes finish dominieren. trotz neonröhren wirkt der keller düster und verwinkelt. er ist verwinkelt, muss er doch platz bieten für 60 kellerabteile. in den mächtigen abflussrohren gluckst das abfliessende wasser. niemand hält sich länger als unbedingt notwendig im keller auf. vor rattengift wird gewarnt. bitte die kellertür immer absperren.

liesl ujvary, 07. 06. 2008

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Liesl Ujvary ( video und musik ) : unser keller

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Liesl Ujvary

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vienna demolition V : a story in pictures



||| WIEN , BESPIELT | MILITANTE KANTE | INZWISCHEN NISCHEN | SPIELPLATZ AM QUARTIER | VORHER - NACHHER | KLANGAPPARAT

WIEN , BESPIELT

Dezidiert untouristisch intendiert , bietet die vorerst finale Folge der in|ad|ae|qu|aten “Wiener Demolierungen” einige erheiternde Reize . Bis hin zum KLANGAPPARAT , den das ortsnahe Duo Schalldampfer in hedonistisch- viennensischer Interpretation des Modus “Techno” lieblich bespielt . |||

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MILITANTE KANTE

Freilich befinden wir uns hart an der Geländekante zwischen dem von den Nationalsozialisten 1943/44 mitten ins Karree der noch heute vom österreichischen Verteidigungsministerium genutzten Stiftskaserne gepflanzten Flakturm , dem mit Altwiener Vaniliisauce übergossenen Spittelberg- Viertel und dem Areal der ehemaligen Hofstallungen Fischer von Erlachs auf in vielerlei Hinsicht umkämpftem Boden .

Andersrum gesagt : Das gemeine Niveau von Ringstrasse über die zum ewigen Tête à Tête verurteilten Natur- und Kunsthistorischen Museen bis hin zu den einst anmutig vergammelten Hofstallungen , sprich : dem heute cleanen Museumsquartier springt an dessen nördlicher Grenze abrupt um 20 Meter bergan . |||

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INZWISCHEN NISCHEN

Die dort entlanglaufende “Breite Gasse” trug ihren Namen zu Zeiten zu Recht . In geradezu umgekehrter Relation : die geringe Tiefe der scharf an der Kante starrenden Häuserzeile . Man konnte das sehen , weil ein freies Grundstück ( vulgo “Hundeklo” ) neben dem alteingesessenen Bibelhaus einen reizvollen Durchschlupf in die darunterliegenden Zonen bot : Raum für Hintertreppengeher und Schmuddelkinder , die noch bis weit in die Epoche der Errichtung der Neubauten des Museumsquartiers in den ausgeweideten barocken Stall- Hallen tollen konnten . |||

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SPIELPLATZ AM QUARTIER

Mit dem zweistokwerkhoch luftig gestelzten und super- slim ( sechs Meter Tiefe ! ) ausgeführten Riegelbau von Carl Pruscha wurden Bibel haus zentrum , Stadtblick und Treppengänge in den urbanen Orkus gleichermassen bewahrt . Wie Ab- und Aufbruch an dieser Stelle ein bisschen spielplatzartig ineinandergreifen , dokumentieren die Bilder . |||

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VORHER - NACHHER

Als Bonus noch ein “Vorher - Nachher” , wie es die Geschichte der Bibelgesellschaft dokumentiert .

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Nextroom architektur versammelt die kontroversiellen publizistischen Debatten um Funktion und Form des Museumsquartiers - freilich mit Ausnahme der damaligen kulturkämpferischen Anti- Kampagne der Neuen Kronen Zeitung . Historisch eigentlich schade . |||

KLANGAPPARAT

Zu eben unheiligen oder gar Abbruch- Handlungen werden die sanften Anverwandlungen , denen das Wiener Duo Schalldampfer Begriff und Stil des “Techno” unterzieht , nicht eben anregen . Praktischerweise betätigt sich die musikalische Doppelconfercence zwischen Odd ( vulgo Stefan Eder ) und iRoy ( Karl H. Schönswetter ) zugleich als Netlabel und Blog unter dem selben Namen . Überhaupt haben es die eher dem angenehm czz hörempfehlungOhrgängigen denn den rastlosen Tanzmassen zuneigenden Musiker mit den Namen . Als Journalist lernt man zuerst , dass “Namen Nachrichten sind” . Bei Schalldampfer steht jeder Name für einen Track . Wie auf der eben erschienenen Two- Track EP namens KARLHEINZ die Stücke eben FLORIAN und HERRMANN heissen . CLICK NAMES TO LISTEN : Noch mehr Namen und andere Takte erhalten Sie an der MySpace- Theke . Warum auf der Heimseite “Salzburg” , im Social Net indes “Wien” steht , dass müssen Sie die diversen Herren schon selber fragen . |||

vienna demolition IV : a story in pictures



||| ALLGEMEINE KRANKENLAGE ( R ) | 100 JAHRE CLUSTER | INVESTOR’S CHOICE | ZU GRUND | KLANGAPPARAT

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ALLGEMEINE KRANKENLAGE ( R )

Ortstermin heute : Ein Steinwurf nordwestlich des Wiener Allgemeinen Krankenhauses . Ab 1902 von südlicher Richtung ( Spitalgasse : 1. & 2. Frauenklinik ) her errichtet , sollte dieses “Neue” AKH den zu eng gewordenen Josephinischen Bau an der Alser Strasse ersetzen . Der ursprüngliche Generalplan des frühen 20. Jahrhunderts sah eine vollständige “Pavillon”- Bebauung der 240.000 m² grossen Fläche bis hin zum Währinger Gürtel ( U- Bahn Station Michelbeuern ) vor . |||

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Zwei Weltkriege kamen dazwischen , ehe ein frischer Masterplan die Errichtung eines Zentralkrankenhauses an Ort und Stelle vorsah . Viele architektonische Stil- Ge- Schichten lagerten sich an : Im Zentrum freilich der riesige Doppelturmklotz ( und der Skandal um dessen vielzitiert geschmiertes Coming into Being ) . |||

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100 JAHRE CLUSTER

Bereits seit Bestehen der Pavillons des “Alten” Neuen AKH entstand ein pharmazeutisch- medizinisch- universitärer Cluster in unmittelbarer Nähe . Das Karrée Michelbeuerngasse - Prechtlgasse - Wilhelm-Exner-Gasse -Severingasse dürfte als entsprechender Annex in dieser frühen Phase erbaut worden sein . |||

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INVESTOR’S CHOICE

Zuletzt Niederlassung von chemisch- pharmazeutischen Betrieben , wurde der Block zugunsten eines Büro- und Wohnprojekts geschleift , Investitionsumfang : eine Milliarde . Stolz präsentiert die Firma Porr Projekt und Bauvorhaben , einige Fotos ( scroll down ) dokumentieren den Baufortschritt : “Shift happens” . |||

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ZU GRUND

Die solcherart zusätzlich mitten ins dicht bebaute Stadtgebiet gesetzten rund 150 Wohneinheiten wurden u. a. auch als Argument gegen die Umwidmung des Grüngrundes Sensengasse angeführt : Die angeblich “bürgernah” ( agenda 21 ) vollzogene Debatte um eine möglichen Bebauung wurde schliesslich ebenso zubetoniert wie der Grund . |||

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KLANGAPPARAT

Es gibt sie noch die guten Mixes und Manufakturen , denen man blind vertraut . In Audio- Angelegenheiten ist dies natürlich die falscheste Metapher seit es Schokolade gibt . Eben : Die Marke , der Mann , der’s stets versteht , streichzarte Mixes zu fabrizieren , wohltemperiert , perfekt dekantiert und auch im Abgang nachhal(l)tig . Nachdem jetzt schon Jeder weiss , auf wessen Einspielungen wir anspielen , brauchen wir den Namen Tom Larsons ( @ MySpace ) gar nicht mehr zu nennen . In 400+ Online- Tagen haben wir den Langstreckenbandelkramer mit dessen diversen Produktlinien wie à la Deep Series oder Klänge der Nacht bereits mehrmals präsentiert . Sei’s @ Deepindub , Dreiton , Sonic Walker oder Mixotic : Larsons Klangräume gestalten sich stets diskret , schaffen mehr Raum als sie nehmen . Die “tiefen” Referenzen an die Melancholie widersprechen dabei in keiner Weise der spezifischen Helligkeit der Larson’schen Atmosphären . - Aber , Aber : Genug geredet und zurück zur Serienschaltung . Eben ist Part 3 der Reihe “minimal auch ohne schal” bei loopzilla erschienen . Da das Web des Labels momentan nicht ereichbar ist , müssen wir für’s Erste auf einen Zwischenträger linken . Wird zu geeigneter Zeit ins Richtige redigiert .  Et voilà : Die guten Jungs wollten ihre Seite offenbar für das Saturday- Night- Fever optimieren . Optimal . CLICK LOOPZIILA TO LISTEN  ( mit oder ohne Schal ) . |||

vienna demolition III : a story in pictures



||| SCHRIFT UND FOTOGRAFIE | WUNDERLICH | NEUES BRANDING - TEARING DOWN THE HOUSE | KLANGAPPARAT

SCHRIFT UND FOTOGRAFIE

Sobald Schrift in einer Fotografie figuriert , geht deren BILDWERT verloren . Margherita Spiluttinis These trifft absolut zu : Unser auf Schriftzeichen gedrilltes Auge eilt zunächst flugs auf die Lettern zu , um diese zu entziffern . Erst dann weitet sich der Fokus wieder auf das , was auf dem Foto noch so und um die Schrift herum geschieht .

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Ein ähnlicher Effekt übrigens wie die kuriosen Choreographie des Museumsbesuchs , wo eine vorgängige kleine Volte stets um die Index- Täfelchen rotiert , um erst dann auf die grosse Tour zu gehen und den Blick auf das tatsächlich an der Wand hängende Bild freizugeben .

Schrift dient just in der Fotografie nicht selten dazu , billigen Bildwitz zu erzielen - für ernstere Naturen nennen wir dies gerne auch “Hintersinn” . However : Man sucht sich Beschaffenheit der zu fotografierenden Sites oft nicht selbst aus , sonder nimmt , umgekehrt , das Vorgefundene auf .

Im Fall des Abbruchs der Biedermeier- Niederlassung der Firma WUNDERLICH erzielt die Konfrontation des ja auch alltagssprachlich im Sinne von “sonderbar” verwendeten MARKENZEICHEN- Wortes mit der Ansicht der Stein für Stein ruinierten Architektur einen nachgerade “polemischen” Effekt . Dieser liegt allerdings NICHT in der Fotografie an sich , sondern im Sosein des Aufgenommenen . |||

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WUNDERLICH

Kultur- und stadthistorisch von Interesse mag sein , dass die von Adolf Wunderlich 1897 gegründete Likörfabrik - noch heute für den Rossbacher Käuterlikör bekannt - in dem auf den Fotografien abgbeildeten Haus wohl ebenso gearbeitet haben dürfte , wie es Beppo Beyerls Artikel über das Wiener Schnapsmuseum beschreibt ( Distillerie Friedrich Fischer Franz Pomberger’s Eidam ) . Zu ebener Erd’ die Manufaktur , das Lager und der Verkauf - im ersten Stock der Familiensitz . Wo und wie in solchen Betrieben die Lehrlinge und Gesellen ( just im 7. Bezirk ! ) gehaust haben , kann man in den drastischen Arbeiter- Memoiren DAS RAUE LEBEN ( 1920 ) von Alfons Petzoldt nachlesen . |||

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NEUES BRANDING - TEARING DOWN THE HOUSE

Das vom Unternehmen 2003 stolz verkündete Relaunch von Marke , Verpackung und Image schien mit dem alten Haus in der damals recht abgewirtschafteten Kaiserstrasse nicht mehr kompatibel gewesen zu sein . Also wurde geschliffen . Womit auch die in|ad|ae|qu|at gezeigten Fotografien diskret datiert sind . |||

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KLANGAPPARAT

Die MySpace- Kultur mag mittlerweile unerlässlich sein für zeitgenössische Stadt- und Landmusikanten , um akustische Honigspuren auszulegen ins utopische Out- There möglicher Hörer . Dem Klangfahnder wiederum bietet sich in den dortigen Warenlagern die angenehme Möglichkeit des - altwienerisch geagt - “Gustierens” . In visueller Hinsicht stellen die meisten MySpaces allerdings ästhetisches Armageddons dar : In Längen- wie Breitenformatierung ausufernd und voll mit diversem Krempel der Selbst- und Friends- Interessen .

Nicht wesentlich besser kommen allerdings manche Netlabel- Heimseiten daher : Mit wirren Flashs und Crash- Architekturen verhindern mehr sie czz hörempfehlungdas Durchdringen zu den Soundfiles und Artist- Daten , als solche Begehr zu befördern . Deshalb gehen wir auf das Berliner FACH an dieser Stelle gar nicht weiter ein , sondern nehmren den Umweg zur freundlichen Flächen- Technik des fotogenen Rostockers Björn Spielmann ( MySpace ) vermittels des Sammeltaxis von MinimalNet . Wenn wir dort lesen , dass die EP “DRY & WET” sowohl das Début des 1984 geborenen DJs als auch der FACH- Leute ist , kann man mit den visuellen AB- Aufbruchhalden ein bissel besser leben . Die soundz des Spielmanns schwingen am Rande von Trance und dürfen sich von daher eine gewise Ökonome der Mittel gern gönnen . Ein paar schöner Harmonie- Findungen halber sind die gar nicht trockenen Tracks indes höchst hörlich .

Aber ach , wie wir beim Einrichten des Musiksalons eben bemerken , sind die Tracks nur via Media- Plaayer abzuspielen …. ein weiteres Minus in Sachen Usability : Asche auf unser Haupt , wenn wir jetzt einfach noch einmal auf die Release- Seite von MinimalNet bzw. MySpace verweisen müssen … |||