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“PageRank 5″ oder “Was soll er damit machen ?”



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BLOG- BLUES & “FROHBOTSCHAFT”

blog bubble 01Eben noch verärgert darüber , wie in einem mäandernden WELTWOCHE- Artikel wieder einmal “die Blogger” als ( zahnlos gewordenes ) Übel dargestellt werden ( plus die entsprechend erbosten Reaktionen ) , eben noch vergrämt darob , dass im Editorial der Oktober- LITERATUREN eine kluge Frau wie Sigrid Löffler ausgerechnet “das Internet” für die tödliche Beschleunigung am Buchmarkt verantwortlich macht ( ja , auch wir haben die gedruckten Frühlings- Vorschauen für das CD- Programm von Random House Audio bereits Mitte September [ ! ] erhalten ) -

In eben dieser eher gedeckten Stimmung befindlich ( und Robert Basics Reflexionen zur offenbar abnehmenden Verlinkungsfreudigkeit deutscher Blogger im Kopf ) , ereilt uns der Anruf des stets interessiert auf unsere Statistiken blickenden Admin mit der uns zunächst etwas arkanen Nachricht” : “Hey , in|ad|ae|qu|at wurde auf PageRank 5 upgegradet !”

Was wird er damit machen ?” , schiesst uns zunächst der Titel eines von Arno Schmidt ins Deutsche übertragenen Bulwer- Lytton- Gesellschaftsromans ins Hirn und wir beginnen uns mit tumben Erkundigungen um die angemessene Würdigung dieser Verkündigung zu bemühhn . Waren wir um die Zeit des Ersten Geburtstags bei “PageRank 3″ angelangt ( und haben uns seither auch nicht weiter darum gekümmert ) , waren wir mit der Einführung der trefflichen Blog- Verortungs- , Wäge- und Messmaschine “blogoscoop” ( registriert seit 26. 7. 2008 ) plötzlich wieder mit unseren Statistiken konfrontiert und blickten mit recht mässigem Interesse auf jenes “PageRank 4″ , welches dort unter den Ziffern zum Alter des Blogs ( 645 Tage ) , der stark oszillierenden Ziffern der Seitenaufrufe sowie der Artikelfrequenz stand .

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“PAGERANK” - BASICS

blog bubble 01Was also soll das bedeuten ? - Zunächst täte mal eine Begriffserkärung not :

Der PageRank-Algorithmus ist ein Verfahren, eine Menge verlinkter Dokumente, wie beispielsweise das World Wide Web, anhand ihrer Struktur zu bewerten bzw. zu gewichten. Dabei wird jedem Element ein Gewicht, der PageRank, aufgrund seiner Verlinkungsstruktur zugeordnet. Der Algorithmus wurde von Larry Page (daher der Name PageRank) und Sergey Brin an der Stanford University entwickelt und von dieser zum Patent angemeldet. Er diente der Suchmaschine Google des von Brin und Page gegründeten Unternehmens Google Inc. als Grundlage für die Bewertung von Seiten.

Der PageRank-Algorithmus ist eine spezielle Methode, die Linkpopularität einer Seite bzw. eines Dokumentes festzulegen. Das Grundprinzip lautet: Je mehr Links auf eine Seite verweisen, umso höher ist das Gewicht dieser Seite. Je höher das Gewicht der verweisenden Seiten ist, desto größer ist der Effekt. Der PageRank-Algorithmus bildet einen zufällig durch das Netz surfenden User nach. Die Wahrscheinlichkeit, mit der dieser auf eine Webseite stößt, korreliert mit dem PageRank.

kurz :

Je höher die Zahl, umso relevanter wird von der Suchmaschine die Bedeutung der Website eingeschätzt. Im komplexen Algorithmus von Google, mit dessen Hilfe die Platzierung einer Website berechnet, ist für jede bewertete Site ein weit präziser Wert als eine Zahl wie 3, 5 oder 7 hinterlegt. Als Indikator nach außen genügt aber die Wiedergabe einer derartigen Ziffer, da diese eine schnelle Beurteilung der Relevanz einer Website durch den Leser erlaubt. Zahlen mit unzähligen Nachkomma-Stellen wären doch weit schwieriger zu lesen. ( Artikelverzeichnis)

Aha . Wir hatten den “PageRank” bisher lediglich als heiss umkämpftes Gut jener parasitären Gattung der SEOs ( Search Enginge Optimierer ) sowie der Linkverkäufer aus dem Augenwinkel betrachtet . Wikipedia bestätigt solche skeptischen Einschätzungen :

Manipulation

Aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung ist es inzwischen zu gezielten Manipulationen und Fälschungen gekommen. So wurde dieses sinnvolle System in der Praxis von Suchmaschinenoptimierern durch Spamming in Gästebüchern, Blogs und Foren, dem Betreiben von Linkfarmen und anderen unseriösen Methoden unterlaufen. Durch Weiterleitung auf bestehende Seiten mit hohem PageRank wird gezielt versucht, den PageRank-Algorithmus zu manipulieren.

Anfang 2005 implementierte Google mit rel=”nofollow” ein neues Attribut für Verweise, als Versuch, gegen Spam vorzugehen. Links, die mit diesem Attribut versehen werden, werden nicht für die PageRank-Berechnung berücksichtigt. Durch Kennzeichnung ausgehender Links kann so beispielsweise dem Gästebuch-, Blog- und Forum-Spamming entgegengewirkt werden. Allerdings ist diese Methode umstritten.

Kritik - Die Nachteile von PageRank im Überblick

  • Finanziell kräftige Seitenbetreiber können sich Backlinks erkaufen und werden dadurch in Suchergebnissen höher positioniert. Dies führt dazu, dass statt qualitativ hochwertigem Inhalt oft die finanziellen Möglichkeiten über die Reihenfolge der Suchergebnisse entscheiden.
  • Webmaster sehen oft im PageRank das einzige Bewertungskriterium für den Linktausch. Der Inhalt der verlinkten Seiten gerät in den Hintergrund.
  • Der PageRank liefert keinen Beitrag zur qualitativen Messung von Webseiten.

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IN|AD|AE|QU|ATs POSITION

blog bubble 01Mit der qualitativen Messung hatten wir bisher eigentlich bislang das geringste Problem . Die erhalten wir über diverse öffentliche und private Feedbacks zur Genüge . Aber DASS und WIE da ganze Meuten von Leuten , die ihr Blog zu kapitalisieren gedenken , mit allerlei linken Tricks geradezu generalstabsmässig daran basteln , ihren “PageRank” zu meliorisieren , war ja beim schweifenden Blick in der Blogosphäre nicht zu übersehen gewesen .

Besonders fleissige Linkverkäufer - wie offenbar die Netzversion der Illustrierten STERN ( von 7 auf 4 ) - wurden und werden von Google periodisch per Downgrade abgestraft -

Da uns dieses Geifern und Geilen nach ein paar Euros mehr in allen Lebensbereichen zutiefst zuwider ist und uns die Stimmung stets nachhaltig vergiftet , haben wir den Blick stets schnell wieder abgewandt .

Schliesslich sind wir da , um weiterzuschreiben , weiterzuarbeiten daran , im Tun zu dokumentieren , dass ein offiziell als “Online Zeitschrift” registriertes Projekt keine “dem Buch”, resp. : “der Kultur” adverse Beschleunigungsmaschine darstellt .

Sondern umgekehrt , ein möglichst sorgfältiges Publizieren fremder und eigener Texte und Bilder - verstanden als ein Möglichmachen unter mitunter maximalem Einsatz ( eben sind 30 Stunden in die Editierung eines einzigen “Salon Littéraire“- Beitrags geflossen ) unter der Voraussetzung freilich der Freiwilligkeit aller Beteiligten . Auch die Kunst ist schliesslich ein Kind der Freiheit . Wo diese Freiheit in Institutionen verstellt ist , generiere ich mir eben meine eigene und lade Freunde an den Tisch …

Oder , um es noch einmal mit einem Zitat des früh verstorbenen und legendären Radiomoderators , Producers und DJs Werner Geier ( über sein Plattenlabel ) zu sagen :

UPTIGHT könnte in fünf jahren kein plattenlabel , sondern ein buchverlag sein , oder ein architekturbüro , eine lebensform , eine gärtnerei …

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“PAGERANK 5″ - WAS ANDERE TUN & TREIBT

Es gibt Webverzeichnisse und eigene Directories für Seiten dieser Kategorie . Anhand gewisser PageRanks wird Werbung bepreist und das Setzen von Textlinks kommerzialisiert ( hier : Fünf bis zehn Euro pro Monat - kann aber , wie man hier sieht , zwischen € 30.- bis zu € 2.000.- betragen ) , Textlinks feilgeboten ( “Steigern Sie Ihren PageRank - Mit hochwertigen Textlinks zum kleinen Preis” ) sowie Erfolgsgeschichten ( “How I got a Google PageRank 5 in 3 months” ) bzw. SEO- Leistungen beworben .

Was da für Asseln unter dem Stein hervorkrabbeln ! - Überprüfen kann man die Sache jedenfalls ( für das eigene Blog wie zum Vergleich mit anderen Medien ) mit Hilfe eines praktischen PageRank- Check- Instruments.

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“WAS WIRD ER DAMIT MACHEN ?”

Was also werden wir nun mit diesem Upgrade machen ? - Gar nichts . Mit Ausnahme der Formulierung eines ausdrücklichen Danks an Diejenigen , welche uns mit ihren Links freiwillig , gratis und vertrauensvoll beehren .

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KLANGAPPARAT

Psychedelische Verzerrungen über einem recht straight trabenden Beat und einigen Ambient- Anklängen : Was der Hanseate He-Lux ( aka Jörg czz-hoerempfehlungFiedler , MySpace ) mit seiner jüngsten Release “Native” bei kreislauf vorlegt , ist in in dieser - stimmungsvollen - Mischung ebenso selten wie effektiv . Kompliziert gekrempelte Komplexität wird man hier weder finden noch suchen , Bassmotor , Klangtemperatur und Hallweite indes umso mehr als Genuss verbuchen . Es sei dann , man liesse sich abschrecken von dem mit Frauengejaule adornierten Anfang … Aber das steht man schon durch : Es lohnt sich . CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM ( WMP ) .

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Salon Littéraire | Nele Hempel-Lamer & Margret Kreidl : Performing Violence - Dankbare Frauen | Grateful Women



Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text

Salon Littéraire

I. Nele Hempel-Lamer : Performing Violence - Women as Victims and Perpetrators of Violence in Margret Kreidl’s Works

II. Margret Kreidl : Dankbare Frauen | Grateful Women

 

Barbara Kruger Untitled Your Body is a Battleground 1989

[ Barbara Kruger : Untitled - Your Body is a Battleground , 1989 ]

I. Nele Hempel-Lamer : Performing Violence - Women as Victims and Perpetrators of Violence in Margret Kreidl’s Works

Margret Kreidl, born in 1964 in Salzburg and currently living in Vienna as a freelance writer, has made a name for herself as a “sprachspielerisch-witzige wie phantasievoll-radikale Autorin”[1]. Kreidl’s signature texts defy genre boundaries: Her dramatic works are too short to be called “plays” and her stylized prose miniatures are too lyrical and sound-conscious to qualify “merely” as prose. Regardless of their classification, all of Kreidl’s texts are ludic literary vignettes that demand to be performed or, at least, read out loud. Robert Menasse suggests that it is Kreidl’s language that creates the stage and performs itself:

Der Raum, der sich zwischen den Bedeutungen auftut, ist die Bühne, auf der Margret Kreidl Szenen inszeniert. (…) Es kommen nicht Menschen auf die Bühne, die Sätze fallen lassen, sondern es kommen Sätze auf die Bühne, die Menschen fallen lassen. (123) [2]

One of Kreidl’s main poetic principles is expressed in the reflections on her aesthetics Der Satz und die Seite. Selbstgespräch, 25. 12. 2001:

Das ist programmatisch für mein Schreiben: etwas zusammensetzen, aus Teilen zusammensetzen. ‘In allen Einzelheiten’: Das verspricht alles! (235) [3]

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DISSECTING AND REASSEMBLING

In this respect, dissecting and reassembling “authentic language” has become one of her trade marks. Much of the “found footage” Kreidl utilizes for her texts stems from product catalogs, ranging from mail-order clothing stores to sex toys. Taking this language of advertising and assembling it to new meaning suggests that Kreidl’s characters have been robbed of their own language and voice by their subjugation to consumerism. I will now demonstrate this effect in a selection of Margret Kreidl’s writings.

In the text “Einkaufsparadies,” published in her 2003 collection Laute Paare. Szenen Bilder Listen [4], a woman named Tina is depicted in a clothing store. Tina’s perception is hijacked by the language of women’s fashion catalogs:

Crashrock softe Viskose Nylonstretchhose. Ob das passt? / Mit Miederhose wie angegossen. Tina stolz: Toll! Taftfaltenrock / Lammnappatop. Poppig! Top! Schlaghose mit Rosenmuster / und Crashbluse puderrosa. Oder Bluse burgunder? Super! / Nappapullunder? Cool! Russenbluse mit Tulpendruck. Tina mag / rustikale Sachen. Strickjacke mit Rüschenkante Strasssandalen. (62)

While many of the outfits delight her (”Fesch!” - “Toll!” - “Super!” - “Femme fatale!” - “Kess!”), the last one in the text, accompanied by “High Heels mit Fesselriemchen”, fittingly echoes the “au!”-sound of pain: “Schlauchkleid mit Bauchschlitz?” This is actually followed by a skeptical question mark, and the text concludes with a cry for help: “Hilfe!”

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CAPITALIST BODY POLITICS

The “Einkaufparadies” is, in truth, a capitalist nightmare in which women and their bodies are trapped in their voluntary submission to the beauty imperative. Kreidl’s poetics of collecting, dissecting, and reassembling of advertising material creates fragmentary characters with commercially-infused personas that lack identity and wholeness.

Her depiction of women and their bodies thus ties into the theoretical discourse of gender and body politics. It becomes clear that female beauty (”perfected” by cosmetic surgery and the fashion industry) as well as female sexuality are colonized by the women’s internalization of the male gaze and the body as object, rather than subject, of sexual desire. The pressure to normalize by consuming is, in effect, a form of violence that begets violence in return. By staging the violence, Kreidl creates an opportunity to re-examine the intricate network of suggestive consumer culture, which creates ever so many more voids than it fills.

Female beauty is a primary concern in many societies, and Margret Kreidl situates her 1996 text Tragödie, blond [5] in the debate over body image and consumerism. In this barely 20 page-long piece, the four main characters are women whose two-syllabic names all end in “a” and strongly remind us of the titles of German women’s magazines (Sandra, Petra, Tina, Cora). A different shade of blond, the color of their hair is as different an yet similar as their names:

Sandra, aschblond; Petra, lichtblond; Tina, platinblond; and Cora, goldblond (86).

In addition, there are also eight unnamed and just generically blond women, Damen 1 bis 8. The set is minimal, a hint of living room with a bar, most importantly, a full-body mirror and a wide array of cosmetic accessories: brushes, combs, lip sticks, lotion containers, etc. The title Tragödie, blond presents us with a humorous oxymoron. While the comma separates the noun from the adjective, our first impression is still that a tragedy - were it blond - could not possibly be a real tragedy because it would seem to lack the substance that the stuff of tragedy is made of. Even if blonde-jokes are not part of Austrian culture, the lightness of the color blond still defies the darkness of tragedy. However, it becomes quite clear throughout the play that the eagerness of the women to fit a certain mold of what is beautiful and therefore sexy and desirable does indeed have something tragic about it and therefore the title may not be contradictory at all.

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BEAUTY IMPERATIVE

It is interesting to note that the generic, no-name blondes in Tragödie, blond all portray a working woman image: whenever they enter on stage, they put down a briefcase, and while working is never explicitly discussed in the play, several of the women actually exit to the noise of a type writer, which suggests their occupation as the stereotypical administrative assistant, formerly known as secretary. The nameless, generically blond women all, except for one, follow the same ritual: They enter, put down their briefcase, and carefully arrange their clothes and hair in front of the full-body mirror. They are present on stage for a short time, then depart with their only line:

Er ruft mich morgen an. (93, 96, 100, 101, 104, 105, 106)

The absurdity of perfecting a mirror image for a phone call reveals the power structure of their relationships with the absent man. They also have to passively wait for the phone call and do not initiate the action of calling themselves. Only the last woman, Dame 8, breaks the mold and provides a variation to this recurring dramaturgical element: While she still carries the briefcase, she does not put it down when she looks in the mirror and she does not adjust her clothes or fix her hair. Instead, she leaves without saying anything about a man’s phone call at all. One hears a shot in the off, Dame 8 re-enters, crosses the stage from far right to left and never returns.

The societal violence imposed by and internalized as the beauty imperative, becomes external violence when Kreidl ascribes agency, as she sometimes does, to women with guns…A characterization of the four named women in the play seems difficult because they hardly engage in logical sequence dialogue. Two women may be sitting together, talking, and yet their speech is largely a monologue that describes a situation in which the third person singular pronoun “she” obscures whether or not the monologue’s content is supposed to express any direct reference to the other woman present on stage or not.

Especially in scenes between Petra and Sandra, which are physically intimate, the absence of directly addressing each other suggests an inability to communicate, to connect on a deeper emotional level. The tone between Petra and Tina, however, is mostly characterized by Tina’s desire for and aggression towards Petra and the intimacy of a past relationship. When Tina addresses Petra directly, it is mostly with informal imperatives, which suggest Petra’s subservient role in their relationship. Rhythmically interspersed with the repetitive entrances and exits of Damen one through seven, the scenes among the “named” women suggest that friendships and love relationships between women are as much determined by the dynamics of patriarchal power structures as heterosexual ones. The women’s uniformity is particularly apparent in their assessment of what constitutes beauty, and, more frequently: what doesn’t. Sandra, Petra, and Tina commonly say things like:

Ihr Haar ist zu rot. Wenn jemand so rotes Haar hat. Ihr Haar ist so rot daß es unnatürlich aussieht. (…) Sie trägt ihr Haar kurzgeschnitten und glatt. Ihr schwarzes Haar (92). (…) Ihr Gesicht passt nicht zu ihrem Haar. Dein Mund ist zu rot. Sie ist schlank. Ihr Kostüm ist entweder oben oder unten zu weit. (97)

Cora, the fourth woman, does not interact directly with any of the other women. Her speech consists exclusively of descriptions of plastic surgery procedures:

In den Schatten einen Schnitt legen Steg durchtrennen die äußere Nase ablösen das Gerüst freilegen Knochenreste und Gewebe entfernen Knochenspäne aus dem Hüftkamm Hartsilikon Knorpelteile aus dem Ohr das Gerüst aufbauen die Haut darüberziehen nähen. (103)

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COSMETIC SURGERY | MUTILATION

The extensive hair/face/body references in the text, the long looks in the mirror, and Sandra’s repeated make-up sessions are the normative parameters that unite the other women (Sandra, Petra, and Tina), which makes them bond over their assessment of themselves and others. Cora’s obsession with cosmetic surgery, on the other hand, has taken the beauty imperative to an extreme and has made her entirely unable to connect with others, even on the most superficial level. However, her current social isolation and the disturbingly clinical language of what critics of plastic surgery would call “voluntary mutilation” is merely a frightening stage in the process of normalization. The American euphemism for plastic surgery - having “work done” - already fits into the capitalist ethic of using your buying power wisely, and plastic surgery has moved from being exclusively available to the rich and famous to becoming a middle-class commodity.

Obsession with female beauty is hardly new, even if the promotion of invasive procedures as “fashion surgery” and “self-improvement” suggests that it has taken on some unprecedented proportions in Western culture, where women, ironically, can look back on decades of politically strong women’s movements. Already more than twenty years ago, Germany’s most hated and beloved feminist Alice Schwarzer, established a link between increased emancipation and women’s increased obsession with their looks when she addressed the spike in women’s eating disorders in a 1985 Emma essay:

Es wird kein Zufall sein, daß ausgerechnet mit erstarkender Emanzipation die Frauen immer dünner werden sollen. Daran haben auch Aerobic und Bodybuilding wenig geändert. Im Gegenteil: diese Moden haben einerseits das Streben von Frauen nach mehr Bewegung und Stärke angenommen, es aber andererseits im Handumdrehen wieder pervertiert: schlank sein und dekorativ, das bleibt das Gesetz. Ja, warum machen die dämlichen Frauen denn all das mit, wird da so manch eine/r fragen. Ja, warum. Weil Ideologien zäher sein können als Realitäten. (…) Und weil die Frauen selbst, als Schwächere, die nach dem Gesetz des Starken streben, Trägerinnen und Mitverbreiterinnen dieser Ideologien sind. Doch: bestimmt werden Ideologien von Herrschenden. Und sie sind es auch, die letztendlich davon profitieren. Auch vom Schlankheitswahn. Diese Männergesellschaft will, dass wir Frauen uns dünne machen. In jeder Beziehung. (26-27) [6]

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AGEING

Kreidl’s play Dankbare Frauen (titled Grateful Women in an English translation by Udo Borgert and Laura Ginters [7]) illustrates even more than Tragödie, blond the complicity that women engage in, consciously and subconsciously, by adhering to the rules and regulations of the beauty imperative. Women can thus simultaneously become victims and perpetrators of cruel behavior and violence.

In Dankbare Frauen, Kreidl addresses the complex issue of women’s ageing in reference to the beauty imperative. Again, make-up plays a central role in turning the face into a façade, in concealing a broken identity. Again, the language plays a central role in denying us a plot line to follow by refusing to let us establish meaningful connections between the speakers. Just as in Tragödie, blond, the set is an inside space, the home space traditionally allocated to women: a kitchen, a living room. Kreidl’s three women protagonists are named Marta, Magda, and Meta, and while these names do not resonate magazine titles this time, they do sound confusingly similar. Marta (short white hair) and Magda (bald with 2 wigs) are both 70 years old. The third woman, Meta, is 40 years old and has long, peroxide blond hair.

The rather advanced age of the two protagonists is immediately striking. In an interview on the eve of the opening night performance in Berlin’s Postfuhramt in 1997, Kreidl states that she wrote these roles because she herself would like to see older women on stage:

I want to see how women age in all areas of life and how they do not let themselves be desexualized, as is expected of them. [8]

As much as a plot line can be established, the story revolves around Magda’s 70th birthday, covering the whole day from morning to night. As in Tragödie, blond, the characters’ competing monologues rarely connect and therefore often seem like rantings. All three women are obsessed with fitting a specific image of beauty and they are actively striving to achieve this image through diet, exercise, dress-up, and make-up.

Their language and actions plainly reveal that they are fully buying into the newest new-age self-improvement trends, whether that means exercising with the “5 Tibetans” while engaging in an anti-bodyfat-mantra or painfully adhering to an anti-sugar fruit and whole grain diet which also involves consumption of sea weed. Meta, the youngest, is also obsessed with conforming to the ideal of the beautiful body, but she, as the much younger and therefore more desirable woman, is also exceedingly cruel to her older counter parts Magda and Marta.

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SWEETIES

An entire scene consists of Meta naming every imaginable Austrian sweet, and finally, after the fortieth or so item

Mocha cream cake / whipped cream cheese cake / red current meringue. Chocolate cream cake,

Marta, the woman obsessed with her health food diet, finally collapses, sobbing. Meta then laughs and delivers the final blow that ends the scene: “Sacher torte!” (263) - (These “Mehlspeisenarien” have become Margret Kreidl’s signature texts, and it is interesting to see how the sound of the text can change, depending on the context, from intentional torture [as it is here] to an example of “Esserotik” in Süßes Paradies (42) from the previously quoted collection of prose vignettes, Laute Paare.) This psychological violence is accompanied by physical violence as well: In the opening scene, for example, Meta singingly brings in a birthday cake for Magda who puts the TV volume on full blast to drown out the birthday song and who violently grabs Meta’s hair when she tries to set the cake down.

In the introduction to their anthology of contemporary Austrian plays by women, Udo Borgert and Andrea Bandhauer provide an excellent interpretation of Margret Kreidl’s Grateful Women. They comment on Kreidl’s “highly choreographed and associative language”, her protagonists’ masquerade of happiness in a world devoid of substance and full of blissful images created by advertising and product marketing, and even, to a lesser extent, they refer to the physical and emotional violence in the play. Borgert and Bandhauer’s assessments of the women’s interaction boils down to their inability to find a voice of their own in a society that has a set idea of what women are supposed to be. The fact that they cannot adhere to the beauty imperative with their ageing, less-than-perfect bodies makes them turn on each other:

They look at each other, assess each other’s beauty, their hair, their makeup, their clothes, but they do so with a male gaze. They are upholding a system which enslaves and subordinates them, which turns them into mere receptacles of male fantasies (…) They remain assigned to their traditional role as women, alienated form their own desires and their bodies in the same way as they remain imprisoned within the “interior” space… (48)

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EXCESSIVE CONSUMPTION

Kreidl does not only deconstruct the language and psychological impact of advertising messages, she also critically examines the gendered stereotypes that are continuously reinforced by popular fiction geared at a female readership, like romance novels and the Austrian Heimat-/ Heftchenroman. Kreidl’s deconstruction of the highly-gendered “Heile-Welt”-topos of the Heimatroman unleashes deadly violence into the pristine, picture-perfect alpine tourist image that Austria likes to promote abroad. In Kreidl’s collection Schnelle Schüsse [9], the female readers’ consumption of ever new possibilities for romantic bliss has turned from “Cinderella Complex” to female aggression: each mini-scenario leaves a man dead in the end.

Excessive consumption - whether of advertising messages or one-dimensional stories of women’s bliss - is a recurring theme in Kreidl’s works, and it results in multifarious degrees of psychological and physical violence in her texts. Kreidl’s work, which simultaneously exposes the violence as it traces the language - or the loss of language - that invariably contributes to it, diagnoses the detrimental effects of consumer culture.

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ABSENCE OF WOMEN’S SOLIDARITY

Kreidl’s absence of women’s solidarity in her plays does not proclaim an anti-feminist agenda, but creates an opportunity for revelation and reflection. When Phyllis Chesler published her book Woman’s Inhumanity to Woman in 2001, she expected an enormous backlash from the feminist community

because it was - and still is - problematic, even dangerous, to challenge the politically correct feminist view of women as morally superior. In the past, woman’s “dark side” was routinely exaggerated to justify her subordinate status. In reaction, many feminists have tried to focus only on women’s “bright side” (XI) [10]

In Kreidl’s texts, it becomes clear that, while we may call women the victims in our patriarchal society, the system’s hegemony is maintained by women’s behavior towards each other and towards men. Kreidl’s words create space and are an invitation to examine the effect of consumerism on women’s relationships. They are a valiant attempt to reclaim language, because - as Ludwig Wittgenstein argued in his Tractatus - “die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt” (5.6) [11].

The loss of language inhibits the ability to formulate dissent. The assault with images of beauty creates a desire for physical perfection that can never be attained. According to Margo Maine’s book Body Wars [12], 1.484 lipsticks, 1.324 eye products, and 2.055 jars of skin cream are being bought in America every minute. All of these beauty products total a dollar amount of $24.200 per minute! (cf. 67) Maine points out that approximately “50 cents of every dollar we spend on cosmetics is put back into advertising” (66), which explains why it is largely against the odds for women to feel happy with themselves. Advertising, after all, is about creating a need that only a buyable product can fill.

While Margret Kreidl does not primarily aim to be politically active with her art, as she explains in a Zoom interview in 1996 [13], it is quite obvious that her texts are feminist contributions to very current sociological debates. An examination of such debates within German speaking literature should not take place without acknowledging Margret Kreidl’s highly innovative texts.

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NOTES

[1] - Neue Zürcher Zeitung, 6.6.1998.
[2] - Robert Menasse zu Margret Kreidl. In: Angelika Klammer und Jochen Jung (Hrsg). querlandein. Salzburg und Wien: Residenz, 1995. 123-124.
[3] - Der Satz und die Seite. Selbstgespräch, 25. 12. 2001. In: Hildegard Kernmayer und Petra Ganglbauer (Hrsg.). Schreibweisen. Poetologien: Die Postmoderne in der österreichischen Literatur von Frauen. Milena: Wien, 2003. 233-242.
[4] - Margret Kreidl. Laute Paare. Szenen Bilder Listen +CD. Wien: Edition Korrespondenzen, 2002.
[5] - Tragödie, blond. In: Margret Kreidl. Ich bin eine Königin. Auftritte. Klagenfurt und Salzbug: Wieser, 1996. 89-108.
[6] - Zitiert nach: Alice Schwarzer (Hrsg.). Das neue Emma Buch. München: dtv, 1986. 23-28.
[7] - Grateful Women. In: Udo Borgert (Hrsg.). Women’s Words, Women’s Works. An Anthology of Contemporary Austrian Plays by Women. Riverside, CA: Ariadne, 2001. 237-264.
[8] - Freitag, 2. Januar 1998, S.19.
[9] - Margret Kreidl. Schnelle Schüsse. Wien: Das fröhliche Wohnzimmer-Edition, 1996.
[10] - Phyllis Chesler. Woman’s Inhumanity to Woman. New York, NY: Plume, 2001.
[11] - Zitiert nach: http://www.gutenberg.org/etext/5740
[12] - Margo Maine. Body Wars: Making Peace with Women’s Bodies. Carlsbad, CA: Gürze, 2000.
[13] - Tisch, weiblich. Ein Porträt der Autorin Margret Kreidl. Zoom 2/96

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Nele Hempel-Lamer

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II. Margret Kreidl : Dankbare Frauen | Grateful Women

Barbara Kruger Untitled Your Body is a Battleground 1989

[ Barbara Kruger : Untitled - Your Body is a Battleground , 1989 ]

Dankbare Frauen , Komödie

DRITTE SZENE

Vormittag im Wohnzimmer
das Fenster ist offen
Meta führt fünf Übungen aus
im blauen Body
Die fünf Tibeter
sie spricht im Rhythmus der Übungen
sie steht gerade auf dem Teppichboden
und streckt beide Arme aus
sie dreht sich aus der Hüfte
sechsmal nach rechts und nach links
META Der Beckenkamm ist mit Fett bedeckt. Fett bedeckt das Hüftbein. Fett ist unter dem Gesäß abgelagert. Fettablagerungen unter der Kniescheibe. Die Beininnenseite ist mit Fett bedeckt. Fett bedeckt Hüftbein und Beckenkamm.
Meta legt sich auf den Teppichboden
sie liegt auf dem Boden
die Arme ausgestreckt neben dem Körper
sie hebt sechsmal gleichzeitig Kopf und Beine
META Fettablagerungen unter dem Gesäß. Am Bein innen Fettablagerungen. Fettablagerungen auf der Hüfte. Fettfalten auf dem Bauch. Fettfalten. Fett bedeckt den Beckenkamm. Fett unter dem Gesäß. Eine Fettablagerung. An der Schenkelinnenseite Fett. Fett auf den Oberschenkeln.
Meta setzt sich auf
sie sitzt auf dem Teppichboden
die Beine ausgestreckt
das Kinn an der Brust
sie hebt ihren Körper mit den aufgestützten Händen
dreimal leicht hoch
META Das Fett auf den Hüften bedeckt das Hüftbein. Fett auf den Hüften. Fett bedeckt Hüfte und Hüftbein. Fettfalten. Fettfalten unter dem Arm. Fett. Fett an der Schenkelinnenseite.
Meta kniet auf dem Teppichboden
die Hände auf dem Hintern
sie beugt sich nach hinten
und dehnt ihre Wirbelsäule
dreimal

META Fett bedeckt die Hüftknochen. Fett auf den Hüften. Fett am Oberschenkel außen. Fett am Oberschenkel innen. Fett am Oberarm innen. Fett am Oberarm außen.
Meta legt sich auf den Bauch
sie liegt auf dem Bauch
sie stemmt ihren Oberkörper hoch
sie stemmt den Hintern hoch
bis der Körper eine Brücke bildet
dreimal

META Fett am Knie innen. In der Kniekehle Fett. Fett um die Kniescheibe. Fett unter der Kniescheibe. Fett. Fett unter dem Gesäß. Fett auf dem Gesäß. Fett unter den Gesäßbacken.
Meta steht auf
und atmet tief aus

META Fett.
Meta seufzt
META Das Fett.

Aufführungsrechte : Rowohlt Theater Verlag

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Grateful Women - A Comedy*

SCENE THREE

* Note by the translators : This scene differs substantially from the original German text because of subsequent alterations by the author

Late morning in the living room
the window is open
Meta performs five exercises
in the blue body suit
the Five Tibetans
she speaks in time with the exercises
she stands upright on the carpet
and stretches both arms out
she turns from the hips
six times to the right and to the left

META The pelvis is covered with fat. Fat covers the hipbone. Fat is deposited on the bottom. Fat deposits under the kneecap. The inside leg is covered with fat. Fat covers the pelvis. Fat covers the hipbone and pelvis.
Meta lies down on the carpet
she lies on the floor
arms stretched out next to her body
she lifts her head and legs together six times

META Fat deposits on the bottom. On the inside leg, fat deposits. Fat deposits on the hips. Folds of fat on the stomach. Folds of fat. Fat covers the pelvis. Fat on the bottom. A fat deposit. On the inner thigh, fat. Fat on the upper thigh.
Meta sits up
she sits on the carpet
with her legs stretched out
chin to her chest
she gently lifts her body three times
with her propped up hands

META The fat on the hips covers the hipbone. Fat on the hips. Fat covers the hip and the hipbones. Folds of fat. Folds of fat under the arm. Fat. Fat on the inner thigh.
Meta kneels on the carpet
hands on her bottom
she bends backwards
and stretches her spine
three times
META Fat covers the hip bones. Fat on the hips. Fat on the outer thigh. Fat on the inner thigh. Fat on the inside upper arm. Fat on the outside upper arm.
Meta lies down on her stomach
she raises her upper body
she raises her bottom
until her body forms an arch
three times

META Fat on the inner knee. In the hollow of the knee, fat. Fat around the kneecap. Fat under the kneecap. Fat. Fat under the bottom. Fat on the bottom. Fat under the cheeks of the bottom.
Meta gets up
and breathes out deeply

META Fat.
Meta sighs
META The fat.

Grateful Women . A Comedy , ins Englische übersetzt von Udo Borgert und Laura Ginters - In : Udo Borgert ( Ed. ) : Women’s Words , Women’s Works . An Anthology of Contemporary Austrian Drama by Women - Riverside , Ariadne Press 2001

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Margret Kreidl

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Hinweise

Margret Kreidl liest :

Text des Monats # 24 @ Literarisches Quartier Alte Schmiede | Liesl Ujvary zu “Ich habe einen Vogel

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Salon Littéraire | Benedikt Ledebur : LETZTE LOCKERUNGEN schnellzeichnungen & schnellgedichte 3



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Salon Littéraire | Benedikt Ledebur :

LETZTE LOCKERUNGEN schnellzeichnungen & schnellgedichte 3

Matthias Goldmann ( Translation ) :

LAST ROUND OF LOOSENING UP - quick poems 3

schnellzeichnung_07_copyright_Benedikt_Ledebur

7

aus der tarnung,
folgt kein rat, wird es.
sich zu erkennen geben,
ist eine der schwächen,
die die schaltstellen bilden,
aus denen wir wirr uns
mut maßen, uns figurieren.
ruf und samen gehen
im allgemeinen auf,
im wesentlichen unter,
im besonderen drauf.
wüste rufer werfen
sich in fremde brüste.
wer hört sie denn,
wenn tanz nicht gestanzt
den zeiten kämme kräuselt.
wenn er nicht stürbe,
hätte keiner gemäß klängen
die zeichen gebürstet.
die ufer, die weichen,
über die wir hinausfahren,
erhitzen positionen, fettpolster,
die den tran zum rinnen bringen,
die tränen zu den säcken.
fischen im trüben
lässt keine wahl.
from camouflage
advice does not follow but
will anyhow. identifying ourselves
is just one of the weaknesses
formed through control
centers, confused into
speculating, we figure
ourselves. calls and
seeds mostly come up,
essentially beneath,
specifically on top.
rabid callers blow
other people’s airs.
but who will listen
at a punchless dance,
to rippling combs of time.
were he not dying,
no one would brush signs
according to sound.
these shores, so soft,
we sail beyond,
arouse positions, fatty
tissue, running train oil,
tears into sacks.
fishing in troubled waters,
left with no choice

schnellzeichnung_08_copyright_Benedikt_Ledebur

8

hämische hopser, was sonst
sich schmier, faust und
handel, verfahren rauh,
reim, schämen sie sich!
zu gebrauchen ist das meiste
gut genug: rauchen, meiern.
landet bei harfen einer,
der sich mopst, gellt es
nach allen saiten, die es
jäh nach richtung verstimmt.
arme greifen in gespannte
därme. merde! planetönt es
und zieht sie disharmonisch
in die länge. verwelten lässt,
je nach nummer, sich jede
krümmung. geht daneben,
dem vernehmen nach, deut-
und beutelung, blendet
auch, noch das verhör
im schas trompeten,
elendes geplänkel. nein
danke! die räumung folgt
auf dem trübesten flusspunkt.
malicious hopping, what else,
smearing, fist and
business, hopelessly
harsh rhyme, shame on you!
mostly all of this is useful:
to go up in smoke, keep up
with the joneses. landing amidst
a harp, boredom ringing in his ears
suddenly attached to strings
out of tune, directionwise.
arms plucking at taut guts.
merde! sounding planets, she
drags it out, disharmoniously
letting it become
worldly by numbers as
every bend is off the mark.
rumor has it, explanations
and vicissitudes dazzle, too,
followed by interrogation
trumpeting crap,
sick banter. no thanks!
the clearing is carried out at the
most troubled stretch of the river.

schnellzeichnung_09_copyright_Benedikt_Ledebur

9

na gut, sprüche eben,
neu kann ja nicht sein,
was zusammensetzungen
rosen streut. aber die
erinnerung, gerüche!
so segelt es empfindungen
entlang. legt es sie?
auch aus? ich meine
natürlich natürlich!
wie sie eben daher
kommen und gehen,
die köder. gebell. schon,
eben noch in ruhe,
gelassen, öden mich
die öden an. oh, den
gipfel will ich nicht
mehr, sei es in kurven,
pfeil gerade, bezwingen,
lass dich gehen, grat
flüstert mir wanderung,
und die dann die wandlung,
lahm, gott, es reicht mir,
wie es mir reicht.
die öffnungen hegen?
nicht einmal mehr sehen,
besingen schon gar nicht!
alright, that’s just talk,
couldn’t be anything new
about it like make-up
or a basketful of roses.
but memory, scents!
thus, it sails along
sensations. she takes it?
to be? i mean
of course, of course!
the way they all
come and go,
baiting. barking. sure,
left in peace a minute
ago, bored to tears
by bores. oh, left with
no need to conquer
mountains, be it by way
of curves or arrows.
let yourself go, ridge,
whispering about wandering
and then about change,
lame. god, i’ve had enough,
oh, how i’ve had enough.
tend to openings?
not even seeing anymore,
least of all singing praises!

schnellzeichnung_10_copyright_Benedikt_Ledebur

10

fügung und unfug zu
stand und fahrt in
die unteren klassen.
dort erst ins volle
greift ein, was feineren,
fingern sie nicht, durch
die verschemten löcher
verrieselt. fingieren
kann jedes kalkül, aber
in schöne formen zu
kacken, heisst nicht,
sie zu fühlen. geheim
schafft übersetzung
bootloses rudern. die
reihen zu knacken,
in die die erstbesten
reihern, was nicht.
durch den kopf gehn
bleiern wie kugeln auch
dünnere kosten, immer
in mäßigen tropfen, die
dann im inneren eiern
zu höherem hören,
zweck und dreck werden
einerlei, solange der kitzel
ein zeitel verdauert.
hopfen und topfen
stocken strategisch,
land schafft lende,
vertituliertes getuttel,
elegisch kräuselt
das dunkle gehirn
aus laugen sterne.
halt! aus! sind taktisch
die sprünge vergelblich,
verblich durch streichen,
das stöhnen zu stopfen,
das schöne anscheinend
all diesen. richtig,
zu reimen ist in diesem
sinn nicht wirklich
von bedeutung, an
feuern und höhnen,
föhnen und heuern
verpflichtet rein gar
nichts ihr klingen.
providence and nonsense,
standing by and driving
into the lower classes.
intruding only when we
get there. what dainty fingers
do not fumble through,
trickling bashfully into
holes. any calculation
can fabricate, but
filling beautiful forms
with crap doesn’t
mean they are felt.
secret translation,
boatless rowing.
cracking the rows, the
first one to come along,
puking, whatnot.
going through a mind,
leaden like bullets and
thinner costs, always
in moderate drops,
wobbling inside towards
a higher ear, reason and
treason are one and the
same, so long as the itch
will last a little longer.
hops and props,
strategically faltered,
from land to loin,
lost to titular billing and
cooing mournfully, rippling
the dark brain,
exhausting stars.
quit it! stop! if tactical
leaps add up to nothing,
paled under stroking hands
into a stifled groan,
beauty is, apparently
for all to see. right, with
this in mind, rhymes
are not all that
important. to
fire up and sneer,
blow-dry and sign up.
nowhere at all is its
sound enlisted.

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Benedikt Ledebur

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Lasst mich doch lesen , wo ich will



||| LESE- VOR- STELLUNGEN | KLANGAPPARAT

LESE- VOR- STELLUNGEN

Nicht einmal virtuell gibt die FAZ das Rauschen auf : So gesehen an den Gestaden der sommerlichen Expositur des FAZ- “Lesesaals” , der sogenannten “Lese- Insel” . Weder will ich durch irgendwelche Promis in meinem Leseverhalten gestört werden , noch soll dies auf einer Internet- “Insel”- geschehen , wo der Lärm der Dünung jedwede Konzentration mit sich reisst .

Da helfen auch die animiert aufploppenden Flaschenpostillen wenig : Abstellen lässt sich der Krach jedenfalls kaum mit einem nahe liegenden Klick .

Lese Insel FAZ ( click to XL )

Nicht weniger unbequem hat sich bisher jedweder Lektüre- Versuch in der Hängematte erweisen , wie sie - sklavisch nachgetippt vom Medienticker - das Bücherblog des Bayerischen Rundfunks in verstrickender Regelmässigkeit empfiehlt .

Lesen , pardon , ist für Unsereins Lebensinhalt und wir nennen es Arbeit : zu vollziehen nicht ohne eine ganze Reihe von Paraphernalien , wovon Brille und Bleistift noch die harmlosesten sind . Mach’ das mal zwischen den stets verdrehten Maschen des angeblichen Ent- Spannungs- Netzes … Ohne blaue Flecken , schlimmen Verwicklungen und dem unablässigen Absturz unverzichtbarer Utensilien ist dies ( einen Garten vorausgesetzt ) noch nie gelungen .

Lese Hängematte BR BB ( click to XL )

Jetzt empfiehlt uns auch noch DIE ZEIT , Kafka in die Disco zu nehmen , wahlweise auch an aschfahle Gestade .

Lese DISCO ZEIT ( click to XL )

Tut Eure Arbeit , liebe Feuilletons - rezensiert , interviewt , kritisiert , empfehlt : Aber lasst , bitte sehr , das Originell- Sein in Form von Bildstrecken- , Animations- oder Kunstfotografie- Gimmicks beiseite …

… und uns … in Ruhe … lesen : Wie und Wo wir wollen .

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KLANGAPPARAT

Schon lange keine Song- Formate im KLANGAPPARAT präsentiert . Diese - im besten Fall - literarischen unter den Pop- Formen stellen ja auch czz-hoerempfehlungnicht gerade das Parade- Material der creative commons- Netlabel dar . Mit Schmitz & Niebuhr aka Wilfried “Willi” Schmitz und Klaus Niebuhr ( MySpace ) sind wir nun aber auf ein dem rheinischen Köln entsprungenes Duo gestossenn , das seine zwischen 2002 und 2004 komponierte Klangwaren nun dem höchst sympathischen Netlabel der kleine grüne würfel zur Verfügung stellt . Zarte , durch leichte arhythmische Ausfälle bezaubernde Stücke ohne Prätention , zugleich aber auch ohne aufgesetzte Naivetät . Für unsere in|ad|ae|qu|ten Begriffe wäre “Orgelqualität” dem überhypeten “Neon Golden” unbedingt an die Seite zu stellen ! - CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM ( WMP ) .

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LIVING SCREEN : File under “FLY” ( Das Tier und wir )



||| OBSESSION , VEXATION & NERVENDUELL | KLANGAPPARAT

OBSESSION , VEXATION & NERVENDUELL

Wenn gewisse Fixierungen zum Obsessive tendieren , so muss sich dies nicht notwendig im Auge des Betrachters generieren .

Fly on Screen 01

Diese Fliege war am gestrigen Tage nicht minder auf meinen Screen fixiert , wie der Bildschirmarbeiter auf deren Vexierung .

Fly on Screen 03 Fly on Screen 04

Was für ein Mikro- Duell der respektiven Nerven : Bei der Wahl der Waffen hat sich in|ad|ae|qu|at - ganz gentlemanlike - mit dem Cursor beschieden bzw. auf den Wechsel des Bild- und Fliegensitzhintergrundes .

Fly on Screen 02

Doch nicht einmal die Google- Grafik vermochte die offenbar olympisch orientierte Musca domestica zu irritieren ….

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KLANGAPPARAT

Die allmähliche Verfertigung einer Sympathie nach anfänglichem Groll über den Störenfried auf dem Bildschirm findet eine reizvolle akustische Parallele im Verlauf des Aufbaus der “dubfiles” des / der Künstler , die unter dem namen “BRAUN figurieren : Vom Dumpfbass ausgehend immer czz-hoerempfehlungfeinere perkussive Linien agglutinierend , enden die Tracks dramaturgisch effektvoll just bei voller Aufblendung des differenzierten Motivs . Rückübersetzt in das Fliegen- Thema : Eben hat man sich für diesen sturen und zusätzlich “natürlichen” Cursor erwärmt , verschwindet dieser vom Zentrum des Bildschirms und somit aus der Aufmerksamkeit , um sich während geschlagener drei Stunden am linken oberen Rand des Rahmens einzunisten . So lange freilich währt die beim Netlabel dreiton erschienene EP leider nicht , wodurch wie in den Genuss geraten , uns den schön tönenden Zwanzigminüter im REPEAT- Modus zu Gemüte zu führen . Vielleicht klärt uns ja die nächste Fliege darüber auf , ob Frank Hellmond , dreiton- Mastermind und in|ad|ae|qu|at bereits präsentiert in der Formation “laplaceausoleil” , seine Finger auch hier im Spiel hat ? - 01. deepfield ( 05:57 ) | 02. finalizer ( 05:08 ) | 03. flexer ( 04:12 ) | 04. save the sea ( 06:05 ) - CLICK TRACKS TO LISTEN .

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