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Typographie - ante | post mortem - Textes Trouvés 6



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Wie’s fällt , so kommt’s : Unverhoffte Font- Studien in der Josefstadt .

Schaufenster Grabstein Gravur Schriftmuster 01

( 1080 , Laudongasse )

Der Tod , das muss ein Wiener sein ,
genau wie die Lieb a Französin .
Denn wer bringt dich pünktlich zur Himmelstür ?
Ja da hat nur ein Wiener das G’spür dafür .
Der Tod, das muss ein Wiener sein ,
nur er trifft den richtigen Ton …

Schaufenster_Grabstein_Gravur_copyright_christiane_zintzen

( Neugotik | Latein | ANTIQUA | RVSTICA | UNZIALE | BLOCK | GEGRUNDELT | FELDGRAVUR | MODERN | KONTUR | KEIL | RELIEF )

Geh Mopperl , du Tschopperl , komm brav mit’m Freund Hein !
Der Tod muss ein Wiener sein . ( Georg Kreisler )

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KLANGAPPARAT

Reichlich nass klingt es , wenn sich namhafte Musikanten zusammentun , um eine Kollekte “In Memoriam Andrey Tarkovsky” zusammenzustellen : czz-hoerempfehlungBei Depressionen und anderen erdwärts gewendeten Veranlagungen fragen Sie Ihren Art oder Apotheker , ob diese Schwingungen Ihr Leib- Seele- Problem nicht nachhaltig negativ verstrahle . Firmeren zu Wasser und zu Lande hat in|ad|ae|qu|at einige eher trockene , wenn nicht gar protomelodische Momente der Tracklist zugemutet : Kenneth Kirschner ( USA ), Astrowind ( Lettland ) , Alva Noto ( D ) sowie den äusserst aparten Nobukazu Takemura ( Japan ) . Die Vollversion der Kollekte wäre bei Musica Excentrica zu beheben . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. Kenneth Kirschner : October 30 , 1993 | 02. Astrowind : Autumn Drifting | 03. Alva Noto : Stalker | 04. Nobukazu Takemura : In Memoriam Andrey Tarkovsky |||

Salon Littéraire | Benedikt Ledebur : APHATISCHER MUSE REDE - Laudatio auf Brigitta Falkner



Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text

Salon Littéraire | Benedikt Ledebur :

APHATISCHER MUSE REDE

Laudatio auf Brigitta Falkner anläßlich der Verleihung des österreichischen Förderungspreises für Literatur 2007 ( 11. 4. 2008 )

aphatischer muse rede
da pratermuschis eher
rar, DICHTERMÜH passé
satire - prüder schmäh
sprachs AUTRICHE MERDE
(spät sei der ruhm, ach)

aus: Brigitta Falkner, ABC, S.8,
heraus mit der sprache

Zwei Wege stehen offen, ein Werk und seine Autorin wirklich zu loben: entweder die Aufmerksamkeit konzentriert sich auf einen Teil des Werks und zeigt durch genaue Analyse, daß, obwohl oder gerade weil der Interpretation genaue Grenzen gesetzt sind, ihr keine Grenzen gesetzt sind, oder sie weitet sich aus, versucht das ganze aufliegende Werk in den Blick zu bekommen, und zeigt durch angemessene Suchkriterien, wie das Finden bei einem solchen Angebot wenn, dann nur an der Nachfrage scheitern kann. Beide Wege leiden unter Mangelerscheinungen: der erste, weil er exemplarisch vorgeht, und, um die Fülle am Einzelnen zu zeigen, das Ganze, in das dieses eingebettet ist, ausblenden muß, der zweite, weil er einen grobmaschigen Filter voraussetzt, dem um des ganzen Willen viele Einzelheiten, und damit vielleicht auch das Wesentliche der einzelnen Stücke entgehen muß.

Angesichts der Arbeiten Brigitta Falkners habe ich mich für den zweiten Weg entschieden. Einer der Hauptgründe ist, daß viele davon aus Bild und Schrift bestehen. Über das, was sich (gleichzeitig) zeigen lässt, muß nicht viel und vor allem nichts Beschreibendes gesprochen werden. Aber nicht nur die Bilder und Layouts und wie sie von Falkner im Verhältnis zu den Schriftzeichen eingesetzt werden, fallen unter den Zeigemodus, sondern auch der Gebrauch der Schriftzeichen selbst. Die Weise, wie sie Falkner konkret werden lässt, und das heißt auch, auf das für die jeweilige Komposition Wesentliche reduziert, verweist Interpretation oft auf den Platz der Erläuterung, aber auf höflichste Weise, denn die Autorin macht diese Selbstbeschränkung dem Interpreten vor, indem ihre Arbeiten aufzeigen, wie rigoros sie sich selbst im Schaffensprozess ihren Konstruktionsprinzipien unterworfen hat. Dass es ihr damit ernst ist, zeigt sich, wenn sie in ihrem letzten Anagramm-Buch Bunte Tuben Conlon Nancarrow (1912-1997) zitiert, von dem es viele für menschliche Pianisten zu rasante Kompositionen für elektro-mechanische Selbstspielklaviere gibt: “Seit ich Musik schreibe, träume ich davon, die Interpreten loszuwerden.” In ihren Studien zum Anagramm Das Rosenbaertlein-Experiment kritisiert Renate Kühn die verkürzte Sichtweise, die mit dem Autor auch das schreibende Subjekt verabschieden will. Von Selbst geschehe gar nichts, und es sei ein Fehler, das Verfahren mit dem Schreibprozess zu verwechseln. Bei dem von Kühn initiierten und in Buchform publizierten Experiment, bei dem eine Gedichtzeile von Hans Arp zu anagrammieren war, hat neben Liesl Ujvary, Elfriede Czurda, Gerhard Rühm, Helmut Heissenbüttel und anderen auch Brigitta Falkner mitgemacht. Ihr Beitrag, der ein expressionistisch-surrealistisches Gelage vor dem Hintergrund einer schwarzen Messe evoziert, erzielt durch die Suggestion direkter Rede eine für ein solch formales Verfahren ungewöhnliche Dramatik, die mit ihrer Hintergründigkeit alle Arbeiten Falkners auszeichnet.

Als Orientierungshilfe soll Selbstbezüglichkeit die viel zu großen Schritte mitbestimmen, mit denen ich Falkners Arbeiten durchmesse, wie sie in den Einzelpublikationen ABC - Anagramme, Bildtexte, Comics (1992), Tobrevierschreiverbot: Palindrome (1998), Fabula Rasa oder Die methodische Schraube (2001) und Bunte Tuben: Anagramm (2004) vorliegen. Ich werde jene Stellen ansteuern, wo die Autorin über das Schreiben, über das Dichten spricht, bzw. ihre Haltung dazu besonders klar wird, und jene, wo sie sich selbst ins Bild bringt, die also in gewisser Hinsicht, z.B. in der Verwendung des eigenen Namens oder im Zeichnen bestimmter Züge, portraitierenden Charakter haben. Diese Orientierung ist nur bedingt hilfreich bei Schreibformen, die, wie das Palindrom, schon im Formalen ein hohes Maß von Selbstbezüglichkeit aufweisen. Streng-formale Verfahren stehen allgemein unter Verdacht, die auf Konventionalität beruhenden Bindungen des Signifikanten an das Signifikat zu lösen, und Texturen hervorzubringen, die sich in ihrer Konkretheit nur noch selbst repräsentieren. Aber gehen nicht auch die strengsten formalen Verfahren von Sprachmaterial aus, mit Sprachmaterial um, das durch Gebrauch und Definition hinsichtlich Bedeutung vorgeprägt ist?

Dieser Konkretheit mit Bedeutungslosigkeit verwechselnde Ansatz, den man leichthin den französischen nennen könnte und der seine surrealistischen und strukturalistischen Wurzeln nicht verleugnen kann, hat mit der Zeit im Literarischen eine gewisse ästhetische Schwäche zur Folge gehabt, nämlich jene, die dem Glauben entspringt, dass gedankenloses Anwenden eines Verfahrens schon zu gültigen Ergebnissen führt. Das Gegenteil davon und damit Sicherheit in ästhetischen Fragen und philosophischen Hintergründen führt, an semantisch selbstreferentiellen Stellen nachweisbar, Brigitta Falkner vor. Deswegen zeichnet ihre Arbeiten nicht nur höchste formale Konsequenz, sondern auch besondere Welthaltigkeit aus, erreicht mittels genauester syntaktischer Strukturierung. Die Satzzeichen sind in diesem Sinn konzentrierte Bedeutungsträger, und zwar in einem Maße, das die Alltagsprosa nicht kennt. Um tote Konventionen auszuhebeln und innere Zensuren zu umgehen, haben am Material haften bleibende Methodizität, wie sie die Oulipo-Bewegung propagierte, und assoziative Verfahren, wie sie die Surrealisten um Breton als écriture automatiqe, als “Denkdiktat ohne jede Kontrolle der Vernunft” praktizierten, ihre Berechtigung, und hatten sie im Literarischen vor allem, als Freuds Einsichten noch jung waren. Aber man sehe sich nur die rhetorische Sicherheit von Freuds Schriften an, oder wie stark das Denken, wie genau die Analysen der frühen Strukturalisten vom Schlag eines Jakobson oder Lévi-Strauss waren! Es verlangt genaues Arbeiten, damit die befreiende Wirkung von Tabubruch, Pointe und Ironie zum Tragen kommt, und dass die Achse der Selektion nicht zu vernachlässigen sei, gehört zu den strukturalistischen Grundeinsichten.

langsame_copyright_Brigitta_Falkner

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“das langsame verschwinden der buchstaben”, der Rebus gleich zu Beginn von Falkners ABC - Anagramme Bildtexte Comics, kann als paradigmatisch gelten, sowohl was die Verschränkung von Bild und Schrift betrifft, als auch in seiner Selbstbezüglichkeit, denn was gesagt wird, wird auch gezeigt. Dabei handelt es sich um zwei Arten von Verschwinden: jene Buchstaben, die durch die Piktogramme, bzw. Teile ihrer Benennung ersetzt werden, also wirklich nicht am Blatt stehen, und jene, die man sich von den Benennungen wegdenken muß, um die Botschaft zu decodieren, und die, wenn auch durchgestrichen, am Blatt stehen. Und damit sind auch gleich die zwei Orte miteinander ins Spiel gebracht, an denen Buchstaben verschwinden können, nämlich der, wo sie stehen, und der, wo sie gedacht werden.

Das auf den Rebus folgende heraus mit der sprache ist meines Wissens Falkners erstes Anagrammgedicht. Aus ihm stammt das Eingangszitat, das mir auch den Titel zur Laudatio geliefert hat. Da Anagrammieren zu den Techniken des Dichtens gehört, kann man “DICHTERMÜH passé” natürlich als Zweifel am eigenen Tun lesen; aber -wie ja auch das ironische “spät sei der ruhm, ach” zeigt - hält die Autorin damit zum Pathos sprachgläubiger Lyriker Distanz. Der programmatische aber zweideutige Titel des Gedichts - “heraus” kann ja, denkt man sich selbst dort, wo die Sprache sitzt, sowohl als “weg” wie “her mit ihr” verstanden werden, läßt an den Titel eines Leitartikels der Revolution surréaliste denken, der wahrscheinlich von Antonin Artaud stammt. Die ablehnende Haltung der Surrealisten gegenüber literarischem Gewäsch ist ja bekannt. Aphasie schließlich ist die radikalste Art des Verschwindens von Sprache, von der sich vor allem Linguisten Einsichten in ihre Natur erhoffen . Jakobson in Kindersprache, Aphasie und allgemeine Lautgesetze :

Für den Linguisten, der sich mit dem Entfaltetsein des Sprachgebildes befaßt, muß auch seine Geburt und sein Absterben viel Lehrreiches bieten.

Die Rede einer aphatischen Muse wird also unter Sprachschwund leiden, und das muß, wenn man die Aufgabe der Musen darin sieht, Dichtende zum sprechen zu bringen, keinen Schaden bedeuten. Unterstellt man Falkners Gedichtzeile aber die rhetorische Figur der Synchisis, also der absichtlichen Verwirrung der Wortstellung, könnte man aphatisch auch der rede zuschlagen, es wäre also die Muse jener gemeint, die mit beschränktem Sprachmaterial nach Ausdruck suchen.

In kein sterbenswörtchen, dem längsten Anagramm aus ABC (19 Seiten), das die Ausgangszeile (den Titel) nicht nur in seiner buchstäblichen Zusammensetzung anagrammiert, sondern auch in seiner Bedeutung konterkariert, entwickelt Falkner dann mit viel direkter Rede - “he wirt! -sekt!” - und aus dem Genre Filmskript entlehnten Anweisungen für Kameraführung und Bildaufbau (”schwenk, [...], schnitt [...], wink-scene” ) die schon hervorgehobene, für ein Anagramm überraschende Dramatik. Dramatis personae sind neben werner, weber und erwin unter anderem rektor bense, der auch als wetterkoch auftritt (die Anspielungen auf den Düsseldorfer Theoretiker Max Bense, der die Hintergründe der Dichtung mathematisch aufzuarbeiten suchte, sind zahlreich: “winke, benses rechner tot! -”), und als Vertretung der Dichtung selbst, neben den Nebendarstellern schwitters und serner, benn, der natürlich einiges über sich ergehen lassen muß und sogar als schwester benn auftritt:

[...] er winkt: schöne
erektion! - schwester benn
nickt: “sehenswert.” bon! er
sekretiert. wer noch? benns
wecker steht. [...]

Die Verläufe entwickeln sich dank Enjambements ungehindert durch die anagrammatischen Einheiten, weil also kurze Sätze die Zeilenenden überlappen. Auch Binnenreime helfen im Formalen dem Fortgang, und im Semantischen der Einsatz von Homonymen, das heißt: gleicher Klang - verschiedene Bedeutung, an denen sich die Verläufe gabeln und quasi parallel laufen können (”kennwort, keen wort”, oder als aufgelöste mehrdeutigkeit: “wecken: iss!’” ). Daß es ad infinitum weiterlaufen könnte, suggeriert das hinsichtlich des anagrammierten Titels kein sterbenswörtchen paradoxe Anagramm, indem es wie zufällig mitten in einem Satz endet:

[…] werner steht
neben erwin: tok! (sechster
sinn?) er weckt bense. hört
er benns “herein!”? wo steckt -

Im ABC finden sich unter den Titeln word5/wechseln I und word5 / wechseln II, zwei doppelseitige Bildtexte, die in Fabula rasa in anderem Format und mit den die Codierungsmethode kaschierenderen Titel Schmutzige Tricks I & II wiederkehren. Falkner macht sich hier die Ersetzen-Funktion des Textverarbeitungsprogramms zunutze, um den Text, quasi als forciertes Lipogramm, zu verfremden und so den Zusammenhang von Bildgestik und Schriftzeichenstruktur einem Experiment zu unterziehen. Dazu die Autorin selbst:

Das ikonographische Szenario des Film Noir liefert die Vorlage für den Genre-Comic [...] Im Off-Kommentar findet das Licht- und Schattenspiel des Film Noir als zwielichtige Kunstsprache, eine nach den Regeln eines einfachen Chiffrierverfahrens (Substitution) generierte Pseudosprache, changierend zwischen Klartext und Chiffretext, seine lautliche Entsprechung: Etfusch ffiff tulk tii Luft umt tluf mik um Kimtelkuff.

Ich übersetze: Etwas pfiff durch die Luft und traf mich am Hinterkopf.

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Im Bildtext BILDE DEBIL … in dessen Bildteil eine schöpferische Hand, die à la Blumenberg die Lesbarkeit der Welt voraussetzt, in diese schreibt, während zwei Figuren, die in ihr zu leben haben, sich beschwingt aus dem Bild fortstehlen zu wollen scheinen, ist eine anagrammatische Ästhetica in nuce gegeben. Die letzte Zeile REGEL LEGER bildet den symmetrischen Sonderfall des Anagramms, ein Palindrom, von dem sich noch zwei bzw. drei weitere in ABC finden, und dem das ganze nächste Buch der Autorin, Tobrevierschreiverbot, gewidmet ist.

anagrammcomix-detail_copyright_Brigitta_Falkner

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Zuvor aber noch zur letzten Gattung von ABC, dem Comic. In Brigitta Falkner, ein Anagramm-Comix, ist der eigene Name, platziert wie die Autorenangabe, die Anfangszeile des Anagramms, das damit an die Tradition der Renaissance anknüpft, in der Anagramme überhaupt nur aus Namen gebildet wurden, um mit daraus permutierten gefälligen Aussagen deren Trägern zu huldigen. Den modernistischen Kontrapunkt dazu bildet die Verteilung des Anagramms über ein Comic, in dem sich Anagrammeinheit und Panel entsprechen. Hier tritt wieder La Révolution surréaliste ins Bild, in deren Nummer 12, Dezember 1929, René Magritte den Bildtext LES MOTS ET LES IMAGES veröffentlicht, in dem sich Magritte eben in Bild und Text auseinandersetzt, in welchem Verhältnis diese zueinander und zur Wirklichkeit stehen können:

Manchmal vertritt der Name eines Gegenstandes ein Bild [...] Ein Wort kann in der Realität den Platz eines Gegenstands einnehmen [...] Ein Bild kann in einem Satz den Platz eines Wortes einnehmen [...] Ein Gegenstand leistet nie das gleiche wie sein Name oder sein Bild [...].

Eine Paraphrase bzw. ein Paraimage auf Magrittes berühmtes Bild “Ceci n’est pas une pipe” findet sich in Falkners Anagrammcomics, und in zumindest drei Panels lässt sich, weil mit Brille, ein Selbstbildnis identifizieren: “Fan: Klar Brigitte!”

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Die Symmetrie, wie sie in den palindromischen Kompositionen von Tobrevierschreiverbot zum Tragen kommt (auch sie gehen dort - siehe Aha Poesie - über viele Seiten), demonstriert das doppelte UHU auf den Sportdressen im ersten Bild sehr deutlich. Die Symmetrieachse läuft zwischen ihnen. Auch Rektor Bense darf noch einmal auftreten, denn Symmetrien verfügen über Eigenschaften der mathematischen Gruppe, deren erste lautet: “Jede Verknüpfung zweier Elemente gehört selbst zur Gruppe”. (Diese mathematische Eigenschaft wird auch Abgeschlossenheit genannt.) So wie das Schriftbild von UHU symmetrisch (und ein Palindrom) ist, ist auch zwei mal UHU symmetrisch, bei dreimal bildet H die Symmetrieachse etc. Wenn die einzelnen Symmetrien aus den gleichen Elementen bestehen, kann man sie einfach sukzessive aneinanderreihen, damit eine neue Symmetrie entsteht.

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Das ist nicht der Fall, wenn sie, wie bei Sei fies - Tu erfreut, aus verschiedenen Elementen, sprich Buchstaben bestehen. Zwar bildet das f jeweils die symmetrische Achse - ein poetischer Zusatzgewinn - doch müsste man die symmetrischen Flügel von der Achse trennen, und rechts und links von der ersten Symmetrie anordnen, damit wieder eine Symmetrie entstünde; der semantische Gehalt ginge auf diese Weise verloren.

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Jedoch ist so die Methode des palindromischen Komponierens beschrieben, von einem Kern ausgehend wird sowohl am Anfang wie am Ende angefügt, damit die symmetrische Struktur entsteht, also nicht lineares oder sequentielles Denken, das vom Anfang bis zum Ende abläuft, sondern paralleles Denken, das von einer Mitte ausgeht. Eines meiner Lieblingspalindrome aus Tobrevierschreiverbot ist Eine Gehung, dem ein fokussiertes Foto der Rücken Rudolf Augsteins und Martin Heideggers, die gemeinsam einen Feldweg entlanggehen, gegenübergestellt ist.

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EINE GEHUNG

“… Nun? Nisch, Rudi?”
“Durchaus!”
“Eidos …”
“Nee: die Grosslage …”
“Wesen…”
“Ego…”
“Geschick …”
(Echo)
“Leben! O genau! Ach …”
So-Gesetztes.”
“Wahrung.”
“Nun …”
“Hä? Weg als nie-so.”
“Geh …”
“Ei, Seins-Sorge ist Sinn …”
“Ad rem …”
“… mir immer dann …”
“Ist sie gross?”
“Nie. Sieh …”
“Ego?”
“Seins-Lage. Wähnung nur.”
“Ha! Wo …”
“Gesetztes Ego.”
“Schau an! Ego? (Nebel) O check ich’s?”
“Ego-Genese. Weg als Sorge.”
“Ideen & so?”
“Dies auch, Rudi. Durch-Sinnung. Nu?”
“He! Genie …”

Die letzte Zeile, die von hinten gelesen zum Titelanfang führt, kann als berechtigtes Selbstlob gelesen werden. Und Anfang und Ende sind hier nicht metaphysisch aufgeladen, im Gegenteil: Falkner zeigt, dass, einen Sprachduktus (z.B. einen Jargon, der mit dem Wesen seinen Staat zu machen sucht) auf das Wesentliche zu reduzieren, auch heissen kann, ihn zu entlarven, d.h. seine Substanzlosigkeit zum Vorschein zu bringen. Aber was heisst hier “auf das Wesentliche”? Es wird nach anderen Kriterien, nämlich im Hinblick auf das zu bildende Palindrom, reduziert, und damit wird gezeigt, dass methodische Reduktion im Wesentlichen genügt, um Substanzlosigkeit freizulegen, bzw. jene Keime, die auf einen faulen Kern schließen lassen.

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“Zufall - gabs das?” hub Paul zum Klugschwatz an, “Zufall, Ahnung und Wahrtraum, sagt Gustav Jung -” / : just da …

Fabula rasa eröffnet mit dem Lipogramm Au! Die methodische Schraube. Lipogramme definieren sich dadurch, dass sie den verwendeten Wortschatz gemäß einer bestimmen Lautauswahl beschränken. Bei Brigitta Falkner wird diese Methode natürlich im Lipogramm selbst reflektiert: “… als Karl akkurat zu Ruth trat, Ruths Hand nahm (”Darf man?”) - - schnurgrad zum Punkt kam und kundtat, was alsbald (nach Karls Handkuß) als ‘Abmachung’ und Lautaussparungsgrundsatz galt …” Dazu die Fußnote, in der dieser Grundsatz nicht gilt: “Dieser Text basiert auf Karls Lautaussparungsgrundsatz, demzufolge ausschließlich die Vokale ‘A’ und ‘U’ verwendet werden dürfen.” Damit ist schon ein Teil der Textstruktur angesprochen, deren Panels sich vom schwarzen Hintergrund abheben. Am oberen Rand des Panels zeigt sich bei Bedarf ein Textfeld mit Schatteneffekt, in dem der Lautaussparungsgrundsatz gilt und wo die Ent- und Verwicklungen der Dreiecksgeschichte zwischen Paul, Karl und Ruth kommentiert, unter Umständen beschleunigt werden.

AU-detail_copyright_Brigitta_Falkner

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Die typographischen Effekte von Groß- und Größtschreibung, Fett-, Kursiv- und Gesperrt-Setzung werden gezielt eingesetzt, Bilder kommen nur ganz sporadisch und als Abbildung gekennzeichnet vor. Neben grammatikalischen Schwergewichten wie Infinitiv fallen bei diesem Lipogramm so viele wichtige Bezeichnungen flach, daß, wie die Autorin selbst schreibt:

… der gewaltige Aufwand, mit dem hier Strategien zur Vermeidung von Regelverletzungen entwickelt werden, im grotesken Mißverhältnis zum oft läppischen Anlaß steht.

Einfache Beispiele für Transformationen: schnell wird zu flugs, Wein wird zu Purpursaft aus Burgund, Wasser zu Aqua pur, eins zu acht durch acht. Anders als der Anagrammtext ermöglicht die Textsorte Lipogramm- mit Fußnote! - das Zitat, und die Belesenheit Brigitta Falkners macht davon ausgiebig und in wirklich witzigen Assoziationen Gebrauch. Ich bringe nur eine Auswahl von Namen und Titel, die für Zitate und Anspielungen stehen: Krazy Kat, Mc Luhan, Lewis Caroll, Kafka, Lichtenberg, Abraham a Santa Clara, Aristophanes’ Die Frösche , Lenins “Was Tun?”, R. Queneaus Hundszahn, Schopenhauers Hund Buz, Swifts Gullivers Reisen, Grimms Wörterbuch, Havliks Lexikon der Onomatopöien, was den Film betrifft: Bressons “Balthazar au hasard” über einen geschundenen Esel, Lubitschs That Uncertain Feeling, Star Trek oder die Simpsons, aus Musik die Meistersinger von Nürnberg, aus der Werbung z.B.: “Durst macht Spaß”. Das Zitieren des Lipogramms selbst darf bei dem hohen Maß an Reflexivität nicht fehlen, und da die Panels durchnummeriert sind, können sie sich explizit aufeinander beziehen. Auch auf eigene frühere Methoden wird Bezug genommen, und da Verwicklung und Platztausch oft so schnell vor sich gehen, ist z.B. nicht gleich klar, wer da

… Hans Sachs aufschlug und - Zufall? Kabbala? - stracks das Anagramm aus Suada fand: “Du Aas …” -

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In Prinzip i wird die lipogrammatische Methode monovokalisch verschärft, dafür tritt zur Schrift wieder das Bild, in suggestiver Umrahmung eines fortlaufenden Filmbandes, wobei die meiste Schrift als Subtext unter den Bildfenstern steht, kommentierend “Birgit tritt ins Bild.” oder Dialoge wiedergebend:

“Spritzig ist wichtig!” spricht Sissi hitzig. Willi wird wild. Willi spricht im Infinitiv. “Infinitiv gilt nicht!” schimpft Sissi. Willis Blick wird grimmig. Stimmt: Prinzip i.

Nur drei mal wird die Bildfolge und auch das Prinzip durch Einschübe von der Breite einer Seite unterbrochen: durch eine Frage Philip K. Dicks: “Können wir das Universum als real betrachten, und wenn ja, inwiefern?”, durch eine eingeschobene Erklärung über Pidgin-English und eine Bezeichnung Prince Charles “fella belong Mrs. Quenn”, und durch einen Gedanken des Logikers Gottlob Frege:

Kein Ungedanke wird durch Verneinen zum Gedanken, so wie kein Gedanke durch Verneinen zum Ungedanken wird.

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Falkner beweist, daß Monovokalismus nicht daran hindert, aufgeblasene philosophische Diskurse durch den Kakao zu ziehen:

Grinzing. Sinn wird Irrsinn, nichtig wird / wichtig; Willi spricht, Sissi trinkt, schlicht / wird diffizil. Witz wird Irrwitz, himmlisch / wird irdisch, Sissi wird schwindlig … // “… in sich stimmig, hinsichtlich Nichts ist / Nicht-nichts wirklich, sprich: sichtlich / nicht wirklich wirklich, mithin sinnwidrig / richtig, irrsinnig diffizil im Hinblick…” // Willi spricht, Willi trinkt. Hirnrissig wird / richtig, schlimm wird schicklich, fiktiv /wird wirklich … // Ist Willis Irrsinn klinisch? sinnt Sissi. // Spinnt Willi schlicht?

Die Kategoriensprünge und grammatikalischen Nivellierungen wie in: “himmlisch wird irdisch - Sissi wird schwindlig”, die in den Texten Brigitta Falkners ständig stattfinden, sind mitverantwortlich für ihren Witz und Teil der Strategie, formale Eigenschaften und referentielle Bezüge so lange auf die Spitze zu treiben, bis sie ineinander überzugehen scheinen.

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Der Titel des zuletzt erschienenen, vierzigseitigen Anagramms Brigitta Falkners Bunte Tuben hat sich von den 21 (bzw. mit aufgelösten Umlauten 23) Zeichen der Anfangszeile losgemacht und führt die Methode exemplarisch vor. Dass sich der Tuben-Code nicht auf bunte Deco beschränken wird, lässt schon die Beiläufigkeit und das offene Ende der Anfangszeile vermuten: “Zwo Stündchen brüten: die”, die schwerlich am historischen Anfang des anagrammierenden Prozesses gestanden haben wird. Nichts entkommt dem satirischen Biss, den Brigitta Falkner in dieser philosophischen Erzählung mit kriminalistischer Allegorisierung entwickelt, Denken wie Dichten wenden “uns den Uni-Wertesten zu”. Die Heuristik dieses intelligenten Permutierens ist schwer zu fassen. Aber diese muss es geben, denn mit 23! (Faktoriell, also 23mal22mal21mal … mal2) als Anzahl der Möglichkeiten lässt sich mit Selektion allein nichts mehr erzählen. Auch über diesbezügliche mögliche Antworten macht sich die Autorin lustig, schon gar wenn sie inspirativ ins Religiös-Metaphysische abheben:

O ZEICHEN & WUNDER! Betstunde / beendet! - (”Doch zuerst nun …” wie / ein Buch - zwo Stunden - redete / er! (wuszten ein Buch-Ende: TOD!)): / “- Codes werden zu Buntheiten, / bunt zu deren Wesenheit & Code!”

Studenten, Dozenten, Dichter, Editoren, Burschen, Brünette und die Neue , die das universitäre System irritiert:

scheu bittend der Neuen zwo / Wörtchen zusende, die bunt / wuchernde Tubenzone: id est / Witzebene (unterdes du noch / ‘Werde-Uni-Dozentchen’ übst) / nun suchend betrete, die zwo / Tuben sehe, Witz-Decoder nun / bedienend - [...]

Im Vergleich zu früheren Anagrammen haben sich vor allem die Eigennamen verabschiedet, die Ironie ist begrifflicher, der Witz noch trockener geworden.

Liebe zum konkreten Wissen, also philosophische Tiefe im wahrsten Sinne des Wortes, ist allen Arbeiten Brigitta Falkners eingeschrieben. Ihr spezielles Wissen um die Funktion des Formalen und daß nicht die Beschränkungen der Methode, sondern entweder Methodenlosigkeit oder Beschränkung auf die Methode Beliebigkeit erzeugt, macht die Genauigkeit, mit der ihre Bezugsysteme und Geschichten konstruiert sind, mit der von Kalkülen vergleichbar. In diesem Sinn bekommen Stellen, die man in der dramatischen Entwicklung des Textes als gnadenloses Abkanzeln eigener Figuren liest, allgemeingültigen literaturkritischen Charakter; nocheinmal aus dem Lipogramm Au!:

… fad und abundant fand Urs Babs’ Lautsalat, bar Anfang und Schluß; das Drama summa summarum zu lang: am Blatt zu unscharf und blaß, nur Anflug, Hauch, Schraffur -, als Schwank zu schmuck und glatt, als Stand-Up-Drama zu schlapp und flau (als Traktat zu prall und bunt); als ‘Hausfrau-zuckt-aus-und-murkst-Mann-ab’-Saga zu schwatzhaft und kraus (und als Rundfunkdrama zu gaga), zu abstrus und halbgar war Babs’ Suada…

Kalkülen, denen, wie wir seit Scheitern des Hilbert-Programmes wissen, ja auch im Formalisierbaren Grenzen gesetzt sind, fehlt als reinen Konstrukten der Witz der Anwendung. Dieser ist den Arbeiten Falkners inhärent, im Wissen um die Geschichte und Transformierbarkeit des verwendeten Materials und im Gegeneinander Ausspielen der verwendeten Medien und angenommenen Bedeutungen. Zu den wahren Prinzipien des Gestaltens zählt neben der Ökonomie, nicht mehr zu benützen als für die gewählten Zwecke notwendig ist, eben zu wissen, wie die Zwecke so in Schach gehalten werden können, dass sich zeigt, wie Codierungen funktionieren. Diese Prinzipien setzen sich bei Brigitta Falkner nicht nur mithilfe ihrer elementaren Methoden bis ins kleinste Detail durch, von der Interpunktion bis zum unscheinbarsten, locker gesetzten Strich; diese zum Gelingen führenden Prinzipien ziehen sich auch durch alle von Falkner eingesetzten Verwendungsarten von Sprache, ganz im Sinne von Wittgensteins Es gibt keine Metasprache, Fußnoten miteingeschlossen (1).

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(1) Siehe die dem Anagramm entsprechende Fußnote in Bunte Tuben, 2004, S.81: ” … Er schwebt: ‘Die Oden …‘ Unten zu / den Netz-Buchsen deute, worin / Dioden wesen. Buch zu. Netter / Wunsch. Deute: Interzone …” (ebd.)”

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Benedikt Ledebur

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Brigitta Falkner

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Künstler- Bücher | Artist’s Books : Don’t touch !



||| BLOOD ON PAPER | HANNE DARBOVEN | ANGELIKA KAUFMANN | DIETER ROTH | THE ABC IN 3D ( BOOK ) | HINWEISE

BLOOD ON PAPER

Zugegeben , es ist nicht masslos originell , wenn wir etwas Sicherheitsabstand zum Welttag des Buches einnehmen ( inklusive der für die Branchenumsätze des schwierigen Frühjahrsquartals nötigen Marketing- Maschinerie ) , doch kommen wir jetzt auf Bücher , welche leicht von den üblichen Usancen abweichen . Oder tonnenschwer . Wie sie die Kuratorin Elena Ochoa- Foster ( rightyrght : the very wife of super- star - architect Norman Foster ) zusammen Rowan Watson im Victoria and Albert Museum zu London zusammengestellt hat . Die Schau geizt nicht mit einem markabten Label : “Blood on Paper - the Art of the Book” ( 15. 4. bis 29. 6. )

blood on paper

Der ausgeschlafene Leser von in|ad|ae|qu|quat hat’s längst begriffen . worum es hier geht - wir können uns die einschlägigen Artilel im ART NEWSPAPER ect sparen : Es werden Künstlerbücher in heil’gen Hallen ausgestellt .

Dass diese nicht eben zum Lesen gemacht sind und - “don’t touch !” - schon gar nicht zum Berühren , versteht sich . Das Buch als Container von ursprünglich verbaler und handhabbarer Exzellenz wird im Kontext der markt- und versicherungs- wertigen bildenden Kunst und ihrer musealen Monstranzen zum Unberührbaren schlechthin . Lediglich ein Effekt der Fetischisierung von unikaler Kunstkunst gegenüber der technischen Reproduzierbarkeit von gedruckter Sprachkunst ?! - Wir lassen das dahin gestellt .

Von der Heimseite des V&A haben wir einige Beipiele samt Beipacktexkt heraus gelesen :

book Cai Guo-Qiang

  • Cai Guo-Qiang ( * 1957) : “Danger Book: Suicide Fireworks” 2008 - Volume of drawings made with flammable and adhesive substances, with gunpowder encased in each of the leaves.

( One of an edition of 9 unique works published by Ivory Press, London. Published by Ivory Press, 2006 , Private Collection , Photo © Tatsumi Masatoshi , Courtesy Ivory Press )

book Jean-Marc Bustamante

  • Jean-Marc Bustamante ( * 1952 ) : “Maisons pour Insomniaques , Rêves 1. 2. 3. 4. 5″ . By Mario Bellatin 2005

( Ptographs; printed text , published by Toluca Editions , Paris , Courtesy Antoine de Beaupré Collection , Paris © ADAGP , Paris and DACS , London 2008 )

books Sol LeWitt

  • Sol LeWitt (1928 - 2007) : “Geometric Figures & Color” , 1979

( Published d by H.N. Abrams , New York National Art Library , V&A , pressmark: 502.M.127 © ARS, NY and DACS, London 2008 )

books Antoni Tàpies

( Published by Erker-Presse , St Gallen , National Art Library , V&A , pressmark: 95.VV.4 © Succession Miro/ADAGP, Paris/ Foundation Antoni Tapies , Barcelone/VEGAP , Madrid and DACS , London 2008 )

books Eduardo Chillida

( Published by Editions Art-Concorde , Paris - Private collection of the publishers Edouard and Julien Weiss © Zabalaga-Leku , DACS , London , 2008 )

book Louise Bourgeois

( Published by Editions du Solstice , Paris - Courtesy Jean-Claude Meyer , Les Editions du Solstice © DACS, London/VAGA , New York 2008 ) |||

HANNE DARBOVEN

Zugegegben , wir sind noch nicht durch die V&A spaziert , doch fehlen uns doch eminente Buchkünslter von Weltrang . Wo zum Beispiel bleibt die grossartige Hanne Darboven , die in ihrem Lebenswerk Hunderte von Ausdrucksformen für die “Verbuchung” fand : In ihrer Festschreibung , Notierung , Abheftung und Einbindung immer schon eine höchst sinnliche Manifestation des irreversiblen Prozesses des Vergehens von Zeit . Eines ihrer faszinierendsten Werke ist und bleibt

  • “Ein Jahrhundert ” | “One Century” , 1971-75

book Hanne Darboven Ein Jahrhundert

“Ein Jahrhundert”, the summa of the working-through phase of Darboven’s calendrical calculations, consists of 365 binders that all together encompass all the days of the century (1.1.00 -> 31.12.99) as processed through Darboven’s Konstruktion system. Each month consists of 28 to 31 books, each book consisting of 100 pages except for February 29th which consists of 25 pages. The first volume contains all the January 1sts of the century, the second, all the January 2nds, etc., until the 365th, which contains all the December 31sts. Indices to the work comprise additional binders. ( Quelle)

  • Oder “Existence 66 - 88″

book Hanna Darboven diary

Darboven’s Existenz 66-88 (Existence 66-88), 1989, draws on 22 years of Darboven’s personal datebooks beginning in 1966 and concluding in 1988. 2,261 panels photographically reproduce the artist’s leatherbound appointment book one two-page spread per photo. Hastily jotted reminders and telephone numbers and the generic pages of maps, conversion tables, and lists of legal holidays common to datebooks are interwoven with references to major political and historic events. A stuffed pet goat named Mickey, one of many Darboven has had over the years, accompanies the piece.

Existenz 66-88 expands the category of calendrical forms used in Darboven’s work to include the datebook. An earlier piece, Hanne Darboven: Diary NYC, 1974, is likewise based on the diary or Tagebuch. Literary or poetic works are also mined for day-by-day or durational forms. The structure and content of “For J.P. Sartre,” a segment of the work A Month, A Year, A Century 1968-1974, 1974, is partly configured by reference to Sartre’s autobiography Les Mots (The Words) and commemorates his 70th birthday. The title and number of pages in Stundenbuch (Book of Hours), 1991, are taken from Rainer Marie Rilke’s book of poems of the same name. Rilke’s title came from the medieval Book of Hours or daily prayer book; Darboven’s borrowing thus makes reference to both the poetic and quotidian. ( Quelle)

Der Klarheit von “Ein Jahrhundert” wird - für im Grunde denselben kulturhistorischen Zeitraum” - ein Palimpsest gegebüber gestellt . Als dezidierte Konzeptkünstlerin hat sie sie Kunsttheoretikerin Isabelle Graw auch zu den internationalen “Ausnahmefrauen” gezählt” . |||

ANGELIKA KAUFMANN

Eine solche - zudem Buch- und Schriftkünstlerin par excellence - stellt zweiffelos auch die hier sowohl in englischer und deutscher Sprache vorgestellte Angelika Kaufmann dar . Vom Pinsel- Abtupf- Diarium bis zum “Chinesischen Blindband” bleiben Kaufanns hoch konzeptionelle Projekte stets eine Reflexin auf die Beziehungen zwischen den Medien von Buch , Papier und Schrift .

angelika kaufmann blindband

So zum Beispiel stellt Kaufmann ihre akribischen Kalligraphierung bestimmter Teile von Friederike Mayröckers Prosawerk in keiner Weise als Kunsthandwerk aus …. sondern sie verdichtet die semitransparenten Blätter bis zu deren schieren Vernichtigung , indem sie die Blätter zu kleinen Quadraten faltet , diese bis zur Erreichung der entsprechenden Seitenhöhe aufeinander legt und das Ganze in einem Plexisglaskubus versiegelt .

book Angelika Kaufmann Kubus |||

DIETER ROTH

Ein Weiterer , dessen Name schmerzlich fehlt in der V&A- Auflistung ist der mit extremen , vergänglichen und verrottenden Mateiralien expeirmentierende Dieter Roth . Angefangen habt er bei der klasiischen Typographie der konkreten poesie .

book Dieter Roth ideogramme 1959

  • “ideogramme” , 1959

Nach der Wort- und Satzzertrümmerung wandte sich Roth mehr und mehr dem Trägermedium , dem Material , kurz gesagt : dem sich geduldig prosituierenden Papier zu . Stanzblätter für Stanzmeinungen aus dem “Daily Mirror” :

book Dieter Roth daily mirror book 1961

  • “daily mirror book” ,1961

Bri- Collage zu den Stehsätzen des Boulevards :

book Dieter Roth Schneewittchen 1965

  • “Schneewittchen” , 1965

Bald schon erweiterte Roth seinen kritischen Umgang mit Texten per Abfüllung von z. B. Spiegel- Artikeln in Wursthäute . Verfeinert wurde die Methode bei Büchern , die Roth partout nicht ausstehen mochte , wie etwa bei Grass’ “Hundejahre” oder Martin Walsers “Halbzeit” . Hier wurde das Buch buchstäblich verwurstet , indem es - kleingehäckselt - mit einer traditionellen Speisewurst- Farce plus Gewürzen vermischt wurde undi in Därme abgefüllt .

book Dieter Roth Literturwurst Martin Walser HALBZEIT 1961

  • “Literturwurst Martin Walser HALBZEIT” , 1961

Gemessen an diesen aus Fluxus , Konzetpkunst und kritischer Material- Autopsie hervorgegangenen Buch- Werken wirken die britischen BLOOD- BOOKS doch reichlich ästhetisiert . Wobei wir Louise Bourgepis ausdrücklich ausnehmen wollen aus diesem “quite continental” Generalverdacht . |||

THE ABC IN 3D ( BOOK )

Statt eine KLANGAPPARATS gibt’s heute ein Video , welchses sich selbstredend ebenfalls mit der Buchkunst aufhält . Will meinen : Das Kunststück fertigbringt , das gesamte Alphabet Seite für Seite mittels mechanischer Pop- Ups darzustellen ( via information aesthetics ) . Soll’s wohl irgendwann auch im Handel geben . Man lasse blättern und - staune :

ABC3D

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HINWEISE :

  • Angelika Kaufmann - Arbeiten auf und mit Papier 2000 - 2006 | Works on and with Paper 2000 - 2006 , edition splitter2007
  • Die Informationen zu Dieter Roth verdanken wir der Retrospektive ROTH-ZEIT , 18. 10. 2003 - 11. 1. 2004 im Museum Ludwig Köln in Zusammenarbeit mit der Laurenz-Stiftung und dem Schaulager Basel . Ausstellungskonzeption : Theodora Vischer , Gary Garrels , Dr. Ulrich Wilmes
  • Isabelle Graw : Es kann nur Eine geben . Überlegungen zur Ausnahmefrau ( Sinn- Haft 11 , Zur Masse ) |||

RADIO | JELINEK | REMIX : Making Of



||| KADER @ VEGAS | STATIK @ VEGAS | DYNAMIK WANTED | KEY FRAMES @ AFTER EFFECTS | ANIMATION | TAUTOLOGIE ? | KLANGAPPARAT

Wie wir in|ad|ae|qu|at in den Strudel der bewegten Bilder gerieten , war gestern Thema . Heute verlieren wir vollends die Unschuld und landen in der Tautologie . Dazwischen servieren wir das kurze Protokoll einer allmählichen Verfertigung von animierter Typographie beim Schrift- Bilden . Kurz : What was VIDEO and NOW became pure pixel- ANIMATION .

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KADER @ VEGAS

Schrift- Tafeln - so die Erkenntnis beim Erstellen des 40- Minuten Videos EINATMEN - AUSATMEN | Elfriede Jelinek in Figuren Der Radiophonie - eignen sich zum Erstellen von Footage : Statische Kader in Reihung und allmählicher Transformation via ( Über- ) Blendung .

Hören Sie zu Literatur Miniatur

Zwichentitel 04 Radio Apparat

So weit , so Sony VEGAS : Hier geht es zunächst um Synchronisierung von Bildspuren zur vorher gemischten Tonspur . Standbilder . Leerbilder, Blendbilder .

vegas screenshot

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STATIK @ VEGAS

Wie Exempel zeigt : Der Faktor “Zeit” spielt hier in seiner schieren Erstreckung eine entscheidende Rolle . Die visuell spartanische Index- Ästhetik von “Schrifttafeln” zur Tonspur bleibt dem literarischen Wort als einer statischen Entität verhaftet . Gutenberg- Galaxis pur : Video und Index sollten - so die Präsupposition - dem besseren Verständnis der und Konzentration auf die Tonspur dienen . Text also kurz aufblenden , abblenden . Leere Frames . Von Betrachtern nicht notwendig im Sinne von Quellentreue oder medien- und diskurshistorischem Nachweis verstanden , sondern oft sogar im Sinne einer Schriftinstallation in der Tradition der Konkreten Poesie .

EINATMEN - AUSATMEN | EXZERPT


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DYNAMIK WANTED

Aber so ist es nun einmal . Only by doing you modify your preconceived notions . Ausserdem war da die verhängnisvolle Begegnung mit den Typographischen Animationen der Young- Hae Chang Heavy Industries : Präzises Timing , optischer Impact . Oder : Wie die Buchstaben laufen lernten . Einzeln . Womit wir bei einem entscheidenden Punkt anlangen : Die Einheit von “Satz” und “Wort” löst sich auf in eine Anzahl von Buchstaben , welche wie Einzelobjekte zu “bearbeiten” sind . Wirkungsästhetisch gedreht : Die Buchstaben entwickeln Eigendynamik , characters mit Charakter , Typen mit individuellen behaviours , paths & attributes . Enter the Cosm of Adobe After Effects . |||

jelinek screen tapete toolbars-1

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KEY FRAMES @ AFTER EFFECTS

Nun kreiert man ab ovo , d. h. von Pixel auf . Was in dieser harten Form natürlich insofern nicht ganz zutreffend ist , als das Programm ja 150 verschiedene Fonts anbietet . Und natürlich 10 mal so viele prefab- Effekte wie BLOCK DISSOLVE , MOTION TILE , TEXT BOUNCE , LOOPY LOOP … Allerdings - und Jeder , der einmal mit Photoshop gearbeitet hat , kennt das Problem , dass es fast einfacher ist , ein Zeichen selbst zu kreieren , als auch nur ein Hundertstel der Presets adaequat zu applizieren .

Aber zeichne mal was from the scratch mittels Bézier- Kurve ! - Anyway : Mit der Verformung von Fonts lässt sich schon ganz gut anfangen . Weiters - und jetzt wird’s heikel - : Den verschiedenen Sprecherstimmen und -positionen werden spezifische Fonts zugeordnet . Warum “heikel” : Eine eher intuitive Angelegenheit . Kulturspezifisch und persönlich determinierte Assoziationsfelder zu bestimmten Schrifttypen , etc . However , that’s our choice :

  • Elfriede Jelinek = OCR A STD 72 , weiss

  • Klischees & Zuschreibungen = Forte 96

  • Paratexte = Century Gothic Bold

  • Sprecherin czz = Courier New Bold Rot 48 - Position Fusszeile

  • Gelbe French Script MT 128 ( “Tapete” , Banderole “Klavierspielerin” )

  • Gelb ist gleichzeitig die “redaktionelle” Farbe : Kommentar , Blende , Morphing .

österreich pfad

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ANIMATION

Die Animation von Zeichen erfolgt entlang von frei bestimmbaren Pfaden ( paths ) . Gleichzeitig wirken Effekte wie TYPE IN , CARD WIPE , AUTO SCROLL HORIZONTAL auf diese Animationen ein . Dabei kann jeder einzelne Effekt wiederum durch zahllose modulierbare Parameter ( expressions ) gesteuert werden . You may get lost in all those sub- menues and hidden entry- fields .

Only by doing you modify your preconceived notions . Die Animation von Schrift- Zeichen unterliegt derselben Versuchung durch die Mimesis wie jede andere Gestaltungsform . Harte Farben an “harten” Schnitten ( gelb ) , Fülliger Fünfziger- Jahre- Font für gefühlige Österreich- Klischees , Blau für “neutrale” Piktogramme .

zierleiste pfad

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TAUTOLOGIE ?

Im Reich der Zeichen , bemerken wir - in der Rolle der Roten Courier - ist Unschuld eben nicht zu haben . Sie verlässt uns nie , die Tautologie .

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KLANGAPPARAT

Quer durch elektronische Zeiten und archaische Räume geschallt : Dem aus den melancholischen Weiten von Mama Russia ins britische Oxfordshire emigrierten Ainm aka Ilya Kovalev sind die Bleeps der Spielkonsolen gleich unmittelbar wie die Permafrost- Trance . Wer wüssteczz hörempfehlung dies besser als seine Electronica- Landsleute vom russischen ElectroSound- Netlabel : Places and Names ( es37 ) wirft charismatische Leuchtfeuer aus dem Irgendwo … inklusive - wir bleiben beim Thema - animalisch- mimetischer Solmisation . Optima Thule eben . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. Charlemagne’s Palestine | 02. A Song of Pilgrimage | 03. Bethania | 04. Tagerrhabat | 05. Byzantine Electricity | 06. Optima Thule |||

RADIO | JELINEK | REMIX : Video- Online- Première @ YouTube



||| ENGLISH ABSTRACT | TYPOGRAPHIE UND RADIO ? | VORSPIEL : 40 JAHRE in 40 MINUTEN | VIDEO : EINATMEN - AUSATMEN : ELFRIEDE JELINEK IN FIGUREN DER RADIOPHONIE | SCHRIFT ALS INDEX | RADIO | JELINEK | REMIX @ YOUTUBE ( 3:11 ) | TYPOGRAPHIE & ANIMATION ALS METAPHER & KOMMENTAR | TECHNIK

ENGLISH ABSTRACT

RADIO | JELINEK | REMIX is a YouTube- Video in German Language , ironicly rendering the most current clichées within the reception of Elfriede Jelineks work . Orginally based on 60- hours of radio- footage covering a period of 40 years ( 1968 - 2008 ) , the video uses the most striking pieces of cliché- talk and current stereotypes associated with the openly feminist Austrian writer . In addition to the cut- up sound- footage and the voice of a narrator , the video “translates” the CONTENTS of the clichés and stereotypes into the FORMS , FONTS and FEATURES of text anmiation . |||

Wenn in|ad|ae|qu|at heute den audiovisuellen Spot RADIO | JELINEK | REMIX mit akustischen Jelinek- Spuren und animierter Schrift auf YouTube vorführt , wird sich die p. t. Betrachterin fragen : “Wie kommt die Schrift ins Spiel ? - Wo es sich doch offensichtlich um RADIO handelt ?”

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RADIO | JELINEK | REMIX @ YOUTUBE ( 3:11 )

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VORSPIEL : 40 JAHRE in 40 MINUTEN

Die Vorgeschichte : Für das Jelinek- Symposium “ICH WILL KEIN THEATER” haben czz und kap die Radioarchive des ganzen Landes durchpflügt und sind auf Soundmaterial aus 40 Jahren gestossen .
In einem ersten Schritt haben wir damals die etwa 50 Stunden Soundmaterial auf eine 40- minütige Tonspur eingedampft .

Dabei wurde deutlich , dass sich das Medium “Radio” einerseits und Elfriede Jelinek als Autorin und Medienfigur anderseits sehr abgezirkelt und quasi nach gewissen Spielregeln verhalten .

Das Radio - seine Moderatoren , Redakteure , Gestalter , Interviewer - konfrontieren die Autorin mit gewissen Klischees ( “radikale Feministin” , “Männerhasserin” , “Stachel im Fleisch Österreichs” , etc. ) . Jelinek ihrerseits spielt ein hintersinniges Spiel im abwechselnden Bestätigen und Entkräften dieser Zuschreibungen .

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EINATMEN - AUSATMEN : ELFRIEDE JELINEK IN FIGUREN DER RADIOPHONIE

Als die Soundmontage EINATMEN - AUSATMEN : ELFRIEDE JELINEK IN FIGUREN DER RADIOPHONIE fertiggestellt war , schien es uns angezeigt , die einzelnen Sequenzen und Ausschnitte nach Kontext , Sendung , Programm und Zeitpunkt zu indizieren : Sonst wäre das Ganze ja ein amüsantes Potpourri und keine akustische Erkundung mit wissenschaftlichem und / oder diskursanalytischen Erkenntniswert .

So also ist zur TONspur ein VIDEO entstanden , wo jede Sequenz auf diskrete Weise eine entsprechende “Hintertitelung” erhält : “Wer spricht ?” - “In welcher Sendung ?” - “Zu welchem Zeitpunkt ?”

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SCHRIFT ALS INDEX

In ruhigen Kadern blendet ein Schriftbild die Informationen zur Tonspur auf , wird aber sogleich wieder abgeblendet , um der akustischen Wahrnehmung der Soundmontage nicht “visuell im Wege zu stehen” .

Jetzt , da das A / V- Meta- Feature in seiner 40- Minuten- Fassung ( 41:40 ) auf der dem Tagungsband beigefügten DVD publiziert ist , reizte es uns , das Material in eine weitere - geradezu konträre - ästhetische Form zu bringen .

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RADIO | JELINEK | REMIX @ YOUTUBE ( 3:11 )

Nämlich als klassischen YouTube- Spot , in welchem die ANIMIERTE TYPOGRAPHIE sich der Tonspur in Rhythmus und Duktus , Transkript und Aussparung anverwandelt .

Zuerst haben wir die 40- Minuten- Tonspur auf deren Schlüsselszenen , Hauptmotive und Pointen verkürzt : Blieben knapp 3 Minuten .

Dass Schrift in diesem neuen Produkt RADIO | JELINEK | REMIX eine andere Funktion einnehmen würde als die des puren Indexierens bei EINATMEN - AUSATMEN , lag auf der Hand .

In dem radikal kondensierten Spot übernimmt die Schrift eine selbständigere Rolle : Die verschiedenen Schriftarten , Bewegungen , Farben , Implosionen und Explosionen , spielen einen - aber keinen direkt - “illustrierenden” Part .

RADIO JELINEK REMIX screenshot 01

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TYPOGRAPHIE & ANIMATION ALS METAPHER & KOMMENTAR

Vielmehr fungieren die Schriften , Farben und Bewegungsformen dieser Schriften als MODALE Symbole , Indizes und Signale . Sie mögen - inmitten , trotz und gerade wegen der radikalen Kondensierung des Materials - einen Raum der Kontexte und Assoziationen öffnen .

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TECHNIK

Die ruhigen Schrift- Index- Kader für EINATMEN - AUSATMEN wurden per SONY VEGAS generiert . Die typorgaphische Animation in RADIO | JELINEK | REMIX via ADOBE AFTER EFFECTS . - Trotz optimaler Encodierung für die YouTube- Anwendung ist die dort zu sehende Version ( leider ) in Vielem unschärfer als bei der Raumprojektion via Beamer .

STORYBOARD & MAKING OF folgen gesondert . Stay Tuned .

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IN|AD|AE|QU|AT RELATED

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