czz – Die Zeiten und Weiten durchstreifend, schaut er genau, liest Proben auf, horcht auf den Ton des Dort und kehrt mit tausenderlei Details in die Gegenwart des Erzählens zurück: Auch als Bote des Imaginären ist Christoph Ransmayr den Werten der erlernten Handwerke – der einfühlenden ethnologischen Beobachtung sowie der faktenstarken Reportage – treu geblieben. Die sublimsten Schilderungen gelingen ihm dort, wo sich das Erzählen um konkrete Handhabungen, Landschaften, Lebensformen dreht.
Dies gilt insbesondere für die frühen Meisterstücke, wo der Erzähler einen produktiven Dialog mit historischen Vorlagen aufnimmt: Sei es die (von Julius Payer minuziös überlieferte) österreichisch-ungarische Nordpolar-Expedition 1872–1874 in «Die Schrecken des Eises und der Finsternis» (1984), seien es Ovids «Metamorphosen» in «Die Letzte Welt »: Aus Zitat und Variation, Rekonstruktion und Imagination fliesst – ohne bildungsbürgerliche Attitüde – ein faszinierendes Drittes. Wie melodisch sich die feingefeilten Details, die intensiv instrumentierten Bilder und eine staunenswert den diversesten Disziplinen abgelauschte Lexik ineinander verweben, erweist sich, wenn Ransmayr selbst liest. Hier raunend, dort rau, stets aber viril und präzise artikulierend, versteht es der österreichische Autor, seine Texte effektvoll in Szene zu setzen.
Im besten Fall – so bei der Neueinspielung der «Letzten Welt» – begleitet eine entschiedene Regie (Harald Krewer ) den wirkungssicheren Interpreten und steuert manchem Manierismus entgegen.
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Christoph Ransmayr : Die letzte Welt – Autorenlesung, 8 CD (580 Min.) – ORF | Argon 2008 ( Audio )
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Christoph Ransmayr : Die Schrecken des Eises und der Finsternis – Autorenlesung, 6 CD (405 Min.) – Random House Audio, Geo Hörwelten 2007
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