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“Preissegen” ? - Vom pittoresken Preisregen auf aride Zonen exzeptioneller Textproduktion



||| FLORIANA 2008 | H. C. ARTMANN- PREIS 2008 | PREISE DER STADT WIEN | AUSSCHREIBUNG DER STADT WIEN | BUNDESMINISTERIN VERTEILT “WÜRDIGUNGSPREISE” ZUR ERÖFFNUNG DER ‘BUCH WIEN’ | BUCH.08 - SCHWEIZER BUCHPREIS | NOCH FRAGEN … ? - PREIS- EINREICHUNG LEIPZIG ‘09 | GEWINNER DES 16. OPEN MIKE | KLANGAPPARAT

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( Auch für Literaturpreise der Fall ?! )

czz lorbeer-awardDass sich mit Literaturpreisen die Preis- Geber ( bzw. -Verleiher und - Verschleisser ) midestens ebenso schmücken wie die in die Rolle von “glücklichen” , “verdienten” und “würdigen” Preis- Empfängern gedrängten Literaturproduzierenden ist als Ritual eines feudalen Literaturbetriebs längst bekannt .

Nun gibt es allerdings einen wahres Preisgewitter anzuzeigen , welcher als fruchtbaren Landregen die notorische leeren Kassen mancher Laureaten füllt , sondern - eingekleidet ins Stadtkostümchen - auch dazu dienlich sein mag , den Beginn der ersten , allerersten BUCH WIEN zu promoten .

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FLORIANA 2008

czz lorbeer-awardDa alles Gute bekanntlich dem Weiten Land entspringt, seien zunächst die gestern verkündeten Preisträger der zweieinhalb Tage lang über die Bühne der heiligen Hallen des Stiftes St. Florian ( OÖ ) gegangenen Literatur- Biennale FLORiANA offenbart . Aus 117 Einreichungen hat die Jury neun Autoren und Autorinnen ausgewählt, die sich der Jury und einem interessierten Publikum an diesen zwei Tagen präsentiert haben.

And the Winners are :

Der Förderpreis für oberösterreichische Autoren geht an einen Text, der im lexikalischen Stil die Geschichte eines fiktiven Schriftstellers und seines fiktiven Science-Fiction-Romans entwickelt. Der Autor treibt ein raffiniertes ironisches Spiel mit dem Genre literarischer Utopien. Er siedelt die Entstehungszeit seines Textes nicht in der Gegenwart, sondern in der Zukunft an, wodurch eine doppelte utopische Spiegelung von Zukunft und Vergangenheit entsteht. Dafür erhält Christoph Aistleitner den Förderpreis für oberösterreichische Autoren in der Höhe von € 1.500.- ( … ) .

Der dritte Preis der FLORIANA geht an einen Text, der in bester österreichischer Tradition radikaler Sprachkritik bildhaft den ökonomischen Tauschwert von Liebesbeziehungen verhandelt. Wie Ideen und Wertvorstellungen von uns Besitz ergreifen können, wird mit Begriffen aus der Biologie veranschaulicht, die im Bild der Tulpe aufblühen. Lisa Spalt erhält den dritten Preis der FLORIANA, in der Höhe von € 2.000.- ( … ) .

Der zweite Preis der FLORIANA geht an eine Geschichte von Hingabe und Unterwerfung, der verführerischen Nähe von Begehren und Gewalt: ein Text von immenser Sprachwut, der eine beträchtliche Sogwirkung entwickelt. Michala Falkner erhält für ein wüstes Liebesidyll den zweiten Preis der FLORIANA, dotiert mit € 3.000.- ( ….) .

Der erste Preis der FLORIANA geht an einen Text, der sich in hochkomplexer Weise der Entwertung von Sprache ästhetisch auseinandersetzt. Das Thema des Textes ist Gewalt. Der Autor verknüpft mit rhythmischer Dringlichkeit Motive, Bilder, Begriffe zu einem dichten Textgewebe. Für dieses Sprachkunstwerk erhält Ulrich Schlotmann den ersten Preis in der Höhe von € 7.000.- ( … ) .

Mit Ulrich Schlotmann und Lisa Spalt wurden nicht nur zei aus dem “Salon Liittéraire” @ in|ad|ae|qu|at bekannte Kräfte auserkoren , sondern auch zwei lebhafte Sprach- Sound- Setzer , welche - Lisa Spalt 2000 , Ulrich Schlotmann 2007 - ihre Texte gehörig in Radiokunst übertragen haben .

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H. C. ARTMANN- PREIS 2008

czz lorbeer-awardEbenfalls nur jedes zweite Jahr vergibt die Stadt Wien den nach dem 2000 verstorbenen Poeten H.C. Artmann benannten Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Lyrik :

Nach Peter Waterhouse ( 2004 ) und Ferdinand Schmatz ( 2006 ) geht der mit € 10.000 dotiert Preis disjahr an Oswald Egger . - auch dieser übrigens ein “Literatur als Radiokunst“- Veteran , dessen Produktion “tuning , stumm” im Jahr 2004 den Karl Sczuka-Förderpreis des SWR 2004 errang . ( rk )

Die Verleihung findet Anfang 2009 in der Alten Schmiede statt.

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PREISE DER STADT WIEN

czz lorbeer-awardWohl nicht ganz zufällig im terminlichen Weichbild der neu etablierten BUCH WIEN überreichte der Wiener Kulturstadtrat im Wiener Rathaus im Rahmen einer Gala die Preise der Stadt Wien für das Jahr 2008 - Kategorie “Synergie unter Bedingungen der Aufmerksamkeitsökonomie” .

Die Preise der Stadt Wien werden jährlich sozusagen polydisziplinär vergeben und sind mit je € 8.000 dotiert . Ein Novum ist , dass die einzelnen Preisträger nicht mit je individuellen Laudationes von Fachkollegen bedacht werden ( zum berüchtigten Null- Honorar ) , sondern , dass alle Zwölf mit einem einzigen rhetorischen Streich gewürdigt und -ehrt wurden .

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AUSSCHREIBUNG DER STADT WIEN

czz lorbeer-awardGleichzieitg lädt die Stadt Wie bereits jetzt zur Bewerbung um die entsprechenden Auszeichnungen anno 2009 ein :

Die Stadt Wien stiftet alljährlich zu vergebende Preise für hervorragende Leistungen in den Bereichen Musik (Komposition), Literatur, Publizistik, bildende Kunst, Architektur, Wissenschaften und Volksbildung in der Höhe von je 8.000 Euro bis zu einem Gesamtbetrag in der Höhe von 96.000 Euro. Sie werden als Würdigung für das bisherige Lebenswerk verliehen, das geeignet ist, die Bedeutung Wiens und Österreichs als Pflegestätten der Kunst, Wissenschaft und Volksbildung hervorzuheben. Mit dieser Ehrung können Einzelpersonen und Teams ausgezeichnet werden. Es sind jedoch Leistungen ausgeschlossen, die bereits mit einem Preis der Stadt Wien ausgezeichnet wurden.

Die Entscheidung über die Vergabe der Preise erfolgt nach freiem Ermessen durch unabhängige Jurys und ist unter Ausschluss jedes Rechtsmittels gültig. ( … ) Bewerbungen sind mit einem ausführlichen Lebenslauf und Unterlagen, die die bisherige Tätigkeit in geeigneter Form darstellen, an die Kulturabteilung der Stadt Wien (1082 Wien, Friedrich-Schmidt-Platz 5), die auch weitere Auskünfte unter der Rufnummer 4000/84766 erteilt, bis zum 31. März des Folgejahres zu richten.

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BUNDESMINISTERIN VERTEILT “WÜRDIGUNGSPREISE” ZUR ERÖFFNUNG DER ‘BUCH WIEN’

czz lorbeer-awardWohl um den national- offiziösen Rang der aus der Retorte gezauberten Messe BUCH WIEN ( einem aufgebauschten Update der bislang eher drögen “Buchwoche” im Rathaus ) zu akzentuieren , gab sich Bundesministerin Schmidt zur Eröffnung der ( hoffentlich nicht der Agonie des Linzer LITERA- Unterfangens nachgeratenden ) BUCH WIEN höchstselbst die Ehre , folgende Preise und deren Träger zu verlautbaren :

Das Interessanteste an solchen Presse- Aussendungen ist selbstverständlich der Blick auf die personelle Besetzung der Jurien “hinter” den einzelnen Auszeichnungen …

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BUCH.08 - SCHWEIZER BUCHPREIS

czz lorbeer-awardMit der Terminierung auf 17. bis 23. 11 nimmt die BUCH WIEN ( formerly known asBuchwoche” ) sozusagen dier BuCH.08 ( formerly known as BuchBasel ) die Klinke aus der Hand .

Nun wurde - in schagfertiger Reaktion auf die tendenzielle Vernachlässigung schweizerischer Geistes- und Verlagsprodukte beim “Deutschen Buchpreis” ( remember : Frankfurter Buchmesse ?! ) - ein “Schweizer Buchpreis” ausgelobt und am Sonntag auch promt einem maximmal allen CH- Clichés spottenden Prosawerk zuerkannt ( sFr.50.000.- ). Fairerweise sei an dieser Stelle indes nicht verschwiegen , dass sich der in Rede stehende Titel auch bereits auf der shortlist des dbp fand .

Rudolf LappertsNach Hause schwimmen” ( Hanser | HörbucHHamburg ) erzählt im multiperspektivischenen Patchwork von den ungebutterten Seiten juvenilen Lebens und das mit einem im besten Sinne angloamerikanischen Drive , dass man sich bei dessen Letüre immer wieder neu vergeswissern muss , dass kein übersetztes Werk vorliegt .

Matt Ruff könnte dem in Irland lebenden Schriftsteller für sein Werk Pate gestanden haben … entstanden ist jedenfalls ein neuer Holden Caulfield , wenngleich die Erzählung manche Verschlankung vertragen hätte …

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NOCH FRAGEN … ? - PREIS- EINREICHUNG LEIPZIG ‘09

czz lorbeer-awardWer jetzt keinen Preis hat findet keinen mehr … Dies gilt dringlich auch für entsprechende Aspirationen hinsichtlich der Frühjahrsmesse zu Leipzig :

Noch bis zum 30. November können Verlage ihre Neuerscheinungen in den Kategorien ‘Belletristik’, ‘Sachbuch und Essayistik’ sowie ‘Übersetzung’ für den ‘Preis der Leipziger Buchmesse 2009′ einreichen.

Am 12. März, dem ersten Tag der Leipziger Buchmesse, soll die mit insgesamt 45.000 Euro dotierte Auszeichnung an herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen verliehen werden.

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NACHTRAG : DIE GEWINNER DES 16. OPEN MIKE

czz lorbeer-awardDie Gewinner des 16. open mike- Wettbewerbs der Literaturwerkstatt Berlin stehen fest !

Aus über 650 eingegangenen gültigen Bewerbungen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum wählten sechs Lektoren aus renommierten Verlagen die 22 Autoren und Autorinnen aus, die am 15. und 16. November 2008 beim Wettbewerb in der Wabe in Berlin ihre Texte vortrugen. Die Juroren Thomas Glavinic, Monika Rinck und Feridun Zaimoglu ermittelten die Gewinner.

Die Gewinner :

  • Sonia Petner - geboren 1979 in Waldenburg ( Polen ) , arbeitet als Übersetzerin und Journalistin in Berlin . Organisiert Lesungen und Diskussionen . Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien
  • Svealena ( Svea Lena ) Kutschke - geboren 1977 in Lübeck , studierte Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis in Hildesheim . Sie las beim 14. Open Mike und nahm 2006 | 07 an der Schreibwerkstatt der Jürgen Ponto Stiftung teil . Lebt in Berlin .
  • Thien Tran - geboren 1979 in Ho Chi Minh- Stadt ( Südvietnam ) , lebt seit 1982 in Deutschland . Studium der Germanistik , Philosophie und klassischen Literaturwissenschaft an der Universität zu Köln . 2003 Praktikant im Tropen Verlag . Veröffentlichungen von Gedichten in Zeitschriften und Anthologien ( u.a. Versa , Artic , Sprachgebunden , Das Gedicht , Floppy Myriapoda , Carpe Plumbum , Intendenzen . Zuletzt: Neubuch, hrsg. von Ron Winkler 2008 ) . 2006 Nominierung für das Rolf Dieter Brinkmann- Stipendium , Studienabbruch . Neben Lyrik auch Buchrezensionen . Lebt und arbeitet in Köln .
  • Johanna Wack - geboren 1979 in Hamburg . Studiert in Hamburg Ökotrophologie . Ist Mutter von Marlene ( geb. im Mai 2007 ) . Schreibt seit einigen Jahren Kurzgeschichten , die sie u. a. auf Poetry Slams vorträgt . Auftritte in Funk und Fernsehen , Veröffentlichungen in Anthologien und in der Tagespresse .

Die Gewinner gehen direkt im Anschluss auf Lesereise :

Die Wettbewerbstexte des 16. open mike sind als Anthologie im Allitera Verlag erschienen - Deutschlandradio Kultur sendet am Sonntag den 23. 11. um 0.05 Uhr die Reportage “16. open mike”.

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KLANGAPPARAT

Dass DJ Dusty seine der dark side of the moon zuneigenden Track- Sequenzen tatsächlich aus der Antarktikis sendet ( wie auf der MySpace - Seite behauptet ) , dünkt uns bereits des Strom- und Equipment- czz-hoerempfehlungAufwandes wegen als Mystifikation . Im treibendem Amalgam von periodischer Achtziger- Jahre- Kälte und akut pulsierenden , hitzigen Heartbeats des Trance scheint dieser Kryptiker indes mitten unter uns zu siedeln .

Auf der Webseite des Netlabels intoxik lassen sich die vier Tracks von “Domino” live streamen . Für den unabhängigen - und , believe me , vielseitig verwenbaren Hausgerbrauch , bietet sich das Download eines taktvoll obsessiven Bonustracks . Heftige Empfehlung .

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Salon Littéraire | Liesl Ujvary : “privatsachen” - eine fotoserie



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Salon Littéraire | Liesl Ujvary :

“privatsachen” - eine fotoserie

die fotoserie “privatsachen

versammelt fotos der arbeitsumgebungen von schriftstellern. hier entsteht literatur - zwischen schichtungen von beschriebenem papier, bekritzeltem papier, bedrucktem papier, anhäufungen von büchern, zwischen stofftieren und technischem gerät, zwischen weichen polstern und warmen decken, zwischen fundstücken konkreter natur, einem rindenstück, zimmerpflanzen und blumenvasen, fahrrädern, kinderzeichnungen, rezepten, jacken und hosen, kabeln und steckern, stössen von cds und musik-cds, umhängtaschen, adidas-schuhen, kaffeetassen, einem spielzeugpinguin auf einem fernseher, handtüchern, buddhas, ansichtskarten, tellern, tastaturen, stiften, blättern, feuerzeugen und vielen anderen sachen.

alle bücherregale ähneln sich, jedes bücherregal ist auf seine weise einmalig. obwohl das inventar, mit dem und aus dem wir unsere private umgebung gestalten, zivilisatorische ähnlichkeiten aufweist, ist es doch andererseits vollkommen persönlich. indem das objektiv diese kleinen environments herausgreift und in ihrer trivialität und einzigartigkeit abbildet, gewinnen sie an farbe und format, zeigen uns fantastische oberflächen, bieten ein spiel von licht und plastizität, das vieldeutig ist, enigmatisch und überdeutlich in einem. hier wird die mehrfach-codierung unserer persönlichen existenz belegt und präsentiert. ( Liesl Ujvary )

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BRIGITTA FALKNER

fotoserie_PRIVATSACHEN_copyright_Liesl_UJVARY

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FRIEDERIKE MAYRÖCKER

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HANNO MILLESI

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MARTIN BREINDL

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Liesl Ujvary

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HINWEIS

Die Ausstellung “privatsachen - fotos von liesl ujvary” ist im Literaturhaus Wien von 11. 11. bis 19. 12. 2008 im Rahmen des “Europäischen Monats der Fotografie” zu sehen .

Die solcherart durch Details ihrer Lebens- und Arbeitsumstände porträtierten Autorinnen und Autoren :

Neda Bei , Martin Breindl , Ann Cotten , Brigitta Falkner , Ilse Kilic , Margret Kreidl , Benedikt Ledebur , Norbert Math , Friederike Mayröcker , Hanno Millesi , Lydia Mischkulnig , Florian Neuner , Monika Rinck , Elisabeth Schimana , Ulrich Schlotmann , Ferdinand Schmatz , Andrea Sodomka , Lisa Spalt , Deter Sperl , Oliver Stummer und herbert j. wimmer .

Zwei Lesungsabende eröffnen | begleiten die Schau :

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Salon Littéraire | Ulrich Schlotmann : DIE FREUDEN DER JAGD - Geisteskranke



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Salon Littéraire | Ulrich Schlotmann :

DIE FREUDEN DER JAGD - Geisteskranke

Narrentum_Wien_copyright_christiane_zintzen

( foto czz : Narrentum 1784 , Wien )

Ein Mann - “mein Name tut (hier) nichts zur Sache/braucht (weiter) niemanden zu interessieren” - nahm - eines (schönen) Tages - “aus den Augenwinkeln” - wahr: da (hinten) führt man Geisteskranke/(ausgemergelte) Gestalten an der Hand in den Tann, (lange) Schlangen von.” Am Wegesrand standen Wanderer allein oder in (kleineren) Grüppchen (beisammen), dies Spektakel zu schauen - “doch taten sie - alles/in allem - (sehr) unbeteiligt, manche schauten auffallend - ‚eine Spur/Nuancen zu unbeteiligt - (vielleicht) sogar - drein - so: als wollten sie sagen: das (alles) geht uns nichts an.” Wohl hätten sie auf (entsprechende) Nachfrage (hin) auch (unisono) angegeben - “nehme ich - (zumindest) doch - an” - (allhier) auf besseres Wetter/den Bus (etc.) zu warten - doch: ob man ihnen das (auch) - eins/zu eins - abgenommen - “angesichts: strahlenden Sonnenscheins/des Fehlens jeglicher Bushaltestation” - dickes/fettes Fragezeichen/(das) wolle er (einmal) dahingestellt sein lassen. Später (dann) - “da der Spuk - nach/& nach - ein Ende gefunden” - habe sich alles (wieder) in Wohlgefallen aufgelöst - “alles ging (wieder) seinen (gewohnten) Gang - der eine hier/die andere dort (ent)lang” - der Bus habe (wohl) - “wo er nicht (ganz) ausgefallen” - (mal) wieder - (enorme) Verspätung, nahm man (zumindest) allenthalben an - und: (ver)lohne es sich (nun) nicht (länger) mehr zu warten. Auch herrschte (allgemein) Erleichterung darüber, dass es (wieder) aufgeklart, man nicht - “zu allem Überfluss” - (auch) noch - (klatsch)nass geworden sei - “wenigstens das ist uns erspart geblieben.”

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Ulrich Schlotmann

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DIE FREUDEN DER JAGD erscheint 2009 bei Urs Engeler Editor

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Salon Littéraire | Ulrich Schlotmann : DIE FREUDEN DER JAGD - Immer allein



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Salon Littéraire | Ulrich Schlotmann :

DIE FREUDEN DER JAGD - Immer allein

HUNTING TROPHIES copyright France Cadet

Der Mann der in den Wald (hinein)geht gibt uns - “allen (ernsthaft) interessierten Laien (mithin)” - folgenden - “(nur) gut gemeinten” - Rat(schlag) mit auf den Weg: “in den Wald (hinein) - bitte!” - tun sollten wir uns & ihm einen Gefallen - “nie zu zweien, ihr (blutigen) Laien” - sollten wir gehen - “unter (gar) keinen - wie auch immer gearteten - Umständen” - (denn) wir wären - “immer/& in jedem Fall” - besser dran, wenn wir einzeln - “auf euch - (ganz) allein - gestellt” - ohne (jede) Begleitung in den Wald (hinein)gingen - “dies Prinzip ist universell (gültig), es gilt hier/wie anderswo (auch) - in dem gleichen Maße” - egal wo/& in welchen Zusammenhängen - (auch) immer - “aber: auf den Wald als Ort der Handlung bezogen im Besonderen.” Zu zweit in den Wald (hinein) - “oder (gar) zu dritt, zu viert, zu fünfen (etc.)” - Händel & Zwist seien (da) - so gut wie - vorprogrammiert - (wort)wörtlich: “als wenn Mord & Totschlag (da) nicht die (unmittelbaren) Folgen.” So viele Auffassungen/Meinungen - “zu jedem (x-beliebigen) Thema” - wie es Männer gebe, vorsichtigen Schätzungen nach/(unabhängigen) Gutachten zufolge, die - “den (fraglichen) Sachverhalt anbelangend” - eingeholt worden seien - “(etwa) bezüglich der Route” - die (billig) einzuschlagen - “der Gegenstände” - um die sich ein (mögliches) Gespräch zu drehen habe sowie - last/(but) not least: der Reihenfolge, in der diese (tunlichst) zu behandeln - oder - “Frage” - ob sich (generell) nur über das Allernotwendigste - “und das - (auch) nur - (ver)mittels: knappster - ‚(zuvor) exakt abgestimmter & (fest) vereinbarter’ - Zeichen” - nach Art der Apnoetaucher (etwa) verständigt werde (etc., etc.). Oft schon vor Beginn der (eigentlichen) Wanderung (genügend) Zünd-/bzw. Konfliktstoff biete nicht nur die Frage: “welche Art von” - sondern - “auch/& vor allem” - die nach der Menge der (tunlichst) mitzuführenden Viktualien als Wegzehrung - “welchen Anteil flüssige/welchen” - so - (denn) überhaupt - benötigt - “feste Atzung an dem Gesamtproviant.” Welche Munition am besten geeignet sei, welches Tier zu erlegen - “noch (so) ein Punkt, der schwierig zu regeln” - weit entfernt von einer (einvernehmlichen) Regelung sei. Ob Handgranaten/(ob) etwa Pfeil & Bogen zur Anwendung - “ja/oder nein. Klassisch - in dem Zusammenhang - (schon) die Rivalität zwischen (eingeschworenen) Schrotanhängern & den Apologeten einer” - wie sie es (wohl) nennten - “sauberen Kugel” - wer (dabei) welchem der (beiden) Geschosse den Vorrang einräume - “(reine) Vererbungssache, nicht festzumachen (etwa) an äußeren Dingen.” Derlei Vorlieben gingen (quasi) eins/zu eins vom Vater auf den Sohn (über), und von diesem (wiederum) auf dessen (männlichen) Nachkommen. “Genügend Potenzial - im Sinne von: Sprengstoff ist - so/oder so: immer vorhanden” - früher/oder später werde es böses Blut geben - “todsicher, lassen Sie sich das von einem erfahrenen Mann/alten Hasen (wie mir) gesagt sein.” So viele Jagdunfälle mit tödlichem Ausgang habe er (schon) mit ansehen müssen - “die (eigentlich) gar keine waren.” Einmal den Falschen (schief) angesehen - “und: Peng! - das war’s (dann)/Feierabend - ich dachte: ein Wildschwein (etc.). Das kommt davon: dass wir (alle)” - ihn eingeschlossen/er nehme sich (da) beileibe nicht aus - “mit uns (selbst) - weiß Gott! - (mehr als) genug zu tun haben und - normal: keinen (anderen) unter der Sonne/neben uns dulden mögen - Hand aufs Herz: ist es nicht so, wie ich sage?” Vielleicht: dass wir jetzt (besser) seinen Rat verstünden & (sogar) beherzigen wollten - dies/sein: “geht nie zu zweit, ihr Laien - nein!” - so man - (denn) überhaupt/& unbedingt - gehen müsse - dann: “geh allein in den Wald (hinein), und der Wald ist dein Freund, wie du keinen besseren finden kannst (all) dein Lebtag.” Er - “der ich - zurückblickend: in (all) den Jahren, die vergangen - im Großen/& Ganzen - nicht - (sehr) viel - mehr getan habe - abgesehen (vielleicht) davon: dass ich mir - ab/& an - da: die Müdigkeit mich zu übermannen drohte, eine Mütze (voll) Schlaf gegönnt - und (auch) nicht mitgerechnet: die Zeit, die ich der Nahrungsaufnahme gewidmet - kaum (etwas) anderes getan habe, als allein, nie zu zweit, (gleich gar) nicht zu dreien - ‚nicht im Gleichschritt, nicht in (voneinander) isolierten/(weit) versprengten Grüppchen - weder sich (gegenseitig) an den Händen haltend nach Art von Kindergartenkindern beim Überqueren des Zebrastreifens, noch in Stoßtruppmanier das Gelände erkundend, geduckt, flatternden Lids - (ganz) egal ob: sich (gegenseitig) - «so gut/es (eben) gehen wollte» - Rückendeckung gebend/oder nicht, jeder (also) irgendwo für sich (allein)/& auf eigene Rechnung - (aber) sicher nicht: im Gänsemarsch (hintereinander), nicht (nebeneinander) in Reih & Glied’ - in den Wald hineinzugehen” - er müsse doch (wohl) wissen - “wer (denn), wenn nicht ich, weiß (es)?” - wovon er (hier) rede - “meinen Sie nicht (auch)?” Oder ob wir (etwa) wildfremde Männer ansprächen: so/& so, in dem Tenor, sie möchten (doch) bitte - “wie das unter Damen - dem Vernehmen nach: (wohl) gang & gäbe & (meinetwegen) auch - (noch) einigermaßen - angehen mag” - mit (uns) auf die Toilette gehen, des (gegenseitigen) Puderns wegen (Augenzwinkern) - ob wir das täten - “Frage: tun Sie das?” - und falls ja: uns (deswegen) nicht schämten? Wenn nicht - “bzw.: doch” - dann: seien Hopfen & Malz - “dann: ist Polen (wohl) noch nicht (ganz) verloren” - und könnten wir - “jeder für sich/& auf die ihm eigene Art & Weise” - womöglich: (doch) noch etwas werden - hier: auf Erden - “wenn auch zu übertriebener Hoffnung (gleichwohl) kein (unmittelbarer) Anlass besteht.”

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Surround- Auditorium : “Literatur als Radiokunst 2007″ im Literarischen Quartier



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HEUTE HÖREN

Hörbuchboom hin , Festivalisierung und Spektakelliteratur her : Während “Literatur als Radiokunst” in sein neuntes Jahr geht und die ersten Studio- Sessions ‘08 starten , geht heute der traditionelle “Live”- Rückblick auf die Produktionen des Vorjahres über die Bühne des Litearischen Quartiers Alte Schmiede in Wien . |||

Funkhaus Wien_Sprecherstudio_Regieplatz 4_copyright_christiane zintzen

5.1 SURROUND : WEDER HÖRSPIEL NOCH LESUNG

Mischpult_korrelationsgradmesser_copyright_christiane zintzenPerfekt getuned im professionellen 5.1- Aufbau ( thanks to Kunstradio und Ö1 ) sind Anja Utler , Ann Cotten , Daniel Wisser und Ulrich Schlotmann auch in persona zugegen , um Auskunft über ihre Konzepte und deren akustische Verwirklichung zu geben . Die vier - je etwa 15- minütigen und eigens für die akustische Realisierung mit und durch die Autoren im Studio - entstandenen Textverdichtungen erkunden Alternativen zu den traditionellen Genres von “Hörspiel” oder “Lesung”.

in|ad|ae|qu|at hat ja seinerseits den Fortgang der jeweiligen Studioarbeit in seinen “Produktionsnotizen” mitstenographiert .

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UTLER + COTTEN - URSENDUNG 8. 7. 2007

Mischpult_korrelationsgradmesser_copyright_christiane zintzen

Die für ihre fundamentale Materialpoesie ausgezeichnete Dichterin ANJA UTLER schwingt sprachlich den Radiowellen nach : In “suchrufen, taub ” erkundet und wendet sie die blind aus den Lautsprechern dringenden Brechungen der Beschallung.

Was indes geschieht, wenn sich das Ich aus dem Bild - folglich Sender und Weltempfänger - verliert, demonstrieren die Sprach-Schreck-Momente von ANN COTTEN : Das minimalistisch und metaphysische Spiel auf der “parkbank ” nimmt den Dreh zwischen Schmerz und Scherz.