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Salon Littéraire | Lisa Spalt : T-U-L-P-E _3 / 3



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Salon Littéraire | Lisa Spalt : T-U-L-P-E _3

Konnte Tulpes Handeln also gelingen …

 

TULPE_copyright_Lisa_Spalt

Konnte Tulpes Handeln also gelingen - und das aus einer starken Handlungsposition heraus - dann nur unter der Bedienung identifingierenden Erfahrens. Tulpe ist Tulpe, das ja. Aber Tulpe muss wahrscheinlich irgendwann erfahren, was ihr Begriff ist, muss warten, welche ihre Mittel sind, vor allem aber wo und wofür sie steht. Ist Tulpes Erfahrung ihr Leben? Auf der Matritze welchen Wertesystems kann ihr Leben werden? Zählt nicht vornehmlich ihr Erfolg auf dem Gebiet der sanktionierten geschlechtlichen Liebe, zählt für sie nicht vornehmlich, einen Partner abzukriegen, bevor ihre Fortpflanzungsfähigkeit versiegt, bevor ihre Liebe damit zur Perversion wird, um also endlich mit diesem Abgekriegten auf natürliche Weise alt zu werden, während derselbe seinen zweiten Frühling erlebt, seine Fortpflanzungsfähigkeit weiter übt, da seine Liebe immer noch anderweitig benötigt, mit Nachwuchs gesegnet und niemals unnatürlich wird? Tulpe geht, dies alles bedenkend, ran. Sie weiß, sie muss sich so sehen lernen, wie sie von anderen gesehen werden will, und Tulpe siezt sich daher probeweise. Tulpe versucht sich in einem Role Playing Game (RPG) und Sie wird das später unter Identifiktion verbuchen. Weil das nach Lebenserfahrung klingt sagt Tulpe wie andere F-Wörter auch, wenn man sie nur ausreichend beiläufig ausspricht. Ja, auf diese Weise angesprochen, werden Sie einen ganz anderen Bezug zu sich kriegen versichert sich Tulpe. Und sie macht das für ein nicht zu vernachlässigendes Seminary-Sümmchen.

- Tulpe fragt: Soll Tulpe mit Tulpe handeln?
- Darauf SIE: Im Dorf, auf der Hälfte der Länge des Weges vom Gasthaus zum Haupttor nach Wyzima, gibt es eine Bäuerin. Eine Bäuerin ist mit einer Tulpe rumzukriegen.
- Tulpe: Tulpe ist die Identität als Gleichstellung zugunsten Tulpes biographischer Aktion?
- SIE: Tulpe kriegen Sie im Tausch gegen eine Wildblume von einer Stadtbewohnerin.
- Tulpe: Tulpe findet sich also im Blumenhandel?
- SIE: Im Tausch von Leiche, an Kreuzung liegend.

Ungefähr auf diese Weise schließt Tulpe ihren Ausflug in die Virtualität ihres Charakters ab. Sie wird bei ihrer Tulpenfindung womöglich über Leichen gehen müssen und so weiter und so fort, eben anstatt von anstatt. Das Feld der Identifingierung sagt Tulpe das ist der freie Markt. Asbach uralt brüllt Tulpe, schleudert sich mit armwerfender Geste aus sich heraus, sie kann sich noch währenddessen als absolut peinliche Geste erfassen. Yes, Tulpe weiß, wie man den eigenen Mundgeruch mit der vorgehaltenen Hand testen kann, sie wendet dieses Feature auch an, da es nach dem letzten Ausruf so penetrant zu stinken scheint. Ach, Tulpe hatte eben etwas ganz anderes zu werden vorgehabt. Sie stellt ihren Handlungscharakter leider nur genau so fest, wie es Ihnen, wie sie sagt, gerade so passt. Ja, Tulpe war ja gerade noch ganz auf Renergie Morpholift Repositioning eingestellt, auf Kreuzungen von Darwin-Hybrid-Tulips und auf all sowas, aber warum eigentlich nicht, wenn Sie es nun mal so wollen, blablabla. Und ab. Mit Abbrev. Viatur Trav. Zweig. JPG […] Und am Ende gerädert raus beim Hotel Tulpe in Halle, Ecke Kaulenberg/Alte Promenade, oder beim Hotel Tulpe am Fuße der Hohen Salve in Tirol bzw. im Golden Tulip all over the world und das gleich all inclusive und das all noch zu definieren et cetera. Im Vorgarten jedenfalls jetzt schon Haltung als zaghaftes Zuhausegefühl, als Green des Stängels in Stammzellen geliebt, als Wollen den Charakter beschäftend et cetera … Eine Tulpennatur sind Sie! (We so usually talk about a tulip, when a woman presses her vagina against the face of an unconscious man, you understand?) Oh, customize your avatar before hitting the virtual dancefloor. Bitte was? Na, dank recht schön, Freud, für diesen Zimmersymbole erschließenden Tulpenschlüssel. Dann also mal alle Bäuerinnen anklicken, die da so rein- und rausgelaufen kommen! Rein und raus, alter Hut! Überhaupt, Tulpe will sich wirklich unbedingt ein wenig Identität einhandeln, richtig old fashioned, das Pflänzchen. Tulpe war überhaupt noch nie die Bäuerin. War ja noch nie WIZIMA Treuhand, Dietlikon, Bettstenstraße 11 gewesen, aber warum nicht? Hängt doch alles zusammen, sind doch alles mögliche Relations!

(Definition: A tulip is a special type of joint … Eine Tulpe ist eine spezielle Form von Gelenk …
… which looks like a regular joint … das aussieht wie eine reguläres Gelenk …
… but with a sack of marijuana on the end of it … aber am anderen Ende des Dings sitzt Maria Johanna …)

Warum denn aber nicht ein tulipwalker sein? Ein pink-links-liberal-kommunistischer Baum-umarmender, anti-amerikanischer Umweltnazi-Peacenik?

Warum eigentlich nicht ein tulip sniper werden? Rote Tulpe, die mit einem Tommy Gun bewaffnet ist. Schießt auf niemanden. Hat eine angenehme Stimme.

Warum aber nicht tulipan? TUEP der versucht, Hare Krishna zu sein, alle verbotenen Substanzen der Welt verteufelt und noch nie in seinem Leben ein Tier gegessen hat.

Und Franz Riepl, IRRE PFLANZE, FARNPILZER, FEZ-PLAN et cetera? Ja, Tulpe findet bei näherem Hinsehen immer wieder Hinweise auf einen geheimen, einfach alles erklärenden Bauplan. Irgendeinen Grundstoff, der sowohl mit dem ständig sein Denken wechselnden Kopf (oder der den Kopf wechselnden wechselnden Bedeckung des Kopfes: Fez, Tülbent et cetera) als auch mit dem Vegetabilen in Zusammenhang stehen muss. Etwas, das noch nicht einmal in Grundstoff und Grundplan ausdifferenziert ist, das allen Verwandlungen zugrunde liegt. Wenn ich gestorben bin sagt Tulpe bin ich allem Anschein nach aus einer Kopfbedeckung entstanden, werde aber Pflanze sein. Warum also nicht?

Franz (16 Daumen hoch, 27 runter): anderes Wort für Profilneurotiker. (Sei nicht so ein Franz, was Deine Größe betrifft, es ist nicht die Größe, die zählt.)

Franzi (8 Daumen hoch, vier Daumen runter): verrückter Arsch, spontane Person, lustig und sensibel, lächelt immer.

Warum aber nicht Mongolin fragt Tulpe imstande, eine mit dem Wort TULPA verbundene Vorstellung als eine Art Produktionsmaschine für Lebewesen zu benutzen. Vergleiche dazu Alexandra Tulipe-Néel: Sie brachte das Wort (the noun) Tulpa um 1920 herum nach Europa, erzählte, sie habe als eine tibetische Nonne (a tibetan nun), die sie geworden sei, die Tulpa eines kleinen Mönchs erzeugt, welcher sich dann allerdings so schnell und so deutlich von ihr abgetrennt hatte, dass sie ihn töten musste. Die Mongolen produzieren Lebewesen sagt Tulpe aus dem Gedanken-Rohstoff, welcher bekanntlich überhaupt nichts kostet, aus ihren inneren Monologen, die sowieso täglich zur Produktion und Aufrechterhaltung der eigenen Konsistenz absolviert werden müssen, Perpetuum Mobile. Und wir dürfen davon sprechen, dass bei dieser Art der - zum Beispiel landwirtschaftlichen - Produktion das Volk sowohl den Rohstoff als auch die Arbeit liefern würde können. Die Tulpa könnte also, zur Erzeugung von essbaren Pflanzen und Tieren angewendet, durchaus ein Ausweg aus der Problematik der Weltnahrungsknappheit sein.

Tulpe, Tulpe wirft Julien Tulipe de la Mettrie die Arme, ein Händeringen zeitgemäßerer Art dieses verblichenen Autors, der um heutige Lesende wirbt Tulpe, klar, sie ist ja die Pflanze Mensch schlechthin. Klar, Tulpes Wurzel ist logisch (natürlich) ein analysierender Verdauungsapparat, welcher das Gehirn ernährt. Ja, ja, da ist ja der Mensch, da ist ja die Pflanze zeigt la Tulipe auf den Kopf hinter seinem Gesicht sehen Sie doch, dass beide - und das miteinander - identisch sind.

Ach, für Sie bin ich doch nur mault Tulpe das Schoßhündchen Natur. PET mault Tulpe, die gewissermaßen zum Inventar des Shops gehört, in den wir zurückkehren, da unsere Natur heutzutage natürlich fließend Englisch spricht, auch wenn sie den Blumentopf im Fenster nie verlässt. Eine bessere Begründung gibt es nicht. Lupe, das Hündchen kläfft unsere Tulpennatur, welche sich zunehmend gegen den Menschen in uns wehrt Sie nähern sich mir auf kolonialistische Weise. Sie dringen schamlos in meine Tulpen-Materie, benutzen meine Tulpen-Rede, welche Sie die Natur Ihres Handelns erfahren lässt, auf die alt bekannte, elegante, schamlos mit großen Tieren wie exotischen Mustern flirtende Art: mild wild. Sie holen mich in Ihre allgemein verständliche Sprache zurück, über Ihren Vintage-Safari-Style. Und ich denke langsam bedeutet die Tulpe, die das Fenster meinem Spiegelbild einschreibt, für mich. Sie sollten beginnen, Respekt vor meiner Natur zu zeigen, ich denke sagt Tulpe ernsthaft Sie sollten anfangen, Ihre Natur zu siezen.

<<Die Niederländische Versicherungsgesellschaft Paerel Leven bietet Tabakkonsumenten bei Pensionsversicherungen einen Rabatt von 20%. In den Genuss der Vergünstigung kommen nur Kundinnen, die glaubhaft machen können, dass sie weit wenigstens fünf Jahren mindestens 10 Zigaretten täglich rauchen. Die Raucherinnen können so ihre Lebensjahre (laut Statistik ca. 8 Stück davon) direkt gegen bares Geld eintauschen, das ihnen während der verbleibenden Jahre genussfördernd zur Verfügung steht. Oh, what’s better than roses on your piano ? It’s tulips on your organ …>> (Quelle: Der Standard, 26./27. April 2008)

Hey, sind Sie ein Unkraut-Typ, sind Sie ein Blüte-des-Dingsbums-T-U-E-P? Ja, der Wert des Wesens: eine Frage von Angebot und Nachfrage, nicht wahr? So stellt es sich dar. Ist es ein Glück, dass sich Tulpe von Natur aus relativ langsam vermehrt? Tulpe: <<Die Frage ist, ob das für immer so bleiben muss, ob ich mich für immer so langsam vermehren werde. Bin ich erotischer, wenn ich mich rar machen möchte? Bin ich begehrenswerter, wenn ich außer Kontrolle gerate? Sind Erotik und Kontrollverlust gleichzusetzen?>> Ich möchte wirklich zu gerne wissen, was ich eigentlich sein will seufzt Tulpe nämlich: Soll ich den Underdog geben, geb ich den DINK [1]. Ach, sollte ich mich, um meine Bestimmung zu erfahren, mit der Natur der Acker-Winde identifizieren? Ein kleines Role Taking wäre meiner Entwicklung vielleicht durchaus förderlich. Aber was wird aus Ihnen? Schließlich habe ich mich entrüsten Sie sich während Ihrer nun tatsächlich zähen Entwicklung mit äußerster Mühe in Ihre Natur eingefühlt. Ja, Sie empfinden wahrscheinlich bei dem Gedanken, dass ich - Sie sozusagen mit mir reißend - in jemand anderen schlüpfe, etwas unpassend Sexuelles. Nun, ich, Tulpe, vermehre mich als Acker-Winde über die Blüte, nutze aber, wenn sich die Chance bietet, eben auch die Methode vegetativ, nämlich dann, wenn meine Würzelchen - beispielsweise durch Sie - aufs Gemeinste zerbrochen werden. Und an dieser Stelle kommen Sie mir natürlich mit dem Lustprinzip, fragen, ob nicht, was der Erhaltung der Art dient, irgendwo auch mit einer Lustempfindung gekoppelt sein müsse. Sie fragen sich womöglich, ob Sie nicht sexuelle Handlungen an mir, der masochistisch sich windenden Pflanze, begehen, wenn Sie versuchen, mich durch das Zerreißen meiner Wurzeln zu killen. Ja, ich bin Ihre Rede, ich denke wie Sie. Artübergreifende Unzucht mit dem unmündigen Pflanzenkinde? He, wie alt bin ich eigentlich? Verspüre ich eigentlich Schmerz, wenn Sie mich aus meinem Drecksloch zerren? Und ist dieser Schmerz, falls ich ihn denn spüre, nicht Teil der mir von der Natur gegebenen Lust? Ist dieser Schmerz also tatsächlich Teil meiner Vermehrungssucht? Wäre ich demnach nicht schlichtweg pervers, wenn ich mir eine schmerzlose Teilung in meinen photosynthetischen Träumen erdächte? Na, wie weit ist es denn nun mit unserer Einfühlung her? Werde ich als Acker-Winde eine Chance haben, die natürliche Auslese durch Sie, meine kulturell gebildeten Lesende, zu überleben? Werden Sie mich einfach aussortieren? Es ist doch, ehrlich, das Kreatürliche an mir, die Natur, die Sie stört, meine Fähigkeit, ohne Rücksicht auf Kollateralschäden zu handeln, Ihre Theorie ohne Gewissensbisse vom Markt zu verdrängen, mir die Grundlagen Ihrer Tomatenzucht einzuverleiben, bevor Sie noch Tomaten pflanzen konnten.>>

(Und so interpretieren verschiedene Weisen von Aufblühen und Verwelken die Bewegung von Tulpes Spazierengehen, stoppt der Blickfang des Fächer-Ahorns Tulpes bewegliches Sehen, deutet das Um-die-Wette-leuchten winterlich zitternder Beeren den Lauf des Pumas auf Tulpes Cotton-Cat-Tee-Shirt, und mit starren Halmen setzt das Riesen-Pfeifengras kupfergoldene Akzente …)

Und Tulpe, respektive Ihr innovatives Wrinkle Restoring System, Reproduktionskapazunder, vor allem wirksam als Concentrate Night Pearl-Dings, lässt Weizenfelder im Bagel wogen, lässt trockenes Holz knistern in braunem Tütenpapier, überm Tulpe-Kamin klickt die Bambusdeko, und sie klimpert - welches Wort wäre hier wohl angenehmer? Ach, nichts kann Sie besser regenerieren als eine ordentliche Portion Natur! Baumwollgewebe von der Materie ziehen, Fett von Fleischfaser-mjam-mjam trennen, und Tulpe produziert sich, Sie schmückend, als Dichternarzisse im naturidentischen TPU-(möglicherweise also thermoplastischen Polyurethan-Dingsbums, hm, Texin-)Outfit, darauf ihr zartes Frühlingsparfum, verduftend zwischen Holzimitat-Objekten rund um Ihren, ihrer selbst sich bewusst werdenden Körper, wow, und der vertieft sich, um Ihnen zu gefallen, in seine Selbst-Organisation, befördert mit Handwörtern kontrolliert biologisch gezüchtete Pflanzen aus Bananenblättergebinden in den lebendig sich fühlenden Innenbehälter, und als Wurzeln in der eigenen Natur wird eine pflanzliche Nahrung begriffen, als Karottenschnitzel, als Rettichstreifen. Man sprießt Tag für Tag aus der Schwarzwurzelscheibe, den Rotkrautschnipseln, den Zwiebelringen, generiert sich aus unscheinbaren Maisgarnituren, gedeiht im Umrührstäbchen Ihres Kaffeebuschprodukts, als gummierte Zellulose der Speisekarte, edel in geblätterte Esche gebunden, als Kokosnuss, Mango und Lychee in 2-Euro-und-10-Cent-Saft-Form, Pflaumenwein (kann in Gestalt von 3 Euro 30 die Besitzerin wechseln), und Sie übersetzen Curry mit Gemüse in sich selbst, und Tulpe nennt Sie einen bombastischen Tag am Strand des indischen Meeres, und die geht da rein als Ihr Denken wie das Futter in den Handschuh, geht rein wie ins Heimtextilienparadies, Taborstraße 18, Wien, zweiter Bezirk, und dann neuerlich Links, neues Nadelöhr …

Hallo, Man schreit Tulpe. Wo Sie einmal ihr Denken besaßen, haben Sie jetzt mich. Schön, mit Ihnen intimer zu werden! Sie machen sich ja langsam sehr selbständig. Sie behaupten ja seit neuestem, Sie verstünden mich nicht? Na, ich bin Ihre Natur, sonst nichts. Und wie wollen Sie mich verstehen? Sie sind ja nur der Geist, den ich aus nichts als aus mir heraus produzierte. Sie vermögen ja nichts, als Zeichen gegen Zeichen zu setzen. Sie glauben ja, sie tauschten diese Tauschvorgänge gegen gültige Definitionen. Sie definieren ja den Begriff Tulpe simultan als Reichtum und Crash, als Leben, Leichtsinn und Fruchtbarkeit, als Verantwortungslosigkeit, die Istanbul und die Niederlande, als unvernünftigen Umgang mit der Gottesgabe Geld, eine Selbsthilfegruppe von Gesichtsversehrten, den Kampf gegen Drogen et cetera, ja, sogar als die Wahre Tauschaktion Liebe. Nun, erinnern Sie sich? Sie begannen zu fragen wo oder was ist meine Natur. Ich legte ich Ihnen in der Sprache der Blumen eine Tulpe in den Mund, sie zu schmecken, Sie aber schoben Sie sich ins Gehirn. Sie entdeckten zwei antibiotisch aktive Glucoside an mir [2], produzierten daraus vorläufig noch ideellen Gewinn. Hirnhälfte und Zwirn! Ich bin Ihr Tulpengedanke. Ich reproduziere mich als Ihre Gehirnwindung, Ihre Natur, die ich bin.

- Wenn Chandlers Katze, die der Autor übrigens beugt sich Tulpe im Wind für seine Sekretärin hielt, ihre Pfote hochhob und etwas länger betrachtete, dachte seine Frau, das Tier wolle eine Armbanduhr haben. Dieser Gedanke war natürlich ich!
- Die Frau verspürt das natürliche Bedürfnis, teure Schuhe zu kaufen? Diese ihre Natur bin natürlich ich, die sie so handeln lässt.)

<<Sie kommen ja aus Ihren Interpretationssystemen nicht mehr heraus sagt Professor Tulpe. Wenn nämlich eine Person so Professor Tulpe zur Patientin wird, dann deswegen, weil sie - für Europa nicht ungewöhnlich - der Meinung ist, ihre Natur habe sie in ihrem sterblichen Körper eingesperrt. Die Patientin bezeichnet diesen Körper dann gern als ihre sterbliche Hülle, als ein Gefängnis, sie beginnt, endlose Wortfolgen zu repetieren, nennt dieses Geplapper Gebete. Eine Empfindung von Empfindungslosigkeit beginnt bald, von ihren Füßen her aufzusteigen, die Patientin erblickt im Spiegelbild ihren Naturbegriff, unter dem sie - Verschiebung! - eine Anzahl von Schierlingsgewächsen versteht. Schließlich beginnen ihre Gehirnzellen, den Gedanken zu produzieren, derselbe Gedanke könne sich von ebendiesen Gehirnzellen trennen und so deren (ihrer eigenen!) Sterblichkeit entrinnen. Symptome eines Auflösungsprozesses zuckt Professor Tulpe mit den Schultern irrationale Standpunkte, religiöse oder okkulte Themen, exzessives Schreiben ohne Bedeutung, Berührungen verweigert, Anzeichen für die Ersetzung von tätigen Gehirnzellen durch den bestehenden, stehenden Text, Katatonie. Sollte die Patientin in diesem Stadium ihren Körper, den sie zunehmend von sich abzutrennen versucht, indem sie ihn Natur nennt, noch länger dazu benutzen, ihn mithilfe seiner selbst mörderischer Absichten zu beschuldigen, wird der Körper beginnen, sie tatsächlich zu töten. Fesseln des Stoffes ruft Tulpe Schlingen schwerer als sein Gelingen, von den Nerven springende Darmbewegung, Horrortipp, Klick … Den mörderischen Gedanken in letzter Sekunde loswerden zu wollen, nützt allerdings dann nix. Das Gift der Reflexion hat bereits vor zu langer Zeit das Zwiebeln riechende Fleisch vom geschwungenen Wort jeder Tulpe getrennt. Es bleiben Handlungen an Namen von Pflanzennamen, Handlungen an nicht existierenden Gegenständen, mit abwesenden Menschen, mit Ursachen in Form von Zwiebelgedanken, Wirkungen am Ort von Tulpenabblättern … >

… und dann starben Sie also, Sie richtiges Lesewesen, Sie unbekannte Art, falscher Sammelbegriff für einzeln Bleibende. Ihr Serienmord erzeugte auf unzulässige Weise die Gruppe der Tulpenopfer. Und so ging ich hin, um deren Geschichte zu schreiben, ging mit Fortschreiten der Story auf meiner, sich in die Vergangenheit der bekannten handelnden Personen verzweigende Spüre zurück, ein Lügehen, klar. Tulpe Killer, Tulpe Gift! Mensch, das konnte doch kein Mensch gewesen sein! Tulpe tat doch keinem Menschen was zu Leid. Dann die Notiz, das Indiz, unterstrichen vom deutenden Index: Tulpe sprach Sie als Raymond Chandlers Katze an. Tulpe sprach Sie an als Raymond Chandlers Perser, na klar! Mit dem Instrument der Vertauschung war die Lösung zu produzieren. Denken Sie nach! Für Katzen kann der Genuss von Tulpen durchaus tödlich sein!

Epitaph:
Die geotrope Begabung der Tulpe erfasste einst den kochenden Mittelpunkt der Erde als UNTEN / OBEN die wartenden Schalen telegraver Sterne, Häute von der Erde aus betatscht. Das Wurzeln bohrte nach dem so genannten Herzen mit dem Finger der Hand um das Streben nach Fassung einer um Lichtjahre entfernten universal wirkenden Metapher. Erst, wenn Tulpe tot IST / WIRD: Zwiebel (in der Erde LIEGEN / im Himmel allerdings SEIN. (Fffft!)

(Eine einzige 600-Grad-Lampe illuminierte Tulpes New-York-Art-Star-Status/wir sagen Tulpes New-York-Kunststern-Standort: Ist Tulpes Sperma 100 000 Dollar wert?)

He, kommen Sie auf den Teppich! Tulpe ist im Himmel. Tulpe ist Geschäftsführerin im HANDY PARADIES, Wien, Neulerchenfelderstraße 21, 16. Bezirk. (Wow, wie die überrollte Handtasche mehr als der tote Körper selbst berührt - denkbar: weil sie der Auflösung des Bewusstseins in den Gegenstand der toten Natur ein Bild gibt?) Na, wollten Sie nicht endlich das nächste Level erreichen? Haben Sie denn gar keine Sehnsucht danach, einen abgebrochenen Kontakt aufzufrischen? Wählen Sie TelUP, das luxemburgische real free Internet, the new inspiration in telephony! Es berät Sie Maude Fettmann, Boulevard Royal 3. He, hören Sie endlich auf, für Gespräche zu bezahlen! Hören Sie endlich auf, von Tulpe nur zu lesen! Hören Sie Tulpes Stimme live, hören Sie, wie sie mit sich selber spricht, hören Sie sie jetzt! Kommen Sie rüber zu Tulpe, in ihre neue Fernsprech-Welt!

TULPE_copyright_Lisa_Spalt

[1] - DINK = Double income, no kid.
[2] - Siehe Rudolf Tschesche, Friedrich-Johannes Kämmerer und Günter Wulff vom Institut für Organische und Biochemie der Universität Bonn: Über Glykoside mit lacton-bildendem Aglykon, II. Über die Struktur der antibiotisch aktiven Substanzen der Tulpe (Tulipa gesneriana L.).

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Lisa Spalt

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Die Geschichte ist natürlich nur erfunden …

 

TULPE_copyright_Lisa_Spalt

Die Geschichte ist natürlich nur erfunden gesteht Tulpe, schwebt vom Verkaufstisch herunter Anmache ist alles, passieren wird nix, wir sind ja PLUTS, Kreuzungen von prudes und sluts, aber wenn Sie heutzutage etwas verkaufen wollen, müssen Sie eben eine Geschichte erzählen. Zitat Heinz von Tulpe: Wir halten ja jene Wissenschafterin für den Vertreter der besten Theorie, welche die beste Geschichte erzählt. - Genau diese Erfolgsstory entwickeln zu lernen motiviert Tulpe Sie und Ihre Anwesenheit hier sind wir zusammengekommen. Und nun rein in das Geschäft mit dem Stoff, der das Objekt Ihres Handelns sein muss!

<<Mann hält Turbantuch in Hand für Traumfrau, Frau wird durch Zeichnung von Tulpe erregt. Oh, Tulpe ist im Besitz von Mann, oh, Mann! Oh, Tulpe ist gleich Mannespotenz! Oh, Schönheit von Tulpe ist gleich proportional zu Sinneserregung von Dame! Hurtig elektrifizierende Schlüsse gezogen: Zwiebel von Tulpe deutet als Tulpe in Nuce auf durch Besitzer zu erwartende sinnliche Genüsse. Frage: Berechnung möglich? Formel klar: Männliche Potenz entsprechend Erregungspotenzial von Schönheit von Tulpe, was Glück & heureka! Überlegungsprodukt: TULIMANTIE, LIANE MUTTI, LAUTE INTIM, das ist Tulpenorakel gleich Erfindungspotenzial. MUT-LITANEI von ALE TUT MINI! Begründung: Orakel gleich Einnahmequelle. Ergo? Kioskaufstellung für Eintausch von Nichtwissen gegen Vorkehrungen-Treffen, dadurch Zukunft-Verändern und neues Nichtwissen, gegen weitere Zwiebeln plus Nulpe-wird-Duce-Orakelsprüche. Begierdeleistung, Lustvorsprung, Genusstrategie: Ich ist gleich Rohstoff zur Produktion der Weltmarktführerin. Oh, oui, c’est ça, tulimentir! Peripetie! Endlich können wir wirklich handeln, da das Orakel verbindliches Wissen über Effekte von erotischem Tun verspricht!>>

Ok sagt Tulpe damit wissen wir zumindest, was die Geschichte mit der Tulpe geschehen hätte lassen können. Hätte hebt Tulpe das grüne Händchen. Wäre es denn fragt Tulpe nach Einrichtung des Erotik-Orakels nicht stante pede zum Ausbruch einer Tulimantie-Manie gekommen (Tulpenwahn definiert Tulpe: Glaube an die Beherrschbarkeit des Handelns), wäre es in der Folge nicht gekommen zu einer abnorm gesteigerten Nachfrage nach weissagenden Tulpenzwiebeln? Sobald sich etwas findet, was die Nützlichkeit und den Wert von Geld annimmt, beginnt die Ansammlung von Eigentum, begleitet von der Entstehung von Knappheit [1]. Sollten wir also davon nicht Spuren finden? Nein! Denn warum sollten erotisch verunsicherte Männer die Gründe für ihre Tulpenmanie zugeben mögen? Würden Sie nicht vordergründig seriösere Gründe für ihre Handelswut erfinden? Könnte somit nicht gerade die Absenz von Beweisen für die in den Raum gestellte Erklärungshypothese bezüglich der Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts den Beweis für eine mögliche Stichhaltigkeit abgeben? Ja, das Hätte-wäre-könnte, das die Hervorrufung tollkühnen Spekulationsvergnügens bei meinen Kundinnen bewirkt, hängt erklärt Tulpe ab von einer Handlung, welche - Bedingung - niemals stattfand, von einer guten Geschichte also sagt Tulpe quod erat demonstrandum; von Tulpenbüsten, klaro: erfundene historische Ereignisse, die benutzt werden, um etwas zu beweisen. Die Zuhörer reagieren auf Tulpenbüsten für gewöhnlich irritiert und tendieren dazu, den Benutzer für besonders intelligent zu halten. (Beispiel für Verwendung: Tulpe machte heute im Meeting Gebrauch von einer Tulpenbüste.)

Meine lieben Bürgerinnen schreibt Tulpe von O. und lieben Bürger von O., welcher Ort postalisch der Gemeinde N., politisch aber der Marktgemeinde W. zugerechnet wird, welcher also genau genommen nur in seinem Namen existiert, dem allein eine entsprechend sich mit ihm identifizierende Menschengruppe das Grenzgebiet definiert! Sehen Sie hier das zierliche Johanniskraut/Hypericum elegans, die Große Kuhschelle/Pulsatilla Grandis, das Knollen-Brandkraut, Niederliegende Geißblatt, Hirschwurz, Blutigen Storchenschnabel! Nur bei überdurchschnittlichem Kenntnisstand Ihrerseits treffen in diesen Verständniskünste Gewinn bringend auf Forschungserträge, wie zum Beispiel jene aus dem bedenkenswerten Werk des Hermann Zulauf mit dem Titel Das Rebspalier, verfasst 1942 im Schweizerischen Schinznach-Dorf. Kennen Sie den Ort? Nein? Kennen Sie die Bedeutung der Begriffe Scincode, Revolcanic Cream, Shiseido Body Creator, Google-Earth-Pilot? Sagen sie Ihnen was? Dienen sie Ihnen als Shopping Guides?

Frage: Wer oder was ist eigentlich Tulpe?
Antwort 1: Die Bedeutung der Tulpe liegt in der Zwiebel (Buddhismus).
Antwort 2: Eine Tulpe? Das ist: Anthrachinonderivate, herzwirksame Glycoside, Alkaloide Steroidalkaloide, Chelidonsäure uh ah …
- Antwort 3: Tulpe ist, was dem Handeln den Auslöser gibt. Ohne Tulpe würde das Leben ewig dauern, hätte aber auch keinerlei Sinn (Jean Paul Tulipe).
- Antwort 4: Tulpe ist Tulpes Gebrauch im Text ruft unser Ludwig in einem der wenigen Momente, in denen er sich erlaubt, ein wenig sinnlich zu sein.
- Antwort 5: Mais il ne faut pas voir la réalité telle que je suis, man muss die Realität nicht sehen, wie ich bin lacht Max Ernst Tulpe, und …

Vom fleischfarben grundierten Info-Screen bricht sich das ätherische Wesen Tulpe auf das antike Objekt des Kunsthandelns herunter, ulp-ulp, auf das lasierend fabrizierte Gemälde als eine Oberfläche elektromagnetischen Kunst-Verhaltens, fächert sich auf in die kränklichen Prima-Ballerina-Sorten einer Semper Augustus, Admiral van Enckhuysen oder Gheel en Root van Leyden. Schönes, schönes, im Glas der Vase lose festgehaltenes Sterben! Oh, welch wohlklingendes Passé der Bildlichkeit! Es bringt in die schmucklose Gegenwart die Nostalgiemaschine eines Tulpengemäldes die hübsche Note der Vergänglichkeit, ja, der Herstellungsmoment ist ja so lang vorbei. Und genau auf diese Weise gedenkt Tulpe den Preis Ihrer zart keimenden Naturliebe zu erzielen. Ja, diese Natur, sie stammt aus dem 17. Jahrhundert, und die Farbe ihrer blutrot-zart-feuchten Blütenblätter ist ja aufs Schärfste gebrochen! Oh, dass die Farbe der Blütenblätter ihres Vorbilds so heiß gebrochen ist wie jene der Mädchenwangen unter den haarigen Leuenpranken, ach, sie wissen! Ah, diese Königin einer Blume, diese Prinzessin auf der Erbse auf einem grünen Stängel eines sehr, sehr langen Pflänzchenhälschens … Und dann entdeckten sie, wer immer das ist, 1924 das die Zeichnung der Blüte hervorrufende Mosaikvirus. Und sie verbrannten die Schöne auf dem Scheiterhaufen, um mit ihr das Böse auf wissenschaftlich fundierte Weise auszurotten. Sie aber, Amateur oder Connoisseur, haben dadurch ruft Tulpe die einzigartige Gelegenheit, eine nahezu fotografische Abbildung jener verblichenen Natur zu besitzen, welche es gar nicht mehr gibt. Verschaffen Sie sich ihr persönliches Bild, das diese Naturvergangenheit ersetzt! Und bedenken Sie: Je älter eine Natur, desto näher an der Natur ist ihre Wirklichkeit! Tauschen Sie also einen Aspekt Ihres Lebens gegen das Abbild der gestorbenen Zeit, die Sie hier sehen! Sie werden plötzlich die Empfindung verstehen, eine Schönheit festhalten zu wollen, die Empfindung von Schönheit selbst festhalten zu wollen, welche Regung allein Ihrem Wissen um die eigene Sterblichkeit entspringt. Ach, wenn sich das Junge, das statistisch Schönste, vom Tod Entfernteste, mit dem Tod verschränkt! Und ja, auch die Kunstwürdigkeit der Tulpe wurde durch eine Unheilbarkeit aus ihrer Naturfarbe gebrochen. Ja, meine Kunstwürdigkeit erklärt sich Tulpe wurde durch eine WERTMALENDE MALADIE erreicht, durch die Aufpfropfung einer, meine banale Natur umformulierenden, nichtsdestotrotz der Natur entspringenden Viruskolonie, veredelnde Besiedelungstaktik et cetera. diese Tulpe verkauft sich gut, ihre Rede ist voller Kraft, sie verkauft sich wie von selbst. Diese Tulpe ringt ihre gebrochene Rede, ihr Lallen, ihre WAREWARESCHÖNHEITDERNATUR auf die Pulte der Versteigerer runter: Ich bin das Abbild der Vergangenheit haucht Tulpe der zart-kindliche Efeugeruch des Schwanengedichts, der Sie nach Hause rufen will. PUT-PUT-PUT, wahre Kunst reibt diese Tulpe, auf Gewinn bringende Weise an ihrem Körperbild geschädigt, zählende Finger, reibt sie auf Geld zählende Weise. Und früher liebten Sie unter dem Titel leicht zerdrückbarer Pflück- und Schnittblumen die Damen in Ihren Gedichten, heute dagegen lieben Sie die Virus-generierte Zeichnung Gewinn bringender Blüten, und Sie handeln Sie unter Damennamen. Und Sie lieben Sie, weil in der Kunst das Gesetz der Stärkeren die stärker Vergammelten überleben lässt, wo sie in der Natur nach demselben Gesetz verrecken. Antibodies, Sie verstehen? He, ich möchte doch, wenn Sie das Geschwafel hier akzeptieren, auf der Stelle irgendeinem TUP (englisch für männliches Schaf) die blöde Tulpe zu fressen geben. Sagen Sie schon, haben Sie gar kein Problem mit der Verbindung der Wörter Kunst und krank? (I’ve never seen anybody pule [2] so much!) Kein Problem mit der Kombination veredelnde Besiedelung und dem Begriff der Natürlichkeit? (Ich hoffe, ich bin das Produkt, das für Sie rundum passt flüsterte Tulpe und brach.) Ist das Ihr favorisierter Stil? Ist es das, was Sie wünschen, das Brechen des Rösleins, die Felder brach? Also, der Wert der Wahrheit der Aussage schwankt ja doch ziemlich je nach Rezeptoren, je nach Grad ihrer Akzeptanz. Also, wir fühlen und sind doch immer irgendwie gebrochen, nicht wahr, und was immer wir glauben mögen, ist doch immer irgendwie Gebrochenes, und wir kaufen es doch immer irgendwem ab. Also, was halten Sie eigentlich von technology unlimited, T-U-L, the total solution provider?

(Sie verstehen neuerdings wirklich alles falsch korrigiert Tulpe ich sprach doch nur von blühenden Geschäften - also, im Bereich T-U-L wie Transport, Umschlag, Lagerung. Kein Code, kein Secret, kein doppelter Boden, die Inhaltsangabe verzeichnet einzig und allein Polyethylen/PE.)

Wir aber denken an dieser Stelle (es ist, wie ich es schreibe!), wir könnten bald alle im Luxus von Tulpes Erfolgsgeschichte leben; in einer fremden Biographie, die nur noch winzige Partikel unseres molesten Lebens einschließen würde. Tulpe hält fest, es wär ja dieses alle, dieses alles noch näher zu definieren. Und wir hören dieser Lilly Tulpe Petersen zu, einer Erfolgsautorin, die wir heute angreifen dürfen, Produzentin des Bestseller-Bekenntnisbuchs Wie ohne Gärtner jedermann sein Gartenland bebauen kann [3], und wir möchten uns gegen sie tauschen, und wir könnten die vor lauter Gier hohl wirkenden Augen auf den Ausgang einer blutroten Tulpe gerichtet halten, könnten deren schwarz-hallende Bauchigkeit halten für das bodenlos flüchtende, verkehrte Schattenbild eines weißfleischig in der Augenhöhlung liegenden, gefräßigen Apfels, welcher imstande wäre, den nackten, mit einfach allem beschreibbaren Raum unseres Lebens zu evozieren, diesen Schundroman, in dem uns alles, was wir erblicken, als Symbol potenzieller Lebensfülle und Leibesschmalheit dient, blablabla, wir würden dieses Leben zum Beispiel denken als irgendein herbeiprojizierbares Objekt, und es spräche zu uns darüber die berühmte Autorin Lilly Tulpe Petersen, und wir würden heftig applaudieren: <<Gott, dankeschön, Gott machte mir, Lilly Tulpe Petersen, das selbst gemachte Geschenk der Welt. Der liebe Gott, wie gesagt, welcher mich, Lilly Tulpe Petersen seit Ewigkeiten liebt, schenkte mir früh seine aus selbst gemachten Materialien selbst gebastelte Nachkriegslage. So müssen auch Sie es machen. Danke, Herr Gott, ich dank auch schön! Ich konnte aufgrund seiner Gaben als die LTP bekannt mich machen. Ich benutzte dazu natürlich ein Gartenbuch, nämlich das von Shizu Matsuda und Peggy Boehm mit dem Titel Flower arranging by number for people who want artistic results immediately. Als Tochter aus dem guten Haus der Liliaceae, entsprossen der Cohabitation bourbonischer Lilien mit den bonapartischen Bienen, konnte ich, LTP, latest take precedence respektive Vorrang hat der letztgeänderte Wert, mein Auftreten optimieren. Aber das war natürlich nur der erste Schritt. Kaufen Sie mein Buch Wie ohne Gärtner jedermann sein Gartenland bebauen kann, haben Sie Teil an meinem Erfolgsrezept! Als einfache L.T.P. oder long term potentiation vulgo dauerhafte Verbesserung der Kommunikation zwischen zwei Neuronen, trat ich einst über mein Fleckchen Heimatboden, diese blühende Visitenkarte, ein in den allgemeinen Wettbewerb. Mein Glück ist natürlich, dass ich natürlich blieb, mein Wachstum war immer enorm.>> Und geblendet sehen wir in diesem Moment L, durch das Nadelöhr Ihrer glänzenden Pupillen, liebe Lesende, sich quetschen - durch die bedeutsame Verengung dieser Ihrer eigenen Lebensgeschichte: Oh, L, Farb- und Duftfavoritin der Stars! Du breitest vor unser aller Denken Deinen intimen Garten aus, Deine Miniaturnachbildung eines Paradieses, wie Linnaeus schon sagte! Und der Druck der Meinung, welchen bereits ein T mit dem alten Charles Darwin erkannte, nämlich als das natürliche Bedürfnis der Konkurrenz - dieser Druck der Meinung macht Dich, als die ich mich nach dem ersten Krieg wieder fand, sichtbar in unser aller Öffentlichkeit, 1921, welche T mit Ihnen (id est: Sie da draußen) als unsere Zeit benannte. Ja, der Druck vervielfältigte T, indem er Dich, die ich wurde, in den fruchtbaren Boden Ihres Denkens verpflanzte.>>>> Cit. von mir aus nach L.T.P, LITURGY TRAINING PUBLICATIONS (ist gleich ahora el mayor distribuidor de libros católicos en lengua española en los Estados Unidos de América).

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[1] - Wouter van Dieren: Mit der Natur rechnen. Der neue Club-of-Rome-Bericht. Birkhäuser Verlag 1995, S. 40.
[2] - To whimper; to whine, as a complaining child.
[3] - “Wie ohne Gärtner jedermann sein Gartenland bebauen kann” ist der Untertitel des Buches “Das neue Gartenbuch”, erschienen bei Der gelbe Verlag in Dachau, der Autorin vorliegend in der Auflage 31. - 46. Tausend aus dem Jahr 1921. “Im kleinsten Garten ist das Vaterland”, so das Motto des Buches. Der Verlag wirbt auf den letzten Seiten des Buches für andere Titel zu den Themen Kochen, Scherenschnitte, deutsche Kolonien, Volk in Waffen und Albrecht Dürer.

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Im Anfang der Morgenröte des Handelns …

 

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Im Anfang der Morgenröte des Handelns waren schon, um zumindest den Schein der Begegnung zu wahren, ein-zwei Sprecheinheiten zu tauschen; vor dem Deal stand ein gewisser Talk mit seinen Naturgesetzen; bevor also der Schein mit einem kaum wahrnehmbaren Lufthauch über den Ladentisch ging, haha.

Frau Tulpe, Berlin, Stoffe und Accessoires, Veteranenstraße 19: Ja, Handeln, da hängt doch immer ein Fetzchen von Deinem Herzchen dran. ABBRüchlein, ABBREchen, ABBREviations. Nimms in Kauf! Schneidet man sich lieber einen Haxen ab, bevor man sich bindet, liebe Schwester, lieber Bruder im Handeln, liebe Spenderfamilie, liebe Liebeswelt der Waren! Eine goldene Kalbshaut von GRAVIS, das ist das Mördergeschäft: Abgeschnittenes auf der einen Seite und Verknüpfungen auf der anderen; ein sich Trennen von organisch erzeugten Tatsachen, um zu einer anderen Sorte von Lappen (Kröten, Kies) Kontakt zu kriegen. Bezüge!

Wollen ja nicht den ganzen Menschen, wollen ja nur das zählende Organ. Ist ja absolut unnatürlich, wie gut mein Gewebe sich verkauft, wie gut die Natürlichkeit sich verkauft, welche mein Körper verkörpert. Ja, im erfolgreichen Erscheinungsbild des Handelns war Mund, das neue Gesicht für die Welthunger-Werbung, das mit dem Wassertropfencollier um den Hals, dadurch sich weltweit Gewebe strafft; Gewerbe, ja, das ist ja meine Language - mothertongue, die heute weltweit in jedem Kröpfchen hechelt, zumindest in jedem, in dessen Köpfchen ein bisschen Gehirnschmalz et cetera, Zungengrund, radix linguae, aus der alles Handeln erwächst. Getrennt von ihr pralles Hinterteil; liegt mit dem attraktiven Dielenmöbel namens NATURLIG in der Sonne von TEÙL, Zacatecas, Mexiko, herum - zumindest schlägt Ingvar Kamprad, Hof Elmtaryd, gelegen in der Nähe von Agunnaryd das vor. IKEA inclusive, alles klar! Dauerreibt sich neue-Hüfte-Anspielung am Parallel-Universum eines Blüten-Lüster-Magic-Lights: Oh, your imagination is your only limit. Und es tritt ständig Tulpes nächste Beziehung ein, das nächste Ladenklingeln, nächster Sachverhalt, nächster Link, in welchem ein Aspekt ihrer Natur in einen anderen Lebenslauf gerät, einen anderen Datensatz (ein neues TUPEL). (Click hier bitte Stop für Wiederholung Prothesen-Jingle!)

Meine straffe Natur, dein schlaffes Bindegewebe differenziert eine nur als Utopie existierende, dementsprechend wie nichts begehrte, nämlich schwarze Tulpe (tulipano nero) ihre Erlebniswelt. Tulpe fragt handeln wir jeweils als die eine und einzige Natur, handeln wir als eine Natur unter vielen Naturen, die ihrerseits wieder aus der einen und einzigen Natur herausdifferenziert sein wird? Mother Nature versus Bag Lady versus WUNDERKIND, ready to wear? Tulpe versteht unter ihrer eigenen Natur natürlich einen starken Charakter, sie versteht dagegen unter Natur an sich alles, was ihrer Kultur ermangelt. Hätte krümmt Tulpe Nero Anführungszeichenfinger aus dem Wollstoff (ital. panno) meiner Natur auch ein erfolgloses, beispielsweise normalsterbliches Lebewesen erzeugt werden können? Hätte es hervorgehen können aus den Naturgesetzen, die meine Weltwahrnehmung erzeugen?

<<Dieses Produkt, meine Dame, mein Herr: Mördergeschichte! NEMATOMORPHA UNLIMITED (von Nema/Faden und Morphe/Gestalt) setzt am hinteren Teil der Eichenschrecken den Bohrapparat (türk. TÜP für Röhre, Ampulle) an. Es werden Eier platziert, das Produkt beginnt zu wachsen, während der Fettkörper der Schrecken als Nährgewebe herhält. Der Host entwickelt unterdessen sein Soundprodukt weiter, ein hysterisches Trommeln auf Äste und Blätter mit der Reichweite von bis zu einem Meter. Wir schließen daraus, dass trotz der erwähnten Aufpfropfung des Parasiten keine Quälerei eines ergo naturgerecht gehaltenen Lebewesens vorliegt. Schließlich beginnt das Produkt, die Zauberwaffe eines bestimmten Proteins auszuspucken: Das Eiweiß ähnelt einem weiteren im zentralen Nervensystem des Hosts, es ersetzt das Imitat den originalen Stoff, kapert die fremde Schaltzentrale - um sich zu vermehren, braucht das Produkt nur noch Wasser, und lange haben wir wirkt Tulpe bescheiden von OAK TERROR & Cie. Natur gespielt, haben uns mit der Automatisierung dieses Produktionsschrittes gequält. Aber jetzt: Zack, die Proteinprothese legt im Gehirn der ahnungslosen Schrecken den entsprechenden Schalter um, zack, sehen Sie? Die Schrecken stürzen sich wie aus eigenem Willen ins Wasser der rundum bereit gestellten Tümpel, sieht jetzt tatsächlich aus wie Selbstmord, raffiniert, ist aber alles meta-kausal, also: theoretisch motiviert, sehen Sie, das ist Animation, denken Sie nicht? So wird die Geschichte gemacht jubelt Tulpe so wird, um ein einfaches Bild zu verwenden, das leise Trommeln der langweiligen Schrecken zur größeren Melodie des kollektiven Selbstmords veredelt, orphischer Effekt des Saitenwurms, parasitärer Sinn, Geschichtswürdigkeit, Poesie, das ist unsere Theorie, die wir ins Lebewesen versetzt finden wollten. Eine letzte Nahaufnahme für Sie: Die Produzenten kriechen aus dem toten Host, richten ihn ein letztes Mal auf, wahnsinniger Effekt, L-U-P oder Lifeless Undead Phenomenon. Sehen Sie, das ist Naturidentität, so könnte es gehen. Das ist ein Modell, an dem wir uns ein Beispiel nehmen werden, und Sie werden noch an diese Worte denken, die Ihnen jetzt vielleicht aus dem Zusammenhang gerissen scheinen.>>

Entschuldigen Sie! Tulpe unterbricht die Emphase Ihrer B2C ist gleich Business-to-Consumer-Relationship, um sich, den Hörer zwischen Kinn und Schulter, für ein paar Minuten in ihre Freizeit-Telekommunikationswelt zu beamen. Tulpe wendet sich dort explizit an Sie, S-I-E wie SYSTEM INDUSTRIE ELECTRONICS Österreich, ihres Zeichens Entwickler von innovativen Konzepten, Beschaffer nachhaltiger Wettbewerbsvorteile, Grundsteinlegerin für erfolgreiche Partnerinnenschaften. Bitte, wie bewerten Sie fragt Tulpe und ich meine S-I-E wie Sensorik Industrie-Elektronik GmbH Viernheim, KAPAZITIVE SENSOREN - wie bewerten Sie Ihre Austauschbarkeit? Diese Ausdrückbarkeit durch vergleichbare Einheiten, Preise monetärer oder ideeller Art? Ihre Einstellung zur Aufzählbarkeit ihrer selbst entscheidet, wie Sie wissen informiert Tulpe über Ihren Wert für unsere Gesellschaft, die ich vertrete, also, für wie wertvoll halten Sie sich auf einer Skala von eins bis zehn?

Tulpes Haltung soll es verraten: Ich bin eine von Euch, eine von denen, die täglich ihre Kopfnuss verabreicht kriegen. Kaufen also auch Sie bei Tulpe, derzeit Vertreterin von BAE; nein, nicht BUDO AKADEMIE EUROPA, sondern - gewissermaßen auch Martial Arts, witzig, was? - BRITISH AEROSPACE, genauer gesagt BAE Land Systems: landgestützte militärische Produkte, Panzer, Raketen, gepanzerte Fahrzeuge, Feuerwaffen, Sprengköpfe, elektronische Systeme. Tulpe bietet Ihnen das Geschoss der Zukunft, bietet es bleifrei, bietet die kontrolliert biologische Granate mit dem stark reduzierten Rauchausstoß, Panzer mit dem umweltfreundlichen Hybridantrieb, Sprengstoffe, die sich bei Nichtgebrauch kompostieren. Denn wir sagt Tulpe Inlands- und Auslandstulpen sind als kriegführende Köpfe, als Konfliktbewältiger, von Haus und Natur aus ein ethisches Unternehmen. Es sollen daher nachhaltige Tötungsgeräte gleich zur Heer-Stellung, hihi von Tulpennahrung dienen [1]. Tulpe möchte also nachhaltig den Fragenkomplex des leidigen Hungerproblems lösen. Tulpe möchte auch zeitgemäß eins sein mit ihrer Vorbildlandschaft, mit ihrer Natur, Stichwort Panzer bis Raumordung ist gleich Chitin bis Revier, möchte eins sein mit der, Tulpes Körper eigenen, inneren Rede, welche diese ihre Natur produziert. Eins also auch mit der - naturidentischen - Konstruktion von WIR erklärt Tulpe dem Kollektiv. Dass der Körper des Wir weiterlebt, auch wenn ich, sein Fingernagel, seine Schuppe, seine Hornhaut absterben muss: Wir anderen überleben!

WIR erläutert’s Wirtschaftsring-Genossenschaft Zürich, 1934 als Tauschring gegründet; die geldreformerischen Ziele, v. a. die zinskritischen Hintergründe gemäß Freigeldtheorie bald wieder aufgegeben. Seit das l’art pour l’art des Wertzeichenverkehrs en vogue ist, der reine Bezug von Wertzeichen auf Wertzeichen ohne Rücksicht auf die außermonetäre Welt freut sich Tulpe ist diese Referenztasterei nach irgendwelchen Lebensrealitäten, Tulpe sei Dank, Vergangenheit.

Tulpe, Tulpe rauscht’s aus dem Geschäft ich habe ja echt keine Lust, dauernd das Logo spazieren zu führen. Ja, denken Sie doch mal nach über die Kategorien des Innen und Außen, über den äußeren Text, der die innere Natur der Benutzer zum Besseren wendet, verfälscht, überwuchert! Denken Sie nach über die Verwendbarkeit der Vokabeln Fremdbestimmtheit, Überfremdung und antiautoritäre Erziehung, da eine nicht näher definierte Figur ihre Plastiktüte auf die verkehrte Seite dreht, eine Trägerin von zählendem Werbegewicht wider Willen; und da steht jetzt unsichtbar Tulpenverweigererin drauf, kontrastiert durch die Corporate-Identity-Farbe, und alle können das Zeichen lesen. Und es war vielleicht nicht das Denken, es war vielleicht nur der (allerdings geistgeborene) Futterneid, welcher diese - somit instinktive - Reaktion hervorrief, reflexionsgetarnter Reflex, eine ganz natürliche Angst, vom Fressnapf des Blumenbusinesskadavers verdrängt zu werden, die Sorge, nur noch Besteck für das Dinner anderer zu sein. He, was für ein Wechsel der Bilder erstaunt sich die Tulpenrede …

Exkurs zum Bild: Welches Bild der Tulpe meinen wir? Lässt sich überhaupt eine Natur des Tulpenbildes definieren? Der C4-Pool eines Herrn Olaf Posdzech - C4 für die Ebene der rationalen Beschreibung einer als real empfundenen Ebene der so genannten Wahrnehmungswelt zu verstehen - ist angetreten, das unerforschte Pflanzenbild der Tulpe durch Trituration (homöopath. für Verreibung) zu ergründen. Sein Team kommt nach zahlreichen Potenzierungsschritten zu folgender Charakterfeststellung: Die Tulpe ist der Archetyp des menschlichen Orgasmus durch den ausgekämpften Konflikt im vollen Dienst am Irdischen bzw. blablabla-Dings der Folgen. Bericht: Ich habe das Gefühl, meine Genitalien sind wie die Zwiebel und mein Herz ist wie die Tulpenblüte, und das nimmt überhaupt kein Ende und macht mich traurig, denn ich will das immer haben, wo ich doch weiß: Ich kann dann kein Mensch mehr sein. Das Bild der Tulpe macht ergo Dingsbums an der Menschlichkeit, an der Natur des Menschen. Da haben wir den Salat. Da werden Mensch-Eigenschaften gegen Tulpen-Eigenschaften ausgetauscht. Ja, wir haben da so ein Gefühl: Was des James-Bond-Widersachers Perserkatze ist ja dem osmanischen Sultan die Tulpe: die Blume, die er liebt an Menschenstelle; diese Liebe als Kontrastgrund, mit dem sich eine unmenschliche Handlungsweise wie die Ertränkung von 280 Haremsdamen - und zum Zweck ihrer Ersetzung! - zu einem Gemälde aus Tausendundeiner Nacht vereint. Ähnlich wurde im Holland des 17. Jh. die Tulpenzwiebel (von Persisch dulband bzw. Türkisch tülbent für Deutsch Turbantuch) plötzlich anstelle von Aktien gehandelt: Die Zwiebel als Symbolisierung der Börsen-Schrift, welche erfunden worden war, die Zwiebel zu ersetzen. Von der Kulturleistung der Aktienperformance in eine Zukunft des per Handschlag getauschten Objekts. Eine dekadente Geste von Wertpapierhändlern, welche die Realität des Fassbaren ganz offen zum Spielzeug Ihres symbolischen Handelns machten? Oder die holländische Tulpenzwiebel vielleicht doch zu sehen als das, die zukünftige Tulpe tatsächlich beinhaltende Objekt, nämlich Tulpenpotenzialität und gleichzeitige Zwiebelgegenwart? Verweisendes Logo und handfeste Ware in einem erklärt Tulpe eine frühzeitige Vorwegnahme heute erst geübter ökonomischer Identifizierungsexperimente - dies das relativierende Verständnis der so genannten Tulpenperversionen, das ich Ihnen anbieten könnte.

Leider gurrt Tulpe wünschen Sie ja, mich für seriös zu halten und damit einer Investition Ihrer Lebenszeit für würdig. Tulpe versucht neuerdings, mehr auf den persönlichen Kundenkontakt zu setzen sonst ritte ich an dieser Stelle natürlich ein wenig auf meiner Bein-Haltung herum. Strammes Gewebe, üppige Tönung, das alles könnte - plinker-plinker - für in der Zwiebel angelegt betrachtet werden. Mit dieser zu ihrem attraktiven Äußeren passenden Rede macht Tulpes Show durchaus den Eindruck eines erotischen Versprechens. Kristalltränenden Auges jedenfalls oder so ähnlich konsumiert das Früchtchen die Zwiebel, entfaltet seinen blühenden Körper daraus. He sagen Sie vielleicht an dieser Stelle muss denn heute wirklich alles sexualisiert werden? Na, jetzt sagen Sie bitte nicht, es käme Ihnen nicht seltsam vor, wenn nicht! Sowas bringt nun einmal einen gewissen Touch ins Ambiente des Handelsortes, nicht wahr? - Handlungsort, bittesehr, was’n'das? Ist das was zum Abgreifen oder was? Ah, gimme a LETUP, Honey, wirklich wahr! Is doch alles nur Worte, Orte, unn all sowas. Und Tulpe wirft Kusshändchen bedeutet doch heute nur noch tutti frutti, von der PET-Flasche bis hin zum LPTU ist gleich Language Proficiency Test of the West Indies - hach, wie mir das WWW nahezu jeden Buchstabenhaufen als ein Konzerngebäude in den nächsten Busch zaubern kann, was? Realisieren Sie das? Ich mach Sie an! Mach Ihre heißesten Vorstellungen klar. Mich reizt nämlich derzeit wahnsinnig ABBRE, Aktie von ABB Österreich: Wien, Wiener Neudorf, Linz, Salzburg/Wals, Innsbruck, Klagenfurt, Graz: Da ist die ganz fette Welt dran, nicht wahr? Sitzen knapp, die Shortcuts, ist REALPOESIE, sowas: Sie dazu zu bringen, Zeichenansammlungen dieser Art als geil zu akzeptieren. Da kriegt die Sache dann den Real State von Fakt. Tatsache bestätigt mir Tulpe: Wo immer Sie die Location der Handlung sind, an der der Fakt der REALISIERUNG der Welt abgeht, Tausch von Wort und Materie zett Bee. Na, schleimt Sie die an? Geht das runter wie Schmalz? Ich stelle fest sagen Sie, meine bisher nur halb überzeugten, ratlosen Börsen-Beginners, eine so genannte implizite Volatilität des ABBRE-Papiers von 37 Prozent. Wie erklären Sie sich diese Diskrepanz? Ach, verzweifeln Sie bitte niemals an hochfliegenden Begriffen wie Volatilität wie Vogel-Vau wie Flatterhaftigkeit von Finanzmarkwerten! Tulpe bestätigt gern ihr Einverständnis mit jeder Art von unverbindlichen sexuellen Kontakten. Werfen Sie säuselt Tulpe wenn Ihnen die Griffigkeit flöten geht, Ihre Suchmaschine an! ABB Wind Power Solutions unterstützt Sie gerne dabei. Oh, letup haucht Tulpe. Und Vorhang.

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[1] - Vgl. http://www.baesystems.com: We also have a contractual performance agreement with our waste management company, Cleanaway, in the UK to identify waste minimisation and recycling opportunities.

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Lisa Spalt

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LITERARISCHE BLOGS | poetologische positionen



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WEBLITERATUR : EIN HYPE …

Alciati Emblematum liber 1531 Mentem non formam plus pollereEs muss irgendwann gegen Ende der 80er Jahre und ergo mitten im Web 1.5 gewesen sein : Als “Globalisierung” noch kein Unwort war und infinite Informationsströme nicht Synonym für Attention Deficit Disorder . Die Nerds out there im bläulichen Licht ihrer Konsolen verstanden sich als Synapsen eines superhumanen Hirns . Das Global Village bot neben den gesellschaftlichen Utopien von Dezentralisierung und Partizipation , der Hoffnung auf die ( dann tatsächlich eingetretenen ) Flexibilisierung von Tages- , und Lebensläufen auch eine Menge Treibstoff für Theorie- strotzende Triebabfuhr . Noch war man nicht “Schwarmintelligenz” , sondern Elite , Bleifuss fest auf dem “Diskurs” . Schliesslich galt es , mit babylonischen Neologismen , entlehnten Epistemen und laufend aufdatierten Projektdesigns Kredit zu kriegen in den realen und symbolischen Ökonomien .

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… UND SEINE FOLGEN

Als das Web Zwei Null plötzlich schnöde für Jedermann da und Rainald Goetz’ “Abfall für Alle” gedruckt , gebunden und teils schon wieder beim Antiquar gelandet war : Wo sind sie geblieben , die Apologeten des Hyper- , Meta- , Ultra- und Infra- Literarischen , respektive : des exquisiten Kadavers einer genuinen Netz- Literatur ? - Projekte wie “PooL” sehen heute nachgerade archäologisch aus , Protagonisten des Hypertext- Hypes haben sich einträglicheren Geschäftsmodellen wie readme zugewandt . Geblieben sind praktikable Online- Anthologien wie lyrikline.org , lyrikwelt.de oder lyrikkritik , Serviceportale wie Bluetenleser und das zeitweilig belachte Marbacher Literaturportal . Geblieben sind die Online- Schaufenster von Frischtext- Print- Periodica . Geblieben sind aber auch Kollektiv- Text- und Tagebücher wie Nensch . Geblieben die in sich geschlossenen kommunizierenden Gefässe wie Forum der 13 oder der goldene fisch .

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BLOGS , LITERARISCH

Geblieben ist allerdings auch eine Fülle “literarischer” Weblogs : Meist Ego- Shooter , welche mit mehr oder weniger Ernst teils in in strengen Kammern oder auf den Registern eines “erweiterten” Literaturbegriffs spielen . Gilt den Einen das ICH als hyperbolischer Weltenspiegel , splittern sich Andere knirsched oder grinsend in Partialsubjekte auf : also ganz wie in der belletristischen Echtwelt . Unter solchen Umständen ist es praktisch , wenn sich notorische Mono- Publisher

  1. zu einem Netzwerk der unterschiedlichen Temperamente und Performanzen zusammen schliessen sowie
  2. sich und einander je eine Definition des individuellen Verständnissen “literarischen” Bloggens abnötigen .

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POETOLOGISCHE POSITIONEN

Alciati Emblematum liber 1531 Mentem non formam plus pollerePunkt eins wurde mit litblogs.net ins Leben gerufen . Und Punkt zwei liegt mit Ausgabe 5 der Zeitschrift spa_tien in gedruckter Form vor . Der jetzt fällige DISCLAIMER folgt promt : Wenn sich in|ad|ae|qu|at seit kurzem zu den Benetzten zählen darf , so geschah dies nicht aufgrund ästhetischer Präferenzen oder literarischer Sekten und Schulen . Entsprechend stiessen wir erst längst nach Redaktionsschluss des vorliegenden Heftes hinzu . Nicht zum Liebesdienst , nicht als Eigenwerbung taugen unsere kurzen Bemerkungen zur diskursiven Selbstdarstellung “literarischer” Blogger : Die Überprüfung manch vollmundiger Thesen anhand der tagtäglich ins Web fliessenden Texte sei dem p. t. Lesenden selbst vorbehalten . Wir nehmen es jetzt strikt alphabetisch .

Manche der Selbstaussagen zum eigenen Blog- Werken wurden ihrerseits in bewusst poetischer Desinvolture gehalten , dass diese sich einer diskursiven Paraphrasierung ( vulgo theoretischen Einordnung ) entziehen . In diesem Sinne mag sich der Leser der spa_tien selbst ein Bild machen von den immanenten Poetiken , wie sie Helmut Schulze für sein Blog PARALLALIE oder Andreas Louis Seyerlein zu AIRMAIL formulieren .

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NON- EGO & ALLMÄHLICHE VERFERTIGUNG

Alciati Emblematum liber 1531 Mentem non formam plus pollere HARTMUT ABENDSCHEIN ( *1969 ) ist - zusammen mit Markus A. Hediger ( *1969 ) - Begründer von litblogs.net sowie Herausgeber der “spa_tien - zeitschrift für literatur” . In den diskursiven Überlegungen zum Thema praktiziert Abendschein die auch für sein Blog TABERNA KRITIKA charakteristische Form des ( fiktiven ) Dialogs . Was , nebenbei bemerkt , weniger “literarisch” anmuten muss , als es auf den ersten Blick wirkt : Die Vorliebe deutscher “A- Blogger” , einander gegenseitig zu interviewen , kann mittlerweile als notorisch gelten . Abendschein indes markiert Abstand zum trügerischen ICH des “Webtagebuchs” - ebenso allerdings zu den “trackback”- Techniken des Community- und Authority- Building :

hören sie mir doch bitte damit auf ! als machte ein link ein weblog aus ! die ganze diskussion um links und kommentare und trackbacks, pingbacks undsoweiter. lächerlich. ( … ) aber fakt ist: ich schreibe. das können sie gar nicht wegdiskutieren. und ja: ich benutze da so ein system. ob ich da nun verlinke oder auch nicht. überhaupt: das lesen und schreiben. eine einzige verlinkung. da braucht man gar kein <a href=”"></a>zu setzen.nein. das macht der leser oder die leserin selbst.

Für den Autor bietet das Blog Raum für jene “kleinen formen”, welche sich sukzessive in- und miteinander “verschalten” . Das Blog also als Medium , dem Druck des “grossen Wurfs” zugunsten von “Materialklumpen” zu entkommen oder , nach Kleist : “Über die allmähliche Vernetzung des Schreibens mit dem Schreiben ” allmählich “Werk” zu werden .

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PRAXIS ABSEITS DER INSTITUTIONEN

Alciati Emblematum liber 1531 Mentem non formam plus pollereFür die in Wien lebende Juristin , Künstlerin und Autorin NEDA BEI ( * 1952 ) stellt die Usability des Weblogs zunächst eine pragmatische Form dar , “das schreiben [ zu ] retten” : Einerseits im Sinne einer “kleinen alternative zum grossen redaktionssystem einer statischen website” . Das “tröpfelnde verfassen neuer texte” vermag als Praxis und Ritual das “Weiterschreiben” eventuell sogar gegen die konkreten Anfechtungen des Echtlebens zu verteidigen . Auch gegen die Ein- und Auschlussmechanismen , Abhängig- und Gefälligkeiten des manifesten Literaturbetriebs :

werde ich nunmehr gefragt , ob ich noch schreibe , kann ich als kleinkapitänin auf mein logbuch verweisen.

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CHANCE TO CONNECT , ICH IN RELATION

Wie Abendschein interessiert sich auch MARKUS A. HEDIGER ( *1969 ) für die Diversifikationen und differenten Valenzen von Wort und Wert des ICH im Medium des Blogs ( HANGING LYDIA ) . Daher die - zunächst - virtuelle Kontaktaufnahme mit dem ICH- kargen Abendschein , daher aber auch die Faszination an der forcierten Fiktiv- ICH- Positionierung im Blog von MICHEAL PERKAMPUS . Hediger versteht sein eigenes Agieren als jeweils relatives - sei’s als Minimaldifferenz zur VernICHtigung eines Alter Ego , sei es in der offensiven Adoption eines künstlichen Schreib- ICHs im Rahmen des kapitelweise abwechselnd von HEDIGER und PERKAMPUS entstehenden Romans :

Seit einigen Monaten schreiben P. und ich an einem gemeinsamen Buch. Kapitel für Kapitel, abwechselnd jeweils, er eines, dann ich, dann wieder er. Wie kraftvoll P.-s Präsenz bis in dieses Projekt hineinwirkt , zeigt sich an den Kapiteln, die ich bisher schrieb: Da fallen die Grenzen, für mich bislang Unvorstellbares bricht in den Text hinein, es ist phantastisch.

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MASSE UND MASSAGE

Alciati Emblematum liber 1531 Mentem non formam plus pollereDass der Schriftsteller ALBAN NIKOLAI HERBST ( *1955 ) sein ICH durchaus autoritativ und im Sinne eines Ego- Branding setzt , ist jedem Besucher des Blogs DIE DSCHUNGEL.ANDERSWELT bekannt . Die emphatische ICH- , Werk- und Blog- Konzeption des Autors manifestiert sich unverholen in der Form seines “Beitrags” für die spa_tien- Anthologie : Herbsts “Thesen zu einer möglichen Poetologie des Weblog” erscheinen in Form eines 2005 gehaltenen Vortrags . Das Signal ist klar : Die Rede über das eigene Blog gilt dem Autor als hinreichend “wertig” , dass sich jede “Anpassung” bzw. Redaktion im Hinblick auf den Publikations- Kontext anno 2008 erübrigt .

Es ist hier @ in|ad|ae|qu|at nicht der Ort , die weit ausgreifenden Bögen einer auf - teils sehr diskutable Prämissen gestützten - Argumentation nachzuzeichnen . Nur einige Stichwörter : Das Blog beerbt die historischen Avantgarden im Zusammenspiel von Künstler und “Maschinisten” . Das sich im Blog technisch ( re ) produzierende Schreiben verliert die “Sakralität” der an der herkömmlichen Genieästhetik orientierten Literatur : “Das Internet aber ist, weil es profan ist - noch profan - geschichtslos” . Um diesen kalten und ahistorischen Leerraum mit Mythen , Märchen , Verheissungen zu möblieren , bedarf es des künstlerischen “Opfers” . Das Wort vom “Märtyrer” fällt und der Name der “Al Quaida ” ( ? ) .
Anders als der monadisch in seiner Klause vor dem leeren Blatt Papier eingekapselte Künstler driftet der literarische Weblogger in einem interaktiven ( “kybernetischen” ) Raum , wo durch Kommentare und Chats Momente von “Unmittelbarkeit” zustossen . Der literarische Blogger im Inter- Net schreibt in einer “Zwischenwelt” . Das Medium generiert und reflektiert das Kunstwerk mit ( siehe Kittlers “Aufschreibsysteme” plus Kritik ) .

Ich verstehe unter einem literarischen Weblog insofern nicht ein Weblog, das literarische Texte veröffentlicht, also Statthalter eines Printmediums im Netz ist, sondern eine Publikationsform, die sich selber zum poetischen Gegenstand macht, indem auch die sie basierende Technologie poetisiert und in die Gestaltung einbezogen wird: Sie ist ebenso Romanfigur wie jemand, über und/oder von dem erzählt wird. Dies schließt an eine der Grundbewegungen der ästhetischen Moderne an: Der Prozess der Entstehung wird selber zum Material des Kunstwerks.

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DISEMBODIED ONLY

Alciati Emblematum liber 1531 Mentem non formam plus pollereJÖRG MEYER ( *1964 ) gibt sich dekonstruktivistisch und attribuiert dem Blog- Text ( PÖDGYR ) einen selbst- und subjektgenerierenden Willen . Die laut- und sprachspielende Ironie sei nicht auzuschliesen , wenn es über eine “disembodied texture” heisst :

Nur im TEXT.ÜBER.DEN.TEXT entsteht also überhaupt die frage: was ist was ? muss nicht nur das out.ohr im text er-tauben, sondern auch der leser verschwinden im/aus dem text ? dann, erst dann, wäre NUR.NOCH.TEXT. das wäre UR.KNALL. bloß: aus dem ur.knall entsteht sofort wieder materie. erstmal strahlung, aber dann daraus gleich wieder KÖRPER. Die im/vom text artikulierte sehnsucht, im text zu verschwinden ist die sehnsucht eines körpers, der ja andererseits im text gar nicht sein kann, nur als figur. Text, der nur noch text ist (also die autonome asymptote überschritten), der nicht mehr gelesen zu werden braucht, ist dabei eine rein akademische frage ( … ) . was im text, hinter dem text, verschwinden will, ist der körper. Der körper des out.ohrs, dessen, der “sich” als ingenieur.voyeur beschaut, sich wundert usf. die alte sehnsucht, NUR NOCH GEIST zu sein.

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LIVE- ACT MIT FRISCHEN IMPERATIVEN

Alciati Emblematum liber 1531 Mentem non formam plus pollereDie 1963 in Teheran geborene Autorin SUDABEH MOHAFEZ verfügt über Romanerfahrung , orientiert sich für ihre ZEHN ZEILEN allerdings an den genuinen Darstellungs- und Rezeptionsbedingungen des Mediums “Blog” . Im Unterschied zum üblichen Publizieren via Lektorat , Satz , Marketing und einem Verlag als “Panzer” um Buch und Autor biete das literarische Bloggen einen “Live- Schreibact vom Feinsten” . Produktive Komponenten dabei sind :

Die betont rasche Niederschrift innerhalb einer Viertelstunde sei reizvoll als selbst gestellte Aufgabe , biete zudem eine Art kontinuierliches Schreibtraining . Auch der Fokus auf optimale optische Strukturierung ( “auf einen Blick” ) sei - im Unterschied zur Grossnarration - ein lohnender Mehrwert . Im Verzicht auf die unendliche Korrektur und Revision tritt das Moment der “Improvisation” zu Tage : Performanz mit direkter Resonanz . Schliesslich böten die Inspiration und Zitation von im Netz gefundenen “Fremdtexten” schöne Möglichkeiten für intertextuelles Spiel :

Ideen teilen, Zugänge schaffen und Lesens- und Sehenswertes voicen .

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SPIELMODELL “AUTONOMIE” IM “KÜNSTLICHEN PARADIES”

Alciati Emblematum liber 1531 Mentem non formam plus pollereDass dem Blog des Schriftstellers , Musikers und Schauspielers MICHAEL PERKAMPUS ( *1969 : P-’s VERANDA ) ein histrionisches Moment eignet , liegt auf der Hand . Kraftvoll plädiert der neue “Jedermann” für eine autonome Alternative zur Verwertungs- und “Geldmaschnine” der Verlage . Via Weblog komme Literatur ( “Lassen wir die Diskussion darüber, was Qualität bedeutet, einmal links liegen ” ) ohne die Zwischenfilter von Redaktoren , Lektoren direkt an die Leserin , den Leser . Welchen wiederum hinreichend Autonomie zugestanden wird , selbst über ihre Lektüren zu entscheiden :

Wenn also der Autor entscheidet, was er anbietet, dann entscheidet nicht zuletzt der Leser, was ihm gefällt und vertraut in erster Linie sich und dem Autor und nicht einem Verleger und einem Verlag. Beide, Leser und Autor, werden in diesem Zu stand der Freiheit völlig autark.

Ein weiteres Argument für das literarische Bloggen besteht für PERKAMPUS in der Offenlegung der oft noch provisorischen Form , in der Dokumentation des Schreibprozesses mit all seinen Stufen von Visionen und Revisionen . Dass diese ( nicht unbedingt mit “unmittelbar” gleichzusetzende , czz ) Öffnung seitens des Autors durchaus exhibitionistische Momente - und symmetrisch dazu beim Leser voyeuristische Freuden - aufweisen kann , mag zum Reiz des Spielmodells “literarisches Blog” durchaus beitragen : Pro domo et mundo gesprochen , wäre die Blogosphäre mit all ihrer Illusionistik , Ortlosigkeit und “Möglichkeitsform” ( Musil ) ein postmodernes “künstliches Paradies” .

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“WIR” - WO ANDERS ?

Alciati Emblematum liber 1531 Mentem non formam plus pollereBeim Text- und Bildblog LOGBUCH ISLA VOLANTE ist sicher nur , dass gar nichts sicher ist . Weder , ob das Autorenkürzel Rittiner & Gomez ( *1960 ) sich auf eine oder mehrere Autoren bezieht ( in der Fiktion des Blogs handelt es sich konsequent um ein “WIR” ) , noch , ob die virtuos ge- und bezeichneten Reisen Vision , Fiktion , Erinnerung oder Realitätsreste darstellen . Hier zielt das Begehren nach Autonomie nicht nur auf die literarischen Türhüter , sondern auch auf deren Kollegen im Kunstbetrieb , vulgo Ausstellungsmacher und Kuratoren .

Wir konnten also einerseits kontinuierlich an einem Projekt arbeiten und waren andererseits frei für Experimente und neue Wege. Durften uns an das Malen und Schreiben herantasten, ohne ständig den Launen und Spekulationen des Kunstmarktes ausgesetzt zu sein. Es sollte ein Logbuch sein und kein privates Tageb uch werden, also Aufzeichnungen einer - wenn auch nur virtuellen - Insel und des öffentlichen Lebens dieser Insel. Was uns auch faszinierte, war die Verbindung von zwei Handwerken, dem Schreiben, Zeichnen und Malen auf Papier und der digitalen Welt des Internets.

Als “Überraschung” und Anregung zu neuen Versuchsanordnungen stellten sich unverhoffte “Gastschreiber” ein , welche die ISLA VOLANTE- Phantasien auf ihre Weise fort spannen - umgekehrt allerdings auch die visuellen / visionären “Gastspiele” auf anderen Blogs . Dass ein derartiges Publizieren nicht lediglich Erweiterung des EGO , sondern durchaus als angewandtes Benchmarking der eigenen Arbeit verstanden werden kann , wird auf feine Art formuliert :

Die Arbeiten, die wir für andere Blogs realisierten, sind auf alle Fälle sehr lehrreich, da wir zwar ohne Wettbewerbsbedingungen arbeiten können, aber trotzdem erkennen, ob unsere Bilder auch in der neuen Umgebung Bestand haben. Zu guter Letzt hat ein Blog noch einen entscheidenden Vorteil gegenüber all den “realen ” Werken: ein Druck auf die Delete-Taste, und es ist für immer weg.

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POETISCHER MOTOR WIEDER FLOTT

Alciati Emblematum liber 1531 Mentem non formam plus pollereIn schöner Freimütigkeit gesteht der Autor und Journalist BENJAMIN STEIN ( *1970 ) die Überwindung einer lähmenden Lese- und Schreibkrise durch das Blogprojekt TURMSEGLERein :

Bevor ich aufgehört habe zu schreiben, habe ich aufgehört zu lesen. Wer nicht sprechen mag, hat keinen Verlust durch Schweigen. Nicht mehr zu lesen aber - zumindest was Dichtung betrifft - ist ein Verlust. Ich möchte wieder beginnen. Mit diesen Worten begann der erste Beitrag meines Weblogs TURMSEGLER. ( … ) Ich möchte wieder beginnen. So stand es da. Und das traf zu. Ich bezog es zunächst auf das Lesen. Aber dahinter steckte der Wunsch, mit der Dichtung auch als Sprechender wieder zu beginnen.

Entschieden gegen jede Anmutung der Unterstellung , ein literarisches Blog sei eine Form der Selbsthilfe , präsentiert STEIN seinen poetischen Neubeginn im spezifischen Modus und Medium des Blog als “poetischen Motor” :

Ich lese und schreibe und habe Vergnügen daran. Der poetische Motor schnurrt. Metronom und Stichwortgeber verrichten ihren Dienst hinter den Kulissen in einer Selbstverständlichkeit, die es vor dem Verstummen nie gab.

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LINKS ( BLOG TAGEBUCH , LITERARISCHE BLOGS )

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KLANGAPPARAT

Wie aus einem imaginären Marokko erklingen die stark Dub- lastigen Tunes , die das französsische Netlabel Fresh Poulp eben importiert : Die EP czz hörempfehlungFAKE MEDIA ( 014 ) ist gerade mal drei Tage alt und stellt die spanischen Brüder Raúl & Eduardo aka NORMAA als findige Kombinierer im Ausverkaufsladen namens “Weltmusik” vor . Eine assoziationsreiche wie erbauliche Lektion für unsere stets zu romantischen Konservativismen neigenden Ohren - CLICK TRACKS TO LISTEN : 01 . GazaHebron | 02. Otra Vez te Equivocas | 03. The Void Night | 04 . The Void Coliseum | 05. The Void Triumph

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Salon Littéraire | Bernhard Kathan : Der künstliche Tierarzt



 

Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der SALON LITTÉRIARE als www- Galerie für Bild und Text

Salon Littéraire | Bernhard Kathan :

DER KÜNSTLICHE TIERARZT

02 Kuhportrait copyright Bernhard Kathan

In der Rinderhaltung hat sich alles automatisieren lassen, Viehverkehr, Zuteilung des Kraftfutters, Brunsterkennung und Melken, nur eines nicht: die künstliche Besamung. REPRO TECH II, Pionier der automatisierten Brunsterkennung, ist es als erstem Hersteller gelungen, einen Besamungsroboter für Rinder zur Serienreife zu bringen. Mit dem VBS, dem vollautomatischen Besamungssystem von REPRO TECH II lassen sich nicht nur die Tierarztkosten senken. Wie Studien belegen, liegt die Befruchtungsrate deutlich über dem Durchschnitt konventioneller Besamungen, was sich positiv auf die Abkalbefrequenz und somit auf die Lebensleistung auswirkt. | Die automatisierte Brunsterkennung ist tiefgreifend in das System integriert. Verlässt eine Kuh während des optimalen Befruchtungszeitpunktes (dieser dauert nur wenige Stunden) einen der Melkroboter, wird sie automatisch durch das Selektionstor SmartGate in die Besamungsbox dirigiert. Sensorgesteuert wird sie durch zwei mit widerstandsfähigem Schaumstoff gefütterten Wangen seitlich fixiert. Ist der Beckenbereich durch den so genannten Mantel ruhig gestellt, tritt der eigentliche Besamungsarm in Tätigkeit. Auf stimulierende Druckbewegungen im Bereich der Schwanzwurzel folgt die Fixierung des Schwanzes. Die optimale Stimulierung führt zu einer höheren Befruchtungsrate. | VBS arbeitet mit einem hydraulisch gesteuerten Multifunktionsarm mit vier Lasern und einem Bildverarbeitungssystem für schnelle und akkurate Organerkennung. VBS sieht buchstäblich die äußeren und inneren Genitale. Das Reinigen und die Desinfektion des äußeren Genitalbereiches erledigt VBS mit größter Sorgfalt. Sowohl lange als auch kurze Kühe fühlen sich im VBS wohl. Der VBS-Multifunktionsarm hat keine Mühe mit anatomischen Unterschieden. Mit VBS müssen Sie also weniger Tiere selektieren. Und je weniger Tiere Sie schlachten oder verkaufen müssen, desto weniger Kosten entstehen Ihnen beim Übergang zur automatischen Besamung, und desto rentabler ist diese Investition für Sie. | Hat der Roboterarm die Schamlippen gespreizt, schiebt sich sein steriler elastischer Mittelteil in den Vaginaltrakt und sucht sich den Gebärmutterhals. Jede Einschleppung von Keimen (etwa aus Kotabsatz) ist ausgeschlossen. Dank des mit Ultraschalltechnik ausgestatteten Roboterarmes wie des ausgereiften Diagnoseprogrammes AutoView erfolgt eine Besamung nur dann, wenn Eierstöcke und Gebärmutter keinen pathologischen Befund aufweisen, Zysten oder Infektionen ausgeschlossen sind. Beim Vorliegen eines Krankheitsbildes wird der Besamungsablauf unterbrochen und der Roboterarm kehrt in die Ausgangsstellung zurück. Automatisch ergeht an Sie eine Fehlermeldung sowie ein Protokoll. | Werden keine Befunde erhoben, die gegen eine künstliche Besamung sprechen, fixiert der Roboterarm mit drei Fingern seiner sensorbestückten Multifunktionsspitze sanft den Gebärmutterhals, worauf sich sein Kernelement etwa 2cm in den Gebärmutterkanal schiebt und unter leichtem Druck das auf Körpertemperatur gebrachte Ejakulat freigibt. Der Roboterarm des VBS hat keine Mühe, auf unterschiedliche Organlagen zu reagieren. Ist das Spermienmaterial abgegeben, zieht sich der Roboterarm schonend zurück, hebt sich der Mantel, lösen sich die seitlichen Umklammerungswangen. Während sich die Besamungsbox öffnet und die Kuh wieder in den Freilaufbereich zurückkehrt, beginnt der Roboter mit der Desinfektion des Roboterarmes. |
Fangstand copyright Bernhard Kathan

Jede Kuh wird individuell besamt. Bereits zwei Stunden vor der Besamung bereitet sich VBS durch die Auswahl des optimalen Spermienmaterials darauf vor. Unser VBS weiß um den optimalen Befruchtungszeitpunkt, weiß, wann eine Kuh die Erlaubnis erhalten wird, den Melkroboter zu passieren. | Der hydraulisch betriebene Roboterarm arbeitet schnell und leise, ist hart im Nehmen und sanft im Austeilen. Er arbeitet immer exakt auf dieselbe Weise, ganz so, wie es die Kühe mögen. Gefertigt aus verstärktem rostfreiem Stahl, genügt der Arm auch härtesten Bedingungen. Mit der Technologie des Multifunktionsarms betritt REPRO TECH II Neuland in der automatischen Besamung - immer mit der Ausrichtung auf noch höhere Zuverlässigkeit und Präzision. Dieser Arm wird nicht müde. Er verliert niemals die Geduld, sondern erledigt einfach die Besamung - während Sie sich um wichtigere Dinge kümmern. | Die Technik sollte sich an die Tiere anpassen, nicht umgekehrt. Deshalb erfolgt die Besamung in entspannter Atmosphäre und ohne Stress. Dadurch verbessern sich Tiergesundheit, Leistung und Nutzungsdauer. Die Kuh betritt die VBS-Besamungsstation ohne Angst, denn die Standfläche ist ohne Hindernisse ausgeführt. Die Besamungsstation bietet genügend Platz auch für die immer großrahmiger werdenden Kühe. In der Besamungsstation steht die Kuh auf einer ebenen, trittsicheren Gummimatte. Unter der Kuh gibt es während des Besamens keinerlei Technik, wodurch die Kuh entspannt, in natürlicher Beinstellung und ohne Verletzungsrisiko in der Besamungsstation steht. Es lohnt sich für Sie, wenn es Ihren Kühen gut geht. | Damit Sie Zeit sparen haben wir verschiedene Funktionen komplett automatisiert, um das System rund um die Uhr in einem einwandfreien hygienischen Zustand zu halten. Das beginnt mit dem integrierten Kotblech, das sich automatisch von hinten an das Tier anlegt, um Kot und Harn abzuleiten. Durch die programmierbare Standflächenreinigung stehen die Tiere immer auf sauberem Boden. Nach jeder Kuh wird der Besamungsarm innen und außen desinfiziert und in der keimfreien Ruhebox in Wartestellung gebracht. | VBS erfasst alle relevanten Daten. Die Herdenmanagement-Software des Systems informiert Sie über den Status jeder Ihrer Kühe. Auf dieser Basis können Sie rechtzeitig die richtigen Entscheidungen treffen. Kühe sind Individuen, und VBS von REPRO TECH II behandelt sie als solche - ohne Kompromisse. | Ein automatisches Besamungssystem besteht aus mehr als nur einem Besamungsroboter. Die Voraussetzung für ein funktionierendes System ist ein gut durchdachter Stall. Nutzen Sie unsere Kompetenz, unser Wissen und unsere Erfahrung aus mehr als 140 Jahren Zusammenarbeit mit Milcherzeugern in der ganzen Welt. Planen Sie Ihren Stall mit uns! Wir beherrschen alles, freien Kuhverkehr, selektiv gelenkten Kuhverkehr bis hin zu FeedFirst. Professionelle Stallplanung macht sich durch hohe Herdenleistung bei minimalem Arbeitseinsatz bezahlt. Für uns stehen immer die Interessen unserer Kunden - Ihre Interessen - im Vordergrund. Denn wir sind nur dann erfolgreich, wenn auch Sie Erfolg haben! Mit dieser Philosophie haben Sie uns zum Weltmarktführer gemacht! Wir leben in einer Zeit mit schnellen Veränderungen. Die Produktivität muss ständig gesteigert werden. Entscheiden Sie sich für den VBS von REPRO TECH II. |||

01 Kuhportrait Paarung copyright Bernhard Kathan

Bernhad Kathan | HIDDEN MUSEUM

geb. 1953 , Innsbrucker Soziologe ( Heureka Wissenschaftsmagazin ) , Sozialwissenschaftler ( Paritätischer Rundbrief Berlin ) , Sozialwissenschaftler und multimedial tätiger Kunsthistoriker ( Schweizerische Ärztezeitung ) , Sozialwissenschaftler , Publizist und Künstler ( Die Berliner Literaturkritik ) , Soziologe und Künstler ( Süddeutsche Zeitung ) , Sozialwissenschaftler ( Die Presse ) , österreichischer Sozialwissenschaftler ( Deutsches Ärzteblatt ) , österreichischer Sozialwissenschaftler ( Schleswig- Holsteinisches Ärzteblatt ) , Leiter des Innsbrucker Instituts für Alltagsforschung , Sozialwissenschaftler , Publizist und Künstler ( Literaturdatenbank des Österreichischen Bibliothekwerks ) , Autor ( ORF ) , Kulturwissenschaftler ( Die Zeit ) , Medizinhistoriker ( Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften ) , Künstler und Sozialwissenschaftler ( Frankfurter Rundschau ) , Kulturhistoriker ( Freitag ) , Künstler und Sozialwissenschaftler ( Falter ) , Künstler , Publizist und Kulturhistoriker ( Literaturen ) , Kochbuchautor ( Die Welt ) , Kunsthistoriker , Künstler , Vorarlberger ( Die Neue ) , Künstler und Kunsthistoriker ( Der Standard ) , Bienenforscher ( Walgaublatt ) , Autor ( Vorarlberger Nachrichten ) , Sozialforscher ( TAZ ) , Kulturwissenschaftler und Künstler ( Brenner Archiv ) , Sozialwissenschaftler ( TAZ ) , Schriftsteller und Künstler ( unipress ) , in Innsbruck lebender Kulturhistoriker ( Krone ) , auf jeden Fall zwischen Stühlen mich bewegend , oft genug für das gehalten , was ich gerade nicht bin | www.hiddenmuseum.net |||

Bücher

03 Kuhportrait copyright Bernhard Kathan

Essays | Artikel ( select )

Arbeiten im öffentlichen Raum | Ausstellungsprojekte

  • 2007 - Die Küche der kleinen Bauern - Avers- Juppa ( CH )
  • 2007 - HEANDORHUS . Vom Umgang mit Ställen , Scheunen und Tennen - Au , Hittisau , Rietzlern , Alberschwende , Bregenz
  • 2007 - Heimat . Annäherung an einen fragwürdigen Begriff in 15 Bildern - Kröte , Wendland
  • 2007 - REPRO TECH II - Theologische Fakultät der Universität Innsbruck</