Ekel Tetzlaffs Karriere

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NZZ , 28. 2. 2007

czz – Man muss nicht Alfred sein , um das Ekel abzugeben : Der ( inzwischen auf DVD wiederbelebten ) legendären TV-Serie «Ein Herz und eine Seele» war es vorbehalten , Name und Typus des Antihelden in den Rang einer Marke zu heben .

Als plärrender Prolet tobte «EKEL ALFRED» ( Heinz Schubert ) zwischen 1973 und 1976 effektvoll über die Szene und ersparte weder den Insassen der Fiktiv-Familie noch den – aus sicherer Entfernung leicht lachenden – Fans keinen germanischen Grobianismus . Rundum politisch inkorrekt , schrieb WOLFGANG MENGE die Tradition der Volksbühne ins das Zeitalter der angloamerikanischen Sitcom fort und damit ein vollmundiges Kapitel deutscher Fernsehgeschichte .

Dass die Medienkarriere des «Ekels» keineswegs beendet ist , erweist nun «Der Audio Verlag» mit einer klanglichen Variante: Um ein Geringes gerafft , mit Zwischentiteln versehen , wurden die wilden Wortwechsel bewahrt und vertraut man auf die akustische Kraft des schlagkräftig Faktischen . Bühnenschweigen , Slapstick-Lärm , feindlich fliegende Untertassen : Es braucht – wie zu hören – nicht das Bild des mit Nasenbremse , Netzunterhemd und Bierpulle versehenen pater familias , die Biestigkeiten des miesen Spiessbürgers zu geniessen . Retro-Rhetorik und derbe Spässe sind sichere Wirkmittel auf dem bemerkenswerten verlegerischen Weg , dem sogenannten «Hörbuch» neue Formate zu öffnen .

  • Wolfgang Menge : Ekel Alfred / Ein Herz und eines Seele
    • Besuch aus der Ostzone / Die Beerdigung , 1 CD ( 78 Min. ) , DAV 2007
    • Hausverkauf / Silberne Hochzeit , 1 CD ( 74 Min. ) , DAV 2007

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