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Bildgrund © Maurizio Cattelan : “Untitled” 2007 , taxidermic horse , natural dimensions
After Nature , New Museum , NY
BERLIN | AUSSTELLUNG & KRITIK
Ganz schlau werden wir aus den Notizen zu der als seit gestern als Ausstellung getarnten Etablierung eines ( Inter- ) Aktionsraums im Berliner KW Institute for Contemporary Art nicht : aber das liegt wohl auch nicht in der Absicht des Ein- und Ausrichtungsteams des fiktiven “Hotel Marienbad 005” , Ann Cotten , Christian Filips , Hendrik Jackson und Monika Rinck .
Hier der Text :
Das Pony aus der Wand verkörpert die Doppeldeutigkeit der Decke, des Covers: changierend zwischen beruhigend und beunruhigend, wachend, schielend, behütend, befluchend. Ein Abstand, der schwer abzuschätzen ist, zwischen Decke und Individuum. Wie weit? Wie nah? Verlässlich sind dann nur die Muster, die Beziehungen, in denen Abstraktion im Spiel ist. Das Pony haben wir vorgefunden.
Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs ist die Postmoderne nur noch alltäglicher Trümmerhaufen und mit den für Postmoderne gemachten Griffen nicht mehr zu greifen: erschlafft. Eine Drehung der Drehbühne steht an und ist bereits im Begriff: Kritik nimmt den Platz ein, den vorher die Kunst innehatte. Das Vokabular der Kritik, ihre harten Baumstämme nimmt sie direkt vom Anfang des 20. Jahrhunderts wie von unter einem Sumpf die mittlerweile chemisch durch Kompression verwandelten Gewächse, die jetzt erwachsenere Flammen nähren müssen, um Idiome zu wärmen.
Und her der Plan :
Hendrik Jackson wird im unsichtbaren Zimmer ein Büro für Kritik führen, während im Vorderzimmer an Coverversionen von allem gearbeitet wird. Die Liste von dem, was gecovert wird, hängt an der Wand und wird moduliert.
Die LyrikerInnen Ann Cotten, Monika Rinck und Christian Filips beehren als fünfte Gäste das Hotel Marienbad. Im verborgenen Zimmer eröffnet Hendrik Jackson sein Büro für Kritik - eigene Texte können zur Kritik mitgebracht werden.
Im Rahmen dieses Hotelzimmers finden Lesungen, Vorträge und Kunst-Präsentationen statt. Weitere Termine und Öffnungszeiten werden demnächst auf der Webseite www.kw-berlin.debekannt gegeben.
Hotel Marienbad 005 - KW Institute for Contemporary Art , Auguststrasse 69 , 10 117 Berlin - 15. 2. - 10. 3. 2009 , Eintritt frei
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WIEN | KOLIK- SLAM
Warum es “Slam” heisst , wenn ausdrücklich drei Lesungen angekündigt werden , soll uns bei Gelegenheit bitte Jemand auseinandersetzen . Suggeriert vermutlich “jung” , “wild” und | oder “heftig” . All dies mag man in den Texten von Linda Stift , Bernhard Strobel und Otto Tremetzberger finden . Näheres wird die Co- Herausgeberin der Literaturzeitschrift “kolik” , Karin Fleischanderl , fraglos klären .
KOLIKslam - Österreichische Gesellschaft für Literatur - Dienstag , 17 . 2. 2009 , 19 H
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WIEN | RITTER- NOVITÄTEN
Wieder ein schwerer Fall von Terminkonflikt , denn die Autoren , welche Klagenfurts Ritter- Verlag am gleichen Datum im Wiener Literaturhaus präsetiert , zählen auch nicht eben zur alten Garde . Nur die Heimseite des Verlags stolpert dem aktuellen Programm leider chronisch nach wurde rezent aufdatiert ( Der Setzer ) .
“Alias” von Günter Eichberger ist eine anarchisch-witzige Satire auf Musikgeschäft und Starkult sowie eine Parodie auf die Genres Biographie und Memoirenliteratur. “Eichbergers Sprachmix aus den Rätseln der Sphinx Bob Dylan und den eigenen, absurden Paradoxien resultiert in bodenlosen Verknappungen und in schwindelerregenden Scherzen” ( Falter ).
In Begleitung einer als Dakini bezeichneten “Himmelstänzerin” sowie eines italienischen Radierers und Architekten setzt sich die Reisebewegung des Autors Peter Pessl durch den indischen und tibetischen Himalaya fort. “Das weisse Jahr. Aufzeichnungen aus dem Himalaya. Teil 2 ” stellt mit Erzählungen, Notizen, Gedichten, Essays sowie 62 Zeichnungen ein hybrides Netzwerk an Eindrücken und Assoziationen dar.
In “baby blue eyes” arbeitet sich Sophie Reyer in drei parallelen Stimmen, die nicht gegeneinander abgeschlossen sind, sich an den Rändern vermischen, zu den Verletzungen und Blockaden einer jungen Frau vor. Der Text taucht tief in den Körper der Frau, wie die Frau in den Text, in dem Versuch mit Worten nach außen zu bringen, was der Körper in sich verhärtet, nicht freigeben will.
Verlagspräsentation | Lesungen Ritter- Verlag - Literaturhaus Wien - Dienstag - 17 . 2. 2009 , 20 H
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RADIO | HÖRSPIEL- PERSONALE MARGRET KREIDL
Wer unentschieden zwischen zwei Terminen , wird eher den Daheimbleiber mimen : Immer noch befinden wir uns am Dienstag , an welche der Sender Österreich 1 sein “Hörspielstudio” ganz der Autorin Margret Kreidl widmet . Eine Neuproduktion , massgeschneidert auf die Ausrufung der Stahl- zur Kulturhauptstadt Linz 2009 , gefolgt von einer Wiederholung einer dringlichen Produktion aus dem Jahr 2007 :
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In ihrem neuen Hörspiel “Schneewittchen und die Stahlkocher” untersucht die österreichische Schriftstellerin Margret Kreidl die Stahlstadt Linz auf spielerische Weise. Ihr etwas anderes Stadtporträt ist ein Spiel mit Erzählformen und Sprechrhythmen: Von den bewusst naiv erzählten Stadtgeschichten einer Märchenerzählerin bis zum Wortspiel beim Hochofenabstich, von einem Knödelduell bis zu rassistischen Ausfällen im Wirtshaus, von realistischen Paardialogen bis zu Fremdenführungen laut Tourismuskatalog, vom Garagen-Rap bis zur Porno-Fahrt mit der Grottenbahn - eine Szene, die durch die Tatsache angeregt wurde, dass es in Linz den grössten Erotiktempel ganz Europas gibt: Das Sex-o-Drome. Die Europäische Kulturhauptstadt 2009 wird also in ihrer ganzen Bandbreite hörbar.
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“Kinderspiel” - Alles endet dort, wo es einst begonnen hatte. Der Lebenskreis schliesst sich. Säuglinge werden gefüttert, Alte häufig auch. Die einen können noch nicht laufen, die anderen nicht mehr. Die Geriatrie-Windel erfüllt dieselbe Funktion wie die Pampers für die Kleinen. Der Stoffwechsel gerät ebenso außer Kontrolle wie die Sprache.
Personale Margret Kreidl - Ö 1 Hörspiel- Studio - Dienstag , 17 . 2. 2009 , 21 H
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WIEN | LITERATURZEITSCHRIFT “SCHREIBKRAFT”
Literatur im Jetzt : Neben der Wiener “kolik” streckt die als Feuilletonmagazin untertitelte Literaturzeitschrift “schreibkraft” von Graz stände ihre Fühler stets nach frischen Werken aus . Gerne auch per Themenheft- gemässer Originaltext- Bestellung . Was die Schreibkräfte Anne Peters und Stefan Schmitzer sowie der Herausgeber Werner Schandor am Donnerstag in der “Alten Schmiede” ( ja , wirklich : im realen Schmiede- Raum ) tatsächlich lesen werden , bleibt dahingestellt . In rezenten Ausgaben jedenfalls lesenswert : Anne Peters : “kleine typologie des mehrheitsfrohsinns” , Stefan Schmitzer : “süsst wein wasser ?” & Werner Schandor : “das letzte gletscherbild” .
Reihe Literaturzeitschriften : “schreibkraft” - Galerie der Literaturzeitschriften | Alte Schmiede - Donnerstag , 19. 2. 2009 , 19 H
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WIEN | BUCH | KRITIK : T 4 3 GOES 4 4
Erstmals in seiner langjährigen Geschichte erweitert sich das Literarische Kamingespräch , welches Daniela Strigl und Klaus Nüchtern vor einem lieblich glimmenden Plastikfeuerchen anbieten , durch einen zusätzlichen Gastkritiker auf runde quadratische Vier : Angesichts der ruhmhaften Steilvorlagen Seiner Preise sowie von Rowohlt vs. Suhrkamp bedarf es allerdings und nachvollziehbarer Weise der zwiefachen intellektuellen Verstärkung durch Ilija Trojanow und Karl Duffek.
Bei einem gepflegten Gläschen werden entprechend ausnahmsweise diesmal vier Werke genüsslich seziert :
Daniel Kehlmann : Ruhm ( Rowohlt )
Thomas Bernhard : Meine Preise ( Suhrkamp )
Jhumpa Lahiri : Einmal im Leben ( Rowohlt )
Nazim Hikmet : Die Romantiker ( Suhrkamp )
TEA FOR THREE ( T 4 3 ) , Literarisches Kamingespräch - Kunsthalle Wien | project space - Donnerstag , 19. 2. 2009 , 20 H
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REICHENAU | LITERATURWETTBEWERB WARTHOLZ
Waren es beim ersten Anlauf des neu auf Bergeshöh’n ausgerufenen Literaturwettbewerbs einer privaten Gärtnerei noch 400 Einsendungen , sind es im zweiten Jahr des Bestehens der literarischen Stadtflucht bereits 100 Anträge mehr : Kein Wunder , locken doch erster und zweiter Preis mit stolzen € 10.000.- bzw. 4.000.- zum Gang ins Gebürg . Man erinnert sich gern an den erfreulichen Fakt , dass im Vorjahr Andrea Winkler und “Literatur als Radiokunst“- sowie “Salon Littéraire“- Autor Ulrich Schlotmann diese beiden Preise als Handgepäck zurück in die heimatlichen Ebenen trugen .
Über die “anonyme” Vorjury , welche 500 Einsendungen in 16 leibhaftig lesende AutorInnen verwandelt , wollen wir uns an dieser Stelle nicht weiter verbreitern ( Name der Redaktion bekannt ) : Jedenfalls steht der gute Mann auf goldenem Boden und zitiert folgende Wettleser vor eine ( diesmal tatsächlich als solche ausgewiesene ) Fachjury :
Daniel Oliver Bachmann ( D ) , Ingrid Gorr ( D ) , Constantin Göffert ( A ) , Michaela Falkner ( A ) , Marcus Hammerschmitt ( D ) , Andrea Heuser ( D ) , Katharina Joanowitsch ( D ) , Henriette Langer ( D ) , Marcus Neuert ( D ) , Alexander Peer ( A ) , Othmar Plöckinger ( A ) , Eva Roman ( D ) , Christian Schloyer ( D ) , Lisa Spalt ( A ) , Michael Stavarič ( A ) und Rita Tiemann ( D ) .
Hier die Jury : Katja Gasser ( ORF- TV ) , Meike Fessmann ( freie Kritikerin, u. a. SZ ) , Bernhard Fetz ( Literaturarchiv der ÖNB ) und Hubert Winkels ( Deutschlandfunk ) .
Mögen die literarischen Blüten im Biotop der Schlossgärtnerei florieren , insbesondere natürlich die T_U_L_P_E_N …
2. Literaturwettbewerb Wartholz - Schlossgärtnerei Wartholz - Reichenau an der Rax , Mittwoch , 18. bis Samstag , 21. Februar 2009
UPDATE , 22. 2.
Geblendet vom privaten Sponsoring ( freilich aufgefüllt durch niederösterreichischen Landes- Segen ) berichtet das österreichische Feuilleton vom Wartholzer Literaturwettbewerb droben am Berg : Fern davon , dem Prozedere ( etwa : der Identität der sogenannten “Vorjury” ) ein wenig auf den ( schiefen ) Zahn zu fühlen , scheint man das bessere Klagenfurt gefunden zu haben , selbst , wenn sich überstimmte Juroren ( recte : maskulin , Singular ) deutlich daneben benehmen . Wovon freilich in den Artikeln der maskulinen Berichterstatter kein Sterbenswörtlein steht . Hauptsache , man darf die Sieger feiern : Michael Stavarič steht ( erwartbar ) mit seiner Prosa auf dem Podest , gefolgt von - und das ist wohl bemerkenswert - den lyrischen Arbeiten von Christian Schloyer und Andrea Heuser . Die Feuilletons : “Die Presse” , “Der Standard” .
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KLANGAPPARAT
Wenn wir heute schon wieder mit einer mixotischen Mélange daherkommen , dann stellt diese beileibe weder ein Montagsmodell dar noch resultiert aus in|ad|ae|qu|at|er Trägheit : Was mit einem Track aus
der genialen Granlab- Release von broque beginnt ( und davon an vorletzter Stelle noch ein gutes Schäuferl nachlegt ) , kann nicht vom Schlechten sein : Mit den Netlabels Pentagonik , Intoxik , Thinner , Kreislauf und Aeronautique fasst der Berliner DJ Zweifuss eine schöne Selektion dessen zusammen , was dieser Klangapparat in den verflossenen beiden Jahren hübsch einzeln vorgestellt hat . So mag also dann unter besten Auspizien die achte Kalenderwoche beginnen : CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM .
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Musste man über Jahre hinweg lesen die stereotypen Stoss- Seufzer über den Bachmannpreis am ( Vorsicht : Wortspiel ! ) Wörther See und wie man sich abends bei Maria Loretto im berühmten Fischrestaurant unter den gruselig präparierten Fischköpfen an den Wänden ( Vorsicht : Bildwitz ! ) beim Gastmahle traf und wie dort oder auf den literaturjournalistischen Amateur- Fussballfeldern der Ehre es die Outsider den Insidern gaben…
In chorisch harmonierenden Einzelstimmen wendet man sich gegen die Layoutierung der Show zu Zwecken und zu Gunsten der 3- sat- TV- Übertragung . Im fernsehgerechten Format , so der beleidigte Tenor (
Literatur- und Sprachpreise , wohin man blickt :






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