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NEUES VON FREUNDEN



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Bildgrund © Maurizio Cattelan : “Untitled” 2007 , taxidermic horse , natural dimensions
After Nature , New Museum , NY

BERLIN | AUSSTELLUNG & KRITIK

czz-neuesvonfreundenGanz schlau werden wir aus den Notizen zu der als seit gestern als Ausstellung getarnten Etablierung eines ( Inter- ) Aktionsraums im Berliner KW Institute for Contemporary Art nicht : aber das liegt wohl auch nicht in der Absicht des Ein- und Ausrichtungsteams des fiktiven “Hotel Marienbad 005” , Ann Cotten , Christian Filips , Hendrik Jackson und Monika Rinck .

Hier der Text :

Das Pony aus der Wand verkörpert die Doppeldeutigkeit der Decke, des Covers: changierend zwischen beruhigend und beunruhigend, wachend, schielend, behütend, befluchend. Ein Abstand, der schwer abzuschätzen ist, zwischen Decke und Individuum. Wie weit? Wie nah? Verlässlich sind dann nur die Muster, die Beziehungen, in denen Abstraktion im Spiel ist. Das Pony haben wir vorgefunden.

Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs ist die Postmoderne nur noch alltäglicher Trümmerhaufen und mit den für Postmoderne gemachten Griffen nicht mehr zu greifen: erschlafft. Eine Drehung der Drehbühne steht an und ist bereits im Begriff: Kritik nimmt den Platz ein, den vorher die Kunst innehatte. Das Vokabular der Kritik, ihre harten Baumstämme nimmt sie direkt vom Anfang des 20. Jahrhunderts wie von unter einem Sumpf die mittlerweile chemisch durch Kompression verwandelten Gewächse, die jetzt erwachsenere Flammen nähren müssen, um Idiome zu wärmen.

Und her der Plan :

Hendrik Jackson wird im unsichtbaren Zimmer ein Büro für Kritik führen, während im Vorderzimmer an Coverversionen von allem gearbeitet wird. Die Liste von dem, was gecovert wird, hängt an der Wand und wird moduliert.

Die LyrikerInnen Ann Cotten, Monika Rinck und Christian Filips beehren als fünfte Gäste das Hotel Marienbad. Im verborgenen Zimmer eröffnet Hendrik Jackson sein Büro für Kritik - eigene Texte können zur Kritik mitgebracht werden.

Im Rahmen dieses Hotelzimmers finden Lesungen, Vorträge und Kunst-Präsentationen statt. Weitere Termine und Öffnungszeiten werden demnächst auf der Webseite www.kw-berlin.debekannt gegeben.

Hotel Marienbad 005 - KW Institute for Contemporary Art , Auguststrasse 69 , 10 117 Berlin - 15. 2. - 10. 3. 2009 , Eintritt frei

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WIEN | KOLIK- SLAM

Warum es “Slam” heisst , wenn ausdrücklich drei Lesungen angekündigt werden , soll uns bei Gelegenheit bitte Jemand auseinandersetzen . Suggeriert vermutlich “jung” , “wild” und | oder “heftig” . All dies mag man in den Texten von Linda Stift , Bernhard Strobel und Otto Tremetzberger finden . Näheres wird die Co- Herausgeberin der Literaturzeitschrift “kolik” , Karin Fleischanderl , fraglos klären .

KOLIKslam - Österreichische Gesellschaft für Literatur - Dienstag , 17 . 2. 2009 , 19 H

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WIEN | RITTER- NOVITÄTEN

czz-neuesvonfreundenWieder ein schwerer Fall von Terminkonflikt , denn die Autoren , welche Klagenfurts Ritter- Verlag am gleichen Datum im Wiener Literaturhaus präsetiert , zählen auch nicht eben zur alten Garde . Nur die Heimseite des Verlags stolpert dem aktuellen Programm leider chronisch nach wurde rezent aufdatiert ( Der Setzer ) .

Alias” von Günter Eichberger ist eine anarchisch-witzige Satire auf Musikgeschäft und Starkult sowie eine Parodie auf die Genres Biographie und Memoirenliteratur. “Eichbergers Sprachmix aus den Rätseln der Sphinx Bob Dylan und den eigenen, absurden Paradoxien resultiert in bodenlosen Verknappungen und in schwindelerregenden Scherzen” ( Falter ).

In Begleitung einer als Dakini bezeichneten “Himmelstänzerin” sowie eines italienischen Radierers und Architekten setzt sich die Reisebewegung des Autors Peter Pessl durch den indischen und tibetischen Himalaya fort. “Das weisse Jahr. Aufzeichnungen aus dem Himalaya. Teil 2 ” stellt mit Erzählungen, Notizen, Gedichten, Essays sowie 62 Zeichnungen ein hybrides Netzwerk an Eindrücken und Assoziationen dar.

In “baby blue eyes” arbeitet sich Sophie Reyer in drei parallelen Stimmen, die nicht gegeneinander abgeschlossen sind, sich an den Rändern vermischen, zu den Verletzungen und Blockaden einer jungen Frau vor. Der Text taucht tief in den Körper der Frau, wie die Frau in den Text, in dem Versuch mit Worten nach außen zu bringen, was der Körper in sich verhärtet, nicht freigeben will.

Verlagspräsentation | Lesungen Ritter- Verlag - Literaturhaus Wien - Dienstag - 17 . 2. 2009 , 20 H

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RADIO | HÖRSPIEL- PERSONALE MARGRET KREIDL

czz-neuesvonfreundenWer unentschieden zwischen zwei Terminen , wird eher den Daheimbleiber mimen : Immer noch befinden wir uns am Dienstag , an welche der Sender Österreich 1 sein “Hörspielstudio” ganz der Autorin Margret Kreidl widmet . Eine Neuproduktion , massgeschneidert auf die Ausrufung der Stahl- zur Kulturhauptstadt Linz 2009 , gefolgt von einer Wiederholung einer dringlichen Produktion aus dem Jahr 2007 :

  • In ihrem neuen Hörspiel “Schneewittchen und die Stahlkocher” untersucht die österreichische Schriftstellerin Margret Kreidl die Stahlstadt Linz auf spielerische Weise. Ihr etwas anderes Stadtporträt ist ein Spiel mit Erzählformen und Sprechrhythmen: Von den bewusst naiv erzählten Stadtgeschichten einer Märchenerzählerin bis zum Wortspiel beim Hochofenabstich, von einem Knödelduell bis zu rassistischen Ausfällen im Wirtshaus, von realistischen Paardialogen bis zu Fremdenführungen laut Tourismuskatalog, vom Garagen-Rap bis zur Porno-Fahrt mit der Grottenbahn - eine Szene, die durch die Tatsache angeregt wurde, dass es in Linz den grössten Erotiktempel ganz Europas gibt: Das Sex-o-Drome. Die Europäische Kulturhauptstadt 2009 wird also in ihrer ganzen Bandbreite hörbar.
  • Kinderspiel” - Alles endet dort, wo es einst begonnen hatte. Der Lebenskreis schliesst sich. Säuglinge werden gefüttert, Alte häufig auch. Die einen können noch nicht laufen, die anderen nicht mehr. Die Geriatrie-Windel erfüllt dieselbe Funktion wie die Pampers für die Kleinen. Der Stoffwechsel gerät ebenso außer Kontrolle wie die Sprache.

Personale Margret Kreidl - Ö 1 Hörspiel- Studio - Dienstag , 17 . 2. 2009 , 21 H

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WIEN | LITERATURZEITSCHRIFT “SCHREIBKRAFT”

czz-neuesvonfreundenLiteratur im Jetzt : Neben der Wiener “kolik” streckt die als Feuilletonmagazin untertitelte Literaturzeitschrift “schreibkraft” von Graz stände ihre Fühler stets nach frischen Werken aus . Gerne auch per Themenheft- gemässer Originaltext- Bestellung . Was die Schreibkräfte Anne Peters und Stefan Schmitzer sowie der Herausgeber Werner Schandor am Donnerstag in der “Alten Schmiede” ( ja , wirklich : im realen Schmiede- Raum ) tatsächlich lesen werden , bleibt dahingestellt . In rezenten Ausgaben jedenfalls lesenswert : Anne Peters : “kleine typologie des mehrheitsfrohsinns” , Stefan Schmitzer : “süsst wein wasser ?” & Werner Schandor : “das letzte gletscherbild” .

Reihe Literaturzeitschriften : “schreibkraft” - Galerie der Literaturzeitschriften | Alte Schmiede - Donnerstag , 19. 2. 2009 , 19 H

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WIEN | BUCH | KRITIK : T 4 3 GOES 4 4

czz-neuesvonfreundenErstmals in seiner langjährigen Geschichte erweitert sich das Literarische Kamingespräch , welches Daniela Strigl und Klaus Nüchtern vor einem lieblich glimmenden Plastikfeuerchen anbieten , durch einen zusätzlichen Gastkritiker auf runde quadratische Vier : Angesichts der ruhmhaften Steilvorlagen Seiner Preise sowie von Rowohlt vs. Suhrkamp bedarf es allerdings und nachvollziehbarer Weise der zwiefachen intellektuellen Verstärkung durch Ilija Trojanow und Karl Duffek.

Bei einem gepflegten Gläschen werden entprechend ausnahmsweise diesmal vier Werke genüsslich seziert :

Daniel Kehlmann : Ruhm ( Rowohlt )
Thomas Bernhard : Meine Preise ( Suhrkamp )
Jhumpa Lahiri : Einmal im Leben ( Rowohlt )
Nazim Hikmet : Die Romantiker ( Suhrkamp )

TEA FOR THREE ( T 4 3 ) , Literarisches Kamingespräch - Kunsthalle Wien | project space - Donnerstag , 19. 2. 2009 , 20 H

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REICHENAU | LITERATURWETTBEWERB WARTHOLZ

czz-neuesvonfreundenWaren es beim ersten Anlauf des neu auf Bergeshöh’n ausgerufenen Literaturwettbewerbs einer privaten Gärtnerei noch 400 Einsendungen , sind es im zweiten Jahr des Bestehens der literarischen Stadtflucht bereits 100 Anträge mehr : Kein Wunder , locken doch erster und zweiter Preis mit stolzen € 10.000.- bzw. 4.000.- zum Gang ins Gebürg . Man erinnert sich gern an den erfreulichen Fakt , dass im Vorjahr Andrea Winkler und “Literatur als Radiokunst“- sowie “Salon Littéraire“- Autor Ulrich Schlotmann diese beiden Preise als Handgepäck zurück in die heimatlichen Ebenen trugen .

Über die “anonyme” Vorjury , welche 500 Einsendungen in 16 leibhaftig lesende AutorInnen verwandelt , wollen wir uns an dieser Stelle nicht weiter verbreitern ( Name der Redaktion bekannt ) : Jedenfalls steht der gute Mann auf goldenem Boden und zitiert folgende Wettleser vor eine ( diesmal tatsächlich als solche ausgewiesene ) Fachjury :

Daniel Oliver Bachmann ( D ) , Ingrid Gorr ( D ) , Constantin Göffert ( A ) , Michaela Falkner ( A ) , Marcus Hammerschmitt ( D ) , Andrea Heuser ( D ) , Katharina Joanowitsch ( D ) , Henriette Langer ( D ) , Marcus Neuert ( D ) , Alexander Peer ( A ) , Othmar Plöckinger ( A ) , Eva Roman ( D ) , Christian Schloyer ( D ) , Lisa Spalt ( A ) , Michael Stavarič ( A ) und Rita Tiemann ( D ) .

Hier die Jury : Katja Gasser ( ORF- TV ) , Meike Fessmann ( freie Kritikerin, u. a. SZ ) , Bernhard Fetz ( Literaturarchiv der ÖNB ) und Hubert Winkels ( Deutschlandfunk ) .

Mögen die literarischen Blüten im Biotop der Schlossgärtnerei florieren , insbesondere natürlich die T_U_L_P_E_N

2. Literaturwettbewerb Wartholz - Schlossgärtnerei Wartholz - Reichenau an der Rax , Mittwoch , 18. bis Samstag , 21. Februar 2009

UPDATE , 22. 2.

Geblendet vom privaten Sponsoring ( freilich aufgefüllt durch niederösterreichischen Landes- Segen ) berichtet das österreichische Feuilleton vom Wartholzer Literaturwettbewerb droben am Berg : Fern davon , dem Prozedere ( etwa : der Identität der sogenannten “Vorjury” ) ein wenig auf den ( schiefen ) Zahn zu fühlen , scheint man das bessere Klagenfurt gefunden zu haben , selbst , wenn sich überstimmte Juroren ( recte : maskulin , Singular ) deutlich daneben benehmen . Wovon freilich in den Artikeln der maskulinen Berichterstatter kein Sterbenswörtlein steht . Hauptsache , man darf die Sieger feiern : Michael Stavarič steht ( erwartbar ) mit seiner Prosa auf dem Podest , gefolgt von - und das ist wohl bemerkenswert - den lyrischen Arbeiten von  Christian Schloyer und Andrea Heuser . Die Feuilletons : “Die Presse” , “Der Standard” .

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KLANGAPPARAT

Wenn wir heute schon wieder mit einer mixotischen Mélange daherkommen , dann stellt diese beileibe weder ein Montagsmodell dar noch resultiert aus in|ad|ae|qu|at|er Trägheit : Was mit einem Track aus czz-hoerempfehlungder genialen Granlab- Release von broque beginnt ( und davon an vorletzter Stelle noch ein gutes Schäuferl nachlegt ) , kann nicht vom Schlechten sein : Mit den Netlabels Pentagonik , Intoxik , Thinner , Kreislauf und Aeronautique fasst der Berliner DJ Zweifuss eine schöne Selektion dessen zusammen , was dieser Klangapparat in den verflossenen beiden Jahren hübsch einzeln vorgestellt hat . So mag also dann unter besten Auspizien die achte Kalenderwoche beginnen : CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM .

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AUDIO AKTUELL



||| WEST- ÖSTLICHER DIWAN | RADIO- SCHEHEZERADE | ISTANBUL , MON AMOUR | MAX . FRISCH . JETZT | KLANGAPPARAT

Orient-Express-( via )

WEST- ÖSTLICHER DIWAN

icon sign language whiteZiemlich west- östlich geht es in der heutigen Klangkammer her : Man lasse sich also gemütlich auf dem Diwan nieder und den guten alten Goethe dabei schön im Bücherregal . In der Tat begünstigt eine odaliskale Körperhaltung zwischen Sitzen , Liegen , Lehnen und Räkeln enorm jene Offenheit , welcher einer akustischen voyage imaginaire dienlich sei .

Kategorie : “Körpertechniken aktiver Rezeption” versus “Haltung und Halterungen konzentrierter Produktion” . Fehlt noch die ebenfalls halb horizontale Ein- und Ausrichtung des antiken “Symposiums” nebst dem peripatetischen Inspirationen des wandelnden Dialogs … Merks : Die Moderne mit ihrer Fixierung auf die vielfache Knickung des sittsam sitzenden Leibes hat’s nicht besser verdient , wenn Letzterer auf Dauer leidet .

Auf - diesmal visuelle - Zivilisationsgebresten zielt recht pfiffig der Slogan des Diogenes- Hörbuch- Programms für Frühjahr 2009 : “Schonen Sie Ihre Augen ! - Lassen Sie andere lesen “. - Wer als Literatur- und Bildschirmarbeiter einmal mit dem Prekären des eigenen Augenlichts konfrontiert war , wird aus diesem Spruch weit mehr als nur die “Message” der Bequemlichkeit entnehmen …

Ein Glück , dass suggestive Soundscapes wie die von Andreas Ammer und Saam Schlamminger sich der Verschriftlichung und dem augenscheinlichen Bilderdienst konsequent verwehren -

Aber nur zurück zum West- Östlichen ( Stichwort “Istanbul” in den Radioerzählungen der “preussische Scheherazade” Elsa Sophia von Kamphoevener ) , bzw. dem Ost- Westlichen , wie es Max Frisch in “Montauk” praktiziert , um letztlich doch wieder in den Athener Ruinen der persönlichen Antike des “Homo Faber” zu landen . Von den polybiographischen Beziehungen des blinden Seher und sehenden Blinden des ” Gantenbein” ganz zu schweigen erlauschen in Rudolf Noeltes exquisit- diskreter Hörspielfassung . Sprach- und Soundhistoriker kommen bei dieser Produktion des Bayerischen und Südwestrundfunks von 1967 auf ihre subtilen Kosten -

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RADIO- SCHEHEZERADE

icon sign language black Was wahr war oder was “als ob” : Wer mochte dies entscheiden , als eine vitale Siebzigerin mit ihren orientalischen “Live”-Erzählungen das deutsche Radiopublikum eroberte . Tochter eines deutschen Militärberaters von Abdulhamid II. zu Konstantinopel , wuchs Elsa Sophia von Kamphoevener ( 1878 – 1963 ) in einer polyglott- pittoresken Welt zwischen Palast und Basar , orientalischen Reizen und okzidentaler Bildung heran . Als der Süddeutsche Rundfunk die “Baronin” 1951 entdeckte , lagen vier Ehen , ein gescheiterter Verlag , der Einsatz als “Kamerad Märchen” unter Frontsoldaten und die ausgebombte Berliner Existenz hinter ihr . Über all dies fiel – beginnend mit der fulminanten Probe- Session im Stuttgarter Tonstudio bis zu den Aufnahmen praktisch aller Sender – kein Wort : Mit dem Radio hatte die “preussische Scheherazade” ihr Medium gefunden und der Rundfunk einen singulären Star .

Das auf zwei MP3- CD dokumentierte Erzählwerk ist so arrangiert , dass man sich zunächst in das modulare Verfahren dieser “oral poetry” einhören kann , ehe eine Serie von Studiogesprächen über “orientalische” Riten und Sitten anhebt . Energisch spielt die Erzählerin den zaghaft fragenden Moderator mit ihren bunten Schnurren aus angeblich Selbsterlebtem und Selbstgehörtem an die Wand . Mit Stimme , Trommel , nasalem Singsang und arabisch- türkischen “Zitaten” liefert die beredte Dame das Kaleidoskop eines eklektischen “Orients” , wie ihn das Publikum der fünfziger Jahre offenbar genoss .

Viel liesse sich über den Karl- May- haften Hang zur “authentischen Selbsterfindung” notieren , wie dies im exquisiten Beibuch geschieht . Mit ihrer Grandezza und Geistesgegenwart hat die umwerfend unkonventionelle Spontanrednerin dem Radio jedenfalls Sternstunden beschert – zu Recht wird die erfreuliche Edition durch einen Jahrespreis 2008 der deutschen Schallplattenkritik gewürdigt .

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ISTANBUL , MON AMOUR

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Liebe und Traum , Sammeln und Sehnen : In welch differenten Kunstformen diese Vektoren des Begehrens resultieren , erweist sich derzeit am Beispiel Istanbuls . Zusammen mit dem Sound- Spezialisten Saam Schlamminger hat sich der vielfach ausgezeichnete Hörspielmacher Andreas Ammer an den Bosporus begeben , dort atmosphärisches , stimmliches und musikalisches Klangmaterial gesammelt und in minuziöser Studioarbeit zu einem sinnlich- vexierenden Hörstück komponiert .

Der Titel “Sehe dich , Istanbul, meine Augen geschlossen” zitiert einen Satz des türkisch- deutschen Romanciers Feridun Zaimoglu , der sich anhand einer Jugendliebe an die Genüsse , Düfte und Gefühle seiner Zeit in Istanbul erinnert . Der traumartige Fluss dieser auditiven Reflexion lässt Stimmen ( u. a. der Übersetzerin Sezer Duru ) aufblitzen , schwillt durch einfliessende ethnische Klänge ( etwa des Duduk-Spielers Suren Asatryan ) an , ebbt aber stets zurück in das Bett der Klanglandschaften penibel editierter “field recordings” .

Träumerisch delirant mutet auch das Istanbul des Literaturnobelpreisträgers Orhan Pamuk an : Eine fatale “amour fou” wird zur Triebkraft für das rastlose Sammeln von Andenken aller Art an die Geliebte und findet schliesslich zu einer nachgerade Benjaminschen Besinnung auf das Wesen von “Sammeln” und “Erinnern” .

In grossen Bögen – indes nie langatmig – erzählt , skizziert “Das Museum der Unschuld” zugleich eine mentale Karte Istanbuls Mitte der siebziger bis neunziger Jahre . Hier setzt die Fiktion fort , was Pamuks Autobiografie – unauflöslich assoziiert mit dem Namen der Stadt – im Faktischen dargelegt hatte : den Zwiespalt zwischen Orient und Okzident , Tradition und Fortschritt und wie es sich konkret lebt inmitten der byzantinischen Verwirrung importierter “Konstantinopel”- Klischees .

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MAX . FRISCH . JETZT

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Offensichtlich angeregt durch Matthias von Guntens derzeit im Kino gezeigte ( und im März 2009 bei Suhrkamp erscheinende ) Dokumentation “Max Frisch Citoyen” sowie von den Frisch- Briefen innerhalb des Bachmann- Celan- Briefwechsels lanciert der Hörverlag eben eine Reihe von Klassikern auf CD . In Kooperation mit ARD-Sendern liegen nun “Homo Faber” ( 1967 ) und “Montauk” ( 1975 ) in Neueinspielungen vor . Dabei setzt man konsequent auf die virile Stimme Felix von Manteuffels , eines Sprechers , dem die für Frisch typischen fliegenden Wechsel in die Kreisel selbstquälerischer Skepsis mühelos zu Gebote stehen .

Da Volker Schlöndorffs üppig bebilderter Film seit 1980 glücklich verblasst ist , gibt die Lesung des “Homo Faber” einen frischen Blick frei auf des Erzählers technischen Machbarkeitswahn , welcher letztlich nach Art antiker Tragödien in menschlicher Verstrickung scheitert . Desgleichen bietet “Montauk” – viel geschmäht für die privaten Details aus der Beziehung mit Ingeborg Bachmann – heute ein differenzierteres Bild .

Der wiederholte Hinweis auf Philip Roths “My Life As a Man” ( 1974 ) trägt erheblich dazu bei , Brücken zu Frischs biografischen Spielmodellen zu schlagen . In Vorwegnahme der Möglichkeitsformen von “Biografie , ein Spiel” ( 1967 ) erweist sich der vorgeblich Blinde in “Mein Name sei Gantenbein” ( 1954 ) als Seher und die Liebe als zarte Pflanze , welche im Biotop unausgesprochen vereinbarter toter Winkel gedeiht .

Hier wurde bewusst auf ein Update verzichtet und an Rudolf Noeltes fein tarierte Hörspielfassung ( pdf ) von 1967 erinnert : Die minimal-mondänen Klangkulissen , vor welchen Robert Freitag die changierenden Egos zur Sprache bringt , reden keinem plumpen Realismus das Wort , sondern einer fast schon musikalischen Taktung .

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KLANGAPPARAT

Zugegeben , die wahl der in|ad|ae|qu|at vorgestellten Netlabels und Piècen richtet sich nicht selten nach Kriterien der “usability” von Aufmachung und Erschliessung der entsprechenden Webseiten . Bei stratospherik harren etwa endlose Ladezeiten . Auch würde man allzu gerne mal aeronautique präsentieren : Doch wo ein Anhören erst nach einem ZIP- Download möglich wird , müssten wir die Sound erst down- und auf unserer Seite wieder uploaden , um sie dem p. t. publico einigermassen barrierefrei anzubieten .

Zudem ist - nicht zuletzt Folgewirkung der finalemente neu erschlossen Vertriebswege der Major- Musikindustrie auch bei den czz-hoerempfehlungFreien und Creative Commons so Einiges in Bewegung geraten . Manche Klangarbeiter von Qualitätslabels wie 1 Bit Wonder zerstieben in diverseste Projekte und stoppen das Ursprungslabel per Release Numero 032 … glücklicher- und fairer Weise allerdings unter Bestandserhaltung des bestehenden CC- Release- Archivs . Andere wiederum - wie das stil- und richtungsweisende Label Thinner - steigen plötzlich und punktuell um von freien Content auf Bezahlware : War Release 102 ( leif - benrhos dubs ) im Oktober noch gratis , startet im Dezember mit Numer 103 ( leif - fundamental movement ) die Epoche einer “paid downloads structure” . Purer Selbstschutz zur Wahrung der qualitativen und ökonomischen Ressourcen , wird argumentiert und gibt damit Manchem ( siehe kraftfuttermischwerk ) gehörig zu denken .

Mir machen es uns jetzt nicht eben in|ad|ae|qu|at schwer , indem wir auf das brave Netlabel [ schall ] verweisen , dessen Veröffentlichungen den durchwegs sympathischen Hang zu einem unprätentiösen Minimalismus aufweisen : Nichts da mit dem Spektakel um krampfhafte Originalität - der gesamte Katalog liesse sich als durchgehender Flow anhören . “Floating” benennt sich von daher nicht ganz zufällig das garantiert augenschonende Klangaggregat des Berliners aku aku . CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM ( 14:43 , WMP ) .

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droschl dreissig !



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GEISTES- GEGENWART AUS GRAZ

Was wäre - andersherum gefragt - die österreichische Gegenwartsliteratur ohne den Droschl- Literaturverlag ? - Auch für die Möglichkeitsformen von Literatur gibt es kompossible Biographien , denkbar alternative Verläufe . Aber es hat ihn gegeben , es gab ihn , es gibt ihn und es wird ihn geben : Droschl , der mit generöser Geste den Geist europäischer Avantgarden je im Jetzt ins Werk setzt . Weltliteratur , aus der scheinbaren Peripherie , im Klein- und Mittelbetrieb . Sicherung des Bestandes ( Heimrad Bäckersedition neue texte” ) und beständige Arbeit am Text der Gegenwart : 30 Jahre , 201 Autorinnen und Autoren , 542 Bücher .

Auch wir haben in|ad|ae|qu|at zu danken : Kenntnisnahmen , Lernprozesse , Textbegegnungen - und manch unerbittliches Lektorat . Ein Gutteil der “Literatur als Radiokunst” ist aus dem Droschl- Kosmos entsprossen . Was wir hier tun können , ist lediglich , die Geburtstagstorte grafisch zu dekorieren . Und zu gratulieren . In Neugier mit Blick zurück und nah vorn .

30_jahre_droschl_czz_by_wordle

( click pic to XL , graph by czz via wordle )

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PARTY IN DER POZELLANGASSE

In nunmehr drei Jahrzehnten ist es dem Literaturverlag Droschl gelungen, ein literarisches Programm zu machen, das heimische Autorinnen und Autoren in einem internationalen Umfeld positioniert, immer mit Blick auf formale Erneuerung und Traditionsbruch, auf literarische Debüts und innovatives Schreiben. In diesen 30 Jahren wurden 532 Bücher veröffentlicht. 201 Autorinnen und Autoren publizierten bei Droschl, 50 davon ihr Debüt, 18 fremdsprachige Autorinnen und Autoren wurden erstmals ins Deutsche übersetzt.

Das soll gefeiert werden - und zwar im Schauspielhaus Wien, jenem Ort, mit dem der Literaturverlag Droschl seit der Ära Gratzer durch Uraufführungen Werner Schwabs verbunden ist.

Zum Fest “30 Jahre Literaturverlag Droschl” stehen Autorinnen und Autoren mit kurzen , teils für diesen Abend verfassten Texten zu erwarten : Iris Hanika , Anna Kim , Almut Tina Schmidt , Andrea Winkler , Bodo Hell , Andreas Unterweger u. a. . Musikalien von “The Literats” und dem “Kollegium Kalksburg” featuring Antonio Fian .

Heute , 21. 11 . 2008 , Schauspiehaus Wien , 20 H .

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LINKS

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KLANGAPPARAT

Man lasse sich von den hochpolierten Klangfölächen des Einstiegs nicht blenden : Als wollte DJ Wout den Titel seines sensitiven Netmusic- Mixes - “Misunderstood” - de facto provozieren , versteckt sich ein erkleckliches Spektrum an Klangfarben hinter den spiegelnden Flächen des Entrées . czz-hoerempfehlungAus den Katalogen bewährter ( und hier sämtlich bereits vorgestellter ) Netlabels wie arteqcue , autoplate , unfoundsound , thinner , bumpfoot und natürlich ( ! ) broque hat da Einer hellhörigen Ohres erstaunliche Materialästhetiken gezupft und diese ohne versuppendes Fading auf seine Reihe gebracht : Garantiert kein Tanzhammer für die ganze Nacht , sondern eine angewandte Übung im Unterscheiden . - CLICK LINK TO SEE PLAYLIST AND TO LISTEN TO STREAM .

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Play it again : FÜR den Bachmannpreis und WIDER die Literaturschulen - Eine Übertragung



||| IM FEUILLETON : FUSSBALL UND FISCHGERICHTE | IM FEUILLETON : FLUCH DER FERNSEH- FORMATIERUNG | “EVENT” ALS ENDE DES EXKLUSIVEN | DEALS DER JURIEN | FERN- SICHT VIA INTERNET : SELBSTTEST IN ECHTZEIT | AUFERSTEHUNG DES HÖRSPIELS VIA BILDSTREAM | ZUM GEZETER ÜBER DAS “PROFESSIONELLE” : EIN CETERUM CENSEO | LINKS | RELATED | KLANGAPPARAT

IM FEUILLETON : FUSSBALL UND FISCHGERICHTE

TDDL 2008 banner 300pxMusste man über Jahre hinweg lesen die stereotypen Stoss- Seufzer über den Bachmannpreis am ( Vorsicht : Wortspiel ! ) Wörther See und wie man sich abends bei Maria Loretto im berühmten Fischrestaurant unter den gruselig präparierten Fischköpfen an den Wänden ( Vorsicht : Bildwitz ! ) beim Gastmahle traf und wie dort oder auf den literaturjournalistischen Amateur- Fussballfeldern der Ehre es die Outsider den Insidern gaben

Musste man alljährlich lesen dieselben Protokolle von Outfits und Aussagen ( halbprivat ) , dasselbe Raunen über die echten , aus dem Genusse geistiger Getränke ergossenen Literaturbetriebswahrheiten …., so rächt sich das Feuilleton in diesem Jahr unisono mit Groll und Hohn für die Verknappung seiner Sport- und Spielwiese von zwei auf vier Tageslängen .

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IM FEUILLETON : FLUCH DER FERNSEH- FORMATIERUNG

picto TVIn chorisch harmonierenden Einzelstimmen wendet man sich gegen die Layoutierung der Show zu Zwecken und zu Gunsten der 3- sat- TV- Übertragung . Im fernsehgerechten Format , so der beleidigte Tenor ( Die Presse , taz ) , verwandle sich Literatur eben in jenes Ärgernis einer “prime time”- ( Der Standard ) , “Mittelstands-” ( DIE WELT ) , “Vita contemplativa”- ( FAZ ) und “Langweile”- ( NZZ ) Veran- oder -unstaltung , als welche sie sich anno 2008 den vor Ort Wesenden präsentierte .

Keiner mochte da einlenken , dass es eben die Fernsehübertragung sei , welcher die Juroren ihre Prominenz ( und guten Gagen ) danken , die im Besonderen allerdings dafür garantiert , dass Literatur im Feuilleton weiterhin für “der Rede wert” befunden wird . Anderseits gestattet just die Fernseh- Übertragung eine Teilhabe Vieler an einem lokalen “Event” : eine Zeugenschaft , welche die Lesungen selbst - allerdings auch die Leistungen der Jury , nicht zuletzt aber auch die Beurteilungen durch das Feuilleton - ÜBERPRÜFBAR macht .

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“EVENT” ALS ENDE DES EXKLUSIVEN

picto TVSomit gerät die Oberhoheit der Kanzelrede und der exklusive Deutungsmacht des Feuilletons ins Wanken : Prompt reagiert das Feuilleton auf die solcherart “globalisierte” Information , indem es die Stadt Klagenfurt ebenso kleinredet und zur kleingeistig- protofaschistischen Provinz ( DIE WELT ) erklärt wie überhaupt den ganzen Bewerb inklusive der Juroren samt der von ihnen “vorgeschlagenen” und diskutierten Text- und Autoren- Funktionen .

Denn aber , hallo und sorry , möchten wir bescheiden daran erinnern , dass Klagenfurt noch immer ein Erbmöbelstück der “Gruppe 47″ ist und von deren berüchtigten Meetings , deren Lesungen und deren , jedem Widerspruch abgeneigten Ab- Urteilungen derer , die da lasen . Die , die da lasen , waren ( siehe : das Prinzip der “Einladung” bzw. der Juroren- Vorschläge ) selbstverständlich nur ein Teil “sie selber” . Der Löwenanteil war und bleibt allerdings das , womit sich ein Juror zu profilieren gedenkt , WEN er ins Rennen schickt und WAS er der Arena des Sammelkampfes vorwirft … zur Augenweide oder zum Frasse .

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DEALS DER JURIEN

TDDL 2008 banner 300pxWas das Juryprinzip ist in vielen verschwiegenen Versammlungszimmern , an Tagungstafeln und bei Konferenztisch- Kaffee aus Thermoskannen vollzieht , liegt in Klagenfurt vor Aller Augen . Deals , Kontrakte , Freundlichkeiten im Austausch gegen Imagepunkte , oder - bei Schlagseite des eigenen Kandidaten : der schnelle Seitenwechsel und Überlauf , der mit rhetorischer Verve überbrüht werden muss , damit der Sieger als selbstgekochtes Süppchen verkauft und vertreten werden kann .

Ja mei : All das ist hinlänglich bekannt . Was aber nun , wenn wir zugucken dürfen ( live dabei sein ! ) in der durch die Fernsehkameras und die hitzige Ausleuchtung nachvollziehbar unangenehm schwül- bedrückten Arena ? - Seit zwanzig Jahren weder im Besitze eines TV- Apparates noch des Animo , sich leiblich dem “Betriebsausflug” auszusetzen , hat in|ad|ae|qu|at das sogenannte “Wettlesen” stets via Feuilleton- Rapports und Insider- Witzen rezipiert . Und dabei Hunderte der oben genannten Fischessen , Fussballschweisstreibereien , Beschwipstheiten und Ausflügen ins lokale Puff nachlesen dürfen . Wenn im September dann oder im Oktober der jährliche Band “DIE BESTEN” bei Piper erschien , konnte und wollte sich eh Keiner mehr an das frühsommerliche Klagenfurt erinnern .

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FERN- SICHT VIA INTERNET : SELBSTTEST IN ECHTZEIT

picto TVNun aber hat das Netz auch für fernsehfrei lebende Zeitgenossen die “Zugänglichkeit” zu diesem eminenten Ereignis der Eliten von Feuilleton und Sozial- Performanz ermöglicht . Und solche “Zugänglichkeit” zu höherer - menschlicher , kultureller , emotionaler - Bildung gilt mittlerweile als Menschenrecht . Na gut , machen wir von solcher “Zugänglichkeit” via “Stream on Demand” Gebrauch und vollziehen “Klagenfurt” im totalen Echtzeit- Selbsttest und unter verschärften Bedingungen von sukzessiver Mitschrift und Fortverlinkung mit : Vierzehn Stunden lang an Bildschirm und Tasten , plus Mittagspausen usf.

Hier das Testergebnis : Auch unter den eingeschränkten Erwartungen , was ein Stream- Bild an Qualität vermitteln kann , ist der visuelle Faktor erbarmungslos kläglich . Im Chiaroscuro eines nur spotmässig ausgeleuchteten Studios verhindern abstruse Kamera- Totalen eine Konzentration auf den logisch zu fokussierenden Sprecher . Tritt selbiger allerdings - egal , ob gebeugter Autor , gestikulierender Juror oder bräselnder Moderator - ins Bild des Nah- Objektivs , erstarren die Talking Heads hinter der dick aufgetragenen und unvorteilhaft angestrahlten Maske . Da man Menschen , welche man schätzt und kennt , nur ungern in solcher Ensor’schen Masken- Übermalung betrachtet , verlegt man sich bald aufs Abblenden . Und siehe : Man beginnt zu HÖREN . ZUZUHÖREN sogar .

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AUFERSTEHUNG DES HÖRSPIELS VIA BILDSTREAM

TDDL 2008 banner 300pxUnd statt des blauen Studios erleben wir das blaue Wunder der Verwandlung eines “Literaturwettbewerbs” in ein HÖRSPIEL in Echtzeit : Mit den klassischen Chargen , Beschleunigungen und Retardierungen , Strophe und Refrain , Solo und Chor sowie viel lokal gefärbter Sprachmusik . Da treten die ausgestellten ( literarischen ) TEXTE als ebenso subjektive STIMMEN und CHARAKTERE auf wie das Geplänkel der Juroren , deren ebenso ausgestellten Bekenntnis- TEXTE und kulturtheoretische ROLLENPROSA . Solcherart sind wir - auch über manche Mühen der Textebenen ( aller Fraktionen ) hinweg - in den Genuss eines selten so unterhaltsam vernommenen HÖRSPIELS gekommen .

Fazit : Wenn schon das Radio sein Selbstbewusstsein als AKUSTISCHES Medium hinter Internetbildchen , LOGO- Optik und visuellen User- Interfaces am Handy verleugnet , wird man fortan das live übertragene , respektiv netz- gestreamte oder ON DEMAND abgespielte TV- BILD als neues Radio gebrauchen . BILD AB , TON AUF : Lass es jazzen , Mann , horch hin und maule nicht .

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ZUM GEZETER ÜBER DAS “PROFESSIONELLE” : EIN CETERUM CENSEO

picto TVUnd WENN man sich zu Klagenfurt bzw. in den Redaktionsstuben postum seit Jahren über die ( Vorsicht ! ) “gut gemachten , aber …“-Schreibstücke beklagt , dies Jahr erstmals auch über die ( Vorsicht ! ) “gut vorgelesenen , aber …“-Texte , dann schliesse man doch bitte endlich und einfach die VEBs der Literaturschulen und entlasse deren renommierte Lehrer , welche eben die SERIENTEXTE und -BEFINDLICHKEITEN mitproduzieren , über die sie und ihre Kollegen dann öffentlich mäkeln . Sorry : Bei diesem Betriebsspiel werden Menschen verbraucht … Der Rest der Argumentation ist unter der Kategorie “Germany’s Next Topmodel” bzw. “Deutschland sucht den Superstar” ( DSDS ) nachzulesen . Oder hiesse es doch nicht noch besser : “Dschungel-Camp - Ich bin ein Star – holt mich hier raus” ?!

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LINKS

  • Tilman Rammstedt erhält Bachmann-Preis - Der deutsche Autor Tilman Rammstedt hat den renommierten Ingeborg-Bachmann- Preis gewonnen . Der 33-jährige Schriftsteller wurde im österreichischen Klagenfurt für seinen Roman “Der Kaiser von China” ausgezeichnet . Rammstedt wagte etwas , das in Klagenfurt selten goutiert wird : Humor ( Elmar Krekeler , DIE WELT , 30. 6. 2008 )
  • Bachmann-Preis 2008 : Darauf haben wir gewartet ( Oliver Jungen , FAZ , 29. 6. 2008 )
  • Vom Dienstbotenelend der Literatur - Der 32. Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb - Mit einer Grossvater- Geschichte holt sich der Berliner Tilman Rammstedt den Ingeborg- Bachmann- Preis 2008 . Seine Erzählung ist komisch , wo die Qualität der sonst noch vorgetragenen Texte fast tragisch ist . Selten zuvor war die Literatur in Klagenfurt so durchschnittlich wie diesmal ( Paul Jandl , NZZ , 30. 6. 2008 )
  • Neuigkeiten aus Klagenfurt - Öl im Getriebe - Beim diesjährigen Ingeborg- Bachmann- Wettbewerb haben sich die Schriftsteller , die Jury und das Publikum auf die Bedingungen des Fernsehens eingelassen ( Dirk Knipphals , taz , 30. 6. 2008 )
  • Das Jahr der Freundlichkeit - Der 32. Bachmann- Preis ging an den in Berlin lebenden Tilmann Rammstedt - Markus Orths und Patrick Findeis hatten Chancen . Eine Entscheidung , unentschieden ( Cornelia Niedermeier , Der Standard , 30. 6. 2008 )
  • Bachmann-Preis : Ein Tyrann als komischer Held - Tilman Rammstedt gewinnt mit seinem schwarzhumorigen “Der Kaiser von China“ in Klagenfurt . Er setzte sich bei Jury und Publikum durch ( Harald Klauhs , Die Presse , 30. 6. 2008 )
  • Literatur , im Wörther See versenkt - Beim Wettlesen zum Bachmann-Preis wird alles den Erfordernissen des TV , der Marke untergeordnet . Ein Text ist aber kein Waschmittel ( Harald Klauhs , Die Presse , 30. 6. 2008 )

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RELATED

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KLANGAPPARAT

Ein Eintauchen in buchstäbliche Liquid Levels gestattet das herrlich verhaltene LOOPZILLA- MIX Numero 60 . Fern von jeder hochsommerlichen czz-hoerempfehlungBeach- Life oder Sonstwie- Fröhlichkeits- Frenesie , bleibt das “Sofa Mix” cool abgedimmt im gangbaren Takt , ohne ins loungig- Beliebige abzudriften : Daniel P. aka “Project Swirl” bedient sich mit seiner exquisiten Mischung aus Releases von Netlabels wie yukiyaki , Thinner , unfoundsound oder clear-cut allerdings nur beim Feinsten . - CLICK LINK TO SEE PLAYLIST AND LISTEN . |||

INCIPIT | Deutschland sucht den Schönsten Satz (DSDSS)



||| PREISWEISE | “SCHÖNSTES” INCIPIT | PRO PROSA : NO POEMS | DSDSS - 3 WÖRTER | MITMACHEN - WATCHBLOGGEN : WASS & GRALSER | ALL QUIET ON THE PRICE FRONT ? | KLANGAPPARAT | LINKS |||

PREISWEISE

czz chartsLiteratur- und Sprachpreise , wohin man blickt :

Georg Büchner- , Jacob Grimm- , Johann- Heinrich- Merck- , deutscher Buch- , Reinhard Priessnitz- , Heimrad- Bäcker- Preise . Hinzu Listen der Besten bei Buchhandel und Spiegel , SWR , ORF , und sonstwo . |||

“SCHÖNSTES” INCIPIT

czz chartsZur Abwechslung wurde gestern einmal wieder ein “Schönster” proklamiert : Und diesmal ging’s um nichts Geringeres als den SCHÖNSTEN ERSTEN SATZ , Publikumsvoting für die Neigungsgruppen “Schöngeist und Literatur” , ausgerufen von STIFTUNG LESEN und der Initiative deutsche Sprache . Das Ganze seit Mai breit instrumentiert beispielsweise von seiten der WELT .

Mit vielen schönen Vorschlägen , auf dass p. t. Publico sich beim Check möglicher Kandidaten auch gleich ein bisschen Wissen aneigne : Noch viel mehr schöne erste Sätze .

Von “Alle glücklichen Familien ähneln einander ; jede unglückliche aber ist auf ihre eigene Art unglücklich” ( Leo Tolstoi : Anna Karenina ) über “Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen” ( Marcel Proust : In Swanns Welt ) bis hin zu : “Scarlett O’Hara war nicht eigentlich schön zu nennen” ( Margaret Mitchell : Vom Winde verweht ) .

Und auch ein Verlag ( nicht zufällig ein auf Unser- Gutes- Schulbuch abonnierter ) wurde im September gefunden . Am Anfang wird Das Wort gewesen sein . Förderlich , fürderhin . Stolzes Resumée der Veranstalter :

Über 17.000 Menschen haben sich an der Suche nach dem ’schönsten ersten Satz’ eines Romans oder einer Erzählung beteiligt. Vorschläge kamen bis zum Einsendeschluss am 21. September vor allem aus Deutschland, aber auch aus 60 weiteren Staaten - darunter Russland, Malaysia, Brasilien, die Elfenbeinküste und China. Es beteiligten sich auch mehr als 400 Schulen an dem Wettbewerb, den die Initiative Deutsche Sprache und die Stiftung Lesen ins Leben gerufen hatte. |||

PRO PROSA : NO POEMS

czz chartsFreilich stellt sich da doch ein kleiner VERS- Pferdefuss quer : Die Anfänge waren lediglich auf Prosa- Werke bezogen . Als hätten Werke und Zyklen der Lyrik ( “RATSCHLUSS DER GÖTTER , DASS ODYSSEUS … ” ) keinen Beginn . Oder , wie der Fachmann sagt : Kein Incipit . Dies nur als ein weiteres Indiz für die auch von schöngeistiger Seite forcierte PR für PROSA , welche man für “publikumsnäher” hält . Büchner- , Buchpreis, Bachmann : LYRIK BITTE DRAUSSEN BLEIBEN .

Im Zuge der erbaulichen Prosa- Promotion baut man nach Kräften an einer Self- Fulfilling Prophecy : Man schafft Fakten , indem man sie unterstellt . So bleiben auch hehre Kultur- und Literatur- Vermittlungs- Unterfangen letztlich extrem prosaisch : Wie am Beispiel des sich ständig selbst reproduzierenden Jury- Unwesens an dieser Stelle mehrfach dokumentiert . ( BOBs , DBP , Grimme Online , bookaward ) |||

DSDSS - 3 WÖRTER

czz chartsWie also heisst es , dieser “schönste” Roman- Anfang und WER hat ihn geschrieben ? - Pass’ auf , jetzt wird’s echt esoterisch , denn der Autor ist Einer , von welchem des Längeren sehr, sehr wenig die Rede war . Lob , Lorbeer , Acht und Dank für eine wahrhaft couragierte Wahl - Trommelwirbel - Trommelwirbel - Trommelwirbel - TUSCH - TUSCH - TUSCH :

Deutschland Sucht den Schönsten Satz ( DSDSS ) und findet ihn - ganze DREI WÖRTER LANG - bei “unserem” Nobelpreisträger , Praeceptor Germaniae und Panorama- Prosaisten : GÜNTER GRASS . Buch : DER BUTT . Satz : ILSEBILL SALZTE NACH .

Als wäre … Als hätte … Als müsste man - Stichworte “Beim Häuten der Zwiebel” , “80. Geburtstag” , “Liebesduett in der ZEIT mit MARTIN WALSER” - man nicht jeden eineinhalbten Tag etwas über des GGs jüngste Geschichtsdichtungen und Gesichtswäschen lesen . |||

MITMACHEN - WATCHBLOGGEN !

czz chartsAn dieser Stelle kann in|ad|ae|qu|at endlich das lange unter der Zunge verwahrte Projekt an mögliche Literatur- und Blog- Neigungsgruppen unter unseren werten Lesenden zur kreativen Verwirklichung anvertrauen :

  • Deutschland Sucht das Super- Blog 1 : Blogwatch | Watchblog on Günter Grass und Martin Walser , Arbeitstitel “WASS & GRALSER
  • Deutschland Sucht das Super- Blog 2 : Blogwatch | Watchblog sämtlicher , irgendwie Sprach- und Literatur- affinen Preise , Arbeitstitel : “UNTER GEIERN” |||

ALL QUIET ON THE PRICE FRONT ?

czz chartsImmerhin kann Manche Nachricht doch zur nachgerade poetischen Erheiterung gereichen :

Das mit der ERBSE ist im den Gemarkungen der Preis- Erbsen- Er- Zähler nicht etwa ein Schmäh , sondern hehr und selbstredend ernst auf Wohl und Wehe der Menschheit erpicht :

Mit der Verleihung des von Märchenland gestifteten Preises “Goldene Erbse” enden die 18. Berliner Tage am 25. November schließlich. In diesem Jahr geht der Preis an den schwedischen Schriftsteller Hennig Mankell für seine Verdienste als Kinderbuchautor und für sein Engagement bei “Ärzte ohne Grenzen”, an den Musiker Peter Maffay für seine Verdienste in der “Allianz für Kinder” und an die Verlegerin Heidi Oetinger für ihre Verdienste um die Kinder- und Jugendliteratur. ( rbb- online , 1. 11. ) |||

KLANGAPPARAT

Als überirdischen Tusch gibt es heute - der Breite und dem Hochfliegenden des Themas entsprechend - eine einzige Komposition von siebenundzwanzig Minuten . Jason Corders ( Lexington , Kentucky ) Ambient- Ambitionen figurieren unter dem Work- in- Progress- Titel OFF THE SKY und wenden sich ( seit czz hörempfehlungder Urszene im mütterlichen “womb”) vom Instrumentalen dem Atmospärischen zu : “instruments such as guitar , piano , sine waves , field-recordings and weather pattern data are mainstays for off the sky .” - Nun gibt es eine weitere Expedition unter dem Telltale- Titel CUMULAE MOVEMENT bei dem von uns in|ad|ae|qu|at so gerne genannten und vorgeführten Netlabel THINNER bzw. in dessen smootheren Nebenzimmer namens AUTOPLATE ( apl 049 ) . - Nur leider : Ein rezenter Site- Relaunch steht der Usability bis 15. November schwer und dezidiert im Wege . Müssen wir also leider einen Umweg suchen …. und noch einen … HA - endlich : Trouvé - Touché : Im Netz geht nämlich so schnell nüscht verloren . Nicht mal eine ätherische Ambient Wolke . Na bitte : CLICK TRACK TO LISTEN : Jason Corder | off the sky - Cumulae movement ( 27:43 ) |||

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