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Salon Littéraire | Michael Hammerschmid : stadtgedicht



Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text

Salon Littéraire | Michael Hammerschmid : stadtgedicht

 

Wien_Haustor_copyright_christiane_zintzen

 

die langsame stadt

die stadt ist so langsam. er ist müde von ihr.
sie ist nur mehr ein achter bezirk, immer noch,
vermischt mit den autoreifen vom stadtrand;
einem goldkettchen (goldkätchen).
er wird nie herauskommen.
die gebäude sind mächtig. wir sind ihre vasallen.
wir gehen zu ihren füßen, putzen ihre fassaden.
ohne sie wären wir nichts. wir sind so sehr wir
geworden, dass wir ganz alleine sind.
die uhren bräuchten wir nicht.
sie stehen in die laternen gegossen halt immer noch da
und gehen vor den vögeln im kreis.
wenn der wind nicht wäre, wären wir weniger böse,
weniger von hoffnung gestört. er folgt uns, als könnte
er jetzt alles verändern. wir sollten uns nicht
mit dem wetter beschäftigen. sagen wir uns.

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Michael Hammerschmid

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NEUES VON FREUNDEN



||| TÜRKISCH - ÖSTERREICHISCHE WECHSELREDE | LARS GUSTAFSSON - LEIBHAFTG | WORTWERFT - SCHALLDICHT | SPOKEN POETRY MAL ZWO | ANGELIKA KAUFMANN : REISE … NACH … | KLANGAPPARAT

Den sommerlichen Temperaturen entsprechend , kleiden sich unsere in|ad|ae|qu|aten Hinweise heute in nur minimalen Wortstoff . Bekanntlich ist es ja der dahinter- und darunterliegende Kunst- Körper , welcher zählt .

angelika_kaufmann_textzerlegung_copyright_angelika_kaufmann

( Angelika Kaufmann : textzerlegung )

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TÜRKISCH - ÖSTERREICHISCHE WECHSELREDE

czz-neuesvonfreundenEinen Vorgeschmack auf Formen und Fassonen experimenteller türkischer Literatur haben wir in|ad|ae|qu|at im sonntäglichen SALON LITTÈRAIRE mit Hayati Yildiz’ staunenswerten Übertragungen der leikalisch wie syntaktisch komplexen Poeme des 1968 geborenen Murat Üstübal gegeben . Selbiges gilt für die SALON- Vorstellung von Sara Heigls Übertragungen der konkreten | seriellen Fügungen Ömer Sismans ( Jahrgang 1980 ) .

Im Rahmen zweier von Erhan Altan und Thomas Eder geleiteten Workshops in Istanbul und Wien unter dem Titel “Experiment mit Tradition“ werden jeweils vier junge experimentelle Dichterinnen und Dichter aus Österreich und aus der Türkei zusammenkommen und über ihr Schreiben diskutieren . Die Begegnung soll einen Einblick in die Bedingungen der je anderen Schreibweisen und deren unterschiedlichen historischen und ästhetischen Voraussetzungen ermöglichen

Zum ersten Mal in der Geschichte der türkischsprachigen Poesie hat sich in den letzten Jahren eine experimentelle Dichtung herausgebildet , die sich in der Türkei erst etablieren muss . Demgegenüber kann und muss die Literatur in Österreich , spätestens seit den Arbeiten der Nachkriegsavantgarde , auf eine “Traditionslinie der Avantgarde“ zurückblicken .

Neben dem Wechselverhältnis zwischen experimentellen Schreibweisen in der jüngsten österreichischen und türkischen Literatur vermag solcherart die Beziehung der Dichterinnen und Dichter zu der eigenen Tradition erkundet werden .

Am Dienstag , 24. 6. , 19:00 Uhr präsentiert Das “Literarische Quartier Alte Schmiede” , Wien , in Fortsetzung des “Festival Europäischer Dichtungen” die Resultate des bilingual türkisch- österreichischen Dichter- und Übersetzerworkshop unter dem Titel : NEUE SPRACHARTISTIK - EXPERIMENT UND TRADITION .

Es lesen ( türkisch | deutsch ) :

Ann Cotten ( Berlin ) | Idil Kizoglu ( Istanbul ) | Petra Nachbaur ( Innsbruck ) | Mehmet Öztek ( Adana ) | Ömer Sisman ( Istanbul ) | Lisa Spalt ( Wien ) | Murat Üstübal ( Konya ) | Anja Utler ( Wien ) unter Mitwirkung der Übersetzerinnen und Übersetzer Erhan Altan , Sara Heigl , Burak Özyalçin und Hayati Yildiz .

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P. S .

Die türkische Version des Sprachen ( en ) - Experiments liegt bereits in bilingualer Buch- Fassung vor :

Altan Eder Experiment mit Tratition 2008GELENEKLE DENEY | EXPERIMENT MIT TRADITION - Haz | Hrsg.: Erhan Altan – Thomas Eder

Avusturya ve Türk þiirinden dörder genç þair 2008 yýlýnýn Mart ve Haziran aylarýnda Ýstanbul ve Viyana’da biraraya gelerek eserleri üzerinde tartýþtýlar. Þairlerin gelenekle deney konusu üzerine hazýrladýklarý metinler ve çevrilmiþ þiirleri bu buluþmaya temel oluþturdu. Almanca ve Türkçe olmak üzere iki dilde yayýmlanan bu kitap, genç Avusturya ve Türk deneysel þiirlerinin günümüzdeki durumu, spesifik iliþkileri ve özel perspektiflerine ýþýk tutmayý amaçlýyor.

Kitapta yer alan þairler: Ann Cotten, Ýdil Kýzýloðlu, Petra Nachbaur, Mehmet Öztek, Lisa Spalt, Ömer Þiþman, Anja Utler, Murat Üstübal. - Çeviriler: Erhan Altan, Sara Heigl, Burak Özyalçýn, Hayati Yýldýz.

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LARS GUSTAFSSON - LEIBHAFTG

Zwei Tage später ist am nämlichen Ort und zur nämlichen Zeit der grosse schwedische Dichter und zeitweilig etwas postmodernistische Romancier Lars Gustafsson in Persona zugegen , mit seiner Erzählug in Versen “Die Sonntage des amerikanischen Mädchens” ( Deutsch von Verena Reichel ) : Darf man etwas pathetisch von einer kleinen Sensation sprechen ?

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WORTWERFT - SCHALLDICHT

czz-neuesvonfreundenVon unserem SALON- Gast Maria Seisenbacher erhalten wir die Einladug zu einem ( selbstverständlich appetitanregenden ) Zeit- Schriften - Service : Als Mitbegründerin und Redakteurin der Literaturzeitschrift KEINE DELIKATESSEN beehrt sie sich , die nun schon elfte Ausgabe des Periodikums - sinnig dem Titelthema “HUNGER” gewidmet” - zu präsentieren . Die Präsentation geht Freitag , 27. Juni ab 20 Uhr im Subterrarium ( 1170 Wien , Jörgerstr. 23 | Kellereingang !!! ) über die Bühne .

Als “Special Guests” tritt die Truppe SCHALLDICHT ( MySpace ) auf den Plan : Wie die WORTWERT interdisziplinär in Sachen Literatur , streben die fünf Musiker ihrerseits nach fachübergreifender Text- Ton - Manipulation . Mitgebracht haben sie ihre neue CD , welche als klangliche Atmosphärenbeilage dem KEINE DELIKATESSEN- Heft beigelegt wird .

WORTWERT sozusagen “pur” gibt es dann am Samstag , 28. Juni im fernen ( ? ) Wiener Neustadt und zwar 18:00 Uhr im Innenhof Bücher Hikade in Wr. Neustadt . 2700 Wiener Neustadt , Herzog-Leopold-Strasse 23 ( 02622 - 21 505 )

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SPOKEN POETRY MAL ZWO

czz-neuesvonfreundenDer vor kurzem im SALON mit den Schwierigkeiten des Erwachens kämpfende Spoken- Poetry -Poeten Markus Köhle beehrt die Wienerstadt dieser Tage gleich mit zwei dicht aufeinander fogenden Performances : Heute geht unter Moderation des bewährten Schikaneder- “Dogma . Chronik . Arschtritt“- Teams Markus Köhle & Mieze Medusa das D- Ö- CH- trinationale GRAND SLAM- Finale über die Bühne des Wiener Metropol : Zwölf Maulhelden der heftigen Poesie im witzigen Wettstreit : Wo bekommt man soviel energetische Leistung um lumpige zehn Euro ? - Metropol , 1170 Wien , Hernalser Hauptstraße 55 , 20 Uhr .

Tags darauf ist Meister Köehle wieder am Wort : Mittwoch , 25. 6. tritt er zusammen mit Jaromir Konecny im Rahmen eines Slam Poetry- Abends der Kunstmeile am Karlsplatz auf : Seebühne , 19:00 Uhr .

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ANGELIKA KAUFMANN : REISE … NACH …

czz-neuesvonfreundenDer kleine Raum von “Splitter Art” in der malerischen Salvatorgasse bietet zwar nicht notwendig eine Hitze- Exil Kühle , dafür das kühl konzentrierte , teils abstrakte , teils an allerlei Aufschreibsystemen orientierte Werk der subtilen Künstlerin Angelika Kaufmann : “REISE … NACH …” bezieht sich vordergründig auf ein Zeichen- Tagebuch einer dreiwöchigen Reise durch den Jemen . In seiner Doppeldeutigkeit reflektiert der Titel selbstredend auch den alten Topos der Reiseliteratur mit - dass wir uns auf fremden Wegen stets auf den Spuren früherer Pioniere , Abenteurer und Traveller bewegen : Nach- Reisende also im wörtlichen Sinn . Splitter Art , 1010 Wien , Salvatorgasse 10 | Fischerstiege 2 - 7., montags bis freitags 11 bis 13 Uhr sowie zwischen 15 und 17 Uhr . Selbstverständlich auch nach Vereinbarung ! ( 0664 - 40 30 172 )

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KLANGAPPARAT

Kühle Klänge Eines , den wir hier in|ad|ae|qu|at kaum mehr vorzustellen brauchen ( eins , zwei, drei ) : Norman Fairbanks bringt seine neue EP czz-hoerempfehlungnicht mehr lediglich im Selbstverlag , sondern wird freundlich auch vom Netlabel pentagonik vorgestellt: Living near the Valley hält sich weiter an sein Tenori- On , um uns diesmal kühle wie coole Soundbrisen zuzufächeln : Living Near The Valley . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. Passing and Posing | 02. Upper Class | 03. Your Glossy Flesh | 04. Fake City |||

Bloomsday - deine Kuh | Trübsal melktest du …



||| 16. 6. : Bloomsday Numero 104 .

ulysses_james_joyce_first_edition_1922Statt Dubliner Örtlichkeiten oder gelahrter Phrasen ein schierer Sprachgang ins Reich des Gebärens von Leben und Lesen , vulgo der Parallelführung von Embryonalentwicklung und der Formung der englischen Literatur . James Joyce als behender Zungenredner in Dingen kopulativer Prokreation . Aleatorisch aufgeschlagen das durch die Ziffern “1″ und “4″ indizierte Kapitel . Zitatenschlüssel  @ robotwisdom.com .

Ulysses” , XIV. , akaRinder des Helios” | “Oxen of the Sun” , gruppiert um die leicht variierte Nietzsche- Stelle aus “Also sprach Zarathustra ” ( “Von den Freuden- und Leidenschaften” ) :

Einst hattest du Leidenschaften und nanntest sie böse. Aber jetzt hast du nur noch deine Tugenden: die wuchsen aus deinen Leidenschaften.

Du legtest dein höchstes Ziel diesen Leidenschaften ans Herz: da wurden sie deine Tugenden und Freudenschaften.

Und ob du aus dem Geschlechte der Jähzornigen wärest oder aus dem der Wollüstigen oder der Glaubens-Wütigen oder der Rachsüchtigen:

Am Ende wurden alle deine Leidenschaften zu Tugenden und alle deine Teufel zu Engeln.

Einst hattest du wilde Hunde in deinem Keller: aber am Ende verwandelten sie sich zu Vögeln und lieblichen Sängerinnen.

Aus deinen Giften brautest du dir deinen Balsam; deine Kuh Trübsal melktest du – nun trinkst du die süße Milch ihres Euters.

Und nichts Böses wächst mehr fürderhin aus dir, es sei denn das Böse, das aus dem Kampfe deiner Tugenden wächst.

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ulysses_james_joyce_first_edition_1922The air without is impregnated with raindew moisture, life essence celestial, glistering on Dublin stone there under starshiny coelum. God’s air, the Allfather’s air, scintillant circumambient cessile air. Breathe it deep into thee. By heaven, Theodore Purefoy, thou hast done a doughty deed and no botch! Thou art, I vow, the remarkablest progenitor barring none in this chaffering allincluding most farraginous chronicle. Astounding! In her lay a Godframed Godgiven preformed possibility which thou hast fructified with thy modicum of man’s work. Cleave to her! Serve! Toil on, labour like a very bandog and let scholarment and all Malthusiasts go hang. Thou art all their daddies, Theodore. Art drooping under thy load, bemoiled with butcher’s bills at home and ingots (not thine!) in the countinghouse? Head up! For every newbegotten thou shalt gather thy homer of ripe wheat. See, thy fleece is drenched. Dost envy Darby Dullman there with his Joan? A canting jay and a rheumeyed curdog is all their progeny. Pshaw, I tell thee! He is a mule, a dead gasteropod, without vim or stamina, not worth a cracked kreutzer. Copulation without population! No, say I! Herod’s slaughter of the innocents were the truer name. Vegetables, forsooth, and sterile cohabitation! Give her beefsteaks, red, raw, bleeding! She is a hoary pandemonium of ills, enlarged glands, mumps, quinsy, bunions, hayfever, bedsores, ringworm, floating kidney, Derbyshire neck, warts, bilious attacks, gallstones, cold feet, varicose veins. A truce to threnes and trentals and jeremies and all such congenital defunctive music! Twenty years of it, regret them not. With thee it was not as with many that will and would and wait and never do. Thou sawest thy America, thy lifetask, and didst charge to cover like the transpontine bison. How saith Zarathustra? Deine Kuh Trübsal melkest Du. Nun trinkst Du die süsse Milch des Euters. See! It displodes for thee in abundance. Drink, man, an udderful! Mother’s milk, Purefoy, the milk of human kin, milk too of those burgeoning stars overhead, rutilant in thin rainvapour, punch milk, such as those rioters will quaff in their guzzlingden, milk of madness, the honeymilk of Canaan’s land. Thy cow’s dug was tough, what? Ay, but her milk is hot and sweet and fattening. No dollop this but thick rich bonnyclaber. To her, old patriarch! Pap! Per deam Partulam et Pertundam nunc est bibendum!

( Penguin 1992 , 554f )

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Nach Hans Wollschläger :

ulysses_james_joyce_first_edition_1922Die Luft draußen ist geschwängert von regentauiger Feuchte, celester Lebensessenz, glitzernd auf Dubliner Stein dort unter sternschimmerndem coelum. Gottes Luft, des Allvaters Luft, funkensprühende umhüllende nachgiebliche Luft. Atme sie tief in dich hinein. Beim Himmel, Theodore Purefoy, du hast eine tapfere Tat getan und keine Pfuscherarbeit! Du bist, das schwöre ich feierlich, der denkwürdigste Progenitor, keinen ausgenommen, in dieser geschwätzigen, allumfassenden mischmaschigen Chronik. Erstaunlich! In ihr, deinem Weibe, lag eine Gottgeformte, Gottgegebene, vorgestaltete Möglichkeit, welche du befruchtet hast durch dein Weniges von Männerwerk. Hange nur treu an ihr! Diene! Mühe dich weiter, placke dich ab wie ein veritabler Kettenhund und laß die Gelehrsamkeit und alle Malthusiasten zum Henker gehen. Du bist ihrer aller Papa, Theodore. Brichst du zusammen unter deiner Last, da dich die Metzgerrechnungen plagen zu Hause und die Goldbarren (nicht deine!) liegen im Kontor? Kopf hoch! Für jedes Neugezeugte sollst du deinen Chomer reifen Weizens ernten. Sieh, dein Vlies ist betaut. Beneidest du Darby Dullman dort mit seiner Joan? Ein schwatzender Häher und ein triefäugiger Köter sind all ihre Nachkommenschaft. Pah, laß dir sagen! Er ist ein Maulesel, ein toter Bauchfüßler, ohne Kraft und Ausdauer, keinen lumpigen Kreuzer wert. Kopulation ohne Population! Nein, sag ich! Herodes’ Kindermord wäre der richtigere Name. Vegetabilien, fürwahr, und sterile Kohabitation! Gib ihr Beefsteaks, rot, roh, blutend! Sie ist ein altersgraues Pandämonium von Krankheiten, vergrößerte Drüsen, Mumps, Halsbräune, Fußballenentzündung, Heufieber, Liegewundstellen, Hautschwamm, Wanderniere, Derbyshire-Hals, Warzen, Gallenfieberanfälle, Gallensteine, kalte Füße, Krampfadern. Ach hör mir schon auf mit den Klageliedern und Dreißig Seelenmessen und Jeremiaden und der ganzen kongenitalen Totenmusik. Zwanzig Jahre davon, weine ihnnen nicht nach. Bei dir war es nicht so wie bei vielen, die wollten und wohl auch würden und warten und tun’s doch nie. Du sahest dein Amerika, deine Lebensaufgabe und legtest dich ins Zeug als Bespringer wie der transpontinische Bison. Wie spricht Zarathustra? Deine Kuh in Trübsal melkest Du. Nun trinkst Du die süße Milch des Euters. Sieh! Sie bricht hervor für dich im Überfluß. Trink, Mann, einen Euter voll. Muttermilch, Purefoy, die Milch des Menschenstammes, Milch auch der sprießenden Sterne droben, rotglühend in dünnem Regendunst, Punschmilch, wie sie die Aufrührer saufen bei ihren Zechgelagen, Milch des Wahnsinns, die Honigmilch vom Lande Kanaan. Deiner Kuh Zitze war zähe, was? Ja, aber ihre Milch ist heiß und süß und fettmachend. Kein bloßes Geklump, sondern dicke reiche Buttermilch. Auf ihr Wohl denn, alter Patriarch! Pepp! Per deam Partulam et Pertundam nunc est bibendum!

( Suhrkamp 1991 , 595f )

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KLANGAPPARAT

Der betreffliche Klangapparat war bereits gestern on air ( “Spielräume” , czz-hoerempfehlung15. 6. , Ö1 ) , doch lassen sich “Spuren von James Joyces Leben und Werk in der Folk-, Jazz-, Pop- und Rockmusik” unter Beiziehung der Diskographie auf Andreas Weigels Heimseite ( nahezu ) mühelos aus den Beständen des häuslichen Musikschranks rekonstruieren : Kommentierte und erläuterte Fassung . Literaturhinweise ! |||

radio | on air on line on site



||| Time for some Sunday Late Night Art Radio Show Propaganda :

LITERATUR ALS RADIOKUNST / Summer Edition , ORF_1_ Kunstradio , Sunday , 1. 6. 2008 , 11.03 pm - 11.45 pm [ via UKW , via live- stream Oe1 , webcast KUNSTRADIO , Dolby Digital Surround ( 5.1. ) via OE1DD ]

ÜBERSETZUNG - ÜBERTRAGUNG

czz icon kunst radio brunDem dem fundamentalen Thema der Übertragung eines geschriebenen Textes ins auditive Medium wenden sowohl die namhafte deutsche Lyrikerin MONIKA RINCK als auch der bislang als der in Wien lebende ( Hörspiel- ) Autor und Literaturwissenschafter MICHAEL HAMMERSCHMID zu . Beide , die Dichterin und Literaturwissenschafter , haben bisher an anspruchsvollen Übersetzungen gerabeitet .

In der Literatur gebraucht man dafür allerdings eher das Wort von der “literarischen Übertragung” , wobei wir bereits mitten im Thema sind . Nämlich : Wie kann ich einen auf Papier nieder geschrieben Text adaequat ins akustische Medium übertragen ? - Wie kriege ich die Vieldeutigkeit der poetischen Rede gleichsam ins Radio hinein und wie wirkt sich dies wiederum auf die Hörenden dort draussen aus ? |||

AM APPARAT

Zunächst aber zitieren wir MONIKA RINCK , die sich am Telefon meldet und dabei die leicht antiquierte Formal “Am Apparat - ” gebraucht . Es gibt , erklärt die 1969 Geborene , heute in Berlin lebende und eben mit dem Heimrad- Bächer- Förerungspreis ausgezeichnete Dichterin , keinen Ausweg aus der universalen Apparatur .

Sei es der Telefonapparat , sei es der von Freud beschriebene psychische Apparat , sei es der Staatsapparat : Allesamt sind diese Apparate quasi “Maschinen” , die etwas prozessieren , verändern , weiterleiten , umleiten . Und das gilt für den Radio- Apparat nicht weniger als für den Entsafter , neben dem das Küchenradio steht , aus welchem einsame Stimmen in’s traute Heim sickern . |||

BLACK BOX & GEISTERSTIMMEN

czz icon kunst radio brunNicht zuletzt ist eben auch der Sprech- Akt eine Art von Apparat und nie können wir wissen , ob bei unserem Gegenüber auch tatsächlich herauskommt , was wir an Gefühlen und Wünschen in diese “black box” hineingelegt haben . Um diese Missverstädnisse, Fehlinterpretationen und Projektionen zu illustrieren , hat MONIKA RINCK den Telefonapparat als Metapher gewählt . Beziehungsweise das Handy , welches ubiquitär unseren ambulanten Alltag prägt : Was geschieht , fragt sie , mit all diesen nie angenommen oder unterbrochenen Gesprächen : sind sie es , die sich als Geisterstimmen per Radioapparat endlich Gehör und Erlösung verschaffen ? |||

IDEAL IM INNEREN OHR

Mit dem Übertragen von Schrift in Klang hat der 1972 geborene Literaturwissenschafter , Übersetzer und Hörspielautor MICHAEL HAMMERSCHMID bereits vielerlei Erfahrungen gesammelt . Vier Hörspiele wurden vom ORF aus Hammerschmids Textenvorlagen realisiert , dazu kamen zwei “freie” Produktionen . Und es ist ihm wie ( fast ) jedem Hörspielautor gegangen : Das , was schliesslich aus dem Radio drang , klang ganz anders als er es beim Schreiben dem Inneren Ohr vorschwebte . - Grund genug , es selbst auszuprobieren . Und zwar in Eigenregie . Und mit der eigenen Stimme . Denn auch diese ist ja ein eigensinniger Apparat , welcher sich nicht immer unserem Wollen und Wünschen fügt . |||

PREKÄRES PENDELN : PERSONEN & GENRES

czz icon kunst radio brunIm Experimentieren , im Entdecken und Wieder- Verwerfen fand sich schliesslich der richtige Ton , die geeignete Form , um sich sensibel anzunähern an das prekäre Setting von Hammerschmids Text : Ein minmaler Dialog pendelt sachte zwischen zwei Figuren , die recht eigentlich auch zwei Teil- Ichs einer einzigen Person sein könnten .

Mal keck und schlagfertig , dann wieder lyrisch oder gar in Form kleiner monologischer Essays : Mit Absicht bleibt es unentschieden , Wer es ist , der da eben spricht . Es ist just diese minimale Textur , gewebt aus diskret differenten Gepsrächsresten und -Themen , um welche es MICHAEL HAMMERSCHMID in seinem Hör- STÜCK geht : “ENDE GUT , ALLES GUT” ist eben dezidiert “Kein Hörspiel” .

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KLANGAPPARAT

Auf polymorphe Sound- Explorationen vorbereiten sollte sich wohl , wer sich in die “Regional” Zone des Sound Designers Tinitus aka Andres Nudelman ( Montevideo ) begibt . Versponnene melodische Fäden nähen czz hörempfehlungsich durch pastose Flächen und irgend wie weiss man nicht , wem das so entstehende Klangmäntelchen letztlich passen wird : Wir plädieren für’s Bucklicht Männlein” im Benjamin’schen Sinn . Fragil und Atari- kindlich , vermag es doch recht herrisch mit dem Taktfuss zu stampfen , wobei allerdings manches Krüglein überkommener Songformen und musikalischer Erzählverläufe zu Bruche geht . Echt eigen , was das Netlabel Phonocake da serviert . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. El beat de la contemplacion , el mate ( 4:00 ) | 02. Sushi de Pollo ( Chicken Sushi ) ( 3:35 ) | 03. Atardecer y enderezar ( 4:12 ) | 04. Ping Pong Andino ( 4:05 ) | 05. Astronautines ( to Ardilla Cereza ) (5:11 ) | 06. Quelonio ! ( 2:30 ) |||

NEUES VON FREUNDEN



||| HEIMRAD- BÄCKER- PREIS : NAMENTLICH DAMENSACHE | NEUES ZU NEURATH | MULTISPOT- MITTWOCH : 3 LESUNGEN | FESTIVAL EUROPÄISCHER DICHTUNGEN | KULTURWISSENSCHAFT : VOM ENDE DER SPRACHE … | … ODER : WISSEN-SCHAFFT-FRAGEN | KLANGAPPARAT

Neurath After Neurath exhibition STROOM 2008 poster

HEIMRAD- BÄCKER- PREIS : NAMENTLICH DAMENSACHE

czz neues von freundenWenn ein exzellent beleumundeter Preis für eine abseits des Hauptstroms ( “Men- Stream” ) navigierende Poesie zum ersten Mal an drei Ladies geht , kommt dies schon einer kleinen Kulturrevolution gleich : Zweifellos ist es dem engagierten Einsatz der als Co- Jurorin agierenden Preisträgerin des Vorjahrs , Elfriede Gerstl , zu danken , wenn der Heimrad- Bäcker- Preis anno 2008 unter femininen Vorzeichen steht : Der “Hauptpreis” wurde Waltraud Seidlhofer zuerkannt , die beiden Förderpreise gehen an zwei ( im in|ad|ae|qu|ten “Salon Littéraire” bestens eingeführte ) Autorinnen der jüngeren Generation : Monika Rinck und Lisa Spalt -

Die Preisübergabe wird am 2. Juni über die Bühne des Linzer Stifterhauses gehen . Bleibt nur zu hoffen , dass der mediale Nachhall dieser Auszeichnung verschont bleiben wird von jener sonderbaren Ranküne Missgestimmtheit , wie sie sich in den Berichten von Standard und NZZ über den Meraner Lyrikpreis formulierte . - In beiden Fällen wurde ein Vorbehalt Unbehagen in fast schon beleidigende Worte , Anspielungen und Zitate gegossen - mitnichten allerdings etwa nachvollziehbar argumentiert . In neidloser Anerkennung der Ausgezeichneten , der Jury sowie der allgemeinen Stimmung äussert sich dahingegen ein preislos gebliebener Mitstreiter ( im Titel- Magazin ) . |||

NEUES ZU NEURATH

czz neues von freundenDass wir hier in|ad|ae|qu|at besonderes Interesse für den österreichischen Sozialökonomen , Philosophen und Pionier der Bildstatistik ( ISOTYPE ) , Otto Neurath ( 1882 - 1945 ) hegen , dürfte kaum zu übersehen gewesen sein . Seit Monaten verfolgen im exzellenten Blog “20th centuy avant- garde” die Nachrichten über die Den Haager Ausstellung “After Neurath - The Global Polis” ( + Webfile : Materialien ) . Nun kommt deren Kurator , Nader Vossoughian ( New York Institute of Technology ) nach Wien , um Projekt und Katalog zu präsentieren .

The exhibition focuses on Otto Neurath’s relationship with architecture and his influence on urban development. Especially his ideas about the democratization of public space and how to reconcile the intimacy and tangibility of the ancient polis with the anonymity and diversity of the global metropolis have been very influential to protagonists like Paul Otlet, Cornelis van Eesteren, Margarete Schütte-Lihotzky andLe Corbusier and resound in mainstream architectural and urban thinking of today. ( Nader Vossoughian - more @ YouTube)

Die “Österreichische Gesellschaft für Architektur” gibt die kaschiert die Präsentation eines ( offenbar “LEIDER NEIN” von österreichischen Museen übernommenen ) Ausstellungsprojekts unter der Sigle einer “Buchpräsentation” des Kataloges “Otto Neurath - The Language of the Global Polis” . Immerhin wird man den Katalogautor und Kurator nach dessen Vortrag in deutscher Sprache und in Anwesenheit österreichischer Fach- und Sachkollegen fragen dürfen , wie es kommt , dass Neurath international als Vordenker gefeiert wird , während er in Wien zwar von Kulturwissenschaftern , Medientheoretikern und Philosophen fleissig gelesen wird , eine repräsentative Ausstellung abseits des kleinen Wirtschaftsmuseums allerdings weiterhin fehlt . - Heute , 26. Mai 2008 , mica , 1070 Wien , 19.00 Uhr . |||

MULTISPOT- MITTWOCH : 3 LESUNGEN

czz neues von freundenWer über die beneidenswerte Gabe der Bilokation ( Tri ~ , Multi ~ , Poly ~ ) verfügt , kann am Mittwoch , 28. 5. , aus dem Vollen schöpfen . In Salzburg startet das Literaturfest mit einer transnationalen ( A - D - CH ) , transkulturellen ( Yoko Tawada ) , transmedialen ( Brigitta Falkner - demnächst in diesem Salon ) , transdialektischen ( Franz Schuh ) , transalpinen ( Franz Hohler ) und transrapiden ( Gert Jonke ) “Bunten Abend” ( sic ) . Details und Programm @ www.literaturfest-salzburg.at .

Zur Finissage von Silvia Gröbners Ausstellung “Das Rotlicht des Lebens” gibt Liesl Ujvary eine Lesung aus ihren “Alphaversionen” : Ein schön rekursives Setting , zum “Omega” der Schau das “Alpha” eines stets sich erneuernden Denkens . Intakt Galerie , WUK , 1090 , Währinger Strasse 59 , Stiege 3 , 1. Stock , 19:00 Uhr .

Drittens gibt Anselm Glück in der Alten Schmiede eine seiner legendären Freisprech- und Gesten- Rezitationen , zu | aus seinem Jung und Jüngsten Roman “Die Maske hinter dem Gesicht” . You know , what you’ll miss ! |||

FESTIVAL EUROPÄISCHER DICHTUNGEN

czz neues von freundenOhne den Anspruch geballter “Festivalisierung” lässt das Literarische Quartier Alte Schmiede sein bis inklusive Juli in locker gestreuter Veranstaltungsfolge konzipiertes “Festival Europäischer Dichtungen” konzentriert beginnen : Franz Josef Czernin ( siehe “Literatur als Radiokunst” 2006 ) liest aus seinen Aufsätzen zur Dichtung “Der Himmel ist blau” ( Urs Engeler Editor, 2007 *) , um sodann mit dem - selbst ungemein literarischen - Philologen Hans- Jost Frey einen prokuktiven Dialog aufzunehmen . ( * Webpage Engeler derzeit nicht erreichbar )

Zu dem für die “Alte Schmiede” ungewöhnlichen “Festival”- Format äussert sich Kurt Neumann im Interview mit dem “Standard” ( 25. 5. ) offensiv :

Es ist vielleicht das erste Mal, dass ich es terminlich so konzentriere und so deklariere. Dichtung kommt bei uns laufend vor, wahrscheinlich in dieser Konsequenz als einziger literarischer Institution im deutschen Sprachraum neben dem Lyrikkabinett in München. Es ist nun ein Vierteljahrhundert lang Gehirnwäsche betrieben worden, indem durch Sendungen wie das Literarische Quartett oder den Klagenfurter Bachmann-Wettbewerb in den Medien die Gleichung hergestellt worden ist: Literatur = erzählende Literatur = Roman. Das ist natürlich ein kapitaler Irrtum. Das Festival gibt Gelegenheit, sich über die vielen Besonderheiten der Poesie klarzuwerden. ( … )

Glücklicherweise kann man mit Gedichten kein Geschäft machen. Daher geht es dort immer um Literatur pur. Um ein autonomes Gestaltungsfeld, jenseits von kommerziellen Rücksichtnahmen. Das schafft natürlich einen ästhetischen Freiraum. ( …. ) Und es ist eine Binsenweisheit, dass man Erkenntnisse über die Beschaffenheit der Gesellschaft nur von ihrem Rand aus gewinnen kann …

Zur vergleichenden Lektüre bietet sich das Programm der am vergangenen Wochenende in Hildesheim zu Ende gegangenen Festivals “PROSANOVA - Festival für junge Literatur” , ausgerichtet in allen Formen des Performativen vom Team der Zeitschrift “BELLA triste” . Bestens 2.0 formatiert via MySpace- Portal … |||

KULTURWISSENSCHAFT : VOM ENDE DER SPRACHE …

czz neues von freundenDa passt der heute im “Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften” ( IFK ) angesetzte Vortrag des Sprachwissenschafters Jürgen Trabant im Sinne einer philosophischen Reflexion der Voraussetzungen bzw. des gesellschaftlichen und medialen Umfeldes jedweden denkerischen und poetischen Unterfangens nachgerade ideal .

Vom Ende der Sprache” handelt einerseits von den unaufhörlichen Strömen aus Gerede und Geschwätz , anderseits aber auch von den “anthropologischen Konsequenzen des massiven Übergangs zu den Bildern, zur Musik und zu anderen Formen nichtsprachlicher Semiosen” . Wer Trabants über Jahrzehnte waches Interesse an medialen Entwicklungen kennt , braucht keinen tumben Kulturpessimismus zu fürchten . IFK , 1010 Wien , Reichsratsstrasse 17 , 18:00 Uhr . |||

… ODER : WISSEN-SCHAFFT-FRAGEN

czz neues von freundenEine Präsentation des vom Netzwerk eop ( Emergence of Projects ) langfristig initiierten Dialogs zwischen ( bildender ) Kunst und den Wissnschaften findet am 29. 5. , im “MUSA - Museum auf Abruf” statt : WISSEN-SCHAFFT-FRAGEN wird - auf Basis umfangreicher Befragungen von Kunstschaffenden und Wissenschaftern - die Produktionsbedingungen von Kunst anhnd von 24 Dialogen zu konkreten Werken erhellen . Genaueres wird man am Donnerstag live im MUSA erfahren ( 18:00 Uhr ) . |||

KLANGAPPARAT

Mit ein paar energischen Tracks wollen wir in|ad|ae|qu|at eventuell müden Montagsmodellen entgegen treten : Oder wollte sich Jemend etwa czz hörempfehlunggegen eine “Levitation” verwehren ?! - Selbige verspricht der Klangmaschinist | die ??? | das Pseudonym “PinoCchio ” , welches auf dem Jenaer Netlabel Konsum Productions eine EP veröffentlicht , deren Tracktitel sich trefflich zu den heute verhandelten Themen verhalten . Auf also zum behenden Sprach- und | oder Gestaltungs- Walten . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. carbon fire | 02. pain | 03. confusion never stops | 04. negotiation |||