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BÜCHNERPREIS UND BILDLEGENDE

Dem Kärntner Schriftsteller Josef Winkler wurde seitens der “Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung” der “Georg- Büchner- Preis” für das Jahr 2008 zuerkannt ( hier die Begründung ). Ein erfreulicher wie gebührlicher Anlass für in|ad|ae|qu|at , seine Archive zu öffnen und - neben einer portaitierenden Textpassage - erstmals einige Photographien zu publizieren aus dem Raum zwischen “Realität” und “Literatur” : Hier der schweigende Kosmos des kreuzförmig angelegten , katholischen Heimatdorfes Kamering . Dort die Gegenwelt der über 30 Jahre hinweg penibel geführten sowie mit Kunstpostkarten dekorierten Notizbücher . Und der berühmte , in Hunderten Sätzen , Wendungen und Metaphern zitierte Kalbsstrick . Entstanden sind die Bilder während eines zweitägigen “Umgangs” im Sommer 2003 , da der Autor uns geduldig zu vielen seiner “Lieux de Mémoire” führte .
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KÖRPER DES KATHOLIZISMUS
Was Heimat sei , was Herkunft , dies definieren die Leitideologien gerne positiv : Als Kräfteborn des Menschen am Busen einer vertrauten Kultur . Dass dem nicht so sein muss , sondern der Ursprung - das Dorf - zur Hölle werden kann , haben eine Reihe österreichischer Autoren mit allen Mitteln ihrer literarischen Kraft demonstriert : Von Thomas Bernhards frühem Roman “Frost” über Peter Handkes “Hornissen” und Franz Innerhofers “Schöne Tage” bis hin zu Josef Winkler , dem vielseitigen und konsequenten Bilderstürmer gegen die Ikone der heimatlich heilen Welt . Hatte Winkler in der Romantrilogie “Das wilde Kärnten” ( 1984 ) mit rhythmisch- obsessiver Sprachwut an den Gefängnisstäben seiner engen Heimat gerüttelt , so hat er - freilich auf seine Weise - dabei Gleiches mit Gleichem vergolten : Er hieb sozusagen mit Rosenkränzen und Fluch- Litaneien auf den Zwangs- und Schuldapparat des Katholizismus ein und legte dabei jenes Paradox bloss , welches ihn bis heute fasziniert : Gerade der Katholizismus , der die Leiblichkeit so scharf an die Kandare nimmt , strotzt in seinen Symbolen , Ritualen und Reliquien von purer Körperlichkeit . Sind es freilich die gemarterten , gequälten und entstellten Körper , welche als Reliquien , auf Bildnissen und im demütigen Küssen des Kreuzes im Mittelpunkt der ( Volks- ) Verehrung stehen , so hat Winkler gerade aus diesem Element seine literarische Methode destilliert . Stets sind es Leiber , um welche sich seine rhythmische Rede dreht . Dabei revolviert er um das Rätsel der “Kreatur” und es ist charakteristisch für diesen Autor , dass er die Frage nach dem Leben von der anderen Seite - vom Tode her - stellt . Die minutiöse Beschreibung von Schlachtung und Opfer , Agonie und Verwesung wirft immer wieder neu die Frage auf , was Leben , was das Individuum - gleich ob Mensch oder Tier - eigentlich sei . ( Fortsetzung : “Von der diskreten Heiterkeit des Fleisches” )
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KAMERING - KIRCHHOF - KREUZ

( Der elterliche Hof )

( Kirchhofmauer , dahinter
das Grab des Grossvaters ,
Josef Winkler 1871 - 1961 )

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VERSCHRIFTUNG - BEBILDERUNG : DREISSIG JAHRESBÜCHER

( Seit 1973 … )

( … jedes Jahr ein Buch )

( eingebunden in Bilder )

( Von der Renaissance … )

( über niederländische natures mortes … )

( …. bis hin zu Chaim Soutine )

( Scrapbook , Indien 1993 )
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DER STRICK - EIN STÜCK - IM SPIEGEL

( Ein Ende )
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KLANGAPPARAT
Dem zum Teil offenen Missmut des deutschen Feuilletons über diese Entscheidung sei hier und jetzt kein Raum gewährt . Vielmehr möchten wir
in|ad|ae|qu|at als “Festmusik” Terry Rileys meditativ mäanderndes Stück für E- Orgel ( plus Delay ) anspielen , welches Ende der Siebziger Jahre Figuren des westlichen Minimalismus und Motive der klassischen indischen Musik ineinanderblendete . Reeditiert auf dem Album “Shri Camel” ( 1980 ) , spielen wir hier den via UbuWeb überlieferten Soundtrack eines filmischen Portriats des Komponisten . CLICK TRACK TO LISTEN : Terry Riley : Shri Camel : Morning Corona |||
Zeitgeschehen vergegenwärtigen : Die - vor einigen Tagen an 











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