NZZ , 5. 10. 2007
czz - Die Idee des Labels supposé ist so einfach wie einleuchtend : Historische und aktuelle Fallbeispiele belegen die Faszinationskraft des unmittelbar sprechenden Denkens , im Kontrast etwa zum rezitierten oder vorgelesenen Wort . Besonders reizvoll – da auf die Differenzierung der Wahrnehmung und ihrer Begriffe zielend – gestalten sich die Lebenswissenschaften durch die Personen ihrer Erforscher und Erzähler .
Ein herrliches Exempel für “das allmähliche Verfertigen des Denkens beim Sprechen“ gibt der Biologe Hanns Hatt mit Beobachtungen und Betrachtungen aus der angewandten Duft- und Geruchsforschung : “Dem Rätsel des Riechens auf der Spur“ lädt ein zur unerhörten Reise durch DNA und Moleküle , Nerven , Reize und Sensoren , welche sämtlich diskrete Hauptrollen spielen innerhalb unseres Sinnestheaters , der hormonellen Steuerung und des inneren Informationsdienstes .
In fulminantem Free- Style gibt sich der Forscher als Cicerone durch einen Wahrnehmungsbereich , dessen psychophysikalische Effekte wir gerne verkennen . In dieser Eigenschaft dem Hören ähnlich, gibt die auf Tonspur gebrachte Duftkunde durchaus auch akustisch zu denken .
Hanns Hatt : Dem Rätsel des Riechens auf der Spur . Grundlagen der Duftwahnehmung , 2 CDs ( 155 Min. ) , supposé 2006















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