||| I. DAS AMSTETTEN- BURMA- KAMPUSCH- ABC | II. ALICE IN BURMA UND MÄNNLICHE MAULSCHELLEN | III. BLOG 4 BURMA | IV. LINKS

Im journalistischen Ringen um Superlative , was das Beschwören der humanitären und politischen Katastrophe in Burma betrifft - speziell nach dem Zyklon “Nargis” - , standen argumentative und metaphorische Entgleisungen förmlich auf der Einkaufsliste des Unvermeidlichen . Wobei dies freilich nicht nur für die Mainstream- Medien galt und gilt , wo Alice Schwarzers anti- imperialistisches Gejammere ihr prompt mehrere - männlich geführte Maulschellen ( Matussek und Folgen ) - eintrug , sondern auch für gewisse Blogs , die sich zum Vergleich mit anderen Ungeheuerlichkeiten hergaben . Resultat einer - wir betonen : freiwiliigen - Logorrhoe , wie sie Aufsehen erregende Inzidenzien stets hervorzurufen pflegen .
Wir haben diese unsägliche Dynamik des Meldens , Meinens und Vermutens in unserem vorigen Beitrag zum Thema “Burma” behandelt und die Konsequenz gezogen , in|ad|ae|qu|at für’s Erste einmal nicht weiter mitzusingen in der internationalen Kakophonie . Zu welchen Extremen selbige führt , sei an zwei Beispielen demonstriert .
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I. DAS AMSTETTEN- BURMA- KAMPUSCH- ABC
Nachdem die Nachricht von den offenbar allzu österreichischen Manns- Volksbräuchen , sich Sex- und exploitation- Objekte in Verliesen unter Tag heranzuziehen mit dem “Fall Amstetten” ( und dem dadurch noch einmal durchlauf- erhitzten “Fall Kampusch” ) um die Welt gegangen war , sah sich das unter hoher akademischer Patronanz stehende Blog “BURMA DIGEST” dazu veranlasst , Parallelen zu ziehen zur zynischen Leibeigenschaft , in welcher die Entourage des Generalissimus Than Shwe eine ganze Bevölkerung hält .
“What To Do About The Monsters Joseph Fritzl & Than Shwe” fragt man in polemischer Absicht , referiert die österreichischen Fälle unter besonderer Betonung der angeblichen Unwissenheit der je unmittelbaren lokalen und sozialen Umgebung der mutmasslichen Täter Fritzl und Prikopil :
Incredibly, Frau Fritzl and the neighbors never realized the truth until then. …. People shudder and shake their heads as to what to do about such monsters in their midst.
In bildlicher Parallelisierung des “73 year-old Austrian Monster Joseph Fritzl” sowie des “75 year-old Burmese MONSTER Than Shwe” werden die offensichtlichen Macht- und Kontroll- Freaks zu Vertretern ein und derselben Generation , welche sich - sei’s in Mitteleuropa , sei’s in Südostasien - ohne höhere Schulbildung während der Nachkriegszeit ihrerer respektiven Länder zu Popanzen emporgearbeitet haben . Gewürzt mit ein paar faschistischen Allusionen ( Österreich selbstredend sowie die von den während des Weltkriegs durch ihre besondere Brutaltiät notorischen japanischen Sonderkommandoos geschulten burmesischen Generäle ) verdickt sich die “argumentative” Suppe rasch zu einem “Burmese Hitler” .
Ein Schuft , wer sich da nicht erinnert fühlt an Hans Magnus Enzensbergers fatalen Vergleich Saddam Husseins mit Adolf Hitler im Februar 1991 …. und wie Günther Nenning den deutschen Parade- Intellktuellen postwendend in der ZEIT als “Ajatollah des Westens ” titulierte .
In sämtlichen Fällen , so das Totschlag- Argument , handelt es sich um offensichtlich und offensiv falsch verstandene Vaterbilder ( und damit Gottesbilder ) : Der “Father Allmighty” als schlechtest möglicher Hirte der ihm anvertrauten Herde von Kindern , Völkern , Populationen .
…. consider all the people in Burma being mistreated by this Burmese Fritzl. There are not only the Burmese people, but also the ethnic Karens, Karennis, Kachins, Chins, Shans, Mons, Arakans and many more subgroups. ( …. ) The Austrian Fritzl abused his children but in the end allowed them to go to hospital for much needed help. The Burmese Fritzl, in contrast, abuses 54 million national children and refuses to permit any outside help for fear he will be arrested like Fritzl.
Indem die “Befreiung” der Fritzl- Tochter und das Eingreifen der Polizei kontrastiert wird mit der Ignoranz- und Defensivpolitik von Burmas ASEAN- Nachbarn gelangt die Polemik zu ihrer Pointe :
To Frau Fritzl and her neighbors, do not blame yourselves. You did not take part in the rape of the Fritzl children nor did you exploit them like pimps, hiring them to others. Think of the case of Burma where the neighboring countries DO know what is going on and yet for the past 20 years since the Nationwide Uprisings of 8-8-88, they have been aiding and abetting the Burmese Fritzl in return for economic gain. Thus, these neighors deserve to be called sons of A BITCH (ASEAN, Bengla, India, Thai, CHina) .
Gut , wird man einwenden , ein roher Klotz verdient nichts Anderes als einen rohen Hammer . Dass dieser “Aufruf zum Hinschauen” auf das , was in Burma geschieht , unter der Rubrik “Cartoons & Humour” figuriert , wird Manchen wundernehmen .
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II. ALICE IN BURMA UND MÄNNLICHE MAULSCHELLEN
Kollege “Birma news united” hat den Kasus um Alice Schwarzers plötzlichen Aktionismus hinsichtlich der Rückeroberung des EMMA- Territoriums durch den Hinauswurf der nur zwei Monate zuvor als Chefredakteurin eingesetzten Lisa Ortgies trefflich in Zusammenhang gebracht mit der folgenreichen Burma- Kolumne der frisch gekürten Ludwig- Börne- Preisträgerin in der FAZ . Gleichwohl sei hier ein weiterer , in|ad|ae|qu|at|er Blick auf die weiblichen | männlichen Argumentations- und Reaktionsmuster geworfen .
Im Februar hatte die FAZ der Verleihung des Ludwig- Börne- Preises an Alice Schwarzer eine vergleichsweise breite Coverage eingeräumt : Schon dem Titel des entsprechenden Artikels mag man entnehmen , dass dies ohne Harald Schmidts Laudatio nicht der redaktionelle Fall gewesen wäre : Harald Schmidt ehrt das Sturmgeschütz Schwarzer . Nachdem Schwarzer im Juli 2007 in voller Montur des Slogans “JEDE WAHRHEIT BRAUCHT EINE MUTIGE, DIE SIE AUSSPRICHT” ausgerechnet für eine Kampagne des Boulevard- und Busenblatts BILD posiert hatte , sodann die doktrinäre EMMA der Töchtergeneration erst anvertraute , um sie dieser sofort wieder zu entreissen , schien es der FAZ offenbar angezeigt , der Feministin grossformatigen Raum zur freiwilligen Selbstdemontage zu gewähren .
In ihrem malerisch- gefühlvollen Essay “Warum Burma echte Freunde braucht” erfüllt Frau Schwarzer am 1. 6. in der FAz nicht nur jedes denkliche Klischee eines anderen , für die echten Menschen und deren einfaches Leben sensiblen Reisens , sondern plädiert im ZK- Ton eines mumifizierten Anti- Imperialismus , eine Erneuerung könne in Burma nur von innen heraus und durch echte ( vulgo die autochthone Kultur achtsam respektierende ) Beihelfer geschehen :
Versteht sich, dass das kleine Myanmar schon längst vom mächtigen Westen im Namen der Menschenrechte und Demokratie “befreit“ worden wäre, würde das mächtige China nicht die Faust darüber halten (und so ungestört in die eigene Tasche wirtschaften). Denn das alles ist ja weniger eine Frage der Moral, sondern mehr eine Frage der Macht.
Doch kein Vertun: Wäre ich Burmesin, ich würde selbstverständlich zur Opposition gehören und hoffen, dass diese alten Knochen so bald als möglich verschwinden! Dass das Land endlich aus seiner Erstarrung erwachen und durchatmen darf. Aber ebenso sicher wäre ich - wie fast alle, mit denen ich gesprochan den folgenden Tgen en habe - strikt gegen jegliche westliche Intervention und für die Bestärkung der innerburmesischen Kräfte für Erneuerung.
Normalerweise wäre es die Aufgabe einer sorglichen Redaktion , selbst Gastautoren vor deren eigenem Hang zur Selbstdemontage zu bewahren . Ein paar Mails , ein Telefonat , sanfte Änderungsvorschläge . Was auch immer hinter den Kulissen abgelaufen sein mag : Wie sehr man Schwarzer in das offene Messer des Skandals - noch schlimmer aber : dasjenige der Lächerlichkeit - laufen liess , erwiesen die an den Folgetagen nachgesandten relativierenden Artikel der eingesessenen Redakteure Michael Hanfeld ( Das grösste Übel , 3. 6. ) , Alexander Marguier ( Die Plattmacherin , 7. 6. ) und den Korrespondenten Jochen Buchsteiner ( Welche Hilfe für Burma ? , 7. 6. ) - Angesichts dieser gesammelten Anwürfe der Weltfremdheit , des Dogmatismus sowie der Vernachlässigung der journalistischen Sorgfaltspflicht hätte es der eilend- ätzenden Replik des Matthias Matussek ( Alice im Wunderland | Gefühliger Kitsch der Armutsverherrlichung , SpOn , 1. 6. ) kaum mehr bedurft .
So folgt denn - neben Zurechtweisung und Belehrung - Bekenntnis auf Bekenntnis . Wobei Matussek nicht minder subjektiv “menschelt” als Schwarzer , welcher er eben dieses gefühlige Stilmittel vorwirft :
Auch ich habe die schwimmenden Märkte auf dem Inle-See bepaddelt und natürlich habe ich mir auch die Pagoden-Landschaft des “mythischen Pagan” nicht entgehen lassen. Burma ist schön, aber ich habe gelitten darunter, dass Familienväter gezwungen waren, mich anzubetteln, und dass sie immer erst dreimal über die Schulter schauten, bevor sie sich dazu durchrangen. Und ich fand es ekelhaft, wie sich jeder kleine Uniformierte mit Schlagstock spreizte und die Angst genoss, die er auslöste.
Nein, mir ist nicht aufgefallen, dass im rauen Norden “die Menschen nicht so goldhäutig und heiter sind wie im Süden”, da haben Sie wohl einfach genauer hingeschaut. Aber schon damals, tatsächlich, waren alle “angefixt von den Kyats und Kugelschreiber verteilenden Touristen”.
Ich würde allerdings nicht zynisch von “anfixen” reden. Ist derjenige, der einen Kugelschreiber benötigt, suchtkrank? Ist es nicht einfach ein Skandal, dass der Lametta-behängte Schieberhaufen, der das Land aussaugt, noch nicht mal für Schreibgeräte sorgen kann, mit denen Ärzte ihre Rezepte, Kaufleute ihre Listen, Kinder ihre Hausaufgaben notieren können ?
Es hätte eines zwei Tage später willig nachwassernden Spiegel- Résumées von Thorsten Dörting ( Schwarzers Burma- Missgriff : “Verantwortungslose Polemik” , SpOn , 3. 6. ) kaum mehr bedurft , um das Mass der unter männlichem “Mitleid” nur unzureichend verdeckten Desavouierung einer erfahrenen Publizistin voll zu machen : Sekundiert von den erwartbar hämischen Belgeitmusik der SZ ( Stefan Klein : Sind so liebe Wasserbüffel , 3. 6. ) hat hier ein konzertierter Missbrauch des Themas “Burma” stattgefunden , um eine wegen “Urlaub” voraussehbar abwesnede und deshalb nur eingeschränkt satisfaktionsfähige Gegnerin gründlich zu demontieren . Was nicht heisst , dass wir in|ad|ae|qu|at nicht etwa entsetzt gewesen wären vom Courths-Mahler- Stil , in welchem Schwarzer “Authentizität” , “Betroffenheit” und abstruse politische Konzepte unrein vergor .
Die Frage wäre nur : Ist diese Selbstdemontage aus freien Stücken geschehen oder hat man den längst fälligen Esel absichtlich auf Eis geführt ? - Interessant , dass es - im Tages- Anzeiger ( Simone Meier ) wie in der SZ ( Cathrin Kahlweit ) - ausschliesslich Frauen sind , die diesen Hang zur “Selbstdemonatage” in einem weiter gefassten Kontext reflektieren .
Edit : AFi macht uns eben auf Ulrike Baureithels bemerkenswerten Essay über das “System Schwarzer” in der “woz” ( ! ) aufmerksam . Take this quote and go for it [ womit wir uns freilich schon ein ziemliches Stück weit vom ursprünglichen Thema dieses Beitrags entfernen : es lebe die Abschweifung ! ] :
Hätte die nun mit Heuchlertränen begleitete Lisa Ortgies ein bisschen in den Archiven gewühlt, wäre sie auf einen offenen Brief aus dem Jahre 1980 gestossen, in dem 32 ehemalige Mitarbeiterinnen der «Emma», darunter Christina von Braun, Christiane Ensslin, Claudia Pinl und Cillie Rentmeister, Alice Schwarzer «Respektlosigkeit» gegenüber der Arbeit ihrer Kolleginnen, Selbstherrlichkeit und Dogmatismus vorwarfen. ( …. ) Aber Alice Schwarzer ist eben mehr als irgendeine ziemlich unangenehme Chefin, mehr als eine nach «männlicher» Räson operierende Unternehmerin und mehr als eine fragwürdig urteilende Journalistin - Alice Schwarzer ist das Synonym für Feminismus made in Germany, und gäbe es so etwas für politische Marken, müsste hinter ihrem Namen das eingetragene Warenzeichen erscheinen.
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III. BLOG 4 BURMA
Während der publizistischen Kakophonie der einander überbietenden Daten , Dokumente und Dossiers in Folge des Zyklons “Nargis” ( Videos @ Daburna ) sowie der paranoiden Abwehr “westlicher” Katastrophenhilfe durch das Regime ist das Netzwerk “Blog 4 Burma” ein wenig leiser getreten : Es bedarf keiner Kopisten dessen , was in den Schlagzeilen steht . Den Bloggern aus Deutschland , Frankrecih , Spanien , aus der Schweiz und Österreich ist es eher darum zu tun , den wechselnden Moden der Berichterstattung zum Trotz standzuhalten und kontinuierlich über verschiedene Aspekte der Kultur und Politik - nicht zulezt aber auch über die Diskurse , welche in den Mainstream Media gerade kursieren - zu berichten . So erörtert Kathy die Möglichkeiten , Than Shwe wegen “Verbrechen gegen die Menschlichkeit” anzuklagen .
Kathy ( en francais ) , Birmania libre ( in spanischer Sprache ) und Jonas Lanter ( auf Deutsch ) erinnern an den Geburtstag der ( noch immer unter Hausarrest stehehnden ) Dissidentin Aung San Suu Kyi am 19. Juni ( 1945 ) . Birma News united hat ein Portrait der regierungskritischen Zeitung “The Irrawaddy” in der ARD- Mediathek entdeckt sowie einen ersten Überblick über das Diskursdrama um “Alice in Burma ” zusammengestellt .
Khaipi berichtet die Verhinderung des freien Webverkehrs in seiner Heimat durch die Unterbindung von von Proxy-Servern ( leider derzeit nicht erreichbar ) , adaequat erwägt die Optionen unpolitischer Hilfe bzw. einer Humanitären Intervention . Zur Erinnerung : Breaking News über “92% Zustimmung für Verfassung nach Referendum im DDR-Style ” .
Olivier sammelt getreulich Links , Tag für Tag , und das seit fast sieben Monaten ( The real disaster in Burma , Le Myanmar prend des mesures préventives contre les catastrophes naturelles , Foreign Doctors Leave Cyclone-hit Burma en partie … ) . Und das Alles frei Haus per RSS- Feed .
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IV. LINKS
I.
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Illustration : Harn Lay ( copyright ) : “Burma Prison Art ” , The Irrawaddy
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What To Do About The Monsters Joseph Fritzl & Than Shwe ( Yebaw Day , Burma- Digest , 17. 6. 2008 )
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Kriminalfall von Amstetten ( Wiki )
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Entführung von Natascha Kampusch ( Wiki )
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Hitlers Wiedergänger : Hans Magnus Enzensberger über Saddam Hussein im Spiegel der deutschen Geschichte ( Der Spiegel 6 | 1991 , 4. 2. 1991 )
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Der Ajatollah des Westens ( Günther Nenning , DIE ZEIT, 15. 2. 1991 )
II.
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Alice in Burma ( Birma News united , 3. 6. 2008 )
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Kein Ort für Postfeminismus : Schwarzer ekelt “Emma”-Chefin raus ( taz , 31. 5. 2008 )
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Börne-Preis : Harald Schmidt ehrt das Sturmgeschütz Schwarzer ( FAZ , 6. 2. 2008 )
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Alice Schwarzer nicht zwangsprostituiert ( BILDblog. , 12. 7. 2007 )
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Warum Burma echte Freunde braucht ( Alice Schwarzer , FAZ , 1. 6. 2008 )
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Wer verantwortet Burmas Leid ? Das grösste Übel ( Michael Hanfeld , FAZ , 3. 6. 2008 )
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Alice Schwarzer : Die Plattmacherin ( Alexander Marguier , FAZ , 7. 6. 2008 )
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Burma und der Westen : Welche Hilfe für Burma ? ( Jochen Buchsteiner , FAZ , 7. 6. 2008 )
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Alice im Wunderland | Gefühliger Kitsch der Armutsverherrlichung ( Matthias Matussek , SpOn , 1. 6. 2008 )
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Schwarzers Burma- Missgriff : “Verantwortungslose Polemik” ( Thorsten Dörting , SpOn , 3. 6. 2008 )
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Alice Schwarzer über Birma : Sind so liebe Wasserbüffel ( Stefan Klein , SZ , 3. 6. 2008 )
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Die Selbstverblendung hat gesiegt ( Simone Meier , Tages- Anzeiger , 13. 6. 2008 )
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Alice Schwarzer : Allein unter Frauen ( Cathrin Kahlweit , SZ , 10. 6. 2008 )
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Alice Schwarzer - Als die Chefin vom Podest fiel ( Ulrike Baureithel , woz , 19. 6. 2008 )
||| MONTAG : ENDE DER BLOCKADE VON HILFSLIEFERUNGEN | HILFSKRISE - OBSTRUKTIONEN | HUNGER- UNRUHEN ? - DEATH TOLL | MONTAG : MEHR VON DER SCHEINWAHL | BLOGGER INTERNATIONAL
MONTAG :VORERST ENDE DER BLOCKADE VON HILFSLIEFERUNGEN
Nun, da das Konstitutionsreferendum - respektive : die abgefeimte Farce der Regierung - buchstäblich “im Kasten” ist , dürfen die Hilfskonvoys der Vereinten Nationen sowie diverser humanitärer Organisationen zu Wasser und via Flieger per Montag endlich anrücken . Wie sich Junta verhalten wird , wenn am 24. Mai die 47 unmittelbar von den Auswirkungen des Zyklons “Nargis” und der Überflutungen betroffenen Bezirke “zur Urne gebeten werden” , bleibt unklar .
Vorerst konzentriert sich die Berichterstattung am 11. 5. vollständig auf die für Montag bewilligte erwartete Hilfe . Während die lokalen Mitarbeiter des “Wolrd Food Program” am Sonntag in die Krisengebiete vordrangen , um einen Teil der am Freitag eingelangten 38 Tonnen “high-energy biscuits” - sie sollen 95.000 Personen mit Ersten Rationen versehen - zu verteilen , wurden am Samstag Bauteile und Generatoren von Phnom Penh her eingeflogen . “Bereits” Samstag sollen über 27.000 Menschen im Rangoon- Gebiet sowie im Irrawaddy- Delta mit Nahrungsmitteln des “WFP” versorgt worden sein .
Samstag ist auch ein Land- Konvoy des UNHCR via Thailand in Burma eingetroffen ( “emergency supplies – including tents and plastic sheeting for some 10,000 people” ) , der sich langsam in die Krisengebiete vorarbeitet . Immerhin hatten die “officials” an der an zu Wochenenden üblicherweise geschlosssenen Thai- Burma- Grenze mit sich verhandeln lassen … von Störmassnahmen seitens der inwieweit die Junta , sorglich bedacht , fremde Hilfskräfte und Logistik draussen zu halten , wurde bislang nichts bekannt.
Tropfen auf den heissen Stein , die der sensationslüsternen Tagespresse ebenso wenig Schlagzeilen wert sein wird wie der - offenbar grösstenteils nicht wesentlich anders zu mobilisierenden - Kommunität der Blogger . “Only Bad News are Good News” : Nur Katastrophen und Skandale generieren Klickziffern und Aufmerksamkeit .
Da macht sich der Untergang eines Rot- Kreuz- Schiffes am Sonntag schon wesentlich besser ( Reuters , Irrawaddy , Mizzima , SpOn ) :
The boat carrying relief supplies for more than 1,000 people was believed to have hit a submerged tree trunk in the Irrawaddy Delta and started taking on water, an IFRC official in Bangkok ( … ) . The accident highlighted the enormous logistical difficulties of delivering aid to the estimated 1.5 million cyclone survivors in need of food, shelter and medicine, with roads washed away and much of the delta turned to swampland.
The reclusive military government has thrown up other obstacles on top of that, saying it will accept foreign aid but not the foreign logistics teams needed to transport the aid into the inundated delta. ( Reuters )
Einer Reuters- Meldung von Montag Abend zufolge sei bis Mittwoch mit der Lieferung von 1.500 Tonnen Reis auf dem französischen Kriegsschiff “Mistral” zu rechnen . Der Reis soll allerdings nicht etwa - wie dies bisher geschah - den Regierungskräften ausgeliefert werden , sondern höchstselbst von der eigenen Crew bzw. den im Lande zuhandenen NGOs .
NZZ am Sonntag sowie die Montagsausgabe der NYT berichtet von der Landung dreier Flugzeuge des “International Red Cross and Red Crescent Movement” mit insgesamt 14 Tonnen “shelter materials” sowie vom ersten , für Montag gestatteten Hilfsflug der USA . |||
HILFSKRISE - OBSTRUKTIONEN

Die in ihrer heutigen ( Montag ) Ausgabe berichtet die NYT von der Groteske , dass in Rangoon zwei Schiffslieferungen Reis zur Lieferung nach Malaysia und Singapur beladen wurden …
In the port at Yangon, shipments of rice were being loaded onto two freighters bound for Malaysia and Singapore, apparently as part of a pre-existing contract. Nearby, another ship was being loaded with rice bound for the Irrawaddy Delta, which bore the brunt of the storm.
… sowie von fortgesetzten Konfiskationen ( Bangkok Post ) und Obstruktionen :
Authorities were also reported to be confiscating aid from local Burmese residents who try to donate supplies to victims, one resident said in an e-mail message. In one case, a group of people on their way to distribute small personal donations on the outskirts of Yangon was stopped by district security forces, the resident said. They were told they could only distribute aid through the security forces. In another case, the resident said, security forces confiscated the car of a woman who was on her way to deliver sacks of rice to victims outside the city.
In the less-devastated areas, the military junta was focused on a constitutional referendum on Saturday intended to cement its power after a campaign of intimidation, even as it continued to restrict foreign aid shipments. No preliminary results had been announced by late Sunday morning, but the state-run media said the voting had proceeded without incident. ( NYT + NYT- Video )
Die NZZ rapportiert am Sonntag , dass Schweizer Hilfskräfte noch immer ohne Visa in Bangkok festsitzen , BBC bringt ein Video zur Hilfskrise und zitiert den britischen Aussenminister David Miliband mit einer Äusserung über die Mitschuld des Regimes an der humanitären Katastrophe :
A natural disaster is turning into a humanitarian catastrophe of genuinely epic proportions in significant part because of what I would describe as the malign neglect of the regime,” he told the BBC. His comments came as fresh video footage emerged of the extent of the suffering in the wake of the disaster, with the corpses of children shown lined up in a makeshift morgue. ( BBC + Video )
Nach wie vor sind viele Bewohner etwa aus der Gegend von Rangoon der Hilfsgüter lediglich via TV ansichtig geworden . |||
HUNGER- UNRUHEN ? - DEATH TOLL
Neuesten U.N.- Angaben zufolge kämpfen derzeit zwischen 1,2 bis 1,9 Millionen Menschen in den überfluteten Gebieten ums blanke Überleben . Wieder wird die Sorge um mögliche Hunger- Unruhen laut :
“Given the gravity of the situation including the lack of food and water, some partners have reported fears for security, and violent behavior in the most severely afflicted areas,” the United Nations Office for Coordination of Humanitarian Affairs said. ( Reuters , Monday Evening )
220.000 gelten als vermisst , die mögliche “Death Toll” wurde mittlerweile auf 102.000 nach oben korrigiert . Das staatliche Fernsehen referiert von all dem jeweils nur ein Zehntel . Sonntag abend gab man dort das Bulletin von 28.458 Toten aus und von 33.416 Vermissten . Immerhin ist man von der über lange Tage stur beibehaltenen Marke der “22.500″ Toten abgerückt . |||
MONTAG : MEHR VON DER SCHEINWAHL

( Generalissimus Than Shwe höchstpersönlich )
Laut staatlicher Progaganda ging am “Black Saturday” ( Irrawaddy ) alles glatt und zähle die Stimmen nun nach Treu’ und Gewissen :
“The New Light of Myanmar”, the junta’s main mouthpiece, said officials were “systematically and accurately” counting the ballots, but did not say when results would be released. The balloting has been delayed by two weeks in the worst-hit areas, including Yangon, the former capital. - There is little doubt about the final result on an army-drafted constitution after propaganda campaign by the junta urging people to vote “Yes”. ( Reuters , Monday Evening )
Und SpOn ergänzt - man erinnere sich an die gestern festgestellte flaue Wahlbeteiligung -
Es sind Jubelarien, die die Staatszeitung von Burma verbreitet: Bei dem umstrittenen Verfassungsreferendum habe es eine “massive Wahlbeteiligung” gegeben, meldete “New Light of Myanmar” am heutigen Sonntag. Die Öffnungszeiten der Wahllokale seien an einigen Orten sogar verlängert worden, damit alle Bürger ihre Stimme abgegeben konnten. “Das Referendum war von Erfolg gekrönt.” ( SpOn )
Der übrige Rapport von Einschüchterungen der Wähler , ja offener Fälschung fügt unserem gestrigen Bericht nichts Nennennswertes hinzu .
Absurde Szenen sind aus dem Mon- Staat zu vernehmen :
Residents in Mon State were cheated and threatened to mark ‘Yes’ vote for approving the draft constitution yesterday. According to Mudon resident, Most people were afraid to go to cast No vote because of threats by the authorities and USDA members. They voted the draft constitution for “Yes’ against their will.
She said “the authorities put the box of ‘No’ in inside poll station, but they set ‘Yes’ box just outside, where everybody can see the poll. So people were afraid of entering inside the room where the box of ‘No’ is set.” At the poll station, the security guards were watching the civilians with gun and the government servants are put to monitor the people’s votes. ( Mon News Agency )
Die Regierungsseite “Welcome to The golden Land - The ultimate guide to Mynmar” ist noch immer am Stuo quo vor “Nargis” eingefroren , auch die Webseite des staatlichen Fernsehens kündet noch stolz von einer “Press Conference On Economic Growth of Myanmar” ….
Von ersten Ergebnissen und weiteren Fälschungen berichtet Mizzima News , trotz Protesten der NLD macht man sich keine Illusionen , dass sich die Herren im fernen Naypyidaw diese - plus die Ergebnisse der in den Katastrophengebieten postponierten Wahl - nach ihrem Goût richten . Schon jetzt weiss die Bangkok Post von nahezu 100 % Zustimmung zu berichten … |||
BLOGGER INTERNATIONAL

Ob man ein Regime per Invasion zur Annahme hunamitärer Hilfe zwingen könne , debattieren US- Blogger . Burmesische Blogger berichten von Gerüchten in Naypyidaw , die Regierungsburg könnte von U.S.- Streikräften bombardiert werden :
Some of the residents ( … ) and civil servants have been seen leaving the city. The source of the anxiety ? A deathly pale General Than Shwe who was seen casting his vote on National Television at his first public appearance in serveral days. He was said to have looked so ill that he could barely walk. This had led the civil servants to conclude that he was hysterical about an impending attack by the US armed forces, one civil servant reportedly said. He himself had left Naypyidaw for his safety. In Naypyidaw though, there are nightly parties giving the impression that everything was normal.
People have taken to comparing the current situation to that of the era when Burma was invaded by the British. Prior to the invasion, King Sibaw, the last king of Burma, ordered his advisors killed; they had warned him of the invasion. Instead of planning a defence, he had then arranged for parties and festivals in order to distract the population. Shortly after, Burma fell to the British.
In Deutschland bescheidet man sich mit den üblichen Aufrufen , auf Remniszenzen an die internationale Oktober- Aktion FREE BURMA . In deutschsprachigen Landen muss es halt schnell gehen : “Recherche” abseits der eigenen Treffer- Optimierung findet sich selten . |||
BLOG 4 BURMA

Auch über die Feiertage hinweg berichten die Blooger des internationalen Netzwerks “Blog 4 Burma” täglich : “Referéndum : el fraude” , heisst es @ Birmania libre , Kathy mokiert sich über die laut offiziellen Communiqués “participation massive au référendum” und Jonas Lanter dreht das oben zitierte Gerüch in folgender Weise um : “Ausländische Helis und Flugzeuge sollen abgeschossen werden !!” . Aus einem paranoiden System gibt es , wie man sieht , nicht nur kein Entrinnen , sondern die Paranoia tendiert dazu , sich wie eine ansteckende Krankheit auszubreiten . Und Olivier rekabituliert wie stets die Links . Dies und mehr per RSS- Feed frei Haus .
in|ad|ae|qu|ats mittlerweile 35 eigene Artikel finden sich hier . |||
||| NEUROTISCHE KONTROLLE | UNTERLASSUNGSSÜNDEN IM “AFTER” - ABER AUCH “BEFORE” | DEATH TOLL - FORCED POLL

NEUROTISCHE KONTROLLE
Gebannt in der neurotischen Illusion , die Kontrolle im devastierten Land zu bewahren , verweigert die Junta jedwede Hilfe der “westlichen Welt” . US- Hilfsfliegern wird keine Landeerlaubnis erteilt , UN- und World- Food- Program- Mitarbeitern die Einreise verweigert . Bisher eingelangte Güter ( zur Wasseraufbereitung , Malariaprophylaxe , Grundnahrungsmittel ) wurden beschlagnahmt . Was es im Lande genau braucht , listet ein UN- Flash Appeal haarklein auf . Internationale Beobachter rapportieren die Spekulation , die Administration würde Hilfsgüter als Gegengabe für ein “YES”- Votum beim Referendum horten .
Quellen :
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Al Jazeera- Video @ ko-htike
Hilfslieferungen und Access wird lediglich ASEAN- Kontraktstaaten wie Indien und Thailand gewährt . Nach neuesten Nachrichten ( Reuters ) wurde der UN ein Lieferflug für Montag gewährt - und auch die Vereinten Nationen stellen sich darauf ein , die Güter trotz möglicher Beschlagnahmung zu senden .
Die Verantwortlichen der ausländischen regierungsunabhängigen Hilfswerke in Rangun wurden …. von der Regierung zu einem Rapport aufgeboten. Dort wurde ihnen gesagt, dass sie nicht aufs Land hinausgehen dürften. Die Hilfe im Land draussen werde von der Regierung koordiniert; Hilfsgelder seien an die Regierung zu überweisen. ( NZZ )
Die Dynastien der seit 1962 regierenden Generäle fürchten die Präsenz “fremder” Kräfte im Lande wie der Teufel das Weihwassser : Eher ist man bereit , einige Tausend Menschenleben im eigenen Land hinzugeben als den zementierten Status Quo der “Macht” zu gefährden . Wenn überhaupt noch zu wissen ist , was “Macht” bedeutet in einem von einer brutalen Katastrophe in völlige Wirrniss gestürzten Gebiet . Das ist nichts weniger als eine “Politik der verbrannten Erde” mit anderen Mitteln .
Generalissimus Than Shwe soll höchstpersönlich die seitens seiner eigenen Offiziere vorgelegten Vorschläge zur Opferhilfe vom Tisch gewischt haben : Wichtiger sei die “Sicherung” des Referendums . Woher und “Why” , fragt die BBC , “this extraordinary intransigence, this refusal to respond to pleas for greater co-operation with the international community ?”
Reading the minds of the top generals, who decide pretty much everything in Burma, is pure guesswork. We know they are superstitious men, of limited education, and minimal exposure to the outside world. They have lived entirely inside an army that wields unchallenged power over civilians, and which sees itself as endlessly fighting enemies bent on destroying the unity of the country. ( BBC ) |||
UNTERLASSUNGSSÜNDEN IM “AFTER” - ABER AUCH “BEFORE”
Quelle : TSR NargisWenn die Millionenstadt Rangoon auch sechs Tage nach dem Zyklon “Nargis” im Chaos versinkt ( das zu Aufräumungsarbeiten eingesetzte Militär besorgte zunächst die Strassen und Viertel der Generale , Lautsprecherwagen rufen die Bevölkerung auf , sich um die “clearance” ihrer Quartiere selber zu kümmern , The Irrawaddy ) , Lebensmittel ebenso rar sind wie Treibstoff ( für Stromgeneratoren , Pumpen , Lastwagentransporte ) , dann liegen die Versäumnisse nicht nur im Handlungsnotstand DANACH:
Andreas Fischer ( Birma News United ) hat die “Geschichte” des Sturms , den die Region Indien - Bangladesh - Burma tagelang bang beobachtete , haarklein rekapituliert . Spätestens vier Tage , bevor der Zyklon schliesslich an den Küsten Burmas auftreffen sollte , stand die Region in akutem Alarm : Mit jedem von Westen her verschonten Quadratkilometer , mit jeder Stunde , mit jedem Tag wuchs die wissbare Wahrscheinschlichkeit , die Katastrophe würde Myanmar treffen . Am Donnerstag , 30 . 4. ( = Tag zwei “before” ) wird dieses Wissen explizit :
Unter Berufung auf das The India Meteorological Department (IMD) und das Asian Disaster Preparedness Centre (ADPC) schreibt Hindu Business Line: “Nargis is likely to undergo another round of intensification and move in an east-northeasterly direction to cross the Myanmar on Saturday night…..The multi-hazard early warning system (EWS) at the Asian Disaster Preparedness Centre (ADPC) here has said Nargis is likely to slam down on the southern Myanmar coast around 7.30 p.m. on Saturday, according to forecasts generated through simulation runs.” ( Birma News United)
Wie burmesische Blogger berichten , lauteten die Wetterberichte in den staatlichen Zeitungen derweil auf “eher unbedenklich” : “the storm would not be devastating and the wind would be only 40-45 miles per hour” . Tatsächlich sollten sich die Spitzengeschwindigkeiten des Zyklons dann allerdings auf eine Stärke des mehr als die Doppelten bis fast Dreieinhalbfachen belaufen : 105 bis 135 mph ( 165 bis 215 km/h ) .
Freilich ist die Frage , wie eines der ärmsten Länder der Welt präventiv dem “Very Severe Cyclonic Storm Nargis” ( Wikipedia : “This article documents a current event. Information may change rapidly as the event progresses” ) PRÄVENTIV hätte begegnen können | sollen , ex post und unter Umständen akuten Handlungsbedarfs vor Allem dies : fürchterlich müssig . |||
DEATH TOLL - FORCED POLL
Derweil die UN von mittlerweile 1,5 Millionen Betroffenen und mindestens 100.000 Toten ausgeht , haben die offiziellen Stellen die “Death Toll” bei den bekannten 22.000 eingefroren .
Samstag soll das “Referendum” wie geplant abgehalten werden . Ausnahmen bilden die unmittelbar devastierten Gebiete ( Verschiebung auf 24. 5 ) - in vielen der kleinteilig organisierten Wahlsprengel wurde die Volksbefragung bereits im Vorhinein durchgezogen , ja man macht sich sogar noch Mühe , VOTE YES- Aktivisten festzunehmen ( Narinjara News )
State-run TV news repeated Friday’s broadcasts urging people to vote, making no mention of the estimated 1.5 million victims of the cyclone without food and shelter or tens of thousands killed and missing in the vicious storm that struck a week ago. - “Those who value the national well-being should go and vote YES ,” MRTV said in a scrolling headline on the screen. ( Reuters)
Jerry Lagan fasst die Ergebnisse einer nichtrepräsentativen Befragung von 2.000 Wählern durch das unabhängige Netzwerk “Burma News International” ( BNI ) wie folgt zusammen . Anzumerken ist , dass die Befragung vor “Nargis” geschah :
Almost seven out of ten interviewed said they had no idea what was in the constitution. One in four voters had still to make up their minds which way they would vote. So, despite the regime’s intensive propaganda campaign there remains a significant number of undecided voters. Of those who said they would vote, more than two-thirds said they would vote no. Around one in ten said they intended to vote yes. Soldiers were most likely to vote yes - at a ratio of 2 to 1 - while government employees were almost evenly divided between yes and no votes.
Students, teachers, farmers, journalists and housewives overwhelmingly said they intended to reject the constitution. Housewives, shopkeepers, business people and traders were most undecided about which way to vote - 1 in 3 had yet to make up their minds.
The ‘no’ vote was also strongest in the areas that had large populations of ethnic minorities - Chin, Kachin, Karen, Karenni, Mon and Shan states - where well over 80 percent were going to vote against the constitution. ( IPS )
Die heutigen Ausgaben des Irrawaddy und der Mizzima News sind ausschliesslich den Berichten zum Referendum , zur Volksnot und Internationalen Hilfspolitik gewidmet .
Wie wählen in einem Land , in welchem sich das Leichengift Tausender im buchstäblichsten Sinne des Wortes stündlich weiter verbreitet ? ( The Irrawaddy , taz , Burmese Bloggers without Borders [ "Be warned : Graphic pictures" ] )
Wie wählen in einem Land , in welchem ein Sack Reis mittlerweile einen durchschnittlichen Monatslohn kostet , Reiskulturen auf Jahre zerstört wurden ? ( NZZ Online / ap , The Irrawaddy )
Wie wählen in einem Land , dessen Regierung den eigenen Parolen vom “Volkswohl” Hohn spottet ?
Wie wählen …. ? - Die rhetorische Frage erübrigt sich :
Es gibt keine Wahl . Keiner hat eine . Nicht an der Urne . Nicht ums Überleben . |||

BLOG 4 BURMA
Mehrere der dem internationalen Netzwerk assoziierten Blogs weisen auf den CALL FOR SUPPORT der Menschenrechts- NGO Avaaz.org hin . Dies soll nun auch in deutscher Sprache geschehen . Die exzeptionelle “Chronik eines angekündigten Zyklons” @ Birma News United sei noch einmal hervorgehoben . Kathy berichtet unermüdlich in französischer Sprache , mitunter fehlen allerdings auch ihr die Worte . Birmania libre begrüsst den heutigen Wahltag mit der Adresse : “Dictador : hoy es tu gran día” . Jonas Lanter über “Die Katastrophe nach der Katastrophe” . Und Olivier mit seinem Link- Journal . Dies und mehr per RSS- Feed , täglich . |||
N. B.
Und siehe da : Eben erwacht die “Burma”- Idee mal wieder in deutschen Blogs . |||
SCHWEIGEN 1
Der Titel erscheint Ihnen geschmacklos ? - Geschmacklos die Anspielung auf Hans Baumanns berüchtigten HJ- Gröhler “Es zittern die morschen Knochen” ? - Die Wirklichkeit indes ist noch geschmackloser , indem sie das “Morgen” in ein “Gestern” verkehrt . Und dies möglichst unhörbar . |||

SCHWEIGEN 2
Der in unserem letzten Eintrag vor zehn Tagen angedeutete INFO- WAR ist aus der “vermutlichen” Zukunft in ein bedrohliches “Heute” und von dort in ein schnell wieder vergessenes “Gestern” gerückt : Nach der Blockierung des populären Blog- Hosters Blogspot und der Verhängung eines strengen Kuratels über Betreiber und Kunden von Internet- Cafés , ist es am 29 . Januar zur Verhaftung eines Bloggers gekommen . ( Committe to protect Bloggers , Blogger for Freedom , Birma News United , Olivier ) . Mizzima meldet am 1. 2. , der junge Mann sei für die Familie unerreichbar … und “mysteriously missing” . |||
SCHWEIGEN 3
Das sonst so aktive Network Burmese Bloggers without Borders hat seit 28. 1. nicht mehr berichtet , selbst Jotman vermag von der thailändischen Grenze her nur internationale Medien wie Mizzima und das BurmaNet zu zitieren .
Das - burmesisch sprachige - Blog von Nay Phone Latt ist derzeit zwar erreichbar , der letzte Eintrag datiert allerdings vom 22. 1. : Übertitelt mit Happy Birthday … Mr Pooh , steht eine Anspielung auf den Geburtstag Junta- Chefs Than Shwe zu vermuten : HEUTE , am 2. Februar , begeht der Autokrat seinen 75. Geburtstag - von Aktivisten zum “UNHAPPY BAD DAY” deklariert . Eine weitere heikle Feierlichkeit also , keinen Monat nach der unter Umständen einer de facto- Ausgangssperre “zelebrierten” 60. Wiederkehr der “Unabhängigkeit” vom britischen “Commonwealth” .

In höchst wörtlicher Interpretation einer “Independence” vom “Gemeinwohl” hat sich das Regime von jeder Form der Menschenrechtlichkeit “emanzipiert” . Die oppositionelle National League for Democracy ( NLD ) - Partei der nach ergebnislosen “Gesprächen” wieder in “ihren” Hausarrest zurück geschickten Aung San Suu Kyi - lässt Listen kursieren , welche vom kontinuierlichen Verhaftungstagwerk der Regierung zeugen . ( Burma Dialoge , Sitmone )
January arrests - 22 total
- On 2 January, former student activists Ko Ko Maung and Ko Min Han was arrested.
- On 2 January, NLD members Dr. Aung Moe Nyo, Htay Myint, Sein Win, Than Htun, U Ko Oo and Nay Myo Kyaw were arrested in Magwe division, reportedly to stop them from attending independence day celebrations
in a nearby township. - On 3 January, two NLD youth members were arrested.
- On 3 January, a monk and two laymen were arrested in Yangon during a house raid in search of an activist.
- On 4 January, Htet Htet Aung, Ko Kyaw Kyaw and Kyaw Zin Win, all NLD youth members, were arrested. On 13 January, U Par Lay and U Maung Soe were arrested.
- On 15 January, two NLD youth wing members, Soe Min Oo and Kalar Shae, were arrested in Rakhine State after shouting slogans such
as ‘Restore Democracy’, ‘Release political prisoners including Daw Aung San Suu Kyi’, and ‘Reduce Commodity Prices’. - On 15 January, Saw Wai, poet and leader of an organization established by artists to care for orphans of AIDS victims, was
arrested after authorities deciphered part of his “February 14″ poem that contained a hidden message criticizing Senior General Than Shwe. - In January, Ko Aung Gyi, former editor of the sports magazine 90 Minutes, was arrested in Yangon. |||
SCHWEIGEN 4
Der Umstand , dass diese am 31. 1. publizierte Liste ( Recent Arrests : November to January | Burma Digest , Amnesty International , ko htike ) noch nicht einmal den Namen des NLD- Aktivisten Nay Phone Latt enthält , erzählt auf verschwiegen beredte Weise von Dunkelziffern . Wie überhaupt das buchstäblich zu verstehende niederschmetternde Schweigen Charakteristikum der Monate seit der “Septemberrevolution” ist . Stillschweigend werden die zwischen Aussen und Innen vermittelnden Medien gekappt und reduziert . Stillschweigend werden ethnische Minderheiten terrorisiert . Stillschweigend perfektioniert sich hier ein TOTALER KADER- STAAT , welcher sich selbst genügen würde … benötigte er nicht der Menschen als ( Zwangs-) Arbeitsameisen . |||

SCHWEIGEN 5
Zwar ist die Meldung vom verhafteten Blogger - ausnahmsweise - in die Mainstream- Medien ( Le Monde , Netzzeitung , SpOn , Reuters ) durchgedrungen . Man beachte dabei übrigens die diesbezügliche ENTHALTSAMKEIT der geradezu neurotisch Blog- empfindlichen Papiermedien FAZ und SZ . Zynisch zu sagen , dass es sich dabei um ein “Individuum” handelt , welches in das Meer des Schweigens zurück gleiten wird . Ganz so , wie dies die Junta intendiert . Und ganz so , dass dies aussenpolitisch Niemanden wirklich irritiert . |||
SCHWEIGEN 6
Wegsperren , Sippenhaftung , Folter : “While the international community has turned its attention to other matters” , kommentiert die Democratic Voice of Burma gestern , “the crackdown in Burma continues” . Mehr als “empty words” , klagt die NYT , habe auch Bush nicht zu bieten . - “Prepare for the worst” , wird Aung San Suu Kyi am 31. in einem kritischen Irrawaddy- Artikel zitiert . |||
FEED GEGEN DAS SCHWEIGEN
Das Netzwerk BLOG 4 BURMA wird wieder und weiter berichten . Blogger aus Frankreich , Deutschland , Andorra und Österreich gegen das Schweigen . Subscribe to the common feed that never sleeps . |||
||| THE OTHER ROADMAP | “INDEPENDENCE” DAY | SATELLIT- TAXE MAL 166 | INFO WAR : NEWS , NETCAFES , HANDYS | NO MYANMAR TIMES | CLEAN BIS 8. 8. 08 … | … ODER “RAMBO”- EFFEKT ? | BLOGGER BLOCKIERT | BULLDOG & OCHSENFROSCH : BURMA ALS KARIKATUR | LINKS
THE OTHER ROADMAP
Die Zeichen mehren sich , dass es Burmas Junta eilig hat , mit einer ROADAMAP voran zu kommen , welche der “offiziellen” ( welche via Etablierung einer Verfassung zu einer undatiert einstigen Demokratie geleiten soll ) einigermassen widerspricht : In gespenstischer Leere zog am 4. Januar die 60. Wiederkehr der Unabhänigkeit von der britischen Kolonialmacht ( “Independence Day” ) durch ein Land , dessen Regierung offenbar eben sehr damit beschäftigt ist , sich in der seit November 2005 aus dem Boden gestampften Neustadt Nay Pyi Taw ( Naypyidaw ) zu verbarrikadieren - 320 Kilometer nördlich von Rangoon , wo etwa die Gesandtschaften anderer Staaten sitzen . |||

“INDEPENDENCE” DAY
Birma News United ( Birma in virtual media 2/2008 ) berichtet anschaulich und mit “sprechenden Bildern” von den leeren Plätzen und dem eisigem Schweigen am “Independence Day” . Kein Wunder : Laut Reuters ( 4. 1. ) waren Rangoons öffentliche Flächen durch effektvoll platzierte Kolonnen von “Riot police” und Feuerwehrwagen markiert . Erlaubt war lediglich , was niemandem gefiel : nämlich die militärische Zeremonie im fernen Nay Pyi Taw . General Than Shwe trat lediglich via Rundfunkansprache in Erscheinung :
Repeating an oft-touted slogan, the 75-year-old Senior General urged Myanmar’s 53 million people to “make a firm resolve to build a new, peaceful, modern and developed discipline flourishing nation”. ( Reuters )
Keine Bemerkung über die Roadmap , keine Erwähnung von Aung San Suu Kyi , der seit 1990 meistenteils in Hausarrest arretierten Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin . In Kontext des “Independence Day” besonders pikant : Suu Kyis Vater , General Aung San , gilt als allgemein als “father of independence” : Sein Kampf für Burmas Unabhängigkeit von 1933 bis zum “Märtyrertod” 1947 wird heute noch durch Bildnisse , Strassennamen etc. wiedergespiegelt . Leitbild während der Aufstände 1988 , wurde das Konterfei des Generals erst mit der Machtübernahme der Militärs von “kyat” , der nationalen Währung , entfernt . “His place in history as the Father of Burmese Independence and a national hero continues to the present day both due to his own legacy and due to the activities of his daughter.” ( Wikipedia ) ( APPPB )
Not much to celebrate on 60th Independence Anniversary in Burma notiert das NLD- Blog Burma Dialogue zwei Tage später :
It is sad that there is no sign of freedom even in time of 60th Independence Anniversary. The Junta controls everything now. In these days, because of the experiences of the September Saffron Revolution, all news media in Burma is strictly censored and tightly controlled by the military junta. All daily newspapers, radio and television stations are under regime’s supervision. |||
SATELLIT- TAXE MAL 166
Wenige Tage zuvor war die Öffentlichkeit - nicht minder schmallippig und “ohne Vorwarnung” - mit einer astronomischen Anhebung der Abgaben für Satelliten- TV konfrontiert worden . Laut APA ( Reuters / AFP , 2. 1. ) wurden die Gebühren für Satellitenfernsehen plötzlich auf das 166- Fache erhöht : Wie ein Vertreter der burmesischen Telekom am Mittwoch bestätigte, müssen Besitzer einer Satellitenschüssel nun statt 6.000 Kyat eine Million Kyat ( rund 530 Euro ) für ihren jährlichen Satelliten-TV-Empfang bezahlen . Das bedeutet das Dreifache des durchschnittlichen Jahreseinkommens eines Burmesen . Bei heise wird die Gebühr laut Wechselkurs mit 106.000 Euro kalkuliert , im Fall einer Neulizenz sogar mit 212.000 Euro .
“Ohne Satellitenempfang können in dem südostasiatischen Land, das auf Befehl der Machthaber auch in Fremdsprachen nur Myanmar genannt werden darf, Nachrichten nur noch im staatlich kontrollierten TV-Sender MRTV verfolgt werden.” ( APA , Reuters , AFP , 2. 1. ) |||
INFO WAR : NEWS , NETCAFES , HANDYS
Den stillschweigend durchgezogenen Kampagnen eines “hidden war” gegen die Volksgruppen wie der Karen scheint sich - peu à peu implementiert - ein zunehmend härterer “Info War” zweite Front zur Seite zu stellen . So offensichtlich wie beim Netz- Shutdown zwischen 29 . September und 15. Oktober spielt man die Sache momentan allerdings nicht , sondern scheint sich auf eine Politik der kleinen Schritte zu verlegen , um das Land und seine Informationsflüsse noch vor dem Beginn der Olympischen Spiele unter Kuratel gestellt zu haben .
Ausländische Zeitungen seien , so der Exilburmese Zin Linn am 5.1. in der Asian Tribune , seit Oktober verschwunden , Illegale chinesische Handys wurden laut Kachin News erst vorige Woche requiriert , das Benutzen von Netcafés erfolgt unter strenger Restiktion :
Even the owners of the Internet Cafes were forced to sign an agreement to follow restrictions imposed by the authorities. There is complete control of the news as no one dares to get through the regime’s filters. Moreover, the owners of stores have to inform the details of their customers to the military intelligence. ( Assian Tribune )
They also restricted the usage of internet cafes by asking the users at those places to register using their identity cards, filling in their personal details, keeping a log of visited sites and taking screenshots of various pages. ( Niknayam gestern @ Burmese Bloggers w / o Borders ) |||
NO MYANMAR TIMES
Als die Wochenzeitung The Myanmar Times in ihrer burmesisch- sprachigen Ausgabe die Nachricht von der Verteuerung des Satellitenempfangs mit einem AFP- Zitat unterlegte , wurde das Erscheinen des Blattes eingestellt und der verantwortliche Reporter zum Verlassen seines Postens gezwungen .
The article, from Agence France-Presse, was about the junta’s plans to raise license fees for satellite televisions to almost $800, three times the average yearly income. The current fee is $5. The move would prevent most Burmese from seeing news that is not rigidly controlled. ( NYT , Irrawaddy , BBC via BumraNet News ) . |||
CLEAN BIS 8. 8. 08 …
Wenn mit Beginn der Sommerspiele die internationale Aufmerksamkeit in Richtung Ostasien blickt , wäre das für die Junta mit der Gefahr von informationspolitischen Kollateralschäden verbunden . Zudem wurde mit dem Olympia- Auftakt ausgerechnet am 8. 8. 2008 ein für die Geschichte Burmas höchst unseliger symbolischer Termin gewählt : Genau 20 Jahre nach dem 8888 Uprising , welchem bis zu 3.000 Mönche und Zivilisten zum Opfer gefallen waren , wird hier in der Tat Burma’s unlucky number ( kto htike , 14. 1. ) aufgerufen . |||
… ODER “RAMBO”- EFFEKT ?
Mit der faktischen Ausschluss des legalen Empfangs ausländischer , unabhängiger oder Exil- Sender kommt man zu rechter Zeit auch der erwartbaren Welle frischer Burma- Neugier entgegen , die mit dem internationalen Start des Rambo- Films kalkulierbar ist . Mit 25. Januar ( 14. 2. in Deutschland ) stehen nicht nur die bekannten Was ist eigentlich mit Burma ? bzw. Was wurde aus FREE BURMA ?- Rufe ins Haus , viel schlimmer : Mit dem ( fiktiven ) Plot des Befreiungskampfes gegen eine ( fiktive ) Junta kommt zweifellos auch die faktische Lage wieder frisch aufs Tapet . ( Irrawaddy , Breaking News ) |||

BLOGGER BLOCKIERT
Im Dezember war gelegentlich von wiedereröffneten Net- Cafés , verdeckten Netzwerken à la psiphon ( via Freedom Against Censorship Thailand ) sowie über “alternative”- DNS ( Cesidian Root via The Burma Internet Liberation Organisation ) zu lesen gewesen . Laut Breaking News habe paradoxerweise just Verhaftungswelle zu einer unfreiwilligen Selbstorganisation des zuvor partikularen Widerstandes geführt :
Schnell wurden neue Kontakte geknüpft, Handy-Nummern und Mail-Adressen ausgetauscht, auf denen noch Wochen später nach den ersten Haft-Entlassungen Netzwerke aufgebaut werden konnten. Der Widerstand formiert sich neben den althergebrachten Kommunikationsmitteln von Boten und toten Briefkästen vor allem digital. SMS und E-Mails, sowie von Handys aufgenommene Photos und Videos organisieren den Widerstand, verbreiten die Botschaften und informieren die Welt über die Geschehnisse in dem isolierten Land. ( Breaking News )
Seit 10. 1. verdichten sich die Meldungen , dass “Blogspot”- Blogs ( Blogger.com ) wiederholt blockiert werden : Jotmanns entsprechende Meldung vom 10. 1. ist heute prompt längst verschwunden , allein der Feedreader zeugt von seiner Spur . Am 17. taucht eine entsprechende Nachricht wieder in der Mizzima News auf und wird heute von Scoop reproduziert :
Once again, Burma’s paranoid generals are trying to halt the flow of information out of the country. In the last few days, Burmese bloggers have reported that access to one of the most popular sites - www.blogger.com - has been denied by the Myanmar Post and Telecom Ministry. The site has already been blocked by Bagan Teleport, Burma’s other main junta-controlled internet service provider.
Officials refute the accusation that orders have been given to block the site. However, informed sources report that the generals are determined to prevent a repeat of last September, when bloggers provided the world with a window on the monk-led “Saffron Revolution”.
Die umfassendste und bestürzendste Darstellung erschien gestern @ Burmese Bloggers w / o Borders . Sie ist eine Übersetzung des Blogberichts von Niknayman und zieht einen weiten Bogen : Von den ca. 2.000 vor September 2007 und der “saffron revolution” bestehenden Privatblogs über deren plötzlich weltweite Bedeutung für die Dokumentation der Unruhen sowie der Gewaltaktionen seitens der Regierung . Dann kam der Shutdown des Netzes Ende September bis Mitte Oktober .
Inzwischen hat die Regierung ihre Vorkehrungen getroffen , Blogger mit deren eigenen Waffen zu schlagen : Regierungstreue Anti- Blogger , Spammer , Flamer usf. bis hin zur Fälschung bekannter Blogs , Lancierung von pornographischem Material etc. Niknaymans Text scheint in|ad|ae|qu|at von hinreichender Bedeutung ihn für ich selbst sprechen zu lassen . Der besseren Lesbarkeit halber rücken wir das Langzitat nicht ein :
QUOTE : “After seeing the impact that Burmese blogs can have as transmission medium for news, SPDC [ = formerly State Law and Order Restoration Council , 1997 eupemisitcally renamed the State Peace and Development Council , SPDC , czz ] declared that they will retaliate in a similar manner, that is, to fight media (blogs) with media (blogs). They began to see the urgent need to implement actions according to their declaration. Therefore, they chose a group of their trusted people and gave them training on blogging. They then asked those people to write blogs according to their tune, thus resulting in the rise of various pro-SPDC blogs in Burmese bloggers’ community. Not only do those blogs were asked to write pro-SPDC posts, but also asked to attack the posts written by pro-democracy bloggers and to incite discord among the Burmese bloggers’ community.
Their techniques also included writing vulgar words, writing spam, impersonating identities of certain bloggers and writing nonsense under their nicknames in commonly-used message boards (aka c-boxes). Knowing their techniques, many Burmese bloggers have simply ignored their provocations in c-boxes by just deleting their messages.
Hence, they decided to attack from another direction, that is, to block certain Burmese blogs so that the people in Burma would not be able to view them. Many well-known pro-democracy blogs were their first targets.
However, with the advanced technology, the people in Burma found a way to overcome such restrictions. Subsequently, SPDC resorted to slowing down the internet speed for their networks and even to the extent of limiting the internet usage by shutting down their networks for public usage. ( …)
Their latest attacks include blocking the access to the whole of www.blogger.com from Burma and the possibility of increasing the price for usage of internet in Burma. Pro-SPDC group has also tried to hack into the Gmail accounts of well-known pro-democracy Burmese blogs. After being successful, they would change or redirect the URLs of those blogs to porn website addresses and advertised addresses for businesses.
In addition, they have also tried to create bogus blogs with similar addresses of pro-democracy blogs by adding some words to the URL. The well-known pro-democracy blogger, niknayman’s blog, fell victim to such attack recently. As shown in the picture below, they created a bogus blog with the URL (http://niknayman.blogspot.com.corp.st) and put the name of the blog as “This is myanmar NLD stupid sucking blog”. If you open the bogus blog, you will be directed into a porn site.
[Disclaimer: Women are advised not to open the bogus blog’s link as it contains a lot of porn materials. The screenshot of the bogus blog is shown in this post just to prove as evidence of SPDC’s doing.]
They have also advertised this bogus blog’s address in various c-boxes of Burmese people, especially women, under the nickname of “admin” as shown below in picture. By doing that, they tried to trick people into misunderstanding that Niknayman has changed his blog’s address and he, himself, was the one going around informing the people of this new address.
When the check was done on the identity of the person who went around advertising the bogus blog’s link, the person turned out to be a pro-SPDC blogger, by the name of Opposite Eyes. ( …) [ screenhot ]
Niknayman has also discovered how the pro- SPDC group created the bogus’s blog address. (… ) [ screenhot ] They registered as a member of a French business company and made use of the domain name given by typing “niknayman.blogspot.com” in the blank in front as shown in picture below.
Niknayman has declared that such lies and attacks by pro- SPDC groups in Burmese websites, forums, blogs and emails definitely will be exposed after gathering enough evidence. With such evidence, their cases will be presented to international internet usage authority and human rights authority, etc.
Finally, Niknayman urged his fellow Burmese bloggers to be careful of such attacks from SPDC side and to unite against SPDC and their lackeys.” UNQUOTE |||
Dem ist derzeit wenig hinzuzufügen : Selbstverständlich “funktionieren” jene Blogspot- Blogs , die - wie der bekannte ko htike - aus dem Exil berichten , ohne Einschränkung . |||

BULLDOG & OCHSENFROSCH : BURMA ALS KARIKATUR
Abschliessend noch ein ziemlich spitz karikiertes Panoptikum der Zustände im Lande : Die gestern von New Taigress online gestellte Animation A view on Burma mag die perspektivenreiche Burma Videosammlung von Daburna ergänzen . Interessant ist die tierische Ikonographie , welche den alten - und aufgeblasenen - Diktator General Than Shwe wechselweise als als Bulldogge und Ochsenfrosch darstellt .
A VIEW ON BURMA ( 3:10 )
|||RSS - FEED BLOG 4 BURMA
Dass es - auch wenn dies die veröffentliche Meinung derzeit anders sieht - eine unablässig dichte Nachrichtenlage zu Burma gibt , erweist die Berichterstattung des Netzwerks BLOG 4 BURMA . Sie könnnen die entsprechenden Meldungen der Blogs von Breaking News , Birma News Utd. , Daburna , Blogger for Freedom , Bloguer ou ne pas bloguer , Khaipi , adaequat und Adicie per RSS- Feed abonnieren . ||||
LINKS
- Birma in virtual media 2/2008 ( Birma News United , 19. 1. )
- The Honorable Aung San : Burma Update: January 8, 2008 ( Asia- Pacific- Partnership on Burma , APPPB , 8. 1. )
- Not much to celebrate on 60th Independence Anniversary in Burma ( Burma Dialogue , 6. 1. )
- Burma : Den Bürgern wird das Fernsehschauen verunmöglicht ( Jonas M. Lanter , Burma Berichterstattung , 2. 1. )
- Birma : Steuerkeule als Zensurwaffe ( heise , 3. 1. )
- Burma’s Junta Oblivious to International Pressure Imposes Media Control ( Zin Linn , Asian Tribune , 5. 1. )
- Illegal Chinese phones seized on Sino-Burma border ( Kachin News , 19 . 1. )
- Myanmar : Article Riles Censors ( NYT / AP , 18. 1. )
- BBC Burmese Service : Journalist reveals the reasons to have resigned ( 20. 1. , via BurmaNet News )
- Time for Kyaw Hsan to Switch Off ( Irrawaddy , 18. 1. )
- Rambo to the Rescue ( Violet Cho , Irrawaddy , 17. 1. )
- Von Rambo : Part 4 und Unabhängigkeit : Episode II ( Breaking News , 19. 1. )
- Burma’s unlucky number ( kto htike , 14. 1. )
- Pulling the Plug : A Technical Review of the Internet Shutdown in Burma [ 29. 9. - 15. 10. 2007 ]| ( OpenNet Initiative )
- Circumventing censorship ( The psiphon web-Tech Review , 20. 12. via FACT - Freedom Against Censorship Thailand )
- The Burma Internet Liberation Organisation ( BILO ) & Burmese Network Information Centre ( BNIC )
- Burmese Internet Liberation Organisation ( Domains .BU @ Cesidian Root , via Digg , 11. 12. )
- Myanmar telecom blocks bloggers ( Mizzima News , 17. 1. via Burma Blocks Blogspot )
- Burma : Bloggers’ Site Blocked ( Scoop , 21. 1. )
- Attack on Burmese Blogs by SPDC ( Military Regime in Burma ) ( niknayman via Burmese Bloggers w / o Borders , 20. 1. ) |||




