Pedro Lenz , Jaromir Konecny : Swiss Slam

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In : NZZ , 29. 12. 2004

czz – Sie führt zwar die Poesie im Namen , doch schliesst dieser mindestens so viel Prosaisches wie Dramatisches in sich : Anders als ihr amerikanischer Name es suggeriert , ist die Slam Poetry im deutschsprachigen Anwendungsgebieten seit über einem Jahrzehnt erfolgreich gängige Praxis . Die selbsternannt “Heftige Dichtung” überführt den alten Dichterwettstreit in die posttechnologische Epoche und lässt ihre Ausstechqualität per Applauspegel werten . Dass gerade die vielsprachig begabte Schweiz ein Tummelplatz konkurrenzlustiger Maulhelden ist , erweist die editorische Agenda des seit 1998 von Bern aus agierenden Verlags “Der gesunde Menschenversand” . Dem Lokalmatadoren und “Bund”- Kolumnisten Pedro Lenz gilt die jüngste Publikation , welche vielversprechend mundartlich “I wott nüt gseit ha” titelt . Lenz’ Vignetten aus dem bürgerlichen Biedersinn bestechen durch stabreimende Bärndüütsch-Kaskaden . Der alltägliche Widersinn treibt auch Jaromir Konecnys Erzähltes Ego in den Druckausgleich Heftiger Reden . Ist schon dem Leben als solchem und insbesondere den Nöten des männlichen Zeitgenossen nicht mehr als ein diffus kabarettistischer Dreh zu geben , so gibt der in Deutschland lebende Tscheche diesem gleichwohl aparte Zungenschläge .

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