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“Der letzte Professor” : Karl Wagners Wiener Rede für Wendelin Schmidt-Dengler



||| GERETTETES GEDENKEN | DOKUMENTATION 1 : JULIA KOSPACH IN DER “FRANKFURTER RUNDSCHAU” | DOKUMENTATION 2 : KARL WAGNER - REDE AUF WENDELIN SCHMIDT-DENGLER , IN WIEN , AM 31. 10. 2008 | RELATED

GERETTETES GEDENKEN

czz-pikto-blind-fuer-todAm 7. September ist der Wiener Germanist , charismatische Lehrer und in jeder Hinsicht förderliche Fürsprecher gegenwärtiger Literatur , Wendelin Schmidt-Dengler , fürchterlich überraschend verstorben . Die volatilen Worte der öffentlichen Personen waren rasch verweht . Umso nachhaltiger ist inzwischen die für “Nachrufe und Erinnerungen” eingerichtete Webseite des Instituts für Germanistik angewachsen : Die Zusammenschau der verschiedensten Stimmen mag einen Eindruck von der ausserordentlichen Vielseitigkeit und Wirkkraft des unorthodoxen Gelehrten gewähren .

Auf 31. Oktober war die offizielle Akademische Gedenkfeier im Grossen Festsaal der Universität datiert . Dort , wo sonst die talargeschmückten Rituale von Promotionen unter lateinischen Formeln den Anverwandten Tränen der Rührung in die Augen treiben , fand man sich betreten zusammen . Und mochte seinen Ohren kaum trauen , als der Dekan im säuselnden Flughafen- Durchsage- Sound eine geistfreie Serie von Sätzen aneinander reihte . - Eine unfreiwillige Selbstparodie akdemischer Routine , welche den Ernst des Verlustes nur umso stärker bekräftigte .

Für einen kurzen Moment hatte sich - wie auch die “Frankfurter Rundschau” bemerkte - die Mechanik der Institution unverstellt gezeigt . Und genau in diese Fuge zwischen institutioneller “Lehre” und “Leere” fuhr Karl Wagners Rede wie ein scharfes Beil hinein . Scheute sich nicht , Namen und Nachrichten von Nöten zu nennen und nahm die Universität coram publico in die Pflicht , in und unter Schmidt-Denglers Namen mittels eines Stipendiums geistesgegenwärtige Forschung zu fördern .

Artikellinks verschwinden , Berichte sinken ab ins kostenpflichtige Archiv : in|ad|ae|qu|at DOKUMENTIERT

  1. Julia Kospachs Bericht in der “FR” vom 3. 11. 2008
  2. Karl Wagners Rede für Wendelin Schmidt-Dengler und wider den Ungeist der Institution ( mit Dank an den Autor für die vertrauensvolle Übermittlung der Textfassung ) .

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DOKUMENTATION 1 : JULIA KOSPACH IN DER “FRANKFURTER RUNDSCHAU”

czz-pikto-blind-fuer-todHerr mit Spielraum - Zur Gedenkfeier für den Germanisten Wendelin Schmidt-Dengler an der Universität Wien ( Julia Kospach , FR , 3. 11. 2008 )

( … ) Schmidt-Dengler, der Anfang September überraschend mit 65 starb, las stets vor vollen Sälen. Acht Wochen ist es her seit seinem Tod. Jetzt sei klar, sagt sein Nachfolger als Vorstand des Wiener Instituts für Germanistik: “Die Löcher, die gerissen worden sind, lassen sich nicht so einfach schließen”. Seltsamerweise hatte man mit “stopfen” gerechnet. Vielleicht weil der Festsaal so vollgestopft ist. Schmidt-Dengler füllt noch einmal spielend einen großen Saal.

“Wendelin, dem unermüdlichen Dengler” steht auf einer, auf eine Leinwand projizierten Zeichnung des dichtenden Architekten Friedrich Achleitner, der hier für seinen toten Freund ein paar seiner sprachverspielten Kurz-Prosatexte vorliest. Er sorgt für den feinen Humor, für den sonst Schmidt-Dengler zuständig war. “Ich vermute, so schnell wie Wendelin redete, konnte er auch zuhören”, sagt Achleitner.

Seine Zeichnung zeigt, in wenigen Strichen, unverkennbar Schmidt-Denglers runde Brille und seine freundlichen Hamsterbacken. Der Gezeichnete hält einen kleinen Hammer in der Hand. Schmidt-Dengler dengelt. Schmidt-Dengler, dessen Name allein “der Reduktion schon einen gewissen Widerstand” entgegengesetzt habe. So sagt sein langjähriger Kollege, der Germanist Karl Wagner, in einer herrlichen Rede, die eine hinreißende Liebeserklärung an Schmidt-Dengler ist und eine schallende Ohrfeige für die Institution Universität, die ihren Weltklasse-Gelehrten mit Stolpersteinen versorgte, ihm seine Gewandtheit und Beliebtheit verübelte und neidvoll auf sein uneitles Tausendsassatum blickte.

Wagner spricht mit W.B.Yeats - “no marble, no conventional phrase” -, und er geißelt die Fertigrhetorik der Universität, die zu Beginn der Feier in der Ansprache des Dekans der philologisch-kulturwissenschaftlichen Fakultät einen lupenrein dahingeleierten Auftritt absolviert. “Dieser Verlust ist einfach unersetzlich”, singsangt der Dekan, als wär’s die hundertste Vorrede zu einer der steifen Promotionsfeiern, die sonst hier stattfinden. Und weil ihm auch wirklich gar nichts einfällt, sagt er dann noch “Wendelin Schmidt-Dengler fungierte als langjähriger Institutsvorstand, und als solcher ist er ja auch verstorben.” Augenverdrehen im Publikum.

Schmidt-Dengler war hunderterlei gleichzeitig: Als Ermöglicher, Unterstützer und Vermittler von Literatur und germanistischer Forschung stürmte er wie ein Irrwisch durch die literarische Landschaft, immer in Eile, immer höflich, “ein Herr”, wie Karl Wagner sagt, aber nicht um des Habitus des Herren willen, sondern wegen des sich dadurch eröffnenden Spielraums. Schwindeln könnte es einen angesichts des Arbeitspensums dieses Mannes, das hier noch einmal von Kollegen, Studenten, Freunden aufgezählt wird.

In der Pension, die er nicht mehr angetreten hat, wollte er sich endlich einmal ausführlich Dantes “Göttlicher Komödie” widmen, hatte er vor Kurzem in einem Interview gesagt. “Die studiert er jetzt womöglich vor Ort”, sagt eine Frau beim Rausgehen ohne jede Ironie zu einer anderen. Was hatte Schmidt-Denglers Freund Friedrich Achleitner gerade noch vorgelesen ? “Auch das Endgültige hat ein Hintertürl.”

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DOKUMENTATION 2 : KARL WAGNER - REDE AUF WENDELIN SCHMIDT-DENGLER , IN WIEN , AM 31. 10. 2008

czz-pikto-blind-fuer-todEs gibt keinen Trost. Ich werde daher, um mit dem russischen Dichter Joseph Brodsky zu sprechen, auch keine magere Rede “nach oben schicken / in Richtung der altherkömmlich stummen Gebiete”, wie es in seinem “Wiegenlied von Cape Cod ” heisst.

Unübertroffen bleibt also weiterhin das berühmte Epitaph, das sich William Butler Yeats für sein eigenes Grab im Friedhof von Drumcliff, am Fusse des wie ein gekentertes Boot daliegenden Bergrückens Ben Bulben gedichtet hat: “Cast a cold eye / On Life, on death, / Horseman pass by”, verbunden mit der Anweisung: “No marble, no conventional phrase.”

Ein anderer berühmter Lakonismus, der auch nicht in Erfüllung gegangen ist, stammt von William Faulkner, der dieses gewünscht hat: “It is my aim … that the sum and history of my life … shall be …: He made the books and he died.”. Im Blick auf Wendelin Schmidt-Dengler, dessen langer Name - selbst ohne Titelei - der Reduktion einen gewissen Widerstand entgegensetzt, könnte das Lakonische so lauten: “Er hat gesprochen und er ist tot.” Vielleicht darf ich hier noch Heimito von Doderers Satz über den Dichter anfügen, den Wendelin so gern zitiert hat wider den Künstlerkult: Dieser sei nämlich “ein Herr unbestimmbaren Alters, der einem dann und wann im Treppenhause begegnet”.

So eine Verkürzung überhaupt zu denken, ist nur bei einem möglich, von dem man weiss, dass von ihm durch noch so radikale Reduktion etwas bleibt: etwas, das gerade durch die Reduktion ausgesprochen und verstärkt wird. Für uns Gewöhnliche ist eher das blow up des Nachrufs tauglich und beliebt, das aus der Mücke einen Elefanten macht. Deshalb sind die konkreten Ausprägungen dieses Genres fast immer unangenehm, geheuchelt und verlogen.

Und deshalb ist das Schweigen auch so berechtigt; allerdings nur dann, wenn es nicht insinuiert, damit die wahre Trauer zu sein. Berufungen auf Elfriede Jelinek sind jedenfalls unstatthaft; denn wenn ihr auch die Worte zu seinem Tod gefehlt haben, hat sie immerhin nicht vergessen anzufügen, dass ihm, Wendelin Schmidt-Dengler, in einer solchen Situation die Worte auf keinen Fall gefehlt hätten.

So ist es. Dass mit Trostlosigkeit nichts zu gewinnen sei, war ein Credo, das er mit Fontane gemeinsam hatte und das beide zu unglaublicher Produktivität befähigt hat. Was natürlich für keinen von beiden (und von uns) Ilse Aichingers radikalen Satz auszulöschen vermag: “Positiv denken ist das Gegenteil von Denken”.

Ich habe nicht im Geringsten die Absicht, hier und jetzt mit dem Gestus des Abschliessens zu sprechen - in mehrfachem Sinne wäre das zu früh und auch pietätlos. Trauer ist keine Sache von Schnelligkeit; das darf man gerade dann sagen, wenn einer gegangen ist, der es mit dem Davongehen viel zu eilig hatte. Ich wünsche also der Wiener Universität, womöglich zum Schrecken ihrer Funktionäre, dass ihr dieser begnadete Mann noch lange zu schaffen macht.

Zweifellos wird diese Institution noch einige Zeit brauchen, um zu begreifen, dass sie nicht einen “Formulierungskünstler” verloren hat, wie sie in einer ersten sprachlosen Reaktion und garantiert ohne jede Einfallskunst verlauten liess, sondern einen international geschätzten und gesuchten Gelehrten. Einen also, den sie in ihrer desperaten und selbstgefälligen wie auch inflationären Fertig-Rhetorik ständig als Leitbild verkündet hat, ohne zu merken, dass sie in Wendelin Schmidt-Dengler längst schon einen hatte, der dies wirklich war. Und vor allem auch ohne auf die Idee zu kommen, ihm dies als Anerkennung zuteil werden zu lassen, womöglich vor dem Tod.

Zu diesem Verkennen mochte beigetragen haben, dass man sich “Weltklasse” wohl etwas zu willfährig und weniger unbequem vorgestellt hat; oder vielleicht auch nur etwas eitler und gerade in diesem Narzissmus allzu berechenbar ?

Mit solchen Wahrnehmungsmustern konnte man “naturgemäss” nicht auf einen wie Schmidt-Dengler verfallen, der das Unvorhergesehene liebte und zu überraschen verstand. Die Kunst des Einfalls statt des Rituals der Routine war sein Elixier: das machte ihn so überzeugend als Lehrer, als Wissenschaftler und als Person.

“Naturgemäss” ergibt das auch Friktionen mit dem Institutionellen. Es ist aber angezeigt zu bemerken, dass Schmidt-Dengler gerade dadurch die Dauer und Haltbarkeit von Konventionen und Ritualen zu erhöhen wusste. Statt mit dem Bruch der Routine, frei nach Kafka, lediglich eine neue zu begründen, setzte er auf den Reiz der Reibung. Je weniger die Institution das kapiert hat, desto mehr reizte es Schmidt-Dengler, selbst zu einer Institution zu werden: Das ist die subtilste Rache an einer Institution. Und sie ist ihm gelungen. Seine vielen Jahre als Institutsvorstand sind ja nur als eine Vorkehrung gegen die Zumutungen der Umständlichkeit und der Bürokratie wirklich zu begreifen - und vor allem auch gegen die Demütigungen durch kollegiale Herrsch- und Eifersucht.

In diesem Sinne darf man sagen: Schmidt-Dengler fehlt, wie jede gute Institution fehlt - man bemerkt es erst, wenn sie nicht mehr da ist. Das Unkonventionelle innerhalb der Konvention - zum Beispiel die Höflichkeit und das Abstandhalten (nicht die “Krankheit der Distanz”, wie Thomas Bernhard einmal über sich selber gesagt haben soll) - ist gerade in einer Einrichtung wie der Universität nichts Einfaches. Keiner konnte es ihm auch darin gleichtun. Umso überraschender lesen sich die Nähe-Erlebnisse der Nachrufenden.

Obwohl Wendelin Schmidt-Dengler viele Bücher geschrieben und noch mehr angestiftet, befördert und bevorwortet hat, ist für ihn als Wissenschaftler und Schreiber - anders verhält es sich mit dem Leser - das Buch nicht das charakteristische Medium. Etwas viel Flüchtigeres nämlich, das gesprochene Wort, seine Stimme und seine sokratischen Fähigkeiten, machen sein Unvergängliches aus. Wenngleich auch geschrieben und ausformuliert, war die Vorlesung und die Rede (in allen universitären oder sonstwie öffentlichen Formen) sein eigentliches Terrain.

Dass er wie “gedruckt” reden konnte, ist in einem Land, wo die Kunst der öffentlichen Rede so danieder liegt, dass jeder halbwegs begabte Provinzdemagoge zum Popstar wird, lediglich eine Floskel, die vom Entscheidenden ablenkt: Sein Geschriebenes ist nämlich vor allem anderem geschriebene Mündlichkeit - somit eine gute Vorkehrung gegen das Gespreizte, das Unverständliche oder das akademische Imponiergehabe mit seiner Phrasenhaftigkeit und seinem Sprachbeton. Mit dem Flüchtigsten, seiner Stimme, wird er uns immer im Gedächtnis bleiben.

Dass die Universität, nicht nur die Wiener, so wenig darauf gibt, ist unverzeihlich: die Reaktionen auf Schmidt-Denglers Tod zeigen jedoch, dass das sokratische Erbe, der logos spermatikos, am unverwüstlichsten ist. Es kann nur nicht in pädagogisch-didaktischen care-Paketen verwaltet werden. Es ist eben so erstaunlich wie ermutigend, dass sich das Untrennbare von Wissenschaft, Lehre und Person - das Besondere also an Schmidt-Dengler - mit den Worten Leo Spitzers, eines anderen weltberühmten Philologen aus Wien, immer noch am präzisesten beschreiben lässt:

Und schliesslich ist, wie ich glaube, das wissenschaftliche Objekt doch letztlich nur jenes Medium, in dem die Geister der Lehrenden und Lernenden sich treffen - ein Mittel dazu, dass Menschen zueinanderkommen, weil sie direkt auf dieser Welt so selten zueinander können. Ziel der Wissenschaft ist doch letztlich nicht bloss die Sache, sondern “der Mensch”, der Mensch mit seiner Sache, der Sache, die er vertritt, der Sache, der er bedarf, um sich hienieden zu behaupten […] Ein grosser Romanist [sc. Spitzer war von diesem Fach] - das ist für mich nicht nur, wer ein Kompendium des Wissens zu bieten hat, sondern wer sein Gebiet seinem Publikum “vorzulegen”, “darzuleben” versteht”. ( Spitzer, Meisterwerke, 4 ).

Schmidt-Dengler hätte diesen etwas herrischen Gestus gemieden, gerade weil er ein Herr war, wie keine Berufenere als Daniela Strigl zu sagen wusste. In gewisser Weise war er wirklich der letzte Professor, dem man diese Rolle noch abgenommen hat; er hat sich zu dieser Rolle in ein Verhältnis gesetzt, das nicht nur ironisch war: Er wollte nämlich nicht den Habitus, sondern den Spiel-Raum dieser Rolle retten. Von der Art und Weise, wie er diesen Spiel-Raum nicht für sich, sondern für andere genützt hat, wird noch zu sprechen sein, nicht nur heute.

Ich möchte mit einem (womöglich gar nicht vollständigen) Momentbild - was weiss man schon, wenn man in Zürich ist ? - das nicht untypisch ist für Wendelin Schmidt-Denglers Arbeitsethos, seine Produktivität und seinen sokratischen Nimbus andeuten, wie einer gearbeitet haben muss, um jene Präsenz zu erzeugen, die viele bewundern - und einige verabscheuen, weil sie irrtümlich glauben, diese Präsenz sei ihm geschenkt worden.

Am Tag vor seinem plötzlichen Tod am 7. 9. 2008 erschien in der Wochenendausgabe des “Standard” Schmidt-Denglers Gegenrede zum üblich gewordenen Lamento über die nicht- oder nicht mehr lesenden Studenten; jeder von uns hat in diese schon einmal eingestimmt, auch er; und jeder von uns ist einmal, als Student, Adressat dieser Klage gewesen. Denn es wurde schon immer nicht mehr gelesen, jedenfalls in den Augen der Kulturkritiker.

Im September dieses Jahres erschien in der zweimonatlich erscheinenden Literaturzeitschrift “kolik” seine Laudatio auf Ann Cotten, aus Iowa stammend, in Wien aufgewachsen und jetzt in Berlin lebend. Sie hat hier in Wien Germanistik studiert und bei Schmidt-Dengler ihr Studium abgeschlossen. Die Laudatio von Wendelin Schmidt-Dengler auf das furiose Debüt dieser Autorin - “Fremdwörterbuchsonette” in der edition suhrkamp - beweist, dass er nicht nur an der Universität Wien am Platz war, sondern auch auf den Plätzen draussen. Nur einen hat er da wie dort gemieden: den Gemeinplatz, etwas also, das in Österreich einen bedrohlichen Nebensinn entwickeln kann.

Und schliesslich erschien in jenen traurigen Septembertagen auch seine “Presse”- Rezension von Ruth Klügers Fortsetzung ihrer Autobiographie, die den Titel “unterwegs verloren” trägt. In diesen Erinnerungen kommen Wien, die Wiener Universität und insbesondere auch das Institut für Germanistik nicht so vor, wie es die erwähnte institutionelle Strahle-Rhetorik gern hätte. Nebenbei gesagt: Es stünde den Universitäten, nicht nur der Wiener, gut an, wenn sie mehr auf die Bilder achteten, die sich die Schriftsteller von ihr bzw. von ihnen machen. Vertriebene Nobelpreisträger aufzubieten, ist dagegen in jeder Hinsicht ein Gemein-Platz. Schmidt-Dengler hat in seiner Rezension von Klügers Buch etwas gemacht, das er wie kein anderer beherrschte: durch Höflichkeit und Takt etwas zu retten, was sonst verloren gegangen wäre. In diesem Fall: die Verbindung Ruth Klügers zu dieser Institution, die ihr so fremd geblieben ist und in der sie nicht das fand, was österreichische Politiker und Professoren, insbesondere ohne Augenschein, so schnell finden, ohne dann einen Finger zu rühren, um vergleichbare Möglichkeiten zu schaffen: die amerikanische Ivy League. Schmidt-Denglers grandezza in dieser Besprechung erwies Ruth Klüger nachträglich ihren Respekt:

Ich weiß, es war das Letzte, was er gemacht hat. Er war ungeheuer großzügig, wenn man bedenkt, dass ich in dem Buch ja über sein Institut ziemlich hergefallen bin. Ich war gerührt und beschämt.

Hinzufügen möchte ich noch, obwohl der betreffende Band noch nicht erschienen ist, Schmidt-Denglers Arbeit an der Edition von Thomas Bernhards Werken, zuletzt: an dessen Roman “Alte Meister“. Denn damit ist, in jeder Hinsicht, die Arbeit an einem philologischen Lebenswerk bezeichnet.

Allein die Vielgestaltigkeit dieser letzten Arbeiten beweist, dass hier einer am Werk war, der Verschiedenes zur gleichen Zeit tun konnte, während die meisten von uns nicht einmal mit dem einen zurande kommen. Neid ist in einem solchen Fall ein nahe liegendes Gefühl; und er bekam ihn auch zu spüren. Wenn man schon selber die eine Rolle falsch spielt: wie muss erst einer sein, der mehrere Rollen zur gleichen Zeit beherrscht. Es ist eine Tragödie, dass in dieser akademischen Welt verlernt wurde, theoretische Gegensätze nicht als persönliche auszutragen: Undenkbar wäre heute, jedenfalls hier, eine Widmung à la Spitzer, die dieser, übrigens an die erste habilitierte Romanistin, Elise Richter, geschrieben hat: “in verehrungsvoller Gegnerschaft”.

Eine Trauerrede ist aber, wie mir die Selbstzensur sagt, nicht der Ort für Gedanken darüber, wie eine Institution mit Menschen umgeht; gar nicht zu reden von der Art, wie die Menschen in der Institution Universität miteinander umgehen. Das traditionell idealistische Sprechen über die sänftigende Wirkung von Literatur hat es nicht leicht an einem Institut für Literatur in dieser oder jener Sprache.

Natürlich durfte und darf man an Schmidt-Denglers Art und Weise, Literaturwissenschaft zu betreiben, auch Kritik üben. Er war in der Selbstkritik, die unter den Vorzeichen der Weltklasserhetorik zu einem auszurottenden Stigma geworden ist, den Opponenten auch darin eine Nasenlänge voraus. Wie alle, die nur eines können, haben sie seinen Umgang mit den Medien verabscheut, in denen sie selber nur zu gern vorgekommen wären. Und natürlich war der Konflikt zwischen Literaturwissenschaft und Literaturkritik auch für ihn ein Problem. Vielleicht kann man als grösstes Kompliment sagen: nie hat er den Elfenbeinturm an die Plätze verraten, während viele, ohne Kontakt mit den Plätzen, den Elfenbeinturm preisgegeben haben, dessen Lob dereinst kein Geringerer als der berühmte Kunsthistoriker Erwin Panofsky in der amerikanischen Emigration angestimmt hat.

Für diejenigen, die Doppelrollen nicht kennen, stellte sich, naturgemäss nicht im eigenen Fall, diese frei nach Robert Walser formulierte Frage: Ists nicht mehr Wissenschaft, was Du da treibst ? - Schmidt-Dengler hat für diese Doppelrolle anlässlich der Auszeichnung als “Wissenschaftler des Jahres 2007 die wunderbare Formulierung gefunden: “Ich sitze gern zwischen den Stühlen und springe schnell auf”. Man darf annehmen, dass dies keine nur bequeme Position war.

Ich will aber nicht nur diese hinfälligen Sätze sagen, die im Augenblick auch schon wieder verrauschen. Ich möchte die öffentlichen Institutionen dieses Landes und dieser Stadt - vor Zeugen - an- und aufrufen, Wendelin Schmidt-Dengler dauerhaft zu ehren. Und ihm so auch dafür zu danken, dass er diese Universität, diese Stadt und die Literatur dieses Landes in der Welt bekannt gemacht hat.

Die Universität und die Stadt Wien mögen also übereinkommen, ein Wendelin Schmidt-Dengler-Stipendium ins Leben zu rufen. Ein Wendelin Schmidt-Dengler-Stipendium für junge osteuropäische Doktoranden und Doktorandinnen, damit diese hier in Wien ihre Forschungen zur österreichischen Literatur und Kultur vorantreiben können.

Es schiene mir angebracht, wenn die Öffentlichkeit darüber wachte, dass dieser Vorschlag Wirklichkeit wird.

Es bleibt freilich dabei. Es gibt keinen Trost. “Gerettet sind wir / durch nichts / und nichts / bleibt für uns”. Wann, wenn nicht jetzt, wären von diesem Dichter, Ernst Meister, meine Lieblingsverse zu zitieren ?

UND BIS ZULETZT
zärtliche Wissenschaft.
Das Vergebliche, kann sein,
nicht umsonst. Das wirklich Nichtige aber
ist voll deutlich
immer da.

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Blog 4 Burma : 1988 | 2008 : Chronik eines weiter scheiternden “Uprise”



||| I. 8. 8. 08 : BLICK NACH OSTEN | II. BLINDER FLECK - WESTLICHE PRÄMISSEN | III. WAS GESCHAH AM 8. 8. 88 ? | IV. WARUM IN BURMA KEIN WANDEL WIRD | V. LETTER FROM RANGOON | VI . DER 8. 8. 2008 | VII . BLOG 4 BURMA | LINKS | RELATED

I. 8. 8. 08 : BLICK NACH OSTEN

Burma 8888 8808 CrackdownDer 8. 8. 08 brachte mit auffrisierten Videobildern von chinesischen Choreographien von Massenkörpern und prachtvoll illuminierten Feuerwerken die kühl kalkulierte Eröffnung der 29. Olympischen Sommerspiele . Reales Feuerwerk wurde dahingegen zu gleicher Zeit in anderen östlichen Regionen abgebrannt .

“Alle Welt blickt nach Osten” , hatte es schon lange vorher geheissen und man war dabei auf das realexistierende China ebenso bang gespannt wie auf den berüchtigten Jahrestag des 8888- Uprising - dem blutigen Beginn der Oppositionsgeschichte in dem seit 1962 unter strikter Militärherrschaft stehenden Burma .

Alle Welt blickte nach Osten - und erlebte zweierlei : Die harte Front Chinas ( im Schlepptau : das knieweich lavierende IOC ) hinsichtlich Zeitungs- und Internet- Zensur sowie den gleichzeitigen Einfall Russlands in Georgien .

Die Entwicklungen seither - Medwedews ( parlamentarisch unterfütterte ) Anerkennung der Unabhängigkeit Süd- Ossetiens und Abchasiens am 26. August , Russlands Breitseite gegenüber die NATO , ja selbst gegen die chinesischen Verbündeten : All dies straft die westlichen Projektionen von “Demokratie” und “Freiheit” Lügen .

Im Gegenteil : Als handelte es sich um eine Parallelaktion , haben Peking und Moskau die Masken kooperativer Verbindlichkeit jäh fallen gelassen und offenbaren nun blank ihren Willen zur Macht . Nicht anders als die African Union , die sich Anfang Juli demonstrativ hinter Simbabwe und den zweifelhaften “Sieg” Mugabes stellte ( zur Erinnerung : Oppositionsführer Morgan Tsvangirai hatte seine Kandidatur zur Stichwahl Ende Juni angesichts von massiven Repressalien gegen sein “Movement for Democratic Change” | MDC zurückgezogen ) .

Es ist klar : Man nutzt dies derzeitige Schwäche Amerikas , welches in Zeiten der Rezession und im Zeichen eines de- facto - Interregiums durch den Präsidentschaftswahlkampf fast ausschliesslich mit sich selbst beschäftigt ist . Die USA lecken ihre im Irak sowie im gescheiterten Vermittlungsprojekt “Israel- Palästina” geschlagenen Wunden , die restlichen Kräfte gehen auf in der Abfederung der Fannie & Freddie- Kreditkrise sowie der horrenden Treibstoffpreise ( samt deren Auswirkungen auf die stagnierende Automobilindustrie ) .

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II. BLINDER FLECK - WESTLICHE PRÄMISSEN

Burma 8888 8808 Crackdown“Läuft die Welt aus dem Ruder ?” , fragt sich Mancher und muss doch nur erkennen , wie stark dem westlichen Weltbild und dessen ‘Werten’ die universale Gültigkeit fehlt , welche wir ihm beimessen . Zu Recht weist Mark Siemons in der FAZ auf die “geopolitische Unschärferelation” hin , welche eine solche Perspektive zwangsläufig generiert :

Denn der Universalismus, wie er im Westen gegen China in Stellung gebracht wird, hat einen blinden Fleck: die Annahme, es gebe in der politischen Welt einen Ort, an dem sich jenseits von Macht und Interessen urteilen ließe. Dieser Ort heißt im westlichen Sprachgebrauch ‘zivilisierte Welt’ oder ‘internationale Gemeinschaft’, worunter ein homogenes Gebilde zu verstehen sei, das seine Angelegenheiten zunehmend in die eigene Hand nimmt. Doch außerhalb des Westens und zumal in China glaubt man den Grund zu kennen, weshalb westliche Moralisten so viel Zutrauen zu dieser Welt haben: Es ist eine Welt, die nach wie vor von westlichen Institutionen gelenkt wird.

Dass sich die angeblich globalisierte Welt im 21. Jahrhundert nicht nach unseren Vor- Stellungen verhält , ja im Gegenteil in neue Atavismen verfällt ( Burmas paranoide , abergläubische , ineffektive und korrupte Junta ) und Anachronismen ( Wiederaufleben des russischen Imperialismus ) , ist schwer hinzunehmen .

In einer ausgreifenden Polemik würdigt der in Kanada lebende Publizist und Buchautor Professor Kanbawza Win zwar die zurückliegenden Bemühungen der USA um Burma , konstatiert aber einen zunehmenden Grad an Unverständnis des Westens gegenüber den Verhältnissen in Asien und Afrika :

The fact that the West could not understand the geopolitical realities of Asia, now the largest economic region in the world — and adapt its policies accordingly, revealed that old assumptions and attitudes run very deep indeed. Burma has demonstrated was the limits of Western power, the need for the West to understand those limits. The second example is Zimbabwe.

Aber wo , wäre im Gegenzug zu fragen , gäbe es eine “westliche” Regierung , welche sich derzeit nicht nahezu ausschliesslich nach Massgabe ökonomischer und populistischer Opportunitäten verhielte ? - Realisiert man etwa HIER politisch jene Werte von Wahrheit , Freiheit , Gleichheit und Brüderlichkeit , welche man von den angenommenermassen ‘weniger demokratischen’ Staaten einfordert ?

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III. WAS GESCHAH AM 8. 8. 88 ?

BURMA uprising 8888

Doch zurück zu Burma und dem fatalen Datum des 8. 8. 1988 , das zwei eben publizierte Berichte wesentlich umfassender und im Kontext nachvollziehbarer referieren als dies im derzeitigen Wikipedia- Artikel geschieht . Da wir in|ad|ae|qu|at einer eher dokumentarischen Methode der Darstellung und ‘Datensicherung’ zuneigen , seien längere Passagen aus einem NZZ- Print- Artikel der Asien- Korrespondenten Manfred Rist zitiert sowie ein Teil aus dem umfassender Burma- Report des New Yorker , auf welchen wir auch später wieder und weiter zurückkommen .

_ III. 1. NZZ

Schicksalhafter Beginn der Opposition von Aung San Suu Kyi - Vor 20 Jahren schlug die burmesische Junta die Volksbewegung in Rangun blutig nieder ( Manfred Rist , NZZ print , 8. 8. 2008 )

Am 8. August 1988 sah das burmesische Militär, das Rangun seit Wochen kontrollierte, dem Aufmarsch der Bevölkerung tagsüber tatenlos zu. Aus allen Landesteilen, vor allem aber aus der Delta-Region, waren Tausende von Demonstranten in die Hauptstadt geströmt. Sie campierten auf den zahlreichen Grünflächen und versammelten sich regelmässig auf den breiten Hauptachsen, die ins Zentrum der Metropole führen. Bereits in den Tagen zuvor waren wegen des Zulaufs die Sule- und die Shwedagon-Pagode, traditionell die Zentren des Widerstands, abgeriegelt worden. Die unbeschwerte Zuversicht, dass man mit dem friedlichen Protest, der das ganze Land erfasst hatte, die Soldaten zum Stillhalten und die Militärregierung zum Abdanken zwingen könnte, schien grenzenlos. Symbolträchtig - um acht nach acht Uhr morgens - legten auch die Hafenarbeiter ihre Arbeit nieder und schlossen sich den Demonstrationszügen an.

Studenten als Anführer

Dass Burmas Weg in den Sozialismus, den der damals immer noch im Amt sitzende Diktator Ne Win nach einem Putsch 1962 eingeschlagen hatte, in eine Sackgasse führte, war längst klar: Ende 1987, als sich die meisten asiatischen Länder mit Riesenschritten industrialisierten, war Burma auf den Stand der am wenigsten entwickelten Nationen abgesunken und weitgehend von japanischer Entwicklungshilfe abhängig. Um der galoppierenden Inflation Einhalt zu gebieten, hatte die Regierung in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die Geldscheine im Wert von 75, 35 und 25 Kyat für ungültig erklärt. Wochen später wurden sie durch Noten ersetzt, deren Nominalwert sich durch neun teilen liess - die Lieblingszahl des Diktators. Wer damals Erspartes in bar besass, verlor dieses von einem Tag auf den anderen. Kleinere Demonstrationen gegen diese Art von Misswirtschaft und Willkür der Regierung fruchteten nichts. Schon Monate vor dem August 1988 wurden sie niedergeknüppelt; die Gefängnisse wurden gefüllt. Bei den Inhaftierten und Opfern handelte es sich meist um Studenten.

Zu den Merkmalen der burmesischen Sicherheitskräfte gehört, dass sie nicht ohne Vorwarnung schiessen. Bei Einsätzen werden auch immer Feuerwehrfahrzeuge mit Wasserwerfern aufgefahren. Nicht etwa um Leute zu vertreiben, sondern um Blutspuren zu entfernen. Das war auch am 8. August so: Als gegen Abend rund eine Million Menschen protestierten, den Rücktritt der Militärjunta und die Einsetzung einer Zivilregierung forderten, trat der Befehlshaber von Rangun, General Myo Nyunt, im Stadtzentrum vor die Menge und forderte sie auf, nach Hause zu gehen. Andernfalls werde geschossen. Da sich aber auch viele Mönche unter den Demonstranten befanden, schien dies vielen unwahrscheinlich. Die Drohung wurde ignoriert, man sang die Nationalhymne. Tatsächlich passierte stundenlang nichts.

Erst spät nach Einbruch der Nacht gerieten die Truppen in Bewegung und machten die Drohung des Kommandanten wahr. Die Dunkelheit verstärkte die Panik. Mit Maschinengewehren wurde auf die fliehenden Massen gefeuert. Stundenlang und bis tief in die Nacht dauerte das Gemetzel an Zivilisten und Mönchen. Die Toten wurden weggeschafft, Verletzten wurde die Hilfe verweigert, die Verhafteten wurden ohne Prozess eingekerkert. Selbst Spitalpersonal, das bei den Truppen um Nachsicht bat, wurde erschossen. Laut Schätzungen kamen in jener Nacht und in den Tagen danach mindestens 3000 Menschen ums Leben. Den schiessenden Truppen, die aus fernen Landesgegenden herbeigeschafft worden waren, war eingetrichtert worden, Kommunisten wollten die Kontrolle des Landes übernehmen. ( … )

BURMA uprising 8888

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_ III. 2 THE NEW YORKER

Letter from Rangoon : Drowning - Can the Burmese people rescue themselves ? ( George Packer , The New Yorker , 28. 8. 2008 )

In 1987, I backpacked through Burma on a one-week visa, the maximum time allowed. I had never seen a place so untouched by the West; even Pepsi was illegal. The country was ruled by General Ne Win, who had led the 1962 coup and subsequently imposed on Burma an isolation nearly as extreme and self-destructive as North Korea’s. He governed through force, paranoia, and superstition: a few weeks before my visit, Ne Win, advised by his astrologer that the number nine was auspicious, abolished all Burmese banknotes of twenty-five, thirty-five, and seventy-five kyats, replacing them with two new denominations—forty-five and ninety—that are divisible by nine and whose numerals add up to nine. Countless Burmese lost their life savings. Yet there were no major protests. In the ancient Buddhist city of Pagan, on the Upper Irrawaddy River, the manager of a guesthouse where I stayed quietly grumbled that the government didn’t care if its people were ruined. My guide around Rangoon invited me to lunch at his house and he made the same muted complaint. I left agreeing with a common observation about Burma: its people were, perhaps, too gentle to rebel.

The next year, after months of small student-led demonstrations and arrests, at eight minutes past eight o’clock on the morning of August 8, 1988—numerology also holds sway over the regime’s opponents—Burmese of all backgrounds took to the streets to protest the military dictatorship. As many as three thousand people were killed before the Army imposed order. Ne Win was replaced by a new group of generals, who named their junta the State Law and Order Restoration Council. The SLORC held elections in 1990; Aung San Suu Kyi’s opposition party won overwhelmingly, but the junta ignored the results and continued to rule as before.

Some things changed. In 1989, Burma became Myanmar and Rangoon became Yangon, and the junta is now called the State Peace and Development Council, led by Senior General Than Shwe. Luxury hotels have gone up in downtown Rangoon; there’s a new terminal at the airport; and, in Mandalay, Chinese-built shopping centers have replaced entire neighborhoods. Over the past few years—at an estimated cost thus far of four billion dollars, and with the use of forced child labor—the regime has constructed a new capital, Naypyidaw, in the hot flatlands in the country’s center. But since 1988, or even 1962, Burma has remained remarkably static, while its neighbors China, India, and Thailand have raced ahead.

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IV. WARUM IN BURMA KEIN WANDEL WIRD

Burma 8888 8808 CrackdownWarum , fragt sich der westliche Betrachter , scheitern die demokratischen Aufstände in Burma so regelmässig : Es gäbe ( wie im letzten Beitrag referiert ) hinreichend westliches Geld und Unterstützung , der Bevölkerung bei einem Aufstand gegen das lächerlich selbstbezogene und grausame Regime unter die Arme zu greifen . - Aber genau das sei es ja , argumentiert der Econmist in Beantwortung der Frage “So why did Myanmar’s revolutionaries fail ?” - Es sei just die atavistische Grausamkeit , mit welcher die Junta auf jedes Aufmucken reagiere , welche sich ( siehe China nach dem Tiananmen- Massaker ) tief in in die kollektive Erinnerung eingeprägt habe und jeden radikalen Aus- und Aufbruchsversuch a priori verhindere :

It was not for lack of courage or determination. Nobody knows how many died - 3.000 is a widely cited estimate that may well be understated—but long after it was clear the army would use lethal force, protesters braved the danger.

It was not for lack of popular support. Millions took to the streets in 1988 - more people than protested in Russia and its satellites. When Myanmar’s regime held an election less than two years later, the beleaguered opposition still won more than 60% of the votes.

Nor was it for lack of a charismatic, popular leader. Aung San Suu Kyi, daughter of Myanmar’s independence hero, emerged as just such a figurehead. In that role she was far more impressive than was, say, Corazon Aquino, the widow of a Philippine opposition leader, who emerged as the president who succeeded Ferdinand Marcos, the deposed dictator.

Nor was it for lack of international goodwill. For those few weeks in 1988, most of the world cheered the protesters on. The junta had friends, of course, as its successor does now, but none provided help that amounted to a lifeline.

No, the reason the revolution failed was simple: the army was prepared to kill as many people as it took to thwart it. ( … )

The sad truth is that the junta will survive as long as it and Myanmar’s people are confident that the army will do whatever it takes to protect its rule. Change is therefore more likely to stem from a split in the ranks of the army and junta than from the futile heroism of the huddled masses yearning to be free.

“They want us to smile, we have to smile” , zitiert George Pecker in seiner umfassenden Burma- Reportage im New Yorker einen burmesischen Abt : “They want us to cry, we have to cry. We are living with our body but with their soul.”

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V. LETTER FROM RANGOON

Burma 8888 8808 CrackdownFür seinem “Letter from Rangoon” hat der New Yorker- Reporter mit einer Vielzahl von Menschen gesprochen : Intellektuelle , Künstler , Mönche , Dissidenten , amerikanische Dipolomaten und Buchautoren kommen zu Wort , um eine Art ‘geistige Landkarte’ des Landes zu umreissen .

Dabei werden implizit viele Fragen beantwortet , welche uns seit der Beschäftigung mit Burma und seinem unglücklichen Geschick seit fast einem Jahr begleiten .

_ V.1. UNIVERSITÄT

Gibt es , haben wir uns gefragt , denn keine kritische Masse an den Universitäten ? - Zwar werden “students” in vielen Demonstrationsberichten erwähnt , doch nie deren intellektuellle Bildung bzw. konkrete akademische Ausbildung .

Im Interview mit einem jetzt 30jährigen Ex- Studenten , der durch den familiären Hintergrund und die Kindheitseindrücke anno ‘88 früh politisiert wurde , kommen die Studienbedingungen im Lande zur Sprache :

But by 1996, the year he enrolled, the university had almost ceased to exist. To prevent students from gathering in protest, the government repeatedly closed the main campus and began busing undergraduates to makeshift campuses outside the capital. The semester dwindled to ten days in the classroom, with assignments and exams handled through the mail. In order to maintain the illusion of a successful system, the government continued to pass large numbers of students, even though their base of knowledge was shrinking precipitately. Higher education in Burma, once the training ground of a skilled civil service, was destroyed.

Die Campus- Zonen wurden systematisch zerstreut , Bibliothek gab es keine , dann kam das Ende : Die Studierenden aller Semester wurden zu “Abschlussprüfungen” beordert , deren Alibi- Charakter allzu offensichtlich war . Der Student obstruierte sämtliche Tests und provozierte nach Kräften mit Anti- Regierungs- Aufsätzen anstelle des Gefragten .

Zwei Wochen später hatte er die Polizei im Haus , mit Schlägen wurde bei dieser “Vernehmung” nicht gespart . Insein , das berüchtigte Gefängnis , hiess die nächste Station . Und U- Haft bis zu einem “Gerichtsverfahren” , wo Studierende gruppenweise vorgeführt und - ohne jede Möglichkeit , das Wort zu ergreifen - abgeurteilt wurden . Der kaum Zwanzigjährige erhielt das Strafmass von 21 Jahren Zuchthaus , unbedingt : 7 für illegalen Druck , 7 für die Verteilung der so hergestellten Anti- Regierungs- Flyer und 7 für regierungsfeindliche Aktivitäten . Insein : das bedeutete Haft in totaler Isolierung , mangelhafte Ernährung , kein Tageslicht , kein Schreibmaterial , keinerlei Kommunikation .

Immerhin wurde - nach einer Überprüfung des Gefängnisses durch eine Kommission des IRC - ab 1999 die Lektüre gestattet . Zunächst beschränkt auf buddhistische Werke , wodurch unser Referent - wie viele Seinesgleichen - in jene aus Sicht des westlichen Pragmatismus ‘duldsame’ erscheinende Geisteshaltung fand , die ihre Energien eher auf den Ausgleich des ‘inneren Menschen’ richtet denn auf die Änderung äusserer Verhältnisse .

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_ V.2. BUDDHISMUS

Nicht wenige Kommentatoren erklären die Aus- Dauer der Machtverhältnisse durch den Theravada- Buddhismus , jener ältesten Schultradition des Buddhismus , welche auf die Ablösung des “Ichs” von den ( vergänglichen ) weltlichen Erscheinungen zielt .

Christina Fink, the author of ‘Living Silence : Burma Under Military Rule’, told me, “There are certain cultural practices that help maintain the regime. Burmese society is a hierarchical society, where obedience to authority is taught in the family, in religious institutions, in educational institutions.” Fink pointed out that education in Burma was based on rote memorization, and she had found that “if you ask Burmese students to paraphrase something they cannot do it”.

Konfrontationen und offene Konflikte werden vermieden . Es geht hier also nicht - wie im westlichen Paradigma - um die subjektive Originalität und Durchsetzungskraft des Individuums . Im Gegenteil .

Eine Lehrerin aus Rangoon kommentiert :

We can blame the religion, and we can blame the live-and-let-live attitude of the Burmese ( … ) . Even people like me, unless we go out of the country from time to time to refresh our minds, we become conditioned to the suppression. We are fearful without knowing we are fearful, and we are submissive without knowing we are submissive.

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_ V.3. READING GROUPS

Der inhaftierte Ex- Student sass indes nicht 21 jahre , sondern derer sechs . Nach seiner Entlassung suchte er umgehend die James Baldwin Library im American Center auf , wo sich - von einer auf der gegenüberliegenden Strassenseite angebrachten Video- Kamera überwacht - unzählige Lesezirkel und Weiterbildungsmöglichkeiten fanden .

The tradition of reading groups in Burma goes back to the nineteen-twenties, when the Burma Book Club was established by a British anthropologist named John S. Furnivall. Under Burma’s successive dictatorships, these clubs have met in secret, serving as forums for political discussion among groups of trusted friends. Ideas tend to reach Burma piecemeal twenty or thirty years after they’ve had their moment elsewhere. After the protests of 1988, intellectuals turned away from Marxism and embraced the existentialism of Camus and Sartre, Orwell’s anti-totalitarian fictions, and Kafka. Recently, fragments from Jacques Derrida and the post-structuralists have begun to be championed in Rangoon as the latest model for the dismantling of tyranny.

Hier singt der amerikanische Berichterstatter selbstredend ein Loblied auf diese Enklave des freien Wortes : Schüler , Studierende , Mönche habe er dort lesend angetroffen . Die Lesezirkel hätten auch dazu gedient , unter Umständen , welche die öffentliche Versammlung von mehr als fünf Personen verbieten , den Wissens- und Politisierungs- Transfer von der ‘Generation 88′ auf die Jüngeren zu fördern .

Allerdings seien die jüngeren Mitglieder 2007 fortgeblieben , nachdem sie oder ihre Lehrer von Geheimdienstleuten aufgesucht worden waren . Offenbar hatte man die Gruppen infiltriert . Nach den Septemberunruhen wurde auch diese Enklave getilgt .

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_ V.4. WARUM KEIN WANDEL ?

Burma 8888 8808 CrackdownAuch für den langjährigen Burma- Kenner George Pecker ist es “not clear why the junta has such an unshakable hold on power” . Es gäbe keinen Personenkult , der korrupt- autoritäre Kapitalismus unter Than Shwe habe das einstmals prosperierende Land heruntergewirtschaftet , eine Leitideologie gebe es nicht .

Einzig die Phrasen um die nationale Einheit , die es gegen interne und äussere Agenten der Instabilität zu verteidigen gelte , tönen aus offiziellen Kanälen . Pecker zitiert den Text eines in englischer Sprache gehaltenen Billboards :

People’s Desire: Oppose Those Relying on External Elements, Acting as Stooges, Holding Negative Views. Oppose Those Trying to Jeopardize Stability of the State and Progress of the Nation. Oppose Foreign Nations Interfering in Internal Affairs of the State. Crush All Internal and External Destructive Elements as the Common Enemy.

Als das Schild durch Zyklon ‘Nargis’ zu Boden ging , kümmerte es Keinen .

Pecker vermutet zwei Gründe für die relative Stabilität der unsäglichen Verhältnisse :

1. die Selbstbezüglichkeit des mit äussert geringen Machtmandaten ausgestatten Militärs :

Most of Burma’s top government posts are held by military officers, many of whom have a frighteningly weak grasp of governance. After a senior general went to Singapore and heard that all schools there had access to the Internet, he announced that Burmese schools would also be wired—never mind that most classrooms lacked books and paper. A Rangoon school was quickly fitted with computers and modems; the general visited, attended by the state media, and the next day everything was removed.

2. die Selbstbzüglichkeit der Regierungsclicque , die längst ohne Interdependenz mit dem Volk in ihrer Kunstwelt zu Naypyidaw ein zur abstrakten Idee reduziertes ‘Volk’ regiert . Pecker zitiert einen burmesischen Wirtschaftsfachmann , dessen Erklärung im plausibel erscheint :

Other regimes are interdependent with the people ( …. ) . Here the government isn’t dependent on the people, and the people aren’t dependent on the government. When there’s no electricity or water, you get it yourself.

“In other words” , resümiert der New Yorker - Reporter , “the regime has endured because it is not distracted by an effort to provide good government”.

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_ V.5. ROLLE DER USA

Burma 8888 8808 Crackdown

The only solution is for the U.S. to drop a bomb on Naypyidaw. That’s the only way ! Ninety per cent of Burmese would tell you the same thing.

Hier - nicht in zahnlosen Sanktionen - sehen die meisten Burmesen eine mögliche Hilfe durch die USA . Wirtschaftliche ( und damit ‘moralische’ ) Sanktionen , kommentiert ein westlicher Diplomat in Rangoon , seien völlig witzlos ,

The generals don’t care what the rest of the world thinks about them, because they don’t think about the rest of the world. What they care about is their financial and physical security.

Solange die Achse Indien - China - ASEAN funktioniere ( und dies hat sich im letzten Jahr mehrmals erwiesen ) - fänden die genräle hinreichend moralischen , rüstungstechnischen und wirtschaftlichen Support , um allen Erschütterungen zu trotzen .

Hier sind wir wieder beim hoffnungslosen Fall ” Simbabwe ” angelangt und bei den oben erwähnten “blinden Flecken” innerhalb des westlichen Missionierungsgedankens :

Burma is one of those countries, like Zimbabwe and Sudan, whose brutal rulers have successfully defied Washington and managed to make America seem impotent in its self-righteousness. The occupation of Iraq has been a boon to the Burmese generals. The idea, popular in the nineteen-nineties, that the world may intervene in countries whose governments show no regard for human life is now seen as reflecting Western arrogance; China’s approach of tolerating human-rights abuses in the name of stability and non-interference has become the standard. While the West stays out of Burma, Chinese businessmen are making huge investments in Mandalay, pulling the country’s economy toward the Chinese border. Rather than being a throwback to a more benighted age, Burma might be a picture of the geopolitical future.

In der “Asian Tribune ” fasst Nehginpao Kipgen amerikanische Burma- Politik während der achtjährigen Präsidentschaftt George W. Bush so kurz wie schmerzlich zusammen :

Regardless of what the differing views are, President Bush’s legacy in Burma’s democratic movement may be described in a single line as: ‘a policy too much emphasis on the sticks and too little on the carrots’. His approaches were sincere, but largely inefficacious.

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_ V.6. LAND OHNE MTTELSCHICHT , LAND OHNE POLITISCH AKTIVER ZIVILGESELLSCAFT

Die amerikanische Sanktions- und Isolationspolitik sei ebenso gescheitert wie die punktuellen Versuche , durch wirtschaftliche Investitionen im Umkreis Burmas einen ökonomischen Sog herzustellen . Beide Formen des Engagements liefen leiglich darauf hinaus , das Regime zu mästen , während das Land zunehmend darniederliege .

Kommentar einer lokalen Journalisten :

The regime here, unlike regimes elsewhere, is trying to prevent the formation of a middle class.

Nach Jahrzehten der Verhinderung einer öffentlich politisch agierenden Zivilgesellschaft sei an einen Wandel ohne Unterstützung durch das Militär nicht zu denken . Gleichwohl habe gerade der völlige Ausfall jeder Regierungshilffe nach den katastrophalen Schäden , welche Zyklon ‘Nargis’ hinterliess , eine pragmatische Form der Zivilgesellschaft offenbart . Während Regierungstruppen die Konvoys freiwilliger Helfer schikanierten , dem ‘World Food Program’ und den mit Hilfsgütern beladenen Kriegsschiffen aus Frankreich und Amerika absurde bürokratische Hindernisse in den Weg gelegt wurden , funktionierten einzig die informellen Netzwerke privat engagierter und organisierter Helfer :

Nothing was working except the artists’ associations, the small businesses, the hiking clubs, the student groups, and the networks of friends that are barely allowed to exist in Burma.

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VI . DER 8. 8. 2008

Burma 8888 8808 CrackdownNach einem reuters- Bericht soll am 8. 8. 2008 eine Gruppe von 45 Demonstranten mit “8888″- T-Shirts in Taunggok festgenommen worden sein . Zwei Klöster in Sittwe wurden gefilzt ( Narinjara ) . In Rangoon wurde der prominente Menschenrechtsaktivist Myint Aye infolge einer Hausdurchsuchung festgenommen ( The Straight Times ) .

Viele in Rangoon trugen - ungeachtet der einschüchternd aufgerüsteten Militärpräsenz ( Mizzima ) - demonstrativ schwarze Trauerkleidung zur Schau ( Irrawaddy ) . In kto htike’s englischem Exilblog bestätigt ein Burmese auch für den 8. 8. 2008 die prinzipielle ‘License to Kill ‘ des Militärs :

Soldiers, Polices and ‘Swan-Arr-Shin‘ thugs group were encouraged and instructed by authority that they can take any action to expel the pro-democracy activists by mean of any methods including beating, killing or mass arresting. Authority assures that there will be no action taken upon them. That means they can do whatever they like even if they suspect someone without proof. What is the meaning of Junta’s official name, ‘State Law and Order Restoration Council ‘ ? They are leading and encouraging the lawless terrorist groups to create the terror among the people.

Von Todesopfern infolge der Demonstrationen zur Erinnerung an “Burmas unlucky number ” ( International Herald Tribune ) wurde unseres Wissens bislang allerdings nichts bekannt .

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VII . BLOG 4 BURMA

Die dramatischen politschen Nachrichten zeitigt im Netzwerk BLOG 4 BURMA eine deutlich erhöhte Meldungsdichte . Selbstredend wird der 20. Jahrestag des 8. 8. 1988 mit einer Vielzahl von Postings bedacht : Kathy bringt ( in französischer Sprache ) eine Chronik der Proteste und Sanktionen , Birmaia libre ruft mit zwei Video- Clips die staatliche Gewalt in Erinnerung , adaequat hat ein Digest der Medien- und Agenturberichte zusammengestellt .

“Burma und China” lautet das zweite grosse Thema : Birma news united kontrastiert die schönen Worte und Gesten des Ehepaars Bush mit der zeitgleichen Inhaftierung des unter dem Künstlernamen Zarganar ( die Pinzette ) agierenden Regimekritikers . Wenig später wird sich der seit 29. Januar festgehaltene Blogger Nay Phone Latt unter dem Vorwurf mangelnden Staatsrespekts verhören lassen müssen ( Kathy ) .

Von der vitalen Unterstützung , welche die Junta durch China geniesst , handeln einige Wortmeldungen bei Kathy , ausfühlicher referiert Birmania libre die Rolle Chinas als Schutzmacht Burmas . Angesichts der Lieferung von 200 chinesischen Militärkraftwagen - Vorboten eines Kontingents von insgesamt 3.500 ! - sollten wir uns das eingangs gebrauchte Wort “vital” vielleicht doch noch einmal überlegen . Breaking News spricht den am Tag der Eröffnung der Olympischen Spiele erfolgten russischen Überfall auf Georgien an und knüpft damit einen weiteren Knoten in den roten Faden der geopolitischen Konflikte ( “Tibet ? Burma ? Darfur ? Simbabwe ?” ) .

Dass die mit Ibrahim Gambari erneut ins Land geeilte UNO alles wieder gut machen möge , glaubt inzwischen niemand ( mehr ) , offenbar nicht einmal mehr die unter Hausarrest gestellte Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi , welche einem Treffen mit Gambari entsagte ( Jonas M. Lanter ) . Kathy spricht gar von der “hypocrisie de l’ONU” . Birma news united beobachtet den mittlerweile vierten Besuch der Sonderemissärs : vollmunding angereist - “Leaving empty handed” . In einem zweiten Essay zum Thema werden die Hintergründe ausgeleuchtet , vom Timing über die Medienpräsenz bis hin zum Problem der galoppierenden Inflation des Kyat , welcher auch die Spendengelder für die Opfer des Zyklons ‘Nargis‘ in den Abgrund zu reissen droht .

Olivier ( Bloguer ou ne pas bloguer ? ) bringt , wie stets , getreulich seine Linklisten ; special feature : Burma- News aus der Facebook- Community .

All dies und mehr von Bloggern aus Deutschland , Frankreich , Spanien , der Schweiz , Österreich und aus der Perspektive eines Exil- Burmesen frei Haus gebündelt im praktischen RSS- Feed.

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LINKS

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