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LITERARISCHE BLOGS | poetologische positionen



||| WEBLITERATUR : EIN HYPE … | … UND SEINE FOLGEN | BLOGS , LITERARISCH | POETOLOGISCHE POSITIONEN | NON- EGO & ALLMÄHLICHE VERFERTIGUNG | PRAXIS ABSEITS DER INSTITUTIONEN | CHANCE TO CONNECT , ICH IN RELATION | MASSE UND MASSAGE | DISEMBODIED ONLY | LIVE-ACT MIT FRISCHEN IMPERATIVEN | SPIELMODELL “AUTONOMIE” IM “KÜNSTLICHEN PARADIES” | “WIR” - WO ANDERS ? | POETISCHER MOTOR WIEDER FLOTT | LINKS | KLANGAPPARAT

WEBLITERATUR : EIN HYPE …

Alciati Emblematum liber 1531 Mentem non formam plus pollereEs muss irgendwann gegen Ende der 80er Jahre und ergo mitten im Web 1.5 gewesen sein : Als “Globalisierung” noch kein Unwort war und infinite Informationsströme nicht Synonym für Attention Deficit Disorder . Die Nerds out there im bläulichen Licht ihrer Konsolen verstanden sich als Synapsen eines superhumanen Hirns . Das Global Village bot neben den gesellschaftlichen Utopien von Dezentralisierung und Partizipation , der Hoffnung auf die ( dann tatsächlich eingetretenen ) Flexibilisierung von Tages- , und Lebensläufen auch eine Menge Treibstoff für Theorie- strotzende Triebabfuhr . Noch war man nicht “Schwarmintelligenz” , sondern Elite , Bleifuss fest auf dem “Diskurs” . Schliesslich galt es , mit babylonischen Neologismen , entlehnten Epistemen und laufend aufdatierten Projektdesigns Kredit zu kriegen in den realen und symbolischen Ökonomien .

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… UND SEINE FOLGEN

Als das Web Zwei Null plötzlich schnöde für Jedermann da und Rainald Goetz’ “Abfall für Alle” gedruckt , gebunden und teils schon wieder beim Antiquar gelandet war : Wo sind sie geblieben , die Apologeten des Hyper- , Meta- , Ultra- und Infra- Literarischen , respektive : des exquisiten Kadavers einer genuinen Netz- Literatur ? - Projekte wie “PooL” sehen heute nachgerade archäologisch aus , Protagonisten des Hypertext- Hypes haben sich einträglicheren Geschäftsmodellen wie readme zugewandt . Geblieben sind praktikable Online- Anthologien wie lyrikline.org , lyrikwelt.de oder lyrikkritik , Serviceportale wie Bluetenleser und das zeitweilig belachte Marbacher Literaturportal . Geblieben sind die Online- Schaufenster von Frischtext- Print- Periodica . Geblieben sind aber auch Kollektiv- Text- und Tagebücher wie Nensch . Geblieben die in sich geschlossenen kommunizierenden Gefässe wie Forum der 13 oder der goldene fisch .

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BLOGS , LITERARISCH

Geblieben ist allerdings auch eine Fülle “literarischer” Weblogs : Meist Ego- Shooter , welche mit mehr oder weniger Ernst teils in in strengen Kammern oder auf den Registern eines “erweiterten” Literaturbegriffs spielen . Gilt den Einen das ICH als hyperbolischer Weltenspiegel , splittern sich Andere knirsched oder grinsend in Partialsubjekte auf : also ganz wie in der belletristischen Echtwelt . Unter solchen Umständen ist es praktisch , wenn sich notorische Mono- Publisher

  1. zu einem Netzwerk der unterschiedlichen Temperamente und Performanzen zusammen schliessen sowie
  2. sich und einander je eine Definition des individuellen Verständnissen “literarischen” Bloggens abnötigen .

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POETOLOGISCHE POSITIONEN

Alciati Emblematum liber 1531 Mentem non formam plus pollerePunkt eins wurde mit litblogs.net ins Leben gerufen . Und Punkt zwei liegt mit Ausgabe 5 der Zeitschrift spa_tien in gedruckter Form vor . Der jetzt fällige DISCLAIMER folgt promt : Wenn sich in|ad|ae|qu|at seit kurzem zu den Benetzten zählen darf , so geschah dies nicht aufgrund ästhetischer Präferenzen oder literarischer Sekten und Schulen . Entsprechend stiessen wir erst längst nach Redaktionsschluss des vorliegenden Heftes hinzu . Nicht zum Liebesdienst , nicht als Eigenwerbung taugen unsere kurzen Bemerkungen zur diskursiven Selbstdarstellung “literarischer” Blogger : Die Überprüfung manch vollmundiger Thesen anhand der tagtäglich ins Web fliessenden Texte sei dem p. t. Lesenden selbst vorbehalten . Wir nehmen es jetzt strikt alphabetisch .

Manche der Selbstaussagen zum eigenen Blog- Werken wurden ihrerseits in bewusst poetischer Desinvolture gehalten , dass diese sich einer diskursiven Paraphrasierung ( vulgo theoretischen Einordnung ) entziehen . In diesem Sinne mag sich der Leser der spa_tien selbst ein Bild machen von den immanenten Poetiken , wie sie Helmut Schulze für sein Blog PARALLALIE oder Andreas Louis Seyerlein zu AIRMAIL formulieren .

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NON- EGO & ALLMÄHLICHE VERFERTIGUNG

Alciati Emblematum liber 1531 Mentem non formam plus pollere HARTMUT ABENDSCHEIN ( *1969 ) ist - zusammen mit Markus A. Hediger ( *1969 ) - Begründer von litblogs.net sowie Herausgeber der “spa_tien - zeitschrift für literatur” . In den diskursiven Überlegungen zum Thema praktiziert Abendschein die auch für sein Blog TABERNA KRITIKA charakteristische Form des ( fiktiven ) Dialogs . Was , nebenbei bemerkt , weniger “literarisch” anmuten muss , als es auf den ersten Blick wirkt : Die Vorliebe deutscher “A- Blogger” , einander gegenseitig zu interviewen , kann mittlerweile als notorisch gelten . Abendschein indes markiert Abstand zum trügerischen ICH des “Webtagebuchs” - ebenso allerdings zu den “trackback”- Techniken des Community- und Authority- Building :

hören sie mir doch bitte damit auf ! als machte ein link ein weblog aus ! die ganze diskussion um links und kommentare und trackbacks, pingbacks undsoweiter. lächerlich. ( … ) aber fakt ist: ich schreibe. das können sie gar nicht wegdiskutieren. und ja: ich benutze da so ein system. ob ich da nun verlinke oder auch nicht. überhaupt: das lesen und schreiben. eine einzige verlinkung. da braucht man gar kein <a href=”"></a>zu setzen.nein. das macht der leser oder die leserin selbst.

Für den Autor bietet das Blog Raum für jene “kleinen formen”, welche sich sukzessive in- und miteinander “verschalten” . Das Blog also als Medium , dem Druck des “grossen Wurfs” zugunsten von “Materialklumpen” zu entkommen oder , nach Kleist : “Über die allmähliche Vernetzung des Schreibens mit dem Schreiben ” allmählich “Werk” zu werden .

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PRAXIS ABSEITS DER INSTITUTIONEN

Alciati Emblematum liber 1531 Mentem non formam plus pollereFür die in Wien lebende Juristin , Künstlerin und Autorin NEDA BEI ( * 1952 ) stellt die Usability des Weblogs zunächst eine pragmatische Form dar , “das schreiben [ zu ] retten” : Einerseits im Sinne einer “kleinen alternative zum grossen redaktionssystem einer statischen website” . Das “tröpfelnde verfassen neuer texte” vermag als Praxis und Ritual das “Weiterschreiben” eventuell sogar gegen die konkreten Anfechtungen des Echtlebens zu verteidigen . Auch gegen die Ein- und Auschlussmechanismen , Abhängig- und Gefälligkeiten des manifesten Literaturbetriebs :

werde ich nunmehr gefragt , ob ich noch schreibe , kann ich als kleinkapitänin auf mein logbuch verweisen.

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CHANCE TO CONNECT , ICH IN RELATION

Wie Abendschein interessiert sich auch MARKUS A. HEDIGER ( *1969 ) für die Diversifikationen und differenten Valenzen von Wort und Wert des ICH im Medium des Blogs ( HANGING LYDIA ) . Daher die - zunächst - virtuelle Kontaktaufnahme mit dem ICH- kargen Abendschein , daher aber auch die Faszination an der forcierten Fiktiv- ICH- Positionierung im Blog von MICHEAL PERKAMPUS . Hediger versteht sein eigenes Agieren als jeweils relatives - sei’s als Minimaldifferenz zur VernICHtigung eines Alter Ego , sei es in der offensiven Adoption eines künstlichen Schreib- ICHs im Rahmen des kapitelweise abwechselnd von HEDIGER und PERKAMPUS entstehenden Romans :

Seit einigen Monaten schreiben P. und ich an einem gemeinsamen Buch. Kapitel für Kapitel, abwechselnd jeweils, er eines, dann ich, dann wieder er. Wie kraftvoll P.-s Präsenz bis in dieses Projekt hineinwirkt , zeigt sich an den Kapiteln, die ich bisher schrieb: Da fallen die Grenzen, für mich bislang Unvorstellbares bricht in den Text hinein, es ist phantastisch.

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MASSE UND MASSAGE

Alciati Emblematum liber 1531 Mentem non formam plus pollereDass der Schriftsteller ALBAN NIKOLAI HERBST ( *1955 ) sein ICH durchaus autoritativ und im Sinne eines Ego- Branding setzt , ist jedem Besucher des Blogs DIE DSCHUNGEL.ANDERSWELT bekannt . Die emphatische ICH- , Werk- und Blog- Konzeption des Autors manifestiert sich unverholen in der Form seines “Beitrags” für die spa_tien- Anthologie : Herbsts “Thesen zu einer möglichen Poetologie des Weblog” erscheinen in Form eines 2005 gehaltenen Vortrags . Das Signal ist klar : Die Rede über das eigene Blog gilt dem Autor als hinreichend “wertig” , dass sich jede “Anpassung” bzw. Redaktion im Hinblick auf den Publikations- Kontext anno 2008 erübrigt .

Es ist hier @ in|ad|ae|qu|at nicht der Ort , die weit ausgreifenden Bögen einer auf - teils sehr diskutable Prämissen gestützten - Argumentation nachzuzeichnen . Nur einige Stichwörter : Das Blog beerbt die historischen Avantgarden im Zusammenspiel von Künstler und “Maschinisten” . Das sich im Blog technisch ( re ) produzierende Schreiben verliert die “Sakralität” der an der herkömmlichen Genieästhetik orientierten Literatur : “Das Internet aber ist, weil es profan ist - noch profan - geschichtslos” . Um diesen kalten und ahistorischen Leerraum mit Mythen , Märchen , Verheissungen zu möblieren , bedarf es des künstlerischen “Opfers” . Das Wort vom “Märtyrer” fällt und der Name der “Al Quaida ” ( ? ) .
Anders als der monadisch in seiner Klause vor dem leeren Blatt Papier eingekapselte Künstler driftet der literarische Weblogger in einem interaktiven ( “kybernetischen” ) Raum , wo durch Kommentare und Chats Momente von “Unmittelbarkeit” zustossen . Der literarische Blogger im Inter- Net schreibt in einer “Zwischenwelt” . Das Medium generiert und reflektiert das Kunstwerk mit ( siehe Kittlers “Aufschreibsysteme” plus Kritik ) .

Ich verstehe unter einem literarischen Weblog insofern nicht ein Weblog, das literarische Texte veröffentlicht, also Statthalter eines Printmediums im Netz ist, sondern eine Publikationsform, die sich selber zum poetischen Gegenstand macht, indem auch die sie basierende Technologie poetisiert und in die Gestaltung einbezogen wird: Sie ist ebenso Romanfigur wie jemand, über und/oder von dem erzählt wird. Dies schließt an eine der Grundbewegungen der ästhetischen Moderne an: Der Prozess der Entstehung wird selber zum Material des Kunstwerks.

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DISEMBODIED ONLY

Alciati Emblematum liber 1531 Mentem non formam plus pollereJÖRG MEYER ( *1964 ) gibt sich dekonstruktivistisch und attribuiert dem Blog- Text ( PÖDGYR ) einen selbst- und subjektgenerierenden Willen . Die laut- und sprachspielende Ironie sei nicht auzuschliesen , wenn es über eine “disembodied texture” heisst :

Nur im TEXT.ÜBER.DEN.TEXT entsteht also überhaupt die frage: was ist was ? muss nicht nur das out.ohr im text er-tauben, sondern auch der leser verschwinden im/aus dem text ? dann, erst dann, wäre NUR.NOCH.TEXT. das wäre UR.KNALL. bloß: aus dem ur.knall entsteht sofort wieder materie. erstmal strahlung, aber dann daraus gleich wieder KÖRPER. Die im/vom text artikulierte sehnsucht, im text zu verschwinden ist die sehnsucht eines körpers, der ja andererseits im text gar nicht sein kann, nur als figur. Text, der nur noch text ist (also die autonome asymptote überschritten), der nicht mehr gelesen zu werden braucht, ist dabei eine rein akademische frage ( … ) . was im text, hinter dem text, verschwinden will, ist der körper. Der körper des out.ohrs, dessen, der “sich” als ingenieur.voyeur beschaut, sich wundert usf. die alte sehnsucht, NUR NOCH GEIST zu sein.

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LIVE- ACT MIT FRISCHEN IMPERATIVEN

Alciati Emblematum liber 1531 Mentem non formam plus pollereDie 1963 in Teheran geborene Autorin SUDABEH MOHAFEZ verfügt über Romanerfahrung , orientiert sich für ihre ZEHN ZEILEN allerdings an den genuinen Darstellungs- und Rezeptionsbedingungen des Mediums “Blog” . Im Unterschied zum üblichen Publizieren via Lektorat , Satz , Marketing und einem Verlag als “Panzer” um Buch und Autor biete das literarische Bloggen einen “Live- Schreibact vom Feinsten” . Produktive Komponenten dabei sind :

Die betont rasche Niederschrift innerhalb einer Viertelstunde sei reizvoll als selbst gestellte Aufgabe , biete zudem eine Art kontinuierliches Schreibtraining . Auch der Fokus auf optimale optische Strukturierung ( “auf einen Blick” ) sei - im Unterschied zur Grossnarration - ein lohnender Mehrwert . Im Verzicht auf die unendliche Korrektur und Revision tritt das Moment der “Improvisation” zu Tage : Performanz mit direkter Resonanz . Schliesslich böten die Inspiration und Zitation von im Netz gefundenen “Fremdtexten” schöne Möglichkeiten für intertextuelles Spiel :

Ideen teilen, Zugänge schaffen und Lesens- und Sehenswertes voicen .

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SPIELMODELL “AUTONOMIE” IM “KÜNSTLICHEN PARADIES”

Alciati Emblematum liber 1531 Mentem non formam plus pollereDass dem Blog des Schriftstellers , Musikers und Schauspielers MICHAEL PERKAMPUS ( *1969 : P-’s VERANDA ) ein histrionisches Moment eignet , liegt auf der Hand . Kraftvoll plädiert der neue “Jedermann” für eine autonome Alternative zur Verwertungs- und “Geldmaschnine” der Verlage . Via Weblog komme Literatur ( “Lassen wir die Diskussion darüber, was Qualität bedeutet, einmal links liegen ” ) ohne die Zwischenfilter von Redaktoren , Lektoren direkt an die Leserin , den Leser . Welchen wiederum hinreichend Autonomie zugestanden wird , selbst über ihre Lektüren zu entscheiden :

Wenn also der Autor entscheidet, was er anbietet, dann entscheidet nicht zuletzt der Leser, was ihm gefällt und vertraut in erster Linie sich und dem Autor und nicht einem Verleger und einem Verlag. Beide, Leser und Autor, werden in diesem Zu stand der Freiheit völlig autark.

Ein weiteres Argument für das literarische Bloggen besteht für PERKAMPUS in der Offenlegung der oft noch provisorischen Form , in der Dokumentation des Schreibprozesses mit all seinen Stufen von Visionen und Revisionen . Dass diese ( nicht unbedingt mit “unmittelbar” gleichzusetzende , czz ) Öffnung seitens des Autors durchaus exhibitionistische Momente - und symmetrisch dazu beim Leser voyeuristische Freuden - aufweisen kann , mag zum Reiz des Spielmodells “literarisches Blog” durchaus beitragen : Pro domo et mundo gesprochen , wäre die Blogosphäre mit all ihrer Illusionistik , Ortlosigkeit und “Möglichkeitsform” ( Musil ) ein postmodernes “künstliches Paradies” .

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“WIR” - WO ANDERS ?

Alciati Emblematum liber 1531 Mentem non formam plus pollereBeim Text- und Bildblog LOGBUCH ISLA VOLANTE ist sicher nur , dass gar nichts sicher ist . Weder , ob das Autorenkürzel Rittiner & Gomez ( *1960 ) sich auf eine oder mehrere Autoren bezieht ( in der Fiktion des Blogs handelt es sich konsequent um ein “WIR” ) , noch , ob die virtuos ge- und bezeichneten Reisen Vision , Fiktion , Erinnerung oder Realitätsreste darstellen . Hier zielt das Begehren nach Autonomie nicht nur auf die literarischen Türhüter , sondern auch auf deren Kollegen im Kunstbetrieb , vulgo Ausstellungsmacher und Kuratoren .

Wir konnten also einerseits kontinuierlich an einem Projekt arbeiten und waren andererseits frei für Experimente und neue Wege. Durften uns an das Malen und Schreiben herantasten, ohne ständig den Launen und Spekulationen des Kunstmarktes ausgesetzt zu sein. Es sollte ein Logbuch sein und kein privates Tageb uch werden, also Aufzeichnungen einer - wenn auch nur virtuellen - Insel und des öffentlichen Lebens dieser Insel. Was uns auch faszinierte, war die Verbindung von zwei Handwerken, dem Schreiben, Zeichnen und Malen auf Papier und der digitalen Welt des Internets.

Als “Überraschung” und Anregung zu neuen Versuchsanordnungen stellten sich unverhoffte “Gastschreiber” ein , welche die ISLA VOLANTE- Phantasien auf ihre Weise fort spannen - umgekehrt allerdings auch die visuellen / visionären “Gastspiele” auf anderen Blogs . Dass ein derartiges Publizieren nicht lediglich Erweiterung des EGO , sondern durchaus als angewandtes Benchmarking der eigenen Arbeit verstanden werden kann , wird auf feine Art formuliert :

Die Arbeiten, die wir für andere Blogs realisierten, sind auf alle Fälle sehr lehrreich, da wir zwar ohne Wettbewerbsbedingungen arbeiten können, aber trotzdem erkennen, ob unsere Bilder auch in der neuen Umgebung Bestand haben. Zu guter Letzt hat ein Blog noch einen entscheidenden Vorteil gegenüber all den “realen ” Werken: ein Druck auf die Delete-Taste, und es ist für immer weg.

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POETISCHER MOTOR WIEDER FLOTT

Alciati Emblematum liber 1531 Mentem non formam plus pollereIn schöner Freimütigkeit gesteht der Autor und Journalist BENJAMIN STEIN ( *1970 ) die Überwindung einer lähmenden Lese- und Schreibkrise durch das Blogprojekt TURMSEGLERein :

Bevor ich aufgehört habe zu schreiben, habe ich aufgehört zu lesen. Wer nicht sprechen mag, hat keinen Verlust durch Schweigen. Nicht mehr zu lesen aber - zumindest was Dichtung betrifft - ist ein Verlust. Ich möchte wieder beginnen. Mit diesen Worten begann der erste Beitrag meines Weblogs TURMSEGLER. ( … ) Ich möchte wieder beginnen. So stand es da. Und das traf zu. Ich bezog es zunächst auf das Lesen. Aber dahinter steckte der Wunsch, mit der Dichtung auch als Sprechender wieder zu beginnen.

Entschieden gegen jede Anmutung der Unterstellung , ein literarisches Blog sei eine Form der Selbsthilfe , präsentiert STEIN seinen poetischen Neubeginn im spezifischen Modus und Medium des Blog als “poetischen Motor” :

Ich lese und schreibe und habe Vergnügen daran. Der poetische Motor schnurrt. Metronom und Stichwortgeber verrichten ihren Dienst hinter den Kulissen in einer Selbstverständlichkeit, die es vor dem Verstummen nie gab.

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LINKS ( BLOG TAGEBUCH , LITERARISCHE BLOGS )

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KLANGAPPARAT

Wie aus einem imaginären Marokko erklingen die stark Dub- lastigen Tunes , die das französsische Netlabel Fresh Poulp eben importiert : Die EP czz hörempfehlungFAKE MEDIA ( 014 ) ist gerade mal drei Tage alt und stellt die spanischen Brüder Raúl & Eduardo aka NORMAA als findige Kombinierer im Ausverkaufsladen namens “Weltmusik” vor . Eine assoziationsreiche wie erbauliche Lektion für unsere stets zu romantischen Konservativismen neigenden Ohren - CLICK TRACKS TO LISTEN : 01 . GazaHebron | 02. Otra Vez te Equivocas | 03. The Void Night | 04 . The Void Coliseum | 05. The Void Triumph

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Video- Backflash I / 07 : HERE COMES ANOTHER BUBBLE Version 1.1



[ = Gemeinplätze , Commonplaces der Blogosphäre 03 ]

||| 2.0 BLASE | CATCHY VIDEO | COPYRIGHT TRAP | GLOSSARY | KLANGAPPARAT | LINKS

2.0 BLASE
czz icon web2 04 buttonsScherz , Satire , tiefere Bedeutung und einen bemerkenswerten Pferdefuss : Das Jahr des endgültigen Mainstream- Overtakes von Web- 2.0- Dsipositiven zum vorgeblich grenzenlosen Mitmachen , Common- Creating , Uploading , Befriending , Mashing Up und Ego- Profiling via Facebook und studiVZ , MySpace und YouTube , Blogs , Tumblr und Twitter sorgte für erhebliche Breitenweirkungen , virale Filialen sowie einige handfeste Datenschutzzumutungen ( siehe Kritik an studiVZ & Facebook- Beacon ) . |||

CATCHY VIDEO
czz icon web2 04 buttonsSehr fröhlich hat dies die S. F.- Bay- Area ( wo sonst ?! )- A Capella Gruppe RICHTER SCALES mit ihrer Variation auf Billy Joels “We Didn’t Start the Fire” inszeniert , illustriert von einem ( was sonst ?! ) amüsierlichen Zitatvideo @ YouTube . “Catchy ” , kommentierte WIRED und verzeichnete am Folgetag der Video- Lancierung bereits 40.000 Views :

the video cheerfully covers the Web 2.0-craze in Silicon Valley. Starting with a great quote from Facebook investor Peter Thiel, the video whizzes through buzz words, catch phrases, hot tech blogs, and hilarious cut-and-pasted graphics. ( … ) The lyrics at the end of the video ask viewers to “blog it all” - who were we to resist ?

czz icon web2 04 buttons

 

In der Tat fasst das Video sehr nett die ( meist in Startup- Namen codierten ) Schlagworte und Permanentthemen des zurück liegenden Jahres zusammen und wer wäre in|ad|ae|qu|at , der ironischen Darstellung von gehypeten Gemeinplätzen und Diskurszumutungen keine virale Abflugrampe einzuräumen ? |||

COPYRIGHT TRAP
czz icon web2 04 buttonsDass auch eine derart pfiffige Creative Commons- Reflexion zum Phrasen- und Phantasie- State of the Art nicht vor den Fallstricken traditioneller Copyrights und Personenrechte gefeit ist , erweisen die Demarchen der Fotografin Lane Hartwell , welche mit Missvergnügen eigenes und unautorisiert ausgeborgtes Bildmaterial in dem Streifen wieder erkannte , und unter Berufung auf das digitale Copyright DMCA das Filmchen am 11. 12. aus dem Netz nehmen liess . So sieht das dann aus . Nach einigem Hin und Her von Sachverhaltsdarstellungen über Copyright bzw. Fair Use u. a. auf den Blogs sowohl von RICHTER SCALES als auch der Bildschöpferin , lenkten die animierten Sänger ein , überarbeiteten den Abspann und lancierten das revidierte hübsche Stück am 18. 12. als HERE COMES ANOTHER BUBBLE Version 1.1 .

THE RICHTER SCALES : HERE COMES ANOTHER BUBBLE Version 1.1 ( 2:45 )

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GLOSSARY
czz icon web2 04 buttonsHilfreich für Eins- Nuller und eher offline orientierte Zeitgenossen könnte die von in|ad|ae|qu|at auszuzgsweise zusammen gestellte Liste von Shots and Topics sein : Interview mit Facebook- Investor Peter Thiel , Web 2.0 company list , MIT -> Palo Alto , BusinessWeek Magazine on Digg , Fortune Magazine on MySpace , Time’s Person of the Year : YOU the User , Pizza , Telephone icon , Internal Server Error , Michael Moritz ( Venture Capitalist #1 - e. g. Google ) , John Doerr ( Venture Capitalist #2 , Google , Amazon , Friendster … ) , Steve Jobs ( Apple !!!! ) / Dan Lyons ( aka Fake Steve Jobs ) , TechCrunch blog , Facebook CEO Mark Zuckerberg , Stacks of cash , Money cake , Private yacht , Party jet , Twitter LOLcat , MySpace T-Shirt , Hatebook … |||

KLANGAPPARAT

Wie versprochen reichen wir in|ad|ae|qu|at finalemente DJ MITCHs ( aka Maurizio-Miceli ) ausschweifendes deepindub- EXES- Mix nach . Motto : The today’s society and its excesses , drugs and sex selfishness , where czz hörempfehlung we bring all this ignorance ? - Let us pause a moment and reflect… | 70 volle Minuten , am Jahresende auch manche 2.0- Blase in unseren persönlichen Agenden aufzustechen : CLICK TRACK TO LISTEN AND … REFLECT : EXES |||

LINKS

FURTHER READING

  • Onlinetrends 2007 : Deutschland netzwerkt . Auch die Deutschen gewöhnen sich ans Web 2.0 : Zu den größten Gewinnern des Online-Jahres gehörten Social Networking-Plattformen , fanden die Marktforscher von Nielsen Online heraus ( Ben Schwan , taz , 28. 12. )

     

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MASHUP | quergelesen : TechMech



||| Während die Movers & Shakers bereits ganz auf Semantic sind , beschwemmt die 2.0 Welle den Mainstream . “Absahnen und wie und was” überhaupt hiess es beim 2.0 Summit zu San Francisco . Über den Hype ums Mitmach-Web und den Big Deal der Social Networks berichtet heise . Details in der Technology Review. Einzel- Features zu den Aufführungen der - watch out now ! - www- grössten Holders and Molders gibt’s im GUARDIAN : Rupert Murdoch , Craig Venter , Mark Zuckerberg ( Facebook ) , Steve Ballmer ( MS ) , Meg Whitman ( eBay ) , eine Reihe von Tidbits obenauf , was so viel heisst wie “Leckerbissen” . Wer mag bei Ansicht dieser Welt- Macht- Namen nicht in Grübeln geraten darüber , ob auf diesem Level überhaupt noch Gagen bezahlt werden . Als Vertreter und Vorsprecher - wenn nicht gar Impersonator - einer global erfolgreichen Geschäftsidee : Ist man da kultiger Guru , Einfach- Bescheidwisser , nach Karatzahl bezahlter Konsulent oder Missionsreisender in eigenem Heil und seiner Idee ? |||

GRAPHICAL USER INTERFACE

icon Trashbin Susan Kare apple 1983fWäre es zum je zum Massenhaften Mitmachen gekommen , hätte es nicht das grafische LOOK AND FEEL- Interface von Apple gegeben mitsamt der berühmten Trashbin & Co ? - Im Jetzt- Netz kann man sich vor lauter Buttons und Icons und Pics und Widgets laum mehr retten . Jetzt explodieren rechtzeitig vor X- mas EZ GUI- Gifts in diesem Stil . Mehr und einige Design- Geschichte auf der Seite der Trashhbin- Erfinderin Susan Kare. |||

HOW TO

icon Trashbin Susan Kare apple 1983fWir hatten da eben einen Bericht aus dem gestirgne WIRED zitiert - eine gute Gelegenheit , endlich einmal auf dessen HOW TO WIKI- Department hinzuweisen , den ultimativen Gegen- Crash- Kurs für geschundene Zwei Nuller und selbstredend cum grano salis . Etwa : Make Friends at the Office Who Really Count , Lose Weight While You Work , Run a Corporate Blog , Become the Boss , Be a Whistle-Blower , Get Promoted , Get Fired , Get big on YouTube . Letzteres erwischt uns just im Tun . Mehr dazu später . Konkrete Lebenspraxis finden wir in|ad|ae|qu|at freilich in den Tipps zu Cheat on the Need to Sleep . Wir sind längst Micro- Sleep- Spezialisten und UBERMAN unser Mann , geht’s um die Lotrecht- Waagrecht- Balance- Bilanz . |||

BLOG : NIE ZU WENIG

icon Trashbin Susan Kare apple 1983fZitieren wollen wir hier aber doch noch die Fach- Sache Make Your Blog Popular , damit You know , what we mean , when we suppose “in|ad|ae|qu|at” being the MADE- TO- MEASURE- NAME for the blog you are about to read :

David L. Sifry, founder and CEO of Technorati, keeps tabs on more than 45 million weblogs. Here’s his advice for cracking his site’s Top 100 list.

  1. React quickly. Commentators like Andrew Sullivan and Michelle Malkin draw megatraffic with immediate rebuttals to A-list pundits at The New York Times and Fox News.
  2. Make your posts easy to read. Italian comic Beppe Grillo broke into the Top 10 by setting his key points in boldface.
  3. Link, link, link! It’s counter-intuitive, but the busiest blogs in Technorati’s index are those like Insta-Pundit.com that link prolifically to other sites. Linking works because most bloggers reciprocate by sending their readers your way.
  4. Optimize for search engines. Put the name of your blog (even if it’s just your own name) in the main URL and the title tag of your site. On Technorati, identify your blog with search topics, like “politics” or “sewing”
  5. Post, post, post! Chinese actress and director Xu Jinglei has the most popular blog on the planet. At first we thought it was a glitch in our system, but it turns out she’s a real-world celebrity who makes time to post almost every day. What’s your excuse ?

Hier übrigens noch einmal Sifri , und seine appearance @ web2.0 | SF . |||

BLOG : NICHT ZUVIEL

icon Trashbin Susan Kare apple 1983fAber noch einmal zur “erfolgreichen” Form und Dramaturgie des Bloggens . Denn was mag man nun wieder davon halten , wenn PR- Fachmann René Kriest deklariert , dass Zuviel Qualität jedem Blog schadet ?

Gelegentlich kann jedoch Qualität auch schädlich sein, dann nämlich, wenn es zuviel des Guten wird. Masshalten ist eine Kunst unter deren Ägide sich Qualität zur Meisterschaft entwickeln kann. Für Blogs gilt das Credo, masszuhalten zwischen anspruchsvollen Artikeln hoher Güte und kurzweiligen Einsprengslungen unterhaltsamer Art und Weise. ( … ) Wer jeden Tag Champagner vorgesetzt bekommt, wird dies irgendwann nicht mehr als Besonderheit empfinden. So verhält es sich auch mit Anspruch und Qualität.

Das lassen wir jetzt hier einfach mal in|ad|ae|qu|at stehen und still vor sich hin perlen . |||

WIE WISSEN ?

icon Trashbin Susan Kare apple 1983fDass die Suchmaschinen- Optimierung ( SEO ) zu den Basis- Features eines jeden Blogs gehört , wisse , dachte man , jedes Kind . Und es mag einem da schon ein wenig sonderbar dünken , wenn sich jetzt just die NETZZEITUNG - - Wie man sich selbst gut bei Google platziert - - volksbildnerisch betätigt , als wäre die Chose neu : “Suchmaschinen-Optimierung heisst das Zauberwort ” . Bezaubernd . Besser , man liest gleich die Quellen wie blognation Germany oder den Problogger , um über frische Dienste nicht erst via journalistischer Verklickerung zu wissen . Auch andernorts gibt’s direktere und bessere Infos etwa über SEO- Communities in User- Groups .

So wie TechCrunch muss man’s halt machen , Huffington berichtet von schön schwarzen Zahlen ( $240,000 per month in advertising ) des kultigen Blogs und Slahdot ist nun auch schon zehn Jahre alt und bereits Namensvater des sogenannten Slahdot- Effekts . Nun , unser Traffic ist glücklich nicht in diese Richtung explodiert , als uns Deutschlands dbc- Nummer 2 , Robert Basic verlinkte . Erinnert sei aber auch an das Modell Techmeme , das deklarierte Vorbild für den den deutschen Aggregator Rivva , dessen Betreiber Frank Westphal allerdings auch nicht gefeit ist vor gewissen Ernüchterungen . Seine Überlegungen zum sonderbaren Downgrade des Dienstes gewähren - ganz wie die Kommentare - einen guten Einblick in die Mechaniken des informellen Nach- Richtens . In die selbe Kerbe der Feststellung vergleichsweiser geringen Traffic- Ziffern bei Techmeme schlägt Guardian- Tech- Blogger Bobbie Johnson . Wer das Problem kennt , wird die plakative Agitation Why we all overestimate Techmeme’s influence als solche decodieren . |||

ZAHLEN , CHARTS

icon Trashbin Susan Kare apple 1983fDass die dbc | Deutschen Blogcharts , Manchen als fragwürdig gelten , ist bekannt , spätestens seit uns in|ad|ae|qu|ate Österreichbeschimpfung unterstellt wurde . dbc- Macher popkulturjunkie lässt trotzdem nicht locker und bastelt an weiteren Statistiken , diesmal : die meistabonnierten deutschen blogfeeds . Von den den Top 10 haben wir unsererseits interessehalber gerade mal einen ( 1 ) Feed im Abo : Insgesamt allerdings 217 . Im Moment mit “lediglich” 1.321 ungelesenen Meldungen .

Ja, die Statistik : Als Aufreger immergrün und mindestens so hitzig bespieen und hofiert die das ( Un ) Wesen der Preise und Awards . Ein paar Daten gefällig , am besten im Verschnitt von tau- echter Frischware und schon länger Eingerextem ? - Hier gilt : Nur die Masse macht’s , und die Montage . An einem Mittwoch wie diesem . Zum Beispiel die irgendwie abstrakte und als Tatsache dargereichte Meldung , dass ca. 880.000 deutschsprachige Internetnutzer ( Alter 14 bis 64 ) “gelegentlich in ihrem eigenen Weblog” schreiben und “340.000 regelmässig ” ( heise) . Stellen wir uns jetzt die Einwohnerschaft der Stadt Linz vor ? Und : Was würden uns diese Ziffern dann und weiters mitteilen ? - Irgendwas mit “Viel ?” - So , in diese Richtung . Egal . “Zahlen” gelten nun einmal wie “Namen” als Nachrichten . Journalistenregel Numero eins . |||

KARTIERUNG , TYPOLOGIE

icon Trashbin Susan Kare apple 1983fDas spiegelnd kess formulierte ThemaForscher kartieren das Web ( SpOn , 10 . 10. ) klingt natürlich süffiger als es die Knochenarbeit und die Ergebnisse eines akademischen Lebend- Checks von Millionen IP- Adressen wirklich war . Interessant bleiben allerdings die Fragen nach Sinn und Methode (ANT Censuses of the Internet Address Space ) , speziell allerdings das Making Of der Visualisierung : Plotting the Whole Internet . In München hat man derweil eine Typologie der 2.0- User- Gruppen , wie Wort ge|fecht berichtet :

Die Typologie unterscheidet zwischen (1) Typen mit sehr grosser Affinität zum Web 2.0 und grossem Kommunikationsbedürfnis, (2) Typen mit geringer Web 2.0 Affinität und geringem Kommunikationsbedürfnis und (3) Typen, die das Internet nur sporadisch nutzen. Diese drei Gruppen unterteilen sich wiederum in mehrere Typen. Bei den aktivsten Usern (1) sind dies die folgenden:

  • Die Sehnsüchtigen - Kontaktsuchende Mitläufer: Diese eher bescheidenen Menschen suchen harmonische Beziehungen auf Plattformen wie Single.de und in Video-Communities (10 Prozent aller Onliner).
  • Die Denkenden - Anspruchsvolle Strategen: Ehrgeizig und analytisch interessieren sie sich für Websites wie Bildblog und kommunizieren in Communities wie StudiVZ und Feierabend.de (7 Prozent).
  • Die Fühlenden - Emotionale Optimisten: Sie besuchen Empfehlungsplattformen, treffen sich am liebsten mit Freunden und gehen Shoppen, wo sie sehr intuitiv entscheiden (5 Prozent).
  • Die Freien - Konsumorientierte Individualisten: Gebildet und freiheitsliebend, konsumieren und geniessen sie gerne mit anderen und schätzen das mobile Internet (20 Prozent)

Für die mittelmässig aktiven (2) sind dies:

  • Die Relaxten - Schlichte Unterhaltungsorientierte: Unterhaltung und Entspannung treiben diese Typen an. Sie lassen sich auch im Internet eher treiben und haben dort keine bevorzugten Adressen (23 Prozent).
  • Die Getriebenen - Informierte Realisten: Sie stellen sehr hohe Ansprüche an sich und achten auf ihre Gesundheit.Soziale Online-Netzwerke sind zwar bekannt, sie tauschen sich aber nur selten darin aus (16 Prozent).

Die eher inaktiven Typen (3) schliesslich unterteilen sich in:

  • Die Ruhenden - Konservative Beobachter: Die älteste Gruppe unter den Onlinern weist kaum Affinität zu Communities auf.
  • “Die Ruhenden” zeichnen sich durch traditionelles Einkaufs- und Informationsverhalten auf und verfügen über das höchste Haushaltsnetto-Einkommen. (10 Prozent).
  • Die Skeptiker - Bodenständige Passanten: Sie verhalten sich klar und vernünftig, sind fair und objektiv, nutzen das Internet und seine Kommunikationsmöglichkeiten bisher aber kaum (9 Prozent) |||

KOPIERT

icon Trashbin Susan Kare apple 1983f Was haben nun aber wir in|ad|ae|qu|at hier gemacht , ausser den p. t. Werten Lesern einen kleinen Persönlichkeitstest anzubieten ? - Korrekt , wir haben zitiert .

Die von Michael Gisiger - allem Anschein und dem Ruf seines Blogs gemäss - sorgfältig ausbereiteten Daten haben wir hier kopiert und ein wenig umformatiert , statt selbst an die Quellen zu gehen und diese neu zu paraphrasieren . Im Web 2.0 darf man das , und ist seitens des Common Creative sogar willkommen : Gerne werden auch wir - wenn wir schon ein Thema in|ad|ae|qu|at from the scratch erarbeiten ( wie die gestrige Darstellung des Systems “BOBs” ) - zitiert , vorausgesetzt freilich ( und das ist , bitte sehr , unter dem Fragezeichen- Button ABOUT nachzulesen ) , man nennt uns , auf dass wir und unser Werk kenntlich seien . In diesem Sinne bleiben auch die Texte und Bilder des SALON LITTÉRAIRE urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht ohne Quellenangabe ( nota bene : auch der Bilder ) irgendwo hingeklebt werden . |||

FEED ME

icon Trashbin Susan Kare apple 1983fWenn wir uns eben des Wort|ge|fecht- lichen News- Aggregats bedient haben : Wie haben wir es gefunden ? - Korrekt : Via RSS- Feed- Abo . Auf diese Weise kann man in einem News- Reader die Titel und Abstracts der Meldungen aus - zig Nachrichtenquellen , Blogs , Newsletters , Zeitungen etc. durchsehen , ohne die einzenen Seiten , ihre Scripts und Bilder extra öffenen zu müssen . Für das Blog - siehe die oben angesprochenen Fälle Rivva und Techmeme - kann der massige Umstieg der User auf RSS natürlich massive Click- Zahl- Verluste bringen : RSS-Feed schlecht fürs Ranking , fasst Der bayrische SEOblogger die Sachlage sehr anschaulich zusammen .

Per RSS- glangt man freilich auch zu schnellem Content , den einfach herauszukopieren und als eigenen auszugeben nicht wenige Blogger zaudern . Marnem dokumentiert mehrfach und eindrucksvoll ausfühlich solche Urheberrechtsverletzung en .

Mithilfe eines Content- Management- Systems kann man das Bloggen sogar automatisieren , d.h. , die Infos gehen vom Aggregator ohne eigenes Dazutun in das Blog . Die zunehmende Anwendung solcher automatisierten Dienste führen - systemisch gesehen - zu einer ungeheuren Selbst- Reproduktion des Immergleichen und damit zur entsprechenden Unifirmität der Inhalte . An der Frage , ob dieses mechanische Reproduzieren Sinn des Bloggens sein soll , scheiden sich freilich die Geister - speziell derjenigen von Business- Blogern auf der einen Seite und den “privaten” auf der anderen . |||

THE “SOCIAL”

icon Trashbin Susan Kare apple 1983fIm Grunde genommen ist ja auch das Bloggen nicht mehr der rechte 2.0 Schrei . Mehr Geld und Power steckt in den Social Networks drin , welche … nun ja , dann - samt Daten - wieder einem Unternehmen gehören . Diesen Turn spricht Don Alphonso mit seinem Dkitum vom Viagra der Medienkonzerne treffend an . Auf seiner Seite kann man Einiges an Close- Reading zum deutschen SN StudiVZ nachholen .

Auf den Namens des ( neben MySpace ) dafür paradigmatischen Facebook anspielend , serviert der Econimist Face to interface einen praktischen Schnappschuss der Firmen , Fakten und Zahlen . Die NYT deklariert bereits eine eigene Facebook Generation . 47 Millionen active users im Oktober 2007 , 4 Mio. neue User / Monat , 150 Tausend neue User / Tag . Der englische Wiki- Artikel zu FB ist ausgreifend und benennt die Privacy- Probleme . |||

TOD OF HOMEPAGE

icon Trashbin Susan Kare apple 1983fDie eigene Seite mit Profil und Blog im Social Network , dem also gilt , wie man hört die Gunst der Stunde und nicht mehr der klassischen Webseite , im Volksmunde “Heimat | Home | Seite | page” . Olia Lialina widmet dem Verschwinden der Homepages einen nachgerade berührendes Feature ( TP ) . Als Teil 1 einer Reihe von Erkundungen im VOLSTÜMLICHEn WEB . “Wie” , lautet die Frage , “sieht das Web von heute aus, wenn es nicht mehr als Technologie der Zukunft gesehen wird, wenn es Teil unseres Lebens geworden ist, und voll ist mit Leuten, denen das Medium selbst ziemlich egal ist ?”

Homepages gibt es nicht mehr. Stattdessen gibt es andere Genres: Benutzerkonten, Profile, Journale, Kanäle, Blogs und individuell eingerichtete Startseiten.

Professionelle Webentwickler und -designer verachteten Homepages (und zwar persönliche Homepages) schon Mitte der 90er Jahre. 1998 formulierte Tim Berners-Lee in einem Interview für das W3J seine Einstellung zu privaten Homepages: Die Nutzer nennen diese Seiten zwar Homepage, aber eigentlich sind sie so etwas wie Gartenzwerge, die man sich in den Vorgarten stellt.

Nun , aber immerhin , so führen wir den Gedanken fort , waren diese Gartenzwerge persönlich ausgesucht und gestaltet , von eigener oder von gedungener Hand . Jetzt , im Zeitalter der SOCIAL NETWORKS , braucht es keine Gartenzwegfachleute mehr zum Formen , Bemalen , Glasieren und Brennen . Dafür gibt es leicht handhabbare Präfabrikate , welche sich der Laie leicht und ohne Ganzkörpereinsatz zu Eigen machen kann . Der Eintrag des eigenen Namens @ Wikipedia : Das sei , so reuters , the latest status symbol aka Gartenzwerg .

Gewonnen wird / wurde damit zweifellos der Vorteil der USABILITY . Und endlich sind wir nicht mehr Sklave unserer Webmaster . Was aber wurde , fragen wir ohne Nostalgie , dafür hingegeben ? - Schlicht und ergreifend lautet die Antwort : Verloren wurde Profil .

icon Trashbin Susan Kare apple 1983fWenig ist ästhetisch desillusionierender als die Millionen hässlicher MySpace- Masken , wenig erhellend auch die oft nur rudimentär modifiziereten THEMEN- PRESETS der WordPresser . Es ist , sagen wir’s klar heraus , genau jener oft nur subliminale Verlust an Nuancen , Erfahrungen und Wahrnehmungsweite , wie wir ihn täglich , stündlich und minütilich in den informationtionsreduzierten Formaten des JPEG und MP3 vor Augen und Ohren haben . Da haben wir jetzt in|ad|ae|qu|at ganz schön auf Kulturpessimismus gemacht , was ? - Im MASHUP der MONTAGE ist auch dieses Stilmittel billig .

Tja , die Musikzuspielung ist eben beim Formatieren verloren gegangen . lärm no radioWir nehmen das als GOttgewollt und vergessen die dem Zubereiten eines spanischen Minimalisten gewidmeten halben Stunde . - Es war eh die schwächste Release eines sonst sehr ansehnlichen